Tanz der Teufel – Evil Dead 4K UHD

Blu-ray Review

Sony Pictures, 21.10.2021

OT: Evil Dead

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Ab in den Keller!

Der Horrorkultfilm schlechthin feiert 4K-Wiederauferstehung.

Inhalt

Ikonisches Poster

Nachdem Ashley J. Williams (kurz: Ash) und seine vier College-Freunde ihr Ziel, eine verlassene Waldhütte irgendwo im Süden der USA, erreicht haben, erkunden sie das teilweise verfallene Häuschen. Im Keller entdecken sie ein altes Buch namens Necronomicon Ex-Mortis. Dazu ein Tonbandgerät des ehemaligen Bewohners. Der hatte offenbar irgendeinen Dämonenkult erforscht. Dass sie das Band besser nicht abgespielt hätten, wissen sie zu dem Zeitpunkt noch nicht. Denn die Beschwörungsformeln, die von dem Tape kommen, erwecken böse Geister, welche in der kommenden Nacht prompt in jeden der Jugendlichen fahren. Jeden? Nein, nicht in jeden. Ash kann gerade noch verhindern, dass der Dämon von ihm Besitz ergreift. Ob er am Ende als einziger ungeschoren davonkommt, steht allerdings in den Sternen …

Ikonischer Hauptdarsteller

Tanz der Teufel ist DER Mutprobenfilm der 80er-Jahre-Jugend. Kaum ein Junge der Umgebung, der nicht damit angeben konnte (oder zumindest wollte), dass er am Wochenende Sam Raimis Horrorstreifen gesehen hatte – natürlich im vollkommen ungeeigneten Alter von zwölf oder 13 Jahren.
Allerdings gab’s auch nicht lange Gelegenheit zum Gucken, denn vier Monate nach dem Videostart 1984 wurde er indiziert und drei Monate später sogar beschlagnahmt. Doch die Zeit zwischen Videotheken-Veröffentlichung und Beschlagnahmung reichte aus, um für zahlreiche VHS-Raubkopien auf dem Mark zu sorgen. Vielleicht war Tanz der Teufel seinerzeit sogar der am meisten schwarz kopierte Videofilm überhaupt.
Nun, gut 33 Jahre später, sorgte Anbieter Sony Pictures endlich dafür, dass eine Neubewertung vorgenommen wurde. Am 08.08.2016 wurde zunächst die Beschlagnahmung vom Berliner Amtsgericht Tiergarten aufgehoben. Mitte Oktober folgte dann konsequenterweise die Streichung von der Liste der indizierten Titel durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM). Damit war der Weg frei, den Horrorstreifen endlich auch fürs deutsche Publikum auf Blu-ray zu veröffentlichen. Überraschte schon De-Beschlagnahmung und De-Indizierung, darf man über das neue Urteil der FSK noch verwunderter sein. Sie bewertete Tanz der Teufel – Evil Dead tatsächlich mit einer FSK 16. Ist das WIRKLICH noch derselbe Film, vor dem wir uns als Jugendliche so gefürchtet und damit angegeben hatten, ihn gesehen zu haben? Immerhin kam das Lexikon des Internationalen Films seinerzeit ja zu folgendem Urteil:“Ein als Kultfilm ausgegebener unappetitlicher Horrorfilm, der sich von ähnlichen Produkten überwiegend nur durch die Häufung vordergründiger, ekelerregender Schockszenen unterscheidet. Er fußt auf dem fatalen Irrtum, daß eine möglichst naturalistische Darstellung grauenhafter Szenen bereits Gruseln hervorruft.”

Ikonische Maskeneffekte

Aus heutiger Sicht stellt sich die Frage, WER den fatalen Irrtum begangen hat …
Aber gut, wir reden ja auch von einer Gruppe Filmkritiker, die ihre Basis in der katholischen Filmarbeit hat. Die hat natürlich so ihre geregelten Probleme mit einem derart teuflischen Dämonenfilm. Wer konnte aber damals auch ahnen, welchen Weg Sam Raimi gehen würde und welche Bedeutung Tanz der Teufel für den weltweiten Horrorfilm haben würde – mal ganz abgesehen von den filmischen Aspekten. Die Kamerafahrten des Horrorstreifens sind bis heute viel kopiert und doch nie wirklich ähnlich innovativ umgesetzt worden. Was ebenfalls nicht viele wissen: Joel Coen (ja, genau DER) fungierte hier als Schnitt-Assistent und verdiente sich erste Sporen im Filmbusiness, während sein jüngerer Bruder Ethan noch Philosophiekurse in Princeton belegte. Man sieht also, wie viel junges Talent sich bei Evil Dead hinter der Kamera versammelte und versteht im Nachhinein noch besser, warum aus Tanz der Teufel nur ein Kultfilm werden konnte.
Für die damalige Zeit holte Raimi für ein Minimum an Budget (man munkelt, dass einige Sekunden von Terminator 2 so teuer waren wie der komplette Evil Dead) ein Maximum an Terror und Spannung aus seinem Film heraus. Bevor das Genre des Backwood-Horror mit Beiträgen förmlich überschwemmt wurde, setzte man hier noch die Maßstäbe. Mit Referenzen an The Hills Have Eyes zollte Raimi seinem damaligen Kollegen Wes Craven Respekt, sorgte aber am Ende dafür, dass die Horror-Ikonen vor ihm den Hut zogen. So beispielsweise Stephen King, der Tanz der Teufel als einen der originellsten Horrorfilme des Jahres beschrieb.

Bruce Campbells Rolle taugt zur Legendenbildung

Was dem Film mühelos gelingt, ist eine schneidend dichte Atmosphäre, die selbst heute noch hervorragend funktioniert. Die fünf jungen Leute sind die Archetypen für alle späteren Figuren in ähnlichen Filmen und werden liebevoll gezeichnet. Die Hütte im Wald liefert den höchst authentischen Hintergrund für die Geschehnisse und die Szenen im Keller erzeugen auch heute noch eine Gänsehaut. Ganz zu Schweigen von den vorzüglichen praktischen Masken, die sich auch heute noch nicht vor Genre-Kollegen verstecken müssen. Ebenfalls herausragend und innovativ umgesetzt ist die Missbrauchsszene durch die Wurzeln eines Strauches (oder Baumes?). Zum einen erzeugt sie ein extrem unangenehmes Gefühl, zum anderen ist sie technisch unter den Bedingungen grandios umgesetzt. Wenn die Dämonen dann einmal losgelassen sind und die Panik unter den Freunden ausbricht, regiert der Terror, der bisweilen aus heutiger Sicht vielleicht etwas zu hysterisch wirkt, seinerzeit aber seine Wirkung nicht verfehlte. Wer erinnert sich nicht an den ständig vom Keller aus an die Falltür polternde Cheryl, deren Hand immer wieder aus der kleinen Lücke herausgreift? Oder an den Moment, in dem sie Linda den Bleistift zwischen Knöchel und Achillessehne jagt.  Dass Tanz der Teufel auch eine Menge schwarzen Humor integrierte, passt ebenfalls hervorragend und sollte den Weg für die folgenden Teile bereiten, die von vornherein als Splatterkomödien ausgelegt waren und aus Ash eine der Kultfiguren des Horrorkinos machten. Das wiederum ist auch Bruce Campbell zu verdanken, der vermutlich zu den selbstironischsten und spaßigsten Typen gehört, die Hollywood je gesehen hat. Kein anderer kann sich so unnachahmlich über sich selbst amüsieren und karikiert sein eigenes Image derart genüsslich wie der mittlerweile über 60-jährige Schauspieler.

Preis: 15,49 €
(Stand von: 2021/11/28 2:04 am - Details
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Format: Blu-ray
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Erscheinungstermin: Thu, 21 Oct 2021
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Bild- und Tonqualität BD

Noch ohne die ikonische Kettensäge

Sony Pictures brachte 2017 bereits eine ziemlich hochwertige Vintage-Edition auf den Markt, die seinerzeit mit zwei Blu-rays bestückt war. Eine lieferte die unberührte Originalfassung, die andere eine remasterte Version, für die deutlich der Rauschfilter angesetzt wurde. Beide BDs ließen sich im Vorhinein auf 4:3 oder 16:9 (1,85:1) setzen. Der UHD Blu-ray liegt jetzt nur noch eine Fassung bei – und zwar die remasterte, also weichgefilterte. Da es sich um die identische Disk handelt, die auch die Vintage-Edition enthielt, gibt’s auch die identischen Tonspuren.
Rein vom Bild her dürfte man als Freund originalgetreuen Filmlooks nur wenig Freude für die Blu-ray empfinden. Zwar ist das ursprüngliche Material wirklich sehr körnig, aber die remasterte Fassung zeigt sich schon deutlich gefiltert und damit sehr soft. Von daher ist das eher etwas für Freunde von digitalem Look. Gut gelungen ist aber die Defektfreiheit. Der Kontrastumfang hingegen könnte besser sein. Schwarz ist nie richtig kräftig, Hautfarben wirken etwas blass und die Grund-Colorierung ist vornehmlich einer Braunpalette entnommen. Die Schärfe, wie erwähnt, bleibt durchschnittlich, ist aber immer dann recht gut, wenn Figuren und Objekte wirklich im Fokus stehen. Aufgrund der oft dynamischen Kamera ist dies aber öfter auch mal nicht der Fall. Während kurzer Bewegungen sieht man bei der remasterten Version schon mal, dass der Rauschfilter aus dem Tritt gerät und kurz die ursprüngliche Körnung offenbart.
Zum Bildformat: Tanz der Teufel wurde original in Fullscreen 4:3 aufgenommen wurde und bei seiner Premiere auch so gezeigt. 2002 bat Raimi allerdings für einen US-DVD-Release darum, das Bild auf ein Breitbildformat umzusetzen. Da aber keine Information beschafft werden kann, die schlicht nicht vorhanden ist, handelt es sich bei der 1,85:1-Fassung von Tanz der Teufel natürlich um eine aufgezoomte und oben und unten “gekappte” Variante des Fullscreen-Formats. Wer also ALLES sehen will, sollte sich den Film in 4:3 anschauen.

Wer rüttelt da an der Luke?

In Sachen Akustik hat man auf der Blu-ray (wie oben erwähnt) die gleiche Wahl wie bei der Vintage Edition. Entsprechend gibt es zwei 2.0-Fassungen in dts-HD-Master, von denen eine den Original-Mono-Sound (dts HD-MA 2.0 Mono) repräsentiert und die andere eine Stereovariante davon (dts HD-MA 2.0 Stereo). Dazu gibt’s noch einen 5.1-Upmix, der in regulärem dts vorliegt. Den deutschen Synchronfassungen ist eines gemeinsam: Die Stimmen sind gerade zu Beginn zu leise und gehen oft unter. Das kennt man noch von der VHS-Version aus den 80ern. Die Stereo- und 5.1-dts-Spuren leiden hierunter noch mehr, während die Monofassung die Dialoge noch ein wenig lauter präsentiert. Da man bei den Alternativ-Tonspuren in Stereo und 5.1 dann entsprechend die Lautstärke nach oben anpassen muss, wirken die ohnehin schon hysterischen Sprachsequenzen noch aufgeregter und unangenehmer. Was die Umgebungsgeräusche in Tanz der Teufel angeht, klingt die 2.0-dts-HD-MA-Stereofassung dennoch am besten. Die öffnet den Raum ein wenig, ohne ihre Authentizität zu verlieren und hat der Monofassung damit die breitere Bühne voraus. Allerdings verzerren die Stimmen über die Stereofassung bei lauterem Gekreische stärker. Die Surroundversion in 5.1 kann man hingegen getrost ausgeschaltet lassen. Ein bisschen Grundrauschen über die Rearspeaker, ab und an ein direktionales Geräusch oder Krachen sowie das etwas räumlichere Gekichere von Linda – das war’s in Sachen Soundeffekte. Dazu immer wieder unangenehme Phasenverschiebungs-Effekte. Dynamik sucht man hier vergebens. Das Geschehen scheint sich irgendwo zwischen 1kHz und 15kHz abzuspielen – drüber und drunter herrscht akustisch gähnende Leere. Dazu zischelt die hiesige Fassung bei den S-Lauten etwas und der Filmscore tönt ein wenig dumpf.

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Bild- und Tonqualität UHD

Wären vermutlich lieber nicht in die Hütte gekommen

Tanz der Teufel darf als lupenreine Independent-Produktion gelten, was auch im verhältnismäßig angestaubten Equipment seine Entsprechung findet. So wurde der Film nicht auf 35-mm-, sondern mit Arriflex-16-BL- und Arriflex-16-S-Kameras auf 16-mm-Film aufgenommen. Für die UHD-BD-Veröffentlichung hat man das Originalmaterial 2018 noch mal in 4K gescannt und auf der deutschen Scheibe mit HDR10 als dynamischem Kontrastformat versehen. Jetzt darf und kann man von einem 4K-Scan eines 16-mm-Films keine Wunder erwarten, da 16-mm-Filmmaterial in seiner Informationsdichte nicht ausreichend Auflösung für 4K mitbringt. Zumal zahlreiche Einstellungen des Films schon ursächlich ziemlich aus dem Fokus sind. Es sei noch erwähnt, dass die UHD Blu-ray ausschließlich die 4:3-Fassung enthält.
In der Praxis liefert das Bild der UHD-Blu-ray eine durchweg bessere Kontrastierung mit satterem Schwarz und erkennbar besseren Highlights. Zum einen überstrahlen diese weniger, zum anderen sind Lichtquellen etwas prägnanter. Die Farbgebung ist während der zahlreichen und in Brauntönen gehaltenen Szenen etwas dezenter und weniger übertrieben, während die Bluteffekte deutlich kräftiger Rot und weniger orangebetont erscheinen. Hauptsächlicher Vorteil der 4K-Scheibe ist der sichtbar harmonischere Look der Körnung sowie das bessere Encoding – und zwar auch gegenüber der ungefilterten Blu-ray-Fassung. Das analoge Filmgrain erscheint feiner und gleichmäßiger, wird auch rund um Objekte herum nicht aus dem Tritt gebracht und kommt sehr organisch rüber. Echte Auflösungsunterschiede lassen sich, wie erwartet, nicht feststellen.

Blu-ray ungefiltert (3’09): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der Blu-ray (hier die ungefilterte Fassung) …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … liefert die UHD BD mehr Kontrastdynamik.

Blu-ray gefiltert (9’03): (Slider ganz nach rechts): Hier der Vergleich zwischen der gefilterten Blu-ray mit wachsweichem Gesicht.
Blu-ray ungefiltert (Slider ganz nach links): Und der ungefilterten Blu-ray aus der 2017er Vintage Edition. Deutlich erkennbar, dass die ungefilterte Fassung die Körnung recht authentisch rüberbringt.

Blu-ray ungefiltert (9’03): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild zwischen ungefilterte BD und UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray stellt das Korn feiner dar.

Blu-ray ungefiltert (15’25): (Slider ganz nach rechts): In vielen der braunbetonten Momente ist die Blu-ray etwas bunter.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD BD ist reduzierter im Look.

Blu-ray (16’16): (Slider ganz nach rechts): Gut erkennbar: Die Spitzlichter sind über die Blu-ray nicht sehr strahlend.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD holt per HDR10 hier deutlich mehr Spitzenhelligkeit und Strahlkraft raus. Außerdem erkennbar: Mehr Bildinhalt in dieser Szene aufgrund des neuen 4K-Scans, der teils mehr vom Bild zeigt.

Blu-ray gefiltert (35’31): (Slider ganz nach rechts): Noch einmal ein Vergleich zwischen der gefilterten Blu-ray, die den Daumen unschärfer und detailärmer darstellt und die Körnung auf der Karte tilgt.
Blu-ray ungefiltert (Slider ganz nach links): Die ungefilterte Fassung zeigt mehr Bilddetails.

Blu-ray ungefiltert (35’31): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild zwischen ungefilterte BD und UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe zeichnet auf der hellen Karte besser durch und stellt auch hier das Korn feiner dar.

Blu-ray (43’24): (Slider ganz nach rechts): Kommt Farbe ins Spiel …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): ist die HDR-Scheibe “fleischiger” und kräftiger.

Blu-ray (78’54): (Slider ganz nach rechts): Feuer sieht über die Blu-ray schon gut aus.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD integriert mehr Farb- und Helligkeitsvarianzen und erscheint dynamischer.

Blu-ray (81’07): (Slider ganz nach rechts): Auch hier gibt’s einen Farbvorteil bei der UHD-BD.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Sie liefert das kräftigere Gematsche auf dem Boden.

Blu-ray gefiltert (9’03): (Slider ganz nach rechts): Das Bild von oben im Ausschnitt: Die gefilterte Blu-ray offenbart nur wenig Korn – und das sehr unharmonisch und ungleichmäßig.
Blu-ray ungefiltert (Slider ganz nach links): Die ungefilterte Blu-ray ist hier authentischer am Filmoriginal.

Blu-ray ungefiltert (9’03): (Slider ganz nach rechts): Im Close-up sehr gut sichtbar:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeigt das Korn wesentlich feiner und noch homogener als die ungefilterte Blu-ray.

Blu-ray gefiltert (2’55): (Slider ganz nach rechts): Die schon aufnahmeseitig nicht gute Szene auf der Landstraße wird über die gefilterte Blu-ray zum Graus: Unharmonisches Restkorn, schwaches Encoding und sichtbare Nachschärfungsartefakte bestimmen das Bild.
Blu-ray (Slider ganz nach links): Die ungefilterte Blu-ray ist in dieser Szene auch nicht herausragend gut, was aber bereits an der schwachen Aufnahme selbst liegt. Ihr sind Überschärfungen aber weitgehend fremd und die Körnung ist gleichmäßiger.

Blu-ray ungefiltert (2’55): (Slider ganz nach rechts): Im Vergleich die ungefilterte Blu-ray und die UHD-BD:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD holt aus der schwach gefilmten Szene das Beste raus: Harmonisches Korn und gutes Encoding sowie harmonische Kontrastübergänge am Strommast ohne Nachschärfungen.

Einer der größten Schmerzmomente des Films

Beim Ton gibt’s einerseits keine Änderung, andererseits sehr wohl. Zunächst hat man fürs Englische nur noch eine 5.1-Variante, keine Stereo- und Monofassung mehr. Darüber hinaus ist diese 5.1-Fassung (ebenso wie die Deutsche Mehrkanalspur) nun von regulärem DTS auf verlustfreies DTS HD-Master geupgradet worden. Fürs Deutsche gibt es die 2.0-Mono- und Stereoversionen noch, allerdings erfuhren diese ein Kompressions-Downgrade von DTS HD-Master auf Dolby Digital 2.0 – vermutlich auch, weil noch einige Sprachen mehr auf die UHD BD gerückt sind, um sie weltweit auszuwerten. Jetzt ist die Frage, ob sich die Reduktion auf 0.1 Mbps für die 2.0-Mono- und Stereofassungen hörbar niederschlägt – immerhin ist der Sound ja eh blechern und dünn. Und tatsächlich lässt sich in der reinen Klangqualität aufgrund der ohnehin eher mittelprächtigen Basis kaum ein Unterschied ausmachen. Dialoge sind immer noch dünn, Kreischlaute zu schrill und Soundeffekte zu dumpf. Hier in puncto Datenrate einen hörbaren Unterschied auszumachen darf den ganz empfindlichen Ohren vorbehalten sein.

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Bonusmaterial

Da die 4K UHD Blu-ray lediglich mit den Filmdisks in 4K und Full-HD ausgestattet ist, fehlt das zusätzliche Bonusmaterial der Vintage Edition komplett. Einzig der untertitelte Audiokommentar von Sam Raimi, Bruce Campbell und Robert Tappert, den die drei 2009 eingesprochen haben, liegt vor – und das auch nur auf der remasterten Blu-ray.

Fazit

Tanz der Teufel ist der Horror-Kultfilm schlechthin. Und nun liegt er in der visuell bestmöglichen, weil authentischsten und dem Original-Filmmaterial am nahe kommendsten Fassung vor. Mehr kann und darf man nicht erwarten – in Anbetracht der Tatsache, dass der Raimi auf 16-mm-Material drehte, der Fokus oft nicht sitzt und die Beleuchtung meist suboptimal ausfällt. Die 4K-Fassung reproduziert die Körnung aber wesentlich feiner als die bisherige (ungefilterte) Blu-ray und kann auch im Kontrastverhalten punkten. Der Sound bleibt dünn und blechern wie eh und je – unabhängig davon, welche Basis-Kodierung man verwendet hat.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 60%
Bildqualität UHD: 70%

Tonqualität (dt. Fassung dts HD-MA 2.0 Mono): 55%
Tonqualität (dt. Fassung dts HD-MA 2.0 Stereo): 50%
Tonqualität (dt. Fassung dts 5.1): 50%
Tonqualität (Originalversion dts HD-MA 2.0 Mono): 55%
Tonqualität (Originalversion dts HD-MA 2.0 Stereo): 55%
Tonqualität (Originalversion dts 5.1): 55%

Bonusmaterial: 20%
Film: 85%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 1981
Regie: Sam Raimi
Darsteller: Bruce Campbell, Ellen Sandweiss, Betsy Baker, Hal Delrich, Sarah York
Tonformate Blu-ray: dts HD-Master 2.0 Mono: de, en // dts HD-Master 2.0 Stereo: de, en // dts 5.1: de, en
Tonformate UHD Blu-ray: dts HD-Master 5.1: de, en // DD 2.0: de // DD 2.0 (Mono): de
Bildformat: 4:3 // 1,85:1 (wahlweise bei remastered Blu-ray)
Laufzeit: 85
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: 9978
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Sony Pictures)
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Trailer zu Tanz der Teufel

Tanz der Teufel (1982) Trailer [german]


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.

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