Serenity – Flucht in neue Welten 4K UHD

Blu-ray Review

Universal Pictures, 05.10.2017

OT: Serenity

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Big Damn Movie

Joss Whedons grenzgeniale Filmfortführung der Serie Firefly auf UHD im Test.

Inhalt

Die Crew der Serenity -- naja, fast. Kaylee fehlt

Malcolm Reynolds hat im 26. Jahrhundert für die „Browncoats“ im Unabhängigkeitskrieg gegen die Allianz gekämpft. Nun, da der Krieg verloren ist, heißt es nur noch, von der Hand in den Mund zu leben. Gemeinsam mit seiner fünfköpfigen Crew und den beiden Bordgästen River und Simon fliegt er mit dem etwas heruntergekommenen Raumfrachter „Serenity“ durch das Sonnensystem. Mal raubt man eine Bank aus, mal nutzt man Schmuggelaufträge, um sich über Wasser zu halten. Immer in Acht nehmend vor den Reavern, denen nichts besser schmeckt als lebendiges Menschenfleisch. Dann jedoch gesellt sich ein weiterer Gegner hinzu: The Operative. Der Agent der Allianz scheint ein besonderes Interesse an River zu haben und macht bei seiner Suche nach ihr keine Gefangenen. Warum River so wichtig zu scheint, offenbart sich Malcolm und seinem Team bald. Denn in einer Spelunke auf irgendeinem Planeten wird aus der introvertierten Dame plötzlich eine Kampfmaschine. Und so wird sie auch zur Gefahr für die Crew der Serenity. Nun heißt es für Mal abzuwägen: River und Simon helfen oder sie des Schiffes verweisen …?

The Operative will unbedingt River habhaft werden

Ja, es gab ein Leben vor den Avengers. Joss Whedon, das Mastermind hinter der ersten (und zweiten) Zusammenkunft der Superheldentruppe, war vor seinem Engagement für das Marvel-Universum ein gefeierter Serienschöpfer und -Regisseur. Auf sein Konto gehen neben Buffy -im Bann der Dämonen und dem dazugehörigen Spin-off Angel -- Jäger der Finsternis vor allem auch die SciFi-Show Firefly -- Der Aufbruch der Serenity. Der war zwar nur eine Season vergönnt, welche jedoch von den Fans frenetisch gefeiert wurde. In den 14 Episoden, deren imdb-Wertung immer noch zwischen 8.3 und 9.4 liegt, folgte man der fünfköpfigen Crew der Serenity (sowie ihrer vier Bordgäste), die im 26. Jahrhundert im All unterwegs ist. Nachdem die Ressourcen der Erde aufgebraucht waren und man neue Planeten in einem anderen Sonnensystem bevölkert hatte, kristallisierte sich eine Allianz heraus, die teils zwangsgesteuert wurde. Und wo es Zwang gibt, gibt es Widerstand. Die Crew der Serenity unter ihrem Captain Malcolm Reynolds gehörte den „Browncoats“ an, die sich an den Außenrändern der neuen Planeten gegen die Regierung der Allianz wendeten, final aber unterlagen.
Whedon hatte das Go zu der Serie von Fox bekommen, nachdem diese (motiviert durch den Erfolg von Buffy und Angel) an ihn herangetreten waren. Während der Produktion der Serie kam es allerdings immer wieder zu kreativen Differenzen und die Einschaltquoten blieben eher mau, sodass man zwar 14 Folgen produzierte, aber nur elf ausstrahlte.

