The Little Things

Blu-ray Review

Warner Home, 11.11.2021

OT: The Little Things

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Den Job erledigen

Wenn ein Drehbuch 27 Jahre reifen muss …

Inhalt

Musste vor Jahren unfreiwillig das L.A.-County-Department verlassen: Joe Deacon

Vier Morde in zwei Monaten und keinen Verdächtigen. Die L.A.-Mordkommission ist derzeit ziemlich aufgeschmissen – und das trotz ihre neuen und ziemlich fähigen (aber auch arroganten) Detective Jimmy Baxter. Als ein weiteres Opfer zu beklagen ist, ist zufällig ein alter Kollege des L.A.-County-Sheriff-Departments zugegen, Joe Deacon. Der sollte eigentlich nur ein paar Beweismittel für einen anderen Fall nach Kern County bringen, wo er jetzt tätig ist. Doch ein ganz bestimmtes Detail am Mordopfer erinnert Deacon an einen alten Fall eines Serienkillers, den er nie lösen konnte. Und weil ihn das immer noch triggert, ist er angestachelt genug, um nicht nach Hause zu fahren. Er nimmt sich Urlaub und beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen. Und er trifft sich mit Baxter. Da der mittlerweile nur noch begrenzt Zeit für die Ermittlungen hat, bevor ihm der Fall weggenommen wird, ist ihm Deacons Hilfe willkommen. Und es dauert nicht lange, bis sie einen Verdächtigen haben …

Baxter hätte gerne Schützenhilfe von den Analytikern der Fingerabdruck-Abteilung

John Lee Hancocks Expertise umfasst das Drehbuchschreiben und die Filmregie (Oscarnominierung für The Blind Side) gleichermaßen. Allerdings setzt er beides sehr gezielt und nur spärlich ein. Jeweils acht Spielfilm-Drehbücher hat er geschrieben und acht Filme inszeniert. 1993 steuerte er beispielsweise das Skript zum Kevin-Costner-Film A Perfect Word bei und etwa zur gleichen Zeit hatte er schon die Vorlage zu The Little Things geschrieben. Ursprünglich sollte Steven Spielberg es inszenieren und Clint Eastwood sollte neben Warren Beatty spielen. Doch Spielberg sprang ab, da ihm das Drehbuch zu düster war. Ganze 26 Jahre lang lag die Geschichte nun im Giftschrank, bevor Hancock sie selbst dort wieder heraus holte – und nicht mal sonderlich viel änderte. So spielt der Film immer noch zum Beginn der 90er, was man anhand des Looks , der Fahrzeuge und der Mode schnell erkennen kann. Was man ebenfalls relativ schnell erkennt, ist die Tatsache, dass sich The Little Things Zeit nehmen wird. Ein kurzer Blick auf die Spielzeit offenbart 128 Minuten. Netto und ohne Abspann also rund zwei Stunden. Und wenn man die erste Viertelstunde als Gradmesser für das Tempo des Films nimmt, ahnt man, dass man ein bisschen Sitzfleisch braucht.

Ein weiterer Mord

Hancock erzählt seinen Film als Neo-Noir-Krimi, der sich weit mehr an den konzentriert erzählten Vertretern seines Subgenres hält als an modernen Cop-Thrillern. Ein bisschen von Finchers Sieben lugt ebenfalls um die Ecke, wenn zwei Cops unterschiedlicher Generation (einer Afroamerikaner, einer Weißer) am Fall eines Serienkillers arbeiten. Denn darum geht’s hier ebenso wie um den Mordfall. Um eine Kooperation zweier Detectives. Einer jung und hochmotiviert, aber im jüngsten Fall ratlos. Einer alt, desillusioniert, verfolgt von alten Dämonen, aber ermittlerisch immer noch ein As. Die Dynamik zwischen Washington und Malek ist es, was den Film über die Laufzeit trägt. Zwar wird Rami Malek auf ewig untrennbar mit seiner Performance als Queen-Sänger Freddie Mercury in Bohemian Rhapsody verbunden sein, doch als (zunächst) arrogant-stinkstiefeliger L.A.-Cop ist er dennoch überzeugend. Beängstigend hingegen ist Jared Leto. Als Sparma gerät er früh in den Fokus der Ermittler und gibt mit eingefallenen Augen, fettig-strähniger Langhaarpracht und ungepflegtem Bart einen Verdächtigen, der permanent auf dem schmalen Grat des Wahnsinns entlang wandelt. Mit dieser Rolle und einer stattlichen Anzahl an fiesen Kommentaren gegenüber den Cops stellt er seine (eigentlich noch fieser angelegte) Rolle als Joker in Suicide Squad glatt in den Schatten. Jede Sekunde, in der er mitspielt, elektrisiert die Leinwand.

