Blu-ray Review

OT: Justice League


Anti-Leben-Gleichung
Lange erhofft, nun endlich wahr geworden: Der Snyder Cut von “Justice League” erscheint im Stream.
Inhalt
Superman ist tot – umgebracht von einem Knochen in der Hand Doomsdays. Nicht nur Lois Lane, sondern die ganze Welt trauert um den Helden. Die ist mittlerweile auf den alleinigen Schutz durch Batman und Wonder Woman gestellt und droht im Verbrechen zu ersticken. Doch das ist noch nichts gegen das was dann kommt. Denn unvermittelt taucht ein alter Feind aus der Vergangenheit auf: Steppenwolf. Der ist unterwegs, um Wiedergutmachung bei seinem Herrn, dem fiesen Darkseid zu leisten. Dieser war einst von einer Allianz aus Menschen, Amazonen, Atlantern und Olympischen Göttern geschlagen worden, sinnt nun aber auf Rache und den finalen Sieg. Dafür braucht er allerdings drei sogenannte Mutterboxen. Während Steppenwolf diese für seinen Gebieter bei den Amazonen und Atlantern schnell erobern kann und dabei eine Schneise der Verwüstung und des Todes schlägt, bleibt jene, die von den Menschen auf der Erde bewacht wird, für ihn nicht lokalisierbar. Batman und Wonder Woman, die das drohende Unheil abwenden wollen, müssen feststellen, dass sie Steppenwolf alleine nicht werden stoppen können. Also macht sich der Rächer Gothams daran, Alliierte zu rekrutieren. Er findet sie schließlich in Aquaman, Flash und Cyborg. Doch auch dieses zum Quintett gewachsene Team ist chancenlos, wenn man nicht Superman wieder von den Toten erwecken kann …
Mit Zack Snyder hatte sich Warner Bros. einen visionären Regisseur an Bord geholt, dessen visuelle Sprache sich maßgeblich vom MCU unterscheidet und der damit eigentlich der perfekte Partner für ein deutlich düsterer angesiedeltes DC Extended Universe war.
Und so legte sich Snyder ordentlich ins Zeug. Er realisierte mit Man of Steel ein gleichermaßen actionreiches wie ernstzunehmendes Reboot des Superhelden im Spandex-Anzug und schickte drei Jahre später den noch schwereren Batman v Superman: Dawn of Justice hinterher. Schon 2016 gab es von diesem nicht nur die Kinofassung, sondern auch einen um 30 Minuten erweiterten Extended Cut, der in sich der deutlich besserer Film war. Die 30 Minuten MEHR Story taten dem Film auch deshalb gut, weil der Regisseur nicht nur einen neuen Batman integrierte, sondern gleich auch noch einige weitere Figuren, um wiederum auf die erste Helden-Zusammenkunft in Justice League vorzubereiten.
Justice League wurde knapp anderthalb Jahre nach BvS gedreht – und zwar ab dem 11. April 2016. Ab Mitte Oktober begann dann die Postproduktion, die Snyder allerdings nicht bis zum Ende begleitete. Als im März 2017 seine Adoptivtochter Autumn Suizid beging, zog er sich vom Projekt zurück, um bei seiner Familie zu sein und mit dem Verlust umzugehen. Da der Film zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht fertig war, übergab man die weitere Postproduktion an keinen Geringeren als Joss Whedon. Der kreative Kopf hinter Buffy,Angel, und Firefly hatte schon die ersten beiden Avengers-Filme aus dem MCU zu wahren Kinogiganten reifen lassen und war an der Oberfläche natürlich keine schlechte Wahl. Snyder gab dafür auch seine persönliche Freigabe. Schaut man sich die beiden Regisseure aber einmal an, könnten die Unterschiede in der Herangehensweise kaum größer sein. Während Snyders Filme durchweg von ihrem düsteren/grauen/tristen Grundlook leben und vor allem die Dunkelheit in den Figuren ausloten, sind Whedons Filme von positiver und bunter Grundstimmung.
