The Pool

Blu-ray Review

Busch Media, 17.01.2020

OT: Narok 6 metre

Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft.

 


6 Meter, 7 Tage

Kleine und gemeine Genreperle aus Thailand.

Inhalt

Noch ist Wasser drin, im Pool

Beleuchter Day ist gerade am Set für ein Schwimmbad-Mode-Shooting und soll für die Unterwasser-Illumination sorgen. Seine Freundin Koi gesellt sich später in der Nacht kurz dazu, verschwindet dann aber wieder mit Hund Lucky. Weil Day das Mädchen für alles ist, muss er den Pool nach durchgearbeiteter Nacht am nächsten Morgen noch von den genutzten Untensilien befreien. Doch weil der Dreh anstrengend war, schläft Day auf der Luftmatratze ein. Und das, wo sein Kollege ihm kurz vor seinem Abschied noch gesagt hatte, dass er das Ventil zum Wasserablassen soeben geöffnet habe. Als Day aufwacht, ist der Beckenrand bereits zu weit entfernt, um ihn vom Wasser aus zu erreichen. Eine Treppe gibt’s nicht und das Abzugsrohr im Boden führt nur zu einem weiteren abgeschlossenen Gitter. Doch die Gefangenschaft im Pool ist nur ein Problem. Schlimmer wird es, als sich ein durch ein Hochwasser entflohenes Krokodil zu Day gesellt …

Ja, sechs Meter glatte Wand sind schwer zu überwinden

Man nehme ein altes verlassenes Schwimmbad und einige Millionen Liter Wasser; dazu zwei Schauspieler und einen Hund und vertraue auf ein halbwegs intelligent geschriebenes Drehbuch – fertig ist eine kleine Genreperle.
Die Ausgangssituation von The Pool wirkt zwar ein bisschen wie eine Mischung aus Crawl und 12 Feet Deep, was aber erst einmal kein Schaden sein soll. Vor allem nicht, wenn mit Ping Lumpraploeng ein talentierter Regisseur am Start ist, der das begrenzte Szenario durch geschickte Kamerapositionen zu unterstützen weiß.
Die in den ersten 20 Minuten immer wieder genutzten Perspektiven aus Days Position vermitteln ein ziemlich authentisches Gefühl der beängstigenden Situation und schnüren dem Zuschauer schon mal den Magen zu. Und wenn Day nach dem am Ladekabel hängenden Mobiltelefon angelt, hält man tatsächlich den Atem an.
Immer wieder fallen Regisseur und Drehbuchautor Lumpraploeng außerdem kleine und fiese Wendungen ein, um die frühzeitige Rettung zu verhindern. Vor allem die plötzliche Anwesenheit Kois wird auf gemeine Art eingebaut – wenngleich ihr Charakter sich dabei arg dumm verhält.
Jetzt kann man sich natürlich fragen, wo zum Henker diese vermaledeite Treppe ist, die an jedem Schwimmbad dieser Welt angebracht sein sollte. Aber das wäre irgendwie gemein. Immerhin hätte man sich dann 80 Minuten Film sparen können. Nehmen wir also einfach an, dass das Drehteam es für unnötig empfunden hat, die Treppe vor den Aufnahmen in den Pool zu hängen, weil wohl niemand angenommen hätte, dass sie jemand brauchen könnte.

Eine Dummheit später ist Day nicht mehr alleine

Außerdem würde es einem den Spaß vermiesen, den man mit dem durchweg spannenden Thriller haben kann. Die beiden Darsteller machen ihre Sache hervorragend. Vor allem der seit seinem achten Lebensjahr als Schauspieler aktive und in Thailand immer wieder zum beliebtesten Darsteller überhaupt gewählte Theeradej Wongpuapan überzeugt.
Schade, dass man den visuellen Effekten ihr etwas geringes Budget ansieht. Das Krokodil ist weitgehend schlecht einkopiert, was dem Nerd unter den Zuschauer durchaus auffallen dürfte. Gut allerdings, dass The Pool sich gar nicht allzu sehr auf das Setting mit dem gefährlichen Viech beschränkt. Oft entsteht die Spannung aus anderen Situationen, wie bspw. dem Fischen nach einer Insulinspritze.
Und, wie gesagt, aus den vielen „netten“ Ideen, von denen eine der gemeinsten der Strohhalm ist, den der Regisseur seinen verzweifelten Gefangenen nach 61 Minuten hinschmeißt. Man muss schon auf die Zähne beißen, während man sich an Days Stelle wähnt und sich überlegt, wie viel Schmerzen der Fluchtversuch wohl verursachen würde. Ja, Lumpraploeng lässt sich wirklich ein paar echte Gemeinheiten einfallen und überrascht damit auch den Zuschauer immer wieder. Letzterer sollte übrigens ein den Hinweis zu Beginn des Films verinnerlichen, denn eine der krassesten Storyideen ist nicht gerade einfach zu konsumieren, wenn man großer Tierfreund ist.

