The Equalizer 4K UHD

Blu-ray Review

equalizer 4k uhd review cover
Sony Pictures, 10.08.2018

OT: The Equalizer

Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft.

Extreme Auffassungsgabe

Denzel Washingtons erster Auftritt als Ex-Agent Robert McCall liegt nun auch auf UHD vor.

Inhalt

equalizer-4k-uhd-review-szene-1.jpg
Robert McCall lebt eigentlich ein einfaches Leben

Robert McCall kennt als Ex-Elite-Soldat und -Agent die negativen Seiten des Lebens und versucht nun, da er den Job an den Nagel gehängt hat, ein reguläres Leben zu führen. Er arbeitet im Baumarkt, macht ein Geheimnis aus seiner Vergangenheit und gibt hin und wieder denjenigen Tipps für ein gesünderes Leben, die ihn darum bitten. Das kann er gut, immerhin lebt er immer noch streng und diszipliniert. Seit einiger Zeit genießt er Abends in einem Diner etwas Ruhe und ein gutes Buch. Dort lernt er die junge Prostituierte Alina kennen und hat immer ein offenes Ohr für deren Probleme. Das Mädchen wäre gerne eine Sängerin, wird aber von ihrem Zuhälter zu den übelsten Typen geschickt und hat im Prinzip keine Perspektive. Als sie eines Tages brutal misshandelt auf der Intensivstation landet, kann Robert nicht anders: Er sagt Lebewohl zum normalen Leben, besinnt sich auf seine Fähigkeiten und knöpft sich den Luden vor. Das wiederum ruft die halbe russische Mafia auf den Plan, die nun ihrerseits Jagd auf McCall macht. Doch der nimmt die Herausforderung an …

equalizer-4k-uhd-review-szene-5.jpg
… bis ihm die junge Prostituierte Terry begegnet

Antoine Fuqua und Denzel Washington sind seit dem großartigen Training Day ganz dicke miteinander. Diese Harmonie führen sie nun in The Equalizer weiter, der zwar Motive der 80er-Jahre-TV-Serie nutzt, aber prinzipiell eine vollkommen eigenständige (wenn auch dünne) Geschichte erzählt. Das Rachethema ist praktisch so alt wie der Actionfilm selbst und so geht es in The Equalizer tatsächlich um nichts weiter als Vergeltung. Damit diese für den Zuschauer aber nachvollziehbar ist, braucht es eine entsprechend gute Begründung und eine moralische Grundlage. Die funktioniert hier hervorragend, da die Figuren klar (man könnte böse sagen: schön schwarz-weiß) gezeichnet sind. Es ist von Beginn an eindeutig, wer auf welcher Seite steht und das bedächtige, im Vergleich zu anderen Filmen intensive Einführen Washingtons und Moretz‘ führt zu einer sofortigen Identifikation mit McCall und Alina. Umso stärker wird die Bindung an die Figuren, da lange schon kein Bad Guy mehr so bad war wie es Marton Csókás (Sin City 2: A Dame to Kill for, Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro) in der Rolle des übertätowierten Teddy ist. Seine erste Aktion, das brutale Zusammenschlagen des Bauleiters, zeigt, wie gnadenlos er vorgeht und beim ersten Aufeinandertreffen zwischen Teddy und McCall ist die Leinwand förmlich elektrisiert. Dieser auch auf intellektueller Ebene geführte Zweikampf ist es, der The Equalizer zu einem herausragenden Actionthriller werden lässt. Das mag hin und wieder bei 130 Minuten Laufzeit etwas zu viel Ballast mit sich rumschleppen und bedient auch eher die Fans von stylischem Kino, denn von solchem mit Tiefgang, doch manchmal darf’s auch einfach Unterhaltung ohne sonderliche psychologische Tiefenwirkung sein – und unterhalten wird man in Fuquas Film blendend. Dies im Übrigen nicht nur während der sehr gut choreografierten Kampfszenen, sondern vor allem durch die sich sukzessive aufbauende Spannung, die sich im Baumarkt-Showdown furios löst.

equalizer-4k-uhd-review-szene-7.jpg
Die Peiniger Terrys bekommen es mit Roberts Kampfkünsten zu tun

Womit wir bei der Inszenierung sowie dem schon vorab diskutierten Gewaltfaktor von The Equalizer wären. Fuqua nutzt jeweils vor den Auseinandersetzungen ausgedehnte Zeitlupensequenzen, um die Auffassungsgabe des Ex-Agenten zu visualisieren. Das ist zwar aus inhaltlicher Sicht Unfug, macht aber einen höllischen Spaß. Die Auseinandersetzungen selbst ähneln in ihrer Abgeklärtheit den vehementen Schlagabtauschen in Neesons 96 Hours – auch was die Gewaltdarstellung angeht. Zimperlich war Fuqua nie und ist es auch jetzt nicht. Da bohrt sich ein Korkenzieher genüsslich durch den Kiefer eines der Schergen und die Kamera hält frontal drauf. Das war sowohl in der Single-Disk Blu-ray mit FSK-16-Freigabe als auch in der Steelbook-Version mit dem 18er Label enthalten – beide lieferten den Film in ungeschnittener Fassung. Der Unterschied in der FSK-Freigabe lag im kurzen Schnipsel „Home Mart: Taking Care of Business one Bolt at a Time“ des Bonusmaterials begründet. Da dieses Bonus-Feature auf der UHD nicht enthalten ist, kommt diese entsprechend wieder mit dem 16er Label daher.
Dass The Equalizer inhaltlich am Ende dann doch ein paar Federn lassen muss, liegt vor allem daran, dass es ein wenig zu gutmenschenhaft zugeht und McCall ein paar MacGyver-Basteleien zu viel auffährt – das stört selbst dann, wenn man die inhaltlichen Mängel dem reinen Unterhaltungswert unterordnet.

equalizer-4k-uhd-review-szene-12.jpg
Teddy ist ein skrupelloser Brocken

Bild- und Tonqualität BD

equalizer-4k-uhd-review-szene-13.jpg
Wo Robert auftaucht, fliegt auch mal was in die Luft

Kurze Info vorab: Die UHD enthält (Sony-typisch) KEINE Blu-ray. Die Darstellung der Bild- und Tonqualität der BD bezieht sich auf die reguläre Blu-ray, die seinerzeit erschien.

Das absolut laufruhige, rausch- und kornfreie Bild von The Equalizer liefert beeindruckende Kontraste und satte Schwarzwerte zu jeder Zeit. Die vielen Close-ups von Washington bestechen durch ihre Farbkraft und einen extrem plastischen, dreidimensionalen Eindruck. Hauttöne sind durchweg in warmen Gelb- und Brauntönen gehalten, während einzelne Farbtupfer für etwas Abwechslung sorgen. Die Schärfe ist in Naheinstellungen manchmal geradezu beängstigend gut.
Ebenso gut, wenn nicht noch etwas besser schlägt sich der Sound von The Equalizer. Zwar beginnt der Film eher ruhig, doch sobald die Metro vorbeirauscht, Slavi in seinem dicken Benz durchs Bild fährt oder ein Truck durch die Stadt donnert, weiß der geneigte Betrachter und Zuhörer, wo der akustische Hammer hängt. Beide Spuren, sowohl die englische dts-HD-Master-Fassung in 7.1 als auch das deutsche Pendant mit sechs Kanälen liefern immer wieder satten Tiefbass und sehr räumliche Effekte.

Bild- und Tonqualität UHD

Teddy stattet Mandy einen Besuch ab

Schon The Equalizer wurde komplett digital gefilmt. Zum Einsatz kam eine Arri Alexa Plus 4:3, an deren Ausgang durchweg 2.8K Auflösung anlagen. Hiervon hat man ein 2K-Digital-Intermediate angefertigt, von dem ausgehend für die UHD hochskaliert wurde. Es handelt sich also nicht um „echtes“ 4K, was wir hier sehen. Integriert wurde aber natürlich dennoch ein erweiterter Farbraum im Rahmen von Rec.2020 sowie die höhere Bilddynamik nach statischem HDR10.
Im laufenden Bild zeigt sich, was für die BD auch galt: Die Bildruhe blieb komplett erhalten und wird um nochmals sattere Schwarzwerte ergänzt. Fast sensationell gut ist der Kontrast zwischen Alinas schwarzem Haar, ihrem rosigen Teint und den ultraroten Lippen während der Aufnahmen im Diner – viel mehr Schwarz geht eigentlich nicht (11’47). Viel mehr geht auch bei der Schärfe kaum. Trotz des „nur“ hochskalierten Bildes sind die Close-ups noch eindrucksvoller. Man erkennt nun wahrlich jedes Detail auf Washingtons kahlem Schädel oder auch im geschunden geschminkten Gesicht von Chloe Moretz (22’48). Wie gesagt: Trotz eines „nur“ 2K-DIs zeigt sich die Schärfe auch im direkten Vergleich besser. Hautporen sind wesentlich klarer, Umrisse von Nasen und Ohren deutlicher und Unebenheiten auf Texturen besser erkennbar.
Außerdem gibt es keinerlei Randunschärfen, wie sie manchmal beim zweiten Teil des Films auffallen (24’14). Da der Film zu weiten Teilen in dunklen Umgebung spielt, ist er grundsätzlich nichts für den Genuss in taghellen Räumen. Die leichte Abdunklung der UHD bestätigt dies noch. Wer aber am Abend oder im verdunkelten Heimkino schaut, der wird hier mehr als glücklich. Denn so viel Punch haben düstere Szenen selten. Zumal ihnen jedes Überstrahlen oder Farbrauschen fremd ist und Spitzlichter wie das Helle in den Augen absolut eindrucksvoll wiedergegeben werden.
Beim Color Grading reduzierte man den ganz leicht gelblichen Teint und präsentiert Hauttöne etwas wärmer. Auch Holzelemente sind nun brauner, nicht mehr so gelblich-braun. Graue Flächen wirken zudem noch neutraler und farbstichfreier.

equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 1
Trotz der grundsätzlich recht warmen Farbgebung erscheint die Blu-ray etwas gelblicher auf den Hauttönen.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 2
Die UHD geht hier den noch etwas wärmeren, bräunlicheren Weg.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 3
Auch hier kann man gut erkennen, dass das gestapelte Holz links eher eine etwas gelbe Farbgebung hat. Auch der graue Boden hat eine andere Farbgebung als die UHD.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 4
Das Holz ist etwas rotbräunlicher und der Boden wirkt durch das andere Color-Grading etwas differenzierter.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 5
Am Ende muss man selbst entscheiden, ob einem der Farblook der Blu-ray eher anspricht. Auch hier hat Denzel leichte Gelbanteile in der Hautdarstellung.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 6
Oder ob einem die braunere, mit leichten Rot-Anteilen gemasterte Farbdarstellung der UHD besser gefällt. Was man aber hier ganz gut sehen kann: Selbst ohne Detailausschnitt erscheint die UHD noch knackiger und schärfer.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 7
Bei den eher rosigen Hauttönen geht die Blu-ray weniger schmeichelhaft mit Darstellerin Haley Bennett
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 8
Die UHD ist durch die etwas gesündere Hautfarbe etwas freundlicher zu Bennett
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 10
Nimmt man mal einen Detailausschnitt, zeigt sich durchaus ein Unterschied in der Auflösung. Die Blu-ray wirkt tatsächlich deutlich softer und auch die Umrisse der Nase offenbaren eine sichtbare Abstufung.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 11
Die UHD offenbart hier die besser abgestuften Rundungen der Nase und sichtbar mehr Details in der Haut. Die Poren sind besser erkennbar und das nicht nur aufgrund des etwas besseren Kontrastumfangs.
equalizer 4k bd vs uhd bildvergleich 9
Zur Veranschaulichung sei gesagt: Der Bildausschnitt oben ist schon sehr klein gewählt. Das Bild in der Totale wirkt durchweg scharf.
equalizer-4k-uhd-review-szene-11.jpg
Zwei, die noch miteinander zu tun haben werden

Beim Ton der UHD von The Equalizer tut sich was – also fürs Englische. Während die deutsche Fassung nach wie vor in dts-HD-Master vorliegt, erfährt der O-Ton ein Upgrade auf Dolby Atmos. Der schlägt sich auf der regulären Ebenen zunächst einmal identisch gut wie jener der dts-Fassung der BD.
Die Heights zeigen sich dazu von Beginn an präsent und geben auch die Filmmusik leise wieder. Das Geräusch der S-Bahn gesellt sich als erster echter Sound hinzu und auch die Durchsage im Baumarkt kommt authentisch von oben. Außerdem war hier ein Tonmischer am Werk, der Vertreter jener Kollegen ist, die große Hallen räumlicher gestaltet haben wollen. So hört man in den hohen Räumen bei Roberts Arbeit durchweg sämtliche Umgebungsgeräusche auch von oben. Wunderbar räumlich und bedrohlich kündigt sich dann das Gewitter nach knapp einer Viertelstunde mit hörbarem Grollen von oben an (13’47). Die Stimmen, die McCall hört, werden dann ebenfalls aus der Höhe wiedergegeben und natürlich nutzte man auch die Equalizer-Vision für Effekte aus den Heights (ab 31’37). Die S-Bahn hört man übrigens auch immer mal wieder. Und das teils sehr beeindruckend – wie bspw. in der Szene, in der McCall und Teddy unter ihren Gleisen stehen (ab 68’50). Ebenfalls cool ist das knirschende Geräusch des improvisierten Galgens (107’48) im Baumarkt oder das Geräusch der knackenden Flammen während der Explosion (116’48). Insgesamt hat man hier zwar nicht die Quantität wie in anderen Filmen, es gibt aber auch schlichtweg weniger echten Anlass für Sounds. Die Geräusche, die zu hören sind, sind allerdings (bis auf das Wasser der Sprinkleranlage im Finale) korrekt und logisch gesetzt.

Bonusmaterial

equalizer-4k-uhd-review-szene-14.jpg
Teddy fährt auf

Das Bonusmaterial der UHD von The Equalizer unterscheidet sich von jenem des Steelbooks. Nicht nur fehlt der Vengeance-Mode und auch das FSK-18-Feature „Home Mart: Taking Care of Business one Bolt at a Time“ ist nicht enthalten, auch die restlichen Extras sind different. Zunächst einmal gibt es knapp fünf Minuten an entfernten Szenen und dazu dann ein insgesamt 26-minütiges Featurette, das sich nach und nach der „Psychose des Schurken“, dem Titelheld, dem restlichen Cast, den Kampfszenen sowie dem Regisseur Fuqua annimmt. Außerdem gibt’s noch ein Featurette über den Drehort Boston.
Leider muss man sich durch diese unsäglich gestalteten Menüs kämpfen, die Sony seinen 4K-Titeln spendiert und die in ihrer Interaktivität aus der Steinzeit zu kommen scheinen. Jeder Wechsel zwischen den einzelnen Menüseiten dauert gefühlte Minuten und man kann sich die Menüs auch nicht mal „so eben“ in den laufenden Film einblenden lassen. Zuletzt waren Menüs derart unkomfortabel, als man noch mit DVDs hantierte.

Fazit

The Equalizer legt zwar deutlich mehr Wert auf Optik und Stylismus denn auf inhaltliche Tiefe, doch das macht er herausragend gut. Der Zweikampf zwischen Washington und Csókás gehört zum spannendsten, was das Blockbusterkino in letzter Zeit hergegeben hat und die Blu-ray liefert dazu eine exzellente Technik. Die Tatsache, dass der Film ungeschnitten ist, dürfte ebenfalls kein Hinderungsgrund für den Kauf sein.
Die UHD kann das Bild noch mal etwas knackiger, schärfer und präsenter darstellen – sie gefällt ausnahmslos und gibt sich keine Blöße. Der englische Atmos-Sound wird schlüssig eingesetzt, selbst wenn es nicht sonderlich viele Anlässe für ihn gibt, einzugreifen.
Das Ganze war dann auch beim Publikum so erfolgreich, dass das Team aus Fuqua und Washington noch eine Fortsetzung folgen ließen. Lest hier das Review zum zweiten Teil.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 85%
Bildqualität UHD: 90%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 85%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 95%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 50%
Film: 85%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2014
Regie: Antoin Fuqua
Darsteller: Denzel Washington, Chloe Grace Moretz, Marton Csókás, David Harbour, Bill Pullman, Melissa Leo, Haley Bennett
Tonformate BD: dts HD-Master 7.1: en // dts HD-Master 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 132
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Sony Pictures)

Trailer zu The Equalizer

THE EQUALIZER – HD Trailer deutsch | Ab 10.10.2014 im Kino

*Hinweis: Diese Seite nutzt WP YouTube Lyte, um YouTube-Videos einzubinden. Das Vorschaubild wurde vom YouTube-Server geladen, ohne dass dabei Daten getrackt wurden (es wurden keine Cookies gesetzt). Durch Anklicken des Play-Knopfes, kann und wird YouTube allerdings Informationen über Dich sammeln. This site uses WP YouTube Lyte to embed YouTube video’s. The thumbnails are loaded from YouTube servers, but those are not tracked by YouTube (no cookies are being set). Upon clicking on the play button however, YouTube can and will collect information about you.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.