Alien: Romulus 4K UHD

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4K Blu-ray Review

20th Century Studios, 13.12.2024
20th Century Studios, 13.12.2024

OT: Alien: Romulus

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Back to the Roots? Was kann der jüngste Beitrag zum Alien-Franchise?

Inhalt

Andy ist der Schlüssel zum Erfolg der Flucht    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

LV-410 ist ein Drecksplanet. Seine Bewohner sind dazu verdammt, in der Bergbaukolonie „Jackson’s Star“ oder in der Landwirtschaft zu arbeiten und müssen das so lange tun, bis sie von der Firma eine Reisegenehmigung bekommen (was unwahrscheinlich ist). Doch Rain hat keine Lust mehr darauf. Sie will weg und endlich mal die Sonne sehen. Gemeinsam mit ihrem Bruder Andy bemüht sie sich immer wieder den öden Planeten zu verlassen. Eine neue Chance tut sich auf, als ihr Ex-Freund Tyler ihr davon erzählt, dass er just einen Frachter von Weyland-Yutani im Orbit entdeckt hat. Und wie es der Zufall will, hat dieser Kryo-Kammern an Bord – eine Voraussetzung, um überhaupt zum nächstgelegenen Planeten Yvaga zu gelangen. Denn die Reise dauert neun Jahre. Tyler erzählt ihr das nicht ohne Hingergedanken, denn sie brauchen jemanden, der mit MU/TH/UR kommunizieren kann: Andy. Rains Adoptivbruder ist kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern ein Androide, den Rains Vater wieder flott gemacht hatte. Widerwillig stimmt Rain zu – auch wenn Tylers Cousin Bjorn sich überaus feindselig gegenüber Andy verhält. Doch die internen Streitereien sind bald nicht das größte Problem des Sextetts. Denn der Weyland-Yutani-Frachter stellt sich als Raumstation heraus, die sehr bald mit den Ringen des Planeten kollidieren wird. Und als wären die verbleibenden 36 Stunden nicht knapp genug, sind sie an Bord der Station auch nicht alleine …

Rain hat keine Lust mehr auf LV-410    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Ridley Scotts Alien ist seit jeher in meiner Top-Ten der besten Filme aller Zeiten. Und dort wird er wohl auch für immer bleiben. Für mich trafen hier drei Faktoren aufeinander, die perfekter nicht hätten harmonieren können: Das grandiose Anti-Star-Wars-Anti-Dark-Star-Drehbuch von Dan O’Bannon, der junge und kreative Regisseur Ridley Scott sowie dessen Entscheidung, aus der männlichen Hauptfigur eine Frau zu machen und zu guter Letzt das unzweifelhaft genialste Alien- und Setdesign der Filmgeschichte vom Schweizer Künstler H.R. Giger. Unter der Regie von Scott verschmolz das Ganze zu einem nervenzerrend-spannenden SciFi-Horror-Mix, der auch 45 Jahre später nicht mal eine Nuance seiner Faszination verloren hat. Ausgehend vom ersten Teil gab es bis zuletzt fünf Fortsetzungen, von denen Scotts Spätwerke Covenant und Prometheus allerdings etwas losgelöst betrachtet werden sollten. Letztere wurden insgesamt auch am kontroversesten aufgenommen und werden nicht selten mit dem häufig genutzten Schlagwort „Potenzial verschenkt“ abgecancelt. Jetzt hat vermutlich bereits jeder, der sich amateurhaft oder professionell mit Filmen beschäftigt, schon mal ein Alien-Ranking rausgebracht, was ich mir an der Stelle spare. Es sei nur so viel gesagt: Ich mochte sogar den oft ungeliebten vierten Teil.

Kay sieht dem Schrecken ins Auge     © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Was uns (ein bisschen) zu Alien: Romulus bringt. Aber der Reihe nach. Als bekannt wurde, dass endlich wieder ein Alien-Film gedreht würde, der noch dazu im Kanon der ersten vier Teile verortet sein sollte und nicht innerhalb von Scotts Wiederbelebung, war die Vorfreude allerorts riesig. Sollte uns endlich wieder ein Xenomorph-Film beglücken, bei dem es um dieses fremdartige Wesen mit Säure-Blut ging, das sich aus einer zusammengewürfelten Crew nach und nach seine Opfer sucht? Endlich wieder Spannung und nicht philosophisch verbrämte Langeweile? Das klang zu schön, um wahr zu sein. Als dann auch noch der Name des Regisseurs fiel, war’s um die meisten Fans geschehen: Fede Álvarez. Hätte man einen besseren Filmemacher auftun können, als denjenigen, der schon dem Tanz-der-Teufel-Franchise neues Blut auf so spannende und zugleich dem Original huldigende Art und Weise eingehaucht hatte; der außerdem mit Don’t Breathe zeigte, dass er nicht nur harten grafischen Horror, sondern auch extrem spannenden Thrill beherrschte? Eine rhetorische Frage könnte man meinen. Und Álvarez macht zunächst vieles richtig. Er zeigt, dass er das Franchise nicht nur liebt, nein es zirkuliert intravenös in seinem Körper. Er weiß haargenau, wie man dramatische Situationen zuspitzen muss und wie man Spannung derart auf die Spitze treibt, dass man nägelkauend immer tiefer im Sitz versinkt. Besonders auffällig ist aber auch der Beginn von Alien: Romulus, bei dem er mit einem frischen Blick auf das Alltagsleben auf einem Planeten anreißt, was bisher so nicht zu sehen war. Dadurch wirkt das Geschehen zunächst weniger steril und isoliert als in den vorherigen Teilen. Wir begegnen den Charakteren in einem Setting, das abseits des klassischen Raumschiff-Szenarios spielt – ein Ansatz, der dem Film neue Dimensionen verleiht und interessante Perspektiven auf das Universum von Alien ermöglicht. Oder zumindest ermöglicht hätte, wenn man es noch etwas vertieft hätte.

Tyler zeigt Rain, wie man die Zielsuche einsetzt   © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Inhaltlich unterscheidet sich Romulus von den klassischen Teilen zunächst vor allem durch eine subtile, aber bemerkenswerte Thematik: Mitgefühl. Die Frage, wie Menschen miteinander umgehen, wie sie sich emotional verbinden und was sie bereit sind füreinander zu tun, wird hier anfänglich etwas stärker thematisiert als in den vorherigen Filmen. Dreh- und Angelpunkt ist, wie auch durch den kompletten Film hindurch, die Figur des Andy. Was einerseits aber eine große Stärke des Films ist, ist andererseits auch seine Schwäche: Denn die unterschiedlichen Charaktere – ausgenommen Andy – sind dem Zuschauer vollkommen egal. Was schade ist, da sie (abgesehen vom jungen Alter, das viele kritisier(t)en) recht individuell gecastet wurden und entsprechend agieren. Da hätte es weit mehr Möglichkeiten zur Vertiefung gegeben, was aber praktisch unausgeschöpft blieb. So wird der anfangs vielversprechende Spannungsbogen um den ätzenden Cousin und seine wiederholten Provokationen gegenüber dem Androiden schnell fallengelassen. Ein einfaches “Das ist schlimm” wird als genug erachtet, um die Geschichte losgelöst von diesem Konflikt weiterzuführen – ein verpasster Moment, um die Figuren wirklich aus der Reserve zu locken und die zwischenmenschlichen Spannungen zu vertiefen. Da hat man schon ein veritables A’loch wie ihn und schöpft das Potenzial für die Dynamik zwischen den Charakteren nur für typische Floskeln zu Beginn aus. Was wäre da möglich gewesen, wenn er noch öfter auf Rain und Andy getroffen wäre. An der Charakterisierung von Letzterem scheitert es nicht. David Jonsson macht das wirklich herausragend gut, lässt den Androiden (wie schon in Teil I und Teil II – Sigourney Weaver ausgenommen) zur stärksten Figur werden und deklassiert seine Kollegen und Kolleginnen deutlich. Erstaunlich, wie unglaublich differenziert er hier zwischen Scheu, Entschlossenheit, Angst und Melancholie wechselt – und man ihm das als Zuschauer stets abkauft. 

Rain zeigt, dass sie es verstanden hat    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Am Androiden Andy ist allerdings ein weiteres Thema „verloren gegangen“, das man im Subtext zwar anschneidet, aber nicht weiter vertieft. Gemeint ist eine unterliegende Note des Sklaventums – zum einen schon durch die Quasi-Zwangsarbeit der LV-410-Bewohner, vor allem aber eben durch Andy verkörpert, der als Android in den Augen vieler nur eine niedere Lebensform ist – eine, die zu dienen hat und dann entsorgt werden kann. Dass hier ein afroamerikanischer Darsteller gewählt wurde, ist sicherlich nicht ganz unbewusst passiert. Auch das hätte weit mehr Potenzial gehabt – inwieweit ist die Zukunft da wirklich fortschrittlich? Und inwieweit darf man in diesem Zusammenhang diskutieren, ob diese fremdartige Lebensform des Xenomorphen (obschon rein instinktiv unterwegs), nicht gar fortschrittlicher ist? Gerade letzterer Punkt ist auch in den anderen Filmen im Subtext zu lesen gewesen. Eine Vertiefung hätte ich mir hier aber gerade wegen der stärker präsenten „unmenschlichen Arbeitsbedingungen“ sowie dem Androide-mit-dunkler-Hautfarbe-Thema gewünscht. Die Beziehung zwischen Andy und den anderen Figuren könnte weit mehr emotionale und philosophische Tiefe entwickeln, wird jedoch nur oberflächlich gestreift. Jetzt klingt das, als würde ich den Film in all seine Einzelteile zerlegen und kein gutes Haar an ihm lassen. So ist es aber gar nicht. Und es ist so, dass ich Alien: Romulus wirklich! mögen wollte. Was zwischendurch sogar richtig gut klappt. Denn Alvarez versteht das Franchise vor allem optisch. Er kehrt zu den Wurzeln zurück, integriert nach 58 Minuten eine denkwürdig spannende Szene, wenn das Trio durch den Raum mit den Facehuggern schleichen muss und lässt endlich mal wieder den Horror in der Geschichte aufleben. In Sachen Setdesign, klaustrophobischer Atmosphäre und (bisweilen) Spannung drückt der Regisseur genau die richtigen Knöpfe. Und dann begeht er den Kardinalsfehler und nimmt den Xenomorphen den Schrecken. In der an und für sich coolsten Szene des Films verkommen die sonst so unbesiegbaren Aliens zu reinem Kanonenfutter – praktisch ohne Gegenwehr. Die Bedrohung in dem Moment ist nahezu auf dem Nullpunkt – und das trotz einer gefühlten Hundertschaft an Xenomorphen. Das war der Moment, in dem ich mich trotz einiger positiver Aspekte, wirklich geärgert habe. Und da sind wir noch nicht bei dem, was viele Alien-Fans im Finale enttäuscht hat. Und wir sind auch nicht bei der Tatsache, dass die digitale Animation eines Schauspielers immer noch furchtbar aussieht.  Am Ende muss man sagen: Ja, Fede Álvarez liebt das Alien-Franchise und ist unzweifelhaft ein Fan der Reihe. Sein Versuch, dem Ganzen frischen Atem einzuhauchen, muss aber vor allem deshalb als gescheitert gelten, weil genau das, was er an frischem Atem einhaucht, schnell zum ausgekauten Kaugummi wird, weil er lieber die Teile eins bis vier zitiert und kopiert, als seine (vorhandenen) eigenen Ideen konsequent zu entwickeln.

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Stand von: 2026/02/07 3:14 p.m. - Details
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Studio: LEONINE
Format: HD DVD
Erscheinungstermin: Fri, 13 Dec 2024
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Bild- und Tonqualität BD

Ikonisches Monsterdesign    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Vor der Sichtung von Alien: Romulus sollte klar sein: Es ist ein dunkler Film. Es gibt nur wenige Szenen, in denen mal etwas Licht zum Zuschauer dringt. Und wenn das der Fall ist, dann vornehmlich im hell ausgeleuchteten Raum nach etwas über 70 Minuten. Entsprechend anspruchsvoll ist die Voraussetzung für die Umsetzung in puncto Encoding und Farbauflösung. Grundsätzlich beginnt es schön satt schwarz und die Sterne bei 2’10 funkeln für eine Blu-ray ordentlich. Rund um die Positionsleuchten des Raumgleiters wuselt das digitale Rauschen zwar nicht hundertprozentig homogen, aber es ist auch weit entfernt von einer Artefaktneigung. Auch in der Innenraumszene bei 3’35 sieht man das digitale Rauschen auf den Hintergründen, was dort dann wieder etwas feiner aufgelöst wird. Sehr gut funktioniert die Auflösung der Nebelschwaden vor rotem Licht bei 3’42 – zu keiner Zeit droht man hier in Banding oder andere Artefakte zu fallen. Wo wir bei digitalem Rauschen sind. Alvarez scheut dessen Anwesenheit nicht. Alien: Romulus ist zu keiner Zeit digital-glatt, sondern wirkt durchweg sehr filmisch. Das Vorhandensein des Digitalrauschens unterstützt den etwas schmuddeligen und dreckigen Look des Films und sorgt für Atmosphäre. Farben sind weitgehend gedeckt. Außerhalb von Braun-/Orange- und Grautönen gibt’s nicht viel. Selbst Rains rote Jacke kommt eher schmutzig-braun rüber (10’10). Wenn Farben zu sehen sind, dann handelt es sich um rot oder gelb leuchtende Knöpfe oder Warnsignale. Bei 25’46 sieht man übrigens oben am Fenster und unten an der Luke chromatische Aberrationen – ich gehe von einem bewussten Stilmittel aus.

Rain und Andy stellen sich einer Übermacht entgegen    Photo by Murray Close. © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Wie bei Disney-Titeln (was auch für 20th Century Studios gilt) üblich, gibt’s DTS-HD-Master fürs Englische und Dolby Digital Plus fürs Deutsche – beides in 7.1. Zunächst die gute Nachricht. Wie zuletzt ein paar der über Disney erschienenen Fox-Filme geht auch Alien: Romulus nicht den extrem dynamikkomprimierten Weg nahezu sämtlicher MCU-Titel. Die grundsätzliche Dynamik ist nicht bis auf eine beinahe gleich lautes Niveau für sämtliche Geschehnisse beschränkt, sondern kann Actionszenen durchaus noch von leiser gesprochenen Dialogen differenzieren. Was aber vor allem gut gefällt, ist die hohe Räumlichkeit. Die Atmosphäre bei der Außenszene auf LV-410 nach sechseinhalb und etwas über acht Minuten ist so lebhaft, dass man sich inmitten der Menschen wähnt und der Gleiter bei 6’44 fliegt beeindruckend von hinten nach vorne. Brennt nach 15 Minuten das Feuerwerk des Antriebs, wärmt sich gefühlt auch der Rücken des Zuschauers. Und beim Kriechen durch den Schacht nach 22 Minuten wird Klaustrophobikern schon akustisch ganz anders zumute. Richtig klasse wird’s dann, wenn die Facehugger sich ins Wasser und auf die Jagd begeben. Von überall meint man deren Geräusche hören zu können. Noch gruseliger sind dann allerdings die Geräusche, die nach 90 Minuten entstehen, wenn die Säure schmatzend durch den Raum wabert. Die massive Schießerei zuvor lotet den mittleren Bassbereich wunderbar aus und drückt die Geschosse ziemlich satt in den Raum. Hebt man die grundsätzliche Lautstärke etwas an, um in etwa auf den gleichen Pegel wie die englische Spur zu kommen, gelingt das ähnlich gut und ist ebenfalls weit entfernt von den schwachen Disney-Tonspuren der letzten Jahre. Zumal auch der Tiefbass ordentlich pumpt, wenn das Shuttle auf Betriebstemperatur geht (14’26) und letztlich in den Orbit gelangt (15’10 bis 16’29). Der überraschend tief reichende (und in dieser Sequenz sogar gegenüber dem O-Ton sattere) Bass ist für eine Disney-Scheibe absolut überraschend und eine echte Wohltat, wenn man’s mit Marvel-Titeln vergleicht. Auch wenn ein Godzilla aus dem Hause Warner das noch kräftiger kann. Allerdings gibt es eben doch Einschränkungen. Während weniger Szenen sind im Gegensatz zum O-Ton die Dynamikspitzen, die dort an die 0-dB-Grenze reichen, etwas gekappt. Das trifft bspw. zu, wenn nach 93’52 der Aufzug ungebremst zu Boden rauscht.

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Studio: LEONINE
Format: Blu-ray
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Bild- und Tonqualität UHD

Ein bisschen Ripley steckt ja schon in ihr    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Alien: Romulus wurde digital gedreht. Zum Einsatz kam die ARRI Alexa 35, die mit 4.6K aufzeichnet. Ausgehend davon wurde ein 4K-DI angefertigt, das als Basis für die UHD Blu-ray diente, die mit HDR10 und Dolby Vision inklusive eines im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraumes finalisiert wurde. Dass wir es hier mit einer nativen 4K-Disk und entsprechender Postproduktion zu tun haben, sieht man trotz der dunklen Bildverhältnisse recht schnell. Schaut man sich die Metall-Kettenglieder bei 3’35 an, so werden die einzelnen Elemente sichtbar besser aufgelöst und das Lochblech auf dem Boden kommt deutlich dreidimensionaler rüber. Nimmt man sich bei 25’45 die vertikal geschlitzte Metallplatte unterhalb des zentralen Terminals, sieht man die vertikalen Schlitze überhaupt erst, wo die Blu-ray sie ineinander verwischt hatte. Auch die Löcher im Boden sind besser erkennbar und Gesichter haben einen höheren Anteil an feinen Details auf der Haut. Genauso muss eine Disk aussehen, deren Ausgangsmaterial 4K war und die ein 4K-DI hat, wenn man es mit dem angeblichen 4K-DI von Longlegs vergleicht. Im Inneren des Shuttles und der Weyland-Yutani-Station gibt es unglaublich viele feine Details, Rohre, deren Rippen man besser erkennen kann; Lochgitter über Leuchtelemente, bei denen man die Verstrebungen über der Lichtquelle besser erkennen kann; leuchtende Knöpfe oder Schrift, die besser erkenn- und lesbar sind – Alien: Romulus profitiert maßgeblich von seiner höheren Auflösung. Was die Farben angeht, so präsentiert sich die UHD Blu-ray ein kleines bisschen reduzierter im Rost-Rotbraun, ist bei den leuchtend roten Knöpfen allerdings satter. Das Grading ist einen Hauch dunkler, schwarze Bildanteile sind noch etwas satter, ohne ins Versumpfen zu driften. Wirklich beeindruckende Spitzlichter gibt es gegenüber der Blu-ray nicht. Da wäre gerade bei den vielen Leuchtelementen und Knöpfen/Lichtern etwas mehr drin gewesen.

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Blu-ray (1’50): (Slider ganz nach rechts): Auf dem SDR-Screenshot nicht in gleicher Form zu erkennen wie auf dem HDR-Display:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die farbigen Leuchtknöpfe haben über die HDR-Scheibe mehr Kraft und sind klarer abgegrenzt.

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Im Zoom dafür sehr gut erkennbar:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Schon die Schriften auf dem Display sind deutlich besser aufgelöst und damit lesbarer.

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Blu-ray (8’34): (Slider ganz nach rechts): Während das generelle Grading …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ein wenig mehr Braunanteile ins Gesicht gibt …

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): …. sieht man auch hier im Zoom …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … dass Hautporen und Lippenfältchen schärfer abgebildet werden.

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Blu-ray (25’49): (Slider ganz nach rechts): Hier die im Text bereits angesprochene Szene.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links) Bereits in der Totalen sieht man, dass die 4K-Disk besser aufgelöst ist.

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Im Zoom wird es überdeutlich.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Details unter dem Monitor, das Lochgitter an der Schwelle zum Boden, die Knöpfe – schon erstaunlich, wie viel mehr an Auflösung die 4K-Disk bietet.

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Blu-ray (26’03): (Slider ganz nach rechts): Ähnliches gilt für diese Szene.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): In der Totalen erkennt man bereits, dass die 4K-Disk auf den beleuchteten Gittern besser durchzeichnet.

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Während die Blu-ray das waagerechte Lochgitter-Muster und das “Emergency” überstrahlt …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kann die UHD Blu-ray beides hier wieder zum Vorschein bringen / klarer abbilden.

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Blu-ray (72’34): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

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Blu-ray (98’21): (Slider ganz nach rechts): Auch hier sind die Hauttöne …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … etwas weniger gelblich.

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Und auch hier ist die Auflösung auf der Stirn …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … über die 4K-Disk besser gelungen.

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Centerkanal Deutsch: (Slider ganz nach rechts): Für den Vergleich der Audio-Tonspuren hier exemplarisch der Centerkanal. Man sieht gut, dass die deutsche Tonspur etwas leiser eingepegelt ist, aber in den leiseren Passagen eine ähnliche Dynamik aufweist.
Centerkanal Englisch (Slider ganz nach links): In den lauteren Passagen sind die Dynamikspitzen hingegen etwas beschnitten.

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Centerkanal Deutsch (Ausschnitt): (Slider ganz nach rechts): Hier ein Ausschnitt rund um die Minute 93-94, wenn der Aufzug zu Boden kracht.
Centerkanal Englisch (Slider ganz nach links): Gerade zum Schluss während der lauten Momente hat man die dt. Fassung etwas in der Dynamik beschnitten. Dennoch klingt die Synchro besser als alles, was Disney in den letzten Jahren fabriziert hat.

Vermutlich das Letzte, das man zu Gesicht (oder vielmehr INS Gesicht) bekommt    © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Die UHD Blu-ray von Alien: Romulus enthält gegenüber der Blu-ray eine Dolby-Atmos-Tonspur fürs Englische. Gegenüber der DTS-HD-Master-Tonspur sind die Differenzen auf der regulären Ebene mehr oder weniger vernachlässigbar. Dort gibt sich die Atmos-Variante keine Blöße. Nehmen wir die Höhen-Ebene hinzu, gibt’s bei 3’04 mit dem Öffnen der Luke und den gruseligen Flaschenzug-Sounds einen ersten Eindruck, wie man Soundeffekte effektiv nutzen kann, um Atmosphäre zu erzeugen. Nach 5’20 hört man dann die Durchsagen sehr authentisch hallend von oben und auch der Regen prasselt akustisch ortbar auf die Scheibe. Die Atmosphäre im Speisesaal erhält etwas Hall, was den Raum etwas vergrößert und der Gleiter, der nach 6’44 über den nächtlichen Himmel pflügt, ist zum Greifen nahe. Immer wieder gesellen sich während der Außensequenz dedizierte 3D-Sounds hinzu und bei 9’54 wird man fast aus vom Sofa geworfen, wenn ein Transporter vorn rechts zum Landen ansetzt. Ähnliches passiert noch mal bei 10’30 und ab 14’00 beginnt es im Shuttle, dass unsere Protagonisten nutzen, mit Schalter-, Wusch-, Klick- und Triebwerksgeräuschen. Auch nach gut 19 Minuten werden die Heights wieder aktiv, wenn die Mädels und Jungs im Shuttle aktiv werden. Dazu liefert der Subwoofer übrigens reichlich Signale, was man auch während der Abschaltung der Schwerkraftgeneratoren merkt. Während des Kriechgangs/Flugs durch den Schacht nach etwas über 20 Minuten gelangen erneut zahlreiche Ächz- und Kracks-Geräusche von der Decke ins Heimkino und im Prinzip ist es nie wirklich richtig still auf den Höhen-Speakern. Es mögen nicht die dynamischsten oder innovativsten Geräuscheffekte sein, aber sie erweitern die Atmosphäre doch sehr ausgeprägt und wohltuend. Die Durchsage bei 29’37 wird dann erneut sehr gut hörbar von oben ins Heimkino gebracht und ab Minute 34 setzt es diverse unterschiedliche Alarmgeräusche von der Decke – gefolgt von späteren Power-up-Sounds und sich einschaltenden Neonröhren. Richtig spooky wird’s dann, wenn die ersten Facehugger-Geräusche von oben zu hören sind und ihr klackendes Getapse nach 40’55 für kalte Schauer auf dem Rücken sorgt. Erneut richtig aktiv wird es nach 49 Minuten, wenn im Shuttle und auf dem Frachter das Chaos auszubrechen beginnt und bei 51’30 sensationelle Rundum-Sounds aus Elektrik und Luftbewegung entstehen. Und selbstverständlich wird auch der „T Minus xxxx Minutes“-Countdown wunderbar effektvoll über die Heights gelegt. Dazu immer wieder Knarzgeräusche, Sounds von Kurzschlüssen oder die gruseligen Knackslaute der Facehugger. Später kommen natürlich noch Alien-Schreie (65’30 und vor allem 80’07) dazu und ab Minute 65 regnet es effektvoll von oben. Man könnte hier ewig weiterschreiben und sich darüber freuen, dass es schon lange nicht mehr so einen aktiven Höhenkanal bei einem Film (und speziell bei einem Disney-Titel) gegeben hat. Klasse auch der extrem greifbare Sound bei 83’42, zu dem Rain exakt an die Stelle hochschaut, wo er auch über die Speaker passiert. Eklig wird’s, wenn nach knapp 90 Minuten im Schwerelosigkeits-Schweben an der glibbrigen Säuremasse vorbeigeflogen wird und man es währenddessen von oben schmatzen hört.

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Stand von: 2026/02/07 3:14 p.m. - Details
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Format: HD DVD
Erscheinungstermin: Fri, 13 Dec 2024
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Bonusmaterial

Wie bei Disney üblich findet sich das Bonusmaterial von Alien: Romulus lediglich auf der Blu-ray, nicht aber auf der 4K-Blu-ray. Dort sind dann vier erweiterte/alternative Szenen abgelegt sowie zwei Featurettes und ein Gespräch zwischen Álvarez und Scott über die Geschichte des Franchise. In “Rückkehr zum Horror” geht es in vier Kapiteln um die Entstehung von Alien: Romulus. Rund 25 Minuten läuft dieses Making-of und lässt die Darsteller ausgiebig zu Wort kommen. In “Xenomorph-Showdown” seziert man die Schwerelosigkeit-Sequenz. Álvarez gibt Einblicke in seine Herangehensweise und wir bekommen Bilder, wie man das Ganze gedreht hat.

Fazit

Wenn man den obigen Text liest, könnte man meinen, ich mag Alien: Romulus gar nicht. Tatsächlich ist es eine Kritik auf Basis persönlicher Enttäuschung, weil ich mir einfach mehr erwünscht hätte. Es gibt Szenen, die ich wirklich mag und die Atmosphäre gefällt mir fast durchgängig sehr gut. Aber man wird doch etwas melancholisch, wenn man sich vergegenwärtigt, welches Potenzial die Geschichte gehabt hätte. So reiht er sich am Ende doch nur auf einem Niveau mit Alien: Resurrection ein und damit hinter Teil I bis III – huch, doch ein Ranking gemacht. Visuell überzeugt die 4K Blu-ray mit einem gegenüber der regulären Blu-ray deutlich detailfreudigerem Bild (vor allem in der Tiefe) und kann einen wirklich erstaunlich guten (englischen) Atmos-Ton vorweisen. Die deutsche DD+-Tonspur ist immerhin besser als das meiste, das in den letzten Jahren von Disney kam. Schaut euch dazu auch gerne noch mein YouTube-Video an, in dem es noch weitere Screenshotvergleiche gibt. Freue mich, wenn ihr mir ein Abo dalasst:
KlichMichWennDichNichtDerChestbursterPackenWill
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 85%

Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 90%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 50%
Film: 70%

Anbieter: 20th Century Studios/Walt Disney Studios
Land/Jahr: USA 2024
Regie: Fede Álvarez
Darsteller: Cailee Spaeny, Isabela Merced, David Jonsson Fray
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 119
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K-DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: –
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: © 2024 20th Century Studios. All Rights Reserved.)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.


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