Und so kam es, dass der Avengers-Regisseur umfangreiche Nachdrehs anordnete, die (so sagt man) noch mal 25 Mio. Dollar sowie drei Monate an Zeit verschlangen. Von 15-20 % spricht man, was den Anteil an nachgedrehter Szenen angeht. Vom ursprünglichen rohen Snyder-Cut, der noch weit länger lief, kürzte Whedon allerdings zusätzlich massiv runter. Sein Justice League lief, obwohl ja eine Zusammenkunft mehrerer Helden, gerade mal 108 Minuten (ohne Abspann). Das ist im Vergleich zu den (Kino)Laufzeiten von Batman v Superman (142 Minuten) oder Wonder Woman (130 Minuten) – ebenfalls jeweils ohne Abspann – geradezu ein Kurzfilm. Offenbar merkte man, dass die Schwere, die vor allem Snyders Filme hatten, beim Publikum auch für Kritik sorgte.
Whedon entfernte den Schurken Darkseid bspw. komplett und dampfte die Rolle von Cyborg massiv ein. Dinge, die Snyder in seinem Cut nun wieder revidiert. Satte vier! Stunden läuft seine Version nun, was zunächst Vermutungen verlautbaren ließ, das Ganze könnte als Kurzserie in vier Teilen veröffentlicht werden. Zu verdanken ist der Extended Cut übrigens vor allem den Fans. Unermüdlich bombardierten sie Regisseur und Filmstudio mit Wünschen nach der Veröffentlichung der ursprünglichen Fassung. Bis Snyder über soziale Netzwerke mitteilte, dass es ihn tatsächlich gäbe. In HBO fand er dann den potenten Partner, der für die Postproduktion/Zusammenfügung sowie einige Nachdrehs noch einmal 70! Mio. Dollar locker machte. Damit ist das Gesamtbudget für Justice League mittlerweile nahe an der 400!-Mio.-Dollar-Marke.
Trotz dieser epischen Laufzeit von knapp 240 Minuten handelt es sich beim Snyder Cut aber nach wie vor nicht um die Integration des eigentlich geplanten, aber seit dem relativ schwachen Kinoergebnis wieder eingestampften Sequel. Ganz im Gegenteil. Denn der Regisseur ließ verkünden, dass seine vierstündige Fassung sogar mit einem epischen Cliffhanger enden würde.
Aber genug des Hintergrundgeplänkels: Ist der Snyder Cut von Justice League jetzt der bessere Film? Und inwiefern ist er anders als Whedons Kinofassung?
Um den Synder-Cut entsprechend einordnen und differenzieren zu können, gelangte zunächst noch einmal die bisherige Kinofassung in meinen Player. Und beim mittlerweile dritten Sichten des Films wurde umso klarer, warum der Film alles andere als perfekt ist. Viel zu episodenhaft wirkt Whedons Schnittfassung. Hastig stellt er die einzelnen Hauptfiguren vor, eilt von einem unbedingt nötigen Schauplatz zum nächsten und lässt keine Zeit für Figurenentwicklung und -bindung. Über Cyborg erfährt man nur rudimentär, warum er zu dem geworden ist, der er ist. Und die Verknüpfung der Figuren funktioniert überhaupt nicht. Innerhalb der finalen Schlachtszene fragt man sich gar, warum sie Steppenwolf besiegen. Denn wer sich über weite Strecken gegenseitig so unsympathisch ist wie dieses Sextett, der würde als Fußballmannschaft auf dem Platz untergehen. Fragmentarisch wirkt die Inszenierung und relativ unspektakulär der finale Höhepunkt. Dass hier ein Multimillionen-Dollar-Projekt umgesetzt wurde, sieht man dem Film eigentlich gar nicht an.
Der Snyder Cut hingegen beginnt bereits völlig anders und schließt damit eine inhaltliche Lücke. Im Rückblick erleben wir noch einmal, wie sich Superman opfert und hören sein Wehklaggen. Dessen Schallwellen tragen sich über die Welten fort und erschüttern die Mutterboxen. Es ist also sein Klagen, sein Tod, der die Mutterbox bei den Amazonen erst in Aufruhr versetzte.
Der Film macht wirklich so viel anders und sieht so anders aus, dass man ihn mit der Kinofassung nur nur noch schwerlich vergleichen kann. Ob es die teils anderen Abfolgen der Ereignisse sind oder alleine das völlig andere, viel martialischere Aussehen von Steppenwolfs Rüstung; ob es die deutlich ausführlicheren (und in Teilen auch brutaleren) Actionszenen sind oder die für mehr Tiefe sorgenden ruhigen Momente – Snyders Vision des Films ist eine fast vollständig andere als jene von Whedon. Außerdem ist natürlich die Integration von Darkseid als Bösewicht hervorzuheben, der in der Kinofassung erst gar nicht enthalten war. Und weil er nun drin ist, erfahren wir auch, dass Steppenwolf die Mutterboxen holt, um bei Darkseid Abbitte zu leisten. Gleichzeitig bekommt man auch endlich einen Grund für Steppenwolfs Handeln, während die Kinofassung hier keinerlei Information bot. Darkseids erster Auftritt erfolgt dann in einer Erzählung Dianas, wie er gegen die alten Götter und Amazonen antrat – eine fulminante Sequenz mit absolutem Gänsehautcharakter. Dieser Darkseid strahlt schon in der ersten Szenen so viel Diabolismus aus, dass der Steppenwolf aus der Kinofassung nur ein müder Abklatsch ist.
