They Want Me Dead

Blu-ray Review

Warner Home, 19.08.2021

OT: Those Who Wish Me Dead

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Der Lois-und-Clark-Trail

Angeline Jolie darf die mutige Retterin spielen.

Inhalt

Die Bösen

Soeben wurde der Bezirksstaatsanwalt mitsamt seiner Familie bei einer offensichtlichen Gasexplosion getötet. Doch was nach außen wie ein Unfall aussieht, ist in Wahrheit ein Anschlag. Verübt von den Brüdern Patrick und Jack Blackwell. Der Grund sind Beweise, mit denen man den Boss der Blackwells, Arthur Phillip, schwer belasten könnte. Beweise, die der forensische Buchhalter Owen Casserly zusammengetragen hatte. Der wähnt sich nun als nächsten auf der Liste der potenziellen Opfer und flieht mit seinem Sohn Connor in die Berge Montanas. Dort will er Schutz bei seinem Schwager Ethan, dem stellvertretenden Sheriff suchen. Doch die Blackwells spüren Owen auf. Nachdem Connor daraufhin alleine ist, trifft er zufällig auf Hannah. Hannah ist eine Feuerspringerin. Und sie kämpft mit einem Trauma, nachdem sie sich die Schuld am Feuertod von drei kleinen Jungs gibt. So einfach kann sie den blutverschmierten Jungen deshalb nicht ziehen lassen und kümmert sich um ihn. Per Funkgerät will sie Hilfe holen. Doch die Blackwells sind ihnen auf der Spur und ein auftretendes Feuer sorgt nicht gerade für Entspannung …

Die Gute

2014 hatte der junge US-Autor Michael Koryta seinen viel gelobten Roman They Want me Dead geschrieben. Nun durfte er in Kooperation mit Regisseur Taylor Sheridan und Ko-Autor Charles Leavitt noch einmal ran und das Skript für die erste Verfilmung eines seiner Bücher verfassen. Als ehemaliger Privatermittler und Journalist liegen ihm die zeitgenössischen Kriminalromane. Und mit Sheridan als Filmemacher hat er einen fähigen Schauspieler/Regisseur gefunden, der vor knapp vier Jahren mit Wind River zeigte, dass er zu Größerem bereit ist und mit den Skripts zu Hell or High Water und Sicario noch mal nachlegen konnte.
Seinen neuen Film legt er als Neo-Western an und verknüpft gleich drei Hauptmotive zu einem hundertminütigen Ganzen. Zum einen ist das der Survival-Thriller-Aspekt. In der Wildnis und vor allem im Angesicht eines Feuers kämpfen Hannah und Connor gegen die Natur und ums reine Überleben.
Hinzu gesellt sich der Coming-of-Age-Aspekt, der in der Beziehung zwischen Connor und Hannah zum Tragen kommt. Connor ist ein gewitzter und forscher junger Kerl, dessen Begrüßung in Hannahs Richtung knallhart ist und der nicht nur mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen hat. Gegenüber seinem paranoid scheinenden Vater ist Connor aber jung und (noch) vertrauensselig. Das deutet sich in einer der ersten seiner Szenen an, wenn er mutig auf ein wildes Pferd zugeht, um es zu streicheln. Zwischen ihm und der Feuerspringerin entwickelt sich bald eine Bindung, die Mutter-Sohn-Charakter hat und von gegenseitigem Wohlwollen gekennzeichnet ist. Der junge Finn Little meistert diese nicht ganz einfache Rolle wirklich gut und Angelina Jolie hat man bereits zu lange nicht mehr gesehen.

Hannah und Connor entwickeln Vertrauen zueinander

Ihr gebührt die Rolle jener Figur, die mit einem Trauma zu kämpfen hat und die im Schutz des Jungen nach Erlösung sucht.
Allerdings wirkt ihre Rolle wenig balanciert und unausgeglichen. Gibt sie anfänglich den harten Kerl in Frauengestalt und tanzt damit stets auf dem schmalen Grad der Selbstzerstörung, ist sie nach einer Stunde selbst nach einem Blitztreffer noch perfekt geschminkt und gibt den herzensguten Mutterersatz. Gerade ihrer Figur hätte mehr Tiefe nicht geschadet, um auch die inneren Dämonen besser zum Ausdruck zu bringen.
Ganz anders das lustvoll agierende Duo aus Nicholas Hoult und Aidan Gillan. Sie spielen die Brüder Blackwell mit viel Lust am gnadenlosen Vollstreckertum, was nur deshalb etwas torpediert wird, weil das Drehbuch sie mal präzise-abgebrüht darstellt und sie dann wiederum Hals über Kopf in unüberlegte Aktionen stürzt.
Sheridan gelingt es dennoch, Spannung zu erzeugen und They Want me Dead gleichzeitig zu einem mitunter bewegenden Film werden zu lassen. Allerdings steht ihm dann doch etwas im Weg, dass die Geschichte von vorne bis hinten vorhersehbar ist.

Unterredung mit dem Chef

Was aber immer dann in den Hintergrund rückt, wenn er (man schaue sich das Making-of im Bonusmaterial an) der Brutalität der Menschen die unbarmherzige Natur gegenüberstellt. Wer unbedingt ein paar Magnesiumfackeln in den Wald werfen muss, wird mit den Konsequenzen leben müssen. Und die sind spektakulär gefilmt und brutaler als es jede Handfeuerwaffe sein kann.
Apropos brutal: Die Altersfreigabe, das darf man hier ruhig mal erwähnen, ist ein Witz. Und kein guter. Mit der Erklärung, dass Gut und Böse erkennbar bleiben und zwischendurch genug ruhige Passagen für eine „Abfederung“ sorgen, dürfen heute also Zwölfjährige sehen, wie ein Familienvater von mehreren Dutzend Kugeln durchsiebt und eine unschuldige Passantin per Kopfschuss ins Jenseits befördert wird – splatterhafte Hirnreste an der Seitenscheibe des Fahrzeugs inklusive. Es zeigt sich einmal mehr, dass die Freiwillige Selbstkontrolle in BEIDE! Richtungen gute und zweifelhafte Tage hat.

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Studio:
Format: Blu-ray
Spieldauer:
Erscheinungstermin: Thu, 19 Aug 2021
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Bild- und Tonqualität

Der stellvertretende Sheriff tut sein Bestes

Digital und bei 3.4K- sowie 5K-Auflösung gefilmt, hat man They Want me Dead über ein 2K-Digital-Intermediate gemastert. Grundsätzlich reicht das für die Blu-ray natürlich aus und die Auflösung wirkt in Naheinstellungen durchaus respektabel. Himmelshintergründe können schon mal ein leichtes Rauschen aufweisen und hier und da gibt’s objektivbedingte Randunschärfen im unteren Bereich. Die Farbgebung ist dauerhaft sehr warm gestimmt, was hervorragend zur landschaftlichen Umgebung und dem Thema des Films passt. Schwarzwerte sind gut, die Durchzeichnung gibt sich auch in dunklen und schwach ausgeleuchteten Innenräumen keine Blöße und bis auf ein paar wenige Artefakte im feuerbedingten Rauch sowie leichten Unruhen bei Schwenks über die Weite der Wälder kann man das schon so machen.
Wie bei den „kleineren“ Titel von Warner so häufig üblich, kommt auch They Want me Dead fürs Deutsche nur mit einer herkömmlichen Dolby-Digital-Spur. Und das ist grundsätzlich zu beklagen. Vor allem dann, wenn ein Film durchaus genug Anlass dazu gibt, ordentlich hinzulangen. Die Eingangsszene böte reichlich Anlass für Dynamik, bleibt aber leider ziemlich gleichförmig. Auch die Dialoge klingen etwas gepresst und fast ein bisschen komprimiert. Immerhin die Räumlichkeit passt und lässt das Natur- und Actiongeschehen authentisch erklingen. Hier und da sorgt der Score für ein paar dynamische Spitzen in den Tiefbasskeller. Aber sobald man auf die englische DTS-HD-MA-Fassung schaltet, wird schon in der Intro-Sequenz klar, wie viel mehr Druck und Dynamik sie liefert. Das Öffnen des Fallschirms, die Feuersbrunst, das Grollen, wenn Hannah aus ihrem Alptraum erwacht und insbesondere die Explosion nach 3’38– sämtliche dynamischen Aspekte werden viel präsenter und druckvoller abgeliefert. Ebenso deutlich sind die Differenzen in der Stimmwiedergabe. Die Original-Dialoge sind klarer und haben mehr Volumen.

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Bonusmaterial

Es wird brenzlig

Das knapp viertelstündige Making-of, das sich im Bonusmaterial von They Want me Dead aufhält, klärt ein wenig über die Hintergründe der Geschichte auf und lässt Regisseur, Darsteller und auch den Autor zu Wort kommen. Außerdem erzählt Sheridan, dass ihm stets wichtig ist, den Planeten Erde im Film zu integrieren. Hierbei war interessant, dass die Geschichte in Montana spielt, man aber in New Mexico drehen musste. Um die entsprechende Vegetation zu bekommen, musste man deshalb stets ziemlich weit nach oben und weite Wege in Kauf nehmen.

Fazit

Zwar steht sich die Geschichte von They Want me Dead bisweilen selbst etwas im Weg und bleibt arg vorhersehbar, doch gute Schauspieler sowie die beeindruckende Kulisse und die Dynamik aus Natur vs. Mensch sorgen für ausreichend Spannung.
Die FSK-Freigabe sollte jeder in Frage stellen, der vorhat, den Film mit seinem 12- bis 15-jährigen Nachwuchs zu sehen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 40%
Film: 70%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 2020
Regie: Taylor Sheridan
Darsteller: Angelina Jolie, Nicholas Hoult, Aidan Gillen, Finn Little, Jon Bernthal, Tyler Perry
Tonformate: Dolby Digital 5.1: de // DTS HD-Master 5.1: en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 100
Codec: AVC
FSK: 12

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Warner Bros.)
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Trailer zu They Want Me Dead

THEY WANT ME DEAD - Offizieller Trailer #1 Deutsch German (2021)


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild“verbesserern“ zu verfälschen.

9 thoughts on “They Want Me Dead

  1. Michael

    Ich lauerte schon die ganze Zeit darauf, dass der Film von haarsträubenden 15 Euro Leihgebühren auf moderate knapp 5 fällt, und hab ihn mir dann sofort gegeben. Taylor Sheridan ist für mich eine Bank, zu dumm, dass man hierzulande noch nicht so richtig an YELLOWSTONE herankommt. Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber seine Filme haben immer eine Stimmung, die mir sehr liegt. So auch hier, fand den Film trotz einiger Logiklöcher (ich bin nicht sicher, ob man nach einem Blitztreffer noch agil durch brennende Wälder joggen kann), richtig richtig gut.
    Und was die Bundesprüfstelle angeht … das wäre mal ein Thema für sich. Auf der einen Seite werden sinnloseste Gesetze verabschiedet, um angeblich Urheberrechte zu schützen, auf der anderen Seite dürfen diese Damen und Herren Filme nach Lust und Laune zusammenschneiden, ohne dass auf den Medien angegeben ist, dass es sich um gekürzte Versionen handelt. Man ist bei beinahe jedem Genre-Titel gezwungen, auf Portalen nachzurecherchieren, ob der jeweilige Release nun verstümmelt wurde oder nicht. Die Nachbarländer vergeben einfach eine entsprechende Empfehlung, lassen den Film aber unangetastet. Auf der anderen Seite aber gibt es Fälle wie hier, wo man bei der BPS entweder einen guten Tag hatte oder man sich was zurecht deutelt. Ausgenommen auch immer Zweite-Weltkriegsfilme, Gewalt gegen Achsenmächte ist keine Gewalt 😉

    • Simon

      Kurz zur Klarstellung:
      – FSK (um deren Einstufung geht es hier) und BPjS (würde eine Indizierung aussprechen – um die geht es hier nicht) sind sehr unterschiedliche Gremien/Instanzen
      – Weder FSK noch BPjS schneidet irgendetwas (wie auch?).
      – … und erst Recht sind sie nicht dafür verantwortlich, wenn der Anbieter geschnittene Fassungen nicht als solche kennzeichnen.
      – Weder FSK noch BPjS beschäftigen sich irgendwie mit Urheberrechtsthemen

      Dass sowohl FSK als auch BPjS tw. wenig nachvollziehbare/merkwürdige Einstufungen treffen, ist ärgerlich, aber auch nicht so verwunderlich.
      Ein Drucheinandermischen all dieser Themen bringt aber niemandem etwas

      • Michael

        Hi Simon,

        ich wollte mich in meinem Kommentar kurz fassen und einfach verschiedene Dinge, dir mir in dem Zusammenhang auf den Keks gehen, loswerden – wohl etwas wirr. Dass weder FSK noch BPjS Urheberrechtsgesetze auf den Weg bringen ist mir bewusst, es ging mir aber vielmehr darum, dass in diesem Land auf der einen Seite angeblich Urheberrechte geschützt werden, auf der anderen Seite aber insbesondere von der BPjS ein Klima erzeugt werden darf, das Hersteller teilweise zwingt, ihr eigenes Werk zu verstümmeln, damit es womöglich überhaupt veröffentlicht werden kann und die Kalkulation einigermaßen passt. Meines Wissens erfolgen diese Schnitte auch nach Vorgabe/Empfehlung der BPjS, aber da kann ich mich irren. Die reine Existenz einer solchen … Behörde (???), welche darüber befinden kann, welche Inhalte in welchem Maße erlaubt oder schlicht verboten sind, dürfte außerhalb von China und Nordkorea einzigartig sein. Frankreich, Italien, Großbritannien, die USA und selbst Österreich kennen so etwas nicht und beschränken sich auf eine Deklarierung ähnlich der FSK, eben einer freiwilligen Kontrolle bzw. zur Wahrung eines gewissen Jugendschutzes bis zu einem bestimmten Alter. Als Konsument und Fan hat man da in diesem Land einen außergewöhnlich schweren Stand … Sorry an den Admin, dass das hier gerade ziemlich off-topic wird 😉 Herr Sheridan kann nix dafür!

        • Ich finde das Thema rund um die FSK und die BPjS sehr gut. Da darf’s ruhig mal offtopic werden. Und dass hier erneut der Ton zwischen den Diskutanten gewahrt wird, finde ich umso feiner. Oft gehen sich unterschiedliche Meinungsträger ja schon in der ersten Reaktion und Gegenantwort an die Gurgel.
          Deshalb ein extra DANKE an euch Zwei.

          Zu den Schnittgeschichten. Tatsächlich gibt die FSK keine Schnittvorgaben mehr. Das hat sie früher mal getan, heute aber nicht mehr. Das ist gerade für die kleineren Labels super ärgerlich, wenn sie einen Titel rausbringen wollen. Sie müssen also (bswp., um eine 18er Freigabe zu bekommen, weil sie die „Unverkäuflichkeit“ der SPIO-Fassung vermeiden wollen), DEUTEN, welche Stellen sie entfernen müssen. Auf diese Weise kommt am Ende oft ein zerstümmelterer Film raus als eigentlich nötig gewesen wäre. Zumal JEDE Vorlage bei der FSK richtig Geld kostet. Und dann schneidet ein kleines Label aus einem Horrorstreifen halt schon mal etwas großzügiger, um nicht Gefahr zu laufen, dass sie wieder und wieder vorstellig werden müssen.

          Ist also eine ziemlich doofe Situation für Label und den Endverbraucher.

          Bei THEY WANT ME DEAD geht’s natürlich genau den anderen Weg. Hier haben die Damen und Herren beim Schauen offensichtlich geschlafen.
          Geht mir aktuell bei CRUELLA aber genauso. Da ist ständig von Mord und Tod die Rede – und der ist ab sechs Jahren freigegeben.

        • Simon

          Hi Michael,

          danke für die Klärung. War mir nicht so ersichtlich aus deinem Post, aber nun ist es mir klar.

          Ob die BPjS und die FSK einen guten Job machen und inwieweit Jugendschutz wichtig ist (und sie ihm dienen), kann man trefflich streiten.
          Allerdings sind es beileibe keine „Zensurbehörden“ und auch keineswegs einzigartig in „der freien Welt“.
          Derartige Einstufungen (inkl. Verbreitungskonsequenzen) haben eigentlich alle Länder und die Vertriebe & Hersteller richten sich immer schon daran aus.
          Und ob „unsere“ Fixierung auf Gewalt so viel schlimmer ist als die Haut- & Sprach-Prüderie der Amerikaner, weiß ich nun auch nicht…. 😉

          BTW: Timo moniert hier gerade NICHT eine zu hohe, sondern eine zu niedrige Einstufung. 😀

          Gruß

          Simon

          • Michael

            Stimmt, hier waren sie offensichtlich mal sehr nachsichtig … eigenartig. Der Grundtenor geht ja meistens in die andere Richtung. Und in den Verbreitungskonsequenzen sind die beiden Institutionen international schon ziemlich allein auf weiter Flur … wie gesagt, mir ist kein anderes Land bekannt, wo es außer einem entsprechenden Altersstempel ähnliche drohende VÖ-Verbote gibt wie hier. Zum Glück gibt es Import, da gibt es NIE verschiedene Schnittfassungen (von Directors Cuts etc mal abgesehen), weshalb man da bedenkenlos zuschlagen kann … kostet halt nur …

  2. Rüdiger Petersen

    Ich finde den Film sehr gut. Habe ihn aber schon vor ein paar Wochen bei Prime im Stream gesehen und auch sofort gekauft. Wenn ich die Chance bekomme greife ich sofort bei Prime zu und muss nicht so lange auf die Scheibe warten und kann sofort mitreden. Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen das zumindest die Toptitel ala King Kong vs.Godzilla bei Prime top aussehen gleiches gilt für den Ton .They want me Dead empfehle ich auf jeden Fall weiter.

  3. Simon

    @Thomas (die Software gibt anscheinend kein weiteres Antworten mehr her 😉 ).
    Importe sind für mich sowieso nicht selten eine gute Wahl (bessere Tonspuren, als UHD erhältlich, tw. preiswerter, …) und gerade als Fan von Horror & Co ist man oft darauf angewiesen (ich habe mir auch den ext Cut von Evil Dead (2013) aus UK besorgt).
    Nicht zuletzt dank (RC-freier) UHD auch nicht mehr ganz so tricky.

    Trotzdem finde ich deine Einschätzung schon ein wenig übertrieben. Ich habe bislang auf keinen Film verzichten müssen wegen FSK oder BPjS. Auch indizierte oder SPIO/JK-Filme sind zu bekommen und auch in den USA und UK scheuen Vertriebe ein NC17- oder X-Rating wie der Teufel das Weihwasser (und möglichst auch R). Auch dort aus finanziellen Gründen – kann man eben sehr viel weniger Publikum bekommen.

    In den US wird dabei halt oft schon bei der Produktion darauf geachtet statt nachher geschnitten, was es aber auch nicht besser macht – aber halt mit einem anderen Schwerpunkt (Sex & Language), weswegen es in der hiesigen Cut-Debatte (die mehr um Violence kreist) meist nicht so auffällt.
    (angebl. geht das hin bis zu der Anzahl von „Swear Words“, die ein Film bis zu einem gewissen Rating noch haben darf)

    Bis zu Nord Korea ist es jedenfalls noch seeeehr weit.

    Insgesamt finde ich einen Vergleich der Rating-Systeme (z.B. Einstieg via https://en.wikipedia.org/wiki/Motion_picture_content_rating_system) ganz interessant, weil es auch Aufschluss über kulturelle Unterschiede gibt.

    Gruß

    Simon

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