Swimming with Men

Blu-ray Review

swimming with men blu-ray review cover
Alamode Film, 12.10.2018

OT: Swimming with Men

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Stille Wasser …

… sind tief. Das sagt ein Sprichwort bekanntermaßen. In Swimming with Men ist das durchaus wörtlich zu nehmen.

Inhalt

swimming with men blu-ray review szene 1
Eric hat eine Vision

Jeden Morgen das Gleiche: 37 Mal begrüßt er seine Kollegen im Büro mit „Guten Morgen“, setzt sich vor den Computer und analysiert Zahlen. Naja, er sollte es. Meist sitzt er aber eher so da und wartet auf den Feierabend. Die einen nennen es Midlife-Crisis, die anderen Depression. Wie dem auch sei: Eric fühlt sich mies. Den einzigen Ausgleich, die einzige Abwechslung aus diesem Trott erfährt er nur beim allabendlichen Gang ins lokale Schwimmbad, wo er seine Bahnen zieht. Ausgerechnet dort geschieht plötzlich etwas Merkwürdiges. Eine Gruppe von Männern in seinem Alter probieren sich im Synchronschwimmen – MÄNNER, SYNCHRONSCHWIMMEN. Was Eric zunächst völlig strange vorkommt, erweist sich bald als Möglichkeit, denn der Gruppe ist der Flow abgekommen. Erics analytische Art schlussfolgert blitzscharf: Der Gruppe fehlt ein weiterer Mann, um eine gerade Anzahl zu haben. Denn nur eine gerade Anzahl würde die Bewegungen wieder in den Fluss bringen. Also lädt man den gelangweilten Buchhalter ein, mitzumachen. Von da an ändert sich alles …

swimming with men blu-ray review szene 2
Die fünf Regeln des Clubs

Die Ausgangsidee von Swimming with Men hätte Anlass genug gegeben für eine infantil-alberne Komödie voller peinlicher Gags. Aber weil der Film von Oliver Parker (Johnny English – Jetzt erst Recht) britischer Herkunft ist und seine Figuren durchaus ernst nimmt, bleibt der (typisch britische) Humor stets oberhalb der Gürtel- oder sagen wir besser Badehosen-Linie. Vielmehr hält der Film die Waage zwischen den tragischen und witzigen Elementen und vermeidet sämtliche Peinlichkeiten. In der Tat hätte man wohl kaum gedacht, dass Szenen, in denen mittelalte und noch ältere Herren sich bei den Fesseln fassen und im Wasser choreografierte Figuren vollziehen, derart sympathisch und charmant rüberkommen – und zwar fernab von irgendwelchen Schwulen-Klischees (bevor das noch jemand denkt). Die Komik ergibt sich oft eher in den kleinen Details. Beispielsweise, wenn Kurt zum Eintauchen ins Wasser die Arme ausbreitet (implizierend, einen famösen Flachköpper hinzulegen) und dann einfach gerade mit den Füßen voraus reinspringt. Es dauert nicht lang und man hat diese schrulligen Typen mitsamt ihren Macken allesamt ins Herz geschlossen.

Erster Auftritt vor Publikum

Und wenn sie unter Anleitung ihrer strengen Lehrerin für Wettkämpfe üben, um im Anschluss vor einem Teller mit Superfood bei einem Glas Wasser zu sitzen, bekommt man sogar ein bisschen Mitleid. Ein Hauch von Cool Runnings oder Eddie the Eagle weht dann durch Swimming with Men – eine Underdog-Geschichte über ungewöhnliche Menschen in ungewöhnlichen Sportarten.
Respekt muss man den Darstellern zollen. Denn nicht nur hat sich ein jeder in ein Element begeben, was ihm vermeintlich nicht liegt. Nein, man trainierte. Und das ziemlich ausgiebig. Denn die schließlich dargebotenen Choreographien sind alles andere als ein Nachmittags-Besuch im Schwimmbad. Man sieht, dass alle acht Schwimmer mit Eifer bei der Sache waren und zieht seinen Hut vor dem Ergebnis. Ohnehin sind es die Darsteller, die den Film so gelungen werden lassen. Angefangen von Rob Brydon in der Hauptrolle über Downtown-Abbey-Star Jim Carter, der den Gruppen-Ältesten mimt über Charakter-Gesicht Daniel Mays (Limehouse Golem, Rogue One: A Star Wars Story) bis hin zu Thomas Turgoose, der mit 14 Jahren in This is England so brillant einen Jugendlichen verkörperte, der in die Fänge von Neo-Nazis geriet, ist das Ensemble richtig stark. Jede Figur hat ihre Eigenart und ist unverkennbar. Und über allen thront eine ebenso souveräne wie wunderbar komische Charlotte Riley als Trainerin. Wenn sie ihre Männer anfeuert oder an ihnen verzweifelt, ist das nicht nur witzig, sondern lässt auch über das etwas kitschige Finale hinwegsehen.

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Die Synchronität stimmt

Bild- und Tonqualität

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Susan führt ein strenges Regiment

Bis auf dezente Körnung in Bildhintergründen (blaue Sitze im Schwimmbad) ist das Bild von Swimming with Men extrem ruhig und vor allem knackig scharf. Naheinstellungen offenbaren praktisch jedes Detail in den Gesichtern und selbst unter Wasser ist die Auflösung noch sehr gut. Farben werden größtenteils natürlich wiedergegeben. Ab und an nutzt man eine etwas wärmere Farbstimmung, was in den entsprechenden Szenen gut passt. Die Aufnahmen im Schwimmbad hingegen sind etwas kühler. Eingestreute Aufnahmen der Action-Cams sind bewusst rauschiger und mit Blitzern durchsetzt.
Beim Ton dominieren durchweg die Stimmen aus dem Center. Selbst die Musikszenen werden nur bedingt räumlich und nur während des Wettbewerbs in Mailand gibt’s mal etwas Atmosphäre von den Rearspeakern. Das Gleiche gilt auch für den LFE-Channel, der praktisch kaum mit einbezogen wird.

Bonusmaterial

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Es gilt, das jüngste Mitglied vor dem Zugriff der Offiziellen zu bewahren

Das Bonusmaterial von Swimming with Men besteht aus fünf Interviews mit Regisseur Parker und einigen der Darsteller. Dabei sticht vor allem die Laufzeit heraus. Denn insgesamt kommt das Material auf gut anderthalb Stunden. In „Cast Quick Questions“ werden den Darstellern ein paar „Entweder-Oder-Fragen“ gestellt – mit witzigen Antworten. Außerdem werden noch einmal die fünf Regeln des Clubs wiedergegeben. Die B’Roll letztlich gibt gut sechs Minuten unkommentierte Einblicke in die Dreharbeiten.

Fazit

Überraschend ausgewogene britische Komödie, die Fettnäpfchen und Peinlichkeiten ebenso vermeidet wie allzu tiefe Figurenzeichnungen. Bleibt zwar nicht lange im Gedächtnis, unterhält aber prächtig und hat wunderbar aufgelegte Darsteller.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 70%
Film: 75%

Anbieter: Alamode Film
Land/Jahr: GB 2018
Regie: Oliver Parker
Darsteller: Rob Brydon, Rupert Graves, Jane Horrocks, Jim Carter, Daniel Mays, Charlotte Riley
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 97
Codec: AVC
FSK: 0

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Alamode Film)

Trailer zu Swimming with Men

SWIMMING WITH MEN I Ballett in Badehosen I ab 7.6 im Kino I offizieller deutsche Trailer HD

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