Gladiator Limited Steelbook 4K UHD

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Blu-ray Review

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Cover
Universal Pictures, 09.05.2018
gladiator 4k uhd amaray blu-ray review cover
Universal Pictures, 23.05.2019

OT: Gladiator

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König der Arena

Ein Jahr nach dem Steelbook erscheint die Amaray-Box von “Gladiator”. Für diese gilt technisch (leider) das Gleiche wie fürs Steelbook.

Inhalt

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 11
Marc Aurel und Maximus vertrauen sich blind

Das Jahr 180 n. Chr.: Kaiser Marc Aurel hat praktisch die letzten germanischen Feinde besiegt und damit sein Ziel erreicht. Allerdings ist er gesundheitlich angeschlagen und muss über einen Nachfolger nachdenken. Seine Sympathien gelten seinem überlegenen Feldherrn Maximus Decimus Meridius. Doch Aurels Sohn Commodus sieht das anders – und zwar sich selbst als rechtmäßigen Erben auf den Thron. Als er vom Beschluss seines Vaters hört, greift er zum Äußersten und bringt ihn um. Maximus, der es verweigert unter der Schlange Commodus zu dienen, will er ebenfalls beseitigen, scheitert jedoch. Der Feldherr kann entkommen, muss zuhause angekommen aber feststellen, dass Frau und Kind bereits von Commodus Schergen ermordet wurden. Vor Schmerz verliert Maximus die Besinnung und wird von Sklavenhändlern nach Afrika verschleppt. Dort kauft ihn der Betreiber einer großen Gladiatorenschule, in der sich der nach Vergeltung sehnende Ex-Feldherr bald zum großen Kämpfer mausert. Als die Truppe nach Rom für Schaukämpfe ins Kolosseum geladen wird, sieht Maximus endlich seine Chance gekommen, sich an Commodus zu rächen …

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 6
Der letzte Kampf gegen die germanischen Urvölker

Wer hätte geahnt, dass Ridley Scott, der zuvor mit Die Akte Jane und White Squall ziemlich baden ging und drauf und dran war, seine durch Blade Runner und Alien erlangte Reputation zu verlieren, zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch einmal so spektakulär zurückkommen würde?
Und dann ausgerechnet mit einem der ältesten Kinofilm-Genres überhaupt, dem Sandalenfilm …
Ein (nicht ganz zu Unrecht) totgeglaubtes Genre, das kaum jemand auf dem Schirm hatte und so klassisch seit den 1960ern nicht mehr angefasst wurde. Dann aber kam Scotts Gladiator und der strafte alle Skeptiker Lügen. Mit bis heute knapp 500 Mio. Euro Einspiel (alleine in Deutschland rund 3,4 Mio. Zuschauer) und einer enorm großen Zahl an zusätzlichen Fans, die den Film auf DVD zum absoluten Dauerbrenner werden ließen, ist die Story um den nach Rache suchenden Ex-Feldherrn auch 2018 – mithin fast 20 Jahre nach Kinostart – nicht weniger spannend.
Mit für die damalige Zeit tollen Spezialeffekten ließ Scott das antike Rom auferstehen, beging aber gleichzeitig nicht den Fehler, seine 155 Minuten in Action und VFX zu ersticken. Ihm ging es vielmehr um eine emotionale Geschichte, die von herausragenden Darstellern getragen werden sollte.

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 5
Mordet sich zum neuen Kaiser: Commodus

Letztere fand er in Russell Crowe und Joaquin Phoenix sowie in zahlreichen glänzend besetzten Nebenrollen (von Connie Nielsen über Oliver Reed – bei seinem letzten Filmauftritt – bis hin zu Richard Harris als Marc Aurel). Crowe, der zuvor eher durch wichtige Nebenrollen aufgefallen war, machte sich mit Gladiator zum Weltstar und sahnte vollkommen zurecht den Oscar für die beste männliche Hauptrolle ab. Joaquin Phoenix, der zuvor schon auf böse Nebenfiguren abonniert war, setzte Maximus mit seiner Darstellung des Commodus einen der fiesesten Antagonisten der Filmgeschichte überhaupt gegenüber. Intrigant bis in die Haarspitzen und mit einer teils gruselig-widerwärtigen Mimik sieht man ihm an, wie sehr er in der Rolle des über Leichen gehenden unrechtmäßigen Throninhabers aufging. Dass letztlich sogar wenig (schauspielerisch) talentierte Mimen wie Ralf Moeller funktionierten, liegt daran, dass man sich den Recklinghäuser Bodybuilder durchaus als Gladiator im antiken Rom vorstellen kann.
Waren die Darsteller schon vorzüglich ausgewählt, hielt Scott mit seiner Inszenierung das hohe Niveau mühelos. Stets absolut sicher zwischen Action, Drama und Thriller wechselnd spielt Gladiator auch heute noch hervorragend auf der Gefühls-Klaviatur. Poetische Szenen wie jene, in der Crowe mit seinen Finger durch die Ären des Korns streicht oder bittere Momente, wenn er seine ermordete Familie entdeckt, binden Maximus emotional an den Zuschauer und die Filmmusik, die Hans Zimmer gemeinsam mit Lisa Gerrard beisteuerte, sorgt noch heute für einen hohen Wiedererkennungswert. Mit Recht darf Gladiator auch 18 Jahre nach seinem Erscheinen noch als absolutes Film-Highlight bezeichnet werden, das den heutigen Sehgewohnheiten problemlos standhält und immer noch fasziniert.

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 8
Maximus bewältigt in der Arena auch scheinbar ausweglose Situationen

Bild- und Tonqualität BD

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 7
Eine der visuell beeindruckendsten Szenen des Films ist jene auf dem Färbermarkt

Was musste sich die Erstveröffentlichung von Gladiator auf Blu-ray nicht alles an Kritik gefallen lassen: Brutale Weichzeichner, die Gesichter wachsartig wirken ließen; Filterungen, die sogar ganze Pfeile verschluckten und bisweilen krasses Edge Enhancement aufgrund des eingesetzten Nachschärfers, der den Glattbügelungs-Filter wieder egalisieren sollte, dabei aber für heftige Doppelkonturen sorgte, die als weiße Umrandungen an Gesichtern zu sehen waren.
Gut ein Jahr nach der Veröffentlichung der Blu-ray reagierte Universal und brachte die 10th Anniversary Edition auf den Markt. Die bügelte praktisch sämtliche Fehler der ursprünglichen Disk aus. Weg war die heftige Filterung und zurück war der analoge Filmlook mit Körnung und wesentlich besserer Schärfe.
Da die im Set mit der UHD enthaltene Blu-ray exakt die Disk 1 der 10th Anniversary Edition ist, gilt für diese auch entsprechend das Gleiche: Die Schärfe ist bis auf wenige Einstellungen (oft von Joaquin Phoenix 107’57) sehr gut und rutscht nur dann mal daneben, wenn die Kamera (bzw. das gefilmte Objekt) selbst nicht korrekt fokussiert war. Farben kommen stimmig rüber – egal, ob es die kühlen Szenen zu Beginn sind oder die warm gefilterten Aufnahmen im späteren Verlauf. Der Schwarzwert ist sehr gut, wenngleich in ein paar Szenen zu wenig Zeichnung auf dunklen Bildanteilen zu vermelden ist, was hauptsächlich am dort dann sehr steilen Kontrast liegt. Das vorhandene Korn ist sichtbar und sorgt während der Szenen in Germanien ab und an für etwas zu deutliches Wuseln auf Gesichtern, gleicht sich im Verlaufe aber an und nimmt nie Überhand.
Die Szenen der Extended Fassung waren bei der 2009er BD besser, da sie auf einem anderen (neueren) Master beruhten. Hier fügen sie sich harmonisch ein, weil die Sequenzen der Kinofassung qualitativ an sie angepasst wurden – ein Bild aus einem Guss, das bis auf die angesprochenen Makel auch heute noch gefällt.

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 13
Bisweilen kommt man nur zu Zweit mit dem Leben davon

Beim Sound von Gladiator ist die Blu-ray natürlich ebenso die “Alte”, wie es beim Bild der Fall ist. Hier kommt also nach wie vor der reguläre dts-Sound für die deutsche Fassung und der dts-HD-Master-Sound für die Originalversion zum Einsatz.
Macht aber erst einmal nichts, denn beide schlagen sich vorzüglich. Für eine reguläre dts-Spur (0,7Mbps) klingt der deutsche Ton auch heute noch respektabel. Gerade die Räumlichkeit in den Schlachtszenen zu Beginn und auch in der Kampfarena weiß zu gefallen. Pfeile zischen nur so um die Ohren, die brennenden Katapult-Kanonen fliegen lodernd am Zuschauer vorbei und die Kampfrufe beider Seiten kommen voluminös ins Heimkino. Vielleicht fehlt’s hier und da ein wenig an Feinzeichnung und letztem Druck, aber für einen 18 Jahre alten Film ist das aller Ehren wert. Wunderbar gelingt auch die Filmmusik von Hans Zimmer und Sängerin Lisa Gerrard (Dead Can Dance). Deren sanfte Stimme legt sich schmeichelnd über alle Speaker und sorgt für angenehmes Gänsehaut-Feeling.
Der englische O-Ton schafft aufgrund seiner deutlich besseren Datenrate noch mal mehr Dynamik und wirkt insgesamt auch klarer und zupackender.

Bild- und Tonqualität UHD

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 12
Ein fieses Gespannt: Commodus und Lucilla

Bevor über Bild und Ton der UHD gesprochen wird: Die 4K-Scheibe enthält, wie die Blu-ray auch, BEIDE Fassungen (Kino und Extended).

Gladiator wurde seinerzeit auf 35mm Film aufgenommen, wofür diverse Kameras zum Einsatz kamen. Von der Arriflex 35 bis zu den Panavision Panaflex’. Von diesem 35mm-Material fertigte Kolorist Lou Levinson 2011 bei Laser Pacific (firmiert heute unter Technicolor) ein 4K-Master an und restaurierte das Bild (inklusive der von Scott wenig geliebten Extended Fassung).
Ausgehend von den Original Kamera-Negativen wurde sogar mit 6K gescannt, um so viel Information wie möglich festzuhalten und für das 4K-Image zur Verfügung zu haben. Im Restaurationsprozess wurden seinerzeit noch Staub und Kratzer entfernt. Außerdem “radierte” man auch einen Randbereich aus, in dem die Filmcrew sichtbar war.
Herausgekommen ist ein Bild, das vielleicht nicht das ganz hohe Niveau erreicht, aber vom erweiterten Kontrastumfang (hier HDR10 UND Dolby Vision) durchaus profitiert. Zunächst einmal sei aber gesagt, dass die BD nun endgültig erkennbar NICHT auf dem gleichen Master basiert, wie die 4K-Scheibe. Schon der Titel-Schriftzug zu Beginn ist anders und kommt beim zweiten Aufleuchten weiß daher, während der von der Blu-ray dauerhaft schwarz bleibt.
Außerdem ist das Bildformat seitlich etwas verschoben und nach oben einen Tick höher (die UHD zeigt rechts etwas mehr, ist aber oben, unten und links dafür leicht beschnitten). Wir reden hier allerdings über einen fast nicht sichtbaren “Hauch”, der 5mm auf einem 55”-TV ausmacht. Dennoch kann man diese leichte Formatänderung, die offensichtlich auf den ganz dezent anders gesetzten 4K-Scan hervorgerufen wurde, auch auf den unten zu sehenden Screenshots erkennen.
Erstaunlich ist vor allem das komplett andere Color-Grading der Ultra-HD – und das durchaus auch noch gegenläufig im Vergleich zur Blu-ray. So werden die anfänglichen Szenen in Germanien, die über die BD noch leicht grünlich-blau erschienen per UHD etwas neutralisiert und wärmer wiedergegeben. Dies lässt zunächst darauf schließen, dass die späteren Sequenzen im erdigen Rom noch wärmer und rotbrauner daherkommen. Doch weit gefehlt. Hier ist es die Blu-ray, die wesentlich roter und wärmer bleibt, während die UHD mehr Grünanteile einbringt und dadurch natürlicher erscheint. Lou Levinson hat bei Gladiator also durchaus nicht einfach nur eine Automatik drüberhuschen lassen, sondern die Szenen oder Themenblöcke für sich genommen und mit einer neuen/anderen Farbabstimmung ausgestattet.
Per Dolby Vision ist das Geschehen interessanterweise in vielen Einstellungen etwas heller abgestimmt als in der HDR10-Wiedergabe. HDR10 wirkt etwas dunkler, was subjektiv einen Hauch mehr Kontrast erzeugt, bei den vielen schwierigen Szenen in Dunkelheit aber teils auch stärker versumpfen lässt.
In Sachen Auflösung punktet die 4K-Scheibe überall dort, wo Close-ups feine Einzelheiten in Gesichtern oder auf den samtenen Umhängen der Figuren erzeugen. Gerade das charakterstarke Antlitz von Richard Harris offenbart mehr Dreidimensionalität und verliert nur durch die etwas stärkere Körnung der UHD an Perfektion. Ab und an erreicht die Schärfe/Auflösung aber absolutes Referenzviveau – wie beispielsweise bei den Close-ups von Oliver Reed (53’42).
Alles in allem bietet die 4K-Disk aber das beste Bild, das Gladiator je geliefert hat – egal, ob per HDR10 oder Dolby Vision abgespielt.
*die unten stehenden Zeitangaben der Screenshots beziehen sich auf die Kinofassung

Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 1
Dass eine BD in Sachen Farbverlauf auch mal besser aussehen kann, ist durchaus eine Überraschung. Wenngleich das nur für diese eine Szene direkt zu Beginn gilt, die von der BD ohne Banding dargestellt wird …
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 2
… während die UHD per HDR10 oder DV krasses Banding produziert. Das bleibt aber, wie gesagt, die einzige Szene, in der die UHD ein Problem mit der Auflösung/Filterung hat
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 5
(14’25)*: Während der kühleren Szenen zu Beginn wirkt die BD leicht kränklich auf Gesichtern und zeigt im Hintergrund sowie auf Phoenix’ Gesicht einen durchaus sichtbaren Blaueinschlag
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 6
Die UHD ist durch eine leichte Abnahme des Blaustichs neutraler und wirkt wärmer. Dazu punktet der belederte Wams von Commodus mit mehr Dreidimensionalität
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 3
(14’24)*: In der Szene kurz zuvor ist auch Connie Nielsens Gesicht etwas fahl und grünlich …
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 4
… während die UHD es wärmer und angenehmer präsentiert. Hier ist auch gut die Kontrastzunahme zu erkennen, die vornehmlich durch ein weniger hell abgestimmtes Bild bewirkt wird
(46’06): Dass ein remastertes Bild, das von Bildfehlern befreit wurde, nicht immer sämtliche Fehlstellen ausmerzt, zeigt dieser Shot. Links neben dem Pfeil sieht man einen Makel des Original-Negativs
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 8
… den enthält die remasterte und von Drop-outs, Schmutz und sonstigen Problemen befreite UHD auch noch
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 9
(50’15)* – Blu-ray: Entgegen der Szenen in Germanien hat die Blu-ray von allen drei Varianten während der Szenen im erdiger Umgebung das sichtbar roteste/wärmste Bild. Das muss einem dann schon gefallen, wenn man im direkten Vergleich die UHD anschaut
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 10
HDR10: Per HDR-10-Wiedergabe wirkt das Geschehen deutlich neutraler, vielleicht aber sogar einen Hauch zu grün
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 11
Dolby Vision: Am neutralsten macht es das Dolby-Vision-Bild. Es ist zwar etwas heller und nicht ganz so kontrastreich wie die HDR10-Variante, aber die Farben wirken am angenehmsten
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 14
Die Auflösung in der Detailaufnahme zeigt, dass die Blu-ray sich durchaus beachtlich schlägt. Die Kiesel im Boden zeigen keine großen Abstufungen, lediglich die Zeichnung der Struktur in den Finger könnte noch etwas besser sein
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 15
Diese feineren Hautlinien zeigt die UHD – zum einen aufgrund der besseren Auflösung, zum anderen aber sicher auch wegen der dynamischeren Kontrastdarstellung, die Schattenbereiche besser hervorhebt
Gladiator 4K UHD Bildvergleich BD vs UHD Szene 13
Hier das Bild des obigen Ausschnitts in seiner kompletten Größe
Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 10
Ein Gruß an die Zuschauer

Die für Fans sicherlich größte Neuigkeit neben der 4K-Fassung ist die Tatsache, dass BEIDE Tonspuren in dts:X, also in einem 3D-Sound-Format vorliegen, das objektbasiert die Effekte im Raum verteilen kann und gleichzeitig auch die Höhenebene nutzt. Sowohl die englische als auch die deutsche dts:X-Variante ist mit einem dts-HD-Master-Kern ausgestattet, der schon die reguläre Ebene etwas besser und weniger komprimiert erscheinen lässt als der Standard-dts-Sound der Blu-ray.
Natürlich wollen wir hier aber hauptsächlich wissen, was auf den oberen Kanälen los ist. Die Antwort ist schnell gegeben: Ziemlich viel. Allerdings durchaus unterschiedlich, was die deutsche und englische Vertonung angeht – doch dazu später mehr.
Zunächst einmal sind die 3D-Soundeffekte nicht immer und stets dem entsprechend, was man im Bild auch sieht. Oft werden die Heights tatsächlich mit Signalen gefüttert, die eher aus dem rückwärtigen Raum kommen, denn von oben. Das Pferde-Wiehern und Getrappel nach knapp drei Minuten hat “da oben” eigentlich nur bedingt etwas verloren – immerhin kommen die Tiere weder von einem Hügel runter, noch trampeln sie in der Luft. Das passiert gleich des Öfteren, um ordentlich Eindruck zu schinden. Auch die Filmmusik liefert beständig (mal mehr mal weniger laute) Signale von oben und spielt dort mit. Das sorgt in der Tat für ein Mehr an Atmosphäre – und natürlich tun das auch die eigentlich deplatzierten Effekte. Räumlicher wird das Geschehen dadurch schon.
Außerdem gibt’s aber auch noch zahlreiche “korrekt” platzierte Höheneffekte.

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 2
Der Kaiser bietet seinem Volk Brot und Spiele

Denn wenn nach acht Minuten die Pfeile und Katapultgeschosse durchs Heimkino fliegen, knirschen zunächst die Sehnen der Bögen und dann zischen die Brandgeschosse über die Köpfe des Zuschauers hinweg – das passt und macht richtig Spaß (ab 8’02). Allerdings bleibt es nach dem Kampfgeschehen im Norden erst einmal eine Weile ruhig, was letztlich filmisch bedingt ist, da die nächste halbe Stunde den dramatischen Entwicklungen zwischen Marc Aurel, Commodus und Maximus gehört.
Aufgeweckt wird man dann zu Beginn von Kapitel acht, wenn der Zuschauer einen kurzen Ausflug zu Maximus’ Familie auf dem Feld macht (40’50). Richtig klasse und absolut korrekt verortet sind die Stimmen derer, die Maximus auf seinem Anwesen auflesen. Während die Kamera auf der Ebene von Crowe (also auf dem Boden) verweilt, sprechen die Männer von oben – und genau von dort hört man sie sehr deutlich (47’20). Das Gleiche gilt für die akustisch dreidimensional vertonten Visionen, die Maximus kurz darauf hat. Von oben kommen auch die tosenden Geräusche der Menge vor dem ersten Auftritt von Maximus in der Arena (und auch später sorgt diese Atmosphäre immer wieder für ein Mittendrin-Gefühl).
Sogar der Staub rieselt hörbar aus der Höhe herab (58’00) und das Schwingen des Morgensterns lässt den Zuschauer den Kopf in Deckung nehmen (59’50).
Einen netten Stimm-Hall-Effekt gibt’s nach etwas über 80 Minuten, wenn Lucilla Gracchus in der Kirche einen Besuch abstattet (82’30) – allerdings nur im Englischen, womit wir bei oben angesprochener Problematik sind. Während diese knapp dreiminütige Szene im Original dauerhaft durch Stimmhall von oben die Größe und Leere der Kirche offenbart, bleibt’s im Deutschen schlicht still und komplett auf den Center beschränkt. Erst beim Feuerspuck-Sound im direkten Anschluss sind beide Spuren wieder “beieinander”. Offenbar hat man für die deutsche Stimm-Synchro keine eigenen Höhensignale angelegt und nutzt lediglich dieselben Geräuscheffekte über die Heights. Ebenfalls ärgerlich weit auseinander liegen die beiden dts:X-Spuren beim ersten Einlauf der Gladiatoren in dir römische Arena (ext. Cut: 89’54). Hier ist es nur genau anders herum. Wo die Originalfassung relativ verhalten daherkommt und von oben nur etwas Publikum-Atmosphäre zumischt, klingt es in der deutschen so als würden einem 100.000 Besucher auf den Kopf fallen. Hier ist die Unterstützung viel zu laut und unrealistisch.

UPDATE 02. Juni 2018:
Nachdem zwei Leser des Blogs beharrlich von Verzerrungs-Problemen bei der Wiedergabe der deutschen Tonspur von Gladiator berichteten, habe ich mir die UHD noch einmal vorgenommen.
Tatsächlich werden die Kampfszenen in der Arena bei der deutschen Synchro von einem ungewöhnlichen Frequenz-Problem begleitet. Der vorbeifahrende Streitwagen bei 93’05 oder das Raunen und Rauschen bei 70’55-71’37 (beide Laufzeitangaben beziehen sich auf den Ext. Cut) klingt über die deutsche Fassung nach Phasenverschiebung. In etwa so als hätte man es durch einen (sanften) Vocoder gepresst.
Man muss zwar genau hinhören, dann klingt es aber bspw. so ähnlich wie bei den ersten zehn Sekunden von Blink 182s “Feeling this”. (0’10-0’20).
Kleine Warnung: Den Song nur anhören, wenn man diesen Fehler bei Gladiator hören WILL. Wer das vermeiden möchte und den Film lieber genießen möchte, ohne rum zu analysieren, dem empfehle ich, diese Zeilen zu ignorieren.
Objektive gesehen führt dieser Fehler aber zu einer nachträglichen Abwertung der 2D-Sound-Ebene der dt. Fassung der UHD.

Tonfehler von Gladiator ausgemerzt?

Gladiator Limited Steelbook 4K UHD Blu-ray Review Szene 1
Zwei, die sich nicht mögen werden

Die bisherige Blu-ray hatte gleich zwei ärgerliche Tonprobleme, die immer wieder für Diskussionen gesorgt haben. Zum einen gab es in der Kinofassung einen stolpernden Holpler von Djimon Hounsous deutscher Stimme. Bei Minute 52’38 setzte er zum “Spanier” an, kam aber nur bis “Spa …” und setzte dann das “Spanier” nach. Er stotterte quasi, weil beim Mixen jemand zu früh eingesetzt hat und dies später nicht mehr ausradierte.
Dieser Fehler ist auf der UHD behoben!
Da die Blu-ray die bisher bekannte Disk beinhaltet, ist er dort natürlich noch vorhanden.

Zum anderen wurden die Extended Scenes, die für die deutsche Auswertung erst 2005 nachsychnchronisiert wurden, teils andere Sprecher eingesetzt. Am auffälligsten ist dies bei Proximo, der relativ viel Rede-Anteil hat. Hier kam nicht mehr Michael Chevalier (die Stimme Charles Bronsons) zum Einsatz, da dieser sich bereits 2003 aus dem Synchronsprecher-Geschäft zurückgezogen hatte und etwa zur Zeit der nachträglichen Arbeit an Gladiator sogar verstarb. Stattdessen sprach ihn nun Horst Lampe, der Oliver Reed 1984 schon einmal vertont hatte. Diese Ungleichheit war also aufgrund des Rückzugs Chevaliers unvermeidlich, aber ärgerlich.
Natürlich wurde dieses Problem auf der UHD NICHT behoben. Kann ja auch nicht, da Chevalier nie die Möglichkeit hatte, die Stimme einzusprechen. Man ging außerdem nicht hin und ließ Horst Lampe die restlichen Szenen einsprechen, die zuvor von Chevalier kamen. Es besteht als noch dieselbe Ungleichheit in diesem Szenen.
Besonders kurios und bis heute schwer zu erklären: ist die Sequenz, in der Proximo seine Ansprache an die Gladiatoren hält (ext. Cut ab 57’45). Sie ist mit der neuen Stimme vertont, obwohl sie komplett der Kinofassung entnommen ist. Dies bleibt nach wie vor ein ungelöstes Rätsel. Denn später, wenn Proximo mit Maximus über die Einladung nach Rom spricht, ist es wieder die von Chevalier.

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Gladiator rekrutiert sich aus der bekannten Blu-ray-Fassung von 2010. Während die UHD die beiden Audiokommentare liefert (je nachdem, ob man die Kino- oder Extended-Fassung schaut), kann man über die Blu-ray zusätzlich zu den Audiokommentaren bei Anwahl der Kinofassung die 13 zusätzlichen Szenen des Ext. Cut einzeln anwählen. Außerdem gibt’s noch die U-Control-Funktion, die mit einblendbaren Textinfos und Kurzvideos den Film ergänzt/unterbricht.
Das-Visionen-aus-Elysium-U-Control-Feature ist allerdings nicht wirklich nutzbar, denn es fehlt die Bonus-Disk, die der 2010er Fassung beilag, wo man die gespeicherten Szenen entsprechend abspielen und sortieren konnte. Ohnehin fehlt durch das Fehlen der Bonus-Disk auch das gigantische, über drei Stunden lange Making-of.

Fazit

Gladiator ist zeitlos, die Action- und Monumentalszenen sind grandios und die Darsteller herausragend.
Nun hat der Film per UHD ein in vielen Szenen wirklich vorzügliches Bild bekommen, das nur darunter leidet, dass manche Aufnahmen schon produktionsseitig nicht ganz perfekt sind.
Der dts:X-Sound eröffnet Scotts Meisterwerk für beide Sprachen eine ganz neue Dimension und nutzt die Höhenlautsprecher ausgiebig – wenngleich nicht immer völlig korrekt, was die visuelle Zuordnung angeht und im Falle der (seltenen) Halleffekte bei Stimmen bleibt der deutsche Ton sogar ohne 3D-Unterstützung. Außerdem leidet er während einiger Szenen unter Problemen im Frequenzgang, was zur Abwertung der Note für den dt. Sound sorgt.
Das ist ärgerlich und wurde auch bei der nun erscheinenden Amaray-Version nicht geändert.
Denn davon abgesehen macht das Geschehen richtig Spaß und lohnt die Anschaffung der UHD.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD (HDR10): 85%
Bildqualität UHD (Dolby Vision): 85%

Tonqualität BD (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD (Originalversion): 90%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 75% (Abwertung aufgrund von Frequenzgang-Problemen – siehe Text oben)
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 75%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 70%

Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 75%

Bonusmaterial: 40%
Film: 90%

Anbieter: Universal Pictures Germany
Land/Jahr: USA 2000
Regie: Ridley Scott
Darsteller: Russell Crowe, Joaquin Phoenix, Connie Nielsen, Oliver Reed, Derek Jacobi, Djimon Hounsou, Richard Harris, David Hemmings, Ralf Moeller
Tonformate BD: dts-HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Tonformate UHD: dts:X (dts-HD-Master-Kern): de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 155/171
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
FSK: 16

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Universal Pictures)

Trailer zu Gladiator

Gladiator - Trailer Deutsch 1080p HD


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