Blu-ray Review

OT: The Naked Gun: From the Files of Police Squad!

Spezielle Spezialeinheit der Spezialpolizei
ZAZ auf dem Höhepunkt.
Inhalt

Lt. Frank Drebin hat soeben ein konspiratives Treffen zwischen Gaddafi, Gorbatschow, Arafat, Chomeini und Amin in Beirut gesprengt, als er mit Pauken und Trompeten in der Heimat empfangen wird – oder war’s doch Weird Al Jankovic, für den die Mikrofone von der Presse angebracht waren? Egal. Was zählt, ist jetzt ohnehin nur, dass Franks Frau ihn für einen Olympioniken verlassen hat, mit dem sie jetzt den besten Sex ihres Lebens hat. Eigentlich macht jetzt alles keinen Sinn mehr. Fürs Trübsal blasen bleibt aber dann doch kaum Zeit, denn soeben wurde Franks Kollege Nordberg von Drogendealern erschossen und ertränkt, erholt sich aber im Krankenhaus. Klar, dass Frank hier Nachforschungen anstellen muss, wer hinter dieser feigen Tat steckt. Weil das aber noch nicht genug ist, wird er von der Bürgermeisterin auch noch mit der Aufgabe betraut, die britische Queen bei ihrem Staatsbesuch in die USA zu beschützen – ein Job, dem Frank mit all seiner Körperlichkeit nachgehen wird …

Irgendwann in den 70ern: Die Brüder David und Jerry Zucker tun sich mit Jim Abrahams zusammen und formten die Theatergruppe Kentucky Fried Theater. 1977 schrieben sie dann gemeinsam das Drehbuch zur Komödie Kentucky Fried Movie, aus dem John Landis eine Slapstick-Abfolge machte, die mit 600.000 Dollar Budget umgesetzt wurde und zum Kultfilm avancierte. Drei Jahre später überließen sie nichts mehr dem Zufall und übernahmen nach dem gemeinsam ersonnenen Drehbuch auch die gemeinsame Regie von Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug. Mit einer Fülle an Gags nahm man sich die Flugzeug-Katastrophenfilme der damaligen Zeit zur Brust und feierten einen riesigen Erfolg. Bei gerade einmal 3,5 Mio. Dollar Produktionskosten fuhr man alleine in Nordamerika 80 Mio. Dollar ein. Das Trio, das man mittlerweile nur noch als ZAZ kannte, war im US-Olymp der Komödien angekommen und beließ es nicht bei Drehbüchern für Filme. Nein, auch Serien konzipierte man. Wobei das streng genommen nicht richtig ist. Denn nach Die unglaubliche Reise … hatte das Trio erneut Lust auf einen Parodie-Film und man wollte die TV-Serie Dezernat M als Vorlage nehmen. Da aber eine durchgängige Handlung fehlte, schaffte Michael Eisner von Paramount es lediglich, eine Fernsehserie mit sechs Episoden zu sichern: Police Squad. Die war zunächst immerhin so unbeliebt, dass sie nach vier Folgen aus dem Programm genommen wurde. Die restlichen zwei Episoden wurden dann im Sommerprogramm ausgestrahlt, während ABC keine weiteren bestellte. Allerdings entwickelte Police Squad (im Deutschen: Die nackte Pistole) über Wiederholungen im Kabelfernsehen eine Art Kultstatus.

Fürs Kino entwickelten ZAZ in der Folge noch das Gag-Feuerwerk Top Secret und Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone, bevor sie aber feststellend, dass sie wieder zur Parodie-Komödie zurückwollten. Die Grundidee von Police Squad rückte wieder ins Bewusstsein und ZAZ fügten einfach das Element einer romantischen Love-Story ein, um den zuvor nicht vorhandenen Handlungsbogen zu entwickeln. Paramount gab vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Serie mittlerweile Kultstatus hatte, grünes Licht, und bei 12 Mio. Dollar Budget sprangen 140 Mio. Dollar weltweites Einspiel heraus. Bis heute ist Die nackte Kanone eine absolute Kultkomödie. Doch mit Humor ist das so eine Sache. Denn er verändert sich im Laufe der Zeit. Jetzt waren viele der Witze damals neu und wirklich böse. Dazu die zahlreichen Running Gags, die sicherlich auch jetzt noch (wenngleich aus Liebhaber-Gründen) bei vielen funktionieren werden. Heute allerdings kommen viele Jokes etwas abgegriffen daher und bei mir zünden sie nur noch vereinzelt – so wie die Tatortzeichnung von Nordbergs Umrissen im Wasser oder die Reste in Als Mundwinkel. Tatsächlich war ich jetzt, bei der ersten Sichtung seit Jahren, ein wenig schockiert, wie selten ich gelacht habe. Außerdem hat die deutsche Synchro zumindest einen Joke hinzugefügt, der im Original gar nicht stattfindet. Und gerade dieser wirkt aus heutiger Sicht furchtbar abgeschmackt (Whitey Whiteman bei etwa Minute 26’00). Was wirklich vergnüglich ist, ist Leslie Nielsens Mimik. Man hätte damals wirklich niemand Besseren als den eigentlich durch eher dramatische Rollen bekannt gewordenen Darsteller für die Rolle des Frank Drebin besetzen können. Sein Gesicht in den unterschiedlichen und absurden Situationen kommt in Sachen Komik an jenes von Peter Sellers in den Pink-Panther-Filmen (fast) heran und ist für mich wirklich das Witzigste an Die nackte Kanone.

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- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.
Bild- und Tonqualität BD

Die alte Blu-ray von Die nackte Kanone datierte aus dem Jahr 2014. Und es ist keine gute Disk. Der teils sehr deutlich körnige Film wurde mitunter sichtbar prozessiert und rauschgemindert. Die Oberflächen des Palasts in Beirut, die Gesichter der Wachen im Vordergrund, die wehenden Flaggen – all das wirkt wachsig und gefiltert. Die Stuckapplikationen am Dach der Betonbauten sind praktisch nicht zu erkennen und die Palmwedel und -blätter verschwimmen regelrecht. Vor allem Halbtotale und Totale haben kaum Auflösung und wirken fast schon aquarellig. Dazu ist der Bildstand des in 1,78:1 gehaltenen Vollformats mitunter extrem wackelig, und was hier gerade bei den Totalen noch an Schmutzpartikeln vorhanden ist, hinterlässt ebenfalls keinen schönen Eindruck. Farben sind überdies eher übertrieben und tendieren ins Grüne. Dazu haben vor allem rote Oberflächen kaum Auflösung und sind auch tendenziell etwas orangebetont. Wirklich zufriedenstellend sind lediglich die Close-ups der Darsteller. Der 4K Blu-ray liegt keine neue Blu-ray bei. Es handelt sich immer noch um die bisherige, was schade für all jene ist, die auch auf eine neue Blu-ray hofften. Akustisch hatte und hat die Blu-ray von Die nackte Kanone lediglich eine gedoppelte Mono-Tonspur. Die allerdings klingt wirklich gut. Vor allem die Dialoge sind klar, verständlich und keineswegs muffig oder dumpf. Auch nicht unangenehm zischelnd in den S-Lauten. Natürlich gibt’s hier keine Effekte oder Räumlichkeit, dafür aber erstaunlich dynamische Momente in den entsprechenden Actionszenen. Auch die Musik wird recht knackig wiedergegeben. Das Ganze klingt so gut und ausgewogen, dass man eine Mehrkanalspur eigentlich gar nicht vermisst. Die 5.1-DTS-HD-Master-Fassung des O-Tons klingt natürlich offener und macht erstaunlich viel Gebrauch von den Surroundspeakern. Ein kleines bisschen neidisch darf man als Synchronhörer da schon sein.
Bild- und Tonqualität UHD

Die nackte Kanone wurde seinerzeit natürlich analog gefilmt. Zum Einsatz kam damals eine Panaflex-Kamera, die auf 35-mm-Filmmaterial aufnahm. Ausgehend davon wurde für die UHD Blu-ray ein 4K-Scan vorgenommen und im Anschluss mit HDR10 und Dolby Vision gegradet auf die UHD Blu-ray gemastert wurde. Gegenüber der alten Blu-ray tun sich hier Unterschiede auf, die bisweilen kaum größer sein könnten. Zwar sind die anfänglichen Aufnahmen aus Beirut grundsätzlich nicht sehr scharf, aber alleine der nun nicht mehr wackelige Bildstand und die Vermeidung von Rauschfiltern sind ein großer Gewinn. Der Schwenk über die Stadt zu Beginn wirkt immer noch schmuddelig, jetzt aber von authentisch wirkendem Korn und nicht von wachsigen Oberflächen begleitet. Auch die Soldaten kurz darauf haben jetzt wieder ein filmisches Gesicht. Die Schmutzpartikel wurden praktisch komplett getilgt und das ist im direkten Vergleich beider Bilder extrem deutlich zu sehen und ein großer Profit der 4K-Disk. Hauttönen hat man das Rosige etwas abgewöhnt und sie etwas wärmer/brauner gestaltet, während Rot sichtbar intensiver und weniger orangelastig ist, beim Kleid von Jane aber immer noch das letzte bisschen an Zeichnung vermissen lässt. Grüne Wiesenbereiche haben mehr Nuancen und erscheinen dadurch realistischer als die etwas neongrünen Töne der Blu-ray. Für eine Paramount Disk geht das Encoding in Ordnung. Gegenüber der alten Blu-ray ist es gar um Welten besser. Allerdings finden sich immer noch ein paar Ansammlungen von Körnung, die nicht homogen und sehr fleckig wirken. Das geht bei anderen Anbietern doch noch besser. Zumal immer wieder auch DNR, also eine Rauschminderung zu erkennen ist. Das führt bei einigen Einstellungen in Halbtotalen und vor allem bei dunkleren Szenen zu einem softeren Look auf Gesichtern. Auch die Aufnahme, in der Frank aus dem Flugzeug steigt, leidet darunter und vor allem die Szene mit der vom römischen Centurio angeführten Marschkapelle bei 78’10. Hier scheint so stark gefiltert worden zu sein, dass der Zug der Posaunen (also das lange Bogenteil des Instruments) immer wieder innerhalb der Bewegungen verschwindet. In solchen Momenten leidet das Bild zudem zusätzlich unter dem nicht immer sauberen Encoding. Dass Die nackte Kanone nicht der schärfste Film unter der Sonne ist, muss man außerdem verkraften. Das dürfte allerdings in den meisten Einstellungen kein Problem der UHD Blu-ray, sondern schon aufnahmeseitig so gewesen sein. In Summe eine gute, aber nicht sehr gute 4K-Disk, die zwischendurch ärgerliche Prozessing-Fehler aufweist. Gegenüber der alten Blu-ray dennoch ein großer Schritt nach vorn, der allerdings noch homogener hätte ausfallen dürfen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Neutraler, differenzierter, feiner: Die UHD Blu-ray


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk holt Palmwedel und Stuckelemente zurück ins Bild.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray ist hier zwar dunkler, aber kräftiger und farblich stimmiger unterwegs.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe ist viel neutraler, in den Hautpartien außerdem wärmer.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird durch ein deutlich feineres Encoding der UHD Blu-ray ersetzt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Disk differenziert hier deutlich besser.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray löst die Blätter sichtbar besser auf, nimmt das Giftgrün raus und ist hier auch nicht gefiltert.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … gegen einen wärmeren Look der UHD Blu-ray getauscht.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sieht man, wie deutlich besser die 4K-Disk auflöst.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray beseitigt die Schmutzpartikel und Störungen praktisch komplett.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-Scheibe wirkt hier um Längen frischer.

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Bonusmaterial
Bonusmaterial? Fehlanzeige.
Fazit
S-Humor ist subjektiv und in meiner Wahrnehmung nicht so zeitlos wie jener aus britischer Feder. Dennoch gehört Die nackte Kanone zu den zeitloseren Vertretern seiner Zunft. Was man außerdem wertschätzen darf, sind die teils richtungsweisenden Gags, die eine Vielzahl von Filmpersiflagen beeinflussten, die durch die 90er hindurch Erfolge feierten. Und Leslie Nielsen, der zum damaligen Zeitpunkt bereits 62 Jahre alt war, gebührt für seine körperliche Komik ernsthaft Respekt. Visuell schlägt die UHD Blu-ray die alte Blu-ray locker. Auch wenn nicht in allen Punkten Bestwerte erreicht werden und der Eindruck nicht dauerhaft konsistent ist. Beim Ton kann man über die alte Monospur nicht meckern – außer man hätte sich gerne einen Mehrkanalsound gewünscht.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD: 55%
Bildqualität UHD: 70%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 75%
Tonqualität BD/UHD (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 0%
Film: 75%
Anbieter: Paramount Home
Land/Jahr: USA 1988
Regie: David Zucker
Darsteller: Leslie Nielsen, Priscilla Presley, O.J. Simpson, Ricardo Montalban, George Kennedy
Tonformate BD/UHD: dts-HD-Master 5.1: en // Dolby Digital 2.0 (Mono): de
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 85
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: Paramount Pictures. All Rights Reserved.
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Trailer zu Die nackte Kanone
So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie