Blu-ray Review


OT: –


„Einen Mönch vergiften“
Klassiker des deutschen Kinos – endlich in 4K.
Inhalt

Norditalien im 14. Jahrhundert: In einer Benediktinerabtei hat es einen mysteriösen Todesfall gegeben. Scheinbar war’s ein übersinnliches Ereignis. Doch ein gewisser Franziskanermönch, William von Baskerville, der mit seinem Novizen Adso zufällig vor Ort ist, um an einem theologischen Disput teilzunehmen, hegt Zweifel an den Vorgängen. Er erhält die Erlaubnis, den Fall zu untersuchen und stößt schnell auf eine Mauer aus Schweigen und Ablehnung. Im buckligen Salvatore machen sie zunächst einen möglichen Verdächtigen aus, während sie sich darauf konzentrieren, den sich aufbauenden Ängsten rund um dämonische Geschehnisse die Kraft zu nehmen. Während ihrer Ermittlungen stoßen sie bald auf eine labyrinthartige Bibliothek, die geheim gehalten wird. Aus welchem Grund …?

Als Umberto Eco 1980 mit seinem Erstlingsroman Der Name der Rose debütierte (1982 hierzulande), brachte er nach zweijähriger Arbeit zu Papier, was mit der simplen Idee, „einen Mönch zu vergiften“ in seinem Kopf startete. Eco war bereits 48 Jahre alt, als er damit plötzlich Weltruhm erlangte. Der studierte Semiotiker (die Wissenschaft, die sich mit Zeichensystemen befasst) war zuvor allerdings in seinem Feld bereits sehr bekannt und hatte einige Sachbücher veröffentlicht. Dass die filmische Adaption allerdings bereits 1986 in die Kinos kam, liegt sicherlich am schlagartigen Ruhm und Erfolg, den der Roman nach sich gezogen hatte. Eco hatte die Filmrechte an Der Name der Rose zunächst komplett nach Frankreich vergeben, was auch daran gelegen haben dürfte, dass sich früh nach dem Erscheinen des Romans Jean-Jacques Annaud als Regisseur ins Spiel brachte. Tatsächlich war er so überzeugt von der Geschichte, weil er sich schon sein Leben lang mit mittelalterlichen Kirchen beschäftigt hatte und sich mit Latein und Griechisch auskannte. Die Rechte an der Verfilmung hatte Gérard Lebovici gekauft, der unter anderem als Agent von Yves Montand und Romy Schneider tätig war. Doch Lebovici wurde im März 1984 erschossen aufgefunden – ein Fall, der bis heute ungeklärt ist. Bernd Eichinger schwor einige Zeit später im Stern, dass er den französischen Produzenten nicht erschossen habe (sicherlich mit einem nicht ganz ernst zu nehmenden Tenor). Doch es kam in der Tat so. Unter der Ägide vom Unendliche-Geschichte-Produzenten gingen die Rechte als internationale Koproduktion an ihn. Doch es dauerte noch einige Zeit, bis man sich auf einen Hauptdarsteller einigen konnte. Während Eichinger unbedingt Michael Caine verhindern wollte (den seine Mitproduzenten zur Bedingung machten), hatte Annaud überhaupt keine Lust, Sean Connery in der Rolle des Franziskaner William von Baskerville zu inszenieren, da er fürchtete, dessen James-Bond-Vergangenheit würde die Rolle dominieren.

Annaud stimmte der Wahl des Schotten erst zu, nachdem er zahlreiche andere Kandidaten (unter anderem Peter O’ Toole) gesehen und abgelehnt hatte, gleichzeitig von Connerys Vorsprech-Darbietung überzeugt wurde. Gedreht wurde größtenteils in Deutschland. Die meisten Innenaufnahmen fanden im Kloster Eberbach statt, während die Szenen im Inneren der Bibliothek in den Cinecittà-Studios bei Rom gedreht wurden. Am meisten Geld verschlangen allerdings die Außenaufnahmen des Klosters. Für diese wurde auf einer Erhöhung bei Prima Porta vor Rom eines der bis dato größten Sets der europäischen Filmgeschichte gebaut. Unter anderem errichtete man einen 30 Meter hohen Bibliotheksturm. Während die ursprünglichen Kosten zunächst auf 16 Mio. Dollar taxiert wurden, gab Eichinger am Ende 47 Mio. D-Mark an. Das waren bei einem durchschnittlichen Wechselkurs von 2,17:1 im Jahre 1986 rund 22 Mio. US-Dollar. Gelohnt hat sich das Ganze alleine schon (fast) durch die deutsche Auswertung, denn hierzulande sahen rund sechs Mio. Menschen den Film und summierten das Einspiel auf respektable 77 Mio. Dollar. In den USA dürfte zu den eher schlechten Zahlen (7 Mio. US-Dollar) auch beigetragen haben, dass gerade die US-Kritik Der Name der Rose mitunter vernichtend kritisierte. Zu „wirr“ sei das Drehbuch, zu „unbeteiligt“ bliebe man als Zuschauer und die Mönche würden allesamt lachhaft aussehen. Auch Umberto Eco meldete sich und war anfangs mit der Adaption alles andere als glücklich. Es gehen Gerüchte, dass er aufgrund der Erfahrung mit Der Name der Rose Stanley Kubrick die Verfilmung von Das Foucaultsche Pendel verwehrte. Eco beschrieb die Arbeit Annauds als „eigenständig“ und „akzeptabel“ – viel stärker kann man durch die Blume kaum formulieren, dass man den Film eigentlich hasste.

Doch Künstler und Kritiker sind eben Künstler und Kritiker. Und die Zuschauer sind oft ganz anderer Meinung. So auch hier. Ich erinnere mich an den Kinostart seinerzeit. Zwar damals noch zu jung, um selbst ins Lichtspielhaus meiner Wahl zu gehen, war es innerfamiliär ein Großereignis. Meine direkten Anverwandten hatten das Buch gelesen und kamen überwältigt aus dem Kino zurück. Ich selbst war dann bei einer der ersten TV-Ausstrahlungen „dabei“ und erinnere mich, dass ich es mit der ersten Sexszene meines Filmlebens zu tun bekam. Nicht nur davon schwer beeindruckt packte mich aber auch die düstere Atmosphäre und auch die frontale Zurschaustellung aufgedunsener Mönchskörper. Der Name der Rose transportiert viele solcher Bilder, die lange im Gedächtnis bleiben und sich dort festsetzen. Da können die Kritiker etwas von „lächerlichen Mönchen“ erzählen und davon, dass man „unbeteiligt“ bliebe. Ich fand’s damals alles andere als lächerlich und war alles andere als unbeteiligt. Im Zuge der Kritik zur 4K-Disk habe ich den Film nun seit weit über 20 Jahren das erste Mal wieder gesehen. Und man muss Eichinger schon gratulieren, mit welchen Mitteln und mit welch eigentlich geringen Budget er hier geschafft hat, eine einzigartige Atmosphäre zu kreieren. In puncto Schauplätze und Stimmung nimmt es der Film mit zahlreichen, weit teureren Vertretern des Historiendramas auf. Und, hey: Sean Connery spielt den Franziskanermönch. Noch Fragen?







- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache.
Bild- und Tonqualität BD

Die (letzte) alte Blu-ray von Der Name der Rose stammte von Studiocanal und war aus dem Jahre 2010. Und sie sieht furchtbar aus. Es beginnt zunächst damit, dass der komplette Film unter Black Crush leidet. Über weite Strecken ist rund die Hälfte des Bildschirms mit dunkleren Bildanteilen versehen, in denen man dann schlicht nichts mehr erkennen kann. Oftmals sind es lediglich Gesichter, die noch auszumachen sind, während im Hintergrund alles im schwarzen Matsch versinkt. Dazu kommt ein völlig misslungener Mix aus Rauschfilterung und Nachschärfung, der mitunter zu übler Posterisation und schlimmsten Artefakten führt. Man schaue sich nur mal die Szene zu Beginn von Kapitel zwei an (Minute 11:00) oder auch jene bei 92’20. In der Halbtotalen über die Geschehnisse im Schlachthaus sehen Gesichter gruselig wachsig aus, während das Rauschen dennoch nicht komplett eliminiert wurde. Zu keiner Zeit wirkt die Körnung des Filmmaterials analog-authentisch, sondern sieht immer unharmonisch und künstlich aus. In nebligen Momenten kommen zusätzliche Artefakte hinzu und das Encoding ist außerdem beständig schlecht. Nicht selten hat man das Gefühl, es mit einer hochskalierte DVD zu tun zu haben. Dazu kommt ein seltsam unscharfer Rand am oberen Ende des Bildes, der dauerhaft aussieht, als hätte man mit fettigen Fingern über das Filmnegativ gewischt. Wirklich Gutes kann man über die Blu-ray wirklich nicht sagen, außer eine relativ gute Auflösung in einigen Close-ups. Und egal, wie man den Film nun neuerlich mastern würde: schlechter könnte es kaum werden.

Und das tut es auch nicht. Die neue Blu-ray ist besser. Und das deutlich. Allerdings ist sie nicht perfekt. Fangen wir aber mit dem größten Problem der alten BD an, den absaufenden Details im Schwarz: Die auf dem neuen Master basierende Blu-ray ist in allen Belangen besser durchzeichnet. Schon der blutige Mönch zu Beginn von Kapitel zwei lässt auf seiner Kapuze viel mehr erkennen. Auf dem Gesicht ist mehr Zeichnung und von Black Crush kann keine Rede mehr sein. Allerdings wirken die Szenen nun etwas zu hell und man verliert dadurch an schauriger Atmosphäre. Die extreme Filterpampe und die Posterisation in diesen Szenen zu Beginn des zweiten Kapitels ist dafür Geschichte. Allerdings ist die Körnung im Hintergrund der Schlachtszene wirklich schwierig in den Griff zu bekommen und das Encoding der neuen Blu-ray ist alles andere als perfekt. Gerade im Rauch des Kessels wird das Korn immer wieder verschluckt und kommt nicht authentisch zum Vorschein. Das bleibt praktisch über die gesamte Laufzeit in diesem Maße sichtbar, bzw. nicht sichtbar, wenn man sich auf die möglichst homogene Abbildung der Körnung beziehen möchte. Das Korn, so viel sei zur Abkühlung der Gemüter gesagt, ist nicht komplett weggefiltert worden, wie es bei der alten Disk der Fall ist. Ebenso kann man keine Nachschärfung im Stile der alten BD erkennen. So sind die Schneeflecken und Grasoberflächen auf den Bergen bei 55’17 nicht mehr wie einem Aquarell entnommen, sondern sehen aus wie eine echte Landschaft. Aber in Summe ist das Encoding nicht gut genug und vielleicht wurde auch hier wieder etwas gefiltert. Im direkten Vergleich indes ist auch ein nicht ganz perfektes Bild ein Hochgenuss. Zumal auch der unscharfe „Fett“streifen am oberen Rand Geschichte ist und dort nun auch Körnung zu sehen ist. Gelungener sind auch die Farben, die über die alte Blu-ray gerade bei der roten Roben und dem Hut des Kardinals Bertrand massiv vermatschten. Im Rot gibt es nun mehr Zeichnung, wenngleich auch hier noch Verbesserung möglich gewesen wäre. Was die Scheibe aber aus dem zuvor abgesoffenen Material herauszuholen vermag, ist aller Ehren wert. Man betrachte im direkten Vergleich Bilder wie jene bei 22’08, 44’45 oder sämtliche Szenen in den Kellern – da macht die alte BD keinen Stich. Schade, dass das Encoding nicht gut ist und in Summe auch noch etwas mehr Filmkorn hätte vorhanden sein dürfen. Denn es gibt immer mal wieder Szenen, wie jene bei 66’40, in der das Korn auf den Gesichtern zu gering, dafür im unteren Bereich recht deutlich zu sehen ist. Der Blu-ray fehlt es hier also etwas an Homogenität im Korn. Im Vergleich zu vorher aber eine sehr deutliche Verbesserung.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray zeichnet wesentlich besser durch.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Wesentlich authentischer auf den Oberflächen ist die neue Blu-ray. Sie zeigt das Filmkorn zwar wieder, könnte aber im Encoding deutlich harmonischer sein.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Ganz anders die neue Blu-ray, die Struktur zurückbringt, besser durchzeichnet ist und nicht künstlich erscheint.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue BD zeichnet wesentlich besser durch.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Im Bezug auf die düstere Atmosphäre ist die neue Scheibe allerdings fast schon etwas zu hell.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Viel harmonischer die neue Blu-ray.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Filmischer und homogener: die neue Blu-ray.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Auch wenn das Encoding der neuen Blu-ray noch souveräner sein dürfte – die Unterschiede sind frappant.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue BD wirkt etwas saftloser, aber …


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Das kann die neue BD noch nicht perfekt, aber wesentlich besser.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Nein, das Encoding der neuen BD ist nicht perfekt. Der Unterschied dennoch deutlich.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links):


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Könnte die neue Blu-ray das noch besser? Sicherlich. Aber dennoch sind es schon Welten zur alten BD.

Gab’s über das Bild der 2010er-Blu-ray genug zu meckern, kann man das beim 5.1-DTS-HD-Master-Ton nicht gleichermaßen tun. Im Gegenteil: Die Stimmen klingen wunderbar klar und sind präsent. Connerys gewohnte Synchronstimme hat ein unverkennbares Timbre, klingt schön voluminös und es gibt keinerlei Probleme mit dumpfen Momenten oder Dynamikkompressionen. Auf der alten DVD von Warner gab es noch eine wenig gelungene Nachsynchronisation Connerys in zwei kurzen Szenen, doch diese sind auf der Studiocanal-Blu-ray in der korrekten Kinosynchro. Dass die BD von Der Name der Rose aber nicht nur Stimmwiedergabe beherrscht, sondern auch wuchtig in die Tiefe spielt, zeigt sie spätestens bei 71’27, wenn die große Steinplatte beiseitegeschoben wird und den Eingang in die Katakomben freigibt. Auch der feurige Showdown gelingt mit Wucht und spürbarer Aktivität des Tiefbasskanals. Obschon das hier vermutlich ein Upmix und keine diskrete 5.1-Abmischung ist, gelingt auch die Räumlichkeit sehr gut. Auf den Rears ist zwar nicht die biblische Hölle los, aber sie werden immer mal wieder eingesetzt, um den Score hinzuzufügen oder die Stimmen in den unterirdischen Gängen mit Hall zu versehen. Manchmal, wie bei 116’30 klingen die wenigen Sprachfetzen, die über die Rears kommen, ein wenig schwankend und nicht ganz glücklich. Aber insgesamt kann man das als sehr gut hörbar bewerten. Die neue Blu-ray kommt nun mit einer neuen Kodierung. Sie liegt nicht mehr im verlustfreien DTS-HD-Master vor, sondern im leicht datenreduzierten DTS-HD-High-Resolution, das von Anbieter Constantin/Highlight meist genutzt wird. Davon ab handelt es sich um die gleiche Abmischung, da sich Unterschiede in der Tonalität und Ausgewogenheit nicht ausmachen lassen. Sehr wohl allerdings (etwas) in der Lautstärke. Man könnte eine ganz leichte Dynamikkompression vermuten, doch bei genauem Hinhören ist es eigentlich nur eine dezente Lautstärkeabsenkung. Es sollte also gegenüber der alten DTS-HD-MA-Spur identisch klingen, wenn man den Volumenregler ca. 2-3 dB nach oben setzt.

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- Il Nome Della Rosa
- Tipo Di Prodotto: Physischer Film
- Marca: Constantin Film (Universalbilder)
Bild- und Tonqualität UHD

Der Name der Rose wurde seinerzeit mit analogen Arriflex-Kameras aufgenommen und auf 35-mm-Film gebannt. Davon wurde von Constantin Film vor nicht allzu langer Zeit eine 4K-Restaurierung vorgenommen. Das Original-Filmmaterial wurde hierbei in 4K gescannt und im Nachhinein von Regisseur Annaud als außergewöhnlich gelobpreist (wenngleich er keine direkte Abnahme des Masters vorgenommen hat). Dafür stellte er die 4K-Fassung während der Abschlussveranstaltung des 15. Lumière-Festivals in Lyon im vergangenen Oktober vor. In Frankreich erschien die 4K-Fassung bereits auf Disk, hierzulande kommen wir jetzt einige Monate später in den Genuss. Gemastert ist das Ganze mit HDR10, nicht mit Dolby Vision. Leider hat man das Material recht deutlich komprimiert, was in einer Datenmenge von sparsamen, knapp über 50 GB resultiert. Da hätte man bei einem etwas über zwei Stunden langen Film auch noch etwas großzügiger encodieren und das Ganze auf einen 100er Rohling bringen dürfen. Aber sei’s drum. Zunächst ist der Look ein wenig dunkler gegenüber der neuen Blu-ray (die aber vom neutralen Standpunkt gesehen etwas zu hell ist). Das dunklere Master führt indes nicht zu neuerlichem Absaufen der Details wie bei der alten Blu-ray. Vielmehr wirkt die Helligkeit jetzt in den meisten Situationen sehr passend und nicht mehr zu sehr aufgehellt. Atmosphärisch ist das nüchtern betrachtet die passendste Variante. Die 4K-Disk macht darüber hinaus über weite Strecken die Dinge, die von der neuen Blu-ray noch nicht souverän gelöst werden, besser. Besser wohlgemerkt, nicht perfekt. Zunächst ist hier das Encoding zu nennen, das in den meisten Situationen gleichmäßigere Körnung zulässt. Wenn’s schwierig wird (wie beim Dampf über dem Kessel der Schlachterei), dringt auch die UHD Blu-ray noch nicht bis in den letzten Rauchbereich mit Körnung durch. Doch gerade auf uniformen Hintergründen und gut ausgeleuchteten Gesichtern (109’55) ist das Korn konsistenter und angenehmer – trotz einer auch hier möglicherweise vorgenommenen, leichten Filterung. Die geringe Datenmenge/-rate fordert allerdings ihren Tribut. Denn mit den besseren Encodings dieser Heimkinowelt verglichen, lässt die 4K-Scheibe Luft nach oben. Schaut man sich hier das Geschehen zwischendurch mit Standbildern oder Einzelbildfortschaltungen an, gesellen sich immer wieder leichte Cluster von Körnung neben softere Stellen. Im laufenden Bild wird das den Wenigsten auffallen, doch es raubt die letzten 1–2 Prozent in der Detailzeichnung und in der Darstellung der Körnung. Was sichtbar besser funktioniert, sind die Farben. Diese sind zum einen wieder kräftiger und dennoch besser differenziert (Robe bei 101’20) als bei der neuen Blu-ray. Hauttöne sind etwas brauner, weniger gelblich und das Grading hat eine hauchdünne Tendenz ins Grün/Cyan (nichts Dramatisches oder gar Auffälliges). Insgesamt hinterlassen die Farbkontraste hier aber den besten Eindruck. Dazu ist die Detailschärfe besser, was man an des Kardinals Schmuck erkennen kann. Die Perlen und Edelsteine der gigantischen Brosche werden deutlich sichtbarer und dreidimensionaler abgebildet. Fazit: Gegenüber der alten Blu-ray ist das hier ein kleiner Quantensprung. Gegenüber der neuen Blu-ray sind entscheidende Bereiche souveräner. Ist die 4K-Disk deshalb perfekt? Nicht ganz. Dazu fehlt’s am letzten Quäntchen des Encodings. Das wiederum werden aber nur wenige Zuschauer überhaupt erkennen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray ist im Qualm sichtbar souveräner als die Blu-ray, aber immer noch nicht perfekt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wirkt die UHD Blu-ray kontrasttechnisch am harmonischsten, nicht ganz so aufgehellt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray wirkt in Summe am besten passend zur düsteren Atmosphäre. Je nach Display, auf dem dieser Screenshot angezeigt wird, könnte er zu dunkel wirken. Die Durchzeichnung ist auf einem kalbrierten TV aber sehr gut und ohne Makel.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kann das die 4K-Disk durchaus besser. Aber es könnte noch feiner sein.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … dass die 4K-Disk hier noch drauflegen und die Körnung noch etwas feiner darbieten kann – trotzdem es nicht perfekt ist.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray zeigt (fast) die einzelnen Fäden des Püschels. Dazu mehr Details auf dem Schmuck und der Robe.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk ist hier deutlich im Vorteil.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray macht das auch hier besser, ohne die absoluten Spitzenwerte zu erzielen.


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UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray bekommt das mit der Zeichnung noch besser hin – auch wenn das Ausgangsmaterial hier nicht wirklich doll ist.
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- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache.
Bonusmaterial
Das Bonusmaterial beschränkt sich auf die 44-minütige Making-of-Dokumentation „Die Abtei des Verbrechens“, die noch in verrauschtem 4:3 und überdies nur auf der Blu-ray, nicht auf der UHD Blu-ray vorliegt.
Fazit
Der Name der Rose ist zweifelsohne ein Klassiker des deutschen Kinos. Auch heute noch. Und als solchen kann man ihn hierzulande nun in der besten verfügbaren Fassung schauen. Endlich kann man die indiskutabel schlechte alte Blu-ray in Rente schicken, wenngleich die neue BD und auch die UHD Blu-ray noch (Encoding)Luft nach oben lassen. Je nach individueller Beurteilung kann man das unzureichend empfinden und sich ärgern oder darüber freuen, dass man bis auf das nicht ganz homogene Encoding und eine gewisse Rauschminderung ein sehr schön anzuschauendes Bild bekommt, das endlich ohne Überschärfungen, Aquarelloptik und Black Crush auskommt.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD alt: 30%
Bildqualität BD neu: 65%
Bildqualität UHD: 70%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 50%
Film: 80%
Anbieter: Constantin, Highlight Communications
Land/Jahr: Deutschland, Frankreich, Italien 1986
Regie: Jean-Jaques Annaud
Darsteller: Sean Connery, Christian Slater, Valentina Vargas, Ron Perlman, F. Murray Abraham, Helmut Qualtinger
Tonformate BD/UHD: dts-HD High Resolution 5.1: de, en // Dolby Digital 2.0: de
Untertitel: de
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 126
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K-DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: –
FSK: 16
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Constantin Film)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie