
4K Blu-ray Review


OT: Mission: Impossible – The Final Reckoning ⭐ IMDb 7.2


Geh nicht aufs Eis!
Warum der letzte Teil des Franchise’ mehr als ein Ärgernis ist.
Inhalt

Seit dem Ende von Dead Reckoning ist die Welt im digitalen Ausnahmezustand. Die Entität hat jeden Winkel des Cyberspace infiziert. Daten, Nachrichten, Befehle: alles korrumpiert. Niemand weiß mehr, was wahr ist. Eine fanatische Sekte sieht in der Entität ihren Gott und will die Menschheit auslöschen, um die Welt zu “reinigen”. Nur der Quellcode der Entität kann sie aufhalten oder aber endgültig entfesseln. Ethan Hunt steht zwischen allen Fronten. Die Präsidentin warnt: Die Zerstörung der Entität würde den gesamten Cyberspace vernichten, die Weltwirtschaft kollabieren lassen. Doch tatenlos zusehen ist keine Option, während allen Atommächten nach und nach die Kontrolle über ihre Nuklearsprengköpfe entzogen wird. Gabriel, der abtrünnige Prophet der Entität, bietet einen Pakt an: Hilfe beim Auffinden des Ortes, wo sich der Quellcode versteckt im Tausch gegen Kontrolle über die KI. Für Ethan ein moralischer Abgrund, denn die “Hasenpfote”, die er vor einigen Jahren im Tausch gegen das Leben seiner Frau besorgt hatte, war in Wahrheit der Ursprungscode, die digitale Ursuppe, aus der die Entität entsprang. Als Hunt schließlich den Behälter findet, mit dem Gabriel mit der Entität kommuniziert hat, beginnt ein psychologisches Spiel zwischen Mensch und Maschine. Die Entität spricht zu ihm und prophezeit, dass er sie selbst in die Welt hineinlassen wird. Die Entscheidung ist unausweichlich: Zerstörung oder Unterwerfung …

Es ist 29 Jahre her, dass ein gewisser Brian De Palma einen gewissen Tom Cruise in der Rolle desjenigen, der vor die Wahl gestellt wurde und sich für die Zusammenarbeit mit dem IMF entschloss, inszenierte. Fast 30 Jahre und sieben Filme später kumuliert das, was von Anfang an auch Cruise’ Herzensprojekt gewesen ist und in dem er sich regelmäßíg ausprobieren konnte, in Mission: Impossible – The Final Reckoning. Und man hätte kaum einen schlechteren Film zum Abschluss bringen können. Aber fangen wir von vorn an: M:I8 könnte so überzeugend anfangen. Wir erinnern uns: Ethan war es gemeinsam mit Grace, Benji und Luther gelungen, beide Schlüsselteile zu sichern, mit denen man Zugang zur Entität bekommt. Ein Zugang, von dem man weiß, dass man ihn an Bord der 2012 gesunkenen Sewastopol finden würde. Im finalen Bild Dead Reckoning reisen Benji und Ethan zum Ort des Untergangs. Dort, exakt dort, hätte man direkt ansetzen können. Und was machen Christopher McQuarrie und Tom Cruise? Sie treten auf die größte Bremse, die Hollywood jemals für seine Zuschauer bereitgehalten hat. Die ersten anderthalb Stunden des achten Teils sind ein überlanger Prolog, der wirkt wie die Zusammenfassung des “Was bisher geschah” einer Serie vor dem Beginn der nächsten Folge. Das kann durchaus Sinn machen, wenn man diese das erste Mal seit Monaten wieder anschaltet und die letzten Ereignisse vergessen hat. Doch vermutlich gehört es auch zu den am häufigsten weiter geskipten Inhalten bei Online-Streamingdiensten. Und wir haben es hier nicht mit einem lockeren Zweiminüter zu tun, während dem man sich noch mal kurz ein Kaltgetränk aus dem Kühlschrank holen oder die Notdurft verrichten kann. Nein, wir bekommen 90 Minuten lang Erklärung um Erklärung um Erklärung: Wie steht es um die Welt? Was wird mit ihr passieren? Was will die Entität? Was will die Sekte? Wo ist der Zugang zum Quellcode? Woher kommt Ethan überhaupt? Was will Gabriel? Was hat es ursprünglich mit der Hasenpfote (Remember Mission: Impossible 3?) auf sich? Was ist mit den anderen Nuklearmächten passiert?
Der Film verzettelt sich so sehr im Aufbau seiner Prämisse, in der Visualisierung von Rückblicken und Zukunftsvisionen, dass er den Zuschauer schon verloren hat, bevor es überhaupt losgeht. Die eigentlich perfekt im Vorgänger vorbereitete Story geht letztlich erst nach 45! Minuten los, wenn Hunt den wichtigen Köpfen erzählt, wie er vorgehen will.