Fiese Rolle für Jared Leto

Und sobald die beiden Ermittler an Sparma dran sind, intensiviert The Little Things Spannung und Atmosphäre deutlich. Dabei wird der Film von Minute zu Minute düsterer und unangenehmer.
Schade, dass die eigentliche Killer-Thriller-Story zu ideenarm daher kommt, um aus sich heraus genug zu fesseln. Die Spannung bezieht sich einzig aus dem Psycho-Spiel der drei Hauptfiguren. Dass das Ende so ausfällt, wie es das tut, wird nicht jeden Zuschauer befriedigen – jedenfalls nicht in dem Maße, wie es Baxter befriedigt.

Preis: 11,99 €
(Stand von: 2021/11/28 2:38 am - Details
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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 11 Nov 2021
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Bild- und Tonqualität

Sparma scheint mit den Cops zu spielen

The Little Things wurde mit zwei der höchstwertigen Digitalkameras aufgenommen, der RED Monstro und der Panavision Millennium DXL 2. Beide zeichnen in 8K auf, was über ein 4K DI gemastert wurde. Die Grundauflösung ist also sehr hoch, was für ein sehr gutes Bild sorgen könnte – oder sogar sollte?
Nun, innerhalb der Postproduktion hat man dem Film vor allem in Außenszenen ein deutlich sichtbares künstliches Korn verpasst, was für einen etwas ruppigeren, analogen Look sorgt. Bisweilen ist das gerade Fans von digital glattem Bild sicherlich zu viel des “Guten”, aber es ist offensichtlich abgestimmt auf die Zeit, in der der Film spielt. Die Farbgebung ist in Innenraumszenen hauptsächlich warm gehalten, während gedeckte Farben oft etwas entsättigt erscheinen. Der Kontrastumfang ist gut, wenngleich Washingtons Gesicht in Innenraumszenen schon mal etwas absäuft und helle Außenbereiche leicht überstrahlen.
Wer Warner kennt, der weiß, dass die “kleineren” Filme meist nur mit Dolby-Digital-Ton fürs Deutsche kommen, während der O-Ton in DTS HD-Master vorliegt. Und so ist das auch hier, bei The Little Things. Beginnen tut’s mit B-52′ “Roam”, der allerdings eher dünn und etwas schwachbrüstig rüber kommt. Zwar bekommt der Song über die englische DTS HD-Master auch kein solides Bassfundament, klingt aber etwas voluminöser. Das gilt auch für den blubbernden V8-Motor nach knapp zwei Minuten. Jetzt ist es so, dass The Little Things alles andere als ein Actionfilm mit Krachbumm ist. Die allermeiste Zeit dominieren Dialoge. Nicht selten sehr leise gesprochene Dialoge. Die unterlegte Filmmusik ist dezent und räumliche Umgebungen wie eine Bar werden ebenfalls klein gehalten. Das führt dazu, dass man einen weniger stark beschnitten Ton eigentlich nicht vermisst. Die DD-Spur arbeitet fehlerfrei und innerhalb ihres Rahmens absolut okay. Wenn es zwischendurch mal etwas dynamischer wird, dominiert der Score – wie beim Psycho-Spielchen zwischen Deacon und Sparma bei Minute 64. Und das bekommt auch die Dolby-Digital-Spur sehr gut hin.

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Bonusmaterial

Zwei Featurettes warten im Bonusmaterial von The Little Things. In “Vier verschiedene Cops” rollt man ein wenig auf, in welchen Cop-Rollen Denzel Washington bereits überzeugte – angefangen bei Ricochet bis hin zu diesem hier. “Gegensätzliche Methoden” kümmert sich dann um die Produktion an sich und konzentriert sich auf die Dynamik zwischen den Figuren.

Fazit

The Little Things liefert ganz klassische, sehr düstere und herausragend gespielte Krimikost, die Fans von Sieben mögen werden. Dass die Inszenierung behäbig ist und die Geschichte als solches wenig innovativ bleibt, ist die Kehrseite der Medaille. Das Bild der Blu-ray ist stilistisch dem düsteren Ton des Films angepasst und trotz technisch hervorragender Basis nur durchschnittlich hübsch. Der deutsche Dolby-Digital-Ton geht vollkommen in Ordnung, da der Film ohnehin praktisch keine Anforderungen an den Sound stellt.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 75%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 75%
Bonusmaterial: 40%
Film: 70%

Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2021
Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Denzel Washington, Rami Malek, Jared Leto, Glenn Morshower,
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 128
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Warner Home Video)
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Trailer zu The Little Things

THE LITTLE THINGS - Trailer #1 Deutsch HD German (2021)


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Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
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