Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers 4K UHD & Disney+

Blu-ray Review

The Walt Disney Company, 30.04.2020
The Walt Disney Company, 30.04.2020

OT: Star Wars: Episode IX – The Rise of Skywalker

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Zweiklang der Macht

Alles hat ein Ende …

Inhalt

Kylo Ren wird sein blaues Wunder erleben  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Es gibt neue Hiobsbotschaften für die Rebellen um Generalin Leia Organa. Ein Spion innerhalb der Ersten Ordnung teilt mit, dass Imperator Palpatine zurück ist. Und nicht nur das. Er will Rache. Lange hat er dafür gearbeitet und dafür die größte Flotte der Galaxis, die „Letzte Ordnung“, im Anschlag.
Es verbleiben nur 16 Stunden, bis die Angriffe auf alle verbleibenden freien Welten beginnen und Palpatines „Lebenswerk“ vollendet werden soll. Kylo Ren hatte den Imperator auf Exegol, dem geheimen Planeten der Sith, selbst aufgespürt und sich von ihm instruieren lassen, endlich diese „Schrotthändlerin“ zu beseitigen.
Als die Rebellen von dem Vorhaben Wind bekommen, bricht Rey sofort auf, um Exegol zu finden und den Plan Palpatines und Kylo Rens zu vereiteln.
Finn, Poe und Chewbacca schließen sich ihr an, müssen aber bald feststellen, dass Rey einen Teil des Kampfes alleine ausfechten muss. Denn bei der Suche nach Exegol wird die junge Jedi-Schülerin noch über ihre eigenen Wurzeln stolpern. Sie wird erfahren, wer ihre Eltern getötet hat und welche Motive dahinter steckten …

Rey macht sich fit für weitere Kämpfe   © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Was mit Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung 1977 begann, endet nun, gut 43 Jahre später, mit Star Wars Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers.
Was SciFi-Fans in den 80er Jahren zu DEM Beispiel für Fankult werden ließ; was George Lucas zu einem der (einfluss)reichsten Filmproduzenten Hollywoods werden ließ und ihn damals schon zur Aussage verleitete, es werde insgesamt neun Filme geben, erhält nun sein Finale.
Die dritte Trilogie will erzählerisch die Brücke zu den Vorgängern schlagen und sich wieder auf die Traditionen berufen. Nicht ohne Grund, denn mit Star Wars Episode VIII: Die letzten Jedi hatte Regisseur Rian Johnson eine Menge Kredit bei den Fans verspielt. Er musste sich gar einer Welle der (deutlich übertriebenen) Verachtung erwehren, weil er in den addierten Fähigkeiten Luke Skywalkers den Hardcore-Anhängern viel zu weit gegangen war. Durchaus sensibel und empfänglich für die Kritik verstand er diese zwar, hält aber bis heute an seinem Drehbuch und Film fest, würde es genauso wieder tun (Quelle).
Vielleicht lag die Kritik teils auch darin begründet, dass man ausgehend von Abrams Das Erwachen der Macht plötzlich „zu viel“ Innovation einbrachte.
Denn Episode VII war nun alles andere als mutig oder gar progressiv. Streng genommen hatte J.J. Abrams damals (sicher auch aus einem gewissen Respekt den Fans gegenüber) eher ein Remake inszeniert, denn eine Fortführung der Saga.
Nun allerdings sollte es an Abrams liegen, die Kohlen wieder aus dem Feuer zu holen und sämtliche Fans zu einem versöhnlichen Ende zu führen. Und das eher kurzentschlossen. Denn zunächst war Colin Trevorrow als Regisseur für Episode IX im Gespräch. Das Drehbuch hatte der Jurassic-World-Regisseur bereits fertig, bevor man aufgrund von unterschiedlichen kreativen Auffassungen wieder getrennte Wege ging und Abrams „einsprang“

Ihre Verbindung ist enger als man annehmen könnte   © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Der CEO von Bad-Robot-Productions nahm seinerseits noch Änderungen am Drehbuch vor, bevor man dann am 01. August 2018 mit den Dreharbeiten begann.
Herausgekommen ist nun (analog zu Episode III) ein Film, der deutlich düsterer geworden ist als die beiden Vorgänger. Schon die Anfangs-Sequenz, in der Kylo Ren den Imperator aufspürt, vermittelt Gänsehaut-Feeling. In düster-grauen Bildern bekommen wir noch einmal dessen hasserfüllte Kämpfe gezeigt und werden Zeuge, wie sich die gigantische Sternenzerstörer-Flotte erhebt. Das sind kraftstrotzende Bilder, die man in der neuen Trilogie bisweilen vermisste.
Und es ist eine passende Einleitung in den Film, die deutlich aufzeigt, dass es dieses Mal dramatischer zugehen wird.
Natürlich liefert die helle Seite der Macht auch in Der Aufstieg Skywalkers den Gegenpol sowie den entspannenden Humor. Die Kabbeleien zwischen Rey und Poe sorgen für Auflockerung, während es zwischen Kylo und Rey immer wieder Machtkämpfe (im wahrsten Sinne des Wortes) auf spiritueller Ebene gibt.
Das ist alles kurzweilig und schlüssig inszeniert.
Und es bietet vor allem die Möglichkeit, ein Problem der Episode VIII auszumerzen. Diese konzentrierte sich bisweilen zu sehr auf die Figur Luke Skywalkers, vernachlässigte dafür aber Rey. Die junge Jedi-Kämpferin ist in Episode IX hingegen wieder zentrale Hauptfigur – glücklicherweise.
Denn wenn die neueste Trilogie einen Pluspunkt hat, dann den der besseren Darsteller. Ich weiß, es klingt immer wie Leichenfledderei. Aber Mark Hamill war nie ein sonderlich guter Schauspieler. Und auch eine Carrie Fisher blieb seinerzeit limitiert.

Poe mit seiner alten Freundin Zorii  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Daisy Ridley, Oscar Isaac und auch John Boyega haben indes das Talent, ihre Figuren mit Seele zu füllen. Und gerade an Ridley ist es nun, tief in ihre eigene Vergangenheit vorzudringen. Und dabei wird’s auch mal sehr unbequem.
Wenn sie nach knapp 40 Minuten mehr von ihrer Macht nutzt als ihr lieb ist, wird sie mit Emotionen konfrontiert, die sie bis dato nicht kannte.
Das gibt ihr die Möglichkeit für einen emotionalen Auftritt.
Leider kappt das Drehbuch in diesem Moment eine Vertiefung eben jener Situation, in dem es für den Zuschauer zu schnell aufklärt und für Rey zu schnell zum Alltag über geht.
Den erzählerischen Höhepunkt gibt’s dann nach einer Stunde, wenn Rey erfährt, wer hinter der Ermordung ihrer Eltern steckt.
J.J. Abrams hält hier noch einmal eine kleine Überraschung bereit, die der Regisseur vielleicht auch deshalb einbrachte, weil man Johnson im Vorgänger vorwarf, den Hintergrund von Reys Familie arg „nichtig“ gestaltet zu haben. Es blieb seinerzeit die Frage offen, warum gerade sie eine so wichtige Rolle im Universum der Jedi spielen sollte. Nun tut sie es und Ridley liefert hier eine wirklich herausragende Leistung ab.
Auch für Kylo Ren gibt’s einen emotionalen Höhepunkt. Einen, der zeigt, dass Adam Driver vielleicht doch gar nicht so fehlbesetzt ist, wie man ihm in dieser Rolle immer nachgesagt hat. Doch selbst wenn in diesem Moment sogar eine faustdicke Überraschung auf den (spoiler-vermeidenden) Zuschauer wartet, funktioniert die Emotionalität nicht so richtig. Innerhalb von 25 Minuten gibt’s drei massive Einschnitte bei beliebten und neuen Charakteren, dem Zuschauer ist’s aber (leider) fast egal.
Schwer zu sagen, warum diese Momente nicht gänzlich zünden. Vielleicht deshalb, weil sie etwas zu fragmentarisch bleiben, zu schnell und aufeinander folgend abgehandelt werden. Vielleicht liegt’s auch daran, dass Abrams Vieles wieder revidieren/ändern muss, was Johnson „verbrochen“ hatte. Einige Dinge (wie die Love-Story zwischen Finn und Rose) finden schlicht nicht mehr statt. Tatsächlich findet auch Rose selbst leider praktisch nicht mehr statt. Außerdem wirkt die Wiederbelebung des Imperators wie eine etwas unglückliche Lösung, einen adäquaten Antagonisten an die Stelle des eigentlich so faszinierenden (und praktisch ohne Grund getöteten) Snoke zu setzen.

Immer müssen sie auf Rey warten  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Und dann gibt’s erneut Details, die Fans der Ur-Trilogie nicht ganz zu Unrecht auf die Barrikaden riefen. Zu was die „Macht“ mittlerweile fähig ist, entbehrt quasi jeder in den Episoden IV bis VI angelegten Grundlage.
Das ist deshalb schade, weil nur durch diese „Übermacht“ Dinge erklärt und zu einem gewissen Abschluss gebracht werden.
Abschluss ist ein gutes Stichwort. Inhaltlich hat Abrams im Sinne seiner Episode VII vermutlich das Beste rausgeholt, wenn man bedenkt, welche Voraussetzungen er nach Episode VIII hatte.
Weniger kompromissbehaftet als den Inhalt darf man hingegen das Visuelle ansehen. Denn in puncto Action und Optik macht Abrams keiner so schnell etwas vor. Was die Schauwerte angeht, ist Star Wars Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers die erwartete allererste Sahne.
Die investierten 270 Mio. Dollar erkennt man an jedem Set, jedem visuellen Effekt und jeder Kreatur des Films.
Ob es die angesprochen düster-bedrohliche Eingangssequenz ist, die spektakuläre Speeder-Sequenz nach einer halben Stunde, der unwirtliche Ort vor dem Wrack des Todessterns oder die finale Weltraumschlacht  – das sieht alles fantastisch und extrem beeindruckend aus, ist höchst kurzweilig inszeniert und extrem unterhaltsam.

Wir werden sie vermissen, diese Bilder des Falken beim Eintritt in den Hyperraum  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Bild- und Tonqualität BD

Als Sturmtruppler hat man seinen Spaß  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Die analog gefilmte Episode IX zeigt ihren charakteristisch filmischen Look durch den gesamten Film hindurch. Allerdings ohne je aufdringlich zu sein, was die Körnung angeht. Diese hält sich durchweg auf moderatem bis geringem Level. Auch die dunkleren Szenen weisen keine allzu drastische Körnung auf. Eher sind es helle/weiße Hintergründe, die etwas mehr Rauschen offenbaren. In Abhängigkeit von der verwendeten Optik gibt’s schon mal Randunschärfen im unteren Bereich (10’19) und hier und da könnte Schwarz noch etwas satter sein.
Dennoch gefällt die Kontrastierung mit lebhaften Hell-Dunkel-Dynamiken und teilweise spektakulären Highlights. Close-ups sind immer wieder messerscharf und sehr detailliert (12’44). Vielleicht geht’s in der Wüste ein wenig zu gelbbetont zu (22’18), vielleicht könnten die orangefarbenen und roten Umhänge bei 22’30 noch etwas kräftiger sein. Aber insgesamt macht das Bild im Rahmen analog gefilmter Produktionen wirklich Spaß.

Da muss sich auch ein Androide mal kräftig festhalten  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Hatte der direkte Vorgänger fürs Deutsche bereits „nur“ eine Dolby-Digital-Plus-Spur und fürs Englische „nur“ eine dts-HD-High-Resolution-Fassung, bleibt’s bei Episode IX nun beim DD+ für die Synchro, während der O-Ton wieder unkomprimiert erscheint (dts-HD-Master).
Stellt sich die Frage, ob Dolby Digital Plus hier eher für lachende oder weinende Gesichter sorgen wird?
Zunächst mal kommen die Fanfaren im üblichen Schrift-Vorspann recht offen und frei aufspielend daher. Auch Kylo Rens Schiff rast von hinten mit einer sehr ähnlichen Geräuschkulisse heran wie im Englischen über die dts-HD-Master-Spur. Wenn er den Stein aus seiner Fassung nimmt, setzt es überdies respektablen Druck. Gleiches gilt für sein Lichtschwert, das nach 3’30 an der Kamera vorbeifegt.
Sehr räumlich und präsent gerät in der direkten Folge das gesprochene „Endlich“ des Imperators Palpatine und der Tiefbass langt ordentlich zu, wenn die Sternenzerstörer sich erheben.
Man hat (zu Recht) sehr oft Kritik an den Dolby-Digital-Plus-Spuren von Anbieter Disney geübt. Gerade einige Marvel-Titel litten unter drastischen Dynamikbeschränkungen (bspw. Black Panther oder Age Of Ultron). In Sachen Bassfundament kann man Star Wars – Der Aufstieg Skywalkers aber in Anbetracht von „nur“ 896 kbps Datenrate absolut keine Vorwürfe machen. Auch dann nicht, wenn nach gut 20 Minuten zunächst die Reste von Vaders Maske und später Boolios Kopf auf den Tisch geknallt werden, was jeweils von heftigem Druck begleitet wird (19’24 & 20’11).
Sehr dynamisch fallen auch alle Sequenzen aus, in denen die Lichtschwerter von Rey und Kylo Ren aufeinander treffen. Nicht nur optisch, sondern auch akustisch vibrieren diese Szenen fulminant. Gleiches gilt für die haushohen Wellen, die um das Todesstern-Überbleibsel herum anbranden und die das Heimkino wirklich massiv fluten.
Die Differenz zum unkomprimierten englischen dts-HD-MA-Sound fällt hierbei so gering wie möglich aus – zumal hier auch nicht die extrem deutliche Lautstärkeanhebung sonstiger Disney-Titel notwendig ist. Eine moderate Anhebung von 3-5 dB reicht aus, um auf das übliche Referenzlevel-Niveau zu kommen. Und von dort aus darf man Disney zwar weiterhin für seine DD+-Strategie rügen, nicht aber die Tonspur selbst in der Praxis. Das Einzige, dass man der Synchro im Gegensatz zum etwas luftigeren O-Ton vorwerfen könnte, wäre ein leichter Mangel in der Harmonie der Übergabe von den tiefen an die mittleren und an die höheren Frequenzebenen. Ab und an klingt’s etwas muffelig. Im Rahmen von DD+-Spuren ist das hier aber oberste Kajüte.

