Blu-ray Review

OT: The Lord of the Rings: The Fellowship of the Ring


Epische Reise auf UHD Blu-ray.
Peter Jacksons legendäre Trilogie erscheint auf hochauflösender Disk. Endlich mit gutem Bild?
Inhalt

Der Hobbit Bilbo Beutlin beschließt, am Tag nach seinem 111. Geburtstag, das Auenland zu verlassen. Allerdings muss er zuvor noch etwas an seinen Neffen Frodo übergeben: einen Ring. Diesen hatte Bilbo 60 Jahre zuvor “gefunden”, nachdem er der Kreatur Gollum aus der Tasche gefallen war. Bei dem Schmuckstück handelt es sich aber nicht um irgendeinen Ring. Nein, es ist DER Ring. Jener Ring, den der dunkle Herrscher Sauron vor 3000 Jahren missbraucht hatte, um seine Macht zu zementieren. Zwar konnte Sauron seinerzeit besiegt werden. Doch nun scheint er zurück zu kommen. Und er schickt seine Diener, die Nazgûl, um den Ring zurück zu holen. Da Frodo deshalb unverhofft in Gefahr gerät, flieht er mit seinen drei Freunden Samweis Gamdschie, Meriadoc Brandybock und Peregrin Tuk aus dem Auenland. Das geplante Treffen mit Gandalf dem Grauen findet jedoch nicht statt. Anstelle dessen treffen die Gefährten auf Aragorn, den Streicher. Einen Menschen, dessen Identität kaum jemand kennt. Aragorn nimmt sich der vier Hobbits an und hält ihre Hand schützend über sie. Gemeinsam macht man sich auf nach Bruchtal, wo es zur Empfehlung des Rates kommt, dass eine Gemeinschaft von neun Gefährten den Ring nach Mordor bringen soll, um ihn zu vernichten. Doch bevor es soweit ist, müssen Frodo, Sam, Aragorn und die anderen tödlichen Gefahren ins Auge sehen …

Ich hab’s schon ein paar mal in Reviews geschrieben und es gilt im ähnlichen Maße auch hier: Was soll man über eine Trilogie schreiben, die ähnlich legendär ist wie Star Wars; die einen Status hat, der mit kaum etwas anderem zu vergleichen ist, was je auf Zelluloid gebannt wurde und dessen Fangemeinde schon jeden Schnipsel an Zeitungsartikeln gesehen und jedes geschriebene Wort im Netz gelesen hat. Viel zu sagen gibt es da eigentlich nicht mehr.
Deswegen eine kleine persönliche Geschichte:
Meine erste Begegnung mit dem kreativen Schaffen von Peter Jackson fand im Jahr 1992 statt. Ohne jede Vorahnung lud mich ein Arbeitskollege in der Mittagspause dazu ein, “irgend so einen heftigen” Film anzuschauen. Die VHS-Kassette lief keine fünf Minuten, bevor ich leider attestieren musste, dass sich mir der Magen umdrehte und er doch besser ausschalten solle. Der Film war Bad Taste, ich noch nicht volljährig. Gesehen hatte ich den Ausschnitt, in dem Barry dem Außerirdischen den halben Kopf weg schießt, woraufhin sich Gehirnmasse an der Jeans des Schützen ansammelt. Und verstanden hatte ich den Film durch den kurzen Ausschnitt nicht im Geringsten.
Das mag heute niedlich sein, weil man (nicht zuletzt durch die Salonfähigkeit von Serien wie The Walking Dead) im Prinzip schon alles gesehen hat. 1992 gab’s noch kein Internet, noch keine Streaming-Anbieter. Es gab fünf deutschsprachige TV-Programme und Videotheken (in die ich noch nicht durfte). Und es gab Raubkopien, die aus aller Herren Länder irgendwie in die VHS-Rekorder der Jugend gelangten. Ich nahm Bad Taste für voll. Ich dachte, das Ding ist ernst gemeint und war schockiert, wie echt die Maske wirkte. Dagegen war Tanz der Teufel nun wirklich eine Lachnummer.

Aber ich war auch neugierig. Und man will ja auch nicht wahrhaben, dass man zu weicheiig gewesen ist, um das auszuhalten. Also lieh ich mir das Tape aus und sah es Zuhause von Beginn an. 90 Minuten später hatte ich den Film und seinen Ton verstanden und war Fan. Fan von Jackson, Fan des Films und Fan von Neuseeland. Denn obwohl der Regisseur aus der Kiwi-Hauptstadt Wellington mit extrem begrenztem Budget über mehrere Jahre hinweg drehen musste, war doch klar, dass die im Hintergrund zu sehende Natur einfach traumhaft sein musste. Fortan sammelte ich alles über den Regisseur, was mir irgendwie in die Finger kam. Und freilich war ich in der ersten Kinovorstellung von Braindead, der im Sommer 1993 anlief. Ebenso ging es dann mit Heavenly Creatures und natürlich mit The Frighteners 1998. In dem Jahr stand dann auch fest, dass mein erster Auslandsurlaub nicht irgendwohin gehen sollte, sondern nach Neuseeland. Was ich damals nicht wusste: Während der vier Wochen meiner Anwesenheit auf Nordinsel und Südinsel fanden die Dreharbeiten zu Der Herr der Ringe statt.
Ich weiß nicht, ob ich zum Drehort-Spanner geworden wäre (vermutlich nicht), aber das Bewusstsein, zur gleichen Zeit dagewesen zu sein, wäre schon cool gewesen. 2007 holte ich bei meinem zweiten Trip ins Land von Kiwis und Maoris dann nach, was ich 1999 verpasst hatte: Ich besuchte den Weta Workshop in Wellington und durfte einen Blick auf die versammelten Oscars werfen, die im Konferenzraum aufgebahrt standen. Eine Führung durch die heiligen Hallen WÄRE möglich gewesen. Wenn da nicht gerade zu diesem Zeitpunkt ein gewisser James Cameron seinen Avatar produziert hätte und alles “streng geheim” gewesen wäre. Nun denn, es sollte ihm vergönnt sein.

Jetzt kann man sich vielleicht ungefähr vorstellen, mit welchen Erinnerungen und Gefühlen ich im Kino saß, als Die Gefährten dann endlich in den Kinos anliefen. Von der ersten Sekunde an, provozierten die Filmbilder einen Erinnerungsmoment nach dem anderen. Ich konnte die Wiesen riechen, den Wind spüren und die Vogelgeräusche hören. Der Herr der Ringe war nicht mehr nur irgendein Film für mich, er war der EINE Film (okay, in drei Teilen).
Er war aber noch viel mehr. Denn was Jackson innerhalb von Sekunden schaffte, war, mich in eine Welt und Stimmung zu versetzen, die von den Büchern nie erreicht wurde. Die Trilogie von Tolkien hat mich nie erreichen können. Den ersten Teil habe ich mehrfach angefangen und konnte mich nie durchquälen. Ohne despektierlich gegenüber all den Fans der Bücher zu sein (es sei jedem vergönnt, sie zu lieben und zu ehren), mich hat Tolkiens Schreibe nicht packen können.
Sehr wohl aber die Filme. Es mag nach wie vor Liebhaber der Bücher geben, die mit den Verfilmungen nichts anfangen können, doch alles in allem hat vermutlich noch kein Regisseur geschafft, bei einer Adaption eines Weltklassikers der Literatur so nachhaltig Film- UND Buchfans unter einen Hut zu bringen.
Nehme ich mal die romantischen Urlaubsgefühle aus der Bewertung heraus, gibt es in meinen Augen bis heute auch nur einen Kritikpunkt an der Trilogie. Und das ist die Fehlbesetzung der Hauptfigur. Elijah Wood ist ein guter Schauspieler. Er hat viele sehr gute Filmrollen gespielt. Bei Frodo jedoch scheiterte er und große blaue Kulleraugen reichten dann auch nicht aus, um diesen Eindruck zu besänftigen. Dass das für den Film an sich nicht kritisch ist, spiegelt wider, auf wie vielen Ebene Der Herr der Ringe ganz vorzüglich funktioniert. Denn alleine seine generelle Besetzung ist ein Fest. Ian Holm als Bilbo, Hugo Weaving als Elrond, Ian McKellen als Gandalf, Cate Blanchett als Galadriel und die Legende Christopher Lee als Saruman – da kann man schon mal etwas in Ehrfurcht versinken. Dass die Filme dann auch noch dem seinerzeit fast unbekannten Orlando Bloom zu Starruhm und den schon lange aktive Viggo Mortensen endlich zum Durchbruch verhalfen, ist ein schöner und verdienter Nebenaspekt. Wer sich schon mal durch das stundenlange Bonusmaterial der DVDs und Blu-rays geschaut; wer die Audiokommentare gehört hat, weiß, wie viel Arbeit, Zeit und auch Aufopferung von allen Teilnehmern in die Trilogie gesteckt wurde. Und der weiß, dass die Dreharbeiten unter den Kollegen zu echten Freundschaften führten. Möglich, dass es solche eine Produktion in dem Format, dieser Größe nie mehr wirklich geben wird. Die deutschen Kinozuschauer dankten es mit fast 12 Mio. Zuschauern. Werte, die heute kein Film mehr erreicht (auch nicht vor Covid-19) und die zuletzt gerade mal ein Avatar erzielen konnte. Kein Wunder, dass noch heute die Fans der Filme einmal im Jahr ins Regal greifen und sich die Trilogie heraus nehmen. Selbstverständlich in den erweiterten Fassungen. Und, wer genug Sitzfleisch hat, am Stück. So wie der Autor dieser Zeilen.

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- Dieser Artikel hat Deutsche Sprache.
Bild- und Tonqualität BD

Für die Blu-ray der Extended Edition von Die Gefährten, die hier zum Vergleichstest mit den UHD-BDs herangezogen wurde(n), ging man noch mal zurück und revidierte das Ergebnis der ein Jahr zuvor erschienenen Blu-ray der Kinofassung. Diese litt seinerzeit unter starker Rauschfilterung und häufig eher schwachem Schwarzwert.
Die Blu-ray der Extended Edition sorgte dann jedoch für starke Verwunderung, denn sie kam mit einem komplett neuen und anderen Color Grading – und das unter expliziter Absegnung von Peter Jackson und Kameramann Andrew Lesnie. Von nun an musste man also damit leben, dass der erste Teil der Ringe-Trilogie deutlich grün gefiltert erschien. Das ist zwar mal weniger bis gar nicht auffällig (monochrome Anfangsszenen, das Treffen mit Elrond nach 90 Minuten oder auch die Szenen bei Balins Grab), mal aber sehr deutlich [alle Szenen im Auenland (Gandalfs Umhang bei 15’40 ist bald nicht mehr grau, sondern fast grün) sowie die nun grün eingefärbten Schneedecken auf den Bergen – bspw. direkt zu Beginn von Kapitel 5 auf Disk II]. Man vermutete, dass Jackson seine Gefährten optisch an Der Hobbit: eine unerwartete Reise angleichen wollte, dessen grüner Look jedoch differenzierter und harmonischer erscheint. Besonders skurril wird das dann, wenn man in den folgenden Filmen ein paar Rückblicke des ersten Teils sieht, die nicht vom grünen Grading betroffen sind und komplett anders aussehen. Hier fällt dann noch zusätzlich auf, dass die BD vom ersten Teil in den wärmeren Höhlen-Szenen deutlich orangelastiger ausfällt – gut zu vergleichen bei 41’10 Disk II vs. 1’49 Disk I von Die zwei Türme.
Die gute Nachricht: Massive Rauschfilterung bis hin zu wachsigen Gesichtern der vorherigen Blu-ray waren mit der Extended Edition weitgehend beseitigt. Auch die Körnung des analogen Ausgangsmaterials kam wieder ein wenig zurück. Natürlich blieben bewusste softe Elemente – beispielsweise in den Szenen mit den Elben, die allerdings schon kameraseitig mit entsprechender Filterung in diesen Look gebracht wurden.
Nicht ganz so schön sind jedoch Szenen, die in der Tiefe etwas matschig bleiben, wie der Eintritt Frodos in Bilbos Heim bei 36’22. Auf der anderen Seite gibt’s schon mal ein paar Szenen mit leichter Nachschärfung, die dann arg krisp aussehen. Und, obendrauf, setzt es vor allem in den sehr blaugrünen Sequenzen bei Saruman nach knapp 70 Minuten deutliches Black Crush mit Mängel in der Durchzeichnung. Insgesamt also eine eher durchwachsene Vorstellung.

Der Ton von Herr der Ringe: Die Gefährten hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zunächst fand man ihn seinerzeit als Dolby Digital 5.1 EX auf der DVD, wo er für eine DD-Fassung wirklich kräftig zugepackt hat. Als die erweiterte Fassung dann auf DVD erschien, hat man zusätzlich zum notwendigen PAL-Speedup (24fps auf 25fps) den Ton in der Höhe korrigiert, damit er nicht (wie üblich beim Speedup) etwas zu hoch klingt. Eigentlich ein löbliches Unterfangen, das jedoch in mitunter etwas ungleichmäßig klingender Musik resultierte. Ausgehend von diesem Mix wurde dann auch die Blu-ray gemastert. Nur dass man vergaß, dass der Ton bereits in der Höhe korrigiert war. Für die BD, die mit 24fps läuft, wurde dann fälschlicherweise die Tonhöhe noch einmal herunter korrigiert (gepitcht). Das führte dann zu hörbar tieferen/langsameren Stimmen, was für das Ohr deutlich unangenehmer ist als zu hohe Stimmen und auch akustisch nicht sauber klang. Warner musste korrigieren und versendete einige Wochen später Austauschdisks, deren Ton dann wieder nach oben korrigiert wurde. Offenbar ist während dieser ganzen Prozesse aber auch die Dynamik verloren gegangen. Denn wo die Kinofassung auf DVD seinerzeit wirklich satt zupackte, blieb davon auf der Blu-ray nicht mehr allzu viel übrig.
Gut zu erkennen/hören beim Bass-Sweep ab 4’15, nachdem Sauron zerspringt. Die dts-HD-Master-Fassung der Blu-ray lässt hier im Gegensatz zur alten DD-Version der DVD deutlich Federn. Wie gut es klingen kann/sollte, hört man, wenn man auf den O-Ton wechselt, der hier das potente Heimkino in den Bereich seismischer Aktivität versetzt. Da wackeln Hosenbein und Heimkinositz – und das ganz ohne Butt-Shaker. Der deutsche Sound mag okay sein. Vielleicht sogar ganz gut, wenn man ihn mit anderen Filmen der Zeit vergleicht. Aber durch das ständige Hin und Her mit Korrekturen litten Qualität und Dynamik spürbar. Während die reine Räumlichkeit immer noch Spaß macht (bspw. während Gandalfs Feuerwerk), fehlt es durchweg an echtem Tiefbass und auch die Stimmen klingen etwas dünn und tonal etwas aufgeregt – ausgewogen jedenfalls geht anders. Vor allem, wenn es akustisch unübersichtlich wird – also bspw. in den Actionszenen oder auch während des Feuerwerks nach 23’30, sind die deutschen Dialoge nicht wirklich schön anzuhören. Der Fairness halber sei gesagt, dass die Stimmen im O-Ton bisweilen auch ihre Probleme haben und gerade im Falle von Merry und Pippin ein wenig dünnwandig sind. Und, wie gesagt: Wenn man insgesamt fair bleibt, ist die Räumlichkeit oftmals gelungen – geradezu großartig ist die Stimme des Nazgul bei 34’42, die unheimlich von den Rearspeakern flüstern.
Bild- und Tonqualität UHD

Die Gefährten wurde mit unterschiedlichen Arriflex-Kameras vor 20 Jahren auf 35mm analog gefilmt und noch komplett traditionell photochemisch entwickelt – auch das Color Timing.
Im Vorfeld und auch rund um die Veröffentlichung der 4K-Fassung der Herr der Ringe Trilogie war zu lesen, dass man wohl noch einmal zurück ging, einen neuen 4K-Scan des Materials durchführte und das Color Grading mit modernen Maßstäben anpasste. Dieser Vorgang wurde aktiv von Peter Jackson begleitet und überwacht, wie man sehr schön im verlinkten Video sehen kann. Jackson ging es beim 4K-Remastering also augenscheinlich nicht zwingend darum, das letzte bisschen an Schärfe zu generieren, sondern darum, einen konsistenten Look über alle sechs Filme zu erreichen, dabei aber so filmisch authentisch wie möglich zu bleiben. Die größte Herausforderung dabei war, die VFX halbwegs anschaubar in das neue 4K-Material zu integrieren, damit sie nicht zu stark (negativ) sichtbar heraus stachen. Hier ging man soweit, digital einige Makel heraus zu arbeiten und sie zu entfernen. Das sollte sie an den Standard heutiger Effectshots angleichen. Erledigt wurden die Arbeiten übrigens im neuseeländischen Postproduktions-Studio Park Road. Obendrauf gab’s dann noch HDR10, Dolby Vision und einen im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum.
So viel zu den verfügbaren Infos.
Anhand des finalen Ergebnisses darf allerdings angezweifelt werden, dass es ein neuerliches 4K-Master überhaupt gegeben hat. Bevor es detailliert in die Beschreibung der Bildqualität geht, ist ein sehr eindeutiges Indiz dafür, dass kein Scan in 4K vom Original-Negativ vorgenommen wurde, die Tatsache, dass das Framing komplett identisch ist. Noch jede Neuabtastung von Filmmaterial, die in den letzten Jahren durchgeführt wurde, hatte am Ende einen zumindest geringfügig anderen Bildinhalt im eigentlichen Rahmen des bekannten Seitenverhältnisses zum Resultat. Es ist praktisch nicht möglich, dass der Frame eines neuen Scans identisch ist mit jenem eines älteren Scans – es sei denn, jemand hat sich die Mühe gemacht, die Frames exakt aufeinander anzugleichen. Bei 24 Bildern pro Sekunde und Filmen mit einer Laufzeit von dreieinhalb bis fast vier Stunden erscheint das aber mehr als unwahrscheinlich. Nun zur Praxis. Denn in der ist das Ergebnis … sagen wir: Durchwachsen.
Während bisher sämtliche Rezensionen (gerade in den USA) äußerst positiv ausgefallen sind, muss man leider Kritik anbringen. Denn offenbar bedeutet die Aussage, dass man die sechs Filme optisch aneinander angeglichen hat, auch, dass man die analog gedrehten HdR-Filme teils digitaler aussehen lässt. Und das geht in der Regel nur mit einer Minderung der Körnung, was wiederum über eine Rauschfilterung geschieht. Das KANN drastische Formen annehmen wie seinerzeit bei Predator in der Hunter Edition. Das kann moderat ausfallen oder aber irgendwie inkonsistent. Letzteres scheint bei Die Gefährten der Fall zu sein. Es gibt viele filmische Szenen mit ansprechender Körnung und es gibt immer wieder Momente, in denen ein offensichtlich eingesetzter Rauschfilter richtig erbarmungslos zuschlägt. Teils, und das ist dann wirklich nicht zu erklären, sogar innerhalb von bestimmten Szenen nach Schnittwechseln. Und leider, so ehrlich muss man sein, nimmt es bisweilen sehr aquarellartige Formen an (Frodo und Sam bei 86’30 oder Abschied von Galadriel bei 63’30).

Hinzu kommt, dass die digital kreierten VFX das Ganze nicht unbedingt danken. Der Gedanke, dass diese durch eine Rauschminderung des analogen Filmmaterials im Look etwas angeglichen sind, da sie eh nicht so scharf und detailliert waren, wird immer dann ad absurdum geführt, wenn sie (wie teils der Fall) aussehen, als hätte man sie mit einem Pritt-Stift ins Bild geklebt (4’35, Disk II). Obendrauf sorgt der HDR-Effekt schon mal für zu helle Oberflächen auf Gebäudedächern und lässt das Wasser des Wasserfalls wie bei einer Langzeitbelichtung wirken (86’44). Hinzu kommt noch jene Stelle, in der Legolas Gesicht sich im Laufen zu verformen scheint, was einen ganz seltsamen Gummi-Gesicht-Effekt ergibt – allerdings ein Manko, das exakt so schon auf der Blu-ray ebenfalls zu sehen ist und deshalb nicht der UHD-BD-Umsetzung anzulasten ist (Disk 2: 44’12)
Es sei dazu gesagt: Es gibt auch sehr soft wirkende Shots, die das über die Blu-ray im direkten Vergleich auch schon waren. Hier muss man differenzieren, was neu hinzugekommen ist und was bereits im Ursprungsmaterial so angelegt gewesen zu sein scheint (Disk 2: 12’38). Aber es gibt auch Positives zu vermelden: Der von der Extended Edition Blu-ray gefürchtete Grünstich ist beseitigt. Und zwar restlos. Das neue Grading zeigt den ersten Teil der Trilogie befreit von jeglicher Grüntendenz. Die Szenen bei Gandalfs Ankunft und seinem ersten Treffen mit Bilbo sind nun mustergültig neutral und mit wunderschöner Farbdifferenzierung versehen. Die Blumen blühen kräftig pink und Gandalfs Hut ist richtig grau, nicht grüngrau. Sieht man sein Gesicht vor blauem Himmel, ist dieser nun nicht mehr cyan, sondern wirklich himmelblau.
Und eigentlich beginnt es auch grundsätzlich sehr schön. Die Aufnahmen des Gießens des Rings weisen schönes filmisches Korn auf, die Karte bei 1’38 wirkt durch HDR strahlender, kontrastreicher und deshalb etwas dreidimensionaler, ebenso wie es dank HDR viel mehr Durchzeichnung beim Feuer vor Saurons erstem Auftritt gibt (1’59). Ähnlich viel besser ist die Durchzeichnung im Schwarz, die beim Anblick auf den von Lava gespaltenen Berg noch im Vordergrund Details zeigt, die von der BD einfach verschwiegen werden (32’10). Die Kontrastierung gerät durch die Bank harmonischer und vermeidet einen Black Crush effektiv. Die von der Kamera damals bereits scharf eingefangenen Close-ups sind das nun ebenso, auch wenn sich im direkten Vergleich kein echter Auflösungsvorsprung zeigen mag, was (neben dem Framing) eher darauf schließen lässt, dass auch das analog gefilmte Material “nur” hochskaliert und nicht nativ 4K gescannt wurde. Lediglich ein paar wenige Aufnahmen wirken deutlich höher aufgelöst, was aber im Falle der Szene nach 14’43 auch daran liegt, dass die Blu-ray hier maximal auf DVD-Niveau mit 576p liegt, wenn man sich die massiven Treppenstufen an den Blättern und Ästchen ansieht, die sich im Wind bewegen. Nach wie vor gibt es außerdem Szenen, die schon ursächlich nicht sonderlich scharf sind und auf der UHD-BD auch nicht besser aussehen als auf der Blu-ray (Gandalf und Bilbo ab 26’11).
Dolby Vision, im Übrigen, betont Highlights etwas mehr, bleibt aber relativ nahe beim Look von HDR10.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD ist deutlich wärmer abgestimmt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Ganz anders die UHD-BD, die hier wesentlich mehr Durchzeichnung liefert und Sauron von Grüngelb nach Goldgelb “umfärbt”.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Wesentlich neutraler dagegen die UHD-BD.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Endlich wieder graue Haare, grauer Umhang und natürlichere Naturfarben über die UHD-BD.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Erstaunlich, wie viel neutraler die UHD-BD das darstellt. Im laufenden Bild fällt hier zudem auf, dass die UHD-Scheibe viel besser durchzeichnet und harmonischer kontrastiert ist.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Nun ist Schnee endlich wieder weiß.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … und wie matschig gefiltert die UHD-BD.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das Bild der UHD-BD gleicht hier eher einem gemalten Bild.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … schlägt der Rauschfilter hier voll zu und verwandelt die Szene in ein Wachsfigurenkabinett.

Während die UHD-Blu-rays nach wie vor mit dem identischen deutschen Ton der alten Blu-rays kommen, erfährt die englische Fassung eine Änderung von DTS-HD Master auf Dolby Atmos. Es gesellt sich also eine dedizierte Höhen-Ebene hinzu und die Kodierung ändert sich.
Auf der regulären Ebene fehlt es im direkten Vergleich zur bisherigen dts-HD-Master-Fassung etwas am allerletzten Tiefbass. So ist der Sweep bei Saurons Explosion immer noch beeindruckend, hinten raus aber nicht mehr ganz so rumorend. Wie gesagt: Das ist immer noch beeindruckend (besonders bei ungefähr Minute 34) und besser als beim spürbar magereren deutschen Ton, aber das letzte Quäntchen Bums fehlt, wohingegen die Hobbit-Trilogie in ihrer Atmos-Mischung tiefer hinab reichten. In Sachen 3D-Sound hat man bei Die Gefährten direkt Galadriels Stimme im Intro schön schmeichelnd nach oben gelegt. Auch das Wasserglucksen bei 5’54, wenn der Ring gefunden wird, kommt authentisch aus den Heights. Die Filmmusik selbst spielt in Anteilen stets auch von oben mit und Gandalfs Feuerwerk spratzelt ab 21’43 immer mal wieder aus den Heights und erlebt bei 23’05 seinen Höhepunkt. Ganz großartig ist Gandalfs düsterer Auftritt bei 27’47, wenn er Bilbo bzgl. des Rings ermahnt. Erneut ist es Gandalfs Stimme, die sich die Geschichte des Rings vorliest und in unseren Köpfen (also auch von oben) zu hören ist (33’36). Während der nächsten 20 Minuten hört man dann mal Krähen von oben oder die wirbelnden Geräusche, wenn Saruman Gandalf ein paar Etagen nach oben auf den Turm schleudert. Auch das kreischende Geräusch der Nazgûl dringt von oben herab (55’14) und während der Actionszenen in der folgenden halben Stunde kommen auch immer mal wieder dedizierte Signale aus den Heights. Auf Disk 2 gewechselt, hört man nach 6’50 sehr deutlich und atemberaubend die Krähen über die Köpfe hinwegfliegen und wenn Boromir den Ring aufhebt, rasselt es oberhalb der Kamera. Vehement geht es zu, wenn bei 9’45 gleich mehrfach Felsbrocken brechen und zu Boden gehen und kurz darauf der Wind um die Nasen unserer Protagonisten fegt. Während des Kampfes mit dem Kraken gibt’s die nächsten 3D-Sounds und erneut wuchtigen Tiefbass, der dem der alten DTS-HD-Masterspur nun nicht mehr nachsteht und bei dem niemand etwas vermissen dürfte. Während des Kampfes mit dem Troll hat der Bass wieder gut zu tun und jeder Hieb, der schwungvoll über die Kamera ausgeführt wird, sorgt für 3D-Signale. Wenn mal ein Schrei von oben kommt, sitzt auch der korrekt oberhalb der Kamera verortet. Soll bedeuten: Hier hat sich jemand wirklich Gedanken gemacht, wie man Atmos abmischt und nicht einfach “irgendwas” nach oben gepackt. Klasse sind die krabbelnden Orks, die nach 35 Minuten auf Disk zwei die Säulen runter klettern und dabei das Geräusch von 1000 Ameisen im Ohr machen. hört man den Balrog dann aus der Entfernung, frisst er sich bereits satt hinein, in die Höhenspeaker und verfestigt dies, wenn er formatfüllend zu sehen ist. Für einen mittlerweile 20 Jahre alten Film ist die Atmos-Umsetzung wirklich hervorragend und sehr bewusst umgesetzt worden und macht durchweg Spaß.

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Bonusmaterial
Keins vorhanden. Eine 4K Ultimate Collector’s Edition aller sechs Filme des Universums inkl. Bonusmaterial ist für Mitte 2021 (in den USA) angekündigt.
Fazit
Da ist sie also nun, die wohl am sehnlichsten erwartete UHD-Blu-ray-Scheibe seit es das Format gibt. Und sie ist gut geworden. Von der Farbgebung und der Kontrastierung her um Längen besser als die alte Blu-ray. Sie hat aber auch ein paar unverständliche Probleme in Form vereinzelter Szenen, die einem unverständlich hohem Maß an Rauschminderung unterzogen wurden. Der dadurch in diesen Szenen entstehende Aquarell-Look ist wahrlich nicht schön und alles andere als filmisch. Wenn Jackson das Material so abgenommen hat, mag er in diesen Sequenzen die Augen zugedrückt haben.
In Summe unverständlich ist es deshalb, weil Die Gefährten über weite Strecken einen schönen filmischen Look hat, der durch seine HDR-Dynamik immer wieder Vorteile zeigt und diese Rauschminderung in den betreffenden Szenen überhaupt nicht nötig gehabt hätte, um sich an irgendetwas anzupassen. Wer empfindlich auf Rauschfilter reagiert, dem werden sich in den genannten Szenen die Nackenhaare aufstellen. Wer anhand des ansonsten durchaus stimmigen Bildes darüber hinwegsehen kann, der bekommt das gegenüber der Blu-ray wesentlich besser kontrastierte und neutralere Bild, das eigentlich eine deutlich bessere Note verdient gehabt hätte, wenn es nicht zwischendurch so deutlich aus dem Tritt geraten würde.
Schade, dass der deutsche Ton beim Altbekannten verharrte, während die Originalfassung eine mehr als lebhafte und sehr dynamische Atmos-Mischung bekam.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (2012): 65%
Bildqualität UHD: 75%
Tonqualität UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 90%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 70%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%
Bonusmaterial: 0%
Film: 100%
Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA/NZ 2001
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Elijah Wood, Sir Ian McKellen, Liv Tyler, Viggo Mortensen, Sean Astin, Cate Blanchett, John Rhys-Davies, Billy Boyd, Dominic Monaghan, Orlando Bloom, Christopher Lee, Hugo Weaving, Sean Bean, Sir Ian Holm, Andy Serkis
Tonformate BD (2011): dts-HD-Master 6.1: de, en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-Master 6.1: de
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 228
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: ?? (vermutlich Nein)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 602 Nit
FSK: 16
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots:© 2001-2003 New Line Productions, Inc. © New Line Home Entertainment, Inc. The Lord of the Rings, the names of the characters, events, items and places therein, are trademarks of The Saul Zaentz Company d/b/a Tolkien Enterprises under license to New Line Productions, Inc. All rights reserved.)
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