The Hollow Child

Blu-ray Review

the hollow child blu-ray review cover
Lighthouse Home Entertainment, 28.09.2018

OT: The Hollow Child

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Schwarzes Blut

Warum Dämonenfilme auch mal unkonventionell sein dürfen, zeigt The Hollow Child eindrucksvoll.

Inhalt

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Was ist plötzlich mit Olivia los?

Samantha ist eine etwas eigenbrötlerische Teenagerin – kein Wunder, ist sie doch Vollwaise und wächst bei Adoptiveltern auf. Deren zweite Adoptiv-Tochter Olivia ist jünger als Samantha und schon deshalb geht sie der älteren Stiefschwester oft auf die Nerven. Als Samantha die Kleine eines Nachmittags zum wiederholten Male alleine durch den Wald nach Hause schickt, denkt sie sich eigentlich nichts dabei. Doch Olivia verschwindet. Volle drei Tage lang wird sie vermisst und Samantha macht sich ebenso schwere Vorwürfe wie es die Adoptiveltern tun. Dann jedoch kehrt Olivia zurück. Scheinbar unversehrt, wirkt sie aber für Sam irgendwie verändert. Warum zum Beispiel quält sie plötzlich Tiere? Die Erwachsenen können oder wollen es nicht sehen, weshalb Samantha es zunächst für sich behält. Doch je mehr Zeit vergeht, desto mehr wird Sam in seltsame Ereignisse verwickelt, deren Quelle Olivia zu sein scheint. Wer ist da also aus dem Wals heimgekehrt …?

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Was weiß die mysteriöse Nachbarin?

Kinder des Zorns trifft auf Das Omen? Der etwas bemühte Vergleich, den der Anbieter auf seinem Cover anbringt, mag thematisch nicht allzu weit hergeholt sein, ist inszenatorisch dann aber doch nicht korrekt. Denn in The Hollow Child geht’s wesentlich mehr um eine intensive Coming-of-Age-Geschichte mit dämonischer Subnote als um den Dämon im Kinde, der alle in Angst und Schrecken versetzt. Langfilm-Debütant Jeremy Lutter gelingt es vorbildlich, auf vordergründigen Horror und derbes Blut-Gemansche zu verzichten und sich viel mehr auf seine Figuren zu konzentrieren. Samantha ist diejenige, auf die sich der Film fokussiert. Eine Teenagerin an der Schwelle zur erwachsenen Frau. Eine, die eine harte Kindheit hatte und der man übel mitgespielt hat. Ablesbar an jeder einzelnen ihrer Narben, die das offenkundig zur Borderlinerin gewordene Mädchen sich über die vergangenen Jahre durchs Ritzen selbst zugefügt hat. Jessica McLeod, die Samantha spielt, gelingt es vorbildlich, Sympathien für ihre Figur zu erzeugen. Für ein Mädchen, das selbst von den Adoptiveltern nicht gemocht wird und in der Schule gerade mal eine Freundin hat – und die ist mindestens genauso nerdig. Ein bisschen plakativ vielleicht, dass man diese beiden Außenseiterinnen mit Lederjacke, zerrissenen Jeans und schweren Boots ausgestattet hat – nicht alle Außenseiter müssen Grufties/Punks/Gothics sein oder anders herum.
Aber sei’s drum. McLeod schultert den Film locker und bringt die blutende Seele des verletzten Mädchens genauso überzeugend rüber wie die rebellische Seite.

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Es wird blutig

Und manchmal ist man dann ja doch überrascht, mit welch einfachen Mitteln Grusel effektiv erzeugt werden kann. Nach der zigsten Dämonen-Geschichte, in der Kinder mit verrenkten Gliedmaßen mit irgendwelche Fäkalien um sich schmeißen oder Schimpfwörter wie Maschinengewehre ausspucken, reicht The Hollow Child eine plötzlich auftretende abgehackte Stimme oder ein paar geschickt genutzte Kamera-Einstellungen – und wenn dort nur die plötzlich auftauchende Olivia zu sehen ist. Das funktioniert auf ähnliche Weise wie eine vor dem Bett stehende Katie in Paranormal Activity. Schleicht sich dann ein wenig der Dämonengrusel ein, ist auch das behäbig inszeniert – ja fast in Zeitlupe. Wer also ständig mit hektischen Schnitten und atemloser Action unterhalten werden will, dem wird es hier vermutlich schnell langweilig. Allerdings ist die Zielgruppe auch bewusst eine andere und die wird letztlich mit einem gut gespielten, nachvollziehbaren und spannenden Mix aus Schauergebilde und Drama belohnt, dessen Grauen sich langsam entwickelt

Bild- und Tonqualität

Das Bild von The Hollow Child kommt ein wenig flau und kontrastschwach rüber. Auch die Schärfe ist durchweg eher mittelprächtig. Die Farbgebung gerät eher schwach, wobei das Grün im Wald noch recht natürlich rüberkommt. Wird’s dunkler, verschwinden Details schon mal und es fehlt an Durchzeichnung. Außerdem gerät es dann auch mal etwas körnig.
Akustisch sind die im Verhältnis zur Filmmusik zu leisen Dialoge von The Hollow Child zu beklagen, die bisweilen schon mal komplett vom schneidenden Score überdeckt werden. Die integrierten Jumpscares funktionieren hingegen weitgehend überzeugend – selbst wenn nicht allzu viel Dynamik oder Bassdruck erzeugt wird. Durch einige gruselige Sounds vertieft sich der schleichende Horror dennoch wirksam. Ebenfalls überzeugt die deutsche Synchro. Die ist zwar nicht mit den bekanntesten Stimmen versorgt worden, weiß die Emotionen aber dennoch gut zu spielen. Wirklich räumlich ist dann das Knacken im Wald, wenn Sams Freund alleine auf die Geister trifft.

Bonusmaterial

Bonusmaterial ist abseits vom Trailer nicht vorhanden.

Fazit

The Hollow Child ist kein Schocker und kein bluttriefender Dämonenfilm. Erst zum Ende hin wird es etwas vordergründiger und gewalthaltiger. Bis dahin überzeugt die Story mit sensibler Charakterzeichnung und toller Hauptdarstellerin.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 5%
Film: 70%

Anbieter: Lighthouse Home Entertainment
Land/Jahr: Kanada 2017
Regie: Jeremy Lutter
Darsteller: Jessica McLeod, Hannah Cheramy, John Emmet Tracy, Jana Mitsoula, Genevieve Buechner
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 92
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Lighthouse Home Entertainment)

Trailer zu The Hollow Child

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