Civil War 4K UHD

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Blu-ray Review

DCM/LEONINE, 09.08.2024
DCM/LEONINE, 09.08.2024

OT: Civil War

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Was wäre wenn …

Alex Garland reichert seine Regiekarriere um ein weiteres Meisterwerk an.

Inhalt

Lee ist vielfach ausgezeichnete Krisen- und Kriegsreporterin

Amerika in nicht allzu ferner Zukunft: Ein erneuter Bürgerkrieg hat das Land fest im Griff. Der autoritäre Präsident befindet sich in einer illegalen dritten Amtszeit und hofft, gemeinsam mit dem US-Militär siegreich aus den Konflikten mit den von Texas und Kalifornien angeführten westlichen Streitkräften hervorzugehen. Diese allerdings stehen kurz vor Washington und könnten ihrerseits den Sieg davontragen. Derweil ist die desillusionierte Kriegsfotografin Lee Smith in New York unterwegs und rettet die angehende Fotojournalistin Jessie vor einem Selbstmordanschlag. Lee ist in der Stadt, um ein möglicherweise letztes Interview mit dem quasi isolierten Präsidenten führen zu können. Ebenfalls vor Ort sind ihr Kollege Joel und der gemeinsame Mentor Sammy. Joel hat derweil der soeben geretteten Jessie erlaubt, das Trio zu begleiten, während Sammy von dem Vorhaben abrät, dann aber wenigstens selbst mit möchte. Während einer Auseinandersetzung zwischen den Sezessionisten und den Loyalisten erkennt Lee Jessies Potenzial, als Kriegsfotografin zu arbeiten. Doch je näher sie Washington kommen, umso gefährlicher werden die Situationen. Und nicht nur einmal muss die Gruppe um ihr Leben fürchten …

Jessie erlebt zum ersten Mal den Ernstfall

Alex Garland gehört neben Ari Aster zu den ganz großen Kinovisionären, die in den letzten Jahren mit ihren Werken Kritik und Publikum gleichermaßen überzeugen konnten. Beide bescheiden sich mit wenigen Arbeiten innerhalb eines Zeitraums von fünf, bzw. zehn Jahren. Allerdings unterscheiden sie sich unter anderem darin, wie sie letztlich zu den ersten Langfilm-Regiearbeiten kamen. Während Aster seine Kunstfertigkeiten in zahlreichen Kurzfilmen verfeinerte, gehörte der etwas ältere Garland zur Riege aufstrebender Drehbuchautoren des neuen Jahrtausends. Als solcher war er für drei Filme Haus- und Hofautor von Danny Boyle und verfasste für den Trainspotting-Regisseur die Skripte zu The Beach28 Days Later und Sunshine. Im Anschluss an diese schrieb er noch die Vorlage für die Dredd-Neuauflage, bevor er über einen Ausflug ins Videogame-Genre mit Ex Machina seinen ersten, viel beachteten Film inszenieren durfte – nach eigenem Drehbuch versteht sich. Der Film, der sich um das Thema KI drehte, wurde von vielen als bahnbrechend besprochen und angesehen. Vier Jahre später kooperierte er dann mit Netflix und realisierte auf Basis einer eigenen Geschichte das spirituell angehauchte SciFi-Horror-Drama Auslöschung. Der wurde von der Kritik ungleich gespaltener aufgenommen, gehört für mich persönlich aber zu den stärksten und vor allem meist geschauten SciFi-Filmen der letzten 20 Jahre. Die letzte halbe Stunde nimmt mich immer wieder atmosphärisch derart gefangen, dass ich mit Gänsehaut vor der Leinwand sitze. Dazu trägt nicht zuletzt der kongeniale Score bei, der auf meiner Spotify-Playlist ganz oben steht. Nach dem etwas sperrigen Men – Was dich sucht, wird dich finden findet Garland ein neues Thema, das so weit gar nicht hergeholt scheint.

