Blu-ray Review

OT: The Lord of the Rings: The Return of the King


Die Reise endet
Peter Jacksons fulminantes Finale der größten Fantasy-Saga aller Zeiten.
Inhalt

Während Frodo und Sam unter der Führung von Gollum weiterhin auf dem Weg zum Schicksalsberg sind, müssen Gandalf und Aragorn feststellen, dass Sauron sein nächstes Ziel im Blick hat: Minas Tirith, die Hauptstadt von Gondor. Um die vor einem Felsmassiv stehende Festung zu warnen, reiten Gandalf und Pippin zu Denethor, dem Truchsess von Minas Tirith. Der jedoch schließt aus, die Reiter von Rohan um Hilfe zu bitten und fürchtet nur um seine Macht. Macht hätte auch Gollum gerne wieder – und zwar über seinen “Schatz”. Dafür wartet er nur auf den passenden Moment. Sam weiß, dass Gollum irgendwann die Chance nutzen wird und gerät darüber mit Frodo in Streit. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es zum Schicksalsberg schaffen, wird immer geringer – zumal sie bald in den Händen der Orks landen. Doch alles hängt davon ab, dass der Eine Ring vernichtet wird, um zu verhindern, dass Saurons Angriffe erfolgreich sind …

Alles hat ein Ende … Okay, okay, bevor wir in die Gefilde seichter Popmusik aus deutscher Produktion verfallen, hört der Satz an dieser Stelle auf. Es schwingt ja auch eher Wehmut in der Formulierung mit und keine Komik, wie sie Stephan Remmler 1986 so lyrisch mit einer Wurst in Verbindung brachte. Wehmut über die Tatsache, dass das Kapitel Herr der Ringe nun abgeschlossen ist. Dass es wirklich mit dem finalen Schlussbild zu Ende und auserzählt sein sollte. Waren wirklich schon knapp neuneinhalb Stunden (Kino) vorbei? Sollte das tatsächlich alles gewesen sein?
Es ist diese Spanne von drei Stunden und zwanzig Minuten gewesen, die aus der größten Vorfreude Ende 2002 ein Jahr lang aufrecht erhalten blieb und sich dann im Dezember 2003 endlich entlud. Man muss Peter Jackson auch im Nachhinein noch Respekt dafür zollen, dass er mit seinen drei Filmen etwas schaffte, das zuletzt vielleicht George Lucas mit Star Wars IV bis VI gelang. Weder Matrix noch die Episoden I bis III konnten über ihren Bogen von zwei Jahren dauerhafte für Vorfreude sorgen. Zu enttäuscht war man nach den jeweiligen Mittelteilen, als dass man noch zwingend und unbedingt wissen musste, wie es denn am Ende ausgeht. Die Rückkehr des Königs indes wurde im Kino geradezu sehnsüchtig erwartet, dann frenetisch bejubelt und am Ende (endlich) auch mit Goldjungen ausgezeichnet.

Ob der dritte Teil dabei wirklich der Beste ist? Oder ob die Academy hier auch ein bisschen nachgeholt hat, was sie gerade bei Die Gefährten schon hätte tun können und müssen? Die Antwort weiß der Wind – jedenfalls, wenn man Bob Dylan Glauben schenkt. Natürlich ist das Finale der Herr-der-Ringe-Trilogie noch einmal ein opulentes Fest. Ein Auffahren von dem, was damals trick- und modelltechnisch möglich war und obendrauf eine lupenreine, vierstündige Werbung für das Zwei-Insel-Land im Pazifik. Peter Jackson und seine Postproduktionskünstler von Weta Digital sowie Make-up und Spezialeffektekünstler Richard Taylor (mittlerweile in den Ritterstand geadelt) hatten etwas erschaffen, das in Verbindung mit den beiden Vorgängern wohl Film-Unterhaltungskunst für die Ewigkeit ist. Sie schaffen es, die einzelnen Handlungsstränge zu einem geschlossenen Ganzen werden zu lassen. Sämtliche Figuren bekommen genug Aufmerksamkeit geschenkt, um ihnen noch mehr Tiefe zu geben. Die Konflikte zwischen den Parteien werden aufgelöst, die Schurken bekommen in erinnerungswürdigen Szenen ihren verdienten Abgang und was Jackson seinerzeit in der Schlacht um Minas Tirith abfackelte, toppte noch einmal, was man schon beim Kampf um Helms Klamm nicht mehr steigerungsfähig hielt. Selbst wenn man sich über den Lauf der drei Filme etwas am eigenwilligen Humor stoßen kann und Gimli immer wieder als Witzemacher und Sprücheklopfer herhalten muss – auch diese Eigenart hatte man irgendwann akzeptiert und ins Herz geschlossen. Genauso wie diesen kleinen, auf allen Vieren laufenden Gollum, dessen Selbstgespräche mit Sméagol zu den erinnerungswürdigsten Szenen der Trilogie gehören. Noch nie hatte man gleichzeitig so viel Mitleid und Groll auf eine digital erschaffene Kreatur. Nie zuvor war ein Film in diesem Bezug soweit gegangen und gekommen. Kein Wunder, dass Gollums’ “Mein Schatz” sowohl im Deutschen als auch im Englischen (“My Precious”) Sprachgebrauch zu geflügelten Wörtern wurden. Ein kleiner Skandal übrigens, dass man Andy Serkis nie als Nominierungskandidat für den Nebenrollen-Oscar in Erwägung gezogen hat. Verdient hätte er es gehabt. Verdient hat die Trilogie aber auch ihre insgesamt 17 Goldjungen-Statuen, die 2007 hinter Vitrinen im Konferenzraum des Weta Workshop standen und deren Anblick ich wohl nie vergessen werde. Dass die letzte halbe Stunde von Die Rückkehr des Königs arg gezogen wirkt – geschenkt. Man will ja auch ein bisschen Abschied nehmen von Frodo, Sam, Merry, Pippin und all den anderen. Zumindest bis zum nächsten Jahr, wenn man sich mit den Gefährten wieder für seine jährliche Reise ins Auenland trifft.

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- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache.
Bild- und Tonqualität BD

Wie auch der zweite Teil, Die zwei Türme, wurde Die Rückkehr des Königs seinerzeit keiner Neugradierung unterzogen, sodass dieser von Beginn an natürlicher wirkt. Die Eröffnung mit dem Close-up von Sméagol bietet außerdem eine knackscharfe Naheinstellung von Andy Serkis’ Gesicht.
Während der kurzen Zusammenfassung, in der Sméagol nach und nach zu Gollum wird, hat Jackson die Kontrastierung bewusst harsch gesetzt und Farben etwas entsättigt, um die Gruselwirkung zu verstärken. Eine leichte Grüntendenz haben die neutralen Oberflächen nach sechs Minuten – auch das allerdings ganz bewusst. Die Farbgebung auf Sams und Frodos Gesicht kurz darauf ist wieder neutraler und wärmer. Grundsätzlich ist der Look sehr gelungen und filmisch geworden, wenngleich es am letzten Quäntchen Schwarz im Kontrast fehlt und helle Bereiche immer mal wieder überstrahlen. Die Körnung allerdings wirkt meist sehr angenehm authentisch, ohne allzu sehr auffällig zu werden. Gelungen ist das jeweilige Color Grading des dritten Films, das je nach Szenerie mal monochromer ist (Sam, Frodo und Gollum) und mal mit goldgelben/goldbraunen Tönen während der Szenen bei König Théoden lockt oder in grünes Licht getaucht wird, wenn Gollum seine beiden Hobbit-Gefährten vor die Tore von Minas Morgul lockt. In Summe liegt die Bildqualität des dritten Teils noch oberhalb des zweiten Teils und damit auch ebenso deutlich über dem der Blu-ray von Die Gefährten. Auch bei Die Rückkehr des Königs mussten die Blu-rays ausgetauscht werden, nachdem die Tonhöhe nicht korrekt war. Auch beim dritten Teil bewirkte das ständige Hin und Her eine Minderung der reinen Tonqualität. Gegenüber den ersten beiden Teilen ist der Tiefbass zwar besser und mehr auf einer Ebene mit dem englischen dts-HD-Master-Pendant, doch die Dynamik auf Main- und Effektspeakern ist hörbar geringer. Wenn der große Troll bei 83’54 brüllt, kreischt das über die Rears wesentlich lauter und mit mehr Nachhall, während die deutsche Fassung auch im Choralgesang des Scores etwas zurückhaltender bleibt. Was man allerdings ebenfalls immer mal wieder hören kann, sind leichte Probleme beim Score. Gerade, wenn Geigen relativ für sich musizieren und wenig Umgebungsgeräusche zu hören sind, hört man, dass die Töne nicht ausgewogen gleichmäßig kommen, sondern von vielen ganz kurzen Aussetzern durchzogen sind. Nicht im Sinne von fehlender Musik, aber ganz kurzen Brüchen im Frequenzgang. Geblieben ist trotz der Korrektur der Disks zudem auch noch ein kurzer Moment der Asynchronität. War vor der Korrektor und dem Austausch der Disks eine Stelle von gut über einer Minute asynchron, sind es jetzt bei genauerer Betrachtung “nur” noch zwei Sätze. So spricht Gandalf bei 57’32 auf Disk II den Satz “Ich habe ihn in den Tod geschickt” und Aragorn antwortet darauf mit “Nein”. Diese zwei Sätze sind sichtbar asynchron. Ansonsten bewegt sich der Sound vom dritten Teil in etwa auf dem Niveau von Die zwei Türme und ist im Tiefbass oft sehr vergleichbar. Nimmt man exemplarisch die Szene, in der der Ringgeist Éowyn mit seinem großen Morgenstern attackiert und hört sich isoliert den LFE an, sitzen die beiden Einschläge in den Boden bei beiden Sprachfassung sehr identisch. Auch das Rumoren abseits der Kampfhandlung ist als gleich einzuschätzen. Trifft die schwere Schlagschleuderwaffe dann auf ihr Schild, so fehlt beiden Tonspuren etwas die Tiefbassunterstützung. Und bei beiden sitzt übrigens der erste Einschlag in den Boden zu spät. Der Morgenstern ist schon fest im Boden eingedrungen, als erst das Geräusch folgt (Disk 2: 39’00).
Bild- und Tonqualität UHD