Und obwohl The Final Reckoning ständig erklärt, permanent erzählt, warum die Entität dies oder das tut oder will und was passieren wird oder nicht, kommt kaum jemand beim ersten Schauen mit. Mir sind einige Erzählungen aus dem Bekanntenkreis zu Ohren gekommen, bei denen Partnerinnen der MI-Fans nach 30 Minuten winkend abgedankt haben. McQuarrie schafft es, dass man selbst bei DIREKT vorhergehender Zweitsichtung des Vorgängers nach einer Stunde nicht mehr genau weiß, was eigentlich das Problem war und warum man an der Stelle ist, an der man ist. Aber dem nicht genug. Hat man nach rund 50 Minuten endlich mal einen Plan fürs weitere Vorgehen serviert bekommen und hofft darauf, dass es nun endlich mal an Fahrt aufnimmt, gibt’s auf dem Flugzeugträger erneut eine Erklärung, was die (für den Verlauf des Films vollkommen unnötige) Briefbotschaft der Präsidentin zu bedeuten hat. Das alles, um schlussendlich in einer dreiminütigen! Erklärungsszene zu kulminieren, die alles bisher im Franchise Dagewesene toppt. Wie man den Standort der Sewastopol rausfinden und dann vorgehen will, wird von einem halben Dutzend Charakteren in den kleinsten Einzelheiten vorgekaut, auf dass es auch der Dümmste noch kapiert. Diese Szene ist dermaßen ärgerlich und nervtötend, dass es kracht. Früher hat die Serie Ereignisse durch Bilder und Action erklärt. In The Final Reckoning wird man eine Stunde lang vollgequatscht wie beim Kaffeeklatsch einer rhythmischen Bewegungsgruppe der Ű75-Jährigen. Wo wir gerade bei Action sind: Mit Ausnahme von zwei sehr kurzen Fights (wovon einer fast komplett off-camera passiert) dauert es 80! Minuten, bevor man endlich mal eine veritable Kampfszene an zwei Schauplätzen bekommt, die dann immerhin von einem der packendsten Momente des gesamten Franchise gefolgt wird. Die U-Boot-Sequenz gehört zum Intensivsten, das man im Actionkino bisher zu sehen bekam (wenn man zuvor nicht bereits vor geraumer Zeit eingeschlafen ist). Sie funktioniert gerade deshalb, weil sie nicht mit lautem Getöse zugepampt ist, sondern von sonorem Männerchor und glucksenden Unterwassergeräuschen untermalt wird. Aber dafür wartet man 90! Minuten. Zeit, in der man beim Vorgänger bereits den Nägelkauer im U-Boot zu Beginn, die spannende Sequenz auf dem Flughafen, die klasse inszenierte, mehrteilige Autoverfolgung in Handschellen in Rom in einem alten Fiat 500 sowie die emotionale Kampfszene in Venedig zu sehen bekam.

Hinzu kommt, dass seit den Geschehnissen von Dead Reckoning lediglich zwei Monate vergangen sind und man dennoch nicht nachvollziehen kann, warum so viele Dinge passiert zu sein scheinen und warum einige Figuren in die Situationen geraten sind, in denen man sie hier antrifft (was genau ist mit Luther passiert?). Und bevor es endlich mal an ein paar positive Aspektes des M:I-Abschlussfilms geht, muss ich noch einen weiteren Kritikpunkt loswerden, den ich bei Mr. No Pain bereits einmal ähnlich habe anklingen lassen: Warum müssen aktuelle Filme so farblos und vor allem dunkel sein? The Final Reckoning ist während der ersten gut 117 Minuten (im Prinzip bis zum Schauplatz in Südafrika und der finalen Actionszene) unfassbar dunkel und oft schlicht hässlich. Nimmt man die Rückblicke und ein, zwei Szenen mal raus, findet der Film fast ausschließlich in kargst beleuchteten Innenräumen statt, die außer Braun- und Grautönen nichts anderes zulassen. Während man nach 28 Minuten das vom Intro des deutschen Tatorts geklaute Augen-Streifen-Element bekommt, gibt es als Abwechslung lediglich das blaue Leuchten der KI, das uns aus der Dunkelheit holt. Wer hier nicht bei mindestens fast völlig abgedunkeltem Raum schaut, kann den Geschehnissen praktisch nicht mehr folgen, weil er kaum was erkennt. Das ist leider auch nicht atmosphärisch, sondern auf Dauer einfach nur nervig. Dazu passt, dass die Ausleuchtung der Figuren nicht immer stimmig ist. Und selbst nach den ersten, äußerst düsteren 50 Minuten oder auch nach etwas über 60 und 65 Minuten, wenn man dreimal kurz bei so etwas wie Tageslicht in einem Flugzeug unterwegs ist, gibt’s immer wieder und erneut schlecht ausgeleuchtete Innenräume in ein- und derselben Farbstimmung. Das reicht in Sachen qualitativer Anmutung mitunter maximal für den Anspruch an eine Folge CSI: Las Vegas und macht anhand des Budgets von kolportierten 300-400 Mio. Dollar richtig sauer. Es ist eine Sache, viel Geld für die Stunts, deren Planung und Umsetzung auszugeben, aber eine andere, selbst das Grundlegendste im Filmemachen zu ignorieren – da können auch schicke, schräge Kamerawinkel nicht von ablenken. Und natürlich ist es schön, nach 90 Minuten die packende Unterwassersequenz zu filmen, die dunkel sein muss. Während der anderthalb Stunden zuvor aber in Summe 1-2 Minuten in maximal relativer Helligkeit zu filmen, während es ansonsten stockfinster ist, ist frech. Ein wenig Sarkasmus drängt sich auf, wenn diese Unterwasserszene nach spätestens 100 Minuten sogar besser, stimmiger und weit spektakulärer ausgeleuchtet ist als alle anderen Innenraumszenen zuvor zusammengenommen.

Und wo wir bei zwei Monaten vergangener Zeit sind: Hunts Haare scheinen ein Superwachstumsshampoo gesehen zu haben. So kurz, wie sie in Dead Reckoning waren, hätten sie in 60 Tagen nicht so lang werden können, dass man nun das Gefühl hat, Cruise habe die schlechteste Perücke seit Cage in Ghost Rider auf dem Kopf. Man hätte ihm wahrlich eine bessere Frisur für seinen letzten Auftritt als Hunt gegönnt – immerhin bekommt er von Grace einen (hoffentlich) ironischen Kommentar dazu. Von anderen Logik- und Storylöchern sollte man vielleicht erst gar nicht anfangen oder doch? Warum ist Gabriel über zwei Filme hinweg ein so dermaßen blasser Antagonist, der (solange er nicht gegen eine Frau kämpfen darf) pausenlos nur blöde Sprüche reißt und ansonsten wegläuft, bevor es mal einen handgreiflichen Konflikt geben könnte. Dass er ACHTUNG SPOILER ANFANG am Ende auf ein Art und Weise aus dem Film scheidet, die eher an einen Comic erinnert als an die zuvor von ihm so betont zur Schau gestellte Ernsthaftigkeit, ist ein weiterer WTF-Moment. SPOILER ENDE Warum Grace überdies plötzlich (und nur für eine Szene) von der geschickten Diebin zur Superfighterin geworden ist, wird bei aller Erklärungswut der Macher nicht mal im Ansatz geschildert. Reichen zwei Monate heutzutage aus, um sich in Sachen Martial Arts fit zu machen? Und was zur Hölle soll die konstruierte Verbindung von Jasper Briggs zu einem Charakter aus dem ersten Teil, wenn es für den Storyverlauf vollkommen irrelevant ist, weil er es argumentativ selbst entkräftet? Es reicht doch, dass wir als Zuschauer darum wissen, dass er Hunt schon deshalb verachtet, weil er sich nie an die Regeln halten kann. Wer Fallout für einen der besten Actionfilme aller Zeiten hält und mit Dead Reckoning gerade noch so leben konnte, der wird sich verwundert die Augen reiben, wie man innerhalb eines (auch noch Rücken an Rücken gedrehten) Films so dermaßen verzetteln und auf die falsche Bahn geraten kann. Womit wir wieder beim Eingang dieser Kritik sind: Es gab die perfekte Ansatzmöglichkeit für Final Reckoning.

Womit wir bei den beiden großen Actionszenen des Films sind, denen man nicht genug Lob aussprechen kann. Nachdem im Vorgänger zwar von der Gefährlichkeit der Motorradszene in Making-ofs berichtet wurde (was ich nicht infrage stellen möchte), war sie doch (verglichen mit dem Start der Militärmaschine in Rogue Nation oder dem Kletterakt am Burj Khalifa in Phantom Protokoll) von außen betrachtet nicht ganz so spektakulär. Doch die mehrminütige Tauchsequenz nach etwas über 100 Minuten sieht nicht nur fantastisch aus, sondern ist packend wie zu den besten Zeiten des Franchise. Und dann kommt das Finale. Was Cruise in dieser Sequenz aufs Parkett (oder vielmehr die Tragfläche) legt, wird er vermutlich nicht mehr toppen können. Das Kraxeln auf dem startenden Militärflugzeug nahm er als Maßstab, um sich zu sagen: warum nicht von einem Flugzeug ins andere steigen, während die Dinger in der Luft sind. Oder sich waghalsing dranhängen, während das Teil einen Salto hinlegt. Ich gebe zu, mit schweißnassen Händen zugeschaut zu haben. Das sind die Momente, in denen The Final Reckoning seine Geschichte endlich wieder über Bilder und Geschehnisse erzählt. Und, oh Wunder: es wird mitreißend und packend. Die Szenen ab der Ankunft in Südafrika sind das, was man sich bereits die ersten anderthalb Stunden gewünscht hat. Endlich wird agiert, endlich was getan. Es wird dramatisch, witzig, rasant und packend. Die Szenenwechsel zwischen der atemberaubenden Doppeldecker-Sequenz und Benjis Uberlebenskampf (großartig hier: Pom Klementieff) mit parallelen Anweisungen an Grace und Paris sind der Stoff, der die Serie so beliebt gemacht hat. Im Prinzip hätte man sämtlichen Ballast vor der U-Boot-Szene komplett weglassen oder in ein paar erklärenden Tafeln zu Beginn einblenden können, und M:I8 wäre ein toller, schlüssiger und rundum gelungener Abschluss geworden – hätte, hätte, Fahrradkette …

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Bild- und Tonqualität BD

Ganz wichtig vorab: Leinwandbesitzer, die fix auf Cinemascope ausgelegt sind, werden über die Formatwechsel berechtigten Ärger ausschütten. Mission: Impossible – The Final Reckoning liefert vor allem während der Actionszenen (U-Boot-/Doppeldecker-Sequenz) sowie der Momente mit der Visualisierung der Entität nahezu Vollformat (1,90:1), während die andere Hälfte des Films bei 2,39:1 liegt. Oben außerdem bereits angesprochen: Mission: Impossible – The Final Reckoning über weite Strecken dunkel. Das gilt vor allem für die ersten, nahezu 120 Minuten, die fast ausschließlich in abgedunkelten, sehr braunlastigen Innenräumen oder unter Wasser spielen. Erst mit der Ankunft in Südafrika gesellt sich endlich mal so etwas wie eine breitere Farbenpalette hinzu. Die Blu-ray kann diese stilistische Marschrichtung allerdings sehr gut wiedergeben und erlaubt sich auch bei den Unterwasserszenen mit Lichtkegeln keine ärgerlichen Banding-Artefakte. Trotz der häufigen Dunkelheit ist die Durchzeichnung stets gut. Einzig mit dem feinen Digitalrauschen hätte das Encoding noch etwas sauberer umgehen können. Bei 92’03 sieht man, dass hier nicht jedes Rauschkörnchen ideal eingefangen wird und es nicht ganz so gleichmäßig wiedergegeben wird. Ansonsten: scharfe Close-ups, gute Auflösung, adäquat wiedergegebene Farben (wenngleich es davon nicht viele gibt).

Neben dem deutschen Dolby-Digital-Ton gibt es eine Dolby-Atmos-Fassung für den O-Ton. Diese bespreche ich aber nicht einzeln, da sie im Grunde mit dem deutschen Atmos-Sound der 4K-Disk identisch ist. Alles, was ihr dazu wissen müsst, steht dann unten im Kapitel „Bild- und Tonqualität“ UHD unterhalb der Screenshotvergleiche. Bevor jetzt direkt wieder Pech und Schwefel über die DD-Tonspur geschüttet wird, ein kurzes Innehalten. Zunächst ist die DD-Synchro gegenüber der englischen Atmos-Fassung um ungefähr 3-4 dB leiser eingepegelt. Hebt man diese Lautstärke an, kommt man sehr nahe an die Qualität des verlustfrei komprimierten O-Tons heran. Und was ich direkt sagen darf: Es gab selten eine Dolby-Digital-Tonspur, die derart weit in den Frequenzkeller hinabgestiegen ist. Entsprechende Timecodes finden sich unten im nächsten Kapitel in der Beschreibung der deutschen Atmos-Tonspur. Das Bassfundament jedenfalls ist exemplarisch sensationell gut. Auch die Räumlichkeit ist hervorragend. Die Stimmen, die zu Beginn während des “Dialogs” mit der Entität aus allen Speakern kommen, sind derart greifbar und wandern so räumlich um den Zuschauer herum, dass man sich diese Szene wieder und wieder anhören kann. Hervorragend gelangen auch die deutschen Dialoge. Cruise’ Synchronstimme bei 26’40 steht so klar und griffig im Raum, dass es eine Freude ist. Die darauffolgende Stimme der Entität sowie das Spratzeln bei 27’00 sorgen dann wieder für phänomenale Räumlichkeit und im Verbund mit dem Tiefbass für überraschend heftige Bassteppiche. Wer hier wirklich die Nadel im Heuhaufen suchen will, muss den Frequenzschrieb zu Rate ziehen, der in gewissen Maßen offenbart, dass die allergrößten Dynamikspitzen des O-Tons etwas reduziert und die ETWAS leiseren Actionmomente im Verhältnis etwas angehoben worden sind. Dies gilt bspw. für das dauerhafte Glucksen während der Unterwasserszene. Ein kurzer Dynamiksprung wie Hunts Atmen in der Maske wird von Unterwassergeräuschen gefolgt, die über den O-Ton etwas zarter/leiser eingepegelt sind und über die Synchro etwas lauter. Allerdings: Hören tut man das im direkten Vergleich nicht. Auch nach mehrmaligem Wechseln zwischen dem O-Ton und der Synchro (bei parallel stattfindendem Pegelausgleich) fällt das praktisch nicht auf. Für mich eine der besten Dolby-Digital-Spuren eines neuen Films der letzten Jahre.

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Bild- und Tonqualität UHD

The Final Reckoning wurde hauptsächlich digital gedreht. Zumeist kam die Sony CineAlta Venice zum Einsatz. Für die unterschiedlichen Einsätze bei den Stunts gab es dann aber auch noch die ARRI Alexa Mini LF, die Sony CineAlta Venice Rialto und die kompakte Z Cam E2-F6, die (nachdem sie im Vorgänger mehrfach am verunglückenden Zug angebracht wurde) für Einsätze an Helikoptern, Drohnen oder direkt an Cruise’ Körper verwendet wurde. Die imdb listet zudem für eine Szene die analoge P


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sorgt die etwas dunklere, aber auch konstrastreichere Abstimmung für ein satteres Blau und tieferes Schwarz.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die HDR-Scheibe lässt die hellen Bereiche wirklich strahlenden erscheinen. Hinzu kommt die bessere Abgrenzung der Lichtelemente und das bessere Encoding der 4K-Disk.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Man kann es erahnen, dass die HDR-Funktionalität die Reflexion heller und beeindruckender abbildet.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden Toms Fältchen rund um die Augen durchaus schärfer gezeichnet.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … die beängstigenden Zukunftsvisionen werden satter, kontrastreicher und farbkräftiger wiedergegeben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird von der 4K-Disk feiner aufgelöst.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … all das wird sichtbar besser aufgelöst von der 4K-Disk wiedergegeben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird kräftiger wiedergegeben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … mehr Kraft bekommen und die Kontraste intensiver werden …


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray liefert das Ganze homogener ab.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Gut zu sehen (wenn man sich die Bilder mal in Originalgröße anschaut) ist das gleichmäßigere Encoding ohne softere Bereiche.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … lüftet die UHD Blu-ray etwas den Schleier vom Bild und wirkt farbenfroher.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kommen deutlicher zur Geltung.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kann auch hier mehr Auflösung geboten werden.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):

Keine Änderung beim O-Ton. Er liegt nach wie vor in Atmos vor. Allerdings, und das nicht unüblich bei Paramount, gibt es nun auch für die deutsche Fassung ein Upgrade auf Dolby Atmos. Und jetzt kommt im Prinzip alles zum Tragen, was oben schon über die DD-Version gesagt wurde. Allerdings mit der positiven Veränderung, dass diese nun keine dezente Laut-Leise-Komprimierung in ein paar isolierten Szenen erfahren hat und sie in der Lautstärke nicht angehoben werden muss. Eher im Gegenteil, ist die Synchro noch einen kleinen Tacken lauter eingepegelt als der O-Ton. Ansonsten ist auch die True-HD basierte deutsche Atmos-Tonspur eine exemplarisch räumliche, präsente, perfekt aufgelöste und dynamische Art, einen aktuellen Actionfilm zu schauen. Und um die bereits begeisterte Tonbeschreibung von oben zu ergänzen, gehen wir noch einmal in den LFE-Basskeller von Mission: Impossible – The Final Reckoning. Dort geht es schon nach anderthalb Minuten extrem weit runter und ab Minute 29 ist er für einige Zeit dauerhaft sehr fett unterstützend dabei. Das alles ist aber nichts gegen das tieffrequente Brummeln bei der Landung der Propellermaschine nach 54’50 oder jenes des U-Boot-Antriebs bei 91’50. So tief ging lange kein LFE-Kanal mehr in die untersten Frequenzen. Wer also besonders hochwertige Subs hat, die weit hinunterspielen, darf sich auf eine seismische Erschütterung der eigenen Haus-Bodenplatte freuen. Ein primär im Bass exemplarisch herausragender Film. Und ich hatte bei der beobachteten Auslenkung meiner Subwoofer-Treiber wirklich ein wenig Angst um die beiden. Dazu passt die beständig sensationelle Räumlichkeit des Films.

Hören wir uns auf der Höhenebene um, beginnt es quasi sofort mit den unterschiedlichen Stimmen, die während der Konversation mit der Entität zu hören sind. Diese wandern nicht nur von links nach rechts und von vorne nach hinten, sondern variieren auch in der Lautstärke. Die szenischen Rückblicke erhalten dann außerdem Begleitung vom Score. Bei 6’13 fliegt dann ein Helikopter von hinten über das Geschehen und kommt auch eine halbe Minute später noch einmal vorbei. In der Folge hört man ein wenig atmosphärische Menschenmenge-Geräusche und auch mal einen kurzen Hall durch Drücken eines Schalters. Die Schüsse nach 21’24 verhallen ebenfalls im Raum und bei 54’30, wenn die Szenerie endlich ins Außen geht, hört man die Propeller des Flugzeugs deutlich. Die Abschüsse der Jets kurz darauf dürfen ebenfalls von den Heights erklingen. Bei der Ankunft auf St. Matthew Island weht dann ein Wind über die Höhenlautsprecher, den man so kalt-fröstelnd auch noch nicht in Dolby Atmos vernommen hat. Die Rotorengeräusche bei 65’25 und 66’38 sorgen dann für extreme Dynamik von oben und nach 78’35 gibt es erneut Sturm aus den Heights. Action setzt es dann nach 80 Minuten während der hörbaren MP-Schüsse. Auch das Feuer nach 83 Minuten lodert munter von oben mit. Ein bisschen Wasserglucksen nach 92 Minuten und in der Folge diverse Knarz- und Knacksgeräusche ergänzen das Unterwasser-Setting. Nach knapp 100 Minuten fühlt man sich dann mittendrin, wenn sich das Objekt rumorend um Cruise herum verwindet und quietscht, als würde es jeden Moment implodieren. Die gepressten Atemgeräusche von Cruise in der Röhre nach 104 Minuten tragen ebenfalls zur spannenden Atmosphäre bei. Schade, dass während der Doppeldecker-Sequenz nicht frühzeitig mehr 3D-Sounds zu hören sind. Erst nach 126’21 hört man den Propeller-Motor der oberen Maschine. Nach 155’53 geht es akustisch auf den Heights noch mal zum Anfang zurück, wenn die Stimme dort erneut zu hören ist, und nach 158 Minuten flappen noch einmal Helis über unsere Köpfe.


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Bonusmaterial

Man tat gut daran, aufgrund der Filmlänge von Mission: Impossible – Final Reckoning das Bonusmaterial komplett auf eine dritte Disk auszulagern. Dort finden sich vier Bereiche. Angefangen bei den Hinter-den-Kulissen-Featurettes über die “redaktionellen Inhalte” und “Werbespots” hin zu den Galerien. Während es bei Letzteren klar sein sollte, um was es geht, bekommen wir bei Werbespots noch einmal vier kurze Einblicke in den Fall aus dem Helikopter und die Realisierung mit der an Cruise festgeschnallten Kamera. Bei “redaktionelle Inhalte” handelt es sich um drei anwählbare Featurettes, die wahlweise von Regisseur McQuarrie kommentiert sind. In “Montage entfernter Filmausschnitte” geht es im Prinzip um alternative Cuts von verschiedenen Szenen. “Canyon des Olifants River” ist ein spannendes Feature, das herausstellt, wie kompliziert allein die Festlegung der perfekten Tageszeit für die Doppeldecker-Verfolgungsjagd im Canyon gewesen ist, bevor Licht und Thermik perfekt waren. Interessant, dass hier zweimal eine Entscheidung GEGEN ein bestimmtes Licht und eine bestimmte Tageszeit fiel, weil die Aufnahmen in den Dailys zu sehr nach VFX aussahen, während man gleichzeitig doch so stolz darauf war, diese Szenen real gedreht zu haben. “Doppeldecker Transfer” nimmt dann die Proben für die Szene auseinander, die den Wechsel von einem auf den anderen Doppeldecker üben sollten. Man ist fast mehr beeindruckt von diesen Aufnahmen, als von den (wahrlich spektakulären) Szenen im fertigen Film. Das fünfteilige Hinter-den-Kulissen-Featurette ist allerdings etwas hastig und läuft in Summe nur 17 Minuten. Hier hätte man gerne noch konzentriertere Einblicke gehabt, nicht nur so schnell zusammengeschnittene Instagram-Shorts.
Fazit
Mission: Impossible – The Final Reckoning hat vielleicht die spektakulärste Stuntsequenz, die Cruise seiner an halsbrecherischen und lebensmüden Aktionen nun wahrlich nicht armen Karriere hinzufügen konnte. Er ist zuvor aber zwei Stunden unglaublich dunkel und teils ärgerlich schlampig ausgeleuchtet. Zudem bietet er 90 Minuten lang eine zähflüssige, unnötig komplizierte und dennoch zu Tode erklärte, vollkommen drehbuchverzettelte Story, bei der die meisten schon nach 30 Minuten abschalten werden – zumindest in puncto Aufmerksamkeit. Leider schließt das Franchise mit dem (für mich) schlechtesten Film der Serie ab. Sogar noch unterhalb von Woos ungeliebtem Teil 2. Schade um die grandiosen Teile IV bis VI, deren Qualität hier zu keiner Zeit auch nur annähernd erreicht wird. Immerhin gibt es ein blitzsauberes Bild, sobald es mal mit Helligkeit durchflutet wird. Die UHD Blu-ray kann das noch einmal besser, weil sie leuchtstarke Spitzlichter und kräftigere Kontraste liefert. Beim Ton gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass wir es hier mit einem absolut referenzwürdigen Vertreter in Sachen Dynamik, Bassgewalt und Räumlichkeit zu tun haben.
Ach ja: Falls jemand das Steelbook originalverpackt zum Selbstkostenpreis haben möchte, der darf sich gerne melden.
Schaut euch gerne auch mein YouTube-Review zum Film an, das noch mehr Screenshots und mehr subjektiven Filmtalk liefert. Lasst gerne ein Like/Abo/Kommentar da, würde mich freuen.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 90%
Tonqualität BD (dt. Fassung): 95%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 100%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%
Bonusmaterial: 60%
Film: 55%
Anbieter: Paramount Home Entertainment
Land/Jahr: USA 2025
Regie: Christopher McQuarrie
Darsteller: Tom Cruise, Simon Pegg, Hayley Atwell, Pom Klementieff, Ving Rhames, Esai Morales, Rolf Saxon, Henry Czerny, Greg Tarzan Davis
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,90:1, 2,39:1
Laufzeit: 170
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 992 Nit
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Paramount Home Entertainment)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.
So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professionelle Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder Ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenzgerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierte Bild”verbesserer” zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie