Blu-ray Review


OT: Dune: Part Two


Känguru-Maus
Lang erwartet, endlich da: Teil zwei des großen Kinoepos von Denis Villeneuve.
Inhalt

Das Jahr 10199: Die Schlacht um Arrakis ist vorbei, die Harkonnen hatten die Atreidis praktisch ausgelöscht und den Planeten zurückerobert. Paul und seine Mutter Lady Jessica sind dem Überfall der Harkonnen entkommen, während Pauls Vater Leto beim Versuch, den Baron zu vergiften, in einem letzten Akt der Aufopferung starb. Um in der Wüste zu überleben, hat sich Paul den Fremen angeschlossen, nachdem er ein Duell mit Jamis gewonnen hatte. Stilgar sieht in Paul gar den „Lisan al-Gaib“, den lang erhofften Messias. Nach einem Initiationsritual, bei dem Paul auf einem Sandwurm reitet, wird er vollständig in das Volk der Fremen aufgenommen. Lady Jessica ersetzt derweil durch ein weiteres Ritual die bisherige Bene-Gesserit-Mutter. Paul jedoch hat schlimme Visionen von einem Heiligen Krieg auf Arrakis. Gemeinsam mit den Fremen macht er sich daran, die nun wieder von den Harkonnen betriebenen Spice-Anlagen zu sabotieren. Immer wieder gelingen ihnen dabei Erfolge. Doch der Baron lässt diese Verluste nicht auf sich sitzen und holt mit na-Baron Feyd-Rautha seinen besonders sadistischen potenziellen Nachfolger, um sich ein für alle Mal der Fremen zu entledigen …

Es hatte lange gedauert, bevor man sich ein zweites Mal an eine Kinoadaption von Frank Herberts Wüstenplanet gewagt hatte. 37 Jahre, um genau zu sein. Fast vier Jahrzehnte, in denen man das Wagnis, noch einmal so in die Falle eines kolossalen Flops zu treten, wie es damals bei Lynchs Dune der Fall gewesen war, nicht mehr eingehen wollte. Doch eines Tages war’s dann so weit. 2017 bekam der Franko-Kanadier Denis Villeneuve den Auftrag für eine Neuverfilmung, die er in zwei Teilen angehen wollte. Das war in etwa zur gleichen Zeit, in der Villeneuve sich an die Fortsetzung eines weiteren SciFi-Kultklassikers gewagt hatte: Blade Runner 2049. Trotz des zweifelsfreien Talents des Regisseurs, der schon zuvor mit Prisoners, Enemy und Sicario gezeigt hatte, was in ihm steckt, war’s weiterhin kein Selbstläufer. Und so ist es kein Wunder, dass man außerdem die Nachwirkungen von Covid-19 abwarten wollte und Dune Part I verzögert ins Kino brachte. Villeneuves Version des Wüstenplaneten war DAS große Kinoereignis im auslaufenden Jahr 2021 und wurde sehnlichst erwartet, nachdem man die Dreharbeiten bereits zwei Jahre zuvor abgeschlossen hatte. Ich erinnere mich allerdings an das Wackelspiel bezüglich der Einnahmen. So wollte man offiziell erst grünes Licht für die Fortsetzung geben, wenn der erste Teil seine Kosten inkl. Marketing wieder eingespielt hatte. Fans, die der Film von der ersten Sekunde im Kino an gewann, mussten also bangen, ob das offene Ende überhaupt abgeschlossen werden würde und man vor allem die Sandwürmer und den Kampf um Arrakis noch auf der Leinwand würde erleben können. Als es schließlich feststand (Dune hatte mit 400 Mio. Dollar rund 100 Mio. Dollar mehr eingespielt als unbedingt nötig), hörte man weltweit Steine von Fanherzen plumpsen. Die Fans dankten es mit einem noch zahlreicheren Besuch der Fortsetzung (selten genug) und das Einspiel für Dune: Part Two summierte sich auf weltweit 700 Mio. Dollar.

Und das zu Recht! Was Villeneuve gemeinsam mit Kameramann Greig Fraser hier an atemberaubenden Bildern erzeugt, sucht seinesgleichen. Da der zweite Teil maßgeblich auf Arrakis spielt, bekommt man unglaublich viel Weite zu. Dazu gesellen sich grandiose Raumschiff- und Technikdesigns sowie atemberaubende Aufnahmen der Sandwürmer. Inhaltlich war der erste Teil so etwas wie eine Hinführung zum großen Kampf zwischen den Fremen und den Harkonnen. Während die Kämpfe des ersten Teils bestimmt werden durch den Hinterhalt und den Aufmarsch der imperialen Kampftruppen, beginnt Dune: Part Two seine kriegerischen Szenen im Stile einer Guerilla. Die Fremen können den Verteidigungslinien der Harkonnen aufgrund ihrer Gebietskenntnis und der Fähigkeiten, praktisch aus dem Nichts heraus aufzutauchen, immer wieder schmerzhafte Nadelstiche versetzen. Dieser Kampf des David vs. Goliath zeigt bereits biblische Ausmaße, deren religiöse Untertöne noch durch die Messias-Prophezeiungen und -Analogien Paul betreffend untermauert werden. Dune: Part Two ist mehr noch als der Vorgänger ein auf Religions-Motiven fußender Film, der allerdings auch auf die Gefahren des religiösen Fanatismus hinweist. Wir bekommen es mit Begriffen wie „Schöpfer“, „Heiliger Krieg“ und „Messias“ zu tun, während selbst die Feinde die Macht des Glaubens erkennen. Als der Imperator davon ausgeht, dass er die Fremen und ihren Propheten mit seinen gewaltigen Armeen vernichten könnte, bekommt er von seiner Tochter zu hören, dass er die Macht des Glaubens nicht unterschätzen solle. Bei den Fremen in den südlichen Regionen herrscht gar der Grundsatz, dass dort „… nichts ohne Glauben überleben kann“. Die Hoffnung dieser seit Jahrzehnten unterdrückten und an die Prophezeiung glaubenden Fremen basiert einzig auf ihrem Glauben an einen neuen Messias; einen Erlöser, der sie einst erretten und ins Paradies führen würde. Etwas klischeehaft wird’s allerdings, wenn man bedenkt, dass der Glauben an die Prophezeiung von den Bene Gesserit in die Welt gesetzt wurde, um die Menschen auf Arrakis zu manipulieren und kontrollieren können. In Chani und den skeptischen Fremen des Nordens stellt Dune: Part Two den Gegenpart gegenüber, wenn Chani an einer Stelle sagt, dass, wenn man die Menschen kontrollieren will, man ihnen einen Messias geben muss – frei nach Lenins Uminterpretation des marx’schen Originalspruchs: „Religion ist Opium fürs Volk“.

Und bevor man mir an dieser Stelle vorwirft, ich reite bei einem Unterhaltungsfilm auf dem Thema Religion rum – Religiosität, Spiritualität und Esoterik lugen fast bei jedem Dialog des Films um die Ecke. Mehr noch, ja deutlich mehr noch als im Vorgänger. Während der ersten 30 Minuten geht’s um praktisch nichts anderes als Erlösung, Errettung, das Beten der religiös verquasten Süd-Fremen und das Esoterisch-Spirituelle von Lady Jessica. Die kann nach dem Genuss des Gifts nun auch noch mit ihrer ungeborenen Frucht kommunizieren und scheint darüber fast wahnsinnig zu werden. Das spannende Gegengewicht ist dabei, dass der Film schildert, wie unkritische Heldenverehrung dazu führen kann, dass wir etwas werden, was wir hassen. ACHTUNG SPOILER:

Erzählerisch ist Dune: Part Two über nicht gerade kurze Strecken noch ruhiger und dialogzentrierter als sein Vorgänger. Das führt mal zu wirklich bewegenden Momenten, wenn Paul und Chani sich näherkommen, mal wirkt der Esoterikanteil aber auch ein wenig anstrengend.
Dass Villeneuve abseits davon nicht vergessen hat, wie man Action inszeniert, zeigt er während der eingestreuten Attacken auf die Spice-Harvester. Was er hier abfackelt, macht auch aufgrund des grandiosen Sounddesigns unheimlich viel Spaß. Gut, man sollte die Logik nicht strapazieren und sich fragen, ACHTUNG SPOILER:
Bild- und Tonqualität BD