Obendrauf gibt es in zwei Stunden mehr Film einfach so viele zusätzliche und die Figuren vertiefende Szenen, dass man nicht alles aufzählen kann. Wonder Womans Ausflug in die Höhle nach 48 Minuten ist hier nur ein Beispiel für ein solches Event. Dass man zudem auch noch Charaktere wie Willem Dafoe als Vulko und Jared Leto als Joker zu sehen bekommt, ist ein nettes Goodie für die Fans des DC-Universums. Aquaman darf vor seinem Entschluss, Batman zu helfen, noch ein bisschen Schiffbrüchige retten und ordentlich einen heben, und besagter Cyborg aka Victor Stone bekommt wesentlich mehr Screentime, um mehr über dessen “Erschaffung” zu erfahren. Er wird noch viel mehr zur tragischen Figur. Das alles geht so weit, dass man sogar mehr Bindung und Hintergrundinformationen zu den anderen Einzelfilmen bekommt, sodass man auch diese nun noch besser in den Kanon einordnen kann. Dazu kommt der teils vollkommen andere Score und die stärkere Einbindung von Popsongs ins Gefüge. Das sieht nicht nur insgesamt mehr nach Snyder aus, sondern hört sich auch mehr nach ihm an. Und es ist schon witzig, wenn die erste gemeinsame Kampfaktion der League (die Befreiung der Geiseln rund um Cyborgs Vater) zu einer Laufzeit erfolgt, zu der die Kinofassung schon zwei Minuten im Abspann ist.
Gibt’s auch Kritik? Ja, die gibt es. Hin und wieder sind vier Stunden dann doch etwas viel. Die eine oder andere Szene wirkt etwas überflüssig. Auch die hier noch exzessiver vorhandene Liebe zu Superzeitlupen ist irgendwann etwas redundant und anstrengend. Das American-Football-Match von Victor nach 75 Minuten ist so ein Beispiel, das es in der Form nicht gebraucht hätte. Außerdem zieht sich der Epilog wie ein Bandwurm und fällt in das Problem der Kinofassung zurück, in kurzen Fragmenten, einige Hinweise auf (möglicherweise nicht mehr) kommende Filme zu geben.
Immer noch ärgerlich (und im Snyder Cut sogar noch zahlreicher): Das Product Placement, das nun nicht mehr “nur” einem schwäbischen Autobauer dient.
Bild- und Tonqualität
Wer den Film bereits gesehen hat, wird sich (möglicherweise) über das “altmodische” Bildformat gewundert haben. Viele fühlen sich vermutlich an die guten alten Röhrenzeiten erinnert, die mit Full Frame 4:3 arbeiteten. Bereits für die damalige Blu-ray und UHD Blu-ray entschloss man sich, “nur” auf 16:9 zu gehen und nicht in 21:9, bzw. 2,39:1 zu mastern. Der Grund ist einfach und schnell erklärt: Während der Arbeiten zu Batman v. Superman: Dawn of Justice hatte Snyder einige Szenen im IMAX-Format gedreht und ihm gefielen diese Aufnahmen so gut, dass er weitere Projekte in dieser Form realisieren wollte. Snyder drehte Justice League also Full Frame im 4:3 Format, das auf IMAX-Leinwände abzielt (obwohl er nicht mit IMAX-Kameras arbeitete). Seiner Meinung nach werden Superhelden eher in einer vertikalen Position abgelichtet – eben als übermenschlich große Version ihrer “normalen” Alter Egos. Und diese Pose lässt sich (laut Synder) besser über ein quadratisches Format erzielen. Zumal er vom Gedanken beseelt war, den Film auf gigantischen IMAX-Leinwänden zu sehen, die ebenfalls mit diesem Format arbeiten (genauer: in 1.43:1). Das ist seine Vision und das muss man erst einmal so akzeptieren. Da der Film jetzt allerdings (noch) nicht im Kino gezeigt wird, sondern zunächst per VoD-Plattformen vertrieben wird, bedeutet das für den Zuschauer: Dicke Balken rechts und links am 16:9-TV-Gerät oder auf der Leinwand. Ganz besonders arg trifft es natürlich Heimkinofans, die mit einer 21:9-Leinwand arbeiten. Übrig bleibt hier dann in etwa die Hälfte der sonst üblichen Bildbreite.
Dabei ist allerdings ganz klar: Man bekommt MEHR Bildinhalt zu sehen. Praktisch den kompletten Bildinhalt, der per Kamera eingefangen wurde – im Gegensatz zur BD und UHD-BD von 2018, für die von oben und unten Bildinhalt entfernt wurde. Der Unterschied: Der nun vollständige Bildinhalt, der MEHR Information liefert (siehe Screenshot-Vergleiche), ist auf regulär großen TVs/Leinwänden halt ziemlich klein.
Ausnahmen gibt’s aber auch: Vermutlich betrifft das doch einige Szenen, die Whedon nachträglich per ARRI Alexa 65 drehte und die nun teilweise auch im Snyder Cut enthalten sind (auch wenn man hört, es seien keine Whedon-Szenen drin, spricht das Bildformat hier eine andere Sprache) Denn diese Szenen zeigen WENIGER Bildinhalt. Hier ist 16:9 das Originalformat und um im 4:3 zu bleiben, wurde links und rechts Bildinhalt abgeschnitten. Beispielsweise trifft das Teile der Wonder-Woman-Überfall-Szene zu, in der sie die Menschen vor den “reaktionären Terroristen” rettet (siehe Screenshot unten). Wenn es tatsächlich so ist, dass KEINE EINZIGE Szene von Whedons Nachdrehs integriert wurde, wäre das vorab so exzessiv argumentierte “Open-Matte-4:3”-Gerede in Teilen eine Luftnummer, da es eben nicht auf jede Szene zutreffen würde.
Eine Menge Arbeit (und Budget) ging also alleine schon dafür drauf, die für die bisherigen Fassungen gecroppten Bildinhalte oben und unten wieder herzustellen. Die Internet Movie Database gibt den Snyder Cut nun auch mit einem 4K-DI an – gegenüber einem 2K-DI, das immer noch für die alte BD-/UHD-BD-Fassung steht. Wenn das in der Tat so ist, wurde vom praktisch komplett auf analogem Filmmaterial gedrehten Justice League also noch mal ein neuer Scan angefertigt.
Da der Film zunächst auf Sky zur Verfügung steht, wird hier die Bildqualität über das Sky Ticket beschrieben (Sky Q für UHD-Wiedergabe steht mir nicht zur Verfügung). Entsprechend haben wir es mit einem Full-HD-Stream zu tun. Und der kann leider zu keiner Zeit qualitativ mit der damaligen Blu-ray mithalten. Der Snyder Cut ist grundsätzlich erst einmal etwas kühler gemastert und der Stream gibt das mit teils harscher Kontrastierung wieder, die in dunklen Bereichen immer wieder Details absaufen lässt. Ohnehin ist das Bild extrem dunkel, was sich auf den Screenshot-Vergleichen gut darstellt.
Schwierige Vogelperspektiven mit feinen Strukturen und Mustern flimmern dazu deutlich und die Körnung des analogen Materials verwandelt sich durch die heftige Kompression des Streams vor allem in Bewegungen in sichtbare Blockartefakte. Auch rund um Figuren wie Wonder Woman, die bei 19’27 auf der Statue steht, sieht man deutliche Kompressionsartefakte. Und das bleibt im Prinzip dauerhaft so. Während der Unterwasser-Szenen bei den Atlantern setzt es außerdem massives Banding. Wer über Sky Q verfügt, hat hier sicher die bessere Wahl, per Sky Ticket ist das technisch wirklich kein Genuss und schürt die Hoffnung auf eine baldige physische Veröffentlichung.
Bei den Screenshots bitte beachten: Sie wurden “aus der Hüfte geschossen” und dienen nur dem Vergleich von Bildformat und der Helligkeit. Sie sind weder farbkorrekt, noch perfekt geframet.


Kinofassung 2017 (Slider ganz nach links): Die Kinofassung war auf 16:9 gecroppt und bot weniger Bildinhalt, dafür das formatfüllende Bild auf aktuellen TVs.


Kinofassung 2017 (Slider ganz nach links): Der “alte” Steppenwolf sah fast harmlos aus.


Kinofassung 2017 (Slider ganz nach links): Die Kinofassung per Blu-ray. Sie ist dynamischer, heller und besser durchzeichnet. Allerdings hat sie das beschnittene Bildformat mit weniger Inhalt.


Kinofassung 2017 (Slider ganz nach links): Die Kinofassung zeigt hier das (möglicherweise) mit der ARRI Alexa 65 im 16:9-Format geschossene Bild komplett. Ob es Whedon-Szenen sind oder Snyder doch nicht ALLES in Open-Matte-4:3 drehte … Die Antwort weiß der Wind.
Die Blu-rays/UHD-BDs der 2018er Heimkinofassung von Justice League kamen mit Dolby Atmos für beide Sprachen.
Über Sky Ticket steht leider nur 2.0 Stereoton zur Verfügung. Und der klingt nicht mal sonderlich dynamisch. Viel lässt sich darüber dann auch kaum schreiben, als dass jeder, der über einen Upmixer am Receiver verfügt, diesen auch nutzen sollte. Je nach Qualität des Upmixings kommt dabei (wie im Falle des von mir genutzten Denon) ein ganz brauchbarer und relativ dynamischer 5.1- oder sogar 5.1.4-Sound heraus, der schon alleine für die Centerdarstellung und die Stimmen sinnvoll ist, die dann zentral aus der Mitte kommen. Da die Stereospur wirklich nicht sonderlich gut ist, ist jedes Upmixing hier besser. Dass Sky für die Ticket-Abonnenten immer noch maximal Stereo-Ton anbietet, ist im Vergleich zu anderen Streaming-Anbietern leider nicht verständlich. Immerhin: Per Sky Q gibt’s Mehrkanalsound.
Grundsätzlich muss man dann auch noch damit leben, dass Sky ein PAL-Speedup vornimmt, der Film also (wie zu DVD-Zeiten) etwas kürzer, da schneller läuft. Außerdem gibt’s ein paar neue Synchronsprecher. Zum Teil wurden die Figuren neu synchronisiert. Allerdings passen diese ebenfalls gut zu den Darstellern.
Fazit
Justice League im Snyder Cut mag hier und da ein Quäntchen zu lang geraten sein. Aber gegenüber der Kinofassung ist es nicht nur ein vollkommen anders geordneter und erweiterter, sondern ein viel besserer Film. Alles, was man an der Kinofassung kritisieren konnte – von der episodenhaften Erzählweise über die mangelnde Charaktertiefe bis zum wenig gemeinschaftlichen Sinn des Sextetts – revidiert Snyder in seiner Fassung. Vor allem das Teambuilding ist wesentlich besser und fokussierter. Die Konzentration auf das Entwickeln gemeinsamer Motive kommt erst in dieser Fassung richtig zur Geltung. Und das macht wirklich Spaß. So viel Spaß, dass man das 4:3-Format zügig vergessen hat – zumal dieses (meist) mehr Bildinhalt liefert. Ob die wenigen 16:9-Shots, die links und rechts gecroppt wurden, nun von Whedons Nachdrehs kommen oder der Open-Matte-Vorabhype in Teilen geflunkert war, bleibt offen.
Es bleibt nun abzuwarten, ob eine physische Disk kommt und ob diese dann auch im 4:3-Format gemastert sein wird. Qualitativ kann sie jedenfalls nur besser sein als der extrem komprimierte Sky-Ticket-Stream, der vor digitalen Artefakten nur so wimmelt.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität Sky Ticket: 50%
Tonqualität (dt. Fassung) Sky Ticket: 55%
Tonqualität (Originalversion) Sky Ticket: 55%
Film: 90%
Anbieter: Warner Home
Land/Jahr: USA 2020
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Gal Gadot, Ben Affleck, Henry Cavill, Jason Momoa, Ezra Miller, Ray Fisher, Jesse Eisenberg, Ciarán Hinds, Amy Adams, Amber Heard, Billy Crudup, Jeremy Irons, J.K. Simmons, Robin Wright, Connie Nielsen
Tonformate Sky Ticket: PCM 2.0 Stereo: de, en
Bildformat: 1,37:1
Laufzeit: 232
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. JUSTICE LEAGUE and all related characters and elements are trademarks of and © DC Comics. // © HBO Max/WarnerMedia)
Trailer zu Justice League – Snyder Cut
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Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- LG OLED55CX9LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie