Renfield 4K UHD

Blu-ray Review

Turbine Medien, 30.11.2023

OT: Renfield

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Ausgedient

Drei Monate nach der Blu-ray gibt’s Renfield auch hoch aufgelöst.

Inhalt

Dracula hatte schon frischere Tage

90 Jahre dienen – für R.M. Renfield ist das der Alltag. Einzig die Tatsache, dass sein Herr kein Geringerer ist als Dracula, sorgt für Frust. Und davon eine Menge. Denn wo Renfield einst nur daran interessiert war, dem Grafen ein Grundstückgeschäft zu vermitteln, hängt er nun schon neun Jahrzehnte mit einem Mal griesgrämigen, mal herrischen, mal plötzlich charmanten, narzisstischen Boss herum. Da hilft, bei aller Liebe, auch nicht, dass der Fürst der Finsternis seinen Gehilfen mit Superkraft und Untersterblichkeit ausgestattet hat. Renfield jedenfalls ist des Dienens müde. Er hat keine Lust mehr – zumal einst annehmbare Nebeneffekte wie gemeinsame Reisen an exotische Orte mittlerweile passé sind. Mittlerweile darf Renfield lediglich dafür sorgen, dass sein Herr und Meister die nächste Mahlzeit erhält – vorzugsweise in Form von unbefleckten Jungfrauen. Als der frustrierte Dracula-Diener eines Nachts der Verkehrspolizistin Rebecca zur Hilfe eilt, nachdem diese es sich mit dem lokalen Gangster Teddy Lobo verscherzt hatte, kommt Abwechslung in Renfields Leben, denn plötzlich wird er als Held gefeiert …

Ein Gespräch zwischen Mutter und Sohn

Nicolas Cages Karriere der letzten 20 Jahre war … sagen wir es vorsichtig: wechselhaft. Aufgrund von finanziellen Notlagen nahm er bisweilen Jobs in billigen und noch billigeren Filmen an. Es dauerte nicht lange und seine ehemaligen Fans begannen, ihn die Reihe der Travoltas und Seagals abzuschieben. Doch damit täte man ihm Unrecht. Denn während ein Steven Seagal maximal lustlos agierte und ein Travolta nicht selten maximal unter bewusstseinserweiternden Mitteln zu stehen schien, während er Trashfiguren verkörperte, war Cage irgendwie anders. Selbst bei den dümmsten Filmen hatte man immer das Gefühl, der verdiente Neffe von Francis Ford Coppola würde mit Inbrunst und Leidenschaft schauspielern. Und so kam es, dass zwischen diesen ganz B-, C- und Z-Movies ein paar echte Highlights zu finden waren. Cage brillierte in packenden Charakterrollen in Joe – Die Rache ist sein oder zuletzt in Pig. Dazu kamen ein paar Filme, in denen er sein eigenes Teilzeitimage genüsslich aufs Korn nahm. Nun darf er alles aufs Korn nehmen, das Blut in seinen Adern hat (sorry für den etwas lahmen Wortwitz). Als blutsaugender Vampir tut er endlich das, was er nach eigener Aussage wusste, dass er das eines Tages würde tun müssen. Als Herausforderung sozusagen. Ihm ging es darum, ob er der Figur, der so herausragende Schauspieler wie Bela Lugosi, Christopher Lee oder Gary Oldman ihren Stempel aufgedrückt hatten, noch weitere Aspekte würde hinzufügen können.

Nach dem Genuss von ein paar Insekten ist Renfield ziemlich sportlich

Dass Renfield überhaupt produziert wurde, ist ein kleineres Wunder, denn nach dem monetären Desaster von Tom Cruise‘ Die Mumie, stand es um das damals schon angedachte Projekt alles andere als gut. Obwohl es jetzt doch noch anders kam, ist es fraglich, ob bei Ren noch einmal weitergemacht wird. Denn mit einem weltweiten Einspiel von ca. 27 Mio. Dollar bei einem Budget von 65 Mio. Dollar ist auch dieser neuerliche Ausflug in die Universal-Monster-Welt alles andere als ein Erfolg. Und das ist bedauerlich. Denn über weite Strecken macht Renfield einen riesigen Spaß. Die erste halbe Stunde ist so flott inszeniert, dass man nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Dass Hoults Charakter den Film aus dem Off mit mal lakonischen, mal deprimierenden Bemerkungen kommentiert, trägt ebenso zum Gelingen bei wie die wirklich toll umgesetzten Fights. Letzteres vor allem und gerade deshalb, weil sie roh und „unfertig“ wirken. Renfield ist eben kein Martial-Arts-Fighter, sondern ein Normale, der nach dem Genuss einiger Insekten Superkräfte bekommt. Und genauso stellen sich die Kämpfe dar. Irgendwie unbeholfen, dafür aber kreativ. In jedem Fall spaßig zu schauen. Inhaltlich reflektiert der Film das Thema einer toxischen Beziehung zwischen Chef und Angestelltem.

In Rebecca hat Renfield endlich mal eine Freundin im normalen Leben

Und so beginnt es schon mit einer Selbsthilfegruppe für vergiftete Partnerschaften, in der die Schilderungen der bemitleidenswerten Mitglieder natürlich allesamt auch auf Renfield und seinen Boss zutreffen. Immer wieder bekommt Dracula ihn mit seinen Reden rum. Das kann man im ersten unreflektierten Moment als Verharmlosung toxischer und/oder gewalttätiger Beziehungen kritisieren, doch Renfield hat seine ganz eigene Lösungsstrategie, um die geschundenen Seelen der Selbsthilfegruppe-Mitglieder zu heilen. Ein Weg, der gleichzeitig dazu dient, der Hauptfigur ein wenig Absolution zu erteilen. Denn er ist (im Auftrag seines Chefs) zunächst nichts anderes als ein Serienkiller. Er tötet Menschen, um sie Dracula als Opfer zu bringen. Das hinterlässt bei Renfield Spuren und Schuldgefühle. Und wenn man sich derer entledigen kann, indem man die Vergewaltiger, Schläger und Psychoterroristen dieser Welt beseitigt, ist das eine Win-win-Situation. Und funktionieren tut das, weil Nicholas Hoult seit Warm Bodies die perfekte Besetzung für derart ambivalente Figuren ist. Sein Schauspiel bringt stets eine verletzliche und bemitleidenswerte Note mit, die er zudem mit augenzwinkerndem Witz garniert. Als Zuschauer identifiziert man sich mit ihm, obwohl er üble Dinge tut. Wenn er voller Bewunderung zuschaut, wie Rebecca dem übelsten Schurken der Stadt die Stirn bietet, sieht man in seinen Augen, wie gerne er sich aus der Beziehung zu Dracula lösen würde. Und dieser Dracula wird von Nicolas Cage mit großem Spaß an der Freude porträtiert. Geht in der ersten halben Stunde vornehmlich Bedrohung von seiner Figur aus, beginnt er nach einer Dreiviertelstunde mit entsprechender Mimik und Gestik eine Art unterschwellig Komik zu integrieren, die schlicht großartig ist. Seine Reaktion auf Renfields Opfergabe-Ausflüchte ist geradezu grandios witzig. Ebenso viel Spaß hat er aber ganz offensichtlich an den blutrünstigen Szenen, die erstaunlich blutig geraten sind. Wenn er in Renfields Selbsthilfegruppe eine anständige Vampir-Mahlzeit einnimmt, werden auch Gorefans glücklich.

Bild- und Tonqualität BD

Nicolas Cage hat Spaß an seiner Rolle

Gegenüber der Blu-ray von Universal, die vor einigen Wochen erschien, nutzt die Turbine-BD zwar das gleiche Master, wurde aber hierzulande eigens encodiert. Und das ist gut so. Denn wer empfindlich auch Encoding-Probleme reagiert, wird mit der Turbine-Blu-ray deutlich glücklicher. Nimmt man etwa die von bläulichem Licht im leicht nebligen Innenraum eingefangenen Momente ab 5’00, zeigt sich die Universal-Scheibe im direkten Vergleich sichtbar klumpiger, was das Digitalrauschen angeht. Die Turbine-Disk löst dieses Rauschen in dem neblig-blauen Licht sichtbar feiner auf. Wo auf der weißen Betonwand bei 16’46 kaum Rauschen bei der Universal-Disk zu sehen ist, zeigt die Blu-ray von Turbine dieses noch. Und dieses sauberere Encoding führt zu einem insgesamt stimmigeren Eindruck, das manchmal sogar subjektiv etwas schärfer wirkt. Ansonsten gilt das Gleiche wie für die bisherige Universal-Scheibe: Farben und Kontraste überzeugen. Hauttöne kommen natürlich rüber – inkl. des blassen Weiß, das Draculas Gesicht ziert. Die grüne Ausleuchtung in seinem Blutkonserven-Refugium kommt satt rüber und wird von der roten Hintergrundbeleuchtung hinter seinem Thron wunderbar komplementiert. Ohnehin sind Farben ein Plus der Blu-ray. Zum einen gibt’s viele unterschiedliche, zum anderen sind sie allzeit sehr kräftig. Ebenso wie der Schwarzwert, der sehr satt ist. Was während der sehr vollflächigen Farbsituationen auffällt, ist die typische Schwierigkeit von Blu-rays mit der Farbdifferenzierung. Aufgrund der geringeren Bit-Tiefe (gegenüber einer UHD Blu-ray) lassen sich weniger Farbabstufungen reproduzieren und das sorgt schon mal für eine etwas matschigere Textur. Auch das bekommt die Turbine in Summe aber besser hin.

Blu-ray Universal (16’47): (Slider ganz nach rechts): Zwei Vergleichsbilder, die den Unterschied im Encoding demonstrieren.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): Der generelle Look unterscheide sich nicht.

Blu-ray Universal (16’47): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran (gerne die Bilder in neuen Tabs öffnen) …
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): … sieht man den Unterschied im Encoding deutlich. Die Turbine-Disk löst das Digitalrauschen schöner auf. Sie wirkt dadurch sogar etwas schärfer.

Blu-ray Universal (34’44): (Slider ganz nach rechts): Ein weiteres Beispielbild.
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links):

Blu-ray Universal (34’44): (Slider ganz nach rechts): An der Laterne kann man in der Tat erkennen, …
Blu-ray Turbine (Slider ganz nach links): … dass die Turbine-BD mehr Details liefert. Und das nur durch das bessere Encoding.

Sieht harmonisch aus, oder?

Die Blu-ray von Universal bot „lediglich“ eine DTS-HD-High-Resolution-Spur in 7.1-Abmischung fürs Deutsche und eine 7.1 DTS-HD-Master-Fassung für den O-Ton. Die Turbine Disk liefert nun Dolby Atmos für beide Sprachen. Die DTS-HD-HR-/MA-Versionen der Blu-ray unterschieden sich dadurch, dass die deutsche Synchro trotz stärker Komprimierung insgesamt dynamischer und offener klang als die englische Fassung. Und so ist es jetzt auch bei der Atmos-Abmischung von Renfield. Auch hier ist die Synchro fetter, satter und dynamischer. Und sie ist noch einmal hör- und spürbar wuchtiger als die High-Resolution-Variante der Universal-Scheibe. Die anfängliche Actionszene ist nach etwas über vier Minuten fast schon auf Referenzniveau dynamisch und macht einen höllischen Spaß. Gleiches gilt für alle lauteren und actionreicheren Szenen, aber auch für die leiseren Momente, die sehr atmosphärisch integriert werden. Akustisch die neue Blu-ray der alten damit wirklich deutlich überlegen. Auch die Dialoge haben noch etwas mehr Kraft und wir sind ja bislang nicht bei der Integration des 3D-Sounds. Hören wir uns „da oben“ um, so beginnt es mit einem kurzen Donnergeräusch nach etwas über zwei Minuten und Wusch-Sounds, während Renfield seine Insekten isst. Der Energiekreis, der Dracula bei 3’20 festhält, zischelt wunderbar von oben und zwei Minuten später gibt’s erneut einen zünftigen Gewitter-Donner. Die Musik wird außerdem immer mal wieder dynamisch dazugenommen, wenn es dramatisch wird. Bei Minute 13 gibt’s dann ein gruseliges Raunen und ein paar Vogelgeräusche. Innerhalb der Dracula-Cave tropft es zudem atmosphärisch von den Decken. Nach 20 Minuten hört man das Geklimper der Ketten und kurz darauf zirpende Zikaden. Als Nächstes folgen Schüsse in der Decke nach 23’30 und 23’40, die den Putz herunter bröckeln lassen. Noch dynamischer sind die abgefeuerten Salven nach 25’40. Während der Auftritte von Dracula gibt es immer wieder Wusch-Sounds, die seine schnellen Bewegungen akustisch unterstützen. Bei 55’20 hört man in der Ferne einen Helikopter und Renfields Sprung in die Tiefe nach 65 Minuten wird ebenfalls von 3D-Sounds begleitet. Die Kampfsequenz zwischen den Miet-Apartments hätte allerdings vereinzelt noch mehr 3D Soundeffekte liefern können. Immer mal wieder scheint man Fledermäuse über die Heights flattern zu hören, wie bspw. nach 76 Minuten. Nach 78’50 tun sie das dann sehr effektvoll und im Hochtonbereich ziemlich dynamisch. Das gilt auch für das Knallen kurz darauf. Allerdings hätte es auch im Finale noch ein wenig mehr an Informationen auf den Höhenspeakern geben dürfen. Was indes stets am Start ist, sind Anteile des Filmscores, die dort oben für mehr Rundumatmosphäre sorgen.

Bild- und Tonqualität UHD

Als Held gefällt er sich gut

Renfield wurde mit der Panavision Millennium DXL2 aufgezeichnet und ist auf der Eingangsseite damit ein nativer 8K-Film. Ausgehend davon wurde ein 4K-DI erstellt, das als Basis für die Kino- und auch für diese Heimkinofassung diente. Die UHD Blu-ray kommt zudem mit HDR10 und Dolby Vision als HDR-Grading, mit einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Im direkten Vergleich mit der Blu-ray ist die HDR-Scheibe etwas dunkler eingepegelt, wird aber niemals zu dunkel oder lässt gar Details im Schwarz versumpfen. Dafür gelingen helle Bereiche klar besser durchzeichnet. Nimmt man den weißen Turm auf dem Gebäude bei 71’04, so überstrahlt dieser über die Blu-ray. Die HDR-Scheibe bildet ihn komplett ab und zeigt auch noch die horizontal verlaufenden Linien unterhalb der Spitze. Durchaus mehr Punch liefern die Spitzlichter, die aus Kerzenschein oder anderen punktuellen Lichtquellen bestehen. Schön zu erkennen auch beim rot glimmenden Dracula bei 5’06, dessen glühend-verkohlter Korpus in den roten Spitzlichtern eindrucksvoller vor sich hin glüht. Auch die Nachtansicht der Stadt bei 41’47 ist prägnanter. Man kann die Scheinwerfer der Fahrzeuge deutlich besser differenzieren, die Lichter haben mehr Strahlkraft und die Rückleuchten sind roter. Den Marriot-Schriftzug im Hintergrund kann man über die Blu-ray kaum lesen, zumal er eher rosafarben erscheint. Die Farben sind auch Draculas Höhle (Kapitel vier) kräftiger. Das Rot kommt satter und das Grün ist ebenfalls knackiger. Allerdings geht der grüne Schein auf den neutral grauen Oberflächen etwas verloren. Hier bleibt die UHD-Disk etwas neutraler und nicht ganz so grünlich eingefärbt. In puncto Auflösung erkennt man, dass die 4K-Disk eine 8K-Basis und ein 4K-DI hat. Denn bei den Kabeln oberhalb von der Laterne nach 34’44 kann man bis zum Verbindungsknoten noch erkennen, dass oberhalb zwei Kabel zusammenlaufen und es insgesamt fünf Kabel sind. Über die Blu-ray erkennt man auf Höhe des Verbindungsknotens nur drei Kabel. Die anderen beiden verschwimmen im Gesamtstrang. Auch die bronzefarbenen Spitzen auf dem blauen Zaun unten in der Mitte sind dreidimensionaler und plastischer als über die Blu-ray. Allerdings scheint hier in der Postproduktion des Films an sich auch noch stärker mit Filterungen gearbeitet worden zu sein. Denn trotz des nativen 4K-Masters ist der Detailgrad zwar sichtbar, aber nicht exorbitant höher als bei der Blu-ray. Beim Encoding schlägt die HDR-Disk die bereits bessere Turbine-Blu-ray noch einmal. Sie zeigt das Rauschen in den nebligen Szenen bei schrägem Lichteinfall nach fünf Minuten noch sauberer und gleichmäßiger. 

Blu-ray (5’06): (Slider ganz nach rechts): Trotzdem die Turbine Blu-ray bereits das bessere Encoding hat …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kann die 4K-Disk das noch besser. Auch die roten Glühpunkte im verkohlten Dracula sind prägnanter.

Blu-ray (5’06): (Slider ganz nach rechts): Näher rangegangen …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird das bessere Encoding im Rauch-Rauschen deutlich. Schaut man sich die beiden Bilder in Originalgröße an, kann man das feinere Rauschen der 4K-Disk deutlich sehen.

Blu-ray (14’07): (Slider ganz nach rechts): Selbst wenn es auf Screenshots den Eindruck macht …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die HDR-Disk hat zu keiner Zeit Probleme mit der Durchzeichnung, wirkt aber im laufenden Bild deutlich dynamischer und die Spitzlichter sind viel knackiger.

Blu-ray (18’05): (Slider ganz nach rechts): Hier einmal auf das weiße Hemd achten:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeigt das Licht-Schatten-Spiel beeindruckender.

Blu-ray (41’03): (Slider ganz nach rechts): Die Gelbanteile werden …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … durch etwas mehr Orange ersetzt.

Blu-ray (41’47): (Slider ganz nach rechts): Im laufenden Bild sehr eindrucksvoll:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe macht aus Rot wirklich knallig rot und die Auflösung auf den Leuchtschriften ist deutlicher.

Blu-ray (41’47): (Slider ganz nach rechts): Beim näheren Hinsehen, wird es noch klarer.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das „Marriott“ liest sich über die 4K-Disk erkennbarer.

Blu-ray (71’04): (Slider ganz nach rechts): Man beachte die Wolken.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeichnet besser durch. Der weiße Turm in der Mitte hinten überzeichnet nicht mehr.

Keine Änderung beim Sound. Auch die UHD Blu-ray liefert Dolby Atmos für beide Tonspuren.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Renfield ist identisch zu dem der Universal Blu-ray. Es enthält zunächst den Audiokommentar, der von Produzentin Samantha Nisenboim, Drehbuchautor Ryan Ridles und Crewmitgliedern gehalten wurde. Dazu gibt’s insgesamt acht entfernte und erweiterte Szenen sowie einige alternative Takes mit Improvisationen der Darsteller. Insgesamt sechs Featurettes warten zudem auf den Käufer der Blu-ray. „Dracula befreit“ kümmert sich vor allem um Cages Interpretation der ikonischen Rolle „Monster und Menschen: Hinter den Kulissen von „Renfield“ läuft etwas länger und kümmert sich neben den Figuren auch um die Drehorte und Kostüme. „Die Stufen der Verjüngung“ zeigt dann die Verwandlung vom völlig degenerierten Dracula zum scheinbaren Edelmann, den man kennt. „Fleisch und Blut“ nimmt dann die Blut- und Goreeffekte auseinander, die gallonenweise Flüssigkeit verbrauchten und größtenteils praktisch erledigt wurden. „Unlautere Maßnahmen“ gibt Einblicke in die Choreografie der Stunt- und Kampfszenen und „Das Making-of einer unveröffentlichten Szene: Renfields Tanz!“ wirft einen Blick hinter die Realisierung einer erstaunlich aufwendigen Musical-Szene, die es leider nicht in den Film geschafft hat.

Fazit

Renfield ist angenehm kurz und ebenso kurzweilig. Die Neuinterpretation des Dracula-Mythos funktioniert auf mehreren Ebenen ziemlich gut und kombiniert Action, Grusel und Komik zu einem gelungenen Ganzen. Selbst wenn der Verlauf der Geschichte konventionell und vorhersehbar ist, weiß die Idee mit der toxischen Beziehung zu gefallen. Und die Darsteller sind allesamt klasse. Selbst Awkwafina nervt dieses Mal nicht, wie sie es noch in Shang-Chi tat. Schade, dass dem Film im Kino nicht mehr Erfolg beschieden war. Diesen Dracula und diesen Renfield hätte man gerne noch öfter gesehen. Technisch gesehen schlägt bereits die von Turbine encodierte Blu-ray jene von Universal – und das sowohl im Bild als auch im Ton, der nun in dynamischem Atmos vorliegt. Noch besser macht’s die UHD Blu-ray, die noch mal sattere Kontraste, eine sichtbar höhere Auflösung und etwas kräftigere Farben liefert. Der Atmos-Sound hätte hier und da noch etwas aktiver sein dürfen, da es optisch durchaus Möglichkeiten gegeben hätte. Wenn aber etwas von oben kommt, macht es Sinn. Schön, dass die deutsche Atmos-Fassung noch einmal dynamischer ist als der „alte“ DTS-HD-High-Resolution-Sound der Universal-Scheibe und nun richtig Gas gibt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (Universal): 80%
Bildqualität BD (Turbine): 85%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD (Universal) (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 2D-Soundebene (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD (Universal) (Originalversion): 70%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD (Turbine) 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 70%
Film: 75%

Anbieter: Turbine Medien/Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2023
Regie: Chris McKay
Darsteller: Nicholas Hoult, Nicolas Cage, Awkwafina, Ben Schwartz, Adrian Martinez
Tonformate Blu-ray/UHD: Dolby Atmos: de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 94
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 815 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: Universal Pictures)
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Trailer zu Renfield

RENFIELD (2023) mit Nicolas Cage | Trailer Deutsch/German in HD


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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5 Kommentare
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Stefan B.

Vielen Dank für die, jaja, wie immer tolle Rezension. Habe mir, in Erwartung eines „ist ok“ Films dann doch endlich einmal einen Film bei Turbine bestellt – wollte mir dann das von Dir so gelobte Bild/Ton gönnen.
Was soll ich sagen? Film war ok, mit einigen echt tollen Momenten – und die Schauspieler haben wirklich viel gerissen. Sehr kurzweilig, angenehm blutig und – das Thema hatten wir schon einmal – ich finde Nic Cage echt großartig als Dracula.

Der Ton war super, trotz „mit ohne“ Höhenlautsprechern und das Bild hat mich ebenfalls begeistert. Und hier habe ich gleichmal eine Frage an die Fachleute hier – bei 1.02.05 – in der die vielen Fahrzeuge auf den Hof fahren, habe ich einen starken „judder-effekt“, sofern es sich um diesen handelt. Ich haben meinen LG Oled (2018er) auf 24 Bilder eingestellt und True Motion „klar“ – den Filmmakers Modus gibt es nicht, nur echtes Kino. – bisher meine optimale Einstellung. Bei den folgenden Sequenzen ruckelt es recht stark. Judder oder Bildfehler oder was? Klar habe ich zurückgespult – zeigt sich immer wieder. Danke vorab, von einem technisch nicht zu versierten, Stefan

Markus_K

Hallo Timo, und danke dir für dieses Review! Horrorfilme sind zwar nicht meine Sache (Nur Frighteners ist für mich noch verdaubar) und deshalb meide ich diese Sorte Film eigentlich, weil ich sie irgendwie nicht so verdauen kann. Aber es freut mich, dass du auch bei diesem „kleinen“ Film mit Leidenschaft dabei bist. 🙂 Schön auch zu sehen, dass es wieder mal einen schönen Atmos Ton fürs deutsche gibt. Und davon gibt es ja inzwischen einige.

Mit Spannung warte ich ja auf das Titanic Review und hoffe, das Cameron die Finger vom Rauschfilter gelassen hat. Also herzlichen Dank dir, dass du mit Feuereifer dabei bist und bis bald 🙂 Markus

MooMooMooMooMoo

Die ersten Reviews der Titanic UHD aus den USA sind voll des Lobes. Die Sache mit dem Rauschfilter bei der Terminator 2 UHD war übrigens nicht Camerons Fehler. Das zugrunde liegende Master war für den 3D-Release von Cameron freigegeben worden. Das dieser dann auch für die UHD genutzt wurde, ist auf Studiocanals Initiative zurückzuführen. Gerüchte besagen, zu Terminator 2 (ebenso wie dem Erstling) liegt ein neues 4K-Master vor, welches nächstes Jahr veröffentlicht werden könnten. Ich hoffe, das stimmt.

ondy

Ich fand den film großartig und schön blutig selbst meine mom hatte viel spaß bei den film und sie ist 69

Kisi

Hallo Timo Danke für alle deine Reviews in den letzten Tage. Es war sicher eine Menge an Arbeit. Danke nochmals.!!
Zum Film leider erst im Stream gesehen und war total begeistert. Turbine hat ihn heute losgeschickt. 🙂 Dank auch an Turbine .