Rise of the Footsoldier: Origins

Blu-ray Review

Busch Media Group, 14.04.2022

OT: Rise of the Footsoldier: Origins

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Essex Boys

Zum fünften Mal geht’s in die britische Club- und Drogenszene.

Inhalt

Tony macht als Türsteher Karriere

Juni 1982: Der Falklandkrieg ist gerade zu Ende gegangen. Tony Tucker kehrt als Veteran zurück, ist aber lange ohne Arbeit. Einige Jahre später rettet er dem Enkel eines einflussreichen Clubbesitzers das Leben. Zum Dank darf er dort als Türsteher arbeiten. Seiner Loyalität ist es zu verdanken, dass er bald die Kontrolle über die Tür erhält und seine langjährigen Kumpels als flankierende Türsteher engagieren kann. Außerdem sorgen seine Tipps dafür, dass der Club bald noch erfolgreicher läuft. Davon bekommt auch ein Konkurrent Wind und wirbt Tony ab. Tucker macht dort die Bekanntschaft des Problemlösers Bernhard O’Mahoney, der unliebsamen Gästen schon mal das halbe Ohr abbeißt. Während eines Clubabends lernt er nicht nur die sexy Partybraut Lucy, sondern auch Craig Rolfe kennen. Gemeinsam mit ihnen  konsumiert er das erste Mal Drogen und erfährt von Craig, dass dieser lokale Dealer beklaut, um selbst an Stoff zu kommen – eine Geschäftsidee ist geboren. Bald findet man sich auch noch mit Gangster Pat Tate zusammen, der ebenfalls im Drogengeschäft ist. Doch der eigene Konsum führt bald zu Problemen mit „Geschäftspartnern“ …

Zwei, die sich nicht lange mögen

Fünf Filme umfasst die Rise of the Footsoldier-Reihe mittlerweile – nicht eingerechnet das Quasi-Remake Footsoldier 2 und den Etikettenschwindler Footsoldiers of Berlin. Nachdem der erste Film, Rise of the Footsoldier (hierzulande nur „Footsoldier“ betitelt) die auf wahren Begebenheiten basierende (Vor)Geschichte rund um den Dreifachmord von Rettendon behandelte, an dessen Ende drei der Hauptfiguren erschossen wurden, musste man sich für die Fortsetzungen entsprechende Dinge einfallen lassen. Im zweiten Teil, Return of the Footsoldier (Originaltitel: Rise of the Footsoldier Part II) ging es dementsprechend um den ehemaligen Hooligan und Türsteher Carlton Leach, der seine drei Freunde/Weggefährten bei dem Dreifachmord verlor und im Anschluss paranoide Tendenzen entwickelte. Teil III, Rise of the Footsoldier III – Die Pat Tate Story, war eine Art Prequel zum ersten Film und konzentrierte sich auf den Werdegang Tates. Teil IV, Rise of the Footsoldier: Marbella, zeigt erneut Tate vor seinem Tod und schildert, wie er Rache an jenen nehmen möchte, die ihn zuvor von Marbella aus den Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert hatten. Nun also Rise of the Footsoldier: Origins, der (seinem Namen entsprechend) erneut eine Art Prequel ist. Dieses Mal konzentriert sich die Geschichte auf Chris Tucker.

Drogenkumpel

Und der bekommt zum Einstand erst einmal ordentlich was auf die Nase – und zwar von keinem Geringeren als Vinnie Jones. Der Ex-Fußballer, der zuletzt noch in Vengeance Man – Die Abrechnung so kolossal hölzern agierte, darf sich nun wieder etwas rehabilitieren. Immerhin tut er hier das, was er in Snatch oder Bube, Dame, König GrAs auch tat: Als Problemlöser auftreten und zünftige Fausthiebe verteilen, während er grimmig und verbissen dreinschaut. In dieser Rolle macht ihm auch so schnell keiner was vor. Und so darf er sich inmitten dieses Ensembles und innerhalb dieses Films durchaus einmal wieder wohl fühlen. Für Fans der Reihe gibt’s natürlich ein Wiedersehen mit Terry Stone, Craig Fairbrass und Ronald Manookian. Dass hier erneut die überlieferten Tatsachen als Basis dienten, hilft dem Film in Sachen Realismus. Über weite Strecken funktioniert das aber auch filmisch-erzählerisch gut und ist tatsächlich spannend und kurzweilig aufbereitet. Klasse auch der gewählte Soundtrack, der sich aus den besten und bekanntesten 80er-Jahre-Diskothekenhits rekrutiert. Im Verbund mit den neonbunten Farben kommt hier mitunter echtes 80er-Jahre-Feeling auf.

Hooligans gibt’s auch

Was leider gar nicht funktioniert, ist der Übergang vom jugendlich wirkenden Tony (Barney Webber), der aus dem Falklandkrieg zurück kommt, zum gerade mal sechs Jahre älteren Tony (jetzt wieder Terry Stone), dessen Äußeres nun mal um eher 30 Jahre älter wirkt. Die unfassbar schlechten Perücken tragen ebenfalls nicht dazu bei, hier einen authentischen Anfang dreißigjährigen Tony oder einen sogar erst 19-jährigen Craig Rolfe zu erschaffen. Authentisch immerhin ist das Gehabe der harten Kerle und derer, die gerne hart wären. Man möge mich nicht drauf festnageln (immerhin war ich in den 80ern nicht in der englischen Club- und Drogenszene unterwegs), aber im Grunde erscheint es nicht übertrieben, was man hier zu sehen bekommt. Und die Kamera hält auch bei Rise of the Footsoldier: Origins oftmals drauf. Vor der Darstellung von Blut und ausgeschlagenen Zähnen sollte man sich jedenfalls nicht scheuen – vor allem nicht ab der 65. Minute, wo es wirklich brutal zugeht. Seine stärkste Phase hat der Film ohnehin in der zweiten Stunde, wenn die Wege der Drei sich kreuzen und zunehmend dramatischere Formen annehmen.Um der Authentizität Willen sollte man den Film allerdings unbedingt im englischen Original schauen. Zum einen kommen nur dort der teils harte Dialekt sowie die permanenten Kraftausdrücke realistisch rüber, zum anderen ist die Synchro mitunter leider nicht wirklich gut.

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Bild- und Tonqualität

Zimperlich geht’s nicht zu

Dass Rise of the Footsoldier: Origins digital gedreht wurde, sieht man auf Anhieb. Die sauberen, fast glatten Einstellungen im Inneren des Transportflugzeugs und auch während der hellen Außenaufnahmen stehen exemplarisch dafür. Die Farbgebung ist etwas reduziert, wenn es um die gedeckteren Farben geht. Sobald es neonbunt wird und in die Clubs wechselt, wird’s kräftiger. Die Kontrastgebung passt und lässt das Bild homogen wirken. Weder versumpft es hier im Schwarz, noch wird es blass in den dunklen Tönen. Die Schärfe könnte in Close-ups zwar noch etwas knackiger sein, aber insgesamt ist das in Ordnung. Einziges Manko ist das etwas schwächere Encoding, das nicht ganz artefaktfrei rund um Objekte arbeitet.
Beim Sound sorgen zwei DTS-HD-Masterspuren für Unterhaltung. Und das tun sie durchaus gut. Wenn es erforderlich ist, geht es auch mal zackig zur Sache. Beispielsweise bei der Explosion nach 48’32, die druckvoll zu Werke geht. Die Sprachverständlichkeit ist gut, wenngleich auch hier noch mal angemerkt sein soll, dass der O-Ton wesentlich authentischer ist und den Film einfach besser transportiert. Die Surroundaktivität könnte allerdings etwas größer sein. Viel gibt’s von hinten an atmosphärischen Geräuschen nicht zu hören.

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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Rise of the Footsoldier: Origins wartet tatsächlich nicht nur mit dem Trailer zum Film auf, sondern liefert auch noch ein untertiteltes Making-of. Hierin kommen praktisch alle Darsteller zu Wort und dürfen davon erzählen, wie gut das Klima während der Produktion war – immerhin wurde der Film zu Beginn der Corona-Pandemie unter erschwerten Bedingungen gedreht. Kleine Einblicke bekommt man auch ins Setdesign, die Kameraarbeit, das Make-up und die Arbeit des Regisseurs.

Fazit

Rise of the Footsoldier: Origins ist ein absolut gelungenes Prequel zu den bisherigen Filmen. Die Typen sind dreckig, die Atmosphäre wirkt authentisch und die Tatsachen-Grundlage tut ihr Übriges hinzu. Man sollte allerdings frontale Gewalt ab können, denn zimperlich geht es hier erneut nicht zu.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 40%
Film: 70%

Anbieter: Busch Media Group
Land/Jahr: USA 2021
Regie: Nick Nevern
Darsteller: Craig Fairbrass, Terry Stone, Billy Murray, Katie Jarvis, Vinnie Jones, Roland Manookian
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 107
Codec: AVC
FSK: 18

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Busch Media Group)
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Trailer zu Rise of the Footsoldier: Origins

RISE OF THE FOOTSOLDIER - ORIGINS - Deutscher Trailer


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David Zirwes

Hatte die Filme gar nicht auf dem Schirm. Sieht aber super-interessant aus.

Hab beim ersten Teil mal zugeschlagen. Bin gespannt.