Gast-Review: Sharknado – More Sharks, More `Nado

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Beitragsbewertung

Blu-ray Review

Soulfood, 08.12.2023

OT: Sharknado IMDb 3.3

Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft. *

Überschrift

“Die Logik endet schon weit vor den Tornados! Sie wird bereits in den ersten Sekunden weggeblasen. Aber auch danach tut es noch echt weh”.

Inhalt

Dieses Mal keine Kühe im Tornado …

Fin Shepard (Ian Ziering, Beverly Hills 90210) besitzt ein Bar in Strandnähe. Sein bester Kumpel Baz Hogan (Jaason Simmons, Baywatch) und er sind nahezu “unzertrennlich” (wartet’s ab) und beide teilen dazu noch die uneingeschränkte Freude an Wassersport. Dann kommen aber auch schon die blutrünstigen Haie ins Spiel. Erstmalig tauchen sie in ihrer gewohnten Umgebung auf. Dann, einen kurzen Hauch und ein paar Opfer später, gibt es auch schon das zweite Titelthema zu bewundern, den Tornado. Das küstennahe Land ist dann auch recht fix überflutet und die Haie machen es sich, durchgehend begleitet von ihrer Gefräßigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes überall gemütlich. Und das in einer schier unfassbaren Anzahl. Durch den Tornado eingesogen, regnet es Haie noch und nöcher und da hilft dann auch kein Regenschirm mehr. Unser Held Fin bemerkt dann, wie aus dem Nichts, dass seine Ex-Frau und seine Kinder durch diese recht ungewöhnliche Situation in Gefahr sein könnten. Also beschließen er und seine tapferen Mitstreiter, ganz spontan zu ihrer Rettung zu eilen. Es sollen aber nicht alle den beschwerlichen Weg (Sharknado strahlt echtes Roadmovie-Feeling aus) bis zum Ende mitgehen können … denn Gefahren lauern überall. Es sind abstruse Situationen, gepaart mit Dialogen die es in sich haben und recht spontanes und zum Teil erwartetes und unerwartetes Ableben. Vorzugsweise von unbeteiligten Passanten. Und derer gibt es in diesem Film viele …

… sondern Knorpelfische

Eigentlich sollte ich mich an dieser Stelle bei Timo bedanken. Bedanken für seine außergewöhnliche Freundlichkeit, dass ich eine Gast-Rezension für seinen tollen und sehr geschätzten Blog schreiben darf. Das ist natürlich eine große Ehre und erfüllt mich mit .. aber der Reihe nach. Die Grundlage war eine Wette zwischen Timo und mir, geboren in den Untiefen der Kommentarspalte zu Gladiator 2: Wer von uns die prozentual schlechteren Filmbewertungen in 2025 abgibt, der verliert. Timo hätte in diesem Fall meine Wunsch-Rezi schreiben müssen und ich eine über den schlechtesten Film des Jahres. Nun, es kam anders. Am Ende gab es einen nicht für möglich gehaltenen Gleichstand. Also schreiben wir jetzt einfach beide eine Rezension, jeweils auf Wunsch des anderen. Das Medium durfte auch eine Blu-ray sein oder im Stream laufen, denn es soll primär um den Film und weniger um die Technik gehen. Und alle unsere Lieblinge gibt es ja noch nicht auf UHD. Welche Rezension wünscht man sich jetzt? Was folgte, war ein kurzfristiges und gegenseitiges Belauern, ähnlich dem letzten Akt in The good, the bad and the ugly. Nun, Timo hat zuerst gezuckt und mir den “Godfather des schlechten Geschmacks mit Haien zugelost” – Sharknado (2013). Aber, wie heißt es so schön im hohen Norden: “Wer mit dem Beelzebub wettet, hat am Ende Hörner.” Und daher, im Angesicht meiner Replik und meiner Wunsch-Rezi von Timo, möchte ich dann sagen: Danke Timo! Es ist mir eine Ehre und Freude zugleich.

Gefräßige Vertreter ihrer Art

Zunächst aber vielleicht ein paar Fakten zu Sharknado:
– Es gibt ihn mit 86 Minuten und mit 90 Minuten. Beide Versionen sind aber gleich stark bissig, es wurde wohl nur etwas mehr Handlung in die Jubiläumsversion gesteckt.
– Das Budget des Streifen lag bei 1 Mio. US $ (lt. Imdb).
Sharknado wurde fürs Fernsehen gedreht, dennoch fand der Film dann doch noch den Weg in einige Kinos, ob des großen Erfolges auf dem Sender SyFy. Zum 10 jährigen Jubiläum, 2023, wurde er sogar in ausgewählten Kinos in Deutschland gezeigt, die nicht nur in Bahnhofsnähe zu finden sind.
– Es gibt mittlerweile 6 Sharknado-Filme. Alle wurden von Anthony C. Ferrati inszeniert, der noch viele weitere Filme mit Haien realisiert hat und wohl nicht damit aufhören wird.
– Der 7. Teil der Reihe – Sharknado Origins – ist übrigens in Vorbereitung.
– “Die Zeit” hat für sich damals festgestellt, und so sagen es auch andere Quellen, dass Sharknado bei seiner Entstehung durchaus ernst gemeint war.
– Die in Formation schwimmenden Haie gibt es nicht in echt! (Anm. des Autors).
– Die computergenerierten Effekte der Haie sind – ich suche noch das passende Wort – unfassbar gruselig. So wie auch die der Tornados und hier und da die eines Autos. Mein Kumpel Andreas (das ist jetzt über 40 Jahre her) hat damals auf seinem brandneuen C64 deutlich bessere Animationen hinbekommen. Zu vermuten ist, dass es vom CGI-Dienstleister eine Hai & Tornado Flatrate “All you can eat” gab. Das würde die häufige Nutzung erklären. Aber, wer weiter unten stehendes Trinkspiel mag, wird diese grauenhafte Umsetzung sicher zu würdigen wissen.

Finns Wetterapp vermeldet starke Hai-Schauer

Wie kann man über einen Film schreiben, den man nie sehen wollte? Was kann man über einen Film sagen, den kaum einer gesehen hat (so sagen es die meisten) und trotzdem jeder weiß, was das für ein Film ist? Wie kann man etwas über einen Film schreiben, dessen Plot auf maximal ein Viertel eines kleinen und gelben Post-It passt? Am besten, in dem man die Zeit teilt. Die Zeit, ohne Sharknado gesehen zu haben, und die Zeit, nachdem man ihn sehen musste. Hab ich mich eigentlich schon bei Timo bedankt?
Jetzt ist die Inhaltsbeschreibung oben schon fast zu lang ausgefallen. Der Rest setzt sich aus schlechter CGI, handgemachten Tricks mit viel roter Flüssigkeit und einem hohen Body- und Hai-Count zusammen. Wartet aber erstmal die Physikstunde im letzten Drittel ab. Um das deutlich zu sagen: Wir sprechen hier über “Twister vs. Jaws” nur in richtig, richtig schlecht! Ich wollte eigentlich an diesen Kommentar nüchtern (im Sinne des Wortes) und analytisch wie Timo herangehen. Aber dieser Film ist dafür emotional viel zu aufgeladen. Dialoge, die weh tun und weit über die Schmerzgrenze hinausgehen. Entscheidungen der Protagonisten für die sich sogar sehr schlechte Horrorfilme entschuldigen würden, Anschlussfehler en masse und, und, und. Was einem in diesem Machwerk geboten wird, ist Zumutung oder – ein großer Spaß. Meinem 17-jährigen Ich hätte Sharknado höchstwahrscheinlich sehr gut gefallen. Und zusammen mit ein paar Freunden und jeder Menge Alkohol (oder anderen bewusstseinsverändernden Dingen), funktioniert das vielleicht auch heute noch. Es gibt, wie zu erwarten, viel Hai zu sehen. Sehr viel Hai. Denn es sind ganze Schwärme von ihnen unterwegs und sie sind natürlich die wahren Hauptdarsteller. Immerhin haben sie schauspielerisch fast genauso viel zu bieten, wie die anderen, nennen wir sie wohlwollend – Darsteller. Die unfassbar schlechten CGI-Haie tummeln sich, luftig getragen durch die Tornados, alsbald überall – im Wasser, in der Luft, im Pool, in Häusern oder auf den überfluteten Straßen. Das alles ist teilweise recht kurzweilig eingebettet in pointierte Dialoge, die es auf den Punkt bringen.
“Wo ist der Hai? Er ist unter dem Auto!”
“Ihr lenkt den Hai ab und ich schiebe ihn zur Seite!”
“Mach dich nicht über meinen Hocker lustig!”

Die Bewohner sind not amused

Der Film beginnt übrigens mit einer Storyline, die nichts, wirklich überhaupt nichts mit der weiteren Handlung zu tun hat, außer, dass sie den Zuschauer auf das vorbereitet, was da auf ihn zukommt. Und das ist zumeist echt übel. Zwischen all dem Overacting, Unsinn, Nonsens und schlechten Witzen, gibt es aber auch die wirklich positiven Dinge. Sharknado zeigt uns, dass er als Familienfilm durchgeht (FSK 16). Denn, so gesehen, wendet sich das Grauen und Fremdschämen beim gemeinsamen Ansehen des Films in ein tiefes Verständnis füreinander, und das ist es ja, was Familie ausmacht. Und wenn etwas Menschen zusammenbringt, kann es ja nichts Schlechtes sein. Und wenn diese Menschen auch noch viel Spaß zusammen haben wollen und vielleicht zusätzlich noch über große Bowleschüsseln aus den 1970ern verfügen, dann, ja dann wird es Zeit für eine Runde Bingo & Sharknado. Die Bullshit-Bingo Möglichkeiten sind wirklich überragend und extremst vielfältig. Ihr könnt jeweils einen trinken, wenn ihr z. B. ein(en):
Hai
Blut
Dummen Dialog
Logikfehler
Anschlussfehler … seht oder entdeckt (10 Haie können dabei auch als einer zählen).

Das funktioniert besonders gut mit mehreren Gruppen, aber es sollte unbedingt unter Aufsicht stattfinden. (Don’t drink and drive, Spiele mit Alkohol nur ab 18 Jahren). Vielleicht ist Sharknado auch kein wirklich schlechter Film, sondern man ist einfach nur ein unpassender Zuschauer. Auch Sharknado ruft Emotionen hervor und gibt Denkanstöße, die ja gut gemachtes Kino (oder in diesem Fall ein TV-Film) vermitteln sollte. Er unterhält, er wühlt auf, er ist unbequem, man denkt darüber nach, was man da gerade sieht. Zusätzlich hat mich der Film dazu gebracht, auch mal wieder raus und an die frische Luft zu gehen, obwohl es kalt war. Ich war übrigens durchgängig für die Haie und wollte, dass sie gewinnen – möglichst schnell. Aber ich mochte auch die Ewoks nie.

Preis: --
Stand von: 2026/03/14 10:44 p.m. - Details
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Studio: M-Square Pictures / UCM.ONE (Soulfood)
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 08 Dec 2023
  • Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität BD

Wie weiland Ash in Tanz der Teufel

Sharknado wurde 2013 bereits digital gedreht. Die verwendete Kamera war eine Red One MX, die man heutzutage für kleines Geld kaufen kann. Da eigentlich nur für das Fernsehen produziert wurde, erklärt sich der starke Soap-Opera-Touch. Das Bild ist recht hell und selbst die rasenden Schwanzflossen kommen mit wenig Kontrast daher. Die Farben sind ab und an wie abgebissen und eher gräulich. Das Bild-Format ist entsrpechend 1,78:1 – also TV-Vollbild. Die von mir rezensierte Fassung ist die 10th Anniversary Version aus 2023. Diese wurde (lt. Wikipedia) in 4K hochskaliert und sogar die CGI wurden in 4K gerendert (*hihi). An dieser Stelle nochmals meinen Dank an Timo, er hätte auch auf die Sharknado 1-6 Box bestehen können. Der Ton liegt in Dolby 5.1 vor und ist recht frontlastig. Die Dialoge sind räumlich und gut verständlich (im Gegensatz zu dem, was die Darsteller inhatlich von sich geben). Die hinteren Lautsprecher und der Sub werden nur spärlich genutzt und waren damit etwas zahnlos.

Fazit

Ich habe Sharknado ganz bewusst auf mehreren Abspielgeräten gesehen. Ich konnte ihn nicht an einem Stück sehen! Zum Einsatz kamen ein kleiner LG OLED, ein etwas größerer LG OLED, ein IPad und ein IPhone sowie drei Minuten auf einem IMac während einer Arbeitspause. Es sah aber auf allen Abspielgeräten irgendwie gleich aus. Was mich am meisten bei diesem haarsträubenden und dennoch zuweilen kurzweiligen Machwerk bewegt hat, war: Ich habe immer auf David Hasselhoff gewartet. Die unsägliche und komplett sinnentfremdete Eröffnungssequenz. Handgebastelte Bomben, um sie aus einem Hubschrauber in einen Tornado zu werfen, weil, ist ja Physik. Das schiefe Lächeln ALLER noch lebenden Darsteller, nachdem sie in den Baumarkt ihres Vertrauens gegangen sind und sich dort “Geräte” für den großen Endkampf besorgt haben.
Spoileralarm: Der Autobeschleunigungsknopf. Und am allerbeeindruckendsten war: was ich alles aushalten kann. Ob es ein Zufall ist, dass Co-Hauptdarstellerin Tara Reid bereits in Alone in the Dark von Uwe Boll mitgespielt hat? Wer weiß. Denn Tara Reid hatte auch eine Rolle in The Big Lebowski.
Stefan “Stadler” B.


Bewertung

Bildqualität Stream: 60%
Tonqualität Stream (dt. Fassung): 40%
Film: 8,53% (oder bis zu 70% – je nach Zuschauertypus)

IMDb 3.3

Anbieter: Soulfood
Land/Jahr: USA 2013
Regie: Anthony C. Ferrante
Darsteller: Ian Ziering, Jaason Simmons, John Heard, Tara Reid, Cassie Scerbo, Christopher Wolfe, Chuck Hittinger, Connor Weil, David Bittick
Tonformate: Dolby Digital 5.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 91
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke:
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Soulfood)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professionelle Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierte Bild”verbesserer” zu verfälschen.


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