Blu-ray Review



OT: The Crow



Linkswi*er
Achtung: Dieses Review basiert auf der spanischen 4K-UHD-Blu-ray-Veröffentlichung, was vor allem im Bereich der (neuen) Blu-ray Relevanz hat, denn das deutsche Steelbook enthält noch die alte Blu-ray von EuroVideo/Paramount.
Inhalt

Die Teufelsnacht, eine Nacht vor Halloween. Als Rockmusiker Eric Draven nach Hause kommt, findet er seine Verlobte Shelly in der Gewalt von Verbrechern. Als er ihr zu Hilfe eilen will, wird er erschossen und aus dem Fenster geworfen, während man Shelly vergewaltigt und schwer verletzt zurücklässt. Im Krankenhaus erliegt sie diesen und man beerdigt beide nebeneinander. Ein Jahr später besucht die junge Sarah die Ruhestätte und eine Krähe klopft auf den Grabstein. Der Legende nach kann die Krähe einen ruhelosen Geist wiedererwecken, wenn die Umstände des Todes besonders tragisch waren. Und tatsächlich: Eric Draven bricht kurz darauf desorientiert aus dem Grab. Voller Verzweiflung kehrt er in die verwüstete Wohnung zurück. Als er bemerkt, dass Verletzungen, die er erleidet, kurz darauf geheilt sind, macht er sich auf den Weg, um sich und Shelly zu rächen. Immer an seiner Seite: die Krähe …

“No one should ever be killed by a gun on a film set”. Die Worte, die Shannon Lee am 23. Oktober 2021 auf ihrem Instagram-Account schrieb, waren als Reaktion auf die tödliche Verwundung der Kamerafrau Halyna Hutchins gedacht, die beim Dreh des Alec-Baldwin-Westerns “Rust” durch ein echtes Projektil getroffen wurde. Lee schrieb diesen Satz natürlich im Gedenken an den tödlichen Unfall, dem ihr Bruder Brandon Lee am 31. März 1993 am Filmset von The Crow erlegen war. In der betreffenden Szene gab Funboy-Darsteller Michael Massee den Schuss ab, der Lee im Bauch verletzte und trotz eingeleiteter Notfallmaßnahmen zwölf Stunden später das Leben kostete. Massee hatte bis zu seinem Engagement in The Crow nur zwei Filme gedreht, Home of Angels und My Father is Coming (einen deutschen Film der Avantgarde-Regisseurin Monika Treut). Er war ein aufstrebender Darsteller, den man gerne für die extrovertierten Nebenrollen engagiert. Ein Typ, der von seinen Schauspielkollegen immer als sensibel beschrieben wurde. Man stelle sich vor: Man ist als Schauspieler noch jung und unerfahren, hofft darauf, eine Karriere zu machen, davon leben zu können. Die Chancen stehen ganz gut, nachdem man zwei Filme abgedreht hat und nun an der Verfilmung eines Kult-Comics teilhaben kann, die von einem der visionärsten Video-Filmer überhaupt realisiert wird. Und dann tötet man jemanden unabsichtlich beim Dreh. Massee brauchte lange, um diese Tragödie zu verkraften. Das Meiste davon machte er mit sich selbst aus und sprach über die Ereignisse lediglich mit Brandon Lees Verlobter und Lees Mutter. Erst spät gab er in einem Interview zu Protokoll, dass unglaublich viele unglückliche Umstände zu diesem Unfall führten und er eigentlich niemals über diese Sache hinweggekommen ist.

Fügt man all die Umstände zusammen, die sich um diese Tragödie herum ranken, wird das Ausmaß noch unfassbarer. Nicht nur, dass Massee eigentlich gar nicht hätte mit einer Waffe schießen sollen (Proyas veränderte die Szene wohl relativ spontan), riet Shelly-Darstellerin Sofia Shinas, Brandon auch noch dazu, eine schusssichere Weste zu tragen, was dieser jedoch ablehnte, da er fürchtete, man würde sie im fertigen Film sehen können (Quelle). Außerdem hatte James O’Barr, der Autor der Comicvorlage, The Crow vor allem geschaffen, um mit seiner Trauer umzugehen, nachdem er im Alter von 18 Jahren seine Verlobte verloren hatte, als sie von einem betrunkenen Fahrer getötet wurde. Parallel zum Filmdreh stand Brandon Lee zudem kurz davor, seine eigene Verlobte, Eliza Hutton, vor den Traualtar zu führen. Hutton war also praktisch in der gleichen Situation wie O’Barr, nachdem die Ärzte vergeblich um das Leben des Schauspielers gekämpft hatten. Umso erstaunlicher, dass es vor allem sie und Lees Mutter Linda waren, die Proyas nach einigen Tagen der Stilllegung des Drehs dazu ermutigten, den Film zu Ende zu führen und ins Kino zu bringen. Da The Crow nicht chronologisch gedreht wurde, waren die allermeisten Aufnahmen mit Brandon Lee bereits im Kasten – trotz der Tatsache, dass der tödliche Schuss für eine frühe Szene des Films abgegeben wurde. Fehlende Sequenzen mit Lee wurden durch frühe CGI-Effekte gelöst, indem man sein Gesicht auf das eines Doubles projizierte. War Eric Draven nur von hinten (bzw. ohne Gesicht) zu sehen, wurde sein Stunt-Double und Trainingsanleiter eingesetzt – im Übrigen der damalige Stuntman und spätere John-Wick-Regisseur Chad Stahelski. Dass The Crow trotz Fertigstellung im Frühjahr 1993 noch über ein Jahr brauchte, bis er in die Kinos kam, lag an der unsicheren Vermarktungssituation. Paramount zog sich früh zurück, da man das Risiko aufgrund der Todesumstände während des Drehs zu groß für einen finanziellen Erfolg einschätzte. Am Ende übernahm Miramax, die seinerzeit öfter schwierige Projekte übernahmen. Und es lohnte sich. Trotz der gestiegenen Produktionskosten aufgrund der Nachbearbeitungen konnte The Crow das Doppelte seines Budgets einspielen – hoher Kultfaktor in der Folgezeit inklusive.



- The Crow - Die Krähe (4K Ultra HD) (Blu-ray)
- Produkttyp: Physikalischer Film
- Marke: Paramount Pictures (Universal Pictures)
Bild- und Tonqualität BD

Mein Dank geht hier an Leser Stefan, der mich in der Historie der bisherigen Veröffentlichungen und unterschiedlichen Master unterstützt hat.
Bis zur jetzt angekündigten 4K UHD Blu-ray gab es bereits zweimal die Möglichkeit, eine Blu-ray von The Crow zu erwerben. Die Erste erschien bereits recht früh im Blu-ray-Zeitalter – und zwar 2010 von Anbieter EuroVideo. Die Zweite kam dann im Oktober 2021 von Anbieter Paramount. Und zu der hielten sich zarte Gerüchte, dass eventuell das US-Master von Lionsgate genutzt wurde, das dort ebenfalls im Jahr 2011 zur ersten Blu-ray führte, sich allerdings vom Master unterscheidet, das EuroVideo nutzte. Nach einem Vergleich zwischen der 2011er-EuroVideo Blu-ray und der 2021 Fassung von Paramount ist aber gesichert, dass die Paramount-Scheibe schlicht identisch ist mit der EuroVideo-Disk. Man hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das EuroVideo-Logo, das direkt nach dem Einlegen der Blu-ray erscheint, zu entfernen. Gegenüber der Lionsgate-Fassung ist alleine schon das Framing mitunter eklatant unterschiedlich, während die EuroVideo- und Paramount-Disk vom Bildausschnitt und auch von allen anderen Bildparametern her identisch sind. In der Praxis heißt das: Vollbild-16:9-Bildausschnitt, obwohl das eigentliche Bildformat in 1,85:1 bestimmt war. Dazu gibt’s nicht selten Schmutzpartikel, Blitzer und auch schon mal kleinere Störstreifen. Die ursprünglich analoge Körnung wirkt durchweg etwas gefiltert und ist auch aufgrund des Encodings ziemlich matschig. Der komplette Film schlägt mit lediglich 17 GB (inklusive Tonspuren) zu Buche, was sich in einer ziemlich niedrigen Datenrate offenbart, die nur selten einmal über 20 Mbps hinaus reicht, meist aber eher im Bereich von 14 bis 20 Mbps liegt. Gerade die zahlreichen Aufnahmen mit strömendem Regen und deutlicher Nebelbildung wirken alles andere als souverän. Die Tatsache, dass nicht alle Shots wirklich scharf fokussiert sind, liegt sicherlich im begrenzten Budget und der damit verbundenen Zeitknappheit begründet, während besser eingestellte Close-ups halbwegs annehmbare Schärfe zeigen. Die Detailauflösung ist allerdings über den kompletten Film hinweg maximal durchschnittlich. Der stark entsättigte Look des Films wird dafür über weite Strecken recht ansprechend wiedergegeben. Neutrale Oberflächen weisen hier und da eine dezente Magentaeinfärbung auf, während Schwarz aufgrund arg steiler Kontrastflanken schon mal absäuft. Schaut man genau hin, zeigen sich auch leichte Nachschärfungen. In Summe keine gute Blu-ray.
Interessant war nun, welche Blu-ray man dem deutschen 4K-Steelbook beigelegt haben würde.

Die Vorabangaben, welche Blu-ray man hierzulande als “Beipack” zur 4K-Disk bekommen würde, waren sehr widersprüchlich. Zunächst hieß es inoffiziell, dass eine 4K-remasterte BD enthalten sein würde, da Frankreich bspw. niemals eine offizielle Blu-ray hatte. Es war also eh nötig, eine Blu-ray für die 4K-Kombo-Packung zu liefern und da macht es natürlich Sinn, diese auf dem 4K-Remaster basieren zu lassen. Todd Sokolove, Global Brand Marketing von Paramount, sagte hier zunächst, dass genau das in Europa (nicht in den USA) getan würde. Die Frage war nur: Würde man sich das für Deutschland sparen, da es hierzulande ja die EuroVideo-Disk gab, die ebenso bereits bei der Paramount-BD-Veröffentlichung von 2021 genutzt wurde? Die Antwort ist nun bestätigt. Es ist in der Tat die alte EuroVideo-/Paramount-Disk. Das Ganze wird umso ärgerlicher, da am 06. Juni die 4k-remasterte Blu-ray als Single-Disk erscheint. Da mutet es schon seltsam an, warum man dem 14 früher erscheinenden Steelbook diese nicht bereits ebenfalls gönnt, zumal sie in den 4K-Keep-Cases aus Spanien bereits VOR dem Start des Steelbooks enthalten ist und somit verfügbar war. Diese spanische Keep-Case-Fassung, die mir als Grundlage des Reviews diente (und die mit der deutschen BD vom 06. Juni identisch sein wird), basiert sichtbar auf dem 4K-Master und dem neuen Grading. Und sie schlägt die alte EuroVideo-Disk dann doch sehr deutlich. Will man hier Kritik üben, dann an den nicht immer ganz perfekten Schwarzwerten, die zugunsten weniger steiler Kontrastflanken nun mehr Durchzeichnung haben. Sichtbar wird das bei nahezu allen dunkleren Einstellungen – bspw., wenn der Rabe im Bild ist (7’16, bzw. 7’21 neue Disk). Während das Gefieder über die alte Blu-ray versumpft, kann man es bei der neuen Blu-ray deutlich erkennen. Direkt erkennbar ist übrigens auch der (teils) komplett andere Bildzuschnitt – wohlgemerkt nicht das nun in 1,85:1 vorliegende Bild, sondern ein mitunter sichtbar verschobener Bildbereich. Gegenüber der alten BD stimmen die Proportionen besser und bisweilen ist deutlich mehr im Bild zu sehen, manchmal ist es aber auch sehr Richtung links oben verschoben. Man sieht also oft rechts und unten mehr Bildinformation. Geradezu eklatant auffällig ist, wie gut Körnung erhalten sein kann, wenn Scan und Encoding es hergeben. Die alte Blu-ray ist in den vielen Rauchbereichen hoffnungslos matschig. Die neue Disk zeigt ein sehr homogenes Filmkorn, das selbst in den Rauchschwaden erstaunlich intakt bleibt (31’51). Außerdem wurden die teils deutlichen Schmutzpartikel der alten Blu-ray entfernt. Ganz vereinzelt kann man dezente Überstrahlungen erkennen, die durch das grundsätzliche Aufhellen des Bilds in Kombination mit dem HDR-zu-SDR-Grade zusammenhängen könnten. Hautfarben sind nun natürlicher und vor allem weniger gelblastig. Das kommt vor allem Ernie Hudson zugute, dessen Antlitz und Hände jetzt kräftig braun und nicht so gelbbraun sind. Je nach Einstellung gesellt sich bei den nicht ganz dunklen Szenen ein Hauch Cyan hinzu. Das zeigt sich dann auch in der Körnung (5’59). Insgesamt sind Farben nun bedeutend ausdifferenzierter und (wo’s sein muss) auch kräftiger. Der Ketchup bei 6’02 ist nun schön rot und nicht mehr hellorange. Das Würstchen im Hot Dog hat eine eigene Farbe und sieht nicht mehr aus wie das Brötchen drumherum. Und wo wir gerade bei dieser Szene sind: Die Auflösung schlägt jene der EuroVideo Blu-ray um Längen. Wo die alte BD den Zellstoff der Servierte maximal andeutet, ist er nun als Struktur zu erkennen – nicht GANZ ohne Probleme im Encoding, aber ein bisschen Luft für die 4K-Disk darf ja auch noch bleiben. Wie übel matschig die alte BD war, sieht man auch an der Schrift auf dem Schild bei 6’05.
Im Folgenden gibt es Screenshotvergleiche mit der Blu-ray aus Spanien, die sehr wahrscheinlich identisch mit der deutschen Disk sein wird, die am 06. Juni erscheint. Leider habe ich dieses Mal nicht an die Timecodes gedacht. Ich kommentiere nicht alle Screenshots aufgrund der großen Anzahl.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue taucht diese Szene in tiefes Rot.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray ist hier zwar noch nicht perfekt, aber sichtbar und viel besser.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue BD ist hier kühler und etwas bläulicher. Außerdem von Schmutzpartikeln gecleant.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray wirkt hier auf den ersten Blick weniger scharf.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die “5” ist bei der alten BD zwar satter, aber der Schaumstoff und vor allem die Buchstaben “H”, “M” und “S” sind dennoch sichtbar besser aufgelöst.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Verkehrte Welt: Wo die alte BD in vielen Einstellungen eher magentös ist, zeigt sich die neue hier im Überstrahlen etwas magentalastig. Sämtliche Farben innerhalb der Wohnung sind allerdings natürlicher und besser ausdifferenziert.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray zeigt ihn satter und authentischer braun, während Sarah etwas gesündere Haut und wirklich blonde, nicht gelbblonde Haare hat.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Ein himmelweiter Unterschied im Hinblick auf Durchzeichnung und Farbkontrastierung: Die neue Blu-ray.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … wie unterschiedlich das Framing ist.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Im Gegensatz zur neuen Disk. Alleine die Tatsache, dass man das “Detecto” nun lesen kann …


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … etwas ins Grünliche. Der Schwarzwert wirkt dadurch etwas blasser, der Mantel ist aber besser durchzeichnet.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Als nähme man einen Grauschleier vom Bild.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … etwas ins Cyan. Dafür deutlich mehr Strahlkraft und Durchzeichnung.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Wo die alte BD eher flach orangebetont war, gibt’s jetzt mehr Farbkraft und gelbliche Funken. Man sagt, das wäre näher am ursprünglichen Kinolook.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Mehr Durchzeichnung, eher blau schattiert: die neue Blu-ray.

Die alte Blu-ray von The Crow lieferte fürs Deutsche und Englische jeweils verlustfrei komprimierte DTS-HD-Master-Spuren, die jedoch hörbar unterschiedlich klingen. Der Originalton liefert im Tiefbass mehr Fundament, was man bei Explosionen ebenso hört wie bei der Diskoszene nach etwas über einer Stunde. Auch Blitz und Donner haben etwas mehr Bums. Nicht, dass Soundeffekte wie das Zerlegen Spielautomaten sehr viel Fundament hätten und über die englische Spur weniger krachig klingen würden. Aber letztlich sind das Reminiszenzen an das Sounddesign der 90er – vor allem, wenn wenig Budget im Spiel war. Allerdings ist auch der englische Ton nicht sonderlich harmonisch. Dialoge sind eher dünn, der Hochtonbereich wurde etwas vernachlässigt und der Bass ist dafür eine Spur zu präsent. Grundsätzlich klingt der deutsche Ton annehmbar. Schwankungen gibt’s weder in der fulminanten Filmmusik noch während der Dialoge. Letztere sind gut verständlich und mit hochklassigen Synchronsprechern besetzt. Dynamik haben die beiden Tonspuren durchaus, wobei der hiesigen Fassung eben die letzte Wucht im Tiefbass fehlt. In puncto Räumlichkeit legen sich die Soundeffekte immer wieder mit auf die Rears. Auch der Score ist dort zu hören und während der Rocksongs gibt’s ebenfalls räumliche Unterstützung. Die englische Fassung fächert aber weiter auf und wirkt dadurch auf einer breiteren Bühne. Die 4K-Blu-ray enthält nun eine deutsche Dolby-Digital-Spur, keine DTS-HD-Master-Fassung mehr. Da die Tonspur vermutlich auch auf der 4K-remasterten Blu-ray, die im Keep-Case-Fassung kommen wird, enthalten sein wird, gibt’s deren Kritik schon an dieser Stelle. Wobei es nicht viel zu sagen gibt. Die DD-Fassung ist dezent leiser eingepegelt (rund 2 bis 2,5 dB), liefert nach meinem Hörempfinden um ebendiesen Pegel angehoben aber praktisch das gleiche Hörerlebnis. Dynamikbeschneidungen dürfte eher im Bereich der Einbildung liegen. Die Musikszene in der Disco nach rund 68 Minuten hat ebenso eine Spreizung von rund 10 dB zwischen “leisestem” und lautestem Pegel während des Auftritts wie die alte Blu-ray.


Bild- und Tonqualität UHD

The Crow wurde damals auf 35-mm-Filmmaterial aufgenommen. Zum Einsatz kam die kompakte Arriflex 35 BL4. Für die 4K UHD Blu-ray fertigte man einen neuen 4K Scan an, dessen finales Ergebnis mit HDR-Grading von Kameramann Dariusz Wolski persönlich überwacht wurde. Enthalten sind nun HDR10 und Dolby Vision sowie ein im Rahmen von Rec.2020 erweiterter Farbraum. Um den speziellen, fast monochromen Look des Films seinerzeit zu erreichen, gingen Wolski und Proyas einen ungewöhnlichen Weg. Wolski setzte einen Sepia-Filter vor die Linse, der alles braun einfärbte. Im Postprozessing nahm man dann alles Braune wieder raus und elimierte dadurch fast alle Farben. Allerdings bekam man dadurch in der Theorie ein massives Blauproblem, da man mit Blau das Braun wieder eliminierte. Entsprechend war die Farbe Blau am Set nicht erlaubt. Selbst Nebel aus einer Nebelmaschine, der teils etwas blauer erschien, “schrie” nach der Braun-Entfernung förmlich. Das Ergebnis entspricht weitgehend dem, was oben über die 4K remasterte Disk bereits geschrieben wurde. Allerdings mit dem Zusatz, dass die 4K-Disk in jeder Einstellung, die die Blu-ray noch aus der Ruhe brachte, souveräner bleibt. Das Encoding und die noch höhere Auflösung sorgen für ein stets sauberes, sehr fein aufgelöstes Filmkorn. Rauchschwaden oder die sehr farbigen roten Bereiche werden sichtbar homogener abgebildet. Farben sind (so sie vorkommen) immer eine Spur kräftiger, während das Master grundsätzlich nur einen Hauch dunkler ausgefallen ist. In einigen Einstellung ist die HDR-Scheibe auf hellen Bildflächen besser durchzeichnet, könnte im Schwarz hier und da aber auch ein wenig kräftiger sein.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist die HDR-Scheibe im Rot noch etwas satter.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Gerade in schwierigen vollflächigen Farben ist die 4K-Disk noch einmal sichtbar besser encodiert und liefert das wesentlich feinere, homogener aufgelöste Korn.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die 4K-Auflösung und der bessere Encode für noch sauberere Ergebnisse.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … und Minutenmarkierungen werden noch einmal deutlicher (Screenshot in neuem Tab öffnen, um’s besser zu erkennen).


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden von der HDR-Disk noch etwas satter dargestellt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wie Ziegel, Fensterbänke oder die roten Steinreliefs kommen sichtbar plastischer rüber.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … bleibt die UHD Blu-ray souveräner im Fenster und zeigt mehr von der Gardine. Erkennbar auch hier, wenn man das Bild in voller Größe anschaut.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird noch einmal beeindruckender über die HDR-Scheibe.



- The Crow - Die Krähe (4K Ultra HD) (Blu-ray)
- Produkttyp: Physikalischer Film
- Marke: Paramount Pictures (Universal Pictures)
Bonusmaterial

Gegenüber der alten Blu-ray kommt die Blu-ray hier ohne jede Extras. Das Bonusmaterial liegt komplett auf der 4K-Disk. Dort finden sich dann zwei Audiokommentare (einer mit Proyas, einer mit Produzent Jeff Most und Drehbuchautor John Shirley). Dazu kommen diverse Featurettes, Making-ofs und ungeschnittene/zusätzliche Szenen. In neu gefilmten “Schatten und Schmerz” geht’s in drei Teilen um die komplette Produktion. Hier kommt vor allem Produktionsdesigner Alex McDowell zu Wort, der ausgiebig erklärt, wie er die unterschiedlichen Sets gestaltete. Im ebenfalls neu angefertigten Interview mit Edward R. Pressman, einem der Produzenten des Films, gibt’s noch ein paar Insights mit einem allerdings etwas zu ehrfürchtigen Interviewpartner. Das Making-of ist dann älterer Herkunft und das Porträt von Comic-Autor James O’Barr stammt aus dem Jahr 2000 – im Übrigen kein sonderlich entspannter oder über die Maßen sympathisch wirkender Kerl.
Fazit
The Crow bewegt nicht nur aufgrund seiner tragischen Produktionsumstände noch heute. Immer noch sehenswert ist das düstere Produktionsdesign und das, was man mit einem geringen Budget aus dem Material herausgeholt hat. Sicherlich richtig, dass viele den Film bis heute für eine der besten Comicverfilmungen halten – zumal es hier noch einen richtig fiesen Antagonisten gab, der gerade dem MCU in zahlreichen Beiträgen fehlt. Technisch gibt’s Proyas Werk nun in der bisher bestmöglichen Qualität – zumindest visuell. Die remasterte Blu-ray und die 4K-Disk wischen mit der alten EuroVideo-Scheibe den Boden auf. Lediglich die produktionsseitig bereits nicht so guten Einstellungen lassen auch hier Souveränität vermissen. Dafür können die Disks aber nichts. Dass man dem Ton kein Update spendierte, ist schade. Aber er geht immer noch halbwegs in Ordnung. Gelungen sind die neu hinzugekommenen Extras, die aber nur auf der 4K-Disk enthalten sind. Wie nun klar ist: Das deutsche Steelbook enthält noch nicht die remasterte Blu-ray, sondern die alte, bereits bekannte Scheibe, die noch von EuroVideo stammt. Erst die zwei Wochen später erscheinende Single-Blu-ray wird dann die 4K-remasterte Fassung enthalten. Das aktuell auf unbestimmte Zeit verschobene 4K-Keep-Case wird dann vermutlich auch mit der remastered Blu-ray kommen.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD: 55%
Bildqualität BD (4K remastered): 80%
Bildqualität UHD: 80%
Tonqualität BD (alt) (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD (neu) (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 80%
Film: 85%
Anbieter: Paramount Pictures
Land/Jahr: USA 1994
Regie: Alexis Proyas
Darsteller: Brandon Lee, Rochelle Davis, Ernie Hudson, Michael Wincott, Bai Ling, Sofia Shinas, David Patrick Kelly, Tony Todd
Tonformate BD alt: dts-HD-Master 5.1: de, en
Tonformate BD neu/UHD: dts-HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 5.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 102
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K-DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 443 Nit
FSK: 18 (ungeschnitten)
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Paramount Pictures)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.
So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie