Star Trek X – Nemesis 4K UHD

Blu-ray Review

Paramount Pictures, 06.04.2023
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OT: Star Trek X: Nemesis

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Segeln ins Ungewisse

Das vierte und letzte Picard-Kino-Abenteuer mit 4K-Bild.

Inhalt

„Faszination für zu schnelles Fahren“

Im romulanischen Senat debattiert man darüber, ob man sich mit den versklavten Remanern vom Schwesterplaneten Remus unter deren Führer Shinzon vereinigen soll, um ein mächtiges Gegengewicht zur Föderation herzustellen. Doch der weitaus größere Teil des Senats stimmt dagegen und zahlt diese Einstellung kurz darauf mit seinem Leben. Durch eine mächtige Waffe versteinert und in Stücke gebrochen, ist Romulus nun führerlos. Shinzon nutzt dies, um die Macht zu ergreifen. Währenddessen feiert die Crew der Enterprise die Hochzeit von Riker und Troi und macht sich auf den Weg nach Betazed, um diesen Anlass auch nach betazoider Tradition zu begehen. Mitten in dieses Vorhaben platzen aber Signale positronischer Natur von einem fremden Planeten. Da dies nur ähnliche Sender wie jene in Datas Körper vermögen, ist Picards Neugier geweckt. Auf dem unwirtlichen Himmelskörper birgt er mit Data und Worf Teile eines Androiden, der jenem der Enterprise wie aus dem Gesicht geschnitten ist – offenbar ein früher Prototyp von Dr. Soong. Kaum beginnt man sich damit zu befassen, schneit eine Anweisung von Admiral Janeway herein. Die Enterprise soll eine diplomatische Mission in der Neutralen Zone vornehmen und sich mit dem neuen Praetor Shinzon treffen. Dieser weiß überraschend viel von Picard und weist sogar dieselbe, sehr seltene genetische Erkrankung auf. Ein Ein Test zeigt: Er ist ein Klon Picards. Als solcher wurde er von den Romulanern erschaffen, um das „Original“ zu ersetzen und so die Sternenflotte zu unterwandern. Zwar tritt er dem Captain der Enterprise als Freund gegenüber, doch was er wirklich im Schilde führt, könnte das Ende der Föderation bedeuten …

Beta-Version und Upgrade

Nemesis [ˈneːmezɪs] ist eigentlich die griechische Göttin des gerechten Zorns – mithin der ausgleichenden Gerechtigkeit. Wenn man es negativ konnotieren möchte, die Göttin der Rache. Soviel zum Wortursprung, mit dem das zehnte Star-Trek-Kinoabenteuer betitelt wurde. Heutzutage hat das Wort eine andere Bedeutung und bezieht sich auf einen ewigen Gegenspieler oder Erzrivalen. Für Star Trek Nemesis lassen sich beide Interpretationen verwenden. Zum einen ist die Rede davon, ein romulanisches Gegengewicht zur Föderation herzustellen. Shinzon tritt dabei als Rächer auf, dessen Kindheit und Heranwachsen kaum Anlass zur Besonnenheit gibt. Zum anderen ist er so etwas wie der ultimative Rivale Picards – denn wer kämpft schon gerne gegen sein eigenes Ich?
Die spannende Prämisse half Nemesis allerdings nicht. An der Kinokasse floppte der (unglücklich neben Titanen wie Herr der Ringe: Die zwei Türme, Harry Potter und die Kammer des Schreckens und Die Another Day gelegte) Film schmerzhaft. 60 Mio. Dollar Budget standen lediglich 67 Mio. Dollar weltweites Einspiel gegenüber. Und auch die Kritiker schlugen zu. Nemesis ist nach Star Trek V: Am Rande des Universums der am schlechtesten bewertete Film des Franchise – jedenfalls auf Rotten Tomatoes.

