Terminator: Dark Fate 4K UHD

Blu-ray Review

Twentieth Century Fox Home Entertainment, 05.03.2020
Twentieth Century Fox Home Entertainment, 05.03.2020

OT: Terminator: Dark Fate

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Für John

Ignoriere (fast) alles, was du bisher über die Terminator-Filme wusstest …

Inhalt

Dani scheint eine gewichtige Rolle in der Zukunft zu spielen

Das Jahr 2020: Sarah Connor hat überlebt. Die Menschheit hat sich nicht in einer nuklearen Wolke vom Erdboden verabschiedet und die Maschinen haben nicht die Kontrolle übernommen. Sarah staunt deshalb nicht schlecht, als sie die junge Dani und eine gewisse Grace vor dem Zugriff eines neuen Terminators beschützen muss. Wie sich herausstellt, wurde Grace aus der Zukunft geschickt, um Dani vor Rev-9, dem attackierenden Terminator, zu beschützen. Grace selbst ist eine durch kybernetische Modifizierungen „verbesserte“ Supersoldatin, die allerdings nichts von einem Skynet oder gar John Connor weiß. Vielmehr erzählt sie von einer künstlichen Intelligenz namens „Legion“, die von den Menschen für die Kriegsführung entwickelt wurde. Als Legion zur Gefahr für die gesamte Menschheit wurde, bekämpfte man es nuklear. Erneut steht der Erde also die völlige Vernichtung bevor. Ihr Weg führt die Schicksalsgemeinschaft nach Laredo, wo sie auf einen T-800 treffen, der Sarah das Blut in den Adern gefrieren lässt. Dieser Cyborg nennt sich nun Carl, hat eine Familie und ein entwickeltes Bewusstsein. Und er bietet seine Hilfe im Kampf gegen Rev-9 an …

Grace kann nicht alles Unglück verhindern

Als James Cameron 1984 seinen harten SciFi-Actioner Terminator ins Rennen schickte, konnte wohl niemand ahnen, dass er mit seinem Maschinenmenschen aus der Zukunft einen derart nachhaltigen Einfluss auf die Popkultur hervorrufen würde. Gleichzeitig dürfte Arnold Schwarzenegger seinem Kumpel Cameron bis heute dankbar sein, seine Karriere so dermaßen angeschoben zu haben. Vielleicht wäre aus dem Bodybuilder aus der Steiermark ansonsten nie ein derart erfolgreicher Schauspieler geworden – und das, obwohl die Texte seiner Rolle als Terminator auf ein halbes Din-A4-Blatt passen (große Schrift, wohlgemerkt).
Mit rund 80 Mio. Dollar weltweitem Einspiel war der erste Teil des Franchise nicht mal ein gigantischer Erfolg – sehr wohl aber im Angesicht seines geringen Budgets von nur 6,4 Mio. Dollar. Als Cameron dann 1991 zu einer Fortsetzung ansetzte, war das Budget um mehr als das 15-fache angestiegen. Terminator II – Tag der Abrechnung war seinerzeit der erste Film, der ein 100-Mio.-Dollar-Budget nutzte, um seine Geschichte zu erzählen. Zum einen sicher der Tatsache geschuldet, dass Schwarzenegger sieben Jahre später ein teurer Megastar war, zum anderen aber vor allem den aufwendigen VFX von Industrial Light and Magic (ILM). Was die Trickeffekte-Künstler hier mit einem für die damalige Zeit immensen Rechneraufwand erschufen, hatte man so noch nicht gesehen. Selbst heute können die Morphing-Effekte des T1000 noch überzeugen. Und sie boten im zweiten Teil eine Optik, die man bis dato noch nicht gesehen hatte. Robert Patrick durfte sich ebenfalls über einen zünftigen Karrierepush freuen und spielt bis heute gerne Rollen, die thematisch ähnlich gelagert sind. Nicht auszudenken, wenn passiert wäre, was er in einem Interview preisgab. So sollte die Rolle des T1000 ursprünglich von Billy Idol gespielt werden. Der Sänger war aber aufgrund eines Motorradunfalls noch nicht wieder hergestellt und musste passen. Es scheint aus heutiger Sicht fast unvorstellbar, wie Schmolllippe Idol (nichts gegen ihn als Künstler) den stoisch-unbewegten Gesichtsausdruck des Terminator hätte darstellen sollen.

Sarah Connor hat’s nicht verlernt

Nach T2 war die Legende rund um das Franchise jedenfalls zementiert. Über 500 Mio. Dollar Einspiel waren für die damalige Zeit ein sensationeller Wert und ein später aufgetauchter Director’s Cut (den man in Deutschland lange nur über dubiose Kanäle oder aus holländischen Videotheken leihen konnte) festigten den Kult noch weiter. Leider ging es von da an bergab. Cameron verließ das Franchise und die Regisseure wechselten von Film zu Film. Terminator 3 – Rebellion der Maschinen kam zwölf Jahre nach dem Vorgänger, wurde von Jonathan Mostow (U-571, The Hunter’s Prayer) inszeniert und kostete sagenhafte 180 Mio. Dollar. Inhaltlich schloss er an T2 an und setzte voraus, dass der Tag des jüngsten Gerichts verhindert werden konnte. Im Jahr 2004 war John Connor demnach ein eher ziellos umherstreunender Mann, der den Tod seiner Mutter Sarah durch Leukämie nicht verwunden hatte. Um ihn und seine späteren Gefolgsleute zu eliminieren, wird erneut ein Terminator geschickt. Der darf dieses Mal ein weibliches Äußeres (sexy: Kristanna Loken) annehmen und als T-X dem T-850 (Schwarzenegger) Feuer unter’m Metall-Hintern machen. Zwar wollten immer noch viele Zuschauer sehen, wie ein etwas älter gewordener Arnold seinen Terminator in zunehmend selbstironischer Weise spielte, doch 430 Mio. Dollar Einspiel waren dann 2003 dann doch nicht mehr die Macht. Vielleicht auch ein Grund, warum Schwarzenegger sich dann zurück zog und der vierte (auch heute noch unterschätzte) Teil ohne ihn stattfinden musste. Da dessen Gewinnspanne im Kino noch geringer ausfiel, dachte man eigentlich, es sei vorbei mit dem Franchise (obwohl man Salvation ursprünglich als Start einer neuen Trilogie geplant hatte).
Doch weitere sechs Jahre später ließ sich Schwarzenegger erneut überreden, einzusteigen. Das Resultat: Terminator Genisys, eine Art Reboot mit den gleichen Charakteren des ersten Teils, aber einer etwas anderen Story. Auch hier plante man eine neue Trilogie. Auch hier kam es nicht dazu.

Rev-9 hat eine Mission

Denn vier Jahre später kehrte nach  28 Jahren Quasi-Abstinenz James Cameron zum Franchise zurück. Er fungierte als Produzent und Autor, übernahm zudem die kreative Kontrolle über das Projekt. Terminator Dark Fate setzt ebenfalls auf einen Neuanfang. Er ignoriert alles, was nach T2 kam (inklusive der Sarah Connor Chronicles) und setzt neben Schwarzenegger erstmalig auch wieder auf Linda Hamilton in ihrer Rolle als Sarah.
Prinzipiell versucht man nicht, eine neue Erklärung dafür zu finden, warum die Zukunft aus ihren alten Visionen doch irgendwie stattgefunden hat, sondern dachte sich eine alternative künstliche Intelligenz aus, die die Menschheit allerdings auch in eine Katastrophe trieb.
Als Regisseur setzte man auf Tim Miller, der zuvor mit Deadpool sein Debüt gab und den zweiten Teil des Marvel-Antihelden nur deshalb nicht inszenierte, weil er sich mit Hauptdarsteller und Produzent Ryan Reynolds überworfen hatte.
Miller wollte dem Publikum wieder das Gefühl geben, dass man in die Figur des Terminators neues Vertrauen setzen kann. Vertrauen, dass er durch die vorangegangenen drei Teile offenbar verloren gegangen sah. Mit Cameron als Produzent und Schwarzenegger in der klassischen Rolle sollte das doch funktionieren.
Leider war das Gegenteil der Fall. Mit einem Einspiel von 260 Mio. Dollar bei Produktionskosten von ~190 Mio. Dollar ist Dark Fate der mit Abstand schwächste Teil des gesamten Franchise und ein veritabler Flop (rechnet man das Geld für Marketing und den Anteil der Kinos mit hinein).

Carls Hilfe fällt feurig aus

Wie konnte das passieren?
Nun, ein Großteil geht zu Lasten des schwachen Drehbuchs. Während der Entwicklungszeit der Story hatten nicht weniger als zwölf unterschiedliche Autoren und Drehbuchschreiber ihre Hände in irgendeiner Form im Spiel. Gleich mehrfach wurde es umgeschrieben, bis am Ende sogar Miller und Cameron selbst noch einmal Änderungen vornahmen. Da die beiden sich aber ebenfalls nicht einig waren, hat man es nun mit einer etwas unentschlossen wirkenden Geschichte zu tun – vor allem in puncto Originalität.
Dabei fängt alles vielversprechend an. Die Idee, den Film mit einem echten Schock zu starten, sitzt. Und sie ebnet Hamilton den Weg, erneut eine grimmige und von Misstrauen geprägte Darstellung zu liefern. Es sind dann auch die Szenen zwischen ihr und Schwarzenegger, die zahlreiche Querverweise auf die alten Filme bieten und für Spannung und Gänsehaut sorgen. Wie sich Sarah misstrauisch um den T-800 bewegt, während der sie von seiner Menschlichkeit überzeugen möchte – das macht gerade im Hinblick auf die ersten beiden Teile richtig Spaß. Und wenn Sarah ihn bisweilen anbellt wie ein verletzter Hund, ist das schon klasse.
Auch die Action passt. Und da es ein erstaunlich ausgewogenes Maß aus ruhigen und sehr rasanten Szenen gibt, kann man Dark Fate hier kaum etwas vorwerfen – mal davon abgesehen, dass Rev-9 sich bisweilen zu sehr wie ein Flummi bewegt.
Insbesonderes Lob geht an Mackenzie Davis in der Rolle der Grace. Sie ist physisch eine Macht und man nimmt ihr jeden Fight und jede Bewegung ab – genauso wie seinerzeit Linda Hamilton. Ihre Kampfszenen sind wirklich klasse choreografiert und geschmeidig in Szene gesetzt. Hamilton darf das an ihrer Seite mit schwerem Geschütz und ein wenig Zynismus ergänzen, während Natalia Reyes ein starke Dani Ramos abgibt, die keinesfalls nur einfaches Opfer sein möchte.
Dass Terminator Dark Fate in gewisser Weise ein Frauenfilm geworden ist, wirkt modern und zeitgemäß, vergrätzt aber vermutlich einige der Hardcore-Fans des Franchise.

Ein widerwilliges Team

Schwarzenegger darf das mit stoischer Ruhe und ein paar netten Gags ergänzen. So bekommt zu Beginn nicht nur die maschinelle Evolution ihr Fett weg, wenn Dani sich in der Firma über die eingesetzten Roboter beschwert, sondern auch der Waffenfetisch der Amerikaner. Schwarzenegger, der in seiner politischen Karriere für eine stärkere Waffenkontrolle eintrat und leidenschaftlicher Kritiker Donald Trumps ist, lässt es sich nicht nehmen, einen augenzwinkernden Kommentar auf Texas und seinen lässigen Umfang mit Waffen abzuliefern.
Es ist aber vor allem sein altersweiser Umgang mit der Figur der Sarah, der für Humor und sogar ein wenig Rührung sorgt. Ohne die Figur des Terminators der Lächerlichkeit preis zu geben, findet er genau den richtigen Ton.
All diese Aspekte lassen Dark Fate die ärgerlich schwachen Genisys und Rebellion der Maschinen vergessen.
Dass das dennoch kaum einer sehen wollte, liegt sicherlich daran, dass man mittlerweile den Glauben verloren hatte, das Franchise noch einmal beleben zu können.
Und es liegt eben daran, dass man sich die Story arg einfach gestrickt hat.
Denn, mal ganz ehrlich: Das Ganze ist nur alter Wein in neuen Schläuchen. Was ist daran innovativ, wenn die gleiche Bedrohung nur einen anderen Namen bekommt? Ob nun Skynet-Maschinen und -Kampfflieger durch das Geschehen der Zukunft pflügen oder jene von Legion macht erzählerisch und sogar optisch kaum einen Unterschied. Mal ganz abgesehen davon, dass man sogar Actionszenen aus T2 kopiert hat. Das als Reminiszenz zu werten, wäre geschönt. Denn die LKW-Verfolgung ist schamlos aus Tag der Abrechnung geklaut.