Wie im Kapitel Bildqualität UHD erklärt, nutzten Denis Villeneuve und sein Kameramann Greig Fraser die gleiche Technik, um einen analogeren Look zu erzeugen. Man hat allerdings den subjektiven Eindruck, dass die feine Körnung hier noch einmal weniger auffällig ist. Was man dem Bild der Blu-ray von Dune: Part Two durchweg attestieren kann, ist ein super filmisches Erlebnis, das dennoch scharfe Close-ups zeigt und gut aufgelöst ist. Gehen wir aber zunächst auf das möglicherweise größte Problem der Disk ein, das Encoding. Meist geht es in Ordnung. Allerdings zeigen sich in besonders schwierigen Momenten (Sonnenfinsternis über Arrakis) ganz leichte Ungleichmäßigkeiten in der feinen Körnung des Materials und es kommt gelegentlich zu Kompressionsproblemen. Auch dezentes Banding ist zu erkennen, wenn man während der Embryoszenen genau hinschaut. Grund hierfür könnte sein, dass man aufgrund des stattlichen Bonusmaterials, das mit auf der Single-Blu-ray gelandet ist, die Komprimierung etwas drastischer einstellen musste. Zwar nimmt der Filmstream immer noch gut 34 GB an Material ein, ist aber eben 166 Minuten lang. In Anbetracht dieser Tatsache und auch jener, dass hier permanent zwischen Wüstensand, Sandwüste, Staubsand und … ähm … Sandstaub differenziert werden muss, ist das Encoding allerdings erstaunlich gut umgesetzt worden. Wie gut die BD bis in die Tiefe hinein auflöst und wie gut das Encoding da durchaus noch funktioniert, sieht man im feinen Netzmuster der losen Kopftücher bei 5’03. Kaum einmal, dass die feinen Verwebungen ineinander schmieren. Was überdies hervorragend rüberkommt, sind die Farben. Die Blu-ray ist nie zu gelblich oder orangelastig und bleibt im Wüstenszenario stets Herr über die Situation. Selbst die bewusst stark überbelichteten Oberflächen unter voller Sonneneinstrahlung gelangen noch fast vollständig differenziert zum Betrachter.

Dune: Part Two macht dort weiter, wo der erste Teil aufhörte und setzt noch einen drauf: vor allem im Frequenzkeller. Was der Tiefbass hier beim ersten Auftauchen eines Sandwurms erzeugt, geht ganz tief in den Basskeller hinab und sorgt dort für seismische Aktivitäten. Besitzer der Disk, die mit potenter Anlage in Mietshäusern leben, seien vorgewarnt oder laden am besten direkt die umliegenden Nachbarn zum gemeinsamen Genuss ein. Das Gleiche gilt für die Sequenz nach rund 26 Minuten, wenn die Visionen präsent werden und der Score dermaßen dynamisch anschwillt, dass einem Angst und Bange wird oder auch für die Szene, in welcher der Harvester seine Arbeit zu verrichten beginnt. Beim Besteigen und Reiten des Sandwurms nach gut 55 Minuten setzt der Bass dann endgültig zur Attacke an. Was hier fast eine Minute lang an tieffrequenten Signalen auf den Zuhörer losgelassen wird, grenzt an Körperverletzung. Gänsehaut_Moment in puncto Räumlichkeit beim Schlachtruf der Zehntausend Harkonnen (2’15), der über alle Lautsprecher für eine unglaubliche Weite sorgt. Mitunter sensationell sind die Soundeffekte, die anders sind als alles, was man bisher zuweilen hörte. Wenn aus den Ornithoptern MG-Salven abgefeuert werden, ist das bohrende Geräusch, das die Waffe erzeugt, absolut einzigartig. Geht ein Harvester nieder, wird das von fulminanter Dynamik begleitet und die donnernd-nachwabernden Sounds der Plumpser sind ebenfalls innovativ. Auf der regulären Ebene wäre weniger als die volle Punktzahl hier Frevel. Konzentrieren wir uns auf die Höhen-Ebene und lassen wir noch einmal kurz den ersten Teil wirken, so bot dieser zwar auf der regulären Ebene eine fantastische Leistung, verlor allerdings auf den Heights etwas an schierer Quantität – es gab schlicht nicht allzu viel Gelegenheiten, in denen die obere Ebene mit Signalen versorgt wurde. Wie sieht es hier beim zweiten Teil aus?

Dune: Part Two fängt auf den Heights direkt mit der Beimischung des voluminösen Scores an, der noch einmal stark dynamisch anschwillt, sobald der Filmtitel eingeblendet wird. Nach etwas über fünf Minuten meldet sich erneut ein satter Soundeffekt, bevor der Angriff beginnt. Das sägende Musikgeräusch beim Emporschweben der Schergen nach sechseinhalb Minuten wird ebenfalls prägnant von oben wiedergeben. Und so geht’s mit der Integration der dramatischeren Scoreelemente dauerhaft weiter. Immer dann, wenn es sich visuell und/oder erzählerisch zuspitzt, gibt es satte und dynamische Score-Sounds von oben. Außerdem gesellen sich immer wieder Choräle während der Messias-/Bene-Gesserit-Szenen hinzu. Und nach 34 Minuten kommt das Flüstern gänsehauterregend von oben. Bei 37’18 gibt’s dann den ersten 3D-Sound außerhalb vom immer wieder zu hörenden Score. Das Rattern und Krachen des Harvesters, wenn die Fremen unter ihm hindurch rennen, wurde akustisch korrekt auf die Heights platziert. Nach 55 Minuten, beim Erklimmen des Sandwurms hört man dann sehr aktiv Windgeräusche aus den Höhenspeakern, während der Tiefbass in der unteren Etage alles wegballert, was im akustischen Weg steht. Nach 64 Minuten hört man dann erstmals Ornithopter-Geräusche von oben, die man während der Flugformation aber auch noch etwas hinzumischen können. Denn dort bleibt’s still. Abgewechselt wird es dann erneut von Choralgesängen und Score, denn auch während der Kampfszenen in den Fluggeräten hört man keine 3D-Sounds. Bei 101’46 hört man dann mal ein leises Wuschen, das auf eine Traumsequenz hindeutet. Und so ist es auch akustisch im Prinzip ähnlich wie beim ersten Teil, was die Integration der Höhen-Ebene angeht: Es gibt nur wenige, dedizierte 3D-Sounds, dafür sehr viel Einbindung des Scores. Letzteres dafür umso dynamischer und für Heights schon fast an der Grenze dessen, was die kleineren unter ihnen zu leisten imstande sind. Nach 135 Minuten gibt es noch einmal einen expliziten 3D-Sound, wenn die Explosion Rauschen und knisternden Sand über die Höhenspeaker schickt.

![Dune: Part Two [Blu-ray]](https://m.media-amazon.com/images/I/5113wNEejgL._SL500_.jpg)
- Düne: Teil Zwei
- Produkttyp: PHYSICAL_MOVIE
Bild- und Tonqualität UHD

Dune: Part Two wurde mit der ARRI Alexa Mini LF, aber vor allem auch mit der ARRI Alexa 65 aufgezeichnet. Sowohl die LF als vor allem auch die 65er sind IMAX-zertifiziert, was für die entsprechend vollformatigen Bilder in den IMAX-Sälen sorgte. Denn der zweite Teil wurde tatsächlich komplett im IMAX-Format gedreht, wobei er später (je nach IMAX-Kino) in den Bildseitenverhältnissen von 1.43:1 oder 1.90:1 projiziert wurde. Davon ist auf Disk (wie schon beim ersten Teil, nichts übrig geblieben), da er hier mit dem üblichen Widescreen-Format von 2.39:1 vorliegt. Wie schon beim Vorgänger hat man sich auch bei Dune: Part Two dazu entschlossen, den „film out und scan back“-Prozess zu nutzen, bei dem das digital gedrehte Material auf Film ausbelichtet und dann erneut digitalisiert wird. Dies, um dem Wunsch von Villeneuve zu entsprechen, den Film nicht zu digital-glatt aussehen zu lassen, aber auch nicht zu traditionell-analog. Die Kollaboration fand hier erneut mit Fotokem statt, die für diesen Prozess auch einen Namen definiert haben: SHIFTai (wobei das „ai“ für „analogue intermediate“ steht). Regisseur Villeneuve und Kameramann Greig Fraser sind beide absolut begeistert von dem Look, da er ihrer Auffassung nach dem Film genau die Textur verleiht, die er benötigt; genau die Highlights und Schatten, die man sich gewünscht hatte. Fraser sagt in einem Video-Interview, dass es nicht um „Korn“ ginge, da dieser Prozess ohnehin nicht viel Korn produzieren würde (Fraser spricht von gerade einmal einem Schritt ASA Filmempfindlichkeit). Ein weiterer besonderer Prozess kam dieses Mal noch hinzu, um den speziellen Giedi-Prime-Look zu erzeugen. Die Herausforderung war: Wie macht man es anders, wenn man doch unter den gleichen Bedingungen dreht: tagsüber, draußen und bei Sonnenlicht? Wie sollte man also bewerkstelligen, dass es nicht wie Arrakis aussah?
Die ersten Überlegungen gingen dahin, das Ganze schwarzweiß zu drehen. Doch Fraser experimentierte schon lange mit Infrarot und schlug Villeneuve eine andere Technik vor. Da reine Infrarotkameras zum einen jedoch nicht die notwendige Auflösung bieten und zum anderen Personen, die im Dunkeln aufgenommen werden, immer, wie Fraser sagt, etwas „goulish“ aussähen, wandte der Kameramann einen speziellen Kniff an, um die regulären Alexa-Kameras zu nutzen. Diese haben in aller Regel einen Infrarotfilter, um eben jenes Licht auszuschließen, das bisweilen in die regulären Farben einblutet. Fraser nahm nun diesen Filter wieder heraus, nutzte dafür aber einen, der sichtbares Licht ausschließt (einen Infrarot-Bandpassfilter). Rausgefiltert werden so die ganzen Rot-, Blau- und Grüntöne – also alles, was wir normalerweise mit unseren Augen sehen. Übrig blieben die Infrarot-Frequenzen. So ließ sich der Giedi-Prime-Look mit einer herkömmlichen Kamera erreichen. Man muss zwar die Empfindlichkeit erhöhen, da die Kameras so konzipiert sind, dass sie das meiste Infrarotlicht zurückhalten, aber das ließ sich im Prozess leicht lösen. Die Aufnahmen wurden also bei vollem Tageslicht in Ungarn aufgenommen und wiesen am Ende diesen Infrarot-Look auf, ohne dass die Darsteller wie „Ghouls“ aussehen.

Ausgehend von dem genannten Material wurde Dune: Part Two über ein 4K-DI gemastert und für die Scheibe mit HDR10, Dolby Vision und einem im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraum versehen. In der Praxis zeigt sich die UHD Blu-ray an eben jenen Stellen souveräner, wo die Blu-ray noch leichte Patzer offenbarte. Das Encoding ist durchweg sauberer und löst die ganz feinen Nuancen in der Bildtiefe besser auf. So werden feine Wellen im Sand auch noch dort sichtbar, wo die Blu-ray sie eher verwischt hat (50’39). Auch die Holzstreben oben bei 69’53 sind über die 4K-Disk einzeln erkennbar, während die Blu-ray dort nicht sauber differenziert.
Sieht man davon ab, dass die UHD Blu-ray dezent dunkler gemastert ist, unterscheidet sich das Grading zwischen den beiden Scheiben vor allem während der Sonnenfinsternis zu Beginn. Die 4K-Scheibe bleibt dort eher im Ockerfarbenen, während die Blu-ray ins Rötliche driftet. Während der heller ausgeleuchteten Szenen weist die HDR-Disk wiederum mehr Braunanteile auf und ist noch weniger gelblich als die BD ohnehin schon. Die monochromen Szenen auf Giedi Primus profitieren von der besseren Durchzeichnung auf hellen Oberflächen und sorgen dort für mehr Kontrastdynamik.
In der Folge eine Reihe Screenshotvergleiche zur Verdeutlichung der Unterschiede in Auflösung und Color Grading. Nicht alle sind kommentiert.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … holt die HDR-Disk diese wieder zurück.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … liefert über die UHD Blu-ray mehr erkennbare Poren.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Man sieht deutlich mehr Feinheiten auf der Haut von Zendaya.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sind die Unterschiede etwas weniger auffällig.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zeigt die Einzelheiten sichtbar klarer und dreidimensionaler.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray arbeitet die Farben kräftiger heraus.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden von der HDR-Scheibe kontrastreicher und besser durchzeichnet abgeliefert.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … nimmt die UHD BD eine Art Schleier vom Bild.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Dennoch erscheint die 4K-Disk etwas detaillierter – wenn auch nur aufgrund der besseren Kontrastdynamik.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wird von der UHD Blu-ray tiefer rot wiedergegeben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk ist hier souveräner im Encoding.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray zeigt Wellenlinien im Sand noch, wo die BD sie verschwimmen lässt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk löst hier noch sehr gut auf und zeigt die Abstände zwischen den Latten.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die Kugel zeichnet sich wesentlich deutlicher vorm Hintergrund ab.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … werden die Unterschiede ebenfalls mehr als deutlich. Die HDR-Scheibe ist in der Durchzeichnung von Lichtern wesentlich souveräner.
Bonusmaterial
Das Bonusmaterial enthält insgesamt acht Featurettes, mit denen man tief in die Produktion eintauchen kann. Von den verschiedenen Sprachen, die von den Kulturen gesprochen werden, über das Set-Design und die neuen Ornithopter bis hin zu den Locations und die Beschreibung der Umsetzung, wie man auf den Würmern reitet, bleiben hier kaum Fragen offen.
Fazit
Dune: Part Two bietet zweifelsohne spektakuläre Bilder. Man muss sich aber durchaus auf den unterliegenden religiösen Tenor einlassen, denn beinahe jede Handlung und Motivation resultiert aus diesem heraus. Dabei gelingt Villeneuve eine erstaunlich konsequente Erzählweise des Herbert-Motivs: “Don’t trust your leaders to always be right”. Ein wenig mehr Action hätte es zum Ende durchaus sein dürfen und für mich persönlich funktioniert die Rolle des Paul einfach nicht. Was allerdings maßgeblich daran liegt, dass ich Timothée Chalamet in der Rolle durchweg schwach finde. Gut, