Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart 4K UHD

Blu-ray Review

Paramount Pictures, 09.09.2021

OT: Star Trek IV: The Voyage Home

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Hohe Intelligenz

Abschluss der internen Trilogie innerhalb des Star-Trek-Filmuniversums.

Inhalt

„Es wird keinen Frieden geben, solange Kirk lebt!“

Die Enterprise ist explodiert. Kaputt. Für immer zerstört. Kirk und seine Crew sind mit dem Bird of Prey auf Vulcan gestrandet. Dann jedoch bedroht eine Sonde, die merkwürdige Geräusche abgibt, die Erde. Es steht zu befürchten, dass die Welt zerstört wird und Kirks Mannschaft keine Chance mehr hat, auf den Heimatplaneten zurück zu kehren. Zumal man ihm dort den Prozess machen könnte, denn immerhin hat er gegen zahlreiche Föderationsregeln verstoßen, um seinen Freund Spock aus dem Reich der Toten zurück zu holen. Der klingonische Botschafter fordert gar Kirks Kopf und macht den Frieden von seiner Person abhängig. Währenddessen entschlüsselt der wiederbelebte Spock die Nachrichten der Sonde als Walgesänge. Eine Kommunikation mit dem Objekt ist also nur möglich, wenn man in der gleichen Sprache antworten kann. Dumm nur, dass alle Walgattungen seit dem 21. Jahrhundert ausgestorben sind. Der Crew um Kirk bleibt also nur der Weg in die Vergangenheit. In eine Zeit, in der Wale noch lebten. Doch wird das in einer Klapperkiste wie dem Bird of Prey möglich sein …?

Mit der „Klapperkiste“ gen Sonne

Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock war für Paramount zwar mit einem gewissen Risiko verbunden – immerhin gab man Nimoy die Regie, ohne zu wissen, ob er so ein Werk stemmen könnte – doch finanziell zahlte sich das Ganze aus: Der dritte Teil war ein Kinoerfolg.
Und so nimmt es nicht Wunder, dass man Nimoy erneut anbot, die Regie für den nächsten Film zu übernehmen und ihm gleichzeitig mehr Freiheiten einzuräumen. Allerdings gab’s erst einmal ein paar Hürden zu überwinden. Denn ausgerechnet William Shatner hatte keine Lust mehr auf Kirk. Gut 2,5 Mio. Dollar Gage später stimmte er aber dennoch zu. Und weil Nimoy die gleiche Summe bekam, entfiel ein Viertel des Gesamtbudgets (21 Mio. Dollar) schon mal auf seine beiden Hauptdarsteller. Als klar war, dass man mit Kirk rechnen konnte, ging der Drehbuchprozess los, für den man von Beginn an einen leichteren Ton anschlagen wollte. Die beiden direkten Vorgänger waren dann doch ziemlich düster geraten und Nimoy schwebte vor, ein wenig mehr Humor ins Spiel zu bringen. Dass es am Ende ein Story mit Zeitreise-Charakter wurde, passte Shatner zunächst nicht, doch Nimoy war sich sicher, dass er eine Geschichte haben wollte, in der etwas aus der Vergangenheit die Zukunft retten sollte.

Pille misstraut Spocks Erinnerungen

Und weil die Gesellschaft Mitte der 80er mit Problemen konfrontiert war, die von den damals aufkommenden sozial-ökologischen Bewegungen und Parteien auf die Agenda gesetzt wurden, schien es nur logisch (eh klar, wenn ein Vulkanier auf dem Regiestuhl Platz nimmt), diese Thematik in den Film zu integrieren. Es war die Zeit, in der das Ozonloch festgestellt wurde und Kampagnen gegen FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) geführt wurden. Die Anti-Atomkraft-Bewegung gab es bereits seit den 70ern und seit 1985 war der geschäftsmäßige Walfang untersagt. Auch das Thema Regenwald und dessen Rodung war damals bereits Nährboden für Proteste. Dass sich Nimoy und die Drehbuchautoren seinerzeit auf das Thema Fauna und die Ausrottung gewisser Tierarten bezogen, hatte indes nicht nur sozioökologische Aspekte, sondern auch dramaturgische. Denn zum einen empfand er den „rätselhaften Aspekt“ der Walgesänge als filmisch interessant und sah gleichzeitig die Dynamik im Umgang mit der logistischen Herausforderung, zwei ausgewachsene Buckelwale aus dem Meer in ein Raumschiff und dann durch die Zeit zu transportieren. Der ökologische Tenor von Zurück in die Gegenwart mag aus heutiger Sicht etwas naiv erscheinen und erforderte von den Fans und Zuschauer damals auch, dass sie ihre Crew weitgehend nicht unter SciFi-Aspekten sahen, doch gerade die Kombination aus ökologischem Gewissen, Culture-Clash und Humor sind bis heute äußerst reizvoll.  Der ins Spiel kommende Witz sorgt für echten Spaß. Beispielsweise, wenn Pille versucht, aus Spock etwas über die Bewusstseinserfahrungen nach dem Tod herauszubekommen und Spock ihm klar macht dass er das nur mit jemandem diskutieren könne, der das ebenfalls schon mal erlebt habe. Aber auch die Tatsache, dass Spock es plötzlich wieder unangemessen findet, Kirk im Dienst mit dessen Vornamen anzusprechen hat etwas Auflockerndes. Sobald der Vulkanier auf der Erde dann ungelenk zu fluchen beginnt, ist das wirklich großartig und amüsant.