Bild- und Tonqualität BD

Grace weiß, wie sie ihre kybernetischen Modifikationen einsetzt

Terminator: Dark Fate beginnt relativ bunt und kontrastreich, wenn der Alltag von Dani in ihrer Wohngegend geschildert wird. Die Bild- und Laufruhe könnte etwas höher sein. Man bemerkt durchaus ein leichtes Grieseln auf Hintergründen. Sehr gut gelingen die Schwarzwerte der Blu-ray, die dunkles Haar oder entsprechende Kleidung sehr prägnant erscheinen lässt. Die Flash Forwards in die Gegenwart von Grace werden von Grau- und Grüntönen dominiert, in deren dunklen Teilbereichen Details schon mal etwas versumpfen. Sehr gut sind jedoch die Szenen auf dem Zug in völliger Dunkelheit nach etwas über 45 Minuten. Zwar kann hier der Schwarzwert nicht mehr richtig satt sein, weder geht es hier grau verschleiert zu, noch bleiben Details verborgen. Die Schärfe könnte indes durchweg etwas besser sein.

Kann Sarah ihr Misstrauen bewältigen?

Wie bei Anbieter Fox üblich, kommt auch hier die deutsche BD mit einer regulären dts-Spur. Der englische Ton setzt auf unkomprimiertes dts-HD-Master.
Wer Fox kennt, weiß, dass (trotz der mittlerweile Übernahme durch Disney) die dts-Spuren mitunter ihre Bandbreite vollkommen ausreizen. Ein schönes Beispiel dafür war zuletzt Ad Astra, der wirklich prächtig und dynamisch gemastert war.
Auch Terminator: Dark Fate setzt über den Subwoofer von Beginn an teils heftige Akzente und nimmt noch mal an Kraft zu, wenn der T-800 am Strand auftaucht und mit Sarah Connor kämpft. Die in Zeitlupe gefilmten Szenen werden von einem immensen Grollen begleitet. Ähnliches geschieht, wenn Rev-9 nach elf Minuten in der gegenwärtigen Zeit ankommt. Wenn er dann das erste Mal mit Grace kämpft, wird das dauerhaft von aggressiven Tiefbass-Aktionen begleitet – man nehme nur den Moment, in dem der Terminator mit dem Kipper durch die Mauer bricht.
Noch krasser wird’s wenn Sarah kurz darauf das erste Mal auftaucht und für eine zünftige Explosion sorgt oder wenn Grace die Metallkette in Slow-Motion schwingt – auch hier hat der LFE-Kanal satt zu tun (25’18 und 107’41).
Insgesamt ergibt sich ein sehr wuchtiges akustisches Geschehen, das in den Actionszenen nur hin und wieder die Übersicht etwas unterschlägt. Dynamik und Bass stimmen, die Feinzeichnung lässt es aber ab und an etwas an Genauigkeit vermissen. Das ist durchaus Mäkeln auf sehr hohem Niveau und die allermeisten Setups werden hier wirklich hervorragend bedient.
Das gilt vor allem auch für die generelle Räumlichkeit, die durch innovative Sounds und allgegenwärtige Surround-Effekte für ein höchstes Maß an Immersion sorgt. Erneut zeigt sich, dass die dts-Spuren von Fox wirklich klasse sein können. Leider steht zu befürchten, dass künftige Fox-Titel durch den Disney-Filter laufen und nur noch mit Dolby Digital Plus und familienfreundlichem Mastering kommen.
Die englische dts-HD-Master-Spur kann das noch einen Hauch besser, ist noch ein klitze kleines bisschen druckvoller. Aber generell kann man mit der deutschen dts-Fassung sehr glücklich sein.

Bild- und Tonqualität UHD

Altes Modell vs. ultramoderne Kampfmaschine

Terminator – Dark Fate wurde mit Kameras vom Typ Arri Alexa LF aufgenommen – volldigital, versteht sich. Am Ausgang der Alexas lagen zwar 4.5K an, doch aktuell ist von offizieller Seite aus nicht ganz klar, ob das Ganze über ein 4K DI (wie zunächst über entsprechende Quellen zu lesen) oder über ein 2K DI auf die UHD gelangte.
Ich werde versuchen, anhand des Bildvergleichs eine Vermutung anzustellen, ob wir es mit einem nativen 4K-Bild oder einer hochskalierten Disk zu tun haben.
Sehr wohl bekannt ist, dass auf der UHD die Kontraststeigerung nach dem statischen HDR10 vorliegt.
HDR10+, wie es die Rückseite des Covers angibt, ist NICHT mit an Bord. Hier betreibt der Aufdruck leider Etiketten-Schwindel.
Gegenüber der BD hat die UHD ein auffallend ruhigeres und stabileres Bild. Die Körnung wirkt deutlich feiner, fast ein wenig gefiltert. Selbst in den dunklen Szenen wird’s hier nur selten mal etwas wuselig und auch helle Himmelshintergründe leiden nicht unter Körnung. Nach etwas über einer Dreiviertelstunde gibt’s eine nächtliche Szene auf dem Zug, die auch klar macht, dass die UHD im Schwarz nicht absäuft. Die Durchzeichnung bleibt erhalten, trotzdem es hier wirklich düster zugeht und nur wenig Kontrast für das Abzeichnen von Umrissen bleibt. Hinzu kommen die etwas natürlicheren Farben, die Gesichter gesünder und neutrale Oberflächen – nun ja – neutraler aussehen lassen. Die Schärfe ist bei der Blu-ray (bedingt durch die dezenten Unruhen) nicht exorbitant gut. Die UHD kann durch die ruhigere Bildlage subjektiv für mehr Details sorgen, was aber eher daran liegt, dass man von dem Pixelrauschen weniger abgelenkt wird. So richtig WIRKLICH scharf ist die UHD aber auch nicht. Selbst wenn die Narben von Grace und auch Linda Hamiltons (sie möge es mir verzeihen) Falten sehr griffig aussehen, sieht man bei näherem Hinschauen, dass es einfach noch dreidimensionaler sein könnte. Vor allem bei den Szenen auf Carls Anwesen dürfte Schwarzeneggers Antlitz noch feinere Details im Bart und seinem Gesicht zeigen. Nicht falsch verstehen: Das sieht aus zwei Meter Entfernung schon sehr beeindruckend aus, aber echtes 4K dürfte hier doch anders aussehen.
Es ist demnach sehr wahrscheinlich, dass hier nur ein 2K DI zum Einsatz kam.
Und dann fällt da auch noch ein echter Bildfehler auf: Sieht man sich das Arius-Logo bei 11’49 an, so bleibt das bei der Blu-ray in der dezenten Bewegung (die Kamera ist in der Entfernung nicht ganz sauber arretiert) halbwegs ruhig. Die UHD bekommt den Schriftzug allerdings überhaupt nicht eingefangen. Es zappelt unruhig und weist in diesem Hin- und Herwackeln Kantenartefakte auf.

Blu-ray (80’07): (Slider ganz nach rechts): Heller und weniger dynamisch: Die Blu-ray von Terminator Dark Fate.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Deutlich dunkler, aber auch kontraststärker: Die UHD.

Blu-ray (109’29): (Slider ganz nach rechts): Das Feuer im Finale wirkt über die Blu-ray etwas matter.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch hier zeigt die UHD mehr Kontrast und kommt etwas kräftiger rüber. Allerdings hat man das bei anderen UHDs schon deutlicher gesehen.

Blu-ray (73’07): (Slider ganz nach rechts): Die Wiese vor Carls Anwesen könnte über die Blu-ray noch differenzierter sein.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Über die UHD kommt das Ganze mit mehr Tiefe rüber. Auch das rote Hemd im unscharfen Hintergrund kommt stärker und abgegrenzter zum Betrachter. Hier ist der verringerte Rauschfaktor der Grund.

Blu-ray (29’00): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir mal etwas näher ran, zeigt sich bei der Blu-ray das etwas rauschigere Bild, das eine perfekte Auflösung in der Tiefe verhindert.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist nicht wirklich deutlich besser aufgelöst. Die feinere Körnung lässt die Details aber harmonischer erscheinen.

Hier das Bild in voller Größe, zum Vergleich mit dem Zoom oben
Diego gibt den tapferen Beschützer der Schwester

Während der deutsche Ton über die UHD bei regulärem dts bleibt, bekommt die Originalfassung ein Upgrade von dts-HD-Master auf Dolby Atmos.
Auf der regulären Ebene tun sich True-HD-Kern und dts-HD-Master kaum etwas. Beide englischen Fassungen liefern hier auf höchsten Niveau ab.
Wenn wir uns die Höhenebene anhören, beginnt diese so aktiv wie seit Längerem nicht mehr. Schon die zwirbelnden Sounds bei der TV-Aufnahme Connors werden von den Heights begleitet. Der kurze Ausschnitt ins Land der Maschinen liefert die wuchtigsten Überfluggeräusche von Kampfgleitern seit langer Zeit und wenn Grace im typischen Ball aus Blitzen in der gegenwärtigen Zeit landet, wird der Zuschauer selbst in die Zeitkapsel-Blase teleportiert. Das Gleiche passiert dann bei Minute 10’30, wenn Rev-9 auf der Erde landet. Fighten die zwei aus der Zukunft dann in den Fabrikhallen das erste Mal miteinander, wird jede von oben kommende Aktion auch entsprechend korrekt von Signalen begleitet. Bei der darauf folgenden Verfolgungsjagd zwischen Pick-up und Kipplaster fliegen immer wieder Fahrzeuge hörbar durch die Luft und über den Zuschauer hinweg. Final wird das noch getoppt von den satten Sounds bei der Explosion nach gut 25 Minuten.
Nach 35 Minuten geht’s dann noch mal in die Zukunft und was hier über alle zehn Speaker abgerissen wird, gehört zum Besten, was seit Längerem über eine Atmos-Spur zu sagen war: Tiefbass, Surroundaktivität und 3D-Sounds aggressivster Natur sorgen für ein immersives Erlebnis sondergleichen. Gut eine Viertelstunde später geht’s noch einmal ähnlich brutal zu, wenn das kaputte Gebäude mehrfach von einem Spähflugzeug überflogen wird.
Irdische Fluggeräte gibt es dann nach 64 Minuten, wenn ein Helikopter ebenso aktiv aus den Heights kommt und man die Rotoren über den Köpfen die Luft zerschneiden hört. Ähnliches gibt’s noch mal nach 83 Minuten, wenn der Rev-9 das Quartett ausfindig macht. Wunderbar kraftvoll kommt auch der Überflug des Jets (92’45) oder der Fall des Humvees ins Wasser (67’00).

Bonusmaterial

Die Vergangenheit steht ihr ins Gesicht geschrieben

Im Bonusmaterial von Terminator – Dark Fate finden sich zunächst sechs entfallene und erweiterte Szenen mit einer Gesamtlaufzeit von knapp neun Minuten. Dazu gesellen sich vier Featurettes. In „Eine Legende kehrt zurück“ bekommt man einen recht umfassenden Rückblick auf das Franchise selbst. Außerdem wird man über die Arbeit am Skript aufgeklärt und bekommt einige Statements von Miller, Cameron oder den Darstellern. „Weltenschöpfer“ läuft mit etwas über 30 Minuten am längsten und konzentriert sich auf das Setdesign, die visuellen Effekte, die unterschiedlichen Drehorte und einige der Stunt-Arbeiten. In „Showdown an der Staumauer“ knöpft man sich dann die finale Actionszene vor und analysiert ihre Planung. Die „Entstehung der Dragonfly-Sequenz“ ist letztlich eine Montage von visuellen Effekten unterschiedlicher Stadien der Kampfszene, die im Jahr 2042 stattfindet.

Fazit

Terminator – Dark Fate ist ein rundweg unterhaltsamer Film mit gut aufgelegten Darstellern, vielen Déjà-vu-Momenten und zünftiger (ja sogar recht harter) Action. Wirklich viel gibt’s hier nicht zu bemängeln, wenn man davon absieht, dass das Drehbuch wirklich erschreckend innovationslos geblieben ist.
Man muss Dark Fate allerdings schon Böses wollen, wenn man ihn runterputzt. Denn das hat er – gerade gegenüber dem direkten Vorgänger Genisys – wirklich nicht verdient.
Verdient haben BD und UHD Lob. Und zwar für die deutsche Tonfassung in dts. Selbst wenn man auf die 3D-Sounds der englischen Atmos-Version verzichten muss, reizt die dts-Fassung ihren Codec maximal aus. Das Bild der UHD gerät ruhiger und kontrastreicher, ohne sich allerdings in puncto Schärfe massiv von der BD absetzen zu können.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 95%
Tonqualität BD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 60%
Film: 75%

Anbieter: Twentieth Century Fox Home Entertainment Germany
Land/Jahr: USA/China 2019
Regie: Tim Miller
Darsteller: Linda Hamilton, Arnold Schwarzenegger, Gabriel Luna, Mackenzie Davis, Natalia Reyes, Diego Boneta, Edward Furlong
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 128
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2019 Twentieth Century Fox Home Entertainment)

Trailer zu Terminator: Dark Fate

Terminator – Dark Fate | 4K UHD Steelbook, Blu-ray, DVD & Download | FSK 16 | Deutsch HD
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13 thoughts on “Terminator: Dark Fate 4K UHD

  1. Avatar Jürgen

    Hab den Film im Kino gesehen und muss sagen das er mir sehr gefallen hat ist zwar kein Terminator 2 von der Qualität geworden aber wirklich gute Action Unterhaltung! Hab mir die UHD Blu-Ray gekauft und werde ihn im Heimkino nochmal genießen

  2. Avatar Peter K

    Hab den Film daheim gesehen und bin enttäuscht. Keine Story. Von anfang an Flüchten sie vor Rev9
    Das zieht sich durch den ganzen Film. Aktion zu Aktion mit Verfolgungsjagd im Auto, Transporter, Hubschrauber oder Flugzeug.
    Bis man zum Entschluss kommt man kämpft gegen Rev9.
    Super Logik….Film einer der schlechten der Reihe.

    • Wenn man es ganz nüchtern und ohne rosarote Brille den ersten beiden Teilen gegenüber betrachtet: War es bei T2 nicht genauso? 😉

      • Avatar Frank Klingenberg

        Auch wenn man die rosa Brille absetzt, war ich entsetzt von dieser zusammengeflickten Geschichte.
        Keine Neuerungen, ein bisher immer wiederkehrendes gleiches Muster, außer in Salvation,
        führt irgendwann zu gähnender Langeweile. Jetzt weiß ich warum dieser Film im Kino gefloppt
        Ist und finanziell ein Desaster war.

        Trotzdem Super Reviews und Bildvergleiche auf dieser Seite hier. Weiter so.

        Gruß F.K.

        • Unterschreibe ich absolut. Die Story ist unfassbar unoriginell.
          Ich war für meinen Teil aber überrascht, wie viel Unterhaltungswert Miller aus diesem zu 90% geklauten Story-Einerlei herausgeholt hat.
          Für mich war’s eher so nach dem Motto: Besser was Bekanntes unterhaltsam neu erzählt, als krampfhaft was Neues versucht – wie bspw. bei GENISYS.
          Gehöre aber auch zu denen, die T1 großartig fanden, T2 (denn ja alle anhimmeln) dann noch sehr gut und als Nächstes dann T4 nennen würden. Imo hätte man dort wirklich besser weitermachen können.

  3. Avatar Denis

    Interessant, die digitale Version auf iTunes hat Dolby Vision (Dolby Atmos nur für die englische Sprache und DD+ 7.1/DD 5.1 für die deutsche und englische), zumindest laut Beschreibung. War doch eine gute Idee, den Film nicht sofort zu kaufen, sondern abzuwarten.

    Beabsichtigen Sie eine Art Quervergleich?

    • Aus Gründen des finanziellen Aufwands lässt sich der Quervergleich leider nicht anstellen.
      Während beim Bild die Unterschiede trotz Dolby Vision nicht allzu groß ausfallen dürften, ist die deutsche dts-Spur der Disk allerdings vermutlich wesentlich dynamischer als die DD+-Variante des Streams.

  4. Avatar Udo

    Hat mir persönlich sehr gut gefallen, besser als der nutzlose Teil davor. Viele nostalgische Momente, aber leider auch nichts Innovatives.
    Seine Sympathien hat „Arnie“ allerdings zum Teil bei mir eingebüßt, als er der Greta einen überflüssigen Tesla geschenkt hat.
    Er hätte sich aus der Politik raus halten sollen, davon hat er keine Ahnung und mittlerweile sind wir in unserem Land bezüglich innerer Sicherheit an einem Punkt angelangt, da wünsche ich mir Verhältnisse wie in Texas.
    Das dumme Trump Bashing, insbesondere unserer MSM, kommt hier glücklicherweise nicht zum Tragen.

    Alles in Allem ein Terminator Film, der m. E. durchaus unterhalten kann.

  5. Avatar Johann

    Texanische Verhältnisse in Deutschland. Na Dankeschön. Ich muss gleich brechen

  6. Avatar Günther

    Soweit ich mich erinnere war man mit der Arbeit von Schwarzenegger in Kalifornien sehr zufrieden. Und wer Schwarzenegger abspricht,von Politik Ahnung zu haben aber Trump gut findet mit dem erübrigt sich wohl jede Diskussion über Politik. #facepalm

    • @Udo, Johann und Günther:
      Bitte die politischen Diskussionen in entsprechenden Foren führen, nicht hier. Hier geht es um Filme, nicht darum, wer politisch im Recht ist. Weitere Kommentare in diese Richtung werde ich unkommentiert entfernen.
      Danke!

  7. Avatar Micha

    also hatte die Blu ray geliehen und der dts Ton ist schon gut aber finde das grade bei der Aktion einfach das gesprochene sehr leise dumpf wirkt die Dynamik fehlt da einfach.
    Film aber sonnst fand ich gar nicht schlecht und würde gerne wissen ob es sich Lohnt zur UHD zu greifen dts ist ja bei beiden gleich aber rein vom Bild her ob es sich Lohnt.???

    • Wenn der dt. Ton bei dir nur gut ist und die Dialoge in der Aktion zu leise sind, die Dynamik nicht da ist, dann ist da was nicht ganz korrekt.
      Die dts-Fassung von DARK FATE gehört zum Besten, was der Codec in den letzten Jahren geliefert hat. Steht dem englischen dts-HD-Master kaum nach.
      Hier muss man absolut Respekt zollen, was man trotz der starken Komprimierung in der Datenrate erzielt hat.
      Ob sich das Bild lohnt, kannst du eigentlich ganz gut anhand meines Textes und der Vergleichsbilder sehen.

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