
4K Blu-ray Review

OT: Kill Bill Vol. 1

Vier Jahre
Lange bevor es John Wick gab, gab es “Die Braut”.
Inhalt

Eine Frau erwacht nach vier Jahren aus dem Koma. Sie erinnert sich nur an Blut, Schmerz und den Verrat, der ihr Leben (fast) und das Leben ihrer ungeborenen Tochter auslöschte: die Hochzeit, die nie stattfand. Die Kugeln, die sie nicht hätten überleben lassen sollen. Kaum zurück im Leben, bleibt ihr nur ein Ziel: Rache. Und diese Rache hat eine Liste. Jeder Name darauf ist ein Kapitel ihrer Vergangenheit, ein Gesicht, das Teil der Verschwörung war. Ihr Weg führt sie von düsteren Krankenhäusern über gut situierte Wohngebiete bis in ein fernöstliches Unterweltreich, in dem die Regeln von Ehre und Gewalt ein eigenes Lied spielen. Doch je näher sie dem ersten Namen kommt, desto klarer wird, dass die Menschen auf ihrer Liste nicht ahnungslos abwarten. Sie wissen, dass sie kommt. Und sie sind bereit. Was dann folgt, ist ein Sturm aus Klingen, Schweiß und unbeirrbarem Willen …

Quentin Tarantino ist zurück. Und wie. Nachdem er mit Reservoir Dogs das moderne Independentkino neu justiert, mit Pulp Fiction den Popkulturkanon umgeschrieben und mit Jackie Brown bewiesen hatte, dass er auch eine ruhigere und erwachsenere Gangart beherrscht, wurde es zunächst still um das Enfant terrible Hollywoods. Ganze sechs Jahre mussten Fans warten, bis der Meister des Zitatenkinos zurückkehrte. Dass er während dieser Pause gedanklich an einer Racheballade kaute, die schon während Pulp Fiction Gestalt annahm, wussten ein paar Insider. Als er dann mit dem Drehen begann, war das Skript mittlerweile auf über 220 Seiten angewachsen. Studioboss Harvey Weinstein wollte kürzen. Tarantino weigerte sich. Der Kompromiss war ein Novum in der modernen Blockbuster-Geschichte: Man zerlegte das Racheepos einfach in zwei volle Spielfilme. Eine gute Entscheidung. Denn Kill Bill ist eine Obsession, die Tarantino über Jahre mit sich herumtrug, eine Hommage an all jene VHS-Schätze, die er in der Videothek nicht nur verlieh, sondern inhaliert hatte. Samurai Kino, Shaw-Brothers-Martial-Arts-Opern, Spaghetti Western, Pinky Violence, Exploitation und Animationsblutbäder. All das verwob er zu einem Werk, das für nur einen Kinofilm schlicht zu viel war. Vol. 1 wurde die Klinge. Vol. 2 wurde das Herz. Doch bevor es ans Herz geht, muss die Klinge zuerst durch die Leinwand schneiden. Es ist Tarantinos tiefe Verbeugung vor dem Eastern-Kino. Hier wird nicht lange diskutiert. Hier wird gestorben. Und zwar in Massen. Inspiriert von Vorbildern wie Toshiya Fujitas Lady Snowblood (aus dem er das grundlegende Rache-Motiv und den visuellen Stil entlieh) oder Kinji Fukasakus Battle Royale (aus dem er Chiaki Kuriyama als Gogo Yubari rekrutierte), entfesselt Tarantino ein visuelles Feuerwerk. Kameramann Robert Richardson fing die Action in berauschenden Bildern ein, die zwischen Grindhouse-Schmutz und hochglanzpolierter Ästhetik wechseln.

