Der Herr der Ringe: Die zwei Türme 4K UHD

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Blu-ray Review

Warner Home Germany, 17.12.2020

OT: The Lord of the Rings: The Two Towers

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Der undankbare Mittelteil

Die epische Geschichte geht weiter – leider erneut mit einer durchwachsenen UHD-Blu-ray.

Inhalt

Frodo und Sam treffen auf das Wesen Gollum

Nachdem die Gemeinschaft ohne Gandalf weiterziehen musste und sich von Galadriel in Lórien verabschiedet hat, wird sie durch einen Angriff der Uruk-hai getrennt. Merry und Pippin werden von den Kreaturen verschleppt, während Frodo beschließt, den Ring alleine zum Schicksalsberg zu bringen. Nur Sam heftet sich an seine Fersen und die beiden werden bald von Gollum begleitet, dem Frodo mehr vertraut als Sam. Gimli, Aragorn und Legolas machen sich auf die Suche nach Merry und Pippin, die ihrerseits im Fangorn-Wald auf den Ent Baumbart treffen. Aragorn und seine zwei Freunde sind derweil in Rohan angekommen und müssen feststellen, dass König Théoden unter dem Einfluss von Saruman steht. Nur Gandalf, der mittlerweile als Gandalf der Weiße auftaucht, kann Théoden davon befreien. Derweil ist klar, dass Saruman eine Streitmacht an Orks und Uruk-hai aufstellt. Um sich dieser zu erwehren, ziehen sich die Menschen in die Festung von Helms Klamm zurück. Dort harren sie der Dinge, sehen aber einer zahlenmäßig überlegenen Gegner entgegen ….

Saruman treibt seine Ork-Armee vorwärts

Man wusste, dass die Verfilmungen der Herr-der-Ringe-Trilogie etwas Großes werden würden. Dass sie aber SO groß würden und für eine zweijährige Quasi-Hysterie sorgen würden …?
Fast zwölf Millionen Zuschauer sahen den ersten Teil in den deutschen Kinos, nur knapp 500.000 weniger waren es ein Jahr später beim zweiten Teil. Peter Jackson, der die drei Filme weitgehend am Stück drehte (zahlreiche Nachdrehs ausgenommen) gelang es aufgrund dieser “Taktik”, den Erzählfluss zu wahren und die Atmosphäre konsistent zu halten, was beim Publikum erneut für Verzückung sorgte. Und das, wo ein mittlerer Filmteil immer ein wenig undankbar ist. Er hat nicht mehr den Vorteil des “Neuen und Spannenden”. Die Figuren sind eingeführt und alle Handlungsfäden schwirren etwas lose umher, bevor es im dritten Teil zum Finale kommt. Auch Die zwei Türme merkt man diese Problematik etwas an, weil der rote Faden ein wenig verloren geht. Jackson umschifft das aber gekonnt, indem er das Auseinanderreißen der Gruppe für einzelne, in sich stringente Handlungsstränge nutzt, die später wieder zusammengeführt werden. Der Wechsel zwischen den jeweiligen Story-Zweigen wirkt nur selten etwas abrupt und sorgt innerhalb der jeweiligen Entwicklungen auch immer wieder für kleinere Höhepunkte. So gerät die Begegnung von Merry und Pippin mit Baumbart gehört gar zu den absoluten Highlights aller drei Filme. Während Elijah Wood als Frodo zwar gerade im zweiten Teil zunehmend anstrengend wird, taucht man als Zuschauer viel tiefer in die Psychologie von Gollum ein. Dessen Szenen gehören zum besten, was das Fantasykino bis zum damaligen Zeitpunkt überhaupt zu bieten hatte. Erstaunlich ist, wie nahe Peter Jackson oftmals an seinen B-Movie-Horrorfilmen inszeniert. So lässt er seinen Kameramann gerne mal in schrägen/diagonalen Winkeln schnell auf oder um Details und Figuren herum fliegen, was vom Stil her sehr an die Intro-Sequenz von Braindead erinnert. Auch seine Vorliebe für schaurige Masken kommt im zweiten Teil noch viel deutlicher zum Tragen. Denn die Screentime für Orks und düstere Kreaturen ist, ausgehend von Die Gefährten, deutlich erhöht. Schon alleine die Ansammlung der Uruk-hais, die Merry und Pippin entführt haben, lässt bei Horrorfilmfans das Herz höher schlagen. Aber es sind nicht nur die fantastischen Figuren wie die Ents oder Uglúk, der neue Chef der Uruk-hais, sondern vor allem auch die hinzugestoßenen Charaktere auf Seiten der Menschen. Bernard Hill als König Théoden ist eine schauspielerische Wucht. Miranda Otto als Éowyn gibt eine ätherische Kämpferin ab und Karl Urban sowie David Wenham ergänzen das Ensemble als Éomer und Faramir perfekt. Aus allem ragt aber noch Brad Dourif heraus. Der seit Einer flog über das Kuckucksnest auf die extrovertierten Rollen abseitiger Charaktere abonnierte Darsteller gibt einen höchst schmierigen Grima Schlangenzunge ab. Er ist so gut darin, als von Saruman instrumentalisierter Manipulator auf König Théoden einzuwirken, dass man als Zuschauer nicht umhin kommt, Aragorn für sein Dazwischengehen zu verfluchen – so geht Schauspielkunst, wenn es um die Emotionalisierung des Publikums geht. Abseits von Schauspiel und Schauplätzen ist Die zwei Türme natürlich aber auch ein actionreiches Epos, das in düstere Bilder getaucht wird. Die Szenen, in denen Saruman seine Armee von Kriegern unter der Erde von Isengart heranzüchtet, zeugen ebenfalls von der Horrorfilm-Herkunft des Regisseurs und kündigen an, welches Heer der mittlerweile von der Macht des Ringes beeinflusste Zauberer aufstellen wird. Geht es dann im dritten Teil des Films in die Schlacht von Helms Klamm, war das zum damaligen Zeitpunkt im Fantasygenre in puncto Größe und Schauwert sicher das beeindruckendste, was man im Kino bis zu dem Zeitpunkt erleben durfte. Schon die reine Laufzeit der Auseinandersetzungen ist beeindruckend und was Jackson an direkten Kämpfen und Schlachtengetümmel liefert, ist einfach grandios. Das Ganze hat er zudem hervorragend gescriptet und in seiner Umsetzung vorzüglich getimt. Ob’s einen surfenden Legolas gebraucht hätte, sei mal dahingestellt. Aber der Humor des Neuseeländers ist ja auch gerne mal ein bisschen außergewöhnlich. Da passt dann auch rein, dass Gimli und Legolas eine Bodycount-Liste führen und sich gegenseitig in Sachen Orks-Massakrieren battlen.

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Studio: Warner Bros
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Thu, 17 Dec 2020
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Bild- und Tonqualität BD

Liebe zwischen Mensch und Elbin bedeutet für eine den sicheren Tod

Die zwei Türme, so viel vorweg, wurde nicht noch einmal deutlich farbkorrigiert, wie das bei Die Gefährten der Fall war. Entsprechend ist Schnee nun wieder neutral, grüne Wiesen erhalten mehr Farbdifferenzierung und in den wärmer gegradeten Szenen wird’s nicht so orangefarben wie beim ersten Teil. Der Rückblick auf Gandalfs Kampf gegen den Balrog, direkt zu Beginn von Die zwei Türme, zeigt das deutlich. Das Gesicht des Zauberers ist natürlicher und der Umhang erhält wieder etwas mehr Grauanteil. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass Gandalf vor einem Ungeheuer steht, dessen Rücken in Flammen steht und dessen Peitsche wie glühende Lava erscheint. Es mag also sein, dass der orangefarbene Look etwas besser zur Szene passt. Aber das darf gerne jeder für sich beurteilen.
Ansonsten steht der neutralere Look der Blu-ray besser. Wenn Hauttöne insgesamt einfach natürlicher und nicht so kränklich grün erscheinen und wenn das Grün der Wiesen zwar kräftig, aber eben nicht neongelbgrün ist, macht das einfach mehr Sinn. Zudem ist beim zweiten Teil die Konsistenz etwas besser. Die Schärfe gelingt konstanter und ist in Close-ups noch besser. Auch bei den VFX-Shots wirkt das Bild knackiger – selbst wenn die Effekte durchaus sichtbar von den Realaufnahmen abweichen. Leider gibt’s hier bisweilen zu steile Kontrastflanken mit absaufendem Schwarz sowie durchaus sichtbar auch Rauschminderung in zahlreichen Szenen, mit teils zweifelhaftem Ergebnis. In Summe bot die Blu-ray vom zweiten Teil dennoch das etwas stimmigere Bild im Vergleich zum Vorgänger. Wie schon bei Teil I, Die Gefährten, so litt auch Die zwei Türme unter dem Problem der falschen Tonhöhe. Auch hier wurde seinerzeit eine Austauschaktion vorgenommen, sodass dieser Fehler nun auf den Blu-rays der Extended Editions ausgemerzt war. An was auch immer es zusätzlich gelegen haben mag, aber die dts-HD-Master-Fassung der Fortsetzung ist durchweg besser als jene des ersten Teils. Vor allem in Sachen Dynamik. Leider ist der deutsche Ton dennoch nicht frei von Fehlern/Problemen. So kommt bspw. der Einsatz des Subwoofers bei Baumbarts wuchtigem Tritt auf den Boden deutlich zu früh und nicht in dem Moment, in dem er den Boden berührt, wie es (korrekt) bei der Originalfassung der Fall ist (41’11). Der LFE-Kanal ist hier ca. eine halbe Sekunde verschoben. Dafür hat die deutsche Synchro bei Baumbart insgesamt etwas mehr Groll – grandios ist hier die Stimme von Wolfgang Hess, der auch Gimli spricht und den man als Sprecher von Bud Spencer kennt. Dass der Bass fast ein wenig anders gemixt ist, merkt man auch bei der vehementen Sprengung in der Mauer von Helms Klamm bei Minute 68’00 der zweiten Disk. Beide Tonspuren wuchten hier satt Signale ins Heimkino. Allerdings hört/merkt man leicht unterschiedliche Akzentuierungen, wenn man mal alle anderen Speaker abklemmt und nur den oder die Subs laufen lässt. Und eine Nuance tiefer reicht auch hier der O-Ton hinunter. Was teils deutlicher auffällt, sind die nach wie vor vorhandenen Gleichlaufschwankungen des Scores durch das mehrfache Pitchen der Tonhöhe – gut zu hören beispielsweise bei den einsetzenden Streichern ab 73’15 auf Disk II. Hier klingt der O-Ton wesentlich flüssiger und leidet nicht unter hörbaren Drop-outs.

Bild- und Tonqualität UHD

Saurons Auge sieht alles

Wie Die Gefährten auch, so wurde Die zwei Türme natürlich ebenfalls analog gefilmt. Zur Verwendung kam hier ebenfalls eine ganze Armada an ARRI-Kameras.
Auch hier gilt, dass die ersten Infos von einer neuerlichen 4K-Abtastung des Filmmaterials ausgingen, während die VFX entsprechend etwas bearbeitet wurden und man sie hochskalierte – der Aufwand, sämtliche Visual Effects neu zu rendern, wäre vermutlich ein Unterfangen, das eine ganze Horde an Digitaltricksern über Monate beschäftigen würde. Auch hier noch mal das Video, in dem Peter Jackson ein paar Takte zur Arbeit in den neuseeländischen Postproduktions-Studios Park Road erzählt. Obendrauf gab’s auch hier noch HDR10, Dolby Vision und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Im Gegensatz zu Die Gefährten wurde für Die zwei Türme das Color Grading und die Finalisierung damals bereits digital vorgenommen. Und wie beim Vorgänger ändert sich auch hier das Framing (also der sichtbare Bildinhalt) gegenüber der BD praktisch nicht. So muss auch das schon als Indiz dafür gewertet werden, dass hier ebenfalls “nur” ein Upscale des alten 2K-DIs vorgenommen wurde.
Wie beim ersten Teil auch, liegt über der Fortsetzung grundsätzlich in praktisch allen Einstellungen ein moderater Rauschfilter. In den allermeisten Szenen bekommt dieser einen guten Kompromiss zwischen relativ filmischem Look und etwas weniger betontem Korn hin. Zumal die Ringe-Trilogie ohnehin sehr stark mit Filterung spielt(e) und bis auf teils rasiermesserscharfe Close-ups gerne mal softere Einstellungen aufwies. Oft sieht man eine ganz leichte Körnung durchaus, wenngleich sie einen anderen Eindruck hinterlässt als bei der Blu-ray. Aber auch hier gibt es eben Ausnahmen, in denen der Rauschfilter viel zu drastisch eingegriffen hat und wachsige Oberflächen produziert. Über die komplette Laufzeit hinweg sind das auch mehr Szenen als bei Die Gefährten. Beginnend beispielsweise mit Frodo und Sam ab 11’32, die zunächst sechs Sekunden lang aussehen wie Puppen aus Madame Tussauds und ab 11’46 wieder im filmischen Look zu sehen sind. Wie es sein kann, dass in einer Einstellung der Filter so heftig zuschlägt und nach zwei Schnitten innerhalb der gleichen Szene alles okay ist, bleibt eine gute Frage. Ähnlich soft sind die Landschaften, Gesichter oder der Himmel dann bei 31’38, 36’00 oder Sam bei 43’45 – wobei es immer wieder Szenen betrifft, die auch schon über die Blu-ray sehr gefiltert wirkten und hier auch die reine HDR-Implementierung für einen noch etwas softeren Eindruck sorgen könnte. Leider ist das dann auch ein weiteres Indiz dafür, dass man mit dem alten Material gearbeitet hat. Eine ganz eindeutige NEUE Filterung geschieht aber beispielsweise bei 56’04. Dort litt die Blu-ray unter einem sehr inkonsistenten Look zwischen den vier Charakteren im Vordergrund und dem Wald im Hintergrund. Während Legolas, Gimli, Aragorn und Gandalf vorne relativ rauscharm stehen, wuselt es im Wald hinten extrem. Die UHD-BD glättet diese Szene nun zu einem Aquarellbild. Das ist zwar konsequenter als bei der Blu-ray, aber ebenfalls nicht schön. Noch weniger schön sind gleich mehrere Szenen rund um Théodens Haus. Bereits bei 75’57 steht Éowyn auf den Stufen und schaut ihrem fliegenden Tuch nach. Was die UHD-Blu-ray hier an Rauschminderung macht, lässt sich nicht mehr mit “moderat” beschreiben. Das sieht aus, als hätte man ein Concept-Art von Alan Lee in den Film kopiert. Ähnlich schlimm ist es auch in den Szenen zwischen Legolas und Théoden bei Minute 14’40 auf Disk II. Hier bekommt das Ganze in Bewegung einen zusätzlichen Schmiereffekt, der ganz übel aussieht. Zwar ist auch hier die BD nicht sonderlich hübsch und zeigt Artefakte einer Rauschminderung, aber die UHD-BD macht für zehn Sekunden etwas ganz Furchtbares daraus. Obendrauf kommt, dass der eingesetzte Rauschfilter auch auf Objekte anspricht und schon mal einen abgeschossenen Pfeil aus dem Bild zu tilgen beginnt. Durch das über gewisse Strecken hellere Grading mit mehr Durchzeichnung fallen dann auch einkopierte Elemente/Darsteller stärker auf (64’16), was bei der Blu-ray noch etwas absoff, wird nun auffälliger. Es steht zu vermuten, dass man die (auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen) bereits rauschgefilterte Blu-ray der Extended Edition als Grundlage nahm und noch mal ein Denoising oben drauf gesetzt hat.

Frodo muss sich auf Gollums Führung verlassen

Natürlich gibt’s aber auch auf der UHD Blu-ray von Die zwei Türme Positives zu vermelden. Zwar musste man hier (ausgehend von der alten BD) keinen Grünstich beseitigen, aber gerade in puncto HDR und Farbdarstellung weist die UHD-Disk die alte Blu-ray in die Schranken. Schon Gandalfs Kampf mit dem Balrog zu Beginn erstrahlt in ganz neuer Kraft. Sämtliche Feuerelemente werden mit kräftigen Orangetönen und viel besserer Differenzierung wiedergegeben als über die Full-HD-Scheibe.
Während der Frodo-Gollum-Sam-Kampfszenen in der Dunkelheit sind die Kontraste nicht so harsch, sondern weitaus angenehmer. Black Crush wird vermieden, was bei der Blu-ray durchaus noch ein Thema war. So erkennt man bei 11’05 noch Gollums Ohren, die über die Blu-ray (fast) im Schwarz versinken. Noch deutlicher ist das Black Crush bei den Kampfszenen rund um Helms Klamm. Die dunklen Szenen verschlucken Details zwischen den Kämpfern oder aber auf der aufgesprengten Wandöffnung (Disk zwei 73’11). Die UHD-BD holt diese Details wieder zum Vorschein – sehr schön!
Wunderschön auch das strahlende Weiß, wenn Gandalf (der jetzt Weiße) vor Aragorn, Gimli und Legolas auftaucht. Die Neutralität ist hervorragend, sein weißes Haar wirklich weiß und Bart und Umhang ebenso. Hervorragend ist auch das große Tor mit den Verzierungen an Théodens Anwesen. Hier punktet HDR mit strahlenden Ornamenten und dreidimensionaler Darstellung gegenüber der eher flach wirkenden Blu-ray. Und wenn Gandalf der Weiße auf den blassen und erblindeten Théoden trifft, erstrahlen beide Charaktere in dynamischen, aber nicht zu harschen Kontrasten. Nach wie vor gibt es außerdem Close-ups, die wunderschön aufgelöst und knackscharf sind. Oft ist es Ian McKellen, aber auch Bernhard Hill bei 96’11 ist wunderbar plastisch abgebildet. Auch das Orange im Auge Saurons ist einfach fantastisch kräftig. In solchen Einstellungen macht die UHD-Blu-ray der alten BD erneut etwas vor. Dass die UHD-BD über weite Strecken ein wärmeres Color-Grading hat und die blauen Nachtszenen bei der Helms-Klamm-Schlacht nun eher in ein neutraler gräuliches Color Timing rutschen, muss man als gegeben sehen. Außerdem muss man sich an eine Szene gewöhnen, die im Color-Timing völlig verändert wurde: Wenn Arwen eine Vision vom Tode Aragorns hat, war dies bei der Blu-ray zwar mit dem für die Szenen mit der Elbin typischen Weichzeichner versehen, hatte aber kräftige Farben. Für die UHD-BD hat man einen Look gewählt, der deutlich näher legt, dass es eine Art Vorahnung ist und kein reales Erlebnis. Die Ultra-HD-Scheibe ist hier fast komplett farblos.

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Blu-ray (27’09): (Slider ganz nach rechts): In einigen Einstellungen ist die alte Blu-ray wärmer. In diesem Fall mit mehr Gelbanteilen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Ultra-HD zeigt hier das farbneutralere, vielleicht etwas kühlere Bild.

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Blu-ray (56’03): (Slider ganz nach rechts): In dieser Einstellung ist die BD relativ kontrastarm und gleichförmig.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): HDR sorgt hier für mehr Dynamik in Éowyns Gesicht, ihren Haaren und vor allem auf den Ornamenten im Hintergrund.

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Blu-ray (75’53): (Slider ganz nach rechts): Im Inneren von Théodens Haus sind viele Szenen über die bisherige BD relativ kühl.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Hier wurde das Grading der UHD-BD etwas wärmer gestaltet. Hautfarben sind etwas rosiger.

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Blu-ray (xxxx): (Slider ganz nach rechts): Grimas Gesicht erscheint über die Blu-ray aschfahl grau mit etwas Grüneinschlag.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch hier ist die UHD-BD etwas wärmer gestaltet und tilgt den Grünanteil.

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Blu-ray (Disk 2: 22’59): (Slider ganz nach rechts): Zwei Szenen aus der oben beschriebenen Vision von Arwen. Die BD ist deutlich dunkler, hat aber Farbanteile.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD hellt in dieser Szene massiv auf und entsättigt die Farben.

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Blu-ray (Disk 2: 23’01): (Slider ganz nach rechts): Je weiter die Szene voranschreitet, desto stärker wird der Unterschied.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Aufhellung und Farbentsättigung scheint eine ganz bewusste Entscheidung gewesen zu sein.

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Blu-ray (71’27): (Slider ganz nach rechts): In den Nachtszenen ist die BD schon sehr blau gewesen.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Über die UHD-BD wirkt es natürlicher. Immer noch mit Blaustimmung, aber nicht so dominant. Die UHD-BD lässt außerdem etwas mehr Differenzierung zu.

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Blu-ray (73’13): (Slider ganz nach rechts): Die zahlreichen Szenen während der nächtlichen Schlacht um Helms Klamm haben über die BD ein Problem mit der Durchzeichnung.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD holt hier Details zum Vorschein, die über die alte Blu-ray schlicht im Schwarz absoffen. Ein Phänomen, das im laufenden Bild noch viel deutlicher und über den Screenshot kaum festzuhalten ist.

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Blu-ray (11’32): (Slider ganz nach rechts): Schon die Blu-ray sah in dieser Szene nicht souverän aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD offenbart aber bereits in Vollansicht, wie wachsig diese Sequenz ist.

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Blu-ray (11’32): (Slider ganz nach rechts): In der Naheinstellung wird es noch deutlicher, dass man an der BD seinerzeit schon prozessiert hat. Das sieht hier alles andere als gut aus.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD macht durch zusätzliches DNR hier jegliches Maß an Details zunichte. Wenn man die Fehler der BD ausmerzen wollte, dann ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass man nicht zum Ursprungs-Kamera-Negativ zurück ging, sondern schlicht mit dem Vorhandenen gearbeitet hat.

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Blu-ray (56’03): (Slider ganz nach rechts): Auch hier zeigt die BD ein seltsames Bild. Die einkopierten Hintergründe sind verrauscht, der Vordergrund ist (im laufenden Bild klar zu sehen) weniger körnig.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD beseitigt einfach jede Unruhe im Hintergrund ebenfalls und macht ein Wachsgemälde aus der Szene.

Zur Verdeutlichung des Vergrößerungsfaktors die Szene in voller Darstellung (hier von der Blu-ray genommen)
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Blu-ray (75’57): (Slider ganz nach rechts): Éowyn vor den Toren des Hauses ihres Vaters. Die BD zeigt deutlich die Filmkörnung und ist detailliert.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD tilgt sämtliche Oberflächentexturen.

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Blu-ray (75’57): (Slider ganz nach rechts): Das fliegende Tuch wird zum “roten Tuch” für DNR-Kritische. Man beachte die Details der Blu-ray auf den Hügeln im Hintergrund oder auf dem Boden und den Dächern.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Man beachte … nichts. Also es ist schlicht nichts mehr da, was man beachten könnte. Nur noch unterschiedliche Farben ohne jede Textur.

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Blu-ray (75’57): (Slider ganz nach rechts): Das gleiche Bild auf der anderen Seite desselben Screenshots. Die BD liefert Details und Filmkorn.

UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD bietet Sehschwäche mit -5 Dioptrin.

Sarumans Heer wirkt unschlagbar

Wie bei Die Gefährten auch, kommt Die zwei Türme ebenfalls mit dem identischen deutschen 6.1-dts-HD-Master-Ton, der schon auf der Blu-ray gewesen ist – inklusive der kleineren Fehlerchen, die im Kapitel oben benannt werden.
Der O-Ton darf auch hier mit Dolby Atmos wuchern und kommt auf der regulären Ebene dieses Mal tatsächlich wuchtiger daher als sein DTS-HD-Master-Pendant der Blu-ray. Schon beim Balrog-Gandalf-Kampf zu Beginn hört und spürt man mehr Wucht und Druck, während Gandalf bspw. mit dem Schwert zuschlägt. Da die reguläre Ebene ansonsten mindestens genauso dynamisch bleibt, hat man es hier wirklich mit einem hörbaren Upgrade zu tun. Beziehen wir die obere Etage mit hinzu, so hört man schon zu Beginn das leichte Säuseln des Windes, während die Kamera über die Bergrücken hinweg fliegt. Beim Kampf mit dem Balrog setzt es dann wieder die bekannten 3D-Sounds aus dem ersten Teil und im abstürzenden Kampf noch ein paar mehr. Dazu darf auch hier der Tieftonkanal mächtig zupacken. Wenn Frodo dann nach sieben Minuten eine heftige Vision hat, reißt es den Zuschauer erstmals förmlich vom Sitz, was die Integration von 3D-Sound angeht. Nette dedizierte Höhen-Effekte gibt’s dann ab 21’00, wenn auf Sarumans Turm gearbeitet wird und man immer wieder Ketten oder Flaschenzüge hört. Geradezu sensationell schießt der Pfeil bei 30’55 heran, während kurze Zeit später das Pferd sehr deutlich von oben wiehert. Im Fangornwald knarzt und rumort es dann fast dauerhaft ein wenig, was die Stimmung sehr atmosphärisch werden lässt. Sobald Baumbart auftritt, gibt’s dann kein Halten mehr. Immer wieder hört man seine schlecht geölten Gelenke knarzen oder nimmt ein Grollen wahr. Auch seine Stimme kommt leise hinzu – alles immer unter dem Aspekt, dass es visuell und akustisch passt und nicht einfach irgendwelche Geräusche auf die Heights gelegt werden. Richtig intensiv wird es, wenn Frodo, Sam und Gollum in den Totensümpfen vom Nazgûl und seinem Flugdrachen besucht werden. Das hochfrequente Kreischen und sein Flügelschlagen kommt äußerst direktional aus den Heights. Nach etwa 63 Minuten setzt es dann mal ein zünftiges Gewittergrollen und Baumbarts Stimme kommt auch noch einmal sehr betont von oben. Wechseln wir auf die zweite Disk, faucht nach neun Minuten ein Warge ziemlich laut von oben herab und beißt dem Zuschauer förmlich den Kopf ab. Auch im späteren Kampf zwischen Reitern und Biestern passiert das noch mal. Die Atmosphäre kurz vor Sarumans Ansprache an sein Heer wird von tausenden Kriegsrufen begleitet, die gänsehauterregend über die Heights kommen, von Krähen unterstützt werden und auch das Rasseln der Stangen sehr schön umsetzen. Richtig klasse wird’s dann noch mal beim Rat der Ents nach 56 Minuten auf Disk 2. Deren Knarzen, Knacken und die raunenden Stimmen hört man gerne von oben, weil’s wirklich Spaß macht. Noch mehr Spaß machen die unglaublich dynamisch umgesetzten Donner nach 60’50. Unwillkürlich zuckt man in seinem Sessel zusammen. Von da an ist dann der Reigen eröffnet, in dem zig hundert Pfeile und andere Wurfgeschosse über die Köpfe fliegen. Tauchen dann nach 86 Minuten die Nazgûl wieder auf, kreischt es erneut markerschütternd aus den Höhen-Lautsprechern.

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Stand von: 2026/03/03 2:07 a.m. - Details
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Studio: Warner Bros
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Thu, 17 Dec 2020
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Bonusmaterial

Keins vorhanden. Eine 4K Ultimate Collector’s Edition aller sechs Filme des Universums inkl. Bonusmaterial ist für Mitte 2021 (in den USA) angekündigt.

Fazit

Auch wenn Der Herr der Ringe: Die zwei Türme der undankbare Mittelteil ist, hat Peter Jackson es geschafft, die Fans drei Stunden lang vorzüglich zu unterhalten und – ganz wichtig – die Spannung auf den finalen dritten Teil deutlich zu erhöhen. Ich für meinen Teil habe im Dezember 2002 nach Verlassen des Kinosaals die größte Ungeduld meines Lebens entwickelt. 12 Monate warten auf Die Rückkehr des Königs? Das schien mir damals unmöglich. Doch es sollte sich lohnen …
Die UHD Blu-ray vom zweiten Teil hat leider einen ebenso undankbaren Job wie der Film als “Zwischenspiel” vor dem Finale selbst. Denn einerseits kann er nicht mit einem beeindruckend neuen Color Grading aufwarten und andererseits ist der Anteil an zu drastisch rauschgeminderten Szenen sichtbar höher als beim Vorgänger. Konnte man es bei Die Gefährten vielleicht noch etwas eher verschmerzen, wird es hier immer wieder in sekundenlangen Szenen sehr deutlich. Deshalb auch hier eine leichte Abwertung.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD (2012): 75%
Bildqualität UHD: 70%

Tonqualität UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 0%
Film: 95%

Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA/NZ 2002
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Sir Ian McKellen, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Christopher Lee, Hugo Weaving, Bernhard Hill, Andy Serkis, Miranda Otto, Karl Urban, David Wenham
Tonformate BD (2011): dts-HD-Master 6.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 6.1: de
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 235 Minuten
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Vermutlich nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 827
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2001-2003 New Line Productions, Inc. © New Line Home Entertainment, Inc. The Lord of the Rings, the names of the characters, events, items and places therein, are trademarks of The Saul Zaentz Company d/b/a Tolkien Enterprises under license to New Line Productions, Inc. All rights reserved.)
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Trailer zu Der Herr der Ringe: Die zwei Türme

The Two Towers | The Lord of the Rings 4K Ultra HD | Warner Bros. Entertainment


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