Blu-ray Review

OT: Serbuan maut

Höhle des Löwen
Der vielleicht beste Actionfilm aus Indonesien erhält seine Premiere auf 4K UHD Blu-ray.
Inhalt

Rama ist noch ein ganz junger Polizeibeamter, als er mit einem 20-köpfigen Team unter der Führung von Sergeant Jaka und Leutnant Wahyu loszieht, um einen kompletten Wohnblock einer Razzia zu unterziehen. Das große Gebäude wird von Verbrecher Tama Riyadi kontrolliert, der dort zahlreichen Verbrechern Unterschlupf gewährt. Während das Einsatzteam in den unteren Stockwerken gut vorankommt, werden sie auf dem Weg in den sechsten Stock von zwei jungen Tama-Schützlingen entdeckt. Dieser fordert Verstärkung an und hetzt seine beiden schärfsten Bluthunde Andi und Mad Dog auf die Polizisten. Kurze Zeit später sind nahezu alle Beamten ausgeschaltet. Lediglich Rama, Bowo, Jaka, Dagu und Wahyu bleiben übrig. Letzter hat allerdings noch ein Geheimnis zu offenbaren, das eine polizeiliche Verstärkung oder Rettungsmission maßgeblich verhindert …

Gareth Evans war ein junger walisischer Filmemacher, der soeben seinen ersten eigenen, extrem niedrig budgetierten Film realisiert hatte. Weit entfernt, davon leben zu können, ging er einem regulären Job nach (dem Erstellen von Bildungs-CD-ROMs, scheiterte aber immer wieder daran, einen Fuß in die Tür der Studios zu bekommen. Leidenschaft für das Thema war seit der Kindheit vorhanden, als er sich immer wieder mit Klassenkameraden traf, um im Garten Remakes von Bruce-Lee- oder Jackie-Chan-Filmen zu „drehen“. Zwar war damals noch keine Kamera am Start und Evans musste auch schnell feststellen, dass seine Kampfkunstfähigkeiten noch verbesserungswürdig waren, doch das zarte Pflänzchen des Filmemachers war gesetzt. Evans war seinerzeit bereits mit Partnerin Maya, die indonesisch-japanischer Abstammung ist, verheiratet und so war es ein Stück glückliche Fügung, dass man ihm als freiberuflicher Regisseur für Christine Hakim Films (Christine Hakim gehört zu den prominentesten indonesischen Filmpersönlichkeiten) eine Dokumentation über die indonesische Kampsportart Pencak Silat zu drehen. Für sechs Monate arbeitete Evans dann für diese Doku und zog dafür mit seiner Frau praktisch in deren alte Heimat zurück. Nachdem die Dokumentation abgeschlossen war, entschlossen beide, ihr Glück im asiatischen Land zu versuchen. Gleichzeitig hatte Evans tiefen Einblick in Pencak Silat bekommen und während er einen eher wenig erfüllenden Job bei einer lokalen TV-Anstalt erfüllte, entwickelte er auf Basis seiner Eindrücke in der Kampfsportart das Drehbuch zu Merantau. Während der Arbeiten an dem Dokumentarfilm lernte er auch Iko Uwais kennen, der damals als Auslieferer für eine Telefongesellschaft in Jakarte arbeitete, seit geraumer Zeit aber Silat praktizierte. Und so lag es nahe, Uwais für Merantau zu besetzen. Nachdem sich der Kampfkunstfilm zu einem echten Genrehit verwandelt hatte, begannen Evans und seine Produzenten mit der Arbeit an einem Silat-Filmprojekt namens Berandal, einem groß angelegten Gefängnis-Gangsterfilm. Doch die Komplexität des Ganzen übertraf die Erwartungen.

Evans und seine unabhängigen Produzenten veränderten das Skript und machten eine einfachere, andere Geschichte mit geringerem Budget daraus: The Raid. Wobei das Projekt in Landessprache unter dem Titel Serbuan Maut („Tödliche Razzia“) an den Start ging. Evans hatte sich Kritik der Fans zu Herzen genommen, dass die Actionsequenzen in Merantau zu lange dauerten, so sich der Film doch in der ersten Hälfte eher als Charakterdrama darstellte. The Raid ging deshalb konsequent den Weg, als vollwertiger Actionfilm keine Erklärung dafür zu benötigen, warum Kampfsequenzen ausgiebig ausfallen. Für gerade einmal 1,1 Mio. Dollar realisierte man die Produktion und nahm schon in den Kinos das Neunfache ein. So richtig schlug es dann noch einmal im Heimkino ein, wo die unterschiedlichen Veröffentlichungen alleine in den USA für weitere 10 Mio. Dollar sorgten. Und diese Veröffentlichungen bekommen mit der Ultimate Edition von Plaion Pictures nun noch mal Zuwachs. Erneut darf man sich einen Film in der vielleicht bisher besten Bild-/Tonqualität anschauen, der bis heute kaum gealtert ist und dessen Fightszenen zum Besten, Intensivsten und Gnadenlosesten gehören, was man in Martial-Arts-Actionern bisher zu sehen bekam. Ich erinnere mich gut an meine damalige Begegnung mit dem Film. Daran, dass ich völlig weggepustet war, als sich das Szenario, das in puncto Atmosphäre anmutete, als hätte man Judge Dredd mit einem fiesen, dreckigen Low-Budget-Streifen und einem Horrorfilm gekreuzt, vor meinen Augen entfaltete. Von Iko Uwais war ich bei Merantau bereits angetan gewesen – und das, obwohl ich mit dem Kampfkunstfilm nicht sonderlich verbunden bin. Aber dieser bis dato noch ungesehene Kampfstil und der so authentisch wirkende Darsteller holten mich ab. Dazu kommt die frontale und erstaunlich gnadenlose Brutalität, die The Raid auszeichnet. Bis heute gibt’s für mich keinen wirklich vergleichbaren Actionfilm. Und bis heute halte ich Evans’ Werk für einen der packendsten Actioner des neuen Jahrtausends. Vor allem beim Endkampf zwischen Rama, Andi und Mad Dog bleibt mir auch heute noch die Spucke weg. Natürlich kann man sich bei Fernost-Filmen immer wundern, warum die Jungs so viel aushalten. Oder auch, warum der zweite Kämpfer immer genauso lange auf dem Boden ausruht, bis der erste Kämpfer abgelöst werden muss. Geschenkt. Was sich die Jungs hier an halsbrecherischer Choreografie haben einfallen lassen, um es dann ebenso überzeugend umzusetzen, ist große Kampfkunst-Show.







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Bild- und Tonqualität BD

The Raid existierte als Blu-ray in Deutschland seit 2013 und kam damals schon bei Koch Media, die bereits die deutschen Kinoauswertungsrechte hatten. Die 2013er Blu-ray war eine Single-Layer-Scheibe ohne großes Bonusmaterial. Dennoch sah man ihr zum einen den geringen Speicherplatz und zum anderen die betont günstige Produktionsweise an. Vor allem die verwendete Kamera (mehr dazu im Kapitel Bildqualität UHD-Blu-ray) ließ oft nicht mehr zu. Doch wollen wir nicht alles auf die Kamera schieben, denn auch die Blu-ray-Umsetzung war unterirdisch und ihres „Full-HD“-Namens nicht würdig. Das Bild so soft wie ein Babypopo und Gesichter mitunter extrem wachsig. Dazu ein unterirdisch schlechtes Encoding, das durch die starke Komprimierung praktisch keinerlei Digitalrauschen der Kamera (das definitiv vorhanden sein müsste) zulässt. Teils sind Teilbereiche auf Gesichtern noch softer/verwaschener als die Gegend drumherum und in Übergängen von Objekten zeigen sich nicht selten Blockartefakte. Banding sieht man fast auf jeder uniformen Oberfläche (Wände in Zimmern etc.) und Bewegungen der Köpfe werden zu wabernden Artefaktsegmenten. Das war technisch wirklich eine ganz schwache Disk. Offensichtlich war zudem, dass der komplette Film nur zwei Farben kennt: Schwarz und Magenta. Das gesamte Bild weist praktisch keine Farbschattierungen auf. Als läge ein magentafarbener Filter über dem Geschehen, bleiben auch die Kontraste maximal flach. Wenn das wirklich das gewünschte Grading war, dann war’s kein Schönes. Etwas Gutes lässt sich über diese Blu-ray wirklich nicht sagen.

In der 4-Disk-plus-Soundtrack-CD Ultimate Edition ist nun neben der 4K-Disk der indonesischen Uncut-Fassung auch eine Film-Blu-ray mit der gleichen Filmversion enthalten, die das neue Master nutzt. Eine zweite Blu-ray, die noch auf dem bisherigen Master basiert, enthält ebenfalls die Unrated Fassung. Nehmen wir also die Uncut-Fassung mit dem neuen Grading. Denn nichts anderes hat man hier gemacht: vom gleichen Material neu gegradet und encodiert. Der Bildausschnitt ist komplett identisch, die Grundlage also dieselbe. Und dennoch könnte das Bild kaum stärker unterschiedlich sein. War The Raid über die alte Scheibe komplett in Magenta getaucht, gibt’s hier plötzlich ein richtiges Farbspektrum – so mit Braun-, Grün-, Blau- und Rot-Schattierungen. Und mit richtigem Schwarz und nicht aufgehelltem Mittelgrau. Dazu lässt sich jetzt tatsächlich so etwas wie ein Encoding ausmachen. Wo die alte Blu-ray praktisch komplett matschig war, werden nun Oberflächenstrukturen erkennbar. Gesichter erhalten Zeichnung und sehen nicht aus wie glänzende Wachsfiguren. Das Digitalrauschen ist erstmals erkennbar und verleiht dem Film einen erstaunlich analogen Look, der ihm atmosphärisch sehr gut steht. Man hat fast das Gefühl, einen komplett anderen Film zu sehen. Selten war das Grading einer Remastered Blu-ray so stark unterschiedlich zu einer alten Scheibe. Da die Grundlage „nur“ Full-HD-Material bietet, holt die Scheibe zwar nicht sehr viel mehr Auflösung heraus, aufgrund der viel besseren Komprimierung werden nun aber Details sichtbar, die zuvor unerkannt blieben. Kompressionsartefakte gibt’s ebenfalls nicht. Ist das Bild deshalb perfekt? Nein, ist es nicht. Die neue Blu-ray leistet sich auf dunklen Bildanteilen immer wieder leichte Versumpfungen und das Encoding könnte noch etwas feiner sein. Außerdem überstrahlen im Filmmaterial bereits überkontrastierte Flächen und scharf ist der Film auch über die neue Blu-ray nicht. Vor allem Halbtotale oder Vogelperspektiven fallen massiv ab. Doch auch Close-ups sind nicht immer knackig (20’22). Dennoch: Zur alten Blu-ray ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht, der aus dem vorhandenen (wahrlich nicht guten) Material wesentlich mehr herausholt.
In der Folge einige Screenshotvergleiche, die nicht alle kommentiert sind.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … wie unterschiedlich das Grading aussieht.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … zeigt sich, dass die alte Blu-ray nicht sonderlich gut aufgelöst war. Die neue kann das etwas besser. Sie löst die Zahlen und die ganz feinen Striche besser auf.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Viel unterschiedlicher kann ein Grading kaum sein.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … sieht man sehr deutlich, wie matschig und inkonsistent das Encoding der alten Blu-ray war. Die neue Scheibe macht das sichtbar besser.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … Blu-ray ist sichtbar differenziert. Allerdings versumpfen dunkle Bildanteile auch schon mal.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Keine Artefakte mehr, feiner aufgelöstes Rauschen und Farbe an den Wänden.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Auch hier offenbart die neue Blu-ray erstmals Textur.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): … sind über die neue Blu-ray bewusst Cyanfarben.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Auch die neue BD hat hier Probleme, zeigt aber immerhin nicht nur unscharfen Matschbrei.


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links):


Blu-ray neu (Slider ganz nach links): Zwar ist er immer noch unscharf, aber immerhin mit Zeichnung auf dem Gesicht.

Die neue Blu-ray von The Raid kommt mit insgesamt vier DTS-HD-Master-Tonfassungen. Interessant ist hauptsächlich, dass man beide Scores für beide Sprachen abgelegt hat. So gibt es (meines Wissens) erstmals in Deutschland den indonesischen Score für den O-Ton und die deutsche Fassung. Darüber hinaus den internationalen Kinoscore von Linkin-Park-Gitarrist Mike Shinoda – ebenfalls für beide Sprachfassungen. Beide Scores wechseln sich immer mal wieder ab, wenn es darum geht, eher Spannung zu erzeugen oder Actionfilmpacing zu suggerieren. Welche man wählt, dürfte am Ende Geschmacksache sein. Allerdings hat der indonesische Score wesentlich mehr Musikanteil und füttert damit durchweg auch die Rearspeaker, sodass auf diesen über die Länge des Films mehr los ist. Die Darstellung der Stimmen sowie die Grunddynamik unterscheiden sich indes nicht. Lediglich der Subwoofer ist über die indonesische Fassung etwas aktiver und auch ein bisschen druckvoller. Beiden gleich ist eine recht räumliche Vorstellung, die schon das Durchladen der Gewehre im Einsatzwagen nach sieben Minuten sehr präsent abbildet. Wenn nach 24 Minuten ein halbes Dutzend MPs durch die Etage ballert, fehlt’s aber dann doch an Dynamik. Vor allem gegenüber der indonesischen Tonspur, die hier mehr Druck liefert und größere Lautstärkespreizungen hat. Zwar nimmt das nicht die Ausmaße stark dynamikkomprimierter Audiospuren an, wie es bei Disney der Fall ist, aber ein wenig mehr hätt’s für die deutsche Tonspur schon sein dürfen.








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Bild- und Tonqualität UHD

Wie oben bereits erwähnt, war The Raid eine Independent-Produktion und Evans war es wichtig, das Pacing von Beginn an hochzuhalten. Um das zu erreichen, setzte man auf eine kompakte Digitalkamera und drehte meist „handheld“. Die Wahl fiel auf die seinerzeit noch recht junge Panasonic AG-AF100. Da diese maximal mit 1080p aufzeichnet, kann die 4K-Fassung selbstverständlich nur als Upscale existieren. 2023 ließ man das ursprüngliche 1080p-Material bei Sony remastern neu graden und zu einem 4K-DI hochskalieren. Das Resultat bringt uns hierzulande nun Plaion Pictures mit Dolby Vision ins Heimkino. Sieht man diesem Ergebnis ins Auge, so sind dem Ausgangsmaterial einfach Grenzen gesetzt. Die AG-AF100 nutzte zudem einen mit 17.3 mm x 13 mm relativ kleinen Sensor (zum Vergleich: Eine ARRI Alexa Mini hat einen Sensor mit 28.25 mm x 18.17 mm und eine Alexa 65 kommt auf 54.12 mm × 25.59 mm – beide freilich bei größerer nativer Auflösung). Im Vergleich zu anderen, 2011 bereits genutzten Digitalkameras war das Auflösungsvermögen der Panasonic aber dennoch begrenzt. Hinzu kommt der Dreh bei verhältnismäßig schlechten Lichtverhältnissen, die, teils aus Kostengründen, auch nicht relevant verbessert werden konnten. Und je schwächer das verfügbare Licht und gleichzeitig das Lichtempfindlichkeitsvermögen einer Digitalkamera sind, desto suboptimaler fallen die Ergebnisse aus. Die Frage würde also sein, ob die 4K UHD Blu-ray der ebenfalls auf dem neuen Master basierenden Blu-ray in Auflösung oder Grading/Kontrastdynamik überlegen sein würde. Und das ist sie. Zumindest in Nuancen. Grundsätzlich ist sie etwas dunkler abgestimmt, was aber nicht allzu stark ins Gewicht fällt. Dafür werden Hauttöne noch etwas natürlicher abgebildet und in hellen Szenen gibt es mehr Kontrastdynamik zu bewundern. Wirklich besser ist die 4K-Disk bei der Auflösung des Digitalrauschens. Wo die Blu-ray im Encoding hier und da noch etwas feiner sein könnte, löst die UHD Blu-ray das Material noch besser auf. Das Rauschen wird feiner und dichter präsentiert, was bei den wenigen, wirklich detailreichen Shots (Uhr bei 0’24) tatsächlich noch mehr Feinheiten in den Schriften und den Minutenmarkierungen erlaubt. Nein, das ist nicht höher aufgelöst, aber feiner abgegrenzt. Ansonsten unterscheiden sich BD und UHD-BD nicht sonderlich voneinander. Die Blu-ray alleine hätte im Prinzip auch schon gereicht, auch wenn die 4K-Disk bei genauem Hinsehen alles noch ein klitzekleines bisschen besser macht.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … als die reguläre neue Blu-ray, da das Originalmaterial nur in 1080p vorliegt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … dass die UHD Blu-ray durch die bessere Komprimierung und das feinere Encoding die Details klarer abbildet. Vor allem die ganz feinen Striche in dritter Reihe werden deutlicher differenzierbar.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch wenn die Grundlage identisch ist, sieht man deutlich, was man rausholen kann, wenn sauber encodiert und hochwertig komprimiert wird.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe bietet hier mehr kräftiges Braun – erweiterter Farbraum sei Dank.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Gut zu erkennen, dass die UHD Blu-ray das vorhandene Rauschen nochmals feiner abbilden kann.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Im Hintergrund wird die Zeichnung durch die feinere Darstellung des Rauschens klarer und besser konturiert.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Aufgrund der besseren Signalverarbeitung kommt sogar das Muster am Kragen deutlicher rüber.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe bekommt das nicht besser hin (Glaskacheln hinten links).


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Während die deutschen Tonspuren bei der UHD Blu-ray weiterhin DTS-HD-Master liefern und identisch zu jenen der Blu-ray sind, offeriert die UHD Blu-ray nun Dolby Atmos für die beiden indonesischen Fassungen. Wenden wir uns zunächst der regulären Ebene zu, so klingt die Atmos-Fassung dort noch etwas knackiger und frischer und wurde ganz dezent lauter eingepegelt. Die Höhenspeaker werden erstmals aktiv, wenn Rama seine morgendlichen Fitnessübungen macht und dabei laut atmend Muskeln kontrahiert (0’42). Das müsste zwar nicht zwingend von oben kommen (zumal man ihn bei den Crunches von oben gefilmt sieht), doch es bietet einen ersten Vorgeschmack auf die Nutzung der Heights. Korrekter ist dann das Regenprasseln auf dem Dach des Einsatzwagens, das sehr authentisch und atmosphärisch rüberkommt (ab Minute 3). Geht die Action im Haus dann los, hört man immer wieder die Keuchgeräusche der Männer. Aufgrund der engen Situation in den Räumen oder auch den etwas hallenden Fluren kann man das als atmosphärisch mitnehmen. Hin und wieder hört man auch einzelne Dialogfetzen von oben. Richtig griffig kommt dann die Lautsprecherdurchsage bei 21’13 aus den Höhenspeakern und sehr gut ortbar sind außerdem die Schritte, die man aus der Wohnung eine Etage höher vernimmt (29’27). Was nach rund 38 Minuten etwas befremdlich ist, sind die sehr aktiven Geräusche von den Heights während der Kampfsequenz auf dem Flur. Zuvor gab es nur mal dezente Sounds, während die Akteure auf den Fluren sind (selbst bei den massiven Schusswechseln war’s oben eher ruhig), doch dann poltert, kracht und säbelt es in der Sequenz, als gäbe es kein Morgen. Das Gleiche gilt auch für die Kampfszene nach etwas über 60 Minuten. Da aber deren Finale OHNE 3D-Sounds auskommt, macht es den Anschein, als habe man vor allem die spektakulären Actionmomente mit nach oben gemischt, um insgesamt mehr akustische Rasanz zu liefern. Ganz seltsam wird’s im finalen Kampf zwischen Rama und der #1 von Tama. Während der Hauptkampfszenen hört man das Stöhnen und Raunen der drei Akteure von oben. Für die letzten 60 Sekunden des Kampfes allerdings nur noch die Sounds, nicht mehr die Geräusche der Akteure. Richtig absurd wird es nach 95 Minuten, wenn man die Dialoge klar und deutlich von oben hört, obwohl die beiden Brüder unter freiem Himmel unterwegs sind und von vorne gefilmt werden.







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Bonusmaterial

Die dicke Box, die Plaion hier gepackt hat, kommt natürlich mit einer Menge Bonusmaterial. Da wäre zunächst die Soundtrack-CD mit Songs von Mike Shinoda, dem Mitbegründer und Gitarristen von Linkin Park. Weiterhin liegen ein 124-seitiger Comic zum Film in der deutschen Fassung sowie ein 20-seitiges Booklet, ein doppelseitiges Poster und sechs Artcards in der Packung. Auf der Bonus-Blu-ray finden sich dann insgesamt neun Featurettes (unter anderem Premierenaufnahmen aus Torono und Gespräche nach Premieren-Vorstellungen). Insgesamt läuft das Material gut zweieinhalb Stunden. Außerdem gibt’s noch die beiden Audiokommentare. Einen vom Regisseur alleine und den Zweiten von ihm und Jaka-Darsteller Joe Taslim. Beide sind nicht untertitelbar, die restlichen relevanten Extras und Interviews allerdings durchaus.
Fazit
The Raid kann auch 13 Jahre nach seinem Erscheinen noch vollauf überzeugen. Die Rohheit und Unmittelbarkeit der Fights, die Nähe der Kamera zu den Protagonisten und das frische Szenario lassen viele aktuelle Kampfkunstfilme auch heute noch alt aussehen. Schön, dass man das Ganze nun mit differenzierten Farben erleben darf und nicht mehr im Magenta-Einheitslook ertragen muss. Aufgrund der limitierten Kamera ist das immer noch kein Referenzbild. Aber besser wird’s vermutlich nie mehr aussehen. Das gilt bereits für die Blu-ray der Uncut-Fassung, trifft auf die 4K-Disk aber noch etwas mehr zu, da erst sie das Encoding vollkommen im Griff hat. Der deutsche Ton geht unverändert von der alten Blu-ray in Ordnung, hätte aber mehr Dynamik haben dürfen. Der indonesische Atmos-Sound bietet mehr Atmosphäre von oben, auch wenn die Signale akustisch nicht immer korrekt sind.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (alt): 30%
Bildqualität BD (neu): 65%
Bildqualität UHD: 60%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 40%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial: 90%
Film: 90%
Anbieter: Plaion Pictures
Land/Jahr: Indonesien 2011
Regie: Gareth Evans
Darsteller: Iko Uwais, Ananda George, Ray Sahetapy, Doni Alamsyah, Joe Taslim
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: de, ind
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): ind // dts-HD-Master 5.1: de
Untertitel: de
Bildformat: 1,78:1
Laufzeit: 101
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 599 Nit
FSK: 18 (ungeschnitten)
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Plaion Pictures)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie