The Grudge [2020]

Blu-ray Review

Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH, 15.10.2020
OT: The Grudge

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Mitbringsel

Das Franchise rund um den japanischen Terrorgeist geht in die nächste Runde.

Inhalt

Kaum an neuen Einsatzort, schon gibt’s ’ne skelettierte Leiche
Detective Muldoon und ihr Sohn Burke sind neu in der Gegend. Nach dem Krebstod ihres Mannes musste die Polizistin einen Neuanfang wagen. Ihr erster Einsatz mit dem neuen Kollegen Goodman führt sie zu einer seltsam verformten Leiche in einem Fahrzeug im Wald. Im Handschuhfach der Toten finden Sie eine Wegbeschreibung zu einer Adresse, bei der es vor zwei Jahren einen anderen Fall gab. Eine komplette Familie wurde dort ermordet. Da Goodman mit dem Fall nichts mehr zu tun haben will, stellt Muldoon eigene Nachforschungen an und fährt zu der Adresse. Vor Ort findet sie eine alte, verwirrte Frau, die seltsame Dinge sagt. Als sie feststellt, dass die Frau ihre eigenen Finger abgebissen hat und ihr Ehemann seit Wochen offenbar tot im Sessel sitzt, weiß Muldoon, dass hier irgendetwas so gar nicht stimmt. Dennoch schlägt sie die gut gemeint Ratschläge von Goodman aus, nicht in das Haus zu gehen und sich nicht in den Fall zu stürzen. Immerhin sei er nie in das Haus gegangen, in der Annahme dass dort irgendeine Art von Geist anwesend sei …

Goodmans Kollege ist Schlimmes widerfahren
Das quasi Reboot vom 2004er The Grudge hat ziemlich miese Kritiken bekommen. So richtig verstehen kann man das allerdings nicht. Klar, das Original von 2000 bleibt das Original, auch die US Remakes hatten nie wirklich den Kritiker-Segen. Aber sie waren an der Kasse erfolgreich. Und damit für das produzierende Studio ein Erfolg.
Mit den US-Remakes/-Fortsetzungen kann dieser Neuanfang zunächst mühelos Schritt halten. Die ersten 20 Minuten beginnen atmosphärisch, spannend, düster und halten den einen oder anderen Jumpscare parat. Die Geschichte von Detective Muldoon bietet genug Tiefe für eine interessante Figur und ihr Partner Goodman handelt mal nicht so, wie man es von alteingesessenen Cops gerne vermuten würde.
Und wer schon beim Gedanken an die klackernden bis gurgelnden Geräusche der Geisterscheinung Gänsehaut bekommt, der wird auch hier ausreichend bedient. Unterstützt natürlich, wie schon beim akustisch außergewöhnlich gut umgesetzten The Grudge von 2004 mit Sarah Michelle Gellar, mit einem sehr effektvolle Sound der Blu-ray.
Was das Tempo allerdings drastisch herausnimmt, ist der zeitliche Flashback nach 20 Minuten der praktisch aus dem Nichts kommt, nicht erklärt wird, und aus der bis dato etablierten Story heraus reißt. Mit gut zehn Minuten läuft er auch etwas zu lange, bis man wieder in die Gegenwart schwenkt. Immer wieder springt der Film daraufhin hin und her, um die Hintergründe der verschwundenen Personen und Toten zu erklären. Das alles ist aber ziemlich unglücklich inszeniert da die Zeitsprünge oft abrupt passieren und schlicht zu viele Figuren/Schicksale abzuhandeln versuchen.
Überall, wo Detective Muldoon hinkommt, scheinen Menschen durchzudrehen
Während das Tempo von The Grudge dadurch stark verlangsamt wird (und auch nicht alle Charaktere spannend erzählt sind), verliert man etwas den Bezug zur Rahmenstory rund um Detective Muldoon. Das ist gerade deshalb schade, weil Andrea Riseborough (Oblivion) die melancholisch-traurige Witwe überzeugend verkörpert und man ihr die Motivation, den alten Fall aufzurollen, durchaus abnimmt. Ein paar weniger Nebenfiguren hätten den Film nicht nur gestrafft, sondern die Konzentration auf die interessanten Charaktere ermöglicht. William Sadler als verfluchter Ex-Partner von Goodman beispielsweise wirkt sowohl aufgrund seines Schauspiels als auch durch die vorzügliche Maske, die man ihm über das Gesicht appliziert hat. Seine Geschichte endet allerdings verhältnismäßig schnell, während man sich den Subplot mit der Sterbehelferin durchaus hätte sparen können. Diese episodenhafte Erzählweise hilft nicht gerade dabei, die Spannung konstant aufrecht zu erhalten – zumal die eigentlichen Geister nach und nach zur Neben- und Randerscheinung verkümmern. Um das zu kompensieren, gibt’s dafür ein bisschen mehr Blut als in den Originalfilmen und dem 2004er Remake. Das ist für sich genommen durchaus das Highlight des Films, denn die praktischen Masken sind wirklich hervorragend gemacht.
(215 Kundenrezensionen)
Preis: 14,61 €
(Stand von: 2020/10/16 1:12 pm - Details
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3 neu von 14,61 €0 gebraucht
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 15 Oct 2020
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität

Guter Tipp: Mit drei Händen Haare waschen – ist man schneller fertig
Die Blu-ray von The Grudge ist vor allem eins: Gelb. Ziemlich gelb. Sämtliche Hauttöne wirken kränklich gelb und in den Szenen, die in der Vergangenheit spielen, ist das noch mal drastischer. Dazu kommen sehr steile Kontrastflanken, die in dunklen Räumen und Ecken Details verschlucken. Was bei guter Ausleuchtung noch sehr knackig wirkt (34’54), bekommt Probleme, sobald Charaktere im Halbschatten stehen. Die dem digital gefilmten Grudge zugefügte Körnung ist zwar sichtbar, bleibt aber halbwegs im Rahmen und lässt den Grusler etwas analoger erscheinen.
Beim Sound setzt die Blu-ray von The Grudge auf zwei unkomprimierte Dolby-Atmos-Spuren, deren Hauptaufgabe es natürlich ist, die Jumpscares und Geistergeräusche möglichst gruselig in Szene zu setzen. Das gelingt ihnen auch sehr gut. Schockmomente werden dynamisch reproduziert und wenn das schwarzhaarige Mädchen erstmals von den Rears knattert, stellen sich die Nackenhaare spürbar zu Berge. Wie schon beim 2004er Grudge, so gibt es auch hier Szenen, in denen etwas/jemand über die Treppe im ersten Geschoss rennt und die Rears das äußerst direktional darstellen (60’00). Schon vor 16 Jahren sorgte das für eine geniale Surroundsequenz und auch heute verfehlt es seine Wirkung nicht. Die deutsche Synchro ist allerdings im Verhältnis ein wenig leise geraten.

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Bonusmaterial

Guckguck, i bims: 1 Geist vong Japan her
Das Bonusmaterial von The Grudge enthält zunächst ein alternatives Ende sowie einige entfernte (angeblich fürs Kino zu furchterregende) Szenen, die aber eher Story-Erweiterungen darstellen. Das alternative Ende selbst ist etwas düsterer geraten und passt eigentlich etwas besser zur Stimmung des Films.
Das Featurette „Den Tod gestalten“ dreht sich drei Minuten vornehmlich um die gelungenen Maskeneffekte. Das zweite Featurette kümmert sich dann um die Darsteller und den Regisseur des Films. Hinter „Osterei-Fluch“ verstecken sich dann die versteckten Easter Eggs, die auf die zahlreichen Vorgänger-Filme hinweisen. Hier wird deutlich, wie sehr der Regisseur mit dem Franchise verbunden ist. Schade, dass sein Film an sich nicht gleichermaßen zitierfähig sein wird.

Fazit

The Grudge beginnt 20 Minuten lang wirklich stark. Leider zerfällt der Film dann in seine einzelnen Episoden, die sich erzählerisch und gestalterisch nicht wirklich zusammenfügen wollen. Dazu fehlt’s einfach ein bisschen am Original-Geist, um es mal sprichwörtlich UND wortwörtlich zu sagen. Dennoch gibt’s ein paar nette Gruselszenen und sehr überzeugend umgesetzte Maskeneffekte.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2019
Regie: Nicolas Pesce
Darsteller: Andrea Riseborough, John Cho, Betty Gilpin, Demián Bichir, Lin Shaye
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 91
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder: © 2020 Grudge Reboot, LLC. All Rights Reserved.)

Trailer zu The Grudge

The Grudge - HD Trailer

 

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