Ronin 4K UHD [Mediabook]

Blu-ray Review

Capelight Pictures, 07.12.2023

OT: Ronin

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Paris-Nizza-Connection

Einer der letzten großen Filme von John Frankenheimer erscheint hierzulande in 4K-Auflösung. Wie gut ist die Disk?

Inhalt

Kennen sich kaum und sind dennoch ein gutes Team

Fünf Männer, die sich in einem Lagerhaus zusammenfinden, um dort Instruktionen von der IRA-Agentin Deirdre zu erhalten. Fünf Männer, die allesamt mal Agenten oder Militärangehörige waren, die nun als bezahlte Söldner ihren Lebensunterhalt verdienen. Der Auftrag lautet, einen großen Aktenkoffer zu stehlen. Dessen Inhalt: unbekannt. Dumm, dass direkt die erste Aufgabe zum Desaster gerät. Die Beschaffung der notwendigen Waffen stellt sich als Falle heraus, an deren Ende zwar die Waffen gesichert, der Engländer Spence aber als Verräter entlarvt wird. Nun auf ein Quartett reduziert machen die restlichen Jungs weiter. Doch mittlerweile zeigt sich auch die russische Mafia an dem Koffer interessiert und ist bereit, einen hohen Preis zu bezahlen …

Sam kann das Geld gut gebrauchen

John Frankenheimer gehörte in den 60ern zu den aufstrebenden Regisseuren der USA und inszenierte mit dem Gefängnisdrama Der Gefangene von Alcatraz sowie dem Thriller Der Zug zwei Klassiker des Jahrzehnts. In der Folge der Ermordung JFKs (eines guten Freundes des politisch aktiven Frankenheimers) stürzte der Regisseur in ein kreatives und persönliches Loch, aus dem er nur langsam wieder herauszukommen vermochte. Erst in den 90ern gelang ihm mit einigen Filmen wieder, das Renommee früher Zeiten herzustellen. Einer seiner letzten Kinofilme entstand 1998: Ronin. Dem in Frankreich spielenden Actionthriller war leider der ganz große Kinoerfolg trotz Starbesetzung nicht vergönnt. Bei einem Budget von rund 55 Mio. Dollar spielte er nur 70 Mio. Dollar an den Kassen wieder ein. Doch es gibt große Liebhaber des Films, was vor allem an einem Detail liegt: den realistisch inszenierten Verfolgungsjagden. Frankenheimer hatte sich durch seinen 1966er Grand Prix den Namen eines Regisseurs gemacht, der auf maximalen Realismus Wert legt. Denn entgegen zahlreicher Filme, die Zeitraffereffekte und andere Tricks nutzten, um die Fahrzeuge schneller wirken zu lassen, wollte Frankenheimer, dass niemals mehr Geschwindigkeit gezeigt werden solle, als vor Ort real gefahren. Der Lohn: Die Autoverfolgungen von Ronin, die von professionellen Rennfahrern koordiniert und umgesetzt wurden, galten unter Fachleuten und Kritikern lange als die besten, die jemals auf Film gebannt wurden (auch wenn wenige Aufnahmen hier mit 21, bzw. 22 fps gefilmt und somit doch etwas schneller gemacht worden waren).

Hemdsärmelige Auftraggeberin: Deirdre

Frankenheimer zollte mit Ronin aber nicht nur seiner Leidenschaft für schnelle Autos und Rennen Tribut, sondern gab eine Liebeserklärung an das Land ab, in dem er lange Zeit selbst lebte: Frankreich. Hauptsächlich in Paris und Nizza gedreht, sind die beiden Städte neben dem famos zusammengestellten Ensemble der zweite Hauptdarsteller. Für einen möglichst hohen Authentizitätsfaktor sorgte außerdem ein Deal mit den Behörden, die Frankenheimer das Benutzen von Schusswaffen in den Städten erlaubte, das Filmcrews vor allem in Paris aufgrund der Beschwerden von Anwohnern lange untersagt war. Außergewöhnlich im Übrigen: Normalerweise gibt es an Sets von Actionfilmen einen Second Unit Director, der sich um die Umsetzung der Actionszenen kümmert. Im Falle von Ronin wurde auch dies von Frankenheimer und seinem Kameramann Robert Fraisse übernommen. Dem Erfolg des Films stand 1998 vielleicht noch ein wenig der Schatten von Heat im Weg, der 1995 ähnlich großangelegte Actionszenen in urbanem Umfeld inszeniert hatte – hüben wie drüben mit Robert De Niro in der Hauptrolle. Dennoch hat Ronin seinen Charme – und das trotz der recht vorhersehbaren Charakterentwicklungen, bzw. dem sehr deutlichen Gut-Böse-Schema. Letzteres sorgt aber gleichzeitig für ein paar der erinnerungswürdigsten Szenen, was vor allem an der tollen Chemie zwischen De Niro und Jean Réno liegt.

Vincent schießt nur, wenn er muss

Beide saßen während der Autoverfolgungen selbst in den Fahrzeugen, die mit bis zu 160 km/h (unter anderem von Formel-1-Fahrer Jean-Pierre Jarier) unterwegs waren. In der finalen Sequenz kamen rund 300! Stuntfahrer zum Einsatz und die Aufnahmen im Peugeot 406 wurden teilweise dadurch erreicht, dass man das Fahrzeug in zwei Hälften geschnitten hatte und mit einem Mercedes-Benz E 500 zog – wohlgemerkt während die Darsteller in der offenen Karosse saßen. Das Ergebnis sind auch heute noch beeindruckende Actionszenen, die den Atem stocken lassen. Dazu kommen für damalige Verhältnisse sehr ansehnliche, realistisch inszenierte Schusswechsel, die Frankenheimer bewusst nicht durch Zeitlupeneinstellungen verfälschen wollte. Einzige das relativ klischeehafte Skript mit einer etwas behäbigen Prämisse sowie das bisweilen anstrengende Overacting von Sean Bean zerren am Unterhaltungsfaktor. Ansonsten lässt sich Ronin auch heute noch sehr gut anschauen und genießen. Im Mediabook mit neu abgetasteter Blu-ray und UHD Blu-ray umso mehr.

Bild- und Tonqualität BD

Die Luft wird mit Blei gefüllt

Die zuletzt erhältliche Blu-ray von Ronin stammte von 20th Century Fox und war aus dem Jahr 2008. Nimmt man diese Gegebenheiten (also die relativ frühe Geburt auf Full-HD) sowie den alten MPEG-2-Codec, der hier zum Einsatz kam, kann man eigentlich nicht großartig meckern. 20th Century Fox beging nicht den Fehler, das analoge Filmmaterial vom Korn zu befreien, was in einem erstaunlich organischen Look mündet, der weitgehend frei von Filterungen zu sein scheint. Was damals allerdings noch nicht wirklich auf der Höhe der Zeit war, ist das Encoding. Auf uniformen Hintergründen formt es das analoge Filmkorn oft zu Klumpen, während Nachbarbereiche völlig kornfrei und weich bleiben. Im laufenden Bild sieht man das durch eine etwas unregelmäßige Wiedergabe der Körnung, die moskitoschwarmartig herumwuselt. Was außerdem auffällt, ist der recht kontrastarme, weitgehend in Grautönen gehaltene Look, der den Film schmuddelig und wenig einladend erscheinen lässt – möglicherweise war das aber auch der intendierte Look von Regisseur und Kameramann. In Naheinstellung ist das Geschehen recht scharf und gut aufgelöst, manche Einstellungen sind allerdings katastrophal schlecht (Totale von Nizza bei 31’23).