Augenblicklich fällt auf, wie extrem stilisiert der Film ist. Schon die ersten Minuten sind eine Kampfansage. Hartes Schwarzweiß. Grobkörnigkeit. Dann wieder satte Popfarben, fast comicartig. Das ist kein Zufall. Tarantino griff bewusst auf die Ästhetik jener Eastern zurück, die er verehrt. Akira Kurosawa, Seijun Suzuki, Chang Cheh … Die Dynamik der Bildsprache kommt aus den Studios, die jahrzehntelang heroische Blutopern inszeniert hatten. Gleichzeitig orientierte er sich an der Bildgestaltung des Italo-Western. Ennio Morricones Klangwelt ist zwar nicht direkt dabei, aber die energetische Art, mit der RZA aus Wu Tang Beats, Samples und orchestrale Elemente mischt, wirkt wie ein DJ Set durch die Filmgeschichte. Kein Score hätte besser zum Film gepasst. Und dann ist da Uma Thurman. Sie ist nicht einfach die Braut. Sie ist der Film. Wer sie in Pulp Fiction als coole, neurotisch-verschlüsselte Muse erlebt hat, wird überrascht sein, welche emotionale und körperliche Wucht sie hier entfesselt. Sie trainierte monatelang, schlug sich durch Choreografien, die selbst Profi-Martial-Artists Respekt abverlangen, und tauchte so tief in ihre Rolle ein, dass man den Schmerz, den Zorn und die Trauer fast körperlich spürt. Tarantino wusste genau, was er an ihr hatte. Schon während Pulp Fiction sprachen sie über diese Geschichte. Und wer genauer hinschaut, merkt, wie innig der Regisseur diese Figur betrachtet. Natürlich inklusive der berühmten Fußaufnahmen. Dass Tarantino einen Fußfetisch hat, ist kein Geheimnis mehr. Doch selten wirkte er so narrativ eingebettet wie hier. Die nackten Sohlen der Braut, die sich nach dem Koma wieder ins Leben kämpfen, sind nicht nur Fetisch, sie sind Symbol. Verletzlich und zugleich trotzig. Genau wie der Film selbst. Visuell sticht dabei natürlich der gelbe Overall der Braut hervor. Eine direkte Hommage an Bruce Lees letztes, unvollendetes Werk Game of Death.

Doch Tarantino wäre nicht Tarantino, wenn er sich nur auf Realfilm beschränken würde. Mitten im Film wechselt er das Medium und lässt das renommierte Studio Production I.G eine Anime-Sequenz über die Vorgeschichte von O-Ren Ishii inszenieren, die an Brutalität dem Realfilm in nichts nachsteht. Es ist einer der faszinierendsten Aspekte von Kill Bill Vol. 1, ultrabrutale Gewalt mit märchenhafter Überhöhung zu mischen. Wenn die Braut in Japan auf O-Ren trifft, wird der Film zudem zum reinsten Ballett. Rache, Ehre, Blut. Ein Tanz aus Farben und Bewegungen. Die Sequenz in der House of Blue Leaves Bar wurde berühmt, weil sie stilistisch explodiert. Für die Japanfassung wurden diese Szenen übrigens in einem längeren, farbigen Cut gezeigt. Die internationale Fassung, die auch der aktuellen 4K-Version zugrunde liegt, zeigt viele der besonders grausamen Einstellungen in Schwarzweiß und kürzt einige Schläge und Spritzer. Ob wir hierzulande jemals diese Fassung in einer hochwertigen Qualität zu sehen bekommen, steht indes in den Sternen. Was Kill Bill Vol. 1 zudem auf grandiose Weise transportiert, ist Tarantinos cinephiles Faible für Struktur. Der Film gleicht einem Mixtape. Jeder Track, jede Szene, jeder Schnitt ist eine Reminiszenz. Dabei zitiert Tarantino nicht einfach, er übersetzt. Das Resultat ist ein durchgehend elektrisierender Rhythmus, in dem Bruce Lees gelber Kampfanzug neben Sergio Leones Blickduellen lebt und Rayments Anime-Sequenz neben RZAs Mixingkünsten pocht. Dass der Film so energiegeladen ist, hat auch mit dem Split zu tun. Der erste Teil konzentriert sich bewusst auf die Katharsis der Rache. Vol. 1 ist laut, wild, impulsiv. Vol. 2 wird später leiser, reflektierter, ernster. Zwei Hälften derselben Münze. Aber zwei vollkommen unterschiedliche Atmosphären mit maximalen tonalen Unterschieden. Die Gewalt, so stilisiert sie auch ist, bleibt dabei nicht ohne politische Dimension. Kill Bill ist zwar kein politischer Film im klassischen Sinne, aber er ist ein Werk über Selbstbestimmung. Über die Zurückeroberung des eigenen Körpers, des eigenen Lebens, der eigenen Vergangenheit. Vielleicht ist das der Grund, warum Uma Thurmans Darstellung so kraftvoll wirkt. Hier kämpft eine Frau nicht einfach gegen Gegner. Sie kämpft gegen das System, das ihr alles genommen hat. der die Leinwand in leuchtenden Farben ansengt und ein popkulturelles Erdbeben auslöst. Tarantino hat aus seiner Videothekenjugend ein Manifest gemacht. Ein Manifest, das zeigt, wie viel Spaß Kino machen kann, wenn ein Regisseur alles wagt und nichts zurückhält.






Bild- und Tonqualität BD

Die bisherige Blu-ray von Kill Bill war wirklich keine gute Scheibe. Sie hat durchweg sichtbare Probleme. Und die fangen auch direkt zu Beginn an. Während der Schwarzweiß-Szene der verletzten Braut sind die hellen Bereiche im Gesicht sichtbar überstrahlt. Und diese teils deutlichen bis krassen Überstrahlungen bleiben durch den ganzen Film hindurch. Wer nach fünf Minuten den Himmel (oder irgendetwas darin) erkennt, der werfe die erste Wolke. Zeichnung im Schein von Lampen oder auf weißen Hauswänden sucht man ebenfalls vergeblich. Die Filmkörnung der unterschiedlichen, verwendeten Stocks wurde mit großer Wahrscheinlichkeit leicht gefiltert. Teils möglicherweise, um im Nachhinein neue Körnung drüberzulegen. Das lässt bspw. die Szenen zwischen der Braut und Copperhead ein wenig inhomogen erscheinen. Die Körnung scheint sich nicht konsistent zu bewegen, sondern wirkt eher wie Schneefall, der sich im Vordergrund bewegt. Außerdem gibt es eine ganz leichte Neigung zu Schmiereffekten schon bei der alten BD. An anderer Stelle wirkt die Körnung halbwegs filmisch und verhält sich nicht ganz so anorganisch. Wer außerdem auf poppige Farben steht, wird mit der Blu-ray entsprechend Tarantinos Stilisierungen bedient. Allerdings werden diese poppigen Farben nur selten gut aufgelöst. Und manchmal brechen sie auch komplett ein, wie bspw. beim blauen Pfleger-Shirt nach 28’50, das beim Verlassen des Raumes unschöne braune Kompressionsartefakte aufweist. In puncto Schärfe sind es vorwiegend Close-ups, die überzeugen können. Halbtotale und Totale lassen hingegen deutlich nach. Dass Tarantino aber Uma Thurmans für den alten Fetischisten sichtlich schönstes Körperteil außerordentlich scharf einfing, dürfte niemanden wundern (33’18). Das Farbrauschen während der Animationssequenz nach 37 Minuten ist hingegen nicht allzu hübsch.
Gegenüber der Lionsgate-Fassung bietet das Studiocanal-Package tatsächlich auch eine neu gemasterte Blu-ray – basierend auf dem Grading der UHD Blu-ray (dazu unten mehr). Was für die UHD-BD gilt, gilt mit gewissen Einschränkungen auch für die Blu-ray. Auch die neue Blu-ray vermeidet die massiven Überstrahlungen, zeichnet aber noch nicht ganz so gut durch wie die UHD Blu-ray. Die neonbunten Farben sind etwas reduzierter, der generelle Bildeindruck ist stimmiger und homogener. Wie genau die Vorteile aussehen, seht ihr unten im Screenshotvergleich zwischen der alten BD und der UHD-BD. Denkt euch bei der neuen Blu-ray etwas mehr Helligkeit und etwas weniger Durchzeichnung gegenüber der UHD-Blu-ray hinzu. Allerdings fallen die Nachzieheffekte durch die Rauschminderung etwas stärker auf als bei der 4K-Disk.

Die alte BD von Kill Bill Vol. 1 kam mit deutschem Dolby-Digital- und DTS-Sound. Und damals war’s noch nicht Usus, dass man die Tonspuren disneylike in der Dynamik komprimierte. So präsentiert sich das Geschehen mit sehr gut ausgewogenen Dialogen, die klar im Raum stehen und erstaunlich druckvoll rüberkommen. Zu keiner Zeit gehen Stimmen im Gesamtgeschehen verloren oder wirken dünn oder gar blechern. Der Score und die integrierte Filmmusik klingen durchweg dynamisch, offen und sehr schön surroundig. Es gibt keine Schwankungen, Inhomogenitäten oder muffige Abschnitte. Geht’s in die Actionsegmente, wird das Klirren der Schwerter sehr räumlich abgebildet. Die hochfrequenten Geräusche sind zu keiner Zeit anstrengend oder überbetont. Ein in Summe sehr ausgewogener, aber dynamischer Soundtrack übers Deutsche und Englische. DTS und Dolby Digital sind übrigens in der Abmischung identisch, allerdings ist der DD-Sound deutlich leiser eingepegelt. Wer auf die verlustfrei komprimierte englische DTS-HD-Master-Spur zugreifen möchte, muss im Vor-Menü “Englisch” auswählen. Wer hier die deutsche Lokalisierung aktiviert, bekommt “nur” englisches DD und DTS.
Die neue Blu-ray enthält nun DTS-HD-Master fürs Deutsche und Englische. Die englische Tonspur ist identisch abgemischt, aber rund 6-7 dB leiser eingepegelt (das gilt übrigens auch für die Import-Disks von Lionsgate). Die deutsche DTS-HD-MA-Fassung muss sich mit der DTS-Variante der alten Blu-ray messen. Und das tut sie gut. Man sollte sich aber von der Kodierung lösen. Die damalige DTS-Tonspur war in ihrer Dynamik fast schon grenzwertig hoch eingeregelt. Wenn man sich die beiden Varianten nun im Messschrieb anschaut, werden in den lautesten Szenen (Kampf mit Vernita, Gemetzel mit den Crazy 88), vereinzelt! einzelne Elemente etwas abgeschwächt. Tatsächlich sind das aber Geräusche, die über die dts-Variante ganz leicht ans Übersteuern grenzen. Hört man sich diese Szenen jetzt im direkten Vergleich an, wird man schon durch die Umschaltzeit des Receivers Schwierigkeiten haben, hier einen hörbaren Unterschied auszumachen. Was man zunächst hört, ist eine etwas leiser eingepegelte Spur, die man etwa 4 dB lauter einregeln darf. Davon ab wird es sehr schwierig, Unterschiede zu hören. Wenn man sich wirklich die Mühe macht, 20 Mal hin- und herzuschalten, dann mag man (schon subjektiv) eine ganz leichte Differenz hören. Dennoch ist auch die DTS-HD-Master-Version eine sehr dynamische, räumliche und zupackende Art, den Film zu schauen.


![Kill Bill: Volume 1 [Blu-ray]](https://m.media-amazon.com/images/I/51n4VJvGUAL._SL500_.jpg)
Bild- und Tonqualität UHD

Update: Die deutsche 4K-Disk kam mittlerweile zum Review. Und, wie erwartet, unterscheidet sie sich lediglich absolut marginal und vernachlässigbar im Encoding. Hier und da wirkt das Encoding der Studiocanal-Disk einen Hauch souveräner. Aber das ist nichts, was man im laufenden Film sieht. Selbst mit der Nase auf dem Screen ist es schwer, hier Differenzen auszumachen.
Kill Bill Vol. 1 stammt aus der Ära, in welcher der größte Teil der Filme noch analog gedreht wurde, es aber schon relativ viele den Weg Richtung Kino über ein Digital Intermediate fanden. Und das ist auch bei Tarantinos viertem Film der Fall. Wenn aber bereits ein DI besteht, also ein fertig zusammengefügtes Bild aus analogen Anteilen und visuellen Effekten, wäre der Prozess, den Film (obwohl analog gedreht) noch einmal komplett neu aufzubauen, riesig. Man müsste nicht nur das analoge Material neu scannen, was der geringste Faktor wäre, sondern vor allem die Effekte neu rendern und neu in das Material einfügen. Diesen Aufwand hat man hier nicht betrieben. Die 4K-Disk ist entsprechend vom 2K-DI hochskaliert. Während die grundsätzliche Auflösung aufgrund des nativen 2K-Formats also nur marginal höher ist (2048x1080px gegenüber 1920x1080px bei einer BD, was immerhin 138.240 Pixel mehr sind), stellt sich die Frage, welche Vorteile die 4K UHD Blu-ray gegenüber der alten Blu-ray haben könnte. Zunächst sei noch gesagt: Beide Anbieter, Studiocanal und Lionsgate, masterten die UHD Blu-ray mit HDR10 und Dolby Vision sowie einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum. Tarantino drehte, um es nicht unerwähnt zu lassen, mit der Panavision Panaflex Millennium und Platinum auf 35-mm-Filmmaterial. Kommen wir zu dem, was sich sicherlich alle fragen: Ist die 4K-Blu-ray besser, obwohl sie nur ein 2K-DI als Basis nutzt? Die Antwort ist: Ja. Denn sie räumt mit dem größten Problem der Blu-ray auf, dem massiven Überstrahlen. In jeder einzelnen Szene, auf jeder einzelnen Oberfläche, die über die Blu-ray überstrahlt (und das sind praktisch alle Szenen des Films), liefert die UHD Blu-ray nun ein durchzeichnetes und wesentlich natürlicheres Bild. Es ist erstaunlich, dass in dem Ursprungs-2K-DI noch so viele Details verborgen waren, die nun adäquat zum Vorschein kommen. Man darf ganz klar sagen: Die UHD Blu-ray ist in diesem Punkt um Welten besser als die Blu-ray. Aber ja, es gibt auch eine Kehrseite der Medaille. Da wir es nicht mit nativen 4K-Material zu tun haben, ist die Auflösung nicht bedeutend besser. Aufgrund der größeren Kontrastdynamik, dem feineren Encoding und der etwas höheren Auflösung (verglichen mit der 1920x1080px-BD) sind Details in Close-ups aber etwas feiner. Das größte Problem der 4K-Disk ist eine teils eingesetzte Rauschminderung/Prozessierung. Diese fällt nicht beständig gleich deutlich auf, ist aber während der Farbanteile der Kampfszenen mit den Crazy 88 teils sichtbar und manifestiert sich in leichten Schmiereffekten. Sobald die Szenen schwarzweiß werden, ist der Nachschmiereffekt kaum noch sichtbar. Was auch nicht mehr sichtbar ist, sind die graubraunen Kompressionsartefakte auf dem Pflege-Shirt bei 29’13 (BD 28’50). Ebenso präsentiert sich die Scheibe mit natürlicheren, weniger überkochten, oft fast neonartigen Farben, die von der Blu-ray noch wiedergegeben werden. Ja, man darf enttäuscht sein, dass es hier kein echtes 4K-Upgrade ohne Rauschbearbeitung gegeben hat, die Körnung teils wenig organisch erscheint und es leichte Nachzieheffekt gibt. Aber die Vorteile, vor allem gegenüber der alten BD überwiegen deutlich. Alleine die viel bessere Durchzeichnung und das Vermeiden von Überstrahlungen lohnen den Kauf.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray holt Zeichnung in allen Bereichen der zuvor überstrahlten Bereiche zurück. Der Himmel hat nun plötzlich Wolken und blaue Abschnitte und die weiße Holzfassade des Hauses ist differenziert. Dazu ist die Wiese nun nicht mehr neongrün und die rotne Sträucher wirken natürlicher.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe holt hier deutlich Zeichnung zurück.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray zeigt die Reflexionen natürlich und ohne dieses Kontrastüberreißen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk holt die Zeichnung zurück.Plötzlich sind da Details, die man gar nicht vermutet hatte.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Jetzt sieht man auch noch die Schattierungen in den Reflexionen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray holt hier viel Zeichnung zurück und wirkt auch im Steppen-Boden natürlicher.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): xxx.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Erstaunlich, was an Information im 2K-DI vorhanden war und was nun wieder zutage tritt. Rauschfilterung hin oder her – die UHD Blu-ray zeigt ein wesentlich natürlicheres Bild.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist die Herausarbeitung der feinen Hautdetails prägnanter – Quentin wird’s freuen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … der UHD Blu-ray etwas kräftiger. Das Cyan im Himmel ist ein wenig reduzierter.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die UHD Blu-ray gefällt mir hier besser. Sie ist natürlicher.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray zeigt die Leuchtquellen natürlich durchzeichnet und ist im Rot wesentlich souveräner.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray holt auch hier die Zeichnung zurück und wirkt filmischer.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Dennoch wirkt das Bild trotz einiger Momente, in denen es etwas nachschmiert in Summe filmischer.






Bonusmaterial
Das Bonusmaterial von Kill Bill Vol. 1 dürfte identisch mit jenem sein, das bisher bereits auf der Blu-ray war. Denn dieses befindet sich auch auf der Lionsgate-Disk. Und das wären neben ein paar Trailern das 22-minütige Making-of, das mit einigen Aussagen der Darsteller und vor allem mit Statements von Tarantino lockt, sowie der Bonusclip der Musik von den 5, 6, 7, 8’s.
Fazit
Kill Bill Vol. 1 ist auch heute noch ein Brett. Visuell. Inszenatorisch und in puncto Tempo. Tarantino verbindet Martial Arts, Comic-Sensibilität und Rachespannung zu einer wilden, aber jederzeit geschmackvollen Mischung. Der Film lebt von seiner Energie und der Lust an visueller Übertreibung. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein kompromissloses Kinoerlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt. Und das Uma Thurman in der Rolle ihres Lebens zeigt. Die 4K-Disk von Studiocanal ist mit der US-Fassung visuell identisch und räumt mit einem großen Problem der Blu-ray auf: Sie überstrahlt nicht mehr. Die bessere Durchzeichnung sieht man dauerhaft und lohnt den Kauf – trotz der Tatsache, dass hier gefiltert wurde und man das an einigen Stellen durch dezente Schmiereffekte erkennen kann. Schade natürlich, dass man hier nicht von vorn begonnen hat, was man aufgrund des bereits bestehenden 2K-DIs aber auch kaum erwarten konnte. Die neue DTS-HD-Master-Tonspur ist (gemessen) eine Spur weniger dynamisch und etwas leiser eingepegelt. In der Praxis wird das aber niemand hören, der es nicht weiß oder die Möglichkeit hat, innerhalb von Milisekunden zwischen beiden Fassungen hin- und herzuswitchen.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (alt): 55%
Bildqualität BD (neu): 70%
Bildqualität UHD: 70%
Tonqualität BD (dt. Fassung): 80%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 80%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 50%
Film: 90%
Anbieter: Studiocanal
Land/Jahr: USA / 2003
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Uma Thurman, David Carradine, Vivica A. Fox, Michael Madsen, Daryl Hannah, Lucy Liu, Michael Parks
Tonformate BD (alt): dts 5.1: de // Dolby Digital 5.1: de, en // PCM 5.1: en // DTS-HD-Master: en (nur im englischen Menü)
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: de, en
Tonformate UHD: dts-HD-Master 5.1: de, en
Untertitel: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 111
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 1000 Nit
FSK: 18
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2003 MIRAMAX. ALL RIGHTS RESERVED.)
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Dort findet ihr auch das aktuelle Referenzgerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierte Bild”verbesserer” zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie