Wir 4K UHD

Blu-ray Review

wir us 4k uhd blu-ray review cover
Universal Pictures, 25.07.2019
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Universal Pictures, 25.07.2019

OT: Us

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Eine Seele

In Jordan Peels Nachfolger zu Get out lotet der Regisseur aus, wie viel Böses in uns Menschen steckt.

Inhalt

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Kitty und Adelaide kennen sich aus ihren Urlauben – mögen wäre aber etwas anderes

Santa Cruz im Sommer 1986: Die kleine Ada Thomas besucht an ihrem Geburtstag mit ihren Eltern einen Vergnügungspark. In einem unbeobachteten Moment geht sie zum Strand runter und betritt ein Spiegelkabinet. Als sie hinein geht, begegnet sie einem Mädchen, das exakt so aussieht wie sie selbst. Die Begegnung verändert Adelaide. Sie hört auf zu sprechen und leidet fortan unter einer posttraumatischen Störung.
Dreißig Jahre später scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Gemeinsam mit ihrem Mann Gabe Wilson und den beiden Kids veranstalten sie eine Reise in die Gegend von Adas Kindheit. Als ihr Mann jedoch vorschlägt, mit den Kids zum Santa-Cruz-Beach zu gehen, wehrt sie sich vehement. Nicht zu Unrecht, wie es scheint. Denn kaum kommen sie dem Strand näher, mehren sich seltsame Vorfälle. Adelaide scheint Menschen zu sehen, denen sie damals auch im Vergnügungspark begegnete. Als sie dann Abends wieder Zuhause sind, offenbart Ada ihrem Mann, dass sie wieder abreisen möchte. Doch dann kommt etwas dazwischen. Plötzlich steht eine Familie in der Einfahrt der Wilsons. Sie stehen einfach nur da. Regungslos. Doch das ist nicht das Schaurigste. Denn sie sind nicht irgendeine Familie. Sie sehen aus wie die Wilsons – jeder einzelne scheint ein Doppelgänger zu sein …

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Die Wilsons beobachten eine Familie auf ihrer Einfahrt

Tja, das hat er nun davon, der Jordan Peele. Vor zwei Jahren mit dem verstörenden Get Out beim Publikum und damit an den Kinokassen äußerst erfolgreich als Regisseur debütiert, muss er sich fortan an seinem Horror-Grenzgänger messen lassen. Nun schickt er sich an, genau diesem Druck stand zu halten, indem er mit Wir das Folgewerk ins Rennen schickt. Erneut lotet er die Grenzen des Genres aus. Eines Genres, das er schon seit seiner Jugend liebt und dessen ikonische Figuren wie Freddy Krüger oder Alien er verehrt – und das trotz seiner eigentlichen Basis als Comedian der Gruppe Boom Chicago.
Die Kinokassen bestätigten Peele mit seinem Nachfolger. Denn Wir spielte sowohl in den USA als auch weltweit praktisch exakt das gleiche Geld ein wie der Vorgänger.
Auch Kritiker waren erneut überzeugt – Werte von 7,9 bei Rotten Tomatoes und 81% bei Metacritic sprechen eine deutliche Sprache.
Und doch: Genauso wie beim Vorgänger gab es auch hier Zuschauer, die enttäuscht aus dem Kino kamen.
Kein Wunder, denn Jordan Peele macht es dem Betrachter nicht leicht. Seine Geschichten (das Drehbuch stammt erneut von ihm selbst) sind vielschichtig und der Horror funktioniert vor allem unterhalb der Oberfläche. Obschon Wir deutlich blutiger ausfällt als Get Out, sollte man auch hier erneut bereit sein, sich mit der Psychologie des Themas und seiner Figuren auseinander zu setzen. Schlichtes Konsumieren kann in diesem Film nur zur Frustration führen.

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Eine schaurige Familie

Inszenatorisch wählt Peele den Weg, seine Geschichte zunächst mit Rückblicken zu gestalten, um die Vergangenheit nach und nach zu erklären. Immer wieder kehrt man gemeinsam mit den Erinnerungen der erwachsenen Ada zurück in die Zeit, in der sie mit Stummheit und Zurückgezogenheit auf das Ereignis im Spiegelkabinett reagierte. Dabei entwickelt der Zuschauer sehr bald eine Verbindung zu ihr und der auffällig netten Familie. Doch auch der Betrachter merkt bald, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Der Zuschauer sieht gemeinsam mit Ada Dinge, die an die damaligen Ereignisse erinnern: Das Spiegelkabinett am Strand, der abgerockte Obdachlose mit Schild oder Black-Flag-T-Shirts – schaut man WIR aufmerksam zu, wirkt das Geschehen noch schneller seltsam als es sich von dem Moment an entwickelt, da die „Tethered“ auftauchen.
Deren Erscheinung gerät schon alleine durch die Art und Weise spooky, wie sie dort unbeweglich und Hand in Hand in der Einfahrt stehen. Das Eindringen ins Haus gerät dann zu den schaurigsten Sequenzen, die der Horrorthriller der letzten Jahre erlebt hat. Mit einer Mischung aus brachialem Terror (Eingangstür) und gruselig-schnellen Bewegungen (die Tochter auf dem Baum) belagern die mit roten Overalls angezogenen Doppelgänger das Haus und verschaffen sich bald Zutritt. Schon alleine das leicht veränderte äußere Erscheinungsbild sorgt für Grusel.
Noch effektiver aber ist das Spiel von Lupita Nyong’o.

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Eine Familie, die sich bald Zutritt verschafft …

Man merkt ihr an, wie viel Spaß sie an der Doppelrolle hatte und dass sie diese böse Adelaide mit Lust gespielt hat – und damit ist nicht nur der sensationell inszenierte Showdown gemeint, den sie ballettartig ausfechtet und bis zum bitteren Ende durchzieht. Schon ihre Bewegungen als böser Zwilling (die sie an jene einer Kakerlake anlehnte) sind derart gruselig, dass man schnell auf den Gedanken kommt, die zweite Familie wäre nicht von dieser Welt.
Noch schauriger wird’s, wenn sie zu reden beginnt. Ohne den Überraschungseffekt zu nehmen: Man muss sich keineswegs schämen, wenn man mit einer mächtigen Gänsehaut vor der Leinwand oder dem TV sitzt.
Was im Übrigen vom kongenialen Score, der zudem äußerst effektvoll auf alle Lautsprecher verteilt wird, untermauert wird.
Inhaltlich wendet sich Peele zwar etwas vom sozialkritischen Aspekt seines Erstlings ab, überzeugt aber auf anderen Ebenen. Er kombiniert Elemente eines Die Körperfresser kommen mit der intimen Atmosphäre eines Funny Games und unterlegt das Ganze mit einem tiefenpsychologischem Profil.
Denn spätestens in der zweiten Hälfte des Films wird klar, dass sich ein Sigmund Freud in der Analyse von Wir ziemlich wohlgefühlt hätte. Immerhin ist es der Mensch, der hier dem Menschen Böses tut, dessen Urinstinkte (vgl: Freuds „Es“) getriggert werden und der zum Äußersten schreitet, wenn er mit seinen verdrängten Traumata konfrontiert wird.

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… und deren Anführerin scheinbar ein Hühnchen mit Ada zu rupfen hat

Ein bisschen Spaß darf’s aber zwischendurch auch sein, wenn sich Jordan Peele ziemlich köstlich über Smart-Home-Anwendungen wie die Alexas, Google Homes und Apple HomePods dieser Welt lustig macht.
Ganz und gar nicht lustig ist allerdings tatsächlich das Gewaltlevel in Wir. Ohne direkte Einwirkungen darzustellen, wird hier ziemlich heftig zur Sache gegangen und auch noch mal zugeschlagen, wenn vermeintlich schon alles vorbei ist. Das wirkt allerdings in Peeles Film nicht selbstzweckhaft, sondern funktioniert umso intensiver aufgrund der oben angesprochenen psychologischen Faktoren.
Wer sich übrigens fragt, was es mit den Kaninchen auf sich hat, dem liefert Peele zwar eine Antwort (ihn ängstigen einfach diese scherenartigen – Aha: SCHEREN – Ohren), doch es bleiben noch einige Interpretationen mehr.
Eine von ihnen erscheint dabei besonders interessant – VORSICHT: SPOILER!

Wo kommen all' die Kaninchen her?
Es kann die Tatsache sinnbildlich verstanden werden, dass Kaninchen in wissenschaftlichen Versuchen oft als Testobjekte herhalten müssen – womit wir wieder bei den „Tethered“ des Films sind, die sich als von Menschen geschaffene Versuchsojekte fühlten.
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Pluto hat am Feuer einen Narren gefressen

Bild- und Tonqualität BD

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Showdown in den Katakomben

Das Bild von Wir ist volldigital aufgenommen und kann mit einer hohen Laufruhe vom Start weg überzeugen. Die Filterung ist durchweg warm und hangelt sich meist an einer Braunpalette durch den Film. Auch während der dunklen Szenen bleibt der Eindruck stabil. Herausragend ist die Auflösung in Naheinstellungen. Hier wird wirklich jedes Detail auf der Haut der Darsteller sichtbar. Jede Maserung auf den Ledersitzen des Fahrzeugs in Kapitel zwei kann man erkennen und auch Schriften sind hervorragend lesbar. Dazu fügt sich der durchweg harmonische Kontrast sehr gut ins Bild ein. Während einiger Shots im Hellen überstrahlen weiße Flächen schon mal leicht und im Hintergrund wirken Baumwipfel etwas trüb. Dazu könnte der Schwarzwert in den dunklen Szenen meist noch etwas besser sein. Aber das ist Meckern auf recht hohem Niveau bei einem ansonsten sehr guten Bild.

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Wenn Jungs mit dem Feuer spielen

Anbieter Universal geht mal wieder mit gutem Beispiel voran und versorgt sowohl die Blu-ray als auch die UHD mit einem Dolby-Atmos-kodierten Ton für beide Sprachen (jeweils mit True-HD-Kern“).
Auf der regulären Ebene fallen zunächst die harmonisch eingebetteten Dialoge sowie die sehr weiträumige Atmosphäre während des Jahrmarkts auf. Herausragend gut ist aber vor allem die Filmmusik. Schon der Eröffnungstitel setzt neue Maßstäbe in Sachen Offenheit und Räumlichkeit. Die perkussiven Instrumente stehen losgelöst im Raum und die Choralstimmen scheinen von überall her zu kommen. Herausragend sind dann die direktionalen Kratz-, Donner und Poltergeräusche, wenn die Reds das Haus der Wilsons umlagern. Gleichzeitig werden fein aufgelöste Sounds wie das Klickern von Adas Doppelgängerin differenziert wiedergeben, während der Subwoofer bei NWAs Fuck the Police richtig zulangen darf – die Dynamik stimmt also, in Wir.
Nehmen wir die Höhen-Ebene hinzu, beginnt diese nach etwa zweieinhalb Minuten mit atmosphärischen Jahrmarkts-Geräuschen: Kreischende Teenies auf der donnernden Achterbahn, Automaten, die vor sich hin dudeln und ein leichtes Grundrauschen der Menge wird auf die Heights gemischt. Kurz darauf gesellt sich das bedrohliche Gewitter-Donnern hinzu. Auch immer wieder gerne genommen: Geräusche aus einer höheren Etage eines Hauses – wie beim Poltern nach 18’55. Vollends zum Nebendarstellern werden die Heights sowie der Score in den spannenden und bedrohlichen Szenen. Wie die Geräusche der Filmmusik oder die choralen Gesänge auf die Höhenkanäle abgelegt werden – das hat Klasse und fördert den Schauer im Nacken (ab 40’45). Schön suggestiv sind hingegen die Soundeffekte des atmenden Gabe (56’45) und das Abfeuern der Signalwaffe, während man mit ihm im Bootsrumpf sitzt (74’08). Im Haus der Tylers gibt es dann noch einmal Stimmen aus der oberen Etage, wenn sie ihren Mann darum bittet, vor dem Haus nach Geräuschen zu schauen sowie schmerzerfüllte Schreie (ab 69’36) und im Finale ist es wieder am Score, sich von oben hinzu zu gesellen. Insgesamt ein sicherlich nicht pausenlos aktiver Atmos-Sound, der aber gezielte und sehr genial gesetzte Effekte bringt und maßgeblich zum Grusel beiträgt.

Bild- und Tonqualität UHD

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In Rückblenden erfahren wir, was Ada damals sah

Wir wurde mit Kameras vom Typ Arri Alexa Mini und Alexa SXT aufgenommen. An deren Ausgang lagen 3.4K an, was für das Kino-Digital-Intermediate allerdings wieder auf 2K reduziert und für die UHD entsprechend hochskaliert wurde. Wir haben es hier also mit einer „Fake“ 4K-Disk zu tun. Ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum gelangte dafür ebenso auf die UHD wie die höhere Kontrastdynamik – Letzteres in HDR10 und Dolby Vision.
Und das ist gut so, wie sich herausstellen soll. Denn der weitgehend in Dunkelheit spielende Film hat per HDR10 leider nicht die Durchzeichnungskraft, die er bräuchte. Zum Teil werden die roten Farben der Overalls verschluckt und selbst bei nicht ganz dunklen Szenen wirkt das Bild sichtbar flacher und weniger dynamisch als bei der BD. Auch Schwarzabstufungen werden nicht mehr sauber differenziert. So kann man die Bergkette hinter dem See bei 57’30 kaum mehr vom Himmel abgrenzen, was der Blu-ray noch recht gut gelingt.
Ganz anders Dolby Vision. In jeder Sequenz bei geringer bis schwacher Helligkeit hat die dynamische Kontrastvariante die Nase deutlich vorne. Nicht nur ist sie hier besser als HDR10 und hebt dessen Grauschleier bei Restlichszenen, sondern kann in den dunklen Sequenzen mit mehr Dynamik und Farbdurchzeichnung aufwarten als ihr statisches Pendant und als die Blu-ray.
Beiden High-Dynamic-Range-Formaten ist aber gleich, dass sie auf hellen Bereichen die BD übertrumpfen. Wo bspw. zu Beginn von Kapitel drei noch zwei kleine Wolkenbereiche im Himmel zu sehen sind, werden diese von der BD verschwiegen.
In puncto Auflösung setzt sich die UHD bei Schriften und feinen Details sichtbar und auf Gesichtern moderat gegenüber der Blu-ray ab – zumindest wurde hier sauber hochskaliert, sodass Buchstaben und Zahlen auf Werbetafeln klarer erkennbar sind.

Blu-ray (23’24): (Slider ganz nach rechts): Während der gut ausgeleuchteten Szenen fällt der Unterschied zwischen BD und UHD nicht allzu hoch aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die dunklere Abstimmung sowie etwas kräftigere Farben (vor allem beim Sand) bilden die einzige Differenz.

Blu-ray (17’12): (Slider ganz nach rechts): Bei Szenen, die ein wenig dunkler sind, ist die Blu-ray hingegen gegenüber HDR10 im Vorteil und wirkt dynamischer.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): HDR10 wirkt flacher, weniger kontrastreich. Das fällt im laufenden Bild leider noch stärker auf als in diesem Screenshot.

HDR10 (17’12): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild von oben per HDR10 gegen die Dolby-Vision-Variante.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision hebt die Kontrastflanken wieder an und ist von den beiden HDR-Varianten die wesentlich dynamischere.

Blu-ray (55’43): (Slider ganz nach rechts): Bei diesem Bild bitte nur auf die Farbe des roten Overalls konzentrieren, die in dem Screenshot fokussiert wurde. Die komplette Dynamik (Gesicht und Hintergrund) kann der Screenshot nicht wiedergeben!
Wird es ganz dunkel, hat die BD gegenüber HDR10 auch in Sachen Farbdurchzeichnung die Nase vorn.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): HDR10 verschluckt die rote Farbe regelrecht. Erst per Dolby Vision kommt diese wieder zum Vorschein.

UHD HDR10 (23’37): (Slider ganz nach rechts): Bei gut ausgeleuchteten Tageslicht-Szenen ist der Unterschied zwischen HDR10 und DV hingegen gering.

UHD Dolby Vision (Slider ganz nach links): Dolby Vision wirkt vielleicht etwas klarer und strahlender auf der Strandoberfläche.

Blu-ray (89’44): (Slider ganz nach rechts): Mal etwas näher ran: Die kleinen Zahlen sind über die BD fast gar nicht mehr erkennbar.

UHD (Slider ganz nach links): Die UHD macht es nicht perfekt, aber doch wesentlich besser erkennbar.

Das Bild zum Größenvergleich in der Komplettansicht

 

Kein Unterschied beim Ton der UHD von Wir. Es befinden sich die identischen Atmos-Spuren auf der Scheibe wie man sie auf der Blu-ray findet.

Bonusmaterial

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„Monster in uns“ beschäftigt sich vornehmlich um den anspruchsvollen Dreh, der von den vier Hauptdarstellern eine Doppelrolle mit komplett unterschiedlichen Charakteristika und anderen Bewegungen erforderte. „Miteinander verbunden: Der Doppeldreh“ konzentriert sich dann auf die Schwierigkeit, die guten und die bösen Figuren teilweise im gleichen Bild zu haben. Die Kontinuität musste gewährleistet bleiben und die Darsteller mussten tags drauf auf etwas reagieren, dass sie tags zuvor als ihre eigenen Doppelgänger aufgenommen hatten. „Jordan Peeles ganz eigene Art von Horror“ lässt den Regisseur erzählen, was für ihn so faszinierend am Genre ist und was für ihn einen guten Horrorfilm ausmacht. Seine Lieblings-Horrorfilme nennt er auch Neben A Tale of Two Sisters sind das Alien oder Night of the Living Dead – Letzterer diente für ihn als Vorlage für Wir, da er den gesellschaftskritischen Aspekt in Romeros Zombiefilm so schätzt. „Dualität von Wir“ stellt dar, dass es für Peele vor allem das Thema von Doppelgängern war, das ihn faszinierte. „Eins werden mit Red“ schildert dann Lupita Nyong’os Herangehensweise. Sie blieb die ganze Zeit über immer in ihrer Rolle, was zu einigen bemerkenswerten Momenten führt, wenn die Kamera zwar lief, aber kein Take aufgenommen wurde. „Szenenbetrachtungen“ nimmt sich drei Szenen vor und betreibt an ihnen anhand von Previsualisierungen eine entsprechende Analyse. „Jeder stirbt“ ist eine kleine Set-Improvisation und „Wie oben so unten: Grand Pas de deux“ zeigt noch mehr Tanzvariationen der entsprechenden Szene. Dazu gibt es noch sechs unveröffentlichte Szenen, die eine Laufzeit von insgesamt sechseinhalb Minuten aufweisen.

Fazit

Wir ist ein absolut würdiger Nachfolger von Get Out. Wer Freude daran hat, hinter die Fassade aus Home Invasion und Body Snatchers zu schauen, wird mit einem vielschichtigen und psychologisch wirksamen Horrorfilm belohnt, der den Menschen den Spiegel ihrer eigenen Bösartigkeit vorhält – klasse!
Die UHD liefert gegenüber der Blu-ray die stärkere Qualität ab – allerdings nur im Falle einer Dolby-Vision-Kette. HDR10 wirkt in den dunklen Szenen häufig flacher und weniger dynamisch. Der Atmos-Sound ist famos gut und sehr effektiv geworden. Über ihn kommt der Schauer gleich noch mal intensiver rüber.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 85%
Bildqualität UHD (HDR10): 75%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 85%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 60%
Film: 90%

Anbieter: Universal Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2018
Regie: Jordan Peele
Darsteller: Lupita Nyong’o, Winston Duke, Shahadi Wright Joseph, Evan Alex, Elisabeth Moss,
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 116
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 968 Nit
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures Germany)

Trailer zu Wir

Wir – Trailer deutsch/german HD

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4 thoughts on “Wir 4K UHD

  1. Avatar ondy

    Mir hat der film sehr gut gefallen und ich habe mich immer wieder ertappt wie ich vor spannung in die chipstüte gegriffen habe.

  2. Avatar Jan-Hendrik Kock

    Top Review Danke, da kann ich mich ja auf das Dolby Vison Bild freuen!

  3. Avatar UHD Fan

    Achtung! Bei einigen Käufern wie bei mir ist in der deutschen Veröffentlichung von „Wir“ keine deutsche UHD in der Hülle, sondern eine englische Disc OHNE deutschen Ton. Laut Movieside Forum ist dies kein Einzelfall, sondern zumindest weiter verbreitet. Von außen ist aber nichts zu erkennen. Die Disc hat auch kein Altersfreigabelogo. Ich habe Universal angeschrieben, ob es eine Tauschaktion gibt.

  4. Avatar Rüdiger Petersen

    Ich persönlich fande den Film nicht gut . Auch Get Out war bei mir schon durchgefallen. Aber Filme sind natürlich immer auch eine Sache des Geschmacks. Mein Geschmack hat er leider nicht getroffen. Schön zu lesen ist aber das die Qualität der Scheiben sehr hoch ist. Leider ist das keine Selbstverständlichkeit.

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