Wie Die Gefährten und Die zwei Türme auch, so wurde Die Rückkehr des Königs natürlich ebenfalls analog gefilmt. Auch hier gilt, dass erste Infos von einer neuerlichen 4K-Abtastung des Filmmaterials ausgingen, während die VFX entsprechend etwas bearbeitet wurden und man sie hochskalierte. Auch hier noch mal das Video, in dem Peter Jackson ein paar Takte zur Arbeit in den neuseeländischen Postproduktions-Studios Park Road erzählt. Obendrauf gab’s auch hier noch HDR10, Dolby Vision und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
Wie bei Die zwei Türme wurde das Color Grading und die Finalisierung für den dritten Teil bereits digital vorgenommen. Und wie bei den Vorgängern ändert sich auch hier das Framing (also der sichtbare Bildinhalt) gegenüber der BD praktisch nicht, bzw. nur minimalst. So muss auch das schon als Indiz dafür gewertet werden, dass hier ebenfalls “nur” ein Upscale des alten 2K-DIs vorgenommen wurde. HDR10 und Dolby Vision gab’s hier nebst erweitertem Farbraum natürlich ebenso.
Eins vorweg: Die Rückkehr des Königs ist in Summe der durchgängig gefiltertste der drei Teile. Aber gleich das Zweite hinterher: Er ist in Summe auch der optisch Beste.
Widerspruch in sich? Nicht zwingend. Auch hier gilt, dass Zuschauer, die empfindlich auf JEDE ART von Rauschminderung reagieren, mit dem Bild nichts werden anfangen können und sich ärgern werden. Denn tatsächlich findet man Körnung hier nur mehr in wenigen Szenen oder Bildbereichen, während der Rauschfilter fast alles an ursprünglichem Filmkorn getilgt hat.
Aber: Gegenüber Die Gefährten und vor allem Die zwei Türme gibt es nicht mehr so extrem ultrakrasse Filterungsmomente, in denen man das Bild vor lauter Aquarell-Optik so gar nicht ertragen kann. Es gibt Momente, die sind kurz davor – beispielsweise der Ritt durch den Wald (9’40) oder die Szene bei 18’28 und auch Sams Hochzeit am Schluss. Auch die Übersicht auf das Dorf bei 34’45 wirkt sehr soft und aus dem Pferdepopo wird einer, der offenbar aus Samt ist. Außerdem ist beispielsweise Pippins Close-up bei 44’09 noch schön scharf, während es kurz zuvor bei 43’43 soft und wachsig aussah. Apropos “scharf”: VFX und Close-ups sind bisweilen nachgeschärft, was zwar zu subjektiver Schärfe führt, aber auch etwas Edge Enhancement mitbringt. Auch Minas Tirith ist nach 42’44 sichtbar überschärft.

Dazu gibt’s im dritten Teil noch mal eine Stelle, in der sichtbar ein Detail von der Rauschfilter-Automatik ausradiert wird: Gandalfs Stabspitze verschwindet bei 43’46 aus dem Bild. Allerdings wird das im laufenden Bild kaum jemandem auffallen, der es nicht weiß. Denn das Ganze findet vor dem Hintergrund von hellem Bodenpflaster statt, sodass es beinahe überstrahlt wird. Vermutlich aber auch der Grund, warum die Filter-Automatik hier nicht zwischen Stabspitze und Körnung auf dem Boden differenzieren konnte. So richtig miserabel sieht dann der Beifall des “gemeinen Volkes” bei 96’08 und 96’29 (Disk 2) aus, aber das war exakt schon so bei der Blu-ray – sicherlich die mieseste VFX-Stelle der ganzen Trilogie. Warum aber dann ist das Bild von den drei Filmen das Beste, wenn’s doch so zahlreiche Dinge anzumerken gibt? Weil es am konsistentesten passiert. Weil das Bild sich nicht zwischen zeitweisem Aquarell, (noch) filmischer Körnung und mittelschwerem Rauschfilter entzweit, sondern innerhalb des offenbar gewollt softeren Look geschlossener wirkt – trotz oder gerade WEGEN eines durchgängig etwas deutlicheren Rauschfilters, der Die Rückkehr des Königs zwar mitunter erstaunlich digital wirken lässt, aber nicht das ganz extrem glattpolierte Ding der Hobbit-Filme verursacht. Besser aber auch, weil das Ursprungsmaterial des dritten Teils von sichtbar besserer Qualität war (die Postproduktion war schon zwei Jahre weiter und bei Close-ups hat man möglicherweise auch kameraseitig mehr Sorgfalt betrieben). Denn schon die BD hatte sehr knackige Einstellungen, die hier trotz Filterung immer noch sehr beeindruckend wirken. Es gibt im dritten Teil noch mehr Szenen als in den beiden ersten Teilen, die wunderbar ausgewogen kontrastiert sind, satten Schwarzwert und eine sehr gute Schärfe aufweisen. Wie beispielsweise der kurze Dialog zwischen Éowyn und Aragorn bei Minute 28. Auch hier ist das Bild rauschgemindert. Aber in einem erträglichen, nicht ablenkenden Maße. Das neue Grading in Verbindung mit der höheren Kontrastdynamik sorgt hier für plastischere Bilder. Das Gleiche gilt für die Szenen zwischen Gandalf und Denethor in der Halle hoch oben in Minas Tirith – Kontraste, Schärfe und Farbgebung sind hier auf sehr hohem Niveau. Klasse auch das Close-up von Théoden bei 67’48, das trotz Rauschminderung schön detailliert und knackig ist und aufgrund der stärkeren Farbdynamik mehr Lebhaftigkeit aus dem Bild holt. Dazu entledigt man sich des deutlichen Gelbfilters, der bspw. die Szenen vor Sarumans Turm in Isengart bei der Blu-ray dominierte. Schon Baumbart begegnet der Gemeinschaft mit knackigerem (okay, nachgeschärftem) Antlitz, das eindrucksvoller aussieht und sich farblich dynamischer vom Hintergrund abhebt. Reden Gandalf und Saruman dann miteinander, sind beide schön neutral und ohne Gelbstich. Außerdem zeichnet die UHD-BD erneut wesentlich besser durch – mithin eines der stärksten Argumente für die Ultra-HD-Blu-rays. Gerade die Szenen vor dem Turm in Isengart leiden bei der Blu-ray in hellen Bereichen unter deutlichem Clipping. Die UHD-Scheibe zeichnet viel besser durch und lässt Details erkennen. Das Gleiche gilt bspw. auch für den Marsch der Elben durch den Wald. Während die BD das von hinten einstrahlende Licht viel zu überrissen darstellt und die Details darin clippen lässt, sieht man bei der UHD-BD hier noch deutlich mehr Information im Licht. Reitet Gandalf dann mit Pippin nach Minas Tirith, überstrahlt auch die Oberfläche des hellen Gebäudes über die Blu-ray immer wieder. Die UHD-BD zeigt hier viel mehr Schattierungen und wirkt deutlich dreidimensionaler (42’49). Etwas übertrieben allerdings die arg bonbonbunten grünen Rasenflächen rund um den weißen Baum. Richtig knackig und äußerst farbkräftig dafür das Auge Saurons, das bei 77’53 dermaßen satt erscheint, dass es eine echte Freude ist. Ausgehend davon, dass es unbedingt schade ist, dass hier einfach eine Menge Potenzial in puncto Auflösung und Filmlook verschenkt wurde, ist Die Rückkehr des Königs optisch dennoch der stimmigste aller drei Filme. Von Referenzscheiben sind alle drei Teile aber leider ein gutes Stück entfernt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD ist in sämtlichen Einstellungen sichtbar neutraler, zeichnet besser durch und wirkt plastischer.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links)


UHD HDR10 (Slider ganz nach links)


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD arbeitet die Oberflächen wesentlich dreidimensionaler heraus und differenziert die farbig angelaufenen Steine viel besser.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das geflügelte Wesen bekommt über die UHD-BD etwas mehr Cyan-Anteile. Die gelblichen Zähne und der Schmodder rund ums Maul sind eindrucksvoller .


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD dreht die Farbregler hier (und in den Folgeszenen mit der Toten-Armee) sichtbar auf.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Implementierung sorgt bei der UHD-BD für deutlich mehr Farbanteile und -differenzierung. Im laufenden Bild sieht das noch beeindruckender und plastischer aus.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Auch hier ist die UHD-BD neutraler.


In Bezug auf diese kann die BD der UHD nicht das Wasser reichen.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-Blu-ray ist wesentlich kräftiger orange und neigt weniger zum Überstrahlen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD-BD zeigt hier arg übertriebene Farben und texturlose Oberflächen. Besonders die Grasebene lässt hier Federn und verliert an Textur und Farbdifferenzierung.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sind über die UHD-BD alle Oberflächen extrem gefiltert. Die Pferde scheinen eher zu schweben als zu laufen.

Und auch beim dritten Teil bleibt es wie gehabt: Die deutsche Fassung ist unverändert von der Blu-ray übernommen worden und die englische Fassung erhält ein Upgrade auf Dolby Atmos. Über die reguläre Ebene langt die Atmos-Fassung hier aber im Gegensatz zu den beiden Vorgängern nicht ganz so vehement zu und das Schlachtengetümmel ist etwas breiiger. Der LFE-Kanal wird beispielsweise mit mehr tiefreichenden Signalen gefüttert aber nicht in jeder Szene so differenziert. Nehmen wir auch hier wieder exemplarisch die Sequenz, in der Éowyn vom Ringgeist angegriffen wird, nimmt man zwar beständig mehr Gegrummel von der Schlacht im Hintergrund wahr, doch gerade der erste Einschlag des Morgensterns in den Boden ist im Vergleich zur alten DTS-HD-Master-Fassung (und damit auch zur deutschen Version) fühlbar schwächer. Immerhin bekommt auch das Eintreffen des Schlaggeräts in Éowyns Schild nun etwas Bassunterstützung. Ähnliches gilt auch für das Auftreten der Mûmakil kurz zuvor. Die englische Atmos-Fassung reicht nicht so weit hinab wie die DTS-HD-Version. In dieser Szene hat der deutsche Ton dann sogar mal einen leichten Vorteil – trotz dessen zahlreicher Versäumnisse in der generellen Dynamik, die auch die Atmos-Fassung besser hinbekommt. Und wenn im Anschluss an die Morgenstern-Szene der Olifant auftaucht, den Legolas dann ausschalten muss, ist auch die Atmos-Fassung des O-Tons wieder der DTS-HD-Master-Variante in Englisch (deutlich) überlegen. Hier kommt mehr Wucht, mehr Dynamik in den Geräuschen des Ungetüms und die präzisere Ortbarkeit ins Spiel (Disk 2 ab 42’10). Es gibt also durchaus Abweichungen ins Positive und manchmal ins Negative – ausgehend von der bekannten DTS-HD-Fassung der alten Blu-rays. Hören wir uns die Höhen-Ebene etwas genauer an, so zwitschern zu Beginn die Vögel ein wenig herab und wenn Gollums Stimme dann zu hören ist, kommt sie dermaßen direkt von oben, das einem der Schauer über den Rücken fährt. Sarumans Feuerball bei Minute 15 kommt außerdem ziemlich zackig von oben herab und die Feierstimmung bei Minute 22 wird mit Geigenspiel auch noch rundherum unterstützt. Insgesamt wird auch die Filmmusik noch bedeutend öfter und intensiver mit auf die Heights gelegt, was insgesamt. Vor den Toren von Minas Morgul setzt es dann sehr dynamische Soundsignale aus allen verfügbaren Speakern, wenn der grüne Energiestrahl sich den Weg Richtung Himmel frei macht. Was etwas auffällig ist, ist die Tatsache, dass der dritte Teil die Atmos-Beschallung mehr für grundsätzliche Zugabe von Actiongeschehen nutzt und oftmals etwas weniger differenziert oder dediziert arbeitet wie das Atmos der ersten beiden Teile. Tauchen aber die Drachen mit den Ringgeistern auf, gibt’s auch hier wieder zahlreiche Kreischgeräusche der Viecher (ab 71’00) und bei 93’20 fliegen dann wieder Pfeile über die Heights. Dass hier in Summe nicht so viel passiert, liegt auch an der deutlich inhaltslastigeren ersten Hälfte des Films. Aber wenn Signale auch optisch erkennbar geboten werden, nimmt der Sound sie dankbar auf (Wuschen bei 98’38). Wechseln wir auf Disk 2, hört man nach fünf Minuten die sanfte Stimme Galadriels und nimmt auch ein paar kreischende und fauchende Geräusche von Kankra/Shelob wahr. Bei 14’20 wird der Amboss dann hörbar per Ketten gespannt und es hagelt Pfeile von oben. Während der darauf folgenden Schlachten an den unterschiedlichen Fronten gibt es immer wieder sinnvoll eingesetzte 3D-Sounds. Nie übermäßig viel, aber stets korrekt eingesetzt. Von Flügelschlägen der Ringgeister-Drachen über die Stimmen der Nazgûl bis hin zu Signalhörnern und Kampfgerät, das sich oberhalb der Kamera befindet. Nach der Schlacht sorgen dann die allermeisten Szenen mit Saurons Auge für effektvolle 3D-Sounds. Im Schicksalsberg gerät man dann so richtig in die Mühlen von wuchtigem Bass, knarzendem Geröll, Choralgesängen und allerlei anderen Signalen – klasse!

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Bonusmaterial
Keins vorhanden. Eine 4K Ultimate Collector’s Edition aller sechs Filme des Universums inkl. Bonusmaterial ist für Mitte 2021 (in den USA) angekündigt.
Fazit
Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs ist ein mehr als würdiger Abschluss einer Filmtrilogie für die Ewigkeit. Vielleicht am Ende ungefähr 15 Minuten zu lang, stört hier ansonsten rein gar nichts. Alles, was die Saga ausmacht, wird hier in vollem und höchst dramatischen Maße ausgekostet und vollendet.
Erneut ist auch hier der bekannte deutsche Ton an Bord, was angesichts des famosen englischen Atmos-Sounds wirklich schade ist.
Ein paar finale Worte zur Bildqualität der Trilogie:
Die Ultra-HD-Blu-rays zeigen die drei Filme in bestimmten Punkten in bisher noch nicht gesehener Qualität. Dazu zählen die deutlich bessere Durchzeichnung im Schwarz, das Vermeiden von Überstrahlungen im Weiß sowie das über weite Strecken akkuratere Color-Timing, das auch in puncto Erweiterung des Farbraums für spektakuläre Momente sorgt (Feuer des Balrogs, Auge Saurons). Die Hell-Dunkel-Dynamik ist dazu durch die Bank gelungener und sorgt für ein gleichzeitig ausgewogeneres als auch knackigeres Kontrastverhalten. Wem all diese Punkte wichtig sind, während er über Rauschfilterung und Kantenschärfung einigermaßen hinwegsehen kann, für den lohnt sich die Anschaffung.
Auf der negativen Seite stehen unverständliche Fakten wie die Tatsache, dass es doch nur 2K-Upscales sind, die nicht mehr Details bieten als die Blu-rays. Noch unverständlicher ist die teils drastische Rauschminderung durch einen Filter-Algorithmus. Was hier teilweise an Details weggeputzt wird, ist ärgerlich. Gegner von DNR werden sich deshalb von den positiven Vorzügen nicht überzeugen lassen. In der Tat hat man versucht, die beiden Trilogien einander optisch anzugleichen – und zwar in Richtung des digitalen Hobbit, nicht in Richtung des analogen Herrn der Ringe. Das sollte man wissen, bevor man seine Kaufentscheidung trifft.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (2012): 80%
Bildqualität UHD: 80%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 80%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 95% (leichte Abwertung aufgrund teils etwas gekapptem Tiefbass)
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 0%
Film: 95%
Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA/NZ 2003
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Sir Ian McKellen, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Christopher Lee, Hugo Weaving, Bernhard Hill, Andy Serkis, Miranda Otto, Karl Urban, David Wenham
Tonformate BD (2011): dts-HD-Master 6.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 6.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 263 Minuten
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Vermutlich nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 636
FSK: 16
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: © 2001-2003 New Line Productions, Inc. © New Line Home Entertainment, Inc. The Lord of the Rings, the names of the characters, events, items and places therein, are trademarks of The Saul Zaentz Company d/b/a Tolkien Enterprises under license to New Line Productions, Inc. All rights reserved.)
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