Elemental

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Blu-ray Review

Walt Disney Studios, 20.10.23

OT: Elemental

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Wenn du bereit bist

Pixar lässt die Elemente aufeinander los.

Inhalt

Ember will den Rekord ihres Vaters schlagen    © 2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Brandolf und Glute Lumen stehen mit Sack und Pack vor der Einreise nach Elemental City. Dort leben die vier Elemente Feuer, Erde, Wasser und Luft mehr oder weniger friedlich zusammen. So friedlich wie es eben geht, wenn man so unterschiedliche Eigenschaften in Harmonie und Einklang bringen möchte. Die Lumens möbeln einen alten Laden wieder auf und werden bald schon erfolgreich im Geschäft. Ihr Glück vervollkommnet sich mit der Geburt von Töchterchen Ember. Die soll irgendwann einmal den Laden übernehmen, ist aber ein regelrechter Hitzkopf und geht bei nerviger Kundschaft schon mal hoch wie ein Vulkan. Als der große Schnäppchentag bevorsteht, soll Ember den Laden alleine managen, dreht aber bei einem Kunden durch und lässt ihre Wut im Keller aus. Diese bringt eines der Wasserrohre zum Platzen, was nicht nur den Keller flutet, sondern auch Wade Ripple, ein Wasserelement hineinspült. Wade ist Kontrolleur der Stadt und müsste aufgrund der Mängel jetzt eigentlich den Laden stilllegen. Doch Ember ist hartnäckig, folgt Wade und bringt ihn dazu, mit ihr eine Lösung für das Problem zu suchen. Das jedoch ist einfacher gesagt als getan …

Feuer und Wasser – kann das gutgehen?   © 2022 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Elemental ist ein kleines Phänomen. Kein großes, aber ein kleines. Immerhin. Denn Pixar ist/war einer der großen Verlierer der Corona-Pandemie. Titel, in die man große Hoffnungen gesetzt hatte, wurden nicht im Kino ausgewertet, sondern sind direkt ins Streaming zum hauseigenen Disney+-Kanal gegangen. Entsprechend wenig wurde im Marketing für die Titel getan, was gerade bei Pixar-Filmen immer ein großer Aspekt gewesen ist. Selbst in Deutschland wusste man früher schon Monate im Voraus, welcher neue Animationsfilm aus dem erfolgsverwöhnten Studio kommen sollte. Im Zuge der Pixarfilme, die während Covid-19 veröffentlicht wurden und finanziell nicht in dem Maße ertragreich waren wie entsprechende Filme zuvor, reduzierte man offenbar auch das Budget für entsprechendes Marketing. Und so ging es auch Elemental. Kein Wunder, dass er an seinem Startwochenende keine guten Zahlen schrieb. Doch dann entschied Disney sich, den Titel nicht frühzeitig zum eigenen Streamingportal zu holen, sondern ihn deutlich länger als sonst in den Kinos laufen zu lassen. Und das zahlte sich aus. Als “Sleeper-Hit” mauserte er sich noch auf rund 500 Mio. Dollar Umsatz – ein kleines Phänomen also.

Einmal im Stadion bei einem Spiel dabei sein   © 2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Und das liegt vor allem an der fantasievollen Welt, in der Elemental spielt. Eine Welt voller bunter Figuren und grandioser Setdesigns. Überdies hat Pixar auch dieses Mal wieder ein Auge für Details. Ob das die nette Art und Weise ist, wie Brandolf dafür sorgt, dass eine Teil-Löschung seiner Gattin wieder zur flammenden Pracht wird oder die Tatsache, dass dem Zeppelin die sprichwörtliche Puste ausgeht, wenn seine Luftinsassen ausgestiegen sind. Ein nicht unwesentlicher Anteil der Geschichte liegt in der Historie von Regisseur Peter Sohn begründet. Sohns Kindheit und Jugend als Sohn von Migranten fand in New York während der 70er-Jahre statt. Und die Referenzen an den Big Apple sind immer wieder ersichtlich. Dass Embers Eltern als Migranten in die Stadt kommen und sich zunächst zahlreicher Vorurteile gegenüber finden, spiegelt ebenfalls wider, was der Regisseur als Sohn koreanischer Einwanderer selbst erlebt hat. Abgesehen von diesem Hintergrund zollt Elemental auch anderen Filmen seinen Respekt. So erkennt man Motive aus Mondsüchtig und vor allem Rate mal, wer zum Essen kommt.

Härtetest für Ember: Vorstellung bei Wades Familie   © 2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Jetzt ist es bei Elemental ein wenig verzwickt. Man möchte diesen Film und seine Figuren; seine Welt und all die fantastischen Setdesigns wirklich mögen. Man möchte, dass die witzigen Anekdoten und der Kulturclash mehr als nur zum Schmunzeln anregen. Doch so richtig will das nicht funktionieren. Und das liegt leider maßgeblich an den beiden Hauptfiguren. Ja, Ember ist ein Heißsporn. Und ja, das macht schon alleine aufgrund der Element-Geschichte Sinn. Aber es ist auch ziemlich klischeehaft und bedauerlicherweise unsympathisch umgesetzt. Das Gleiche gilt für Wade. Dessen ständiges Geheule mag aufgrund des Spruchs “nahe am Wasser gebaut sein” inhaltlich Sinn machen. Aber es nervt. Und das schon in der ersten Szene. Ein wenig kommt das auch durch die deutsche Synchro, die noch mal deutlich weinerlicher ist als die englische Fassung. Das, was Pixar eigentlich immer auszeichnete, waren liebenswerte Figuren. Und das sind Ember und Wade zu Anfang gar nicht und später auch nur so mäßig. Zwei grundverschiedene Charaktere, die sich zusammenraufen, um die Existenz von Embers Familie zu sichern und sich dabei über jede mögliche Grenze hinwegsetzen – eine altbekannte Geschichte, der man gerade aufgrund der Elemente-Geschichte mehr Charme gewünscht hätte. Mehr Einfallsreichtum und mehr Konzentration auf die scheinbare Unvereinbarkeit von Feuer und Wasser.

Flammen können wirklich prkatisch sein …   2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Was am Ende trotz zahlreicher netter Details ebenfalls etwas fehlt, ist das Spielen mit den Differenzen zwischen den Elementen. Aus den krassen Gegensätzen, die Feuer, Wasser, Luft und Erde ausmachen, wird einfach zu wenig gemacht. Besonders auffällig ist das, wenn man sich noch einmal Alles steht Kopf in Erinnerung ruft, bei dem die Dynamik maßgeblich aus den Differenzen zwischen den Emotionen entstanden ist. Natürlich war in Elemental die Konzentration auf Feuer und Wasser naheliegend, da dort am meisten Unvereinbarkeiten anzutreffen sind, dennoch gehen Luft und Erde sträflich vernachlässigt aus dem Rennen und verkommen zu recht unspektakulären Nebenfiguren. Und das ist ein wenig das Problem, womit Pixar (mal abgesehen von äußeren Umständen wie Covid-19) zu kämpfen hat. Dieser Grundcharme, der von Figuren wie jenen aus Toy Story, Ratatouille, Up, Alles steht Kopf oder Die Unglaublichen ausging, ist zuletzt etwas in den Hintergrund gerückt. Übrig geblieben sind zweifelsohne fantastische Animationen und visuelle Opulenz. Doch ein wenig mehr Konzentration auf die Liebenswürdigkeit der Charaktere wäre wünschenswert.

Preis: 22,99 €
Stand von: 2026/02/12 10:29 p.m. - Details
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Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
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Studio: Disney
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 20 Oct 2023
  • Elemental Bd (Lim. Steelbook)
  • Produkttyp: PHYSICAL_MOVIE
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität

… manchmal allerdings stören sie auch ein bisschen    © 2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Als vollständig am Rechner entstandener Film sollte Elemental mit einer Top-Bild auf Blu-ray erscheinen. Allerdings gab’s zuletzt sogar bei Animationsfilmen mal kleinere Probleme und dezente Artefakte. Im Falle des jüngsten Pixar-Outputs bleibt man von diesen leider auch nicht verschont – auf hohem Niveau, versteht sich. Aber schon zu Beginn erkennt man dezente Unruhen innerhalb des digitalen Rauschens, die von einem etwas durchwachsenen Encoding auf der uniformen Oberfläche des Himmels erzeugt werden (1’20). Ähnliches sieht man immer mal wieder, wenn man konzentriert hinschaut und nahe an Leinwand oder Screen heranrückt. Das ist deshalb schade, weil der Film immer wieder sehr starke Leuchtelemente hat, mit denen das Encoding einfach nicht gut zurechtkommt. Abgesehen davon gibt sich die Blu-ray allerdings keine Blöße. Das gilt vor allem für die kräftigen Farben, die die Welt bevölkern. Schon das feurige Orange der Eltern leuchtet unglaublich satt und warm. Es kontrastiert wunderbar mit den erdigen Tönen ihres Hauses oder dem grünen Gras davor. Noch schöner ist die Farbkombination des Orange mit den blauen Anteilen, die in der Welt von Wade vorherrschen. Ohnehin scheint es praktisch keine Farbe zu geben, die hier nicht mal in satter, manchmal auch pastelliger Form zum Auge gelangt. Der Kontrastumfang weiß ebenfalls zu überzeugen und liefert eine tolle Spreizung zwischen den hellen Oberflächen und sattem Schwarz.

Kann Gale Ember und Wade helfen?    © 2023 Disney/Pixar. All Rights Reserved.

Ja, disneytypisch gibt’s auch bei Elemental nur DD+ fürs Deutsche. Aber selbst wenn’s verlustfrei komprimiert wäre, heißt das bei Disney nichts. Problem ist da eher die familienfreundliche Abmischung, deren Dynamik oft zu wünschen übrig lässt und nicht der Codec an sich. Denn meist ist die verlustfrei komprimierte englische Tonspur keinen Deut besser – manchmal sogar noch schwächer. Bei Elemental beginnt es allerdings direkt schön räumlich, wenn das Wasser auch über die Rears heran rauscht. Und wenn der Kahn kurz darauf anlegt, gibt’s erstaunlicherweise ganz schön satten Tiefbass. Ähnliches passiert, wenn die Feuerwesen mal die Brust schwellen lassen und richtig zu brodeln beginnen oder bei Embers Wutausbruch nach 15 Minuten. Gerade dort gibt’s für Disneyverhältnisse wirklich satt Bass. Zur Abwechslung ist hier der englische Sound sogar noch eine Spur druckvoller und postet noch etwas mehr Druck ins Heimkino. Es macht Sinn, die Lautstärke vorab um 3-5 dB zu erhöhen – ausgehend vom regulären Referenzlevel. Tut man dies, bietet die Blu-ray in den Actionszenen wie nach 36 Minuten erstaunlich viel Dynamik, wenn man es mit den hauseigenen Titeln der letzten Jahre vergleicht. Auch wenn das Schiff am Damm vorbeifährt, rumst es ordentlich (50’00). Die Integration der Stimmen gelingt dauerhaft gut und tonal sehr ausgewogen. Vor allem Brandolfs Organ bietet eine wunderbare Wärme.

Preis: 22,99 €
Stand von: 2026/02/12 10:29 p.m. - Details
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Studio: Disney
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 20 Oct 2023
  • Elemental Bd (Lim. Steelbook)
  • Produkttyp: PHYSICAL_MOVIE
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Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Elemental findet sich zunächst ein gesprächiger untertitelter Audiokommentar von Regisseur Sohn sowie einem VFX-Supervisor und zwei Animationsspezialisten. Darüber hinaus gibt’s die üblichen Kurzfilme von Pixar. “Carl’s Date” bringt uns zurück zum Hauptdarsteller von Up, der mit seinem Hund Datingpläne schmiedet. “Ember and Wade” läuft als Featurette über die Entwicklung der beiden Protagonisten und die Herangehensweise an ihre Animation mit einer Laufzeit von zehn Minuten. “Nächster Halt Element City” kümmert sich dann in weiteren zehn Minuten um die Welt, in der Wade und Ember leben. Drei zusätzliche Szenen ergänzen das etwas dürftige Material.

Fazit

Elemental ist nicht der schlechteste Pixar-Film. Er ist aber auch leider nicht der Beste. Und das hätte man ihm aufgrund der Ausgangsidee und all dem, was man daraus hätte machen können, von Herzen gewünscht. Leider gerieten die Hauptfiguren zu wenig charmant und sind bisweilen sehr anstrengend. Die Botschaft, dass man trotz aller Unterschiede und Differenzen in Harmonie leben kann, ist natürlich universell und kommt durchweg zum Tragen. Auch die Toleranz-Message weiß zu gefallen. Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass hier Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Das gilt leider auch ein wenig fürs Bild. Denn obwohl die Kontraste und Farben klasse sind, kämpft das Encoding immer wieder mit den farbigen Oberflächen. Lob geht an den Sound, der deutlich dynamischer ist als viele andere Disney-Abmischungen.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 90%
Tonqualität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: Walt Disney Studios
Land/Jahr: USA 2023
Regie: Peter Sohn
Sprecher: Emilia Schüle, Jannis Niewöhner, Michael Iwannek, Britta Steffenhagen, Hans Hohlbein
Tonformate: dts HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 101
Codec: AVC
FSK: 0

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter Walt Disney Studios)
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