Renegades – Mission of Honor

Blu-ray Review

renegades mission of honor blu-ray review cover
Universum Film, 07.12.2018

OT: American Renegades

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Goldene Zeiten

Fünf Navy SEALs heben 300 Mio. Dollar in Gold.

Inhalt

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Offiziell Dismissed

Sarajevo 1995: Die fünf Navy SEALs Barnes, Baker, Moran, Duffy und Porter hatten einen klaren Auftrag: Sie sollten im ehemaligen Jugoslawien einen Kriegsverbrecher ausschalten – und zwar unauffällig. Ersteres gelingt ihnen problemlos. Zweiteres eher nicht. Und weil sie dabei die eine Spur der Verwüstung hinter sich herzogen, werden sie jetzt offiziell für drei Tage suspendiert. Zeit also, sich in der Kneipe ordentlich einen hinter die Binde zu gießen. Und Zeit für Stanton, seine hiesige Freundin Lara zu besuchen. Das gemeinsame Liebesspiel wird allerdings von ein paar bösen Buben gestört, die gerne einen gewissen Goldbarren von Lara hätte. Einen Goldbarren, der Zeuge einer Nazi-Aktion ist, nach der weitere 200 dieser prächtigen Funkelbrocken auf dem Grund einer überschwemmten Kleinstadt belassen werden mussten. Lara bittet Stanton und seine Kollegen, das Gold zu bergen, was (selbstredend) höchst illegal wäre. Doch die Jungs langweilen sich und nehmen an. NIcht ahnend, was für ein logistischer Aufwand nötig sein wird – zumal der fiese General Petrovic auch noch hinter den Amerikanern her ist …

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Stanton will Lara das Gold zu Füßen legen

Als Hybrid aus Militär- und Heistfilm will Regisseur Steven Quale (Storm Hunters) seine Actionkomödie verstanden wissen, die zu jeder Zeit sichtbar die produzierende Handschrift von Luc Besson offenbart. Kein Wunder, fungierte der Franzose doch auch als Drehbuchautor und seine Geschichten haben stets einen hohen Wiedererkennungs-Faktor. Was sie aber auch haben, ist einen eher geringen Tiefgang. Das ist bei Renegades – Mission of Honor anders – naja, zumindest praktisch gesehen. Denn zu großen Anteilen spielt der Actioner unter Wasser.
Ansonsten trifft die Kritik der Oberflächlichkeit vollkommen zu. Da heizen die maximal arrogant auftretenden US-Boys mit einem Panzer durch Sarajevo, hinterlassen Schutt und Asche, nur um sich nach einem zünftigen Einlauf ihres Oberbefehlshabers genauso arrogant saufend in eine Kneipe zu setzen und lokale Tischnachbarn zu provozieren. Der rund 20-minütige Einstand in den Film setzt die schwarz-weißen Grenzen vollkommen klar: Dort der böse Serben-General und hier die taffen US-Jungs, die mit einem Döner in der Hand auch noch drei Gegner gleichzeitig ausschalten.

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Petrovic will sie alle am liebesten tot sehen

Jene, die nicht auf glorifizierende US-Militiär-Actionfilme stehen, seien also gewarnt: Differenzierung ist kaum das Ding von Renegades. Vielmehr richtet sich der Actioner an jene Klientel, die nicht lange über Story und Logik nachdenken wollen und lieber gut unterhalten werden wollen, weil die Aktions-Szenen rasant und die Atmosphäre spannend ist. Und das darf man für Quales Film durchaus sagen. Solange man nicht überlegt, wie sich die Navy SEALs hier verhalten und ob es wirklich realistisch ist, dass „mal eben“ ein explosiver Fight zwischen Kampfjet und Hubschrauber ausbricht, kann man mit Renegades  seinen Spaß haben. Vor allem mit der Rolle von J.K. Simmons, der offensichtlich Spaß daran hatte, seine Soldaten mal so richtig zusammen zu pfeifen. Seine Szene mit dem (ebenfalls witzigen) Ewen Bremner (Spud aus Trainspotting) lässt aufblitzen, welches Talent Simmons vor allem im Schnellsprechen hat (der Originalton sei hier exemplarisch empfohlen!).
Als knorriger Hauptdarsteller gibt es zudem ein Wiedersehen mit Sullivan Stapleton, den viele sicher noch aus der Actionserie Strike Back kennen. Charlie Bewley darf als Stanton den charmanten Ankerpunkt geben, der moralisch noch nicht vollkommen versaut ist und Sylvia Hoeks (Blade Runner 2049) sieht an seiner Seite nicht nur gut aus, sondern hat sogar karitative Ziele – wenn das mal kein nachvollziehbares Motiv ist.
Spannend geraten sind in der Tat die Unterwasser-Szenen, deren Planung (also der eigentliche Heist-Anteil) allerdings noch etwas ausführlicher hätten geschildert werden können.

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Das Finale wird explosiv

Bild- und Tonqualität

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Levin will wissen, wo seine SEALs hin sind

Das Bild von Renegades beginnt äußerst kontrastreich, sehr ruhig und mit hoher Schärfe. Selbst die dunklen Aufnahmen im Panzer sind noch überraschend rauscharm und das charakterstarke Gesicht von J.K. Simmons ist im seitlich ausgeleuchteten Büro wirklich dreidimensional plastisch. Sämtliche Aufnahmen bei Tageslicht geraten so zum Genuss. Allerdings gibt’s auch ein „Aber“. Denn wenn ein Film zu bestimmten Teilen im Wasser spielt, sinkt bei Blu-rays oft die Farbauflösung – einhergehend mit Banding-Artefakten (26’51, 27’47). Zwar hat man das in entsprechenden Filmen schon schlimmer gesehen, weil hier die Datenrate konstant auf recht hohem Niveau bleibt. Dennoch fallen die Unterwasser-Aufnahmen qualitativ etwas ab.
Beim Sound in dts-HD-Master legt Renegades durchaus rasant los und fordert die Surroundspeaker durch die Bank heraus. Ob das Schießereien sind, die Fahrt mit dem Panzer oder auch die entfernte Erschießung der Bevölkerung durch die Nazis nach etwa einer halben Stunde. Die Sprengung des Damms könnte zwar wuchtiger sein, wird allerdings von einer absolut effektvollen Flutwelle abgelöst, die das Heimkino regelrecht aufmischt. Auch der Flug im Hubschrauber gerät sehr räumlich und vermittelt ein extrem immersives Erlebnis. Das Gleiche gilt für den Jet, der nach knapp 50 Minuten überraschend durchs Bild fliegt und der hübsch an den Köpfen des Zuschauers vorbeifetzt (49’35). Die Dialoge geben sich gut verständlich, gehen nur hier und da in den Actionszenen etwas unter. Wunderbar ist der Score, der sich sehr breit aufstellt und für eine Menge Räumlichkeit sorgt. Richtig Druck gibt es dann auch noch – und zwar wenn die Decke unter Wasser einzustürzen droht. Hier darf der Sub dann ebenso eingreifen, wie bei den Explosionen der Handgranaten unter Wasser (82’22).

Bonusmaterial

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Wo ist das Gold?

Im Bonusmaterial von Renegades gibt es zwei Featurettes. Neben einem über die Story auch eins über die Szenenbilder. Im Falle der Story dürfen einige der Darsteller sowie der Regisseur preisgeben, worum es im Film geht. Außerdem gibt es Einblicke in die Arbeit an den Unterwasser-Aufnahmen. Dies wird dann auch noch mal im „Setdesign/Szenenbilder“-Featurette thematisiert, bei dem auch Chef-Dekorateur Hugues Tissandier (Valerian – Die Stadt der tausend Planeten) zu Wort kommt.

Fazit

Renegades – Mission of Honor schwankt ein wenig unentschlossen zwischen ernstem und humorvollem Ton, ist ziemlich oberflächlich und polternd und schert sich außerdem einen feuchten Kehricht um Realismus. Wer das alles ignoriert, bekommt 105 Minuten satte Action und markige Sprüche – gibt Schlimmeres.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 85%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: Universum Film
Land/Jahr: Frankreich/Belgien/Deutschland/USA 2018
Regie: Steven Quale
Darsteller: J.K. Simmons, Sullivan Stapleton, Charlie Bewley, Sylvia Hoeks, Joshua Henry, Ewen Bremner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 106
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Universum Film)

Trailer zu Renegades – Mission of Honor

Renegades – Mission of Honor – Trailer (deutsch/ german; FSK 12)

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