The Purge: Anarchy

Blu-ray Review

Universal Pictures, seit 11.12.2014
Universal Pictures, seit 11.12.2014

OT: The Purge – Anarchy

 


Eine sichere Nacht!

Komm, wir gehen purgen …

Inhalt

Kaum ist die Purge-Nacht angebrochen, brennen die Viertel lichterloh
Kaum ist die Purge-Nacht angebrochen, brennen die Viertel lichterloh

Wir schreiben das Jahr 2023, den 21. März, um genau zu sein – Purge Night! Wieder sorgt die offizielle Gewaltnacht dafür, dass diejenigen dezimiert werden, die nicht rechtzeitig in ihre sicheren Häuser kommen oder nicht genug Geld haben, um sich so auszurüsten, dass sie sich wehren können.
Liz und Shane wissen um die Bedeutung der Nacht, sind allerdings unterwegs zu Shanes Schwester, um der zu sagen, dass sie sich trennen werden. Doch so weit sollen sie nicht kommen, denn ihr Fahrzeug bleibt liegen – nicht gut, so knapp zwei Stunden vor dem Beginn der ungesühnten Gewaltausbrüche. Doch die beiden sind nicht alleine, denn auch Eva und ihre Tochter Cali landen unvermittelt auf der Straße. Der Zufall will es, dass sich kurz darauf alle im Auto von Leo wiederfinden, der eigentlich einen ganz bestimmten Menschen purgen wollte – doch nun ist er erstmal Beschützer der vier Wehrlosen. Was die Sache erschwert: Es scheinen nicht nur eine Menge anarchischer Gewalttäter unterwegs zu sein, sondern auch mit High-Tech ausgerüstete Regierungstruppen, die einen ganz eigenen Auftrag verfolgen …

Liz und Shane werden auf ihrer Flucht ...
Liz und Shane werden auf ihrer Flucht …

Das frische Rezept des letztjährigen The Purge – Die Säuberung geht in die Verlängerung. Natürlich ist’s jetzt eben nicht mehr frisch, weshalb man von der intimen Stimmung des Erstlings Abstand nimmt und breiter streut. Überraschung an dieser Stelle: The Purge: Anarchy funktioniert dennoch ganz hervorragend. Trotz einiger Logiklücken (warum hilft Leo ausgerechnet den beiden Frauen? Warum verlässt er gar sein sicheres Fahrzeug?) schafft Regisseur James DeMonaco es, die Spannung dauerhaft aufrecht zu erhalten und eine apokalyptische Stimmung aufzubauen. Trotzdem er die Handlung auf die Straßen verlegt, ist die Atmosphäre bisweilen extrem dicht und packend (Szenen in der U-Bahn). Die Integration diverser marodierender Banden lässt sogar ein bisschen Mad-Max-Feeling aufkommen und passt optisch perfekt ins Konzept. Kameramann Jacques Jouffet gelingen zudem sehr stimungsvolle Bilder der ausgestorbenen Straßenschluchten – sei es dicht an seinen Protagonisten oder aus der Vogelperspektive. Frank Grillo als wortkarger Leo ist praktisch die Idealbesetzung für den Held wider Willen und seine Co-Stars fügen sich (relativ gesichtslos) in die Geschichte ein.
Natürlich kommt wie schon im Vorgänger auch in The Purge: Anarchy die Kritik an gleich mehreren Gesellschaftsfaktoren nicht zu kurz. So bekommt die Waffenverehrung der US-Gesellschaft ebenso ihr Fett weg, wie das Vorhandensein der Schere zwischen Arm und Reich. Gerade Letzterer Aspekt wird im letzten Drittel noch einmal ausgiebig betrachtet und die Dekadenz der oberen Zehntausend wird höchst verabscheuungswürdig dargestellt. Nicht dass mana The Purge: Anarchy falsch versteht: Er ist mitnichten ein politischer, sondern vor allem ein unterhaltender Film, dessen nächster Teil maximal 364 Tage entfernt ist …

... vor diesem Typen ...
… vor diesem Typen …

Bild- und Tonqualität

... von Leo beschützt
… von Leo beschützt

Abgesehen von einigen Mängeln in der Schärfentiefe (Diner zu Beginn) ist die Schärfe in Naheinstellungen und Halbtotalen gut. Zwischendurch nutzt der The Purge: Anarchy Filter, um das befremdliche der Situation zu nutzen. Ein sichtbares Korn vermittelt Atmosphäre, ist aber nicht störend. In den ganz dunklen Szenen geht schon mal etwas Durchzeichnung verloren.Akustisch werden nicht nur die Schockmomente in The Purge: Anarchy durchaus druckvoll unterstützt (Shane wird vom Mann mit der Maske attackiert). Auch die Sirene zum Beginn der Säuberung oder der bohrende Synthie-Soundtrack fahren durch Mark und Bein. Die Minigun im Truck legt zudem durchaus wuchtig los (36’00). Leider sind die Dialoge dagegen etwas zu leise abgemischt. Das Schöne am Sound von The Purge: Anarchy ist die Tatsache, dass sowohl die unmittelbaren Auseinandersetzungen und Actionelemente gut funktionieren als auch die irgendwo drei Blocks weiter stattfindenden Schüsse – sie verhallen effektvoll und akustisch authentisch.

Bonusmaterial

Die Reichen lassen sich fürs Purgen die Opfer nach Hause bringen
Die Reichen lassen sich fürs Purgen die Opfer nach Hause bringen

Im Bonusmaterial von The Purge: Anarchy findet sich neben fünf geschnittenen Szenen, in denen wir beispielsweise noch das Schicksal der Moderatorin des Club der reichen Purger erleben, ein kurzes Making-of.

Fazit

Auch in The Purge: Anarchy funktioniert das Rezept des Vorgängers. Und entgegen der Befürchtungen sorgt der höhere Anteil an Actionszenen nicht für eine Verwässerung des Themas, sondern für eine eigene, neue Betrachtungsweise.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 20%
Film: 75%

Anbieter: Universal Pictures
Land/Jahr: USA 2014
Regie: James DeMonaco
Darsteller: Frank Grillo,
Tonformate: dts HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 104
Codec: AVC
FSK: 16

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