The Night Train

Blu-ray Review

night train blu-ray review cover
Tiberius Film, 06.12.2018

OT: Diggers

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Blutige Endstation

Auch in Russland gehen die brutalen Kreaturen um.

Inhalt

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Dasha und Roma wollten eigentlich nur in der U-Bahn nach Hause fahren

Dasha und Roma sind verschwunden. Sie waren in einer späten U-Bahn unterwegs, kamen aber nie am Ziel an. Weil die offizielle Seite nicht wirklich an Ermittlungen interessiert ist, engagieren ihre beiden Freunde Artem und Lena einen zwielichten Typen, der sich in den Schächten dort unten gut auskennt. Gemeinsam will man ergründen, was passiert ist und wo die Kameraden stecken. Doch kaum ist das Ermittler-Trio in den Untergrund hinab geklettert, werden sie selbst von einem blutrünstigen Wesen angegriffen …

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Mit den beiden Teenagern sind noch einige andere in den Schächten gefangen

Russland hat auch noch ein Wörtchen mitzureden, wenn es um den Genrefilm geht. In Tikhon Kornews (Autor von Final Take-offThe Night Train erwischt es ein paar nächtliche U-Bahn-Fahrer, die nach und nach von einer gar schröcklichen Kreatur heimgesucht werden. Dabei sollte man als Zuschauer erst gar nicht auf Logik achten (wo zum Henker haben die Kids die Überwachungs-Aufnahmen der U-Bahn her?), sondern sich einfach berieseln lassen.
Denn eigentlich macht Kornew das gar nicht mal ungeschickt. Er führt seine Figuren sauber ein, unterlegt das Ganze mit ein paar gruseligen Mythen und liefert vor allem eins: Witz. Nicht jeder fährt zwar auf den bisweilen rustikalen und sarkastischen russischen Humor ab, doch gerade in der Figur des Egor manifestiert sich ein bissiger bis zynischer Spaß, der wirklich zum Schmunzeln anregt.
Dass sich die Gruppe der Menschen dort unten in den U-Bahn-Schächten aus versammelten Klischees zusammensetzt (eine Bloggerin im Cosplay-Outfit, ein lebensmüder Geschäftsmann, ein geheimnisvoller Asiate, ein Nerd, ein Nervsack etc.) akzeptieren wir ebenfalls im Vorbeilaufen. Immerhin dezimiert man sie im Laufe der 75 Minuten Spielzeit ja ohnehin drastisch. Was will man da im Vorhinein große philosophische Ansätze in der Charaktertiefe verankern.

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Es wird blutig

Denn was The Night Train dann durchaus schafft, ist ein Überraschungs-Effekt nach einer halben Stunde. Waren die ersten 30 Minuten eher Rumgeplänkel auf zwei Zeitebenen, geht’s dann urplötzlich, unvermittelt und durchaus blutig zur Sache. Profitieren tut der Film dabei vornehmlich von seinem düsteren Setting in den kalten Betonanlagen und Schächten der U-Bahn. Wo auch immer das gedreht wurde, es verfehlt seine atmosphärische Wirkung keineswegs. Die visuelle und tricktechnisch miserable Annäherung an Predator hätte es da gar nicht gebraucht.
Schade, dass Kornews nicht noch effektiver mit den beiden Zeitebenen spielt. Oft verwirren diese mehr, weil sie nicht sonderlich geschickt montiert sind. Es wäre aber durchaus mehr drin gewesen, wenn man hier deutlicher getrennt und auch noch etwas mehr in die emotionale Tiefe der beiden Hauptfiguren geschaut hätte. Viele Rätsel gibt Night Train zu spät preis – eine frühere Offenbarung hätte im Hinblick auf das tragische Schlussbild noch mehr Dramatik erzeugt. Immerhin schlagen sich die jungen Akteure beachtlich – gerade Anna Vasileva als Dash macht einen guten Job. Und weil man die böse Kreatur mit Body Suite und Maske und nicht digital umsetzte, gibt’s einen Bonuspunkt.

Bild- und Tonqualität

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Im Angesicht des Todes wird man noch mal wichtige Dinge los

Das Bild von The Night Train kommt erstaunlich knackig und kontraststark daher. Farben werden ziemlich kräftig wiedergegeben – gerade in den dunkleren Szenen. Die hellen Außenszenen sind etwas zu hell geraten, sodass Hauttöne etwas überstrahlen. Die genutzte Filterung in den dunklen Szenen der U-Bahn liefert bisweilen bewusst veränderte neutrale Farben, was aber ebenfalls zur Atmosphäre beiträgt. Leider ist dort unten die Bildruhe nicht mehr allzu hoch. Teilweise körnt es doch gewaltig. Außerdem ist die Schärfe in Halbtotalen eher mäßig. Lediglich einige Close-ups geraten recht ansprechend. Auch der Schwarzwert dürfte da unten knackiger sein.
Beim Ton von The Night Train sollte man nichts wild-dynamisches erwarten. Hauptsächlich spielt sich das Geschehen auf der Front ab. Die Surround-Speaker werden nur sehr selten und ziemlich spärlich mit einbezogen. Die Angriff der Kreatur liefern über die drei Front-Speaker aber dann durchaus ein paar nette räumliche Geräusche. Die Stimmen der etwas amateurhaften Synchro bleiben außerdem stets gut verständlich und ab und an gibt’s mal ein bisschen Druck aus dem Sub.

Bonusmaterial

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Lagerstätte des Grauens

Das Bonusmaterial von Night Train besteht aus den beiden Original-Trailern sowie einigen Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Weder ist The Night Train sonderlich innovativ oder außerordentlich blutig. In Wahrheit klaut er ziemlich frech von gängigen und bekannten Vorbildern. Aber irgendwie ist diese Monster-Story in den U-Bahn-Schächten auch atmosphärisch und charmant geworden – kann man machen!
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 60%
Tonqualität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität (Originalversion): 60%
Bonusmaterial: 10%
Film: 60%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Russland 2016
Regie: Tikhon Kornew
Darsteller: Roman Ewdokimow, Anna Wasilewa, Alena Sawastowa
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, ru
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 80
Codec: AVC
FSK: 18 (ungeschnitten)

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)

Trailer zu The Night Train

Diggers – Official Trailer (2016)

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