Besuch auf der Scimitar

Dabei ist längst nicht alles schlecht an Star Trek Nemesis. Das beginnt schon damit, dass sich das Bedrohungsszenario wirkungsvoll aufbaut, wenn mal eben fast der komplette romulanische Rat sprichwörtlich in Schutt und Asche gelegt wird. Die Hochzeitsszene hält nicht nur eine tolle Rede Picards bereits, sondern macht endlich rund, was was rund gehört. Das Happy End für Riker und Troi mag ein bisschen kitschig ausgefallen sein, aber Worfs Abneigung gegenüber dem romulanischen Ale lockert das ebenso auf wie Datas Interpretation von „Blue Skies“. Apropos Data: Brent Spiner lieferte in seiner Interaktion mit B-4 eine seiner besten Leistungen innerhalb der Rolle ab – vor allem in jener letzten Szene, die vielen sicherlich noch in Erinnerung sein wird. Außerdem gibt’s ein paar bemerkenswerte Actionszenen. Die Buggy-Ballerei auf Kollarus III macht schon Spaß, bevor die unangenehmen Gegner auftauchen und die deutlichen Anleihen an Mad Max bieten mal ein wenig Abwechslung aus dem üblichen Star-Trek-Phaser-Kosmos. Herausragend ist auch das finale Battle zwischen Enterprise und Scimitar, das in einer epischen und konsequenten Szene gipfelt. Womit wir bei Tom Hardy wären, der trotz nachvollziehbarer Kritik an der fehlenden Ähnlichkeit zwischen einem jungen Stewart und Hardy, eine gute Wahl war. Damals noch weitgehend unbekannt legte er eine weitere Grundlage für seine spätere Karriere und überzeugte als Picard-Klon auf ganzer Länge. Und Jerry Goldsmith‘ Score ist erneut phänomenal. Das alles kann die deutlichen Drehbuchschwächen nicht wett machen; kann nicht darüber hinwegretten, dass Shinzons Rache-Motiv vollkommen klischeehaft ist und die eigentlich spannende Prämisse des „warum ist der Klon von Picard ein ganz anderer Typ?“ dabei über die Wupper geht. Über den sprichwörtlichen Fluss in Westdeutschland gehen auch die Eigenschaften der Romulaner, die in Nemesis so eindimensional rüberkommen, dass man sich fragen darf, warum sie zu einem der mächtigsten Gegner der Föderation werden konnten, wenn sie sich dermaßen naiv verhalten und auf einen wahrlich nicht sonderlich ausgeklügelten Plan Shinzons einlassen. Dazu gesellen sich zahlreiche Logikfehler und schlampige Drehbuch-Schnitzer. Alles in allem ein zwiespältiges Erlebnis, das für den einen funktioniert, für den anderen aber gar nicht.

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Format: Blu-ray
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Bild- und Tonqualität BD

DNA-Zwillinge

Wie die drei anderen alten Blu-rays der Next-Generation-Kinofilme auch, erfuhr Star Trek: Nemesis eine heftige Rausch … ups. Stimmt ja gar nicht.
Sorry, für diesen kurzen Ausflug aufs Glatteis. Tatsächlich und eigentlich unverständlicherweise weist der vierte und letzte Kinofilm der Picard-Crew nicht die krassen Rauschfilter auf, die man VII, VIII und IX „spendiert“ hatte. Trotzdem die Blu-rays erst 2009 erschienen und Nemesis bereits 2002 in die Lichtspielhäuser kam (man also in der Theorie davon ausgehen sollte, dass alle Filme zum gleichen Zeitpunkt fürs Full-HD-Zeitalter aufbereitet wurden), hat man ihn nicht durch einen Rauschfilter gejagt – jedenfalls nicht in dem krassen Ausmaß wie bei den Vorgängern. Was die Reproduktion des filmischen Looks angeht, sieht die alte Blu-ray von allen vier Filmen also am besten aus. Was nicht bedeutet, dass sie wirklich gut aussieht. So setzt es schon mal harte Banding-Effekte rund um die Sonne des romulanischen Planeten und während des Flugs durch die Wolken. Die Effektaufnahmen sind außerdem sehr weich geraten, was an den hier verstärkt zum Einsatz gekommenen CGI-Shots liegt, die das (zumindest zum damaligen Zeitpunkt noch) qualitativ hochwertigere Modellbau-Design ersetzten. Wenn beim Anflug auf den Senat die am Rechner entstandenen Menschen eher ihrer Wege zuckeln, denn flüssig laufen. Und wenn ihre Füße im Untergrund versinken, dann weiß man, das Nemesis von den Effekten her den Tiefpunkt der vier TNG-Filme darstellt. Die Körnung allerdings ist halbwegs intakt. Und sie sieht gar nicht mal allzu übel aus. Klar könnte das Encoding noch sauberer gearbeitet haben, aber alleine die Tatsache, dass man hier nicht in übelst nachgeschärfte Wachsgesichter schaut und von allzu dramatischen Überkontrastierungen verschont bleibt, lässt die Scheibe höher bewertet bleiben. Den etwas wackligen Bildstand sowie die generell eher softe Optik (objektivbedingt) musste man halt hinnehmen. Auch die etwas poppigen Farben, die grüne Zweige während der Hochzeit schon etwas neonartig erschienen ließen und Wangen der Darsteller auch ein bisschen rosig. Das relativiert sich auf der Brücke der Enterprise wieder und auch die Kontraste sind weit harmonischer als bei den Vorgänger-Blu-rays – jedenfalls, wenn man die (offenbar bewusst) deutlich überstrahlende Sequenz auf Kolarus III mal außen vor lässt.

