The Widow – Die Legende der Witwe

Blu-ray Review

Tiberius Film, 08.07.2021

OT: Vdova

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Hokus Pokus

In diesem russischen Horrorthriller verschwinden junge Menschen in einem Wald bei St. Petersburg.

Inhalt

Die Suche nach Nikita beginnt

Die Gegend um St. Petersburg ist mittlerweile bekannt dafür, dass in den Wäldern rundherum jährlich 300 Menschen verschwinden. Manche findet man, manche nicht. Einige Leichen, die man findet, weisen nicht mal Spuren von Gewalteinwirkung auf. Und so ist es nicht ungewöhnlich, dass die abergläubigen Menschen der Umgebung an eine „böse Seele“ glauben, die sich der Menschen bemächtigt. Die „lahme Witwe“ nennen sie dieses Wesen. Als die lokalen Lebensretter – unter ihnen die junge Viktoria – mit dem Auftrag losgeschickt werden, den vermissten Nikita in den Wäldern zu finden, glauben sie nicht wirklich an einen Erfolg. Jedenfalls nicht Aleksey, der in jahrelanger Erfahrung nicht einen vermissten Menschen fand. Viktoria allerdings geht davon aus, dass ihr das Anfängerglück hold sein wird. Bevor sie aber den vermissten Jungen finden, stoßen sie auf eine alte, nackte und verstörte Frau. Zoya nennt diese sich und berichtet Schauriges, nachdem sie ihren Schock überwunden hat und wieder zu sich gekommen ist. Von einer bösen Entität spricht sie. Und davon, dass niemand lebend aus dem Wald heraus kommt. Doch Viktoria und Aleksey schlagen die Warnung in den Wind. Und so sucht man weiter nach dem Jungen – bis wirklich unheimliche Dinge geschehen …

Was ist mit Zoya passiert?

Found Footage ist mittlerweile ein bisschen außer Mode gekommen. Nach all den Blair-Witch-Project-Ablegern und Paranormal-Activity-Epigonen wurde es nach und nach etwas stiller. Jetzt aber taten sich drei Autoren in Russland zusammen, um dem Genre noch mal etwas Leben einzuhauchen. Unter ihnen immerhin Natalya Dubovaya und Ivan Kapitonov, die zuletzt die Vorlage für den kleinen Genrehit Baba Yaga geliefert hatten. Auch wenn nicht permanent die Handkamera das Geschehen filmt, ist The Widow dennoch im semidokumentarischen Stil gehalten und funktioniert auf Basis der gerne genommenen „wahren Begebenheiten“. Wir folgen der Reporterin Kristina und ihrem Kameramann, wie diese die Arbeit der Lebensretter Viktoria und Aleksey begleiten. Der Film nutzt also durchaus die Vorgabe, als Pseudo-Dokumentation dem Ganzen einen Touch von Realismus vorzugaukeln. Und das Setting im Wald erinnert durchweg an das berühmte Blair-Witch-Project-Vorbild. Stimmung liefert der Film bis dahin also durchaus schon mal ein wenig. Auch wenn sich ein Waldsetting natürlich auch immer dann und deshalb anbietet, weil man kaum „billigere“ Sets finden kann als den Wald. Wer schon mal einen Amateurfilm gedreht hat, wird wissen, warum es auch junge Nachwuchsregisseure immer wieder ins dichte Baum- und Moosgebiet treibt. Eine bessere und günstigerer Gruselkulisse bekommt man ja nirgendwo anders.

Welche Zeichen das wohl sind?

Was The Widow hier immerhin schafft – ganz abseits von der an sich abgegriffenen Idee – ist eine recht ansprechende Atmosphäre. Mal konventionell und mal mit der Handkamera gefilmt, findet die Produktion immer wieder Einstellungen, die in Verbindung mit dem schaurigen Score für Spannung sorgen. Und das, obwohl hier praktisch nichts passiert. Zumindest nicht viel. Ein paar seltsam angeordnete Heuhaufen, eine kurze Ohnmacht Viktorias – die titelgebende Witwe jedenfalls sieht man nicht. Jedenfalls lange Zeit nicht. Dafür unsere Protagonisten in allerlei unliebsamen Situationen. Da wird mal ins Moor gefallen oder man stolpert über Wurzeln. Ja, das ist bisweilen so zäh, wie es langweilig klingt. Es dauert dann gut 70 Minuten, bis man etwas über den verschwundenen Jungen erfährt, der ursächlich für die Rettungsaktion war. Und dann bekommt man irgendwann auch so etwas wie die Witwe zu sehen. Ein paar Szenen, in denen immerhin geschickt mit der Unschärfe und schnellen Schnitten gespielt wird, sodass es für den Betrachter nie so ganz gewiss ist, was passiert und man sich die Details im Kopf zusammenbasteln kann. Die letzten zehn Minuten passiert dann in der Tat das, worauf man zuvor über eine Stunde gewartet hatte. Dass auch das eher nach Schema-F abläuft, dürfte logisch sein. Aber immerhin kommt dann mal etwas Spannung auf und man fühlt sich an die besseren Vertreter des Subgenres erinnert.

Preis: 12,99 €
(Stand von: 2021/09/26 6:38 pm - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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8 neu von 9,99 €2 gebraucht von 8,16 €
Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 08 Jul 2021
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität

Man begegnet dem Schrecken

Die Blu-ray kommt im Format 2,35:1 und wirkt erst einmal etwas kontrastarm. Die Bilder bei Tageslicht sind grundsätzlich etwas zu hell und Farben bleiben blass. Außerdem sind Schwarzwerte etwas eingefärbt – meist dezent sepiafarben. Die Bildruhe geht in Ordnung, solange es nicht allzu dunkel wird. Rauschen oder Körnung ist dann in der Regel kein Thema. Die Schärfe bleibt allerdings durchweg auf lediglich moderatem Niveau. Und aufgrund der sehr punktuellen Beleuchtung während der nächtlichen Szenen versumpft es auch schon mal im Schwarz. Je nach verwendeter Kamera wird’s dann im Dunklen auch mal ziemlich schwach und unscharf (34’55). Das natürlich gewollt und von daher atmosphärisch unterstützend. Bisweilen hinterlässt das Bild aber auch einen etwas gefilterten Eindruck, wenn Gesichter dann mal etwas wachsig werden. In ein paar wenigen Szenen wird’s dann in der Tat noch mal deutlich körniger, was dem Thema entspricht, aber im Gesamteindruck dann etwas inkonsistent erscheint.
Beim Ton wartet die Blu-ray mit DTS-HD-Master-Spuren für beide Sprachen auf und kann einen besseren Eindruck hinterlassen als beim etwas inhomogenen Bild. Die anfänglichen Szenen beim Versuch der (Probe)Rettung des verschütteten Kerls in der Höhle werden teils mit dynamischem Einsatz der Soundeffekte und einem sehr räumlichen Rauschen des Flusses unterstützt. Die Dialoge sind klar und deutlich. Und die Synchro ist erstaunlich gelungen.
Geht nach zehn Minuten ein kleiner Geröllschutt zu Boden, rumst auch das ganz ordentlich. Das Gleiche gilt für den Moment bei 16’40, wenn ein weiterer Soundeffekt den Tiefbass kitzelt. Knarzende Bäume und Äste, das Rauschen im Wald – akustisch überzeugt The Widow fast durch die Bank. Tatsächlich erzeugt der Film vor allem aufgrund seines gelungenen Sounddesigns Spannung. Und das dann auch, wenn nach über 75 Minuten mehr Ernst gemacht wird als zuvor. Einige Jumpscares sorgen dann für ein angemessenes Maß an Schrecken und Erschrecken. Schwankungen oder Gleichlaufprobleme hat die Tonspur keine, sodass man hier ohne Probleme eine Empfehlung aussprechen kann.

Preis: 12,99 €
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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von The Widow – Die Legende der Witwe besteht lediglich aus Programmtipps und einem Originaltrailer zum Film. Schade drum, aber für diese kleineren Genreproduktionen wird selten echtes Bonusmaterial angefertigt.

Fazit

The Widow erfindet weder das Horrorgenre, noch das Subgenre des Found-Footage-Semi-Dokumentarhorrors neu. Allerdings sind die Darstellerleistungen akzeptabel und das Setting im Wald sorgt durch geschickte Be-/Ausleuchtung für Atmosphäre. Im Grunde ist das schon mehr als man von vielen anderen Vertretern behaupten kann. Nur, dass die Logik dabei auf der Strecke bleibt und sich die Story an sich auch nicht so wirklich aufschlüsseln mag. Die Blu-ray bietet dazu ein authentisches. aber nicht immer technisch sauberes Bild. Der Sound ist überraschend dynamisch und effektvoll und das Beste an dieser Veröffentlichung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 65%
Tonqualität (dt. Fassung): 80%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 10%
Film: 55%

Anbieter: Tiberius Film
Land/Jahr: Russland 2020
Regie: Ivan Kapitonov
Darsteller: Viktotiya Potemina, Anastasiya Gribova, Margarita Bychkova, Ilya Agapov, Aleksey Aniskin
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 86
Codec: AVC
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Tiberius Film)
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Trailer zu The Widow – Die Legende der Witwe

The Widow - Die Legende der Witwe - HD Trailer


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Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

2 thoughts on “The Widow – Die Legende der Witwe

  1. k-ulf

    Unter „Bonusmaterial“ und „Fazit“ wird der Film fälschlicherweise als „The Witch“ betitelt.

    • Hexen und Witwen – verdammt, da kann man aber auch schon mal durcheinander kommen 😉
      Danke für den Hinweis.

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