River indes wurde lange Zeit für wissenschaftliche Tests missbraucht

Was dann allerdings passierte, ist praktisch einmalig. Da Fans bereits fürchteten, dass die Show abgesetzt würde, formten sie die Firefly Immediate Assistance campaign und versuchten, andere Sender dazu zu bewegen, die Serie zu übernehmen -- erfolglos am Ende.
Nachdem aber die 14 Episoden auf DVD verkauft wurden und dort extrem erfolgreich waren (200.000 Einheiten innerhalb von 24 Stunden), nahm Whedon einen erneuten Anlauf und versuchte, seine Ideen zur Serie als Film zu verkaufen. Bei Universal rannte er letztlich offene Türen ein und konnte das Drehbuch entwickeln.
Die Story von Serenity -- Aufbruch in neue Welten lässt sich ein paar Monate nach der finalen Episode der Serie Zeit und zeigt zunächst in Rückblicken, wie River von den Wissenschaftlern der Allianz für ihre Experimente missbraucht wurde, bevor ihr Bruder Simon sie aus diesen Qualen befreit. Geschickt erklärt Whedon seinen Zuschauern die Figuren und grundlegend nötigen Inhalte, sodass auch der Nicht-Serien-Schauer keine Probleme mit dem Verständnis des Films hat.
Nach wie vor lebt das Ganze von seiner Grundidee, dass jeder das Recht auf seinen eigenen Willen und seine eigenen Entscheidungen habe. Dass keiner von einer wie auch immer gearteten Allianz zu einem bestimmten und angepassten Verhalten gezwungen werden sollte.
Malcolm und seine Crew sind Outlaws in bester Western-Manier. Und so ist (wie die Serie auch) Serenity eine Mischung aus Space-SciFi, Western und ein bisschen Mad Max. Das wird noch deutlicher, wenn man die countrylastige Filmmusik mit in Betracht zieht, die ebenso zu einem staubigen Wüstenszenario bei Colt und Whiskey am Tresen einer Spelunken-Bar passen würde.

Verfolgungsjagd mit den Reavers

Auch die Ausstattung unterstreicht das. Denn Mal und Jayne scheinen mit ihren Klamotten direkt aus einem Western entsprungen zu sein. Fehlen nur die Cowboystiefel mit Sporen und der entsprechende Hut.
Den Unterhaltungswert bezieht Serenity -- Aufbruch in neue Welten aber nicht zwingend nur aus der Auseinandersetzung zwischen den Gesetzlosen rund um Malcolm und dem sie verfolgenden Mann der Allianz (von allen nur „The Operative“ genannt). Vielmehr geht nach wie vor der größte Reiz von den Figuren selbst aus. Mit einer ungewöhnlichen Charaktertiefe werden die neun Frauen und Männer auf der Serenity beschrieben -- und das nicht nur dramatisch, sondern vor allem mit viel augenzwinkerndem bis bösem und politisch inkorrektem Humor. Schon die ständigen Nörgeleien von Jayne liefern zahllose Brüller.
Sensationell auch der großartige Alan Tudyk in der Rolle von Hoban Washburne -- ein furchtloser Pilot, der aber jeden Kampf mit seiner eigenen Frau verliert (stark als Zoe Washburne: Gina Torres). Wenn Tudyk wild entschlossen mit den Worten „Ich bin ein Blatt im Wind“ durch die Vielzahl an Flugobjekten und Shuttles navigiert, könnte das keiner so nuanciert witzig spielen wie der texanische Darsteller mit dem verschmitzten Lächeln und den nervös zwinkernden Augen -- man denke nur an seine göttliche Performance aus Sterben für Anfänger.

Captain Malcolm mag ein Witzbold sein, aber an Bord der Serenity wird nach seiner Pfeife getanzt

Als Captain an Bord erweist sich Nathan Fillion nach wie vor als Idealbesetzung. Sein Malcolm ist eine Mischung aus Han Solo und Star-Lord -- was an sich schon witzig genug wäre. Wie er es aber hinbekommt, diesen Outlaw gleichzeitig mit Arroganz, Charme und Humor zu paaren, ist unwiderstehlich.
Kein Wunder, dass Fillion im Anschluss eine große TV-Karriere startete, die in der Hauptrolle von 173 Episoden Castle gipfelte.
Abgesehen von den genannten vier Darstellern überzeugte aber auch Jewel Staite als nach unbedingter Harmonie strebende Schiffsmechanikerin Kaylee, die eine ganz besonders innige Beziehung zur Serenity pflegt. Und natürlich auch Summer Glau in der Rolle der River. Die zierliche Glau, die später noch in anderen Serien-Highlights auffiel (The 4400 oder Terminator: S.C.C.), trifft den Ton der introvertierten und in sich gekehrten jungen Frau, die bei Bedarf zur Kampfmaschine mutiert, perfekt. Mit einer balletthaften Bewegungsgabe schaltet sie reihenweise Gegner aus, nur um im nächsten Moment wieder ganz bei sich zu sein und sich auf ihre einzigartigen Fähigkeiten zu fokussieren.
Allen Figuren gleich ist eine Tiefe, die über das hinausgeht, was in den allermeisten Genrefilmen zu sehen ist. Wir erfahren viel über die Gefühlswelt der Protagonisten, ohne dass ich rührselig oder betont dramatisch wird. Die Waage zwischen Humor und Ernsthaftigkeit funktioniert hervorragend und nach den anfänglichen Witzeleien zwischen den einzelnen Crewmitgliedern kann Serenity zum Finale hin durchaus ernst.
Apropos ernst: Wirklich erst nehmen kann man indes nicht das Design des titelgebenden Schiffs. Die Serenity, die als Schiff der Firefly-Klasse sieht weniger aus wie das aus dem englischen übersetzte Glühwürmchen, sondern wie eine Weltall-Gans mit brennendem Hintern. Aber auch das wird Whedon bewusst so gewählt haben -- und witzig ist es ja schon.

Die Serenity -- möglicherweise das plumpste Raumschiff, das die Filmgeschichte je erfunden hat (abgesehen vom Borg-Würfel). Es soll aber Fans dieser Weltraumgans geben.

Bild- und Tonqualität BD

„Wie ein Blatt im Wind“

Serenity datiert als Blu-ray vom Dezember 2008 und gehörte zur ersten „Welle“ an Blu-ray-Veröffentlichungen, nachdem der Anbieter zunächst auf der HD-DVD-Seite stand und den Film auf diesem Medium bereits im November 2006 veröffentlicht hatte. Seinerzeit war es der erste Titel des Studios, der auf dem neuen Medium HD DVD veröffentlicht wurde. Und es wurde der erste HD-DVD-Titel, dessen illegal gerippte Fassung auf dem BitTorrent-Netzwerk hochgeladen wurde -- also quasi eine Legende in jeder Form.
Allerdings bedeutet das nicht, dass das Bild gut war. Eher im Gegenteil: Die Kontraste sind nicht nur manchmal, sondern meistens überbetont. Das führt im Inneren der Serenity fast durchweg zu Detailverlust im Schwarz. Die Unterredung zwischen Malcolm und Zoe nach 26 zeigt mitunter nur noch einen Bruchteil der Gesichter. Der Rest versinkt rettungslos im Dunkeln. Gleichermaßen überstrahlen helle Oberflächen in den sonnigen Außenszenen. Triebwerke der Serenity sind vor dem Himmelshintergrund kaum auszumachen. Dazu kommt eine sehr deutliche Körnung, die natürlich aufs analoge Ausgangsmaterial zurück zu führen ist, aber hier wirklich sehr stark zum Tragen kommt. Die teils neonbunten Farben sind ebenso Stilelement, werden von der Blu-ray aber übertrieben dargestellt. So richtig viel Positives kann man über die Blu-ray leider wirklich nicht sagen -- vor allem aus heutiger Sicht.

Die Planeten der Allianz florieren

Ganz anders der Ton:
Die alte Blu-ray kam mit einer damals für Universal üblichen dts-only-Tonspur fürs Deutsche. Und sieht man von den teils etwas dünnen und im Verhältnis leider zu leisen Stimmen ab, leistet sie Hervorragendes. Das mit den Stimmen gilt indes genauso für die englische Fassung, wo sie gerade während der lauten Actionszenen auch nicht viel voluminöser wirken. Es empfiehlt sich also, den Centerkanal etwas anzuheben.
Der Rest ist allerdings bisweilen erstaunlich aggressiv und wird erstmalig aktiv, wenn Simon nach 3’37 seinen Energiestoß einsetzt. Der Subwoofer hat hier wirklich ordentlich Kraft und sorgt in Zusammenarbeit mit den Main-Speakern für eine tolle Dynamik. Ebenso rund geht’s, wenn die Serenity nach etwas über zehn Minuten in die Atmosphäre eintritt und dabei fast bruchlandet. Für eine mittlerweile gut elf Jahre alte Disk ist das immer noch ein vorzüglich räumlicher und gelungener Sound. Die unterschiedlichen Akustik-Atmosphären während der anfänglichen Szenen in der Serenity (zwischen 10’30 und 14’50) sind so variabel und innovativ, dass sich sogar heute noch Genrefilme eine dicke Scheibe davon abschneiden können. Das Gute an der deutschen dts-Spur: Sie ist der dts-HD-Master-Fassung nur in Nuancen unterlegen. Der O-Ton kann sich in Sachen Dynamik nur bedingt von der dts-only-Fassung der Synchro absetzen, was für die Qualität der deutschen Version spricht. Und so hat Serenity von den ersten Szenen im Raumschiff bis zur späteren Raumschlacht einen rundum gelungenen Sound.

Bild- und Tonqualität UHD

River leidet unter Visionen

Serenity wurde 2005 mit Kameras vom Typ Panavision Panaflex Millennium XL und Panavision Panaflex Platinum analog aufgezeichnet. Die 35mm-Aufnahmen wurden dann um die CGIs ergänzt. Seinerzeit war er der erste Film von Universal, der mit einem 2K-Digital-Intermediate zu Testzwecken nach den DCI-Spezifikationen als DCP angefertigt und auch in Test-Kinos vorgeführt wurde. Der erste auch kommerziell per DCP genutzte/versandte Film war dann jedoch Inside Mander ein paar Monate später startete.
Leider scheint die UHD nach wie vor auf diesem 2K-DI zu basieren. Ein neuerlicher Scan in 4K wurde nicht vorgenommen. Dafür gibt’s einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum, sowie HDR nach dem statischen HDR10-Format.
Die gute Nachricht zuerst: Die UHD ist besser als die Blu-ray.
Die schlechte Nachricht: Das macht sie leider noch zu keiner guten UHD.
Zunächst fällt deutlich auf, dass hier ein Rauschfilter zum Einsatz kam. Die UHD ist weit weniger körnig als die Blu-ray. Das ist für die einen ein Graus, für die anderen ein Gewinn -- objektiv gesehen ist es ein krasser Eingriff ins Originalmaterial.
Zwar fällt das hier nicht so krass aus wie bei einigen anderen Filmen der jüngeren Vergangenheit (oder bei vielen frühen Blu-rays), doch sichtbar ist es durch die wesentlich ruhigeren Gesichter und bisweilen etwas softe Texturen. Auch stehende Rauschmuster gibt es schon mal (Lampen bei 15’38).
Während man sich hier noch streiten kann, ob das ein Vorteil oder Nachteil der UHD ist, ist ein anderer Faktor sicher von keinem zu begrüßen: Die UHD säuft im Dunklen genauso ab wie die Blu-ray -- bisweilen durch die dunklere Abstimmung sogar noch mehr. In den zahlreichen Szenen im Innenraum der Serenity sind Details in den Schattenbereichen komplett verborgen. Selbst wenn man den Film bei dunkler Umgebung anschaut, wird das nicht besser. Erstaunlicherweise wirken Sternenhimmel auf schwarzem All über die UHD kaum prägnanter. Spitzlichter sind also auch kein echtes Argument für diese Disk.
Was auch objektiv gesehen für die UHD spricht, ist die wesentlich bessere Durchzeichnung auf den hellen Flächen: Triebwerke der Raumgleiter/Shuttles, sandige Böden bei Tageslicht, helle Bereiche von Gesichtern -- all jene Szenen, Sequenzen und Details sind nun sichtbar besser durchzeichnet als über die BD.
Aber apropos Details: Wer auf ein intelligentes Upscale gehofft hatte, wird aufgrund des Rauschfilters enttäuscht. Während fokussierte Gesichter über die Blu-ray nicht allzu scharf geraten, weil sie so körnig sind (und das Ausgangsmaterial offenbar auch nicht sonderlich gut war), kommen sie über die UHD aufgrund ihrer Weichheit nicht sehr detailliert rüber. Schlimmer wird’s noch auf Hintergründen, in denen Details verwaschen erscheinen.
Auch wenn die UHD tatsächlich die bessere Wahl gegenüber der BD ist, ist sie für sich genommen wirklich durchschnittlich geraten und eine der schlechteren Disks auf dem Markt.
Durch die kontrastreichere Abstimmung sieht man nun übrigens auch die damals etwas günstig produzierten CGIs noch besser, bzw. fallen sie deutlicher auf. Gerade die „Schatten“ der Serenity sind dann schon fast charmant oldschool (15’15)

Blu-ray (14’49): (Slider ganz nach rechts): Die BD ist in den hellen Szenen nicht sonderlich gut durchzeichnet.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bringt etwas mehr Zeichnung in die Wolken und wirkt insgesamt kontrastreicher.

Blu-ray (64’45): (Slider ganz nach rechts): Der Vorteil der UHD wird noch deutlicher bei den ganz hellen Bereichen. Hier krankt die BD an überhellen und teils überstrahlenden Flächen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bringt etwas mehr Zeichnung in die Wolken und wirkt insgesamt kontrastreicher.

Blu-ray (82’38): (Slider ganz nach rechts): Das Problem mit der schwachen Leistung der Blu-ray wird auch bei den Funken deutlich, die nicht klar voneinander abgegrenzt sind.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier ist die UHD doch deutlich definierter.

Blu-ray (82’45): (Slider ganz nach rechts): Ähnlich schwach ist die Darstellung von Antriebsfeuer, das bei der BD oft (wie hier) vor dem Himmel kaum erkennbar ist.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch hier kann die UHD sich sichtbar von der BD absetzen.

Blu-ray (106’46): (Slider ganz nach rechts): Bei den Gesichtern stolpert die BD über die etwas gelbliche Farbgebung.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Allerdings fällt das auch nur im direkten Vergleich mit der wärmeren/brauner kolorierten UHD auf.

Blu-ray (44’05): (Slider ganz nach rechts): Auf diesem Bild gut zu sehen: Die stärkere Körnung der Blu-ray auf dem Gesicht.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bügelt die Körnung sichtbar aus und ist doch deutlich dunkler abgestimmt.

Blu-ray (44’05): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, wird der Unterschied noch deutlicher. Die BD mit der Körnung ist schon nicht sonderlich gut aufgelöst und leidet unter den deutlichen Unruhen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD macht’s nicht besser und ist in der Tiefe dann doch deutlich softer. Was auf Gesichtern im Fokus noch nicht so drastisch auffällt, wird im Hintergrund erkennbar: Hier wurde durchaus Bildinhalt weggefiltert.

Am Ende wird bis aufs Blut gekämpft

Beim Ton der UHD gibt’s für beide Sprachfassungen ein Update: Sowohl Deutsch als auch Englisch kommen nun mit dts:X-Spuren und entsprechender Kodierung für die Höhen-Ebene.
Auf dem regulären 5.1-Bereich bleibt alles (fast) beim Alten. „Fast“ deshalb, weil die absolute Bass-Gewalt und Aggressivität gegenüber der Blu-ray etwas vermindert wurde -- nicht viel, aber etwas. Das mag der eine als Rückschritt bezeichnen, objektiv gesehen sorgt es allerdings für einen definierteren Bass, der feiner arbeitet und das Brummeln etwas reduziert. Räumlichkeit und Sprachdarstellung sind hingegen absolut vergleichbar mit den beiden Spuren der Blu-ray.
In Sachen 3D-Sound gibt’s reichhaltig Positives zu vermelden. Obwohl natürlich ein SciFi-Film mit viel Raumschiff-Spektakel und Shuttle-Umhergefliege durchaus zahlreiche Anlässe bieten würde, muss das nicht zwingend heißen, dass man das auch in puncto 3D-Sound umgesetzt hat. Zumal es sich bei Serenity nicht um einen Titel handelte, der bereits im Kino mit einem 3D-Sound abgemischt wurde. Ohne allerdings den einfachen Weg zu gehen (vgl. dazu Men in Black) und einfach sämtliche Signale dezent mit nach oben zu mischen, hat man sich hier wirklich Mühe gegeben, einzelne Sounds heraus zu picken und sie auf die Heights zu legen. Erstmalig wird das optisch korrekt verortet mit Simons Energiefeld gemacht (3’38). Genau im richtigen Moment hört man dieses auch von oben -- perfekt angebunden an die reguläre Ebene.
Ab 10’05 geht es dann mit teils vehementer Unterstützung von oben weiter, wenn das spratzelnde Feuer die Serenity umgibt. Auch während der Szenen im Inneren rumpelt es dann immer wieder gehörig und verdeutlicht die Kräfte, die auf die Serenity einwirken. In der Folge gibt es dann immer wieder Momente, in denen Gleiter über die Kamera hinweg fliegen oder Triebwerke beim Landen/Starten über den Köpfen zu hören sind -- allesamt dedizierte 3D-Sounds, die mit Sinn und Verstand umgesetzt wurden. Schon die Verfolgung mit den Reavern liefert dafür entsprechendes Zeugnis ab. Manchmal sind die Geräuscheffekte vielleicht etwas schroff abgehackt, aber das wäre meckern auf hohem Niveau einer dts:X-Fassung, die für das Alter des Films wirklich hervorragend umgesetzt wurde. Beispielsweise auch bei den hydraulischen Hebegeräuschen nach 29’20 und weiteren Über-die-Kamera-Flügen in den nächsten 60 Minuten. Beim Weltall-Fight gibt’s dann wieder einige Signale aus allen Speakern (ab 85’40) und auch der Crash der Firefly erzeugt einiges an 3D-Sounds.

Bonusmaterial

Einer der neuen bewohnten Planeten

Das Bonusmaterial wurde für die UHD nicht ergänzt. Die Extras sind jene, die auch schon über die bekannte Blu-ray (die ja beiliegt) zu begutachten waren. Auf der UHD-Disk selbst liegen nur die beiden Audiokommentare von Whedon sowie von ihm und den Darstellern Nathan Fillion, Adam Baldwin, Summer Glau und Ron Glass.
Zudem haben es noch zwei herkömmliche Audiokommentare auf die Disc geschafft. Beim ersten erzählt Regisseur Joss Whedon im Alleingang über seine Erfahrungen während den Dreharbeiten. Der zweite Kommentar besteht aus den gleichen Sprechern des visuellen Kommentars -- hier einfach ohne die Videoeinblendungen.
Die BD hält dann noch eine Einführung des Regisseurs sowie knapp eine Viertelstunde an unveröffentlichten Szenen bereit. Patzer sowie das „Session 416“-Kurzfilmchen schließen sich an. Sechs Featurettes, bilden den Kern und befassen sich mit der Entstehung des Films, den Charakteren sowie den Spezialeffekten. Außerdem wird noch etwas näher eingegangen auf den Wechsel von der Serie zum Film.

Fazit

Serenity -- Flucht in neue Welten macht auch heute, fast 15 Jahre später, noch richtig Spaß. Joss Whedon zeigte damals noch, dass er ein kreativer Kopf ist, der auch aus einem geringen Budget eine tolle Welt zaubern kann. Außerdem ist er ein guter Drehbuchschreiber und hat Talent für das Timing von Humor und Action. Kein Wunder, dass man in ein paar Jahre später für Avengers und Avengers: Age of Ultron engagierte.
So gut wie der Film selbst immer noch ist, so schade ist es, dass man ihn immer noch nicht auf einer wirklich guten Disk genießen kann. Die BD soff im Schwarz ab und überstrahle im Hellen, die UHD säuft immer noch im Schwarz ab, kann aber immerhin helle Bereiche gut darstellen.
Wirklich gut ist allerdings der neue dts:X-Sound geworden, der eine intelligente Abmischung bekommen hat.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 60%
Bildqualität UHD: 60%

Tonqualität BD (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD (Originalversion): 90%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 85%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 85%

Bonusmaterial: 80%
Film: 85%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2005
Regie: Joss Whedon
Darsteller: Nathan Fillion, Gina Torres, Alan Tudyk, Morena Baccarin, Adam Baldwin, Jewel Staite, Sean Maher, Summer Glau, Ron Glass, Chiwetel Ejiofor, David Krumholtz
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: dts:X (dts-HD-Master-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 119
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 996
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures)

Trailer zu Serenity

Serenity - Flucht in neue Welten - Trailer
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One thought on “Serenity – Flucht in neue Welten 4K UHD

  1. Avatar Kisi

    Danke für die Review ich liebe die Serie und Film. Eine Art fortsetzung für mich ist die “ Expanse “ Serie. Diese finde ich im Sci-fi auch sehr gut umgesetzt.

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