Der leere Pool war ja noch nicht genug der Probleme

Bild- und Tonqualität

Der einzige Ausweg ist auch vergittert

Mit nicht ganz so hübschen Banding-Artefakten öffnet die Blu-ray von The Pool während des Aufblendens der Kamera in die scheinende Sonne. Auch später gibt’s etwas in der Art noch mal (Unterwasser 25’24). Ansonsten gefällt die hohe Laufruhe der Disk – wenngleich sie wohl auch ein Resultat einer leichten Rauschfilterung sein dürfte. Denn ab und an ist Kois Geischt dann doch arg weich (5’30). In Close-ups von Day ist die Schärfe allerdings ansprechend und offenbart durchaus Feinheiten. Der Kontrastumfang geht in Ordnung – auch wenn helle Bildbereiche mitunter überstrahlen und in der Dunkelheit satteres Schwarz zum Betrachter gelangen dürfte. Gerade die überstrahlenden hellen Bereiche dürften aber beabsichtigt sein, um das ausdörrende Szenario auch atmosphärisch zu unterstützen.
Akustisch sind die beiden dts-HD-Master-Spuren (deutsch und thailändisch) zwar keine Ausgeburten an Dynamik, erzeugen aber eine wirklich gute Räumlichkeit. Das Platschen des Wassers, die dumpfen Sounds, wenn die Kamera mit den Protagonisten unter das Wasser geht – das alles gelangt schön rundherum zum Zuschauer. Dialoge werden sauber wiedergegeben und sind für eine thailändische Produktion (oftmals als Nischen-Produkte eher semi-gut synchronisiert) wirklich hochwertig gelungen. Jumpscares werden bisweilen mit sattem Bass eingeleitet und wenn das Krokodil vorbei schwimmt, gibt’s noch mal richtig zackige Soundeffekte. Das ist für eine relativ kleine Direct-to-Video-Produktion ein wirklich räumlicher Sound. Was hingegen etwas abfällt, sind Umgebungsgeräusche wie der laufende Hund zu Beginn. Dessen Fußtritte auf den Poolstufen hört man gar nicht. Auch wenn er später dem Ball hinterherläuft, bleibt es zu ruhig.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial gibt’s nur ein paar Programmtipps aus dem Repertoire des Anbieters

Fazit

The Pool ist ein kleiner, aber ziemlich spannend gemachter und gefilmter Beitrag zum Creature-/Survival-Horror-Subgenre, der mit einer Vielzahl an originellen und gemeinen Ideen aufwartet, um seine 90 Minuten Spielzeit zu füllen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 5%
Film: 75%

Anbieter: Busch Media Group
Land/Jahr: Thailand 2018
Regie: Ping Lumpraploeng
Darsteller: Theeradej Wongpuapan, Ratnamon Ratchiratham
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, thai
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 90
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Busch Media Group)

Trailer zu The Pool

THE POOL (2019) - Offizieller deutscher Trailer
*Hinweis: Diese Seite nutzt WP YouTube Lyte, um YouTube-Videos einzubinden. Das Vorschaubild wurde vom YouTube-Server geladen, ohne dass dabei Daten getrackt wurden (es wurden keine Cookies gesetzt). Durch Anklicken des Play-Knopfes, kann und wird YouTube allerdings Informationen über Dich sammeln. This site uses WP YouTube Lyte to embed YouTube video’s. The thumbnails are loaded from YouTube servers, but those are not tracked by YouTube (no cookies are being set). Upon clicking on the play button however, YouTube can and will collect information about you.

3 thoughts on “The Pool

  1. Avatar Swen Erdrich

    Welchen fandest Du besser? The Pool oder Crawl!

    • „Crawl“ ist professioneller, hochwertiger, sieht besser aus und hat mehr Spannung.
      „The Pool“ liefert dafür mehr Ideen und gemeine Wendungen. Inhaltlich zwar ähnlich, von der Machhart her aber durchaus schwierig zu vergleichen.

  2. Avatar Sascha

    In der Tat ist das Krokodil richtig mies ins Bild eingefügt…wenn man den Film rein nur darauf „reduzieren“ würde inklusive einiger Logiklöcher – ich weiß, das ist furchtbar klischeehaft 😉 – würde ich glatt in in einen Sack mit unzähligen anderen Tierhorror Trashperlen stecken. 🙂 Insbesondere eben was das billigst „eingesetzte“ CGI Tier betrifft. By the way ist das meinerseits fast schon aus Kompliment gemeint, das ich besagte Tierhorror Trashperlen recht charmant und auch amüsant finde. 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.