Das 20. Jahrhundert erfordert modische Anpassungen

Die Tatsache, dass der vierte Teil keinen echten Antagonisten bereithält, fällt aufgrund der packenden und witzigen Story nicht mal auf. Man muss es im Nachhinein reflektieren, um es überhaupt zu bemerken – und das bei einem Film aus dem Star-Trek-Universum, das stets von „Feinden“ und „Gegnern“ bevölkert ist.
Es wäre aber auch überfrachtet gewesen, wenn man jetzt auch noch einen großen Widersacher positioniert hätte, der ebenfalls aus der Zukunft reinschneit, um die Kirk-Mannschaft an ihrer Mission zu hindern; oder aber einen fiesen Menschengegner aus dem 20. Jahrhundert, der unbedingt verhindern will, dass Kirk & Co. die Erde der Zukunft retten. Es reicht der klingonische Botschafter, der verkündet, dass es Frieden nicht geben könne, solange Kirk lebe. Immerhin (auch das ein Wunsch von Shatner, dem man entsprach) gibt’s dieses Mal einen Love Interest, also eine Art Liebesgeschichte zwischen dem Admiral und der Walforscherin. Das funktioniert mal okay, mal bremst es die Story aus. Aber was soll’s, nicht jeder Film kann perfekt sein. Dafür hat man noch mal an den Tricks gefeilt. Von allen bisherigen Filmen der klassischen Star-Trek-Mannschaft weist der vierte Teil den größten Fortschritt in puncto Tricktechnik auf. So wirken die Szenen mit Raumschiffen nicht mehr so ganz „ausgeschnitten“ und auch die Raumstationen haben mehr Glaubwürdigkeit. Hervorragend gelangen auch die Wal-Modelle, die teils in voller Größe erstellt wurden, sodass man in speziellen Wassertanks mit Darstellern drehen konnte.
Kleine Anekdote am Rande: Shatner, im Übrigen, hatte seine erneute Kirk-Darstellung nicht nur von einer höheren Gage abhängig gemacht, sondern auch davon, den nächsten Film selbst inszenieren und es damit Nimoy nachmachen zu können. Was dabei raus kam, wissen wir (leider) alle: Star Trek V – Am Rande des Universums – mithin der größte Quatsch, den das Star-Trek-Filme-Universum bis heute gesehen hat, rangierend sogar noch vor Star Trek X: Nemesis – also von schlecht nach gut geordnet.

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Bild- und Tonqualität BD

Gracie und George

Wie bei allen vier ersten Trek-Filmen, so kommt auch hier für den direkten Vergleich mit der UHD Blu-ray jene BD zum Einsatz, die in der Star Trek 1-10 Collection enthalten ist. Da von Anbieter Paramount lediglich die neuen 4K-Scheiben versendet wurden, nicht aber die (ebenfalls neu gemasterten) Blu-rays, bleibt das Review hier auch bei einer Gegenüberstellung der bisherigen Blu-ray mit der Ultra HD-Blu-ray.
Noch mal zusammengefasst: Der erste Film litt unter einem drastischen Rauschfilter, der zweite hatte mehr Korn, allerdings auf sehr inkonsistente Art und Weise. Außerdem hatte die BD von Der Zorn des Khan teils mit Banding-Artefakten zu kämpfen. Der Dritte litt dann unter Filterung und teils heftiger Nachschärfung.
Zurück in die Gegenwart ist von allen vier Filmen visuell der schwächste. Seine Rauschfilterung sorgt zwar dafür, dass sämtliche analoge Körnung aus dem Ursprungsmaterial herausgefiltert wurde, aber dafür nehmen die Gesichter teils die „Qualität“ einer Predator: Hunter Edition an. Vor der „Bounty“ sehen alle Mitglieder von Kirks Crew aus wie ihre Entsprechungen in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Zum Teil ist das wirklich sehr unschön und die Darsteller sehen in der Tat arg künstlich und wie Aquarellgemälde aus (Spock und Kirk bei 108’42). Hinzu kommen auch hier oftmals Nachschärfungsartefakte und Überkontrastierungen. Auch der Himmel über dem Meer sieht später nicht schön aus, weil ihm einfach die Details fehlen. Die Filterung der Körnung lässt ihn immer wieder unschön verwischen, wenn sich die Kamera bewegt (92’15). Zudem gibt’s hier auch mal stehende Rauschmuster auf Hintergründen und an der Golden Gate Bridge zeigen sich die Grenzen des Encoding in Artefakten rund um die hängenden Stahlseile. Außerdem treten hier des Öfteren Randunschärfen auf. Immerhin: Das All ist schön schwarz und die Raumstation bei 16’45 sticht kontrastreich hervor. Die roten Jacken der Sternenflotten-Mitglieder sind vielleicht etwas orangelastig, gehen aber noch in Ordnung.

Kirk ist auch in der Vergangenheit ein Schwerenöter

Und auch beim vierten Teil gibt’s nur Dolby 2.0 Surround. Und auch hier klingt das dünn und ohne jede Dynamik. Immerhin werden Dialoge verständlich ausgegeben, ohne aber ein gewisses Volumen zu erzeugen. Die Stereo-Räumlichkeit ist indes ebenso gut wie bei den Vorgängern, was man schön hört, wenn der Bird of Prey am Zuschauer vorbeidüst. Auch atmosphärische oder Straßengeräusche in Los Angeles werden recht räumlich dargestellt. Druck, Dynamik oder Tiefbass gibt’s natürlich nicht. Und der großartige Soundtrack klingt bisweilen spitz und etwas unangenehm. Hinzu kommen übrigens ein paar tonale Schwankungen – man könnte es auch als „leiern“ bezeichnen. Offenbar hat man (versehentlich) oder musste (bewusst) für kurze Momente die Dialoge verlangsamen, um (möglicherweise) Synchronität herzustellen. Gut zu hören bei Spocks Keine Daten Admiral, alle Computer sind ausgefallen“ (99’03).
Schaltet man auf den englischen 7.1-Sound in Dolby True HD, wird noch deutlicher, wie schwachbrüstig die Synchro ist. Denn der O-Ton erweist sich als erstaunlich wuchtig, räumlich und effektvoll. Mehr noch als die direkten Vorgänger kann er echte Soundeffekte für eine beeindruckende Vorstellung liefern, die von zuckenden Blitzen über den von allen Speakern fallenden Regen bis hin zu den räumlichen Walgesängen reichen. Donnert der Bird of Prey hier an der Kamera vorbei, ist das nicht weit von aktuellen Produktionen entfernt. Lediglich die Stimmen gehen bisweilen etwas unter.

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Bild- und Tonqualität UHD

Robin Hood und Bruder Tuck

Natürlich wurde auch Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart damals analog auf 35 mm Film aufgenommen. Zum Einsatz kamen hier Kameras vom Typ Panavision Panaflex Gold, vornehmlich aber erstmalig die Arriflex 35-III. Auch hier wurde für die neue BD und 4K-UHD-BD ein neuer 4K-Scan vorgenommen und auch hier gab’s natürlich HDR10 und Dolby Vision sowie einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Und wie schon bei den ersten drei Filmen, wurde auch für Teil IV die analoge Körnung wieder hergestellt, bzw. erst gar nicht weggefiltert. Im Inneren des Bird of Prey, in dem es oftmals etwas diesig-neblig zugeht, sorgt das schon mal für sehr deutliche Körnung, die aber nie das Filmische verliert oder unnatürliche Cluster bildet. Zum Teil sind die Rauschmuster zwar nicht ganz authentisch und angenehm, was in diesen Momenten aber auch ein wenig an den Trickeffekt-Hintergründen liegen mag (7’03, 16’24).
Die Weltallszenen bekommen ein etwas satteres Schwarz und liefern gleichzeitig die deutlich helleren Sterne – sowie mehr (sichtbare) davon. Lediglich der nächtliche Anflug auf San Francisco sieht hier nicht ganz glücklich aus. Noch deutlicher als bei den vorherigen Filmen fällt im Übrigen eine leichte Formatkorrektur auf, die die Gesichter etwas in die Breite zieht, was hier nicht mopsig, sondern eher realistisch erscheint. Denn im Vergleich wirkt die Blu-ray seitlich gestaucht und die Gesichter dadurch zu lang.

Es geht um das Schicksal der Erde

Was das Grading angeht, so nimmt man nun auch hier eine sichtbar wärmere Farbgebung an, was in den allermeisten Situationen passender und stimmiger wirkt. Die teils arg kühle (alte) Blu-ray kann im Vergleich hier nicht punkten und wirkt mitunter drastisch eingefärbt (Klingonen-Botschafter und Sarek bei 6’42). Gleichzeitig hat man das teils arg farbig wirkende Element auf Uhuras dunkler Haut etwas reduziert, was ihr einen natürlicheren Look verpasst. Weder Zulu noch Spock erscheinen nun gleichermaßen kränklich, sondern haben beide einen gesünderen Teint – freilich nicht, ohne dass Spock bewusst etwas fahlere Haut hat als ein rosigerer Kirk. Die Detaildarstellung profitiert trotz der Wiederherstellung der Körnung. Oder, anders gesagt: Die Körnung mag subjektiv ein unschärferes Bild produzieren als das nachgeschärfte der Blu-ray, doch wenn man genau hinsieht, vernichten Filterung und Nachschärfung der alten BD Details. Und wenn man sich mal die Golden Gate Bridge nach 50 Minuten anschaut, erkennt man auch wieder einzelne Stahlseile, die über die BD noch zu einem dicken Wust verschmolzen waren – ganz zu schweigen von der arg wachsigen Oberfläche der Brückenpfeiler selbst. Natürlich kann die UHD Blu-ray auch nicht herstellen, was filmisch nicht vorhanden war. Und so sind einige der Realszenen-Außenaufnahmen einfach weniger scharf und kontrastreich, weil Außendrehs dann doch etwas schwieriger einzufangen sind als Studioaufnahmen. Und Star Trek IV dürfte der Film mit den meisten Außendrehs überhaupt sein. Die Trick-Shots mit der Sonde sind dazu durchweg sehr viel softer und ohne Körnung. Das mag aber an der Art und Weise liegen, wie sie entstanden. Nimmt man nun alle vier Filme im Ganzen, haben sie einen schönen, filmischen und authentischen Look mit wärmerer Farbgebung, die nur selten mal aus dem Tritt gerät (blaue Einfärbung bei Teil III). HDR10 macht in allen vier Fällen einen sehr guten Job, während Dolby Vision sich nicht großartig absetzen kann. Insgesamt ein sehr lohnendes Update – ausgehend von den teils totgefilterten Blu-rays.

Blu-ray (2013) (3’08): (Slider ganz nach rechts): Schön zu erkennen, dass die Sterne über die BD nicht so zahlreich und hell funkeln.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray zeigt auch die Farben im Sternennebel reichhaltiger und weist mehr Nuancen auf.

Blu-ray (2013) (6’42): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray von 2013 hatte bisweilen ein ziemlich kühles und arg bläuliches Bild.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk kommt neutraler und wärmer daher, ohne die blaue Farbstimmung im Bart des klingonischen Botschafters zu leugnen.

Blu-ray (2013) (16’43): (Slider ganz nach rechts): Ein Close-up der Raumstation. Die einzelnen Lichtsegmente verwischen teils und formen ein unabgegrenztes Ganzes.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk, die ohne Rauschfilter auskommt, zeigt die einzelnen Lichtsegmente individuell.

Das Bild zum Größenvergleich in der Totalen
Blu-ray (2013) (51’33): (Slider ganz nach rechts): Ein weiteres Close-ups der Kette vor dem Bild der Golden-Gate-Bridge. Schön zu sehen, wie wachsig gefiltert und nachgeschärft die alte Blu-ray war. Die Kette sieht aus wie Gummi und weist unschöne Artefaktumrandungen auf.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk ist authentisch-filmisch. Zwar körnig, aber eben ohne jedes Artefakt einer digitalen Nachbehandlung. Nur hier sieht die Kette aus wie rostiges Eisen, nicht wie wachsiges Gummi.

Ein weiteres Beispiel sind die Stahlseile an der Brücke. Auch hier sind massive Artefakte aufgrund von Filterung und Nachschärfung zu sehen
Und auch hier der Größenvergleich mit dem Bild in seiner vollen Gänze
Blu-ray (2013) (108’42): (Slider ganz nach rechts): Schon in der Totalen von Kirk und Spock zeigt sich, wie rauschgefiltert und aquarellig vor allem Spocks Gesicht über die alte Blu-ray aussah.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray ist hier ohne Filterung und demnach auch ohne Aquarelleffekt.

Blu-ray (2013): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, wird der Unterschied noch deutlicher. Die alte BD sah wirklich gruselig künstlich aus.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ja, Kornhasser werden das nicht mögen. Aber genauso sah das Mitte der 80er auf Original-Film aus. Und nicht wachsig soft wie über die alte Blu-ray.

Die gute alte NCC-1701

Gegenüber der alten Blu-ray hat die UHD-BD auch hier eine 2.0-Dolby-True-HD-Kodierung erhalten, bei der es sich grundsätzlich allerdings um die mit der Blu-ray identische Fassung handelt – inklusive der Tonschwankungen (99’03). Und auch ansonsten klingen sie sehr sehr ähnlich bis fast identisch. Wer hier Unterschiede durch den nun verlustfreien Codec heraus hört, hat Luchsohren. Die englische Tonfassung ist erneut in True HD kodiert und erneut einen Hauch leiser bei den dynamischeren Szenen. Zirka ein bis 1,5 dB geht es hier schon mal leiser zu, wenn man mit einem Messgerät daneben sitzt. Allerdings ist die Dynamik identisch gut und man kann’s durch einen kleinen Dreh am Volumenregler ausgleichen.

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Bonusmaterial

Bis auf die zwei Audiokommentare, die von der alten Blu-ray schon bekannt sind, liegen alle anderen (zumeist bekannten Extras) auf der Blu-ray. Da mir diese nicht zur Verfügung gestellt wurde, entfallen weitere Beschreibungen an dieser Stelle.

Fazit

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart stellt gegenüber den beiden eher düsteren Vorgängern eine deutliche Abkehr dar. Sein Ton ist durchweg lockerer und auf Humor ausgelegt – und damit wesentlich näher an der Serie. Es gibt Gags, die noch heute grandios sind – bspw. wenn „Professor Scott“ mit einem antiquierten Computer umgehen muss und fassungslos über die fehlende Sprachsteuerung ist. Die unterliegende Öko-Botschaft mag aus heutiger Sicht etwas naiv sein, verfehlte aber seinerzeit ihre Wirkung nicht.
Auch die Spezialeffekte zeigen sich verbessert und die Atmosphäre passt. Gerade aus heutiger Sicht einer der besseren klassischen Trek-Filme.
Die neue UHD Blu-ray punktet mit einem authentisch analogen Bild, das über weite Strecken angenehmere Farben liefert, vor allem aber die schrecklichen Wachsbilder revidiert und nicht mehr unter krassen Nachschärfungen leidet. Der Ton ist allerdings auch hier relativ durchschnittlich.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2013): 55%
Bildqualität UHD: 80%

Tonqualität BD (2013) (dt. Fassung): 60%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 60%

Tonqualität UHD (Originalversion): 85%

Bonusmaterial: keine Wertung möglich
Film: 90%

Anbieter: Paramount Pictures
Land/Jahr: USA 1986
Regie: Leonard Nimoy
Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, George Takei, Walter Koenig, Nichelle Nichols, Mark Lenard, Jane Wyatt, Robert Ellenstein
Tonformate BD/UHD: Dolby True HD 7.1: en // Dolby True HD 2.0
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 116 min
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI vom 35-mm-Film)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: 1979, 1982, 1984, 1986, 2000, 2002 Paramount Pictures. STAR TREK and related marks and logos are trademarks of CBS Studios Inc. All Rights Reserved.)
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Trailer zu Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart

Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart - Trailer


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

13 thoughts on “Star Trek IV: Zurück in die Gegenwart 4K UHD

  1. Michael

    Der Zorn des Khan ist immer noch der beste Classic-Film und müsste daher in der Wertung über Teil IV liegen. Schade, dass kein Vergleich mit den neuen Blu-rays möglich war.

    Das wäre dann nach der DVD-Komplettbox, den Special Editions, dem 10er-BR-Pack und den Steelbooks die fünfte Inkarnation. Ich glaube, ich verzichte.

    • Oliver E.

      Geschmackssache. Ich finde Teil IV auch besser als Teil II. Es macht einfach doch mehr aus der Geschichte, ist komplett sympathisch und die gesamte Crew hat eine Spielfreude, da macht es einfach Spaß zuzuschauen.
      Allerdings finde ich dann Teil VI noch einen Ticken besser, weil von allen Filmen am spannendsten umgesetzt.
      Meine Rangliste:
      6, 4, 2, 3, 5, 1.
      Ja, warum 5 vor 1? Weil 5 zwar dumm ist, aber wesentlich mehr unterhält als 1. Alleine Kirks, Spocks und Pilles gemeinsamer Urlaub. Ich werde mit dieser audiovisuell auf Topniveau getrimmten Schlaftablette Nr. 1 nicht warm (und halt auch nicht mit dem zu strengen Kirk).

  2. Andreas

    Wieder sehr schöne Rezension, aber der Einleitungstext hier gehört doch gar nicht zu Star Trek IV, sondern ist der gleiche von Star Trek III, oder irre ich mich da?

    • Da hast du vollkommen Recht. Kommt davon, wenn man bei vier Filmen die Übersicht in den Textdateien verliert.
      Hab’s jetzt mit dem korrekten Einlauf versehen 😉
      Danke für den Hinweis.

  3. Simon

    Teil 4 ist „…der Abschluss der Trilogie..“?
    Da zuckt aber der Deutschlehrersohn in mir…. 😉

    • Der Abschluss der internen Trilogie, die mit Teil 2 begann. Teil 1 steht ja für sich.
      Das mag sprachlich nicht ganz glücklich sein, aber erzählerisch macht es halt Sinn. Man könnte es natürlich auch machen wie die englischsprachige Erklärung:
      “ a three-film story arc that begins with Star Trek II: The Wrath of Khan (1982) and concludes with Star Trek IV: The Voyage Home (1986). „

      • Simon

        AAH!

        Gut, das erklärt es.
        Ich bin so gar nciht bei Star Trek zuhause und weiß deshalb sowas nicht.
        Danke.

  4. Frank

    Danke für die wie immer hervorragende Rezension und die Bildvergleiche.

    Subjektiv und von einem normalen Sitzabstand aus betrachtet wirkt die alte Blu-ray zwar farblich etwas zu kühl, aber deutlich schärfer und mit mehr Details. Ich finde, man sollte bei der Bewertung nicht nur auf die technischen Aspekte schauen und ob der 4K-Scan den ursprünglichen Filmlook authentisch wiedergibt, sondern durchaus auch in die Bewertung einfließen lassen, wie das Bild insgesamt wirkt. Mir gefällt das nachgeschärfte und gefilterte Bild der Blu-ray in der Gesamtschau besser, wenngleich die UHD-BD wahrscheinlich näher am damaligen Kinoerlebnis ist.

    Ich habe den Eindruck, es geht bei UHD-BDs immer öfter darum, für den Zuschauer nicht subjektiv das brillianteste Bild zu liefern, sondern archivalistische Arbeit zu präsentieren und den ursprünglichen – mitunter auch schlechten – Look des Filmmaterials zu bewahren. Das ist zwar filmhistorisch wichtig, dafür sind aber Filmarchive zuständig. Ich nehme bei einer UHD-BD durchaus eine maßvolle Nachschärfung und Filterung in Kauf, verlange sie sogar, wenn dadurch das Bild insgesamt im Hinblick auf Schärfe, Belichtung und Farbe brillianter wird, mag sich das auch etwas von dem ursprünglichen Look des Film unterscheiden oder aus unmittelbarer Nähe bearbeitet wirken.

    Ich mag Filmkorn, aber hier scheint es mir übertrieben. Es wirkt eher wie ISO-Rauschen. Schärfe geht vor allem in den Hintergründen verloren. Man vergleiche etwa in der Rezension zu Star Trek I die Screenshots der Mannschaft bei der Einsatzbesprechung. Schon ab der dritten, vierten Reihe sind Details der Gesichter auf der UHD-BD kaum noch wahrnehmbar, während auf der BD alle Gesichter bis in die letzte Reihe scharf und erkennbar sind. Zum Close-Up von Spocks Gesicht in Star Trek I heißt es in der Rezension, es wirke auf der UHD-BD „gesünder“. Nun ja. Spock liegt auf der Krankenstation und hat gerade ein traumatisches Erlebnis hinter sich. Gesund soll er eigentlich nicht wirken. Und der Schatten seiner Barthaare und die feinen Fältchen um die Augen sind auf der UHD-BD kaum noch erkennbar.

    Man sitzt ja, wenn man das Bild nicht gerade technisch analyisiert, nicht 10 Zentimer vor Bildschirm oder Leinwand und zählt Pixel und Überschärfungsartefakte, sondern lässt das Bild aus einem Abstand von 3-5 Metern mit Inhalt und Stimmung des Films auf sich wirken. Maßvolle Nachschärfungen und Filterungen sind mit bloßem Auge dann nicht erkennbar, während das Bild oftmals subjektiv brillianter und moderner wirkt.

    • Zunächst sei es dir natürlich unbenommen, das Bild der alten Blu-ray lieber zu mögen. Es steht außer Frage, dass es immer eine Art Prinzipien-Diskussion geben wird, um das, was subjektiv vielleicht knackiger wirkt und was im Sinne des filmischen Ursprungs vorgesehen und vorhanden war.
      Ein Review, das sich mit den technischen Hintergründen befasst, sollte in diesen Punkten natürlich so objektiv wie möglich bleiben. Und damit so nahe bei dem, was technisch am idealsten an das herankommt, was ursprünglich gedreht wurde. Eine subjektive Bewertung wäre hier unangemessen. Natürlich passieren auch bei der vermeintlich objektiven Betrachtung immer mal wieder Fehler. Mir ebenso wie so manch anderem, der sich mit dem Thema beschäftigt.
      Jetzt ist es so, dass die alten Blu-rays der Star-Trek-Filme (zumindest jener ersten vier und wenn man vom zweiten Teil die alte und nicht die remasterte nimmt) aufgrund ihrer starken Rauschfilterung und teils sehr starker Nachschärfung einen (vielleicht subjektiv) schärferen, aber objektiv detailärmeren Videolook produziert haben.
      Die extrem wachsartigen Gesichter von Teil I und IV haben mit dem Ursprungsmaterial nicht mehr viel zu tun. Man kann drüber diskutieren, ob das Grading an sich ursprünglich so intendiert war oder eher eine kühlere Farbgebung dem Original eher entspricht. Das entzieht sich am Ende auch meiner Kenntnis, da ich 1979 bis 1986 noch nicht die Erlaubnis hatte, ins Kino zu gehen 😉
      Tatsächlich kann die Körnung in den Filmen natürlich auch durch das teils verwendete Filmmaterial und die entsprechenden Belichtungen so deutlich ausgefallen sein. Zusätzlich Körnung hat man sicherlich nicht hinzugefügt. Und dass man im Hintergrund Gesichter meint, wahrnehmen zu können, liegt letztlich auch an einer Überschärfung und Überkontrastierung, nicht an echten Details. Die Körnung des Originalfilmmaterials ist ja der Bildinhalt. Korn = Bildinhalt. So funktioniert ja analoger Film. Und wenn ich das wegfiltere, filtere ich Bildinhalt und Details weg. Schärfe ich das im Anschluss künstlich nach, mag das kontrastreich und dynamisch aussehen, bietet aber nicht mehr Details. Nicht objektiv gesehen. Und ganz klar: Um die Reviews anzufertigen, geht es ja gerade um eine Analyse. Und in der Tat sinkt dann der Betrachtungsabstand zum Screen. Und das ist ja auch eigentlich der Vorteil von 4K-Scheiben. Ich KANN näher zum Screen rücken, bekomme ein eindrucksvolleres und größeres Bild, bei gleichzeitig dennoch sehr guter Auflösung ohne Pixelabstufungen (idealerweise).
      Dass es seit einiger Zeit eine Abkehr von den Filtermaßnahmen aus der alten Blu-ray-Zeit gibt, ist in der Tat so. Das würde ich so unterschreiben. Es dürfte aber durchaus eine kontroverse Diskussion darüber geben, was nun für die Mehrheit als „besser“, „schöner“, „echter“ und „wünschenswerter“ empfunden wird. Eine große Anzahl von Filmfans hat jahrelang bei Filmlabels dafür gekämpft, dass remasterte Fassungen von Klassikern ohne Filterungen erscheinen. Ähnlich wie jahrelang dafür gekämpft wurde, dass TVs mit einem gut kalibrierten Kino-/Filmsetup ausgeliefert werden und nicht in einem brutalen Dynamik-Modus knallen. Das kann man natürlich subjektiv blöd finden, wenn man es eben genau andersrum besser findet. Und jeder, der für sich das etwas digitalere und kühlere Bild der alten Blu-rays mochte, darf das natürlich auch weiterhin lieber mögen. Dafür gibt’s ja am Ende auch den Text, aus dem heraus man lesen kann, ob die neue Abtastung des alten Filmmaterials noch ins eigene Geschmacksbild passt. Und die Screenshots können dazu auch einen Anhaltspunkt geben. Und selbst wenn ich jetzt bei den Star-Trek-Filmen für mich persönlich das Bild insgesamt „wirken“ lasse, gefallen mir die neuen Fassungen auch subjektiv deutlich besser. Es wäre in diesem Fall also aufs Gleiche rausgekommen, wenn ich meinen persönlichen Geschmack stärker hätte einfließen lassen.
      Das Ding ist: Wenn Paramount die vier Star Treks jetzt in 4K mit deutlicher Rauschminderung und maßvoller Nachschärfung ausgeliefert hätte, hätte es von der „anderen“ Seite einen Sturm der Entrüstung gegeben. Es ist wie so oft: Man stellt nie wirklich beide Seiten zufrieden und muss sich am Ende für einen Weg entscheiden. Ich bevorzuge hierbei als Zuschauer und als Kritiker den filmisch-authentischen ohne Filterungen.

  5. Helmut

    Ich stell da mal die provokative Frage: Wenn man eher mit schön bunten, nachgeschärften, rauschgefilterten aber feindetailreduzierten Bildern glücklich ist, wozu braucht man ein 4k-Medium? Das geht mit Blu-ray ’s doch mehr als ausreichend.

    • Frank

      Es war keine Kritik an Deiner Rezension, sondern nur meine persönliche Meinung. Ich glaube nicht, dass man bei UHD-BDs tatsächlich eine authentische Wiedergabe der Filmpositive erhält. Diese Editionen sind eben auf andere Weise bearbeitet und gefiltert. Die selbst auf den Negativen und ersten Positiven unvermeidlichen Kratzer und Staubpartikel werden entfernt, Unruhen des Bildes beseitigt, Farben und Beleuchtung optimiert, etc. Wie nah man farblich und schärfetechnisch an das „Originalbild“ der Kinoaufführungen herankommt, ist ebenfalls fraglich, denn bereits bei der Entwicklung der Filmnegative auf einen Positivfilm werden bzw. wurden Farb- und Schärfefilterungen vorgenommen. Auch erwartet man heute selbstverständlich, dass der Ton in großer Klarheit und kraftvoll als Surround-Erlebnis auf möglichst viele Kanäle verteilt wird, obwohl das bei den meisten älteren Filmen nicht dem damaligen Kinoerlebnis entspricht, sondern Ergebnis einer aufwendigen Bearbeitung mit modernen technischen Mitteln ist.

      Insofern scheint das Argument der Authentizität mir nicht ganz überzeugend. Ist das glasklare, helle, flimmer- und kratzerfreie Bild von 100 Jahre alten Stummfilmen, die für BD-Editionen erstellt wurden, noch authentisch, obwohl wahrscheinlich nicht einmal die allerste Kopie bei der Premiere so gut aussah? Oder nähert man sich mit technischen Mitteln dem, was der Regisseur sich damals vermutlich gewünscht hätte?

      Ich besitze die Star Trek Filme auf VHS-Kassetten, auf frühen und späteren DVD-Ausgaben, auf Blu-ray und werde mir sicher auch noch die UHD-BDs kaufen. Bei allen Editionen ist die Schärfe sowie Licht- und Farbgebung unabhängig von den technischen Möglichkeiten der Medien sehr unterschiedlich. Wäre Robert Wise jetzt mit dem aktuellen, etwas unschärferen Look der UHD-BD zufrieden oder rotiert er gerade in seinem Grab, weil man die technischen Möglichkeiten einer 4K-Ausgabe nicht nutzt, um den Film schärfer, kornfreier, heller, farbenfroher erscheinen zu lassen?

      Aktuell entspricht es dem Geschmack von Cineasten, Filme in ihrem vermeintlich ursprünglichen Look auf UHD-BD erscheinen zu lassen, möglichst ohne (erkennbare) Filter. Gut möglich, dass die damaligen Regisseure dächten: „Was soll das? Hätte ich seinerzeit die technischen Möglichkeiten gehabt, hätte mein Film schon damals schärfer, kornfreier und farbenfroher ausgesehen!“

      Und was haben Regisseure wie Lucas oder Spielberg nicht bereits alles als vermeintlich „ursprüngliche“ Schärfe- und Farbgebung abgesegnet? Praktisch mit jeder neuen Edition. Gut möglich, dass wir in 15 Jahren beim Erscheinen der 8K-Ausgaben verwundert über den Look der 4K-Discs sind und es dann wieder heißt: „endlich durchgehend scharf und nicht mehr so braun-rötlich…“

  6. Count Dooku

    Schönes Review.
    Ich habe mir von Teil 4 die neue Bluray gekauft und mit der alten Auflage von 2009 verglichen.

    Mir sind keine Wachsgesichter aufgefallen. Allerdings habe ich nur einen TV mit 100 cm Bildschirmdiagonale und sitze gut 2 Meter von der Kiste weg.
    Die Farbunterschiede sind mir schon aufgefallen.

    Besonders fiel mir auf, dass bei einigen Szenen mit der Sonde wie z. B. bei ca. 1:44:32 eine Art Rahmen um die Sonde herum zu sehen ist. Ich weiß den Fachausdruck dafür nicht, aber es hat was mit den Effektaufnahmen zu tun.
    Bei der DVD Special Edition von 2003 war er auch zu sehen aber bei der BD von 2009 ist er wohl durch die Farbfilterungen retuschiert worden.

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