Machen sie’s so!

Nehmen wir uns die neue Blu-ray zur Brust, so kann diese also per se schon mal nicht von vornherein ähnlichen Eindruck schinden wie es die anderen drei neuen Scheiben konnten. Es fehlt der Wow-Effekt durch die nicht mehr vorhandene Filterung, da die alte BD in dem Bereich ja ganz gut aussah. Was aber auffällt, sind die offenbar eingebackenen Banding-Artefakte rund um die Sonne des romulanischen Planeten. Die hat die neue Scheibe ebenso. Möglich, dass hier der Effekt-Shot bereits auf Film so ausgesehen hat. Während des Flugs durch die Wolken sind diese Banding-Probleme allerdings nicht (mehr) vorhanden. Vielleicht in Teilen, weil sie deutlich heller ist, die neue Disk. Schon die Sterne haben deutlich mehr Leuchtpower und eventuell überstrahlen die Wolken hier etwas, was das Banding unterdrückt. Das Überstrahlen wird auch an hellen Übergängen deutlich und hier schneidet die neue BD schlechter ab als die alte. Datas und Picards Kopf reißen bei 9’49 mehr aus als über die alte Blu-ray. Beim Ausritt mit dem Wüstenbuggy auf Kolarus III nutzt die neue Blu-ray eine stärker sepiabetonte Farbgebung, was eigentlich ganz gut passt. Dass hier nach wie vor zunächst alles überkontrastiert, ist aufgrund der teils noch heller gemasterten neuen BD vorhersehbar gewesen. Die sandige Oberfläche ist indes besser durchzeichnet und überstrahlt nicht mehr in gleicher Manier wie die alte BD (12’58). Ob das visueller Revisionismus ist, weil man es ursprünglich evtl. absichtlich so hart überkontrastiert hatte, kann ich nicht beantworten. Aus rein technischer Sicht erscheint die neue Blu-ray hier aber harmonischer. Wirklich hübscher sind die Hauttöne, die nun weniger rosig und magentabetont erscheinen, sondern mehr Braunanteil haben und dadurch natürlicher wirken. Die grünen Farben während der Hochzeit sind etwas reduzierter und der Hintergrund neutraler, nicht mehr so rötlich (4’46). Ob Data nun stärker grünliche Kontaktlinsen trägt (alte Blu-ray) oder eher gelbliche (neue BD), kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden (38’42). Sehr wohl aber, dass die neue Scheibe im Dunklen besser durchzeichnet – wenngleich auch zu Lasten eines etwas flacheren Kontrastumfangs. Dafür hat man Schmutzpartikel effektiv entfernt, wovon die alte Disk noch eine Menge aufwies.

Blu-ray alt (6’53): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der alten Blu-ray …
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … kommt die neue deutlich neutraler rüber.

Blu-ray alt (6’53): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran …
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … sehen Details zwar etwas plastischer aus, was aber auch am neuen Grading und dem veränderten Kontrast liegen könnte. In puncto Auflösung sind die einzelnen Ästchen des Zweiges etwas besser ausdifferenziert. Wirklich deutlich! mehr Auflösung kann man jedoch nicht erkennen. Hier dürfte aber auch die generell eher softe Auslegung des Films Schuld tragen.

Blu-ray alt (12’58): (Slider ganz nach rechts): Auf dem Planeten mit den Einzelteilen von B-4 überstrahlte die alte Blu-ray durchweg massivst.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Auch wenn das damals vom Look her gewollt sein mochte – die neue Blu-ray reduziert das auf ein erträgliches Niveau.

Blu-ray alt (31’52): (Slider ganz nach rechts): Die alte BD lieferte etwas rosige Hautfarben.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue wirkt wärmer. Die Hell-/Dunkel-Anteile variieren je nach Szene. Mal ist die neue BD heller, mal (wie hier) dunkler.

Blu-ray alt (34’32): (Slider ganz nach rechts): Die CGI-Elemente sind von jeher soft und schauen heute wirklich nicht mehr gut aus.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD intensiviert die Kontrastdynamik, ist aber auch nicht besser aufgelöst oder weniger soft.

Blu-ray alt (38’42): (Slider ganz nach rechts): Datas Gesichtsfarbe ist auch im vierten TNG-Kinofilm am stärksten unterschiedlich.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Hautfarbe und Augen ändern sich. Auch die Proportionen wurden mitunter angepasst.

Blu-ray alt (74’06): (Slider ganz nach rechts): Tom Hardy kam über die alte BD hier relativ hell, aber auch etwas grünlich rüber.
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Die neue BD ändert Grading und Kontrast deutlich.

Blu-ray alt (91’34): (Slider ganz nach rechts): An anderen Stellen wie dieser …
Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … ist die neue BD hingegen heller und besser durchzeichnet.

Unorthodoxe Flucht

Wie bei den drei anderen TNG-Kinofilmen, so kam auch Star Trek Nemesis auf der alten Blu-ray mit einer Dolby Digital Spur fürs Deutsche und Dolby True HD für den englischen Ton. Und der klingt von allen vier Picard-Kinoausflügen dann tatsächlich am besten. Schon der anfängliche Score von Jerry Goldsmith lässt ordentlich Druck ins Heimkino einkehren, wenn die Pauken rhythmisch schlagen. Und die finale Schlacht der Raumschiffe sorgte damals sicherlich für respektvoll herunterklappende Kinnladen. Setzt sich die Enterprise hier in Bewegung, um Shinzons Schiff zu rammen, grollt es beachtlich. Der Tiefbass beim Zusammenstoß ist dermaßen satt, dass man kaum glauben mag, dass Dolby-Digital-Spuren mal so vehement abliefern konnten. Gut gelungen ist überdies die Surroundaktivität, die stets authentisch klingt. Die Akustik in der großen Halle des romulanischen Rats ist klasse und wenn Picard Data die Schwäche der Menschen für das Lenken von Fahrzeugen mit gefährlichen Geschwindigkeiten demonstriert, braust das Vehikel ebenfalls effektvoll durch den Saal. Die kurz darauf folgenden Schüsse flitzen räumlich durchs Heimkino und für eine komprimierte Tonspur ist die Dynamik aller Ehren wert. Die englische True-HD-Variante klingt so viel besser hier nicht. Sie hat allerdings besser eingebettete Dialoge als die Synchro, die genau an dieser Stelle etwas schwächelt. Der Ton der neuen Blu-ray liegt nun ebenfalls in Dolby Digital 5.1 vor und ist NICHT (wie bei den anderen drei Filmen) lauter, sondern 2 dB leiser eingepegelt. Anders der englische O-Ton, der nun in 7.1-True-HD aufgespielt wurde und gut 4 dB lauter erklingt – schwer zu sagen, ob’s hier auch tonal noch dynamischer zugeht, weil es subjektiv schnell den Eindruck machen könnte.

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(Stand von: 2024/06/13 11:24 pm - Details
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Erscheinungstermin: Thu, 06 Apr 2023
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Bild- und Tonqualität UHD

Weltraumcrash

Star Trek Nemesis wurde 2002 ebenfalls noch mit analogen Kameras auf 35 mm Filmmaterial gedreht. Zum Einsatz kamen hier die Panavision Panaflex Platinum und die Millennium aus dem gleichen Hause. Gegenüber den drei vorherigen Filmen ist der generelle Look softer, was aber gewollt und am genutzten Filmmaterial sowie den Optiken liegt. Es ist daher weder der neuen Blu-ray noch der UHD Blu-ray anzulasten. Letztere kommt auch hier mit Dolby Vision und HDR10 sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Was der HDR-Scheibe ebenfalls nicht anzulasten ist: Auch sie weist das Banding rund um die Sonne auf – unabhängig, ob man in HDR10 oder Dolby Vision wiedergibt. Es ist davon auszugehen, dass für die Disk ein 4K-Scan und -Prozess vorgenommen wurde. Da nicht herauszufinden war, ob der Film damals bereits über ein DI verfügte (von dem aus man dann möglicherweise nur ein 2K-Upscale gemacht hätte), müssen die Augen ausreichen, um eine Bewertung vorzunehmen. Und die Augen sehen mehr Auflösung! Sogar auf den Effektshots (Lamellen neben dem sich öffnenden Dock bei 12’00). Die Körnung ist etwas gröber als bei den drei anderen Filmen – bedingt durch möglicherweise andere Filme. Die 4K-Disk geht damit sehr authentisch um, was aber auch heißt, dass Körnung hier auffälliger ist. Gegenüber der neuen Blu-ray sind auch die Lichteffekte auf der Enterprise besser und definierter. Farben bekommen etwas mehr Sättigung und mehr Kraft in der Tiefe. Während der Szenen auf Kolarus III überzeugt die HDR-Scheibe sichtbar am meisten. Über sie bleibt auch der Himmel durchzeichnet und überreißt nicht zu einem undefinierten hellen Streifen. Selbst das Encoding ist in diesem sehr schwierig darzustellenden Bereich in Ordnung, wo die Blu-ray noch ihre Probleme hat. Ebenfalls herausragend ist die bessere Durchzeichnung der grünen Farben beim Herabfallen der Thalaron-Strahlung. Während die Blu-ray die dort im Rund kurz sichtbaren Zeichen überstrahlt, bleiben sie über die HDR-Disk klasse erkennbar und definiert – hier hängt die UHD Blu-ray die neue Blu-ray (und die alte ohnehin) deutlich ab (3’29). Leben muss man vor allem bei der Wiedergabe über HDR10 erneut mit einer deutlich dunkleren Abstimmung. Auch hier schafft Dolby Vision mit den entsprechenden Presets mehr Dynamik und eine bessere Schwarz-Darstellung. Allerdings ist Nemesis nicht ganz so duster wie die anderen drei Filme. Was die UHD BD außerdem ebenfalls besser machen könnte, ist die Ausnutzung der Helligkeit bei Spitzlichtern. Die Sterne im All wirken ebenso fad wie über die Blu-ray. Das verhindert zwar an dieser Stelle eine höhere Bewertung der 4K-Disk, sie ist aber gegenüber der neuen Blu-ray dennoch die bessere Wahl, da sie die hellen Bereiche sichtbar besser durchzeichnet, etwas mehr Auflösung zeigt, das bessere Encoding aufweist und die harmonischeren Farben liefert. Dass der Film grundsätzlich etwas softer ist, wird vielen nicht gefallen, ist aber keine Schwäche der UHD Blu-ray.

Blu-ray (6’53): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der neuen BD …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … dunkelt die UHD Blu-ray etwas ab, zeichnet dafür im Weiß besser durch, ist noch etwas neutraler und wirkt kontrasttechnisch dynamischer.

Blu-ray (34’32): (Slider ganz nach rechts): Auch die CGI-Shots …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden über die UHD Blu-ray etwas dunkler dargestellt. Im laufenden Film wirkt das dynamischer und dreidimensionaler – trotz der geringen Auflösung der Ursprungseffekte.

Blu-ray (38’42): (Slider ganz nach rechts): Datas Gesicht über die neue Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … und über die UHD Blu-ray.

Blu-ray (91’34): (Slider ganz nach rechts): Auf dem Screenshot mag die UHD Blu-ray gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zu dunkel aussehen. Im laufenden Film bei abgedunkeltem Raum bleibt die HDR-Scheibe aber durchzeichnet und wirkt kräftiger in allen Belangen.

Die True-HD-Fassung fürs Deutsche, die der UHD Blu-ray gegönnt wurde klingt insgesamt mit der Dolby Digital Version nahezu deckungsgleich. Wirklich Unterschiede gibt’s weder in der Dynamik noch in der Lautstärke oder in der Feinzeichnung.
Preis: 22,74 €
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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Star Trek Nemesis ist erneut identisch mit jenem der alten Blu-ray und liegt (komplett) nur auf der neuen Blu-ray. Die UHD BD behält sich die drei Audiokommentare vor. Insgesamt gibt es auch hier eine Menge an Featurettes aus der Produktion, dem Star Trek Universum und dem Romulanischen Imperium. Dazu noch entfernte Szenen und Bilder aus dem Archiv.

Fazit

Star Trek Nemesis ist sicher nicht der erhoffte würdige Abschied für Picard und seine Crew. Er ist aber auch nicht so grausig wie man ihn gerne immer wieder gemacht hat. Tom Hardy spielt klasse, die Actionszenen sind packend inszeniert und der eingestreute Humor wirkt passender als noch in Der Aufstand. Die alte Blu-ray war zwar kein Totalausfall, doch die neue überflügelt sie mit den besseren Farben und der gelungeneren Durchzeichnung auf Kolarus III. Die UHD Blu-ray macht das sogar noch besser, zeigt sich in Farbeffekten souveräner, ist eine Spur besser aufgelöst und geht mit dem Encoding noch überzeugender um. Man muss allerdings wissen, dass der Film an sich weniger scharf ist und es ein paar im Originalmaterial eingebackene Probleme gibt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2013): 60%
Bildqualität BD (2023): 70%
Bildqualität UHD (HDR10): 70%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 75%

Tonqualität BD (2013) (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD (2023) dt. Fassung): 85%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 85%

Tonqualität BD (Originalversion) (2013): 90%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion) (2023): 90%

Bonusmaterial: 80%
Film: 60%

Anbieter: Paramount Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2002
Regie: Stuart Baird
Darsteller: Sir Patrick Stewart, Tom Hardy, Brent Spiner, Gates McFadden, Jonathan Frakes, LeVar Burton, Marina Sirtis, Michael Dorn, Ron Perlman
Tonformate BD (2013): Dolby Digital 5.1: de // Dolby True HD 5.1: en
Tonformate BD (2023): Dolby Digital 5.1: de // Dolby True HD 7.1: en
Tonformate UHD: Dolby True-HD 5.1: de // Dolby True HD 7.1: en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 116
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke:
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Paramount Pictures)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

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4 Kommentare
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Ronald

Mir hat der Film nicht gefallen, deutlich schlechter als Teil VII-IX.
Kannst Du bitte auch mal ein Screenshot der UHD von diesem überbelichteten Planeten dazustellen? Auf der neuen Bluray sieht der ja schon ganz gut aus. Auf der UHD dann hoffentlich auch wieder normal.
Die Szenen fand ich furchtbar gefilmt, die waren damals im Kino schon total überbelichtet wenn ich mich recht erinnere.

Ronald

Sehr gut, danke. Das klingt ja positiv. Die TNG-Filme kommen jetzt auf jeden Fall auf meine Liste. Durch das Finale von Picard Season 3 habe ich richtig Lust, die Truppe nochmal in Bestform auf Leinwand zu sehen.
Dann werde ich Teil X auch nicht mehr skippen. 🙂

Nicolas

Als großer TNG Fan habe ich den Film damals tatsächlich im Kino gesehen, kann mich aber an fast gar nichts mehr erinnern. Was mir aber im Gedächtnis geblieben ist, ist dass ich damals bei der Buggy-Szene dachte, dass dort etwas vom Kino falsch eingestellt sein muss, weil die Szene so krass überbelichtet war. In meiner Erinnerung sah die so aus, wie auf der alten BluRay.