Noch mehr Blei

Die neue Blu-ray, die dem Mediabook mit der UHD-BD beiliegt, basiert auf dem neuen 4K-Scan und dem frischen Grading, das auch von der UHD-Blu-ray genutzt wird. Und die höhere Basisauflösung sieht man einfach an jeder Stelle. Sämtliche Details in Gesichtern, auf Händen und Oberflächen sind plastischer, schärfer und detailliert. Zwar sehen die eingangs bereits mies aufgenommenen Einstellungen immer noch nicht viel besser aus, wirken durch das neue Grading allerdings dennoch frischer und durchaus auch etwas schärfer (Nizza bei 31’12). Nimmt man dann gut fokussierte Shots, wird der Unterschied gar eklatant. Die Balkongitter und Holzblenden vor dem Fenster bei 45’11 zeigen dermaßen viel besser aufgelöste Details, dass man fast denkt, die alte Blu-ray wäre eher eine DVD. Was das Grading angeht, so strahlt die neue Blu-ray viel stärker und eindrucksvoller als die dagegen alt, fad und müde wirkende 2008er-Scheibe. Da liegen Welten zwischen den beiden Disks, wenn man die Kontraste und Lebendigkeit beider Disks gegenüberstellt. Der Schwarzwert ist deutlich satter, ohne dass dunkle Bildanteile zu versumpfen drohen. Farben sind durch die Bank kräftiger, ohne aus Ronin einen super farbenfrohen Film zu machen. Subjektiv bleibt die Stimmung trotz weniger trister Bilder immer noch erhalten. Und wer sich die Totale bei 113’32 (neue Blu-ray) gegenüber der alten Disk (dort 113’46) anschaut, der wird sich verwundert die Augen reiben. Fast wirkt es, als hätte das analoge Quellmaterial, das für die alte Blu-ray genutzt wurde, jahrzehntelang in einem staubigen Keller gelegen, wäre dann irgendwann feucht geworden und man hätte das dann für die Full-HD-Fassung gescannt. Die neue Blu-ray zieht an dieser Stelle einen Schleier vom Bild, dass einem die Augen geöffnet werden – ganz zu schweigen von der Struktur auf dem Turm der Kirche, die über die alte Blu-ray lediglich aus Matsch besteht. Einzig das Encoding könnte immer noch ein wenig feiner sein. Manche Flächen sind immer noch wenig homogen (rote Fläche im TFI bei 105’21). Ansonsten ist die neue Blu-ray ein Quantensprung. Selbst dann noch, wenn man bedenkt, dass nicht alle Schmutzpartikel getilgt wurden.

Blu-ray alt (17’22): (Slider ganz nach rechts): Zunächst mal ein Bild aus der Totalen.
Blu-ray neu (17’13) (Slider ganz nach links): Man erkennt bereits gut, dass die neue BD rundherum mehr Bildinhalt hat.

Blu-ray alt (17’22): (Slider ganz nach rechts): Bei näherem Hinsehen wird der Unterschied in der Auflösung mehr als deutlich.
Blu-ray neu (17’13) (Slider ganz nach links): Man achte vor allem auf die Ziegelsteine unterhalb der Brüstung.

Blu-ray alt (31’22): (Slider ganz nach rechts): Die doch ARG farblose alte Blu-ray …
Blu-ray neu (31’12) (Slider ganz nach links): … erhält nun einen frischeren Look, ohne das Triste, das Frankenheimer bewusst wollte, zu verlieren.

Blu-ray alt (45’21): (Slider ganz nach rechts): Schon in der Übersicht deutlich:
Blu-ray neu (45’11) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray hat mehr (Farb)Kontrastumfang.

Blu-ray alt (45’21): (Slider ganz nach rechts): Erneut näher hingeschaut …
Blu-ray neu (45’11) (Slider ganz nach links): … wird der Unterschied in der Auflösung mehr als deutlich.

Blu-ray alt (46’15): (Slider ganz nach rechts): Im Explosionsfeuer hatte die alte BD einen recht deutlichen Magentaanteil.
Blu-ray neu (46’05) (Slider ganz nach links): Die neue Disk ist gelber und feuriger. Außerdem differenziert sie die Farben besser.

Blu-ray alt (58’03): (Slider ganz nach rechts): In der Eishalle war der Look erstaunlicherweise sehr warm.
Blu-ray neu (57’53) (Slider ganz nach links): Hier passt das kühlere Grading von der Stimmung her besser. Auch das Rot in Witts Pullover sieht kräftiger aus.

Blu-ray alt (58’53): (Slider ganz nach rechts): Weniger Bildinhalt, dafür ziemlich kontrastarm.
Blu-ray neu (58’42) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray kann das alles besser.

Blu-ray alt (113’46): (Slider ganz nach rechts): Wechselt man in diesem Shot von der alten Blu-ray auf die neue …
Blu-ray neu (113’32) (Slider ganz nach links): … sieht es aus, als zöge man einen Grauschleier vom Bild.

Blu-ray alt (113’46): (Slider ganz nach rechts): Und entsprechend eindrucksvoll auch hier:
Blu-ray neu (113’32) (Slider ganz nach links): Die Unterschiede in der Auflösung.

 

Was spielt der Deutsche für ein Spiel?

Die Blu-ray von 20th Century Fox bot damals eine DTS-Spur fürs Deutsche und eine verlustfrei komprimierte DTS-HD-Master-Fassung fürs Englische. Und für einen Film von 1998 ist der Ton wirklich hervorragend gelungen. Die Stimmen stehen ausgezeichnet verständlich im Zentrum und schon in der Halle zu Beginn gibt’s eine räumliche Darstellung mit authentischem Nachhall. Erstaunlich tief reicht es bisweilen hinab, wenn der Score für Ungemach sorgt (17’25) und auch während der Explosion nach etwas über 46 Minuten gibt’s reichlich Druck. Die Verfolgungsjagden per Fahrzeug werden erneut räumlich präsentiert, was auch für Szenen in der U-Bahn gilt. Manchmal klingt das zwar etwas höhenbetont und spitz, aber insgesamt kann man mit der Tonspur ganz zufrieden sein. Die neue Blu-ray (sowie auch die UHD Blu-ray) wurde von Capelight nun ebenfalls mit einem verlustfrei komprimierten DTS-HD-Master-Track versehen. Und der klingt noch einmal besser. Normalerweise macht die Veränderung des Codecs nicht zwingend einen Qualitätsunterschied, was wiederum bedeutet, dass hier noch mal jemand Hand angelegt haben könnte. Zunächst einmal ist die Tonspur rund 3 dB lauter eingepegelt, was man während der Actionszenen durchaus hört. Doch selbst nach Pegelangleichung kommt gefühlt mehr Druck aus dem Tiefbassbereich, wenn man es mit der alten DTS-Spur vergleicht. Eventuell hat man im Höhenbereich etwas reduziert, da einige der Soundeffekte nicht mehr ganz so krachig wirken. Das könnten sensible Ohren als Dynamikkomprimierung deuten, es klingt aber insgesamt etwas angenehmer. Und es gilt auch nach wie vor, dass sich das Soundgefüge für einen 26 Jahre alten Film bemerkenswert gut anhört.

Bild- und Tonqualität UHD

Undurchsichtig: Seamus

Ronin erschien erstmals als 4K UHD Blu-ray in den USA – und zwar im Juni 2023. Publisher ist dort Kino Lorber. Für diese 4K-Veröffentlichung wurde das analoge 35-mm-Filmmaterial komplett neu gescannt. Beim Dreh kamen insgesamt vier Kameras zum Einsatz. Von der Arriflex 35 III über die Arriflex 435 bis zu den beiden Panavision-Geräten „Panaflex Lightweight“ und „Panaflex Platinum“. Es ist anzunehmen, dass Capelight mit dem 4K-Master beliefert wurde und von da ausgehend ein eigenes Encoding und möglicherweise auch ein eigenes Grading erstellte. Die UHD Blu-ray kommt mit einem HDR10- und Dolby-Vision-Grading – inkl. eines im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraums. Gegenüber der bereits guten (neuen) Blu-ray kann die 4K-Disk dennoch noch einmal mehr Auflösung herausholen. Schaut man sich die Balustrade bei 17’13 an, so sind die einzelnen Elemente feiner aufgelöst und besser erkennbar. Auch die einzelnen Steine zwischen Brüstung und Torbogen sind deutlicher. Dazu erkennt man die Verstrebungen am Eiffelturm im gelben Licht besser. Lichter und Schatten sind besser ausdifferenziert, was für mehr Darstellungssouveränität sorgt und die drei roten Leuchten im oberen Bereich bleiben ebenfalls besser erkennbar. Die dezent dunklere Abstimmung lässt die HDR-Scheibe in sich stimmiger und kontrastreicher erscheinen. Helle Bereiche reißen weniger aus und Hautfarben bekommen noch etwas mehr Kraft und Leben. Der Schwarzwert wird noch einmal satter und lässt die Dunkelheit homogener und weniger anfällig für unschöne Helligkeitsverläufe erscheinen. Farblich geht’s noch mal etwas kräftiger zu. Gerade die Rottöne profitieren und sind nun weniger orangelastig, sondern kräftig Kirschrot. Gut zu erkennen am Pullover der Eiskunstläuferin in der 58. Minute. Das Encoding ist zudem nun wirklich über nahezu alle Zweifel erhaben. Egal, ob uniforme Hintergründe oder Gesichter; egal, ob farbig oder eher graubetont – die 4K-Disk lässt hier keine Probleme erkennen.

Blu-ray (17’13): (Slider ganz nach rechts): Schauen wir uns die neue Blu-ray mal gegen die UHD Blu-ray an.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier zunächst ein etwas satterer Schwarzwert.