Sammy ist Lees Mentor

Vorausgesetzt, man nimmt an, dass der Sturm der Trump-Anhänger aufs Kapitol im Januar 2021 zum Erfolg, also der Nichtanerkennung der Biden-Präsidentschaft, geführt hätte und danach bürgerkriegsähnliche Zustände entstanden wären. Hält man sich vor Augen, dass die global mächtigste Nation tatsächlich nicht allzu weit von derartigen Entwicklungen entfernt gewesen ist, schnürt es einem beim Schauen von Civil War nicht nur einmal den Hals zu. Allerdings ist das etwas, das vorwiegend im Bewusstsein des Zuschauers stattfindet. Denn Garland inszenierte hier keinen (wie man aufgrund von Marketing und Trailer annehmen konnte) Film über die gespaltene US-Gesellschaft. Es wäre auch dezent oberlehrerhaft, wenn ein britischer Filmemacher den moralischen Zeigefinger über die US-Gesellschaft hebt und damit in der Luft herumfuchtelt. Wie sehr sich Garland einer übermäßigen politischen Vereinnahmung seines Films entzieht, zeigt sich beispielsweise darin, dass als „Gegner“ des autoritären Präsidenten ein Zusammenschluss aus Kalifornien und Texas die „Rebellion“ anführt. Ausgerechnet eine Verbrüderung von Texas und Kalifornien, die in ihrem politischen Alltag und der Sozialisierung ihrer Bevölkerung kaum unterschiedlicher sein könnten: Hier der Sonnenstaat an der Westküste, der maßgeblich für ökologische Sensibilität steht, die strengsten Waffengesetze des Landes hat und in dem seit 2006 keine Hinrichtung mehr stattfand. Und dort der Staat im Süden, der 2021 seine Waffengesetze lockerte (seitdem ist das Tragen von Faustfeuerwaffen oder Gewehren in der Öffentlichkeit ohne einen Waffenschein für über 21-Jährige erlaubt) und der für gut ein Drittel aller Hinrichtungen in den USA steht.

Resultate der Kämpfe

Man könnte Garland vorwerfen, dass er hier plakativ zu vermeiden versucht, in kontroverse Diskussionen zu geraten. Doch im Grunde geht es ihm um etwas ganz anderes – auch erkennbar daran, dass er sich jede Erklärung für das „wie kam es dazu“ sowie ein „Ergebnis“ am Ende des Films bewusst spart. Wer sich das sowie einen hohen Actionanteil erhofft, sollte um Civil War den größtmöglichen Bogen machen. Nein, es geht ihm vor allem um das Thema der Kriegsberichterstattung / der Notwendigkeit von Journalismus – kongenial verkörpert durch vier Vertreter der Zunft, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Was sie aber trotz der so differenzierten Einstellungen und persönlichen Gefühle eint, ist die Suche nach den Fakten – unabhängig von Meinungen. Und damit setzt Garland ein Statement, das so immens wichtig ist, in einer Zeit, in der Meinungen mehr zu zählen scheinen als Fakten; in der jedes Bild, jedes verbriefte Ereignis von selbst ernannten „Fachleuten“ der weltweiten Online-Gemeinschaft angezweifelt wird, als stünde man am Rand eines Fußballfeldes und wüsste alles besser als der Trainer. Civil War macht es sich allerdings nicht leicht und begeht nicht den Fehler, den Berufsstand auf simple Art und Weise zu verherrlichen. Vielmehr zeigt Garland, wie bedeutend UND schwierig es ist, von Fakten zu berichten, gleichzeitig aber neutral zu bleiben. Da sich Civil War jedes Kommentars und jeder Beurteilung der Geschehnisse entzieht, ist es der beobachtende Status des Films, der es dem Zuschauer so unangenehm macht. Es zwingt uns, dass wir uns mit unseren Gefühlen, Meinungen und Vorurteilen beschäftigen. Und während wir das tun, wird’s dem Zuschauer ein ums andere Mal flau im Magen – so wie bei der Szene mit den beiden gefolterten Männern nach etwas über 20 Minuten, die Lee durch ein vermeintlich herzloses „kann ich ein Foto von ihnen machen?“ für Jessie entschärft. Alleine dieser Moment ließ mich den Film zehn Minuten pausieren und erst einmal verdauen, was da gerade gezeigt wurde – entsprechende Mehrfachinterpretationen von Situationen sind an vielen Stellen des Films möglich. Bleibt die Frage: Ist es nicht genau das, was gutes Kino, das fernab vom (durchaus berechtigten) reinen Unterhaltungsfilm angesiedelt ist, am Ende ausmacht? Den Zuschauer bei den sprichwörtlichen E*ern zu packen und fest zuzugreifen?

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Stand von: 2026/02/07 8:07 p.m. - Details
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Studio: LEONINE
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 09 Aug 2024
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität

Der Präsident redet vom finalen Sieg

Wie genau Civil War aufgenommen wurde, könnt ihr im folgenden Kapitel (Bildqualität UHD) nachlesen. Wie die Blu-ray aussieht, steht natürlich hier. Zunächst einmal ist das Bild extrem ruhig und praktisch rauschfrei – ausgenommen Szenen, die im Dunklen stattfinden. Bilder aus Rückblenden werden mitunter bewusst stilisiert wiedergegeben. Dort ist Rauschen dann deutlicher erkennbar und wird mitunter auch von gezielt gesetzten chromatischen Aberrationen begleitet. Die Bilddynamik passt wirklich gut. Helle Bereiche sind strahlend und überreißen nur selten einmal, während Schwarz angenehm satt ist. Wenngleich man vermuten könnte, dass die Rauscharmut auch dadurch entstanden ist, dass hier in der Postproduktion etwas rauschgemindert wurde, ist erstaunlich, wie krisp und scharf die Close-ups geraten sind. Egal, welcher der Darsteller oder welche der Darstellerinnen im Fokus sind, man erkennt praktisch jedes Härchen und Fältchen – es sei denn, die Kamera selbst ist aus dem Fokus. Die Farbgebung ist tendenziell warm gehalten, was zur sommerlichen Zeit passt, zu welcher der Film spielt.

Washington ist nahe

DCM geht als kleiner(es) Label hier mit gutem Beispiel voran und integriert die beiden Dolby-Atmos-Tonspuren fürs Deutsche und Englische auf die Blu-ray, die auch die UHD Blu-ray liefert. Und was sind das für Tonspuren! Das Sounddesign von Civil War ist schlicht herausragend. Schon der unglaublich räumliche Score sorgt für akustische Gänsehautmomente. Was aber in puncto Soundeffekte auf den Zuschauer wartet, wird bereits deutlich, wenn es in der Ferne dumpfe Explosionen zu hören gibt, während Lee in ihrem Hotelzimmer sitzt. Wer dann, nach sechs Minuten, noch unberührt in seinem Heimkino sitzt, dem ist wahrlich kein Effekt zu krass. Mich jedenfalls hat es förmlich aus den Socken gehauen. Was aber noch beeindruckender ist, ist die darauffolgende Stille, die erst wieder durch das Klicken von Lees Kamera unterbrochen wird. Sounddesign ist hier nicht einfach plakativ eingesetzt worden, sondern erzählt die Geschichte auf einer akustischen Metaebene – sensationell. Dazu gibt’s immer wieder dynamische Attacken, die dermaßen voluminös und ruppig ausfallen, dass man sich selbst mitten im Kriegsgeschehen wähnt (ab 34’26). Was Civil War dann ab der 84. Minute für rund zehn Minuten abfackelt, dürfte so manches Heimkinosystem unter Maximalstress setzen. Wechseln wir auf die Höhen-Ebene, so gibt’s beim Wechsel nach Draußen zum ersten Mal Helikopter-Geräusche zu hören (ab 4’18 und 5’20). Die Explosion nach sechs Minuten öffnet den akustischen Raum ebenfalls auf die Heights. Ansonsten gibt’s hin und wieder den Score mit von oben, während weite Strecken des Films ohne großartige Unterstützung von oben auskommen müssen. Nach 72 Minuten gibt es nach einer besonders intensiven Szene die dauerhafteste Soundsequenz von oben, wenn die Filmmusik sich in ihrer Lautstärke und Dynamik immer mehr steigert. Gesteigert wird’s fünf Minuten später, wenn bei 77’20 einige Düsenjets so richtig satt über die Köpfe zischen und einen sensationellen 3D-Soundeffekt liefern. Das Gleiche gilt für die Helis, die nach etwas über 81 Minuten gefühlt minutenlang über uns flappen. Wo’s zuvor fast 75 Minuten lang nur Stille gab, ist plötzlich (und mit Einsetzen der Action im Film) die Hölle los. In der Folge fetzen auch mal Kugeln über unsere Köpfe und immer wieder stehen die Rotoren der Hubschrauber oder fliegen die Jets über uns.

Preis: 12,99 €
Stand von: 2026/02/07 8:07 p.m. - Details
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Studio: LEONINE
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 09 Aug 2024
  • Bürgerkrieg [Deutschland] [Blu ray]
  • Produkttyp: Physischer Film
  • Marke: LEONINE
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität UHD

Schießen, um nicht selbst erschossen zu werden

Kameramann Rob Hardy filmte Civil War nicht nur mit Standard-Kino-Kameras wie der Red Weapon Dragon oder der Sony CineAlta Venice, sondern auch mit kompakten Geräten wie der DJI Ronin 4D-6K und der

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Blu-ray (2’02): (Slider ganz nach rechts): Wie beschrieben …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … das Bild der UHD Blu-ray ist sichtbar dunkler.

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Unterschiede in der Detailauflösung …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … fallen hier noch etwas zahm aus.

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Blu-ray (7’29): (Slider ganz nach rechts): Ja, die UHD Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist wirklich dunkler. Aber es ist „am Stück“ und für sich angeschaut genießbar und säuft nicht ab.

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Blu-ray (25’19): (Slider ganz nach rechts): Deutlich zu erkennen:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die roten Farbanteile sind wesentlich kräftiger gegradet. Und das liegt nicht nur am dunkleren Mastering.

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Blu-ray (56’17): (Slider ganz nach rechts): Gehen wir noch mal näher ran
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): (siehe nächster Vergleichsshot).

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Während die Hautfarben angenehmer und weniger gelblich ausfallen …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … punktet die 4K-Disk mit sichtbar mehr Detailabbildung auf Poren und Fältchen.

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Blu-ray (62’51): (Slider ganz nach rechts):
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Auch hier sieht man im hinteren Zaun …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … mehr Detailabbildung bei den Latten.

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Blu-ray (68’33): (Slider ganz nach rechts): Die rote Brille von Kirsten Dunsts (echtem) Ehegatten …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird satter dargestellt. Im laufenden Bild leuchtet die über die HDR-Scheibe förmlich.

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Blu-ray (93’09): (Slider ganz nach rechts): Das letzte Bild zur Darstellung der Detailtiefe
UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

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Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): Die Reliefs/Stuckarbeiten und die Fenstergitter …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden von der 4K-Scheibe dreidimensionaler abgebildet.

 

Keine Änderung beim Ton. Auch die UHD Blu-ray kommt mit den beiden Atmos-Tonspuren, die über die Blu-ray bereits zur Verfügung stehen.

Preis: --
Stand von: 2026/02/07 8:07 p.m. - Details
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Studio: LEONINE
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 09 Aug 2024
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Bildvergleich UHD-BD Deutsche Fassung vs. US-Fassung

Jessie weiß noch nicht, in welcher Gefahr sie ist

Da mir Leser Heiko nach der Veröffentlichung der Rezension zu Civil War angeboten hatte, mir die US-Disk zum Vergleich zu schicken, nahm ich die Offerte gerne an. Und hier kommt nun der Vergleich mit der US-Disk. Viele hatten Bedenken bei der Leonine-Scheibe angemeldet, da die US-Fassung auf einer 100er BD untergebracht ist, während die deutsche Fassung mit einer 66er-Scheibe auskommen muss. Weniger Platz bedeutet, dass der Film etwas stärker komprimiert werden muss, um auf den zweischichtigen Silberling zu passen. Allerdings muss man das etwas relativieren. Denn obschon der Film auf der dt. Fassung unter 60 GB Datenvolumen bleibt, liefert die US-Disk für den reinen Filmstream (Bild und Ton) auch „nur“ 66 GB. Die 100 GB werden also nicht durch eine maximal mögliche Bilddatenrate ausgenutzt. Und es wird auch nicht der komplett mögliche Platz genutzt, der neben dem integrierten, knapp einstündigen Feature Waging Alex Garland’s Civil War übrig ist. Eine uneingeschränkte Lobeshymne kann über die US-Disk deshalb auch nicht gesungen werden. Denn da wäre mehr drin gewesen. Auch die US-Fassung läuft oftmals „nur“ mit einer höheren Blu-ray-Datenrate von ~30-35 Mbps, mittelt sich bei den helleren Szenen aber bei rund 40 Mbps ein. Schaut man sich beide Disk nun im Vergleich an, ist die US-Fassung nicht heller gemastert. Beide tun sich in der Helligkeit praktisch nichts, wie man an den Screenshots erkennen kann, die unter exakt gleichen Bedingungen entstanden sind. Auch im laufenden Bild lassen sich Differenzen in der Helligkeit nicht ausmachen. Wer also mit der US-Disk gut leben konnte, würde das in puncto Helligkeit auch mit der deutschen tun. Es zeigt sich aber eine andere Auffälligkeit und die betrifft das Grading. Die deutsche Fassung ist deutlich anderes gegradet als die US-Disk. Während Leonine stärker ins Rotbraun ging, dem Himmel aber gleichzeitig deutliche Cyan-Anteile verpasste, ist die US-Fassung grünlicher und im Himmel weniger cyanbetont. Das wirkt auf den ersten Blick neutraler und weniger satt. Gerade in den roten und braunen Farbtönen ist die deutsche Disk betonter und kräftiger. Wer Cyan-Himmel nicht mag, wird mit der US-Disk also glücklicher. Allerdings passen für mich persönlich die stärker betonten Rot- und Brauntöne besser zum Film und dem Thema. Die Atmosphäre wirkt dadurch aufgeheizter und drückender als beim neutraleren Grading der US-Version. Was man hier bevorzugt, ist aber letztlich Geschmackssache. Noch einmal zurück zur größeren Datenmenge: Wo man dies im laufenden Bild erkennen könnte, wäre beim Encoding. Und tatsächlich sind ein paar Szenen etwas ruhiger als bei der dt. Fassung. Aber perfekt ist die US-Disk hier auch nicht. Und sie kommt nicht ohne Banding aus, wie man im Nebel über der Lichtung bei 75’40 oder rund um die Sonne bei 77’10 erkennen kann. Strenggenommen müsste ich die US-Disk an dieser Stelle noch einmal abwerten.
Eine persönliche Anmerkung sei mir außerdem noch erlaubt: Die Menüführung der US-Disk (speziell der „Resume“-Button, der erscheint, wenn man die Disk ein zweites Mal einlegt) ist derart antiquiert, dass ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Man fühlt sich doch arg in die Zeit der DVDs zurückversetzt.

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): In puncto Helligkeit/Dunkelheit unterscheiden sich beide Disks praktisch nicht.
UHD (US-Disk): Gut zu sehen aber: die dt. Fassung geht ins Rötliche, die US-Version ins Grünliche.

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Am Himmel gut erkennbar: Die dt. Fassung rutscht ins Cyan.
UHD (US-Disk): Die US-Disk ist neutraler im Himmel, aber auch weniger farbkräftig in den Backsteingebäuden und auf dem braunen Outfit von Kirsten Dunst.

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Auch hier: Mehr Sättigung bei der dt. Disk, mehr Farbdifferenzierung und -unterschiede im Rasen.
UHD (US-Disk): Neutralere Farben bei der US-Disk.

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Im Close-up sind keine Differenzen erkennbar, was die Auflösung angeht.
UHD (US-Disk):

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Auf diesem Bild bleiben Differenzen geringer. Die dt. Disk unterscheidet sich im roten Wägelchen und dem orangefarbenen Bauteil links
UHD (US-Disk):

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Hier sind es Brille, Haare und Erde im Hintergrund, die mehr Intensität haben.
UHD (US-Disk): Auch hier ist die US-Disk neutraler. Letztlich Geschmacksache.

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UHD (dt. Disk): (Slider ganz nach rechts): Rötlicher Funkenflug vs.
UHD (US-Disk): Grünlichen Funkenflug.

Bonusmaterial

Im Bonusmaterial von Civil War findet sich ein 20-minütiges Question & Answer von einem Filmfestival, das von Filmschnipseln unterbrochen wird. Cailee Spaeny, die aktuell noch in Alien: Romulus zu sehen ist, sieht man die Aufregung auf der Bühne deutlich an. Sie gibt obendrein zu, den Film während der Vorführung das erste Mal überhaupt gesehen zu haben. Dazu gesellen sich noch drei Interviews mit Dunst, Garland und den drei Hauptdarstellern noch einmal gemeinsam sowie das knapp einstündige Doku-Feature, in dem Garland noch einmal viel über die Hintergründe des Films referieren kann, bei dem es aber auch Einblicke in die Stuntarbeit u. v. m. gibt. Sämtliches Material ist deutsch untertitelt.

Fazit

Intensiv gespielt, extrem wuchtig inszeniert, mit herausragenden Soundeffekten garniert – Civil War ist eins der absoluten Highlights 2024. Und offenbar eines der am wenigsten verstandenen, wenn man sich diverse Rezensionen beim großen A durchliest. Daran sind sicherlich das Marketing und der Trailer nicht ganz unschuldig, lassen sie doch einen rasanten Actionfilm vermuten. Da sehr deutlich kritisiert wird, was intendierte Absicht war (das Nichterklären der Bürgerkriegsumstände), zeigt offenbar, dass mitunter schlicht das falsche Publikum angesprochen wurde. Technisch liefern beide Disks beim Sound mit referenzwürdiger Dynamik ab, während das Bild der UHD Blu-ray sichtbar dunkler, dafür aber auch schärfer und farblich intensiver ist.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD (dt. Fassung): 80%
Bildqualität (US-Disk) UHD: 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 90%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%

Bonusmaterial: 70%
Film: 90%

Anbieter: DCM/LEONINE
Land/Jahr: GN/USA 2024
Regie: Alex Garland
Darsteller: Kirsten Dunst, Wagner Moura, Cailee Spaeny, Edmund Donovan, Evan Lai, Greg Hill, James Yaegashi, Jefferson White
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 109
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke:
FSK: 16

(Copyright der Cover und Szenenbilder liegt bei Anbieter DCM)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.


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Last Modified on 31/01/2026
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