Bild- und Tonqualität UHD

Auf geht’s nach Exegol  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Während der direkte Vorgänger noch mit einer Mischung aus analogen und digitalen Kameras gefilmt wurde, kehrt J.J. Abrams zurück zur Gangart von Das Erwachen der Macht. Entsprechend filmte er komplett analog – und zwar auf Kameras der Typen ARRI Arriflex 435 ES, Panavision Panaflex Millennium XL2 und
Panavision Panaflex System 65 Studio.
Vom analogen Filmmaterial wurde dann ein hoch aufgelöster Scan angefertigt, der über ein 4K Digital Intermediate im Kino und jetzt auch auf UHD landete.
Nachdem Disney bei The Last Jedi noch mit Dolby Vision experimentierte, bleibt dies nun Disney+ vorbehalten. Der Aufstieg Skywalkers muss mit statischem HDR10 auf der UHD sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum auskommen.
Dennoch ist es vor allem die Kontrastdynamik, die hier für ein lebhafteres Bild gegenüber der Blu-ray sorgt. So sind die farbigen Umhänge beim Volksfest auf Pasaana noch etwas kräftiger und kommt die rote Sonne am Himmel von Tatooine ganz zum Schluss noch satter rüber. Allerdings gehen der generelle Farblook/das Color Grading zwischen BD und UHD einigermaßen Hand in Hand und unterscheiden sich nicht maßgeblich.
Die Kontrastintensivierung sorgt allerdings für sichtbar abgestuftere Nuancen und mehr Plastizität. Beim Anflug auf Pasaana zeigt der Wüstenplanet in einer Mischung aus mehr Kontrast und etwas intensiveren Farben deutlich mehr Farbabstufungen und Schattierungen (21’27). Ähnliches gilt für die Dschungel-/Waldmomente, in denen Bäume und deren Blattwerk mehr Zwischentöne im Braun und Grün aufweisen. Hinzu kommt die bessere Durchzeichnung auf hellen Flächen und Hintergründen. So überstrahlen die sonnendurchfluteten Bereiche weniger und offenbaren deutlichere Objekte vor ihnen – beispielsweise bei sanften Wolkengebilden vor hellem Himmelshintergrund.
Schwarz ist in den Allszenen noch mal die Spur tiefer, die den Weltraum nicht mehr von den schwarzen Balken abhebt. Allerdings könnten die Sterne (trotz der Maximalhelligkeit von 724 Nits auf der Disk) noch kräftiger funkeln. Highlights und Spitzlichter grenzen sich zwar besser von Umrissen ab, hat man aber bis auf wenige Ausnahmen (siehe Screenshot #3 unten) schon beeindruckender gesehen.
Die Körnung ist noch mal feiner, ab und an aber auch sichtbarer und deshalb deutlicher. Mit dem Wuseln auf der weißen Wand hinter Kylo werden Digitalfans nur wenig anfangen können (24’01). Neben der Körnung ist aber auch die Detaildarstellung noch etwas besser. Ausgehend von der schon sehr scharfen Blu-ray sind das zwar nur Nuancen, dennoch zeichnen sich leichte Muttermale, Grübchen oder die kleine Narbe in Reys/Ridleys Gesicht noch etwas dreidimensionaler ab.

Blu-ray (10’19): (Slider ganz nach rechts): Im Hintergrund überreißt die Blu-ray ein wenig.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD bietet mehr Durchzeichnung – auch im Wald selbst sieht man mehr Nuancen.

Blu-ray (27’18): (Slider ganz nach rechts): Die etwas gelbe Optik auf Pasaana…

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird über die UHD mit mehr Ocker- und Brauntönen wiedergegeben, wirkt dadurch etwas eindrucksvoller.

Blu-ray (58’49): (Slider ganz nach rechts): Wer einmal sehen möchte, was HDR in Sachen Dynamik leisten kann, nimmt sich dieses Bild und beachtet die vertikalen Leuchtelemente in der Wand rechts. Die BD wirkt auf dem Licht wie mit einem Schleier überzogen, die Wand bietet kaum Kontrast zum Licht.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ganz anders die UHD, die das Licht viel strahlender darstellt und mit der gleichzeitig satteren Wand für wesentlich mehr Kontrast sorgt. Allerdings sieht man hier auch ganz gut, dass durch die etwas dunklere Grundabstimmung und die feinere Auflösung sorgen für die etwas sichbarere Körnung.

Blu-ray (62’54): (Slider ganz nach rechts): Ein ähnliches Bild auf dem Helm des Sturmtrupplers.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Kombination aus dunklerem/kräftigerem Helm mit den prägnanteren Lichtreflexionen sorgt für mehr Glanz und Dreidimensionalität.

Blu-ray (125’55): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray bildet das Gesicht nicht ganz so kontrastreich ab.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hauttöne präsentiert die UHD wärmer und natürlicher als die Blu-ray.

Blu-ray (129’48): (Slider ganz nach rechts): Zwar liefert schon die Blu-ray hier kräftige Bilder.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD steigert die Dramatik im Himmel aber noch mal sichtbar.

Blu-ray (21’27): (Slider ganz nach rechts): Bitte hier das Augenmerk auf den Planeten legen, auf den die Belichtung ausgelegt wurde. Die BD ist auch hier etwas gelblicher und weniger nuanciert.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD liftet den Grauschleier und liefert mehr Farbabstufungen im Ocker-/Braunbereich. Gebirge und Täler wirken plastischer, tiefer, dreidimensionaler.

Wiedersehen mit alten Bekannten   © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Wie bei Disney mittlerweile üblich, liefert die UHD für den englischen Ton eine Dolby-Atmos-Fassung, während der deutsche Zuschauer weiterhin mit Dolby Digital Plus vorlieb nehmen muss.
Der englische Atmos-Sound klingt auf der regulären Ebene vielleicht eine Spur gelöster, bleibt ansonsten aber auf dem Niveau der dts-HD-MA-Spur der Blu-ray. Was die Heights angeht, so spielt der Score in den dramatischen Sequenzen stets dezent mit aus den Heights, was für eine grundsätzlich höhere Räumlichkeit sorgt. Wenn Kylo dann von hinten anrauscht, hört man ihn kommen und seinen Fighter kurz darauf wie einen Elefanten über die Heights trompeten (1’50).
Elektrostatische Blitze entladen sich dann nach 4’38 und beim Erheben der Sternenkreuzer bröckelt Gestein dezent von oben herunter. Das sind zunächst keine wirklich dediziert griffigen 3D-Sounds, sondern eher etwas dumpf(er) vorgetragene Geräusche, die klarer klingen dürften.
Etwas direkter wird’s, wenn der Falke vor den Tie-Fighter flieht und man deren charakteristische Sounds mal von oben vernimmt. Allerdings hätte es in der wilden Verfolgungsjagd durchaus mehr Möglichkeiten gegeben. Alleine der Eintritt in den Hyperraum mit den überall übers Schiff streifenden Lichtblitzen wäre für coole 3D-Geräusche gut gewesen.
Nach 28 Minuten gibt’s dann den bis dato direktesten Soundeffekt von oben, wenn zwei der Sturmtruppler per Jetpack abheben. Drei Minuten später rieselt dann ein paar Mal Dreck von oben, weil die Protagonisten nach und nach von dort herabfallen.
Wie viel Potenzial liegen geblieben ist, merkt man immer wieder in Szenen wie im defekten Schiff bei 37’15. Dort bemüht man sich, das Ding wieder zu aktivieren und man hört leise(ste) Elektronik-Sounds von oben sowie ein bisschen von der beengten Akustik in dem kleinen Ding. Hier hätte man einfach mehr Gas geben, den Zuschauer mehr mit rein nehmen können. Immerhin zerfetzt Kylos Fighter nach 39’32 sehr gut ortbar über den Köpfen und die Blitze, die Rey kurze Zeit später aus den Finger entgleiten, kommen ebenfalls aus den Heights.
Kämpfen Rey und Kylo Ren dann vor der Wasserkulisse miteinander, verirrt sich schon mal ein Lichtschwert-Geräusch nach oben, man hört mal kurz eine Welle hereinbrechen und auch Rens Salto. Aber auch hier: Es wäre so viel mehr möglich gewesen.
Springen wir in die finale Schlacht, gibt’s nach 99’20 endlich mal ein landendes Schiff und ein paar Blitze. Außerdem flitzen hin und wieder ein paar X-Wings oder andere Fighter über die Heights. Meist klingt das allerdings ziemlich dünn und fast ein bisschen nach Zufall – selbst wenn sich bei 107’46 die Betondecke mal etwas kraftvoller von oben öffnet. Was aber in der Raumschlacht selbst NICHT passiert, ist schon verwunderlich. Da rauschen die Fighter über die Köpfe, Detonationen finden raumfüllend statt, in den Cockpits sprühen die Funken und man hört nichts von alledem.
Von allen bisher schwachen Atmos-Spuren bei eigentlichen Vorzeigefilmen gehört diese hier zu den schwächsten auf der 3D-Ebene.

(3461 Kundenrezensionen)
Preis: 24,99 €
(Stand von: 2020/08/04 4:42 pm - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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13 neu von 24,99 €2 gebraucht von 25,00 €
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 30 Apr 2020
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Bonusmaterial

Kylo Ren hat einen fulminanten Einstand in den Film  © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

Insgesamt sechs Featurettes finden sich auf der Bonus-Blu-ray von Der Aufstieg Skywalkers. „Das Vermächtnis der Skywalker“ stellt dabei das Kernfeature dar. Knapp über zwei Stunden werden wir mit exklusiven Bildern noch einmal in die Vergangenheit geführt (sensationell sind direkt die ersten Szenen vom Dreh des dritten Teils 1982 und Fans an den Zäunen entlang der Grenze zu Mexiko). Das ist Nostalgie pur. Das ist Kinomagie, die später in der Form nicht mehr erreicht wurde. Die Grenze zum Making-of von Episode IX ist dann entsprechend fließend und bemüht von Beginn an eine melancholische „Das-ist-das-Finale“-Stimmung. Man ist ganz nahe bei den Darstellern, bei Abrams und beim Spaß, den man beim Dreh hatte. Auch wird deutlich, dass ein nicht allzu geringer Druck auf allen Beteiligten lag, es mit dieser letzten Episode wirklich „richtig“ zu machen. Die immer wieder genutzten und eingestreuten Schnipsel von Behind-the-Scenes-Material aus der damaligen Zeit lässt das Feature zu einem der unterhaltsamsten und spannendsten Making-ofs der letzten Jahre werden.

Nur „normale“ Leute   © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved

„Die Speeder-Jagd auf Pasaana“ blickt noch mal zurück auf die zahlreichen Fluggeräte-Verfolgungsjagden der Filmreihe und taucht in die Realisierung der Szene mit den Speedern ein, die vor Greenscreen-Wänden in Jordanien gedreht wurde. Erneut outet sich John Boyega als echter Spaßvogel am Set. „Dreharbeiten in der Wüste“ geht noch mal expliziter auf die Star-Wars-Tradition ein, vor sandigem Wüstenszenario zu drehen. Allerdings geht man hier vor allem auf die unfassbare Logistik ein, die hinter einem gigantischen Projekt wie diesem steckt. Schaut man sich solche Aufnahmen an, kann man beinahe nicht glauben, dass so ein Film mit 275 Mio. Dollar Budget auskommt. „D-O: Schlüssel zur Vergangenheit“ kümmert sich um das Schiff, auf dem Reys Eltern getötet wurden.
„Warwick & Sohn“ rekapituliert das Engagement von Warwick Davis für die Filme. Warwick, der im aktuellen Film gleich auch Sohnemann Harrison (nach wem er ihn wohl benannt hat) in die SW-Familie integrieren durfte, war nach eigenen Aussagen ziemlich penetrant, um auch in Episode I mit von der Partie zu sein. „Die Kreaturen“ letztlich kümmert sich um einige der unendlich vielen unterschiedlichen Wesen des Universums – egal, ob animtronischer Natur, von Menschen oder Puppenspielern verkörpert.

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Fazit

Star Wars Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers ist nicht der erhoffte große Wurf zum Ende einer neunteiligen Saga. Er ist aber der bestmögliche Film, den man unter den gegebenen Möglichkeiten eines mutlosen (Episode VII) und eines chaotischen (Episode VIII) Vorgängers hinbekommen konnte.
Das wird die allermeisten Beinhart-Fans nicht mit den Disney-Versionen ihres Heiligtums versöhnen. Aber es ist für sich genommen ein sehr unterhaltsamer, meist schlüssiger Film geworden, der lose Fäden so gut es geht zu einem zusammenhängenden Ganzen führt.
Technisch liefern BD und UHD ein absolut sauberes Bild ab, das im Falle der UHD mit sichtbar mehr Kontrast aufwarten kann.
Der deutsche Dolby-Digital-Plus-Sound ist dazu wesentlich besser als man es ihm vorab unterstellt hat und spielt mit dem O-Ton relativ locker mit. Dessen Atmos-Aktivität auf der UHD muss allerdings als Enttäuschung gewertet werden.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 90%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 30%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 60%

Bonusmaterial: 90%
Film: 75%

Anbieter: The Walt Disney Company
Land/Jahr: USA 2019
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Adam Driver, Carrie Fisher, Lupita Nyong’o, Joonas Suotamo, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Mark Hamill, Naomi Ackie, Richard E. Grant, Ian McDiarmid
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 142
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 724
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2019 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved)

Trailer zu Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers

STAR WARS: DER AUFSTIEG SKYWALKERS – Ab dem 30.04. als Blu-ray™, DVD und als Download | Star Wars DE
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15 thoughts on “Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers 4K UHD & Disney+

  1. Avatar Hans-Ingo Trompeter

    Wohl dem, der den Auromatic-Upmixer verwenden kann. Schon verwunderlich, bei einem derartigen Prestigetitel die Atmoa-Spur derart schwach zu gestalten. Immerhin scheint ja der deutsche Ton zu passen. Bin sehr gespannt auf die restlichen Discs der Saga…

  2. Avatar Jack

    Wie schlägt sich denn die UHD im Vergleich zum Stream? Ist der deutsche Ton da noch weiter komprimiert oder gleich zur Disc? Und bringt Dolby Vision noch was fürs Bild?

    • Den Vergleich zum Stream wird’s geben, sobald Episode IX bei Disney+ verfügbar ist UND ohne Datenreduktion gestreamt wird.
      Bis dahin wäre ein seriöser Vergleich maximal in puncto Farbgebung, nicht aber in der Auflösung möglich.
      Hier bitte ich also noch um etwas Geduld.

  3. Avatar Jochen

    Danke für das Review – „Von allen bisher schwachen Atmos-Spuren bei eigentlichen Vorzeigefilmen gehört diese hier zu den schwächsten auf der 3D-Ebene.“ Sehe ich absolut genauso! War schwer enttäuscht, dass man hier nicht aus dem Vollen schöpft.

  4. Avatar Heimkineast

    Wie man für diesen Flickenteppich eine Wertung von 75% geben kann will mir nicht in den Schädel.

    Dass der HDR Transfer nicht mal die 1000 nits Marke schafft ist auch traurig. Ebenso die Tatsache, dass die 3D Version wieder extra zu kaufen ist.

    Danke Disney!

  5. Avatar Rolf

    Werde zum Stream greifen. Der Ton wird auf der UHD wohl kaum mehr Dynamik haben denke ich.

  6. Avatar Torsten

    Ich hoffe das Rogue One auch noch in 4K getestet wird , denn dieser soll ja wirklich in 4K gedreht worden sein.

    • Gedreht sogar mit 6.5K, auf die UHD dann mit echtem 4K-DI, das ist korrekt.
      Wird innerhalb der nächsten zehn Tage auch hier rezensiert.

      • Avatar Schmuserkadser

        Ich spoiler schon mal: D
        Rogue One sieht absolut geil aus.
        Was wohl nicht zuletzt daran liegt, dass er (als einziger SW Film) auf einem 4000
        Nits Monitor gemastered wurde. Leider spuckt mein Panasonic Player bei Rogue One keine Maximale Lichtstärke aus fürs Medium. Rausgehen tun aber 1000 Nits. Auch auch ohne die genauen Werte zu kennen, sieht man, dass das Bild wesentlich heller wird.
        Zumindest in Sachen Helligkeit stellt der alle anderen Star Wars Filme
        gnadenlos in den Schatten. Da muss man sich schon fragen, wieso sie das nicht bei den anderen Filmen, oder zumindest den Sequels geschafft haben.

        Tontechnisch bevorzuge ich dann aber doch die alte DTS HD MSTR Spur ^__^

  7. Avatar Timo

    Ich muss vornweg schicken, dass dies meine erste UHD ist, die ich gekauft habe.
    Für mich ist das 4K-Ergebnis grauenhaft. Total grobkörnig und unscharf. Mir war nicht bewusst, dass der Film so altbacken als Analog gedreht wurde. Da werde ich künftig wohl schauen müssen, dass ich nur UHDs von Filmen kaufe, die Digital gedreht wurden. Ich bin halt kein Freund dieses alten „Filmlooks“

  8. Avatar Torsten

    Die Tonspur für Dolby Digital+ wirklich super abgemischt finde es aber schon bemerkenswert wie laut man den Receiver hochdrehen muss um an normale Tonspuren ran zu kommen von der Lautstärke.

  9. Avatar Geraldini

    Wird es hier auch noch einen Vergleich zum DV Stream geben?

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