Blu-ray (17’13): (Slider ganz nach rechts): Bei näherem Hinsehen fällt aber auch deutlich noch mal die Auflösungsdifferenz auf.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Was die 4K-Disk hier noch rausholen kann, ist sehr deutlich. Gerade in der Brüstung und den Ziegelsteinen darunter.

Blu-ray (45’11): (Slider ganz nach rechts): Im Bereich der Kontrastdynamik sind ebenfalls Unterschiede erkennbar.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe arbeitet die Hell-Dunkel-Übergänge besser und knackiger heraus.

Blu-ray (45’11): (Slider ganz nach rechts): Und bei näherem Hinsehen wird dann doch sehr deutlich, wie viel Differenz noch in der Auflösung besteht.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): So ist das Encoding in der Lage, die Körnung noch deutlich feiner zu reproduzieren. Das führt auch zu einer besseren Abbildung der Schattierungen auf der Wand. Die Details am Gitter sowie die Lamellen werden zudem sichtbar klarer dargestellt.

Blu-ray (46’05): (Slider ganz nach rechts): Beim Feuer der Explosion sind noch einmal sichtbare Unterschiede zu erkennen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray ist sichtbar dynamischer und wirkt knackiger.

Blu-ray (57’53): (Slider ganz nach rechts): War der rote Pullover von Fr. Witt auf der neuen Blu-ray bereits kräftiger …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist er über die HDR-Scheibe noch mal roter. Die Lichtdynamik auf dem Eis ist kräftiger.

Blu-ray (58’42): (Slider ganz nach rechts): Jean Reno einmal in der Übersicht.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray lässt die Haut etwas brauner wirken.

Blu-ray (58’42): (Slider ganz nach rechts): Bei näherem Hinsehen fallen die Auflösungsunterschiede auf.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Fältchen, Härchen und Poren etc. werden schärfer dargestellt.

Blu-ray (113’32): (Slider ganz nach rechts): Das Bild in der Übersicht zeigt vor allem …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … einen dynamischeren Kontrast im Himmel und auf den Gebäuden.

Blu-ray (113’32): (Slider ganz nach rechts): Wer sich hier mal beide Bilder in einem neuen Tab öffnet …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … erkennt noch einmal sehr deutlich den Vorteil der 4K-Disk im Encoding und in der Feinauflösung. Sämtliche Details werden noch einmal klarer und besser erkennbar. Klasse, was die 4K-Disk hier noch rauszuholen vermag.

Keine Änderung beim Ton. Auch die UHD Blu-ray kommt mit den beiden DTS-HD-Masterspuren.

Bonusmaterial

Außer dem Audiokommentar wurde das Bonusmaterial komplett auf die zusätzliche Blu-ray ausgelagert. Dort finden sich insgesamt sieben Featurettes und ein alternatives Ende. „Im Schneideraum“ lässt Cutter Tony Gibbs ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, wie er an die Gestaltung seiner Filme herangeht. Rund 15 Minuten gehören im Anschluss einer Doku über die Autoverfolgungen und Stunts. Ein weiteres Featurette kümmert sich um die Filmmusik, eins um die Arbeit von Natascha McElhone und ein weiteres um die Arbeit von Kameramann Robert Fraisse. Interviews in Venedig laufen rund 20 Minuten und halten kurze Auskünfte von De Niro, Reno und McElhone parat. „Filmen auf der Überholspur“ ist dann noch mal ein weiteres Making-of mit Stimmen zum Dreh – vor allem geht’s hier noch mal um die Autoverfolgungen. Alle Extras sind untertitelt.

Fazit

Ronin mag nicht der riesengroße Wurf sein, überzeugt aber in seinen handgemachten Actionszenen ebenso wie beim vorzüglich ausgewählten Cast. Und das gilt auch noch 25 Jahre später. Die neue Blu-ray und UHD Blu-ray lassen den Film jetzt zudem in bisher nicht gesehener Qualität erscheinen. Und auch beim Ton hat man gefühlt noch etwas Verbesserung möglich gemacht.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2008): 55%
Bildqualität BD (2023): 85%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD (2008): 75%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 70%
Film: 70%

Anbieter: Capelight Pictures
Land/Jahr: USA/F 1998
Regie: John Frankenheimer
Darsteller: Robert De Niro, Jean Reno, Natascha McElhone, Sean Bean, Stellan Skarsgård, Jonathan Pryce
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 5.1: de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 121
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke:
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Capelight Pictures)
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Trailer zu Ronin

RONIN | 4K-Trailer (deutsch)


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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14 Kommentare
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Bernd

Kleine Spitzfindigkeit am Rande: Sean Beans Charakter Spence war doch eher ein Hochstapler, als ein Verräter. Oder nicht?

Oliver

Richtig.

Oliver

Ich finde den Film klasse. Der hat drei tolle Verfolgungsjagden, zwei davon gehören zu den allerbesten, die je auf Zelluloid gebannt wurden.
8 oder 9/10.
Frankenheimer war auch ein fantastischer Regisseur, gerade in Zusammenarbeit mit Burt Lancaster oder auch „Botschafter der Angst“ mit Frank Sinatra.

Mal eine Frage, ist das Mediabook in den Maßen wieder deutlich größer, besonders höher als übliche BDs und UHDs?
Das hat mich bei „Das Appartment“ geärgert. Ebenfalls von Capelight. Das passt optisch überhaupt nicht in meine Sammlung. Filmboxen habe ich anders aufgestellt, aber das hier ist lediglich ein schmales, hohes Ding.
LEIDER hat Capelight auch „Gesprengte Ketten“ rausgebracht, den ich mir auch neu holen würde, wenn….

DC_Cinema

Ja, das Mediabook hat eine höhe ähnlich einer DVD Hülle.

Jens

Moin Timo,

Danke für das Review. Der wäre mir sonst durch die Lappen gegangen.
Gleich über deinen Link das 4K Mediabook bestellt.

Einer meiner Lieblingsfilme – wegen der handgemachten Action.
Regie ist auch sehr gut. Story ist okay – verglichen mit vielen aktuellen Filmen geradezu herausragend. Besonders, wenn ich mir viele Streaming-Originals heranziehe.

Last edited 2 Monate zuvor by Jens
Midnightrunner

Hallo Timo, vielen Dank für diese wie gewohnt tolle Review! Ich habe zwei Fragen.
1. Woher kommt der Zeitversatz den Du beim Vergleich BD alt/neu erwähnst? Klingt ja fast so als wäre die neue BD geschnitten?…
2. Mich würde es sehr interessieren mal einen Vergleich zu sehen zwischen Kino und Capelight. Ich hatte mir die Kino-UHD zugelegt und bin jetzt überrascht, dass DE ein Mediabook erhält. Würd mich schon reizen ehrlich gesagt..☺️.. Aber ob es sich bildmässig auch lohnen würde, das ist fraglich… Machst Du solche Vergleiche?

Filmfan_93

Deine Review erscheint nicht in der Chronik auf der Hauptseite.

Dennis

Warum ist das eigentlich so gewollt? Was steckt dahinter wenn man fragen darf?

Ingo

Moin Timo!

Vielen Dank für das Review, wußte doch ich kann mich auf Dich verlassen! Mein Mediabook kam heute von Capelight und die UHD ist gleich im Player gelandet.

Ich war sehr vom 4K Bild angetan, auch wenn man selten mal Schmutzpartikel / Blitzer im Bild hatte. Aber das ist halt das gute alte analoge Material.
Nicht ganz so begeistert war ich vom Originalton. Mir war es zu frontlastig und trotz der 3dB Pegelanhebung zu leise. Das können andere Filme aus der Ära besser (z.B. der noch ältere Heat). Trotzdem eine sehr gelungene VÖ die alles bisherige in den Schatten stellt.

Zum Film muß man nix mehr sagen, ein Thriller Klassiker für mich. Vor allem die Verfolgungsjagden sind klasse, da wurde noch ordentlich Material kaputt gemacht, nix mit CGI.

Markus_K

Danke für dein schönes Review, Timo 🙂 Den Film hab ich nur noch schemenhaft in Erinnerung, damals musste noch eine DVD herhalten, die man dann auf dem Röhren TV angesehen hat. Mal schauen, vielleicht kommt der Film mal noch in einer Standardverpackung raus. Aber schön, dass Capelight den Qualitätsstandard hoch hält, und das bei
Bild und Ton!

Nächsten Freitag ist es soweit, dann kommt der Film raus, auf den bestimmt schon viele warten 😉

Hans-Ingo Trompeter

Dies ist eine ebenso überraschende wie hochwillkommene VÖ. Danke für Dein Review. Es freut mich, dass die UHD gut geworden ist, denn sie ist bereits auf dem Weg zu mir. Capelight hat übrigens noch mehr in petto demnächst: 1984, Dressed to Kill und weiteres.