The Informer

Blu-ray Review

Senator Home Entertainment, 24.04.2020

OT: Three Seconds

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Spitzel vs FBI vs NYPD vs Drogenmafia

Inhalt

Der Auslöser des Chaos

Pete Koslow war mal ein zuverlässiger Soldat im Dienste seines Landes. Nach seiner Entlassung rutschte er allerdings in die kriminellen Machenschaften der polnischen Drogenmafia ab und ging in den Knast. Nun bietet man ihm die Chance, sich zu rehabilitieren. Nicht ganz zuletzt auf Initiative der FBI-Agentin Erica Wilcox. Wilcox strebt zu Höherem und erhofft sich durch das Einsetzen Koslows als Spitzel einen tüchtigen Karriereschub. Also offeriert sie ihm die Chance auf Straferlass, wenn er ihr hilft, den sogenannten „General“ zur Strecke zu bringen. Doch bei der Aktion geht ungefähr alles schief, was schief gehen kann. Ein Cop stirbt und Koslow fällt bei den Gangstern in Ungnade. Da die ihn mit der Sicherheit seiner Familie im Griff haben, zwingen sie ihn, sich wieder in den Knast bringen zu lassen, um dort die neuartigen Drogen in Umlauf zu bringen. Während Koslow davon ausgeht, dass Wilcox ihm hilft, will die Agentin tatsächlich auf den Plan des Generals eingehen. Koslow soll in den Knast ziehen und sämtliche Vorgänge aufzeichnen, auf dass man dem Drahtzieher doch noch das Handwerk legen kann …

Agent Wilcox strebt zu Höherem

The Informer basiert auf dem skandinavischen Thriller-Romans Tre Sekunder von Anders Roslund und Borge Hellström, der das organisierte Verbrechen in Stockholm beleuchtet. Die filmische Adaption von Andrea di Stefano (Escobar: Paradise Lost) versetzt das Geschehen in die USA, was es zwar weniger außergewöhnlich erscheinen lässt, aber dafür mit ein paar prominenten Namen besetzt wurde. Hauptdarsteller Joel Kinnaman (RoboCop 2014, Hanna) wird charismatischer, je öfter man ihn sieht und füllt die Rolle des polnischen Mannes zwischen allen Stühlen mit kontrollierter Aggressivität und bietet gerade in den späteren Knastszenen eine beeindruckende physische Präsenz. Clive Owen darf als FBI-Vorgesetzter mal wieder schon schmierig sein, was ihn hier zum perfekten Bösewicht in Staatsuniform macht und Common gibt den aufrichtigen NYPD-Cop, der der aufstrebenden FBI-Agentin Wilcox (etwas unter ihren Möglichkeiten: Rosamund Pike) in die Parade fährt. Darstellerisch liegt das Ganze schon mal auf hohem Niveau.
Doch das ist nicht alles. Denn unterstützt durch einen unterschwellig bedrohlichen Score beschwört The Informer eine ziemlich packende Atmosphäre herauf. Zwar dauert es etwas, bis sich die etwas kompliziert verwinkelte Story entfaltet, doch spätestens mit den Parallel-Ermittlungen von Commons NYPD-Cop Grens und dem Einzug in den Knast wird’s dauerhaft packend.

Hat Frau und Kind immer bei sich

Denn was als Drogen-/FBI-Thriller beginnt, entwickelt sich in der zweiten Hälfte zum spannenden Knastthriller. Auch hier gesellt sich dann noch mal die eine oder andere Ebene hinzu und es geht doch fast ein bisschen unkonventionell zu.
Schade, dass man das Knast-Szenario nicht noch etwas stärker ausschöpft. Denn für Dynamiken zwischen den Insassen und den diversen Parteien hätte es noch reichlich Möglichkeiten gegeben.
Ein bisschen zu zügig geht’s hier vorwärts, zumal Details wie die „Liste“ scheinbar aus dem Nichts hervor gezaubert werden.
Immerhin darf Kinnaman hier seine Physis noch mal ins Zeug werfen und in einen rohen und ziemlich realistischen In-Fight gehen.
Am Ende schlägt das Drehbuch vielleicht einen Haken zu viel, um in sich komplett schlüssig und glaubwürdig zu bleiben. Doch weil die Sets atmosphärisch stimmig sind und dem Geschehen dienen, schaut man auch über die zahlreichen Knast-Klischees hinweg, die man sattsam schon in diversen anderen Filmen (und Serien) gesehen hat.
Erstaunlich souverän ist übrigens die Inszenierung – und das, obwohl Di Stefano auf allzu übliche Sperenzchen verzichtet. Seine Kameraführung ist fast schon oldschool-ruhig und er versucht erst gar nicht, Dynamik über wackelige Handkamera zu erzeugen.

Bild- und Tonqualität

Die Situation im Knast spitzt sich zu

The Informer wurde zwar digital gefilmt, im Nachgang allerdings mitunter sichtbar bearbeitet, was trotz einer meist guten Bildruhe vor allem durch eine durchgängige Körnung auffällt. In den ganz düsteren Momenten oder beim frontalen Filmen durch Autoscheiben wird das Rauschen dann noch etwas deutlicher. Während der Tageslichtszenen sorgen dynamische Kontraste für ein sehr lebhaftes Bild, das dann auch sehr natürliche Hauttöne liefert. Close-ups sind scharf. Dafür bekommt die Farbauflösung Probleme, wenn Gesichter in stark rotes oder blaues Licht getaucht werden. Außerdem gibt’s immer wieder Randunschärfen.
Beim Sound stellt The Informer zwei unkomprimierte dts-HD-Master-Spuren für beide Sprachen zur Verfügung. Zwar liefert der Film an sich nur wenig Gelegenheiten für dynamische Eskapaden, doch räumlich ist er zuweilen schon. So hört man das geschäftige Treiben und das Rauschen in der Fleischerei nach 18’40 wunderbar aus allen Speakern. Auch die nächtliche Atmosphäre New Yorks wird auf sämtliche Speaker gelegt und wenn im Knast die Sirene losgeht, sitzt man mittendrin (51’02). Stimmengewirr im Knast erscheint ebenso räumlich, während die Synchro vom Center ausgehend noch etwas mehr Dampf hätte haben können.
Nach etwas über 96 Minuten gibt’s dann doch noch etwas Dynamik, wenn nach dem Abfeuern der Scharfschützen-Projektile ein Teil des Knasts in die Luft geht. Zwar bleibt das verhältnismäßig dumpf, weil die Szene visuell in Zeitlupe gehalten ist, aber die versammelten Tieftöner dürfen dann trotzdem ein wenig ins Spiel eingreifen.

(36 Kundenrezensionen)
Preis: 13,20 €
(Stand von: 2020/08/04 5:43 pm - Details
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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Fri, 24 Apr 2020
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Bonusmaterial

Bonusmaterial gibt’s in The Informer nur in Form der Originaltrailer und einiger Programmtipps des Anbieters.

Fazit

The Informer erfindet das Thriller-Rad vielleicht nicht neu, liefert aber durchweg spannende und vor allem gut gespielte Unterhaltung. Joel Kinnaman empfiehlt sich trotz manchmal nicht ganz glücklicher Rollenauswahl erneut für Größeres.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 10%
Film: 70%

Anbieter: Senator Home Entertainment
Land/Jahr: GB 2019
Regie: Andrea Di Stefano
Darsteller: Joel Kinnaman, Mateusz Kosciukiewicz, Clive Owen, Karma Meyer, Ana de Armas, Rosamund Pike, Common
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 113
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Senator Home Entertainment)

Trailer zu The Informer

THE INFORMER | Trailer Deutsch (HD)
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