The Watcher – Willkommen im Motor Way Motel

Blu-ray Review

the watcher willkommen im motor way motel blu-ray review cover
Concorde Home Entertainment, 18.10.2018

OT: Looking Glass

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Zimmer #10

Nicolas Cage gerät als Motelpächter in eine mörderische Geschichte.

Inhalt

the watcher willkommen im motor way motel blu-ray review szene 4
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Maggie und Ray haben bein einem tragischen Unfall ihre Tochter verloren. Um einen Neuanfang zu wagen, pachten sie eins dieser Standard-Motels am Rande einer staubigen Straße irgendwo in der Wüste Nevadas. Sie richten es her und haben bald die ersten – scheinbar sehr freundlichen – Gäste. Bei einem seiner Inspektionsrundgänge findet er einen geheimen Zugang zu den Bereichen hinter den Zimmern und entdeckt, dass man von dort durch den Spiegel in die #10 schauen kann. Zunächst kann er dabei nur seinen Stammgast, einen alten Trucker beobachten, der regelmäßig bezahlten Sex mit nicht mehr ganz taufrischen Damen hat – kein Anblick fürs Auge. Als seine Frau jedoch einen weiblichen Dauergast in die zehn umlegt, wird er Zeuge heißer Spiele mit einer anderen sexy Dame. Ray, sexuell durchaus etwas vernachlässigt, fühlt sich erregt und belebt damit sogar die Beziehung zu Maggie für einen Moment. Doch dann liegt plötzlich ein totes Schwein im Pool und ein weiblicher Gast wird ermordet aufgefunden …

Regisseur Tim Hunter, der nach vier Spielfilmen in den End-Achtzigern (unter anderem Das Messer am Ufer) praktisch ausschließlich TV-Serien-Episoden inszenierte, darf mal wieder einen Langfilm dirigieren. Für ihn castete man Vielfilmer und Endlos-Darsteller Nicolas Cage und schrieb ihm die Geschichte eines spooky Hotels auf den Leib. Dass Hunter ein Kind der 80er ist, merkt man The Wachter – Willkommen im Motor Way Motel, schon während der Titelsequenz an. Die Darsteller und am Film beteiligten Personen werden per oldschool-Einblendung in die Bilder eingefügt und der elektronische Score erinnert auch eher an die Genrefilme der damaligen Zeit.
Erstaunlich ist aber, dass sich der Film zu Beginn einfach mal etwas Zeit nimmt, seine Figuren und die neue Situation, in der sie sich befinden, zu schildern. Man folgt Cage und Robin Tunney gerne dabei, wie sie das Motel herrichten und durch ihren Zusammenhalt ein eingeschweißtes Paar geben, das den Verlust der Tochter scheinbar nicht mit gegenseitigen Vorwürfen, sondern mit Respekt zu überwinden sucht. Cage, der (man wird ja nicht müde, es zu schreiben) in den letzten Jahren praktisch jede Rolle annimmt, die man ihm anbietet, gibt den etwas müden und vom tragischen Verlust gezeichneten Ray überzeugender als es zuletzt bei anderen Filmen der Fall war. nd es passt zu seiner Art Schauspiel. Obwohl seine Figur zwangsläufig etwas müde ist, wirkt er nicht gelangweilt. Tatsächlich hat er eine erstaunliche Präsenz in The Watcher.
Natürlich steckt hinter der scheinbar heilen Fassade der Eheleute aber mehr. Denn sowohl Ray als auch Maggie denken anders als sie vornherum tun. Mit Entdeckung des Spion-Spiegels kommt zudem eine Voyeurismus-Komponente hinzu und bald geht es um Mord. Allerdings verlieren sich die Motive nach gut einer Stunde etwas und werden unübersichtlich. Hier liegt die Crux des Films, dessen Drehbuch zu konfus ist als dass es routinierte Regie und überzeugende Darsteller noch kaschieren könnten. Die Mörderhatz läuft am Ende auch zu wenig überraschend ab, obwohl die Atmosphäre im Hotel durchaus für Spannung sorgt.
So bleiben ein paar interessante Ansätze, die am Ende nicht konsequent genug umgesetzt werden – dennoch: Für Cage-Fans definitiv eine der besseren Leistungen des Darstellers.

Bild- und Tonqualität

Das Bild von The Watcher liegt im Format 1,78:1 – also „Vollbild-16:9“ vor und liefert eine stimmige Atmosphäre. Das dezent sichtbare Korn passt zum Wüsten-Szenario der Gegend rund um Las Vegas und selbst die leichten Überschärfungen während der Vogel-Perspektiven wirken irgendwie passend. Technisch gesehen sind natürlich gerade die Überschärfungen nicht unbedingt gewünscht, aber manchmal wirkt es subjektiv dann doch wieder ein bisschen anders als objektiv. Farben sind kräftig, Kontraste ebenfalls. Auch in dunklen Szenen werden zudem die Unruhen nicht noch stärker und bleiben homogen (ausgenommen: 100’50). Close-ups sind dazu erstaunlich knackig.
Akustisch bleibt The Watcher erstaunlich vordergründig und konzentriert sich fast voll und ganz auf die Dialoge. Selbst zirpende Grillen oder atmosphärische Umgebungsgeräusche bleiben auf die Front beschränkt – ebenso wie der elektronische Score oder auch vorbeifahrende LKW. Die Rearspeaker werden bis zum Schluss praktisch nie bedient.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von The Watcher hält sich ein zweiteiliges Making-of auf, das die beiden Produzenten zu Wort kommen lässt und einige Einblicke aus der Hinter-der-Kamera-Perspektive liefert. Insgesamt dauern beide Featurettes gut zwölf Minuten.

Fazit

The Watcher beginnt spannend und vielversprechend, verzettelt sich dann aber in einer etwas konfusen und wenig schlüssig erzählten Killer-Geschichte. Für Fans von Cage und atmosphärischen Thrillern dennoch ein Tipp.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 70%
Tonqualität (dt. Fassung): 50%
Tonqualität (Originalversion): 50%
Bonusmaterial: 40%
Film: 60%

Anbieter: Concorde Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Tim Hunter
Darsteller: Nicolas Cage, Robin Tunney, Marc Blucas, Ernie Lively, Jacque Gray, Kassia Conway
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 104
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Concorde Home Entertainment)

Trailer zu The Watcher

The Watcher: Wilkommen im Motor Way Motel – Trailer

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