Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 4K UHD

Blu-ray Review

Warner Home Video, 28.05.2020
Warner Home Video, 28.05.2020

OT: Doctor Sleep

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Viel Rauch um Nichts?

Stephen Kings Fortsetzung zu Shining ist ein psychologisch tiefgründiger Thriller mit übernatürlichen Aspekten.

Inhalt

Danny spricht immer wieder mit dem imaginären Dick Hallorann

New Jersey 2011: Danny Torrance ist ein Wrack. Sein Leben ist eine Müllhalde und besteht aus Alkohol, Kneipenschlägereien und billigem Sex. Dreißig Jahre, nachdem sein Vater im Overlook Hotel wahnsinnig wurde, hat er noch immer mit den Dämonen aus dieser Zeit zu tun und ersäuft sie im Fusel. Wäre es nicht an Dick Halloranns gutem Geist gewesen, der dem jungen Danny erklärt hat, wie er seine spirituellen Vorahnungen und die Geister der Vergangenheit in kleine Boxen verbannen kann, wäre er wohl verrückt geworden. Als er jedoch so tief gesunken ist, dass er einer jungen Mutter nach einem One Night Stand die Brieftasche ausraubt, ist für Danny klar, dass sich etwas ändern muss. Vom Betreiber einer Miniatureisenbahn bekommt er einen Job und Hilfe. Gemeinsam gehen sie zu den Anonymen Alkoholikern und Danny erhält schließlich einen Job in einem Hospiz. Dort hilft er den Sterbenden hinüber auf die andere Seite und nimmt ihnen mit Hilfe seines Shinings die Angst vor dem Tod. Zur gleichen Zeit treibt ein umherziehender Kult sein Unwesen. Unter der Führung der zwielichten Rose the Hat kidnappen und töten die Mitglieder jene Menschen, die über das Shining verfügen. Sie saugen ihnen den „Steam“ aus, um so das ewige Leben zu erlangen. Und sie brauchen Nachschub, denn ein jüngster Vorfall hat eine Krankheit in ihre Gemeinschaft geschleust …

Rose verwaltet das Steam für ihren Kult

36 Jahre nach Shining ging Stephen King zurück zu den Ereignissen, die er 1977 im Overlook Hotel beschrieben hatte. Noch einmal ließ er seinen Gedanken über den Wahnsinn im Menschen, über verdrängte Traumata, die im Alkohol ertränkt werden und über die übersinnliche Fähigkeit des „Shining“ freien Lauf.
Rückblickend erzählt er, was die damaligen Geschehnisse mit Danny Torrance gemacht haben. Wie sie ihn nachhaltig traumatisiert und sein Leben beeinflusst haben. Während Shining konfrontativ mit dem Thema Gewalt innerhalb der Familie umging, bleibt Doctor Sleeps Erwachen subtiler und hintergründiger. Es geht um die Auswirkungen, die der Missbrauch von Kindern oder Frauen auf die Opfer hat; um das, was es mit denjenigen macht, die Schreckliches erfahren haben. Und es geht um Erlösung. Die Erlösung findet King darin, sich von den Süchten zu befreien – also nüchtern zu werden. Nur mit einem klaren Kopf kann man dem Bösen begegnen und es bekämpfen – ein sehr persönliches Motiv für King, der selbst bis zum Ende der 80er Jahre ein handfestes Alkohol- und Drogenproblem hatte.

Und so sehen die Steam-Jünger aus, wenn sie konsumieren

Für die Adaption der Vorlage war 2014 zunächst Akiva Goldsman vorgesehen. Doch erst durch den Erfolg von ES schaffte Doctor Sleeps Erwachen es wieder auf die Agenda von Warner Bros. Mike Flanagan (Before I Wake, Ouija – Ursprung des Bösen) übernahm die Überarbeitung des Drehbuchs und die Regie gleich mit – offenbar angesprochen vom Thema „Kindheitstrauma, das im Erwachsenenalter zu Süchten führen kann“ (Quelle). Gleichzeitig hatte er allerdings durchaus Respekt davor, in die Fußstapfen Kubricks zu treten. Als probates Mittel schien ihm, gar nicht erst zu versuchen, ihm nachzueifern und nach der Veröffentlichung des Films am besten zwei Wochen das Internet nicht zu nutzen (Quelle: ebd).
Gelungen ist Flanagan dabei ein durchaus atmosphärischer Streifen, der zwar eindeutig zu lang geraten ist (und im Dir. Cut der Bonus-Blu-ray noch mal 30 Minuten länger erscheint), aber vor allem in den Szenen mit den Anhängern rund um Rose the Hat überzeugt. Diese sektenähnliche Verbindung, die sich wie Vampire vom „Steam“ ihrer Opfer (jenen Kindern und Menschen mit dem Shining) ernähren, werden als campierende Nomaden charakterisiert und erzeugen in jeder Szene wohligen Grusel.
Vor allem Rebecca Ferguson ist das zu verdanken. Ihre Darbietung der Rose ist beängstigend gut. In jeder ihrer Szenen haftet man gebannt an ihren Lippen und nimmt ihr das esoterisch-bedrohliche Gefasel stets ab. Zwischen Verführung und Bösartigkeit legt sie die Rose an, auf dass der Zuschauer ihrer Ausstrahlung erliegt wie es auch ihre Anhänger tun.

Abras Vater wird Zeuge der Fähigkeiten seiner Tochter

Die Besetzung funktioniert ohnehin bis in die Nebenrollen hervorragend. Ewan McGregor lässt tief in die geschundene Seele von Danny blicken und Cliff Curtis als Billy Freeman überzeugt ebenso wie Carl Lumbly als imaginärer Dick Hallorann, der Scatman Crothers jüngere Version sein könnte.
Ohnehin kümmert sich Flanagan in Doctor Sleeps Erwachen vor allem um die Charaktere. Man sollte nicht mit der Erwartungshaltung in den Film gehen, einen vordergründigen Schocker mit Jumpscares zu bekommen. Viel mehr geht es um die Entwicklung der Figuren, um die tiefgründige Beschäftigung mit ihren aufgestauten Emotionen.
Trotz der Laufzeit und der Sorgfalt einige Figuren betreffend, scheitert der Film allerdings bei anderen. So bleibt beispielsweise rätselhaft, warum man die blonde Snakebite Andi so sorgsam zu Beginn aufbaut, nur um sie im weiteren Verlauf quasi zu verheizen. Und auch über Roses rechte Hand Crow Daddy erfährt man viel zu wenig. Hier wird dann das größte Manko des Films deutlich: Er ist einfach zu groß angelegt. Obwohl er mit zweieinhalb Stunden in der Kinofassung schon lang geht, fehlt ihm die Zeit, einige Details entsprechend auszuarbeiten. Was wirkt wie ein Widerspruch, weil oben auch von einer „zu langen Laufzeit“ die Rede ist, ist es tatsächlich nicht. Denn wo dem Film hier und da entscheidende Punkte fehlen, nimmt er sich an anderer Stelle zu viel Zeit, Belanglosigkeiten zu folgen. Das dürfte für den actionverwöhnten Horrorfilmfan zu dürftig, zu gemächlich und zu spannungsarm sein.
Für den Kubrick-Fan schließt Doctor Sleeps Erwachen aber immerhin einen optischen und inhaltlichen Bogen zu Shining durch seine zahlreiche Querverweise. So findet eine Besprechung zwischen John Dalton und Danny in einem Raum statt, der derselbe sein könnte wie jener aus dem Bewerbungsgespräch von Jack in Shining. Dazu gibt es einige Rückblicke, die sich an der Optik des Kubrick-Meisterwerks orientieren sowie das Finale, das im Nachbau des Overlook stattfindet. Hier werden gleich des Öfteren Erinnerungen an den Vorgänger wach – auch wenn das hier und da etwas zu gewollt wirkt.
Ob Flanagans Fortsetzung nun aber, wie in der Überschrift provokant gefragt, viel Rauch (Steam) um Nichts ist? Die Antwort bleibt ein klares Jein.

Rückkehr ins Overlook Hotel

Bild- und Tonqualität BD

Jemand nimmt Kontakt zu Danny auf

Um auch optisch ein bisschen in Richtung Shining zu gehen, wählten Regisseur Flanagan und sein angestammter Kameramann Fimognari ein Bildformat im Verhältnis von 1,85:1 (Shining bot 1,78:1). Auch von der Farbgebung her beginnt Doctor Sleeps Erwachen im 70er-Jahre-Stil. Leicht ausgewaschene Töne, gelbliche Hautfarben, Kontrastumfang eher im mittleren Bereich. Die generelle Rauschfreiheit der digitalen Bilder ist mitunter herausragend gut, wirkt ab und an aber schon mal etwas zu abgesoftet (Andis Gesicht 21’59). Hier mag eventuell etwas nachgeholfen worden sein, um einen speziellen Look auf ihrem Gesicht zu erschaffen. Ansonsten sind Close-ups von Personen mitunter absolut knackig scharf. Auf Dick Halloranns Glatze lässt sich beispielsweise jede Einzelheit erkennen.
Während das Kontrastniveau dauerhaft und beabsichtigt etwas mittelprächtig bleibt und nur selten für knackiges Schwarz sorgt (siehe Szenen im Supermarkt bei 63’30), passt der Look zum Film und vor allem zu den Szenen im Camp der Mitglieder des „Wahren Knotens“. Auffällig ist, dass es trotz der Vielzahl an Tonspuren und der Lauflänge von 2,5 Stunden keine sichtbaren Kompressionsartefakte gibt.

Zeit für den nächsten Schuss Steam

Es gibt Warner-Titel, denen man beim Anbieter wohl etwas mehr Potenzial zutraut und solche, bei denen das nicht der Fall ist. Die allermeisten Filme des Anbieters, die eine Dolby-Atmos-Abmischung im Kino hatten, bekommen diese dann sogar schon auf der Blu-ray und erst Recht auf der UHD. Doctor Sleeps Erwachen gehört (ebenso wie in der Vergangenheit The Nun oder MEG) nicht dazu. Denn während die BD für den O-Ton bereits Atmos liefert, bleiben Blu-ray und UHD bei magerem Dolby Digital.
Das ist definitiv schade und eine Entscheidung zugunsten einer Disk, die mit vielen Sprachen in möglichst vielen Auswertungsländern genutzt werden kann.
Für sich genommen kann man der DD-Spur aber nur wenig Vorwürfe machen. Sie klingt von Beginn an sehr räumlich, lässt die Naturgeräusche im Wald sehr lebhaft aus allen Speakern klingen und den monotonen Originalscore authentisch aus dem Center kommen. Dazu gibt der Subwoofer das herzschlagartige Pumpen, das den Film immer wieder begleitet, mit spürbarem Druck wieder. Gegenüber der englischen Atmos-Spur mit True-HD-Kern ist der Unterschied so gering wie es nur sein kann, wenn man sich die Tatsache anschaut, dass die DD-Fassung mit 448kbps läuft, während die Originalspur unkomprimiert erscheint und mit bis zu sechs Mbps aufwarten kann. Umso erstaunlicher, dass man der deutschen Synchro weder einen Mangel an Dynamik, noch die Verweigerung von Tiefbass vorwerfen kann. Zwar liefert der Film an sich kein dauerhaftes Feuerwerk an intensiven dynamischen Szenen, doch vielleicht kommt genau das der hiesigen Fassung zugute. Denn bis auf eine ganz geringe Neigung in unübersichtlichen Akustik-Momenten mal ein wenig Bass zu verschweigen, klingt der DD-Ton erstaunlich vergleichbar und gerade in seiner Räumlichkeit sowie der Griffigkeit der Stimmen, die Danny und andere im Film hören, ganz hervorragend.

Dann in den Überresten des Hotels

Der englische Atmos-Ton beginnt auf der Höhen-Ebene direkt mit Waldesrauschen, leisem Klopfen und Vogelgeräuschen von den Heights. Während der Titelsequenz hört man dann Glocken und einen rauschenden Soundeffekt, bevor die Kamera ins Overlook-Hotel wechselt und nach fünf Minuten donnert ein Gewitter von den Heights. Sämtliche Gruselszenen in der dunklen Wohnung werden ebenfalls effektvoll aus der Höhe begleitet und die Stimmen, die Danny in seinem Kopf hört, werden stets auch über die Höhen-Speaker abgelegt. Nach etwa 19 Minuten wird der Straßenlärm effektvoll hinzugefügt und drückt von oben auf Dannys und des Zuschauers Gemüt. Nach 29’20 werden dann die beschwörenden Stimmen während des kurzen Rituals dynamisch als 3D-Sounds eingespielt, während ohnehin sämtliche Szenen, in denen das „Steam“ auftaucht, mit 3D-Sounds belegt werden. Besonders deutlich und lang anhaltend passiert das nach 50 Minuten, wenn Abra in der Nacht Visionen von der Tötung des Baseballjungen hat oder zehn Minuten später während ihrer nächsten Vorahnung.
Besonders gruselig sind die Geräusche nach 79 Minuten, wenn Rose the Hat mitten in der Nacht aus dem Nichts angegriffen wird. Hier läuft’s einem wirklich kalt den Rücken runter. Nach etwas über 98 Minuten gibt es dann eine echte Actionszene, die von zahlreichen Schüssen und Querschlägern über die Heights begleitet wird.

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(Stand von: 2020/08/13 8:51 pm - Details
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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 28 May 2020
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Bild- und Tonqualität UHD

Auf den Spuren des Vaters

Doctor Sleeps Erwachen wurde mit der Arri Alexa 65 aufgezeichnet, einer der hochwertigsten Digitalkameras am Markt. Sie liefert je nach Framing eine Auflösung bis zu 6.5K, was im Nachgang über ein 4K DI gemastert wurde und auf die UHD gekommen ist. Warner hat zusätzlich in puncto HDR aus dem Vollen geschöpft und sämtliche Möglichkeiten integriert. Namentlich also: HDR10, HDR10+ und Dolby Vision. Außerdem kam natürlich ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum mit auf die Scheibe.
In der Praxis liefert die UHD selbstverständlich den gleichen, etwas kontrastschwachen, manchmal blässlichen Look. Hinzu kommt, dass sie aufgrund ihres dunkleren Masterings die allzu zahlreichen düsteren Szenen noch mehr Schwierigkeiten haben, eine gewisse Durchzeichnung zu liefern. Auch wird die Möglichkeit von Spitzlichtern kaum genutzt. Nimmt man die Szene im Kino nach knapp 20 Minuten, so schälen sich dort die weißen Anteile der Augen kaum aus der Dunkelheit heraus. Auch bei den Steam-Augen des Kults des Wahren Knoten hätte man sich mehr Kraft gewünscht. Zwar strahlen diese deutlicher als über die Blu-ray, aber nicht in dem Maße, wozu HDR in der Lage wäre.
Einzig diese isolierte Szene bei 109’54 profitiert von echten Spitzlichtern. In dieser sehen wir Rose in praktisch völliger Dunkelheit und ihre vom Steam geschwängerten Augen stechen fast schon dreidimensional aus dem TV heraus. In etwa als hätte man hinter ein statisches Bild zwei starke Leuchtmittel montiert. Hier werden vermutlich die 700 Nit Maximalhelligkeit geliefert, die von der UHD geliefert werden (siehe Angaben unten).
Ansonsten hat die UHD, wie oben geschrieben, vor allem ein Problem: Sie ist zu dunkel. Teilweise viel zu dunkel. Gegenüber der Blu-ray ist das Master so stark abgedunkelt worden, dass die ohnehin schon nicht hellen Innenräume und Nachtsequenzen kaum mehr Zeichnung zulassen. Dolby Vision schafft hier zwar noch etwas mehr Dynamik als HDR10, aber auch das reicht nicht, um den Film bei Rest- oder gar Tageslicht zu sehen. Einzig die helleren Szenen profitieren von Dolby Vision, weil DV die einzige Variante ist, die den generell vorhandenen Grauschleier etwas lüftet und mehr Kontrast liefert.
HDR10+ liefert erneut KEINERLEI Differenz zu HDR10. Egal, welche Szene, welche Kontrastumgebung man nimmt. Es ändert sich gegenüber HDR10 auf dem hier genutzten Panasonic TX-55GZW954 wie bei allen bisherigen HDR10+-Titeln rein gar nichts.

UHD HDR10 (66’00): (Slider ganz nach rechts): Zunächst zwei Vergleichsbilder, die erneut verdeutlichen, dass zwischen HDR10 und HDR10+ keinerlei Unterschiede zu erwarten sind.

UHD HDR10 Plus (Slider ganz nach links): HDR10+ ist und bleibt eine Totgeburt.

UHD HDR10 (35’35): (Slider ganz nach rechts): Auch hier, am Strand. Keinerlei Unterschied zwischen HDR10 und HDR10+.

UHD HDR10 Plus (Slider ganz nach links): Beide Bilder sind vollkommen identisch.

Blu-ray (66’00): (Slider ganz nach rechts): Der Vergleich zwischen Blu-ray und UHD fällt da schon deutlicher aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist deutlich dunkler, etwas kontrastreicher und farbiger. Solange es um helle Szenen geht.

Blu-ray (112-52): (Slider ganz nach rechts): Wenn es aber schummriger und düsterer wird, ist die Blu-ray die bessere Wahl.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Schon bei dieser Szene, die noch reichlich Restlicht hat, sumpft die UHD massiv ab. Sobald Szenen bei wirklicher Dunkelheit oder in den düsteren Fluren des Overlook stattfinden, wird es oft schwierig, überhaupt noch etwas zu erkennen.

UHD HDR10 (112’52): (Slider ganz nach rechts): Die gleiche Szene noch einmal zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision müht sich, wenigstens etwas mehr Durchzeichnung zu bringen und liefert auch das lebhaftere Grün.

Blu-ray (35’35): (Slider ganz nach rechts): Noch einmal die Szene von oben.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD wirkt hier zwar dramatischer, ist aber für eine echte Tageslichtszene auch schon eine Spur zu dunkel.

UHD HDR10 (35’35): (Slider ganz nach rechts): Die gleiche Szene noch einmal zwischen HDR10 und Dolby Vision.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision ist hier noch eine Spur gelblicher, farblich etwas intensiver.

Blu-ray (10’35): (Slider ganz nach rechts): Der Vergleich zwischen der Blu-ray und der UHD in Sachen Auflösung fällt hingegen sichtbar zugunsten der 4K-Scheibe aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD zeigt die Schriften deutlicher und klarer lesbar. Vor allem dort, wo es wirklich eng wird, wie beim „Florida“ rechts unten im Polizei-Abzeichen.

Hier das Bild zum Zoom-Vergleich in kompletter Größe
Keine Änderung beim Ton von Doctor Sleeps Erwachen. Es liegt auch hier die Atmos-Spur fürs Englische sowie die DD-Spur fürs Deutsche vor.

Bonusmaterial

Rose und Abra im Kampf

Zunächst einmal hält die UHD drei Disks bereit, von denen eine Blu-ray den Film im 25 Minuten längeren Director’s Cut enthält. Dies allerdings NICHT synchronisiert. Vorhanden ist hier lediglich der O-Ton in Dolby Atmos, keine andere Sprache.
Dazu gesellen sich insgesamt drei Featurettes. Das Erste „Von Shining zu Sleep“ lässt King selbst zu Wort kommen und erzählen, welche Ideen er hinter der Fortsetzung hatte.
Das Making-of läuft knapp eine Viertelstunde und taucht etwas tiefer in die Dreharbeiten sowie die Herangehensweise von Flanagan ein. Der Regisseur gibt zu Protokoll, dass er die Chance unbedingt nutzen wollte, in diese bekannte Shining-Welt noch einmal abtauchen zu können. Noch intensiver wird’s in „Rückkehr zum Overlook-Hotel“, das beschreibt, wie man das Set in Teilen erneut aufbaute und die Beteiligten sich wie Kinder benahmen, weil sie so viel Spaß darin hatten, ihre Kindheitserinnerungen aufleben zu lassen.

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Unterschied zwischen Kinofassung und Director’s Cut

Wie ein Abschnitt oberhalb erwähnt, so findet sich in der UHD von Doctor Sleeps Erwachen auf einer Extra-Disk auch der 180-minütige Director’s Cut des Films. Der hält schon mal einen strukturellen Unterschied bereit, indem er den Film in Kapitel unterteilt. Innerhalb des Films gibt es deutlich mehr Raum für die persönlichen Entwicklungen bei den Mitgliedern des „Wahren Knotens“ oder auch innerhalb von Abras Familie.
Ein paar detaillierte Unterschiede gibt’s im Spoilerbereich. Wer sich also die Spannung bewahren will, der lässt das Ding eingeklappt.

Unterschied Kinofassung vs. Dir. Cut
Direkt zu Beginn ist das Gespräch zwischen Rose und Violet länger.
In Dannys Badezimmer kriecht Mrs. Massey länger aus der Wanne und hinterlässt Fußspuren, die Mutter Wendy dann findet. Kurz darauf ist das Gespräch zwischen Danny und Hallorann über eine Minute länger und Danny bleibt auch deutlich länger bei seinem One-Night-Stand und spricht dort mit einem visuell vorhandenen Hallorann. Die Zauberer-Sequenz auf Abras Geburtstag ist länger und auch Gespräche zwischen Dan und dem Leider der Anonymen Alkoholiker. Die Strandszene mit Snakebite Andi ist länger und man sieht, wie sie Opa Flick umarmt. Ebenfalls ist die Sequenz mit dem Baseball-Jungen länger und nötigt Rose noch einen sarkastischen Kommentar ab. Das Gespräch zwischen Danny und Abra auf der Parkbank ist teils umgeschnitten und deutlich länger. Dann gibt es noch eine Szene, in der Rose von Crow beim Meditieren gestört wird, weil er ihr etwas über ein Erdbeben erzählen möchte. Im Overlook-Hotel spricht Danny dann länger mit seinem Vater und führt die beiden auch noch mal in das berühmte rote Bad.

Fazit

Doctor Sleeps Erwachen ist ein atmosphärischer, charakterkonzentrierter Gruselthriller geworden, der auslotet, was Kindheitstraumata mit den späteren Erwachsenen machen. Aufgrund von starken Schauspielern umschifft der Film einige zähe Passagen und fängt am Ende auch den Fan von Kubricks Shining, indem der Showdown genau dort wieder stattfindet, wo Danny seinen wahnsinnigen Vater erlebt hat. Rebecca Ferguson liefert dazu eine beeindruckende Vorstellung ab und dürfte eine der eindrucksvollsten Antagonisten der letzten Jahre sein.
Leider fehlt der deutschen Fassung die Dolby-Atmos-Realisierung, wenngleich der Dolby-Digital-Ton erstaunlich dynamisch und effektvoll geraten ist.
Das Bild der UHD hingegen ist über weite Strecken schlicht zu dunkel, um den Film tagsüber ohne Abdunklung schauen zu können. Dafür ist allerdings immerhin die Auflösung aufgrund des echten 4K-Masters sichtbar besser.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD (HDR10/HDR10+): 70%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 75%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 60%
Film: 70%

Anbieter: Warner Home Video Germany
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Mike Flanagan
Darsteller: Ewan McGregor, Kyliegh Curran, Rebecca Ferguson, Alex Essoe, Carl Lumbly, Cliff Curtis, Carel Struycken, Jacob Tremblay, Emily Alyn Lind, Bruce Greenwood
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 152/180
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, HDR10+, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 745
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Home Video Germany)

Trailer zu Doctor Sleeps Erwachen

STEPHEN KINGS DOCTOR SLEEPS ERWACHEN – Final Trailer #4 Deutsch HD German (2019)

6 thoughts on “Stephen Kings Doctor Sleeps Erwachen 4K UHD

  1. Avatar k

    Lohnt sich die UHD, wenn man keine HDR-Wiedergabekette hat?

  2. Avatar Rolf

    Habe hier den Stream vorgezogen. Der ist nach Anhebung des Subs ebenfalls in der Dynamik mehr als zufriedenstellend.

  3. Avatar Didi

    Hallo,
    danke für die gute und ausführliche Besprechung. Über einen Satz bin ich dann aber doch gestolpert: „viele Sprachen in möglichst vielen Auswertungsländern“, du gibst aber am Ende nur Deutsch und Englisch an. So gesehen wäre ja genug Platz für eine Atmos Abmischung gewesen. Oder welche Sprachen sind dann noch vorhanden??
    Danke im Voraus!
    Didi

    • Hi Didi.
      Du hast Recht, ich gebe nur die zwei „üblichen“ Sprachen an.
      Das ist ein bisschen der Faulheit und Übersichtlichkeit geschuldet.
      Ansonsten gibt’s noch: Englisch (Hörfilmfassung) DD 2.0, Französisch DD 5.1, Spanisch DD 5.1, Tschechisch DD 5.1, Polnisch DD 5.1 und Türkisch DD 5.1.
      Dazu die Tatsache, dass der Film eine lange Spielzeit hat und mit Dolby Vision und HDR10+ zusätzlich dynamische Konstrastformate.
      Am Ende kann es ein Platzproblem gewesen sein oder eben eine politische Entscheidung, dass man dem Film hierzulande nicht genug Wichtigkeit beimisst.

  4. Avatar Simon

    Hi,

    sehr schönes Review – wie immer! 😀
    Ich habe gestern die UHD geschaut und fand sie gar nicht zu dunkel. OK, es war abends, aber wirklich abgedunkelt hatte ich auch nicht.
    Ich kann mich an keine Szene erinnern, die mir helligkeitsmäßig negativ aufgefallen wäre.

    Ton (En – Atmos) hat auch echt Spaß gemacht.

    Überrascht (im Wesentlichen positiv) haben mich einerseits de Abweichungen vom Buch und andererseits die interessante Integration von Kubrik- und King-Shining. Das war schon cool.
    Allerdings hätte ich der Antagonistin gerne noch die eine oder andere „Monsterszene“ gewünscht – war mir bei aller exzellenten Schauspielerei doch ein wenig zu menschlich. 😉
    Und bisweilen nervten die akustischen „Heartbeat-Einlagen“ ein wenig.

    Aber in Summe eine feine Sache und ich werde mit nachher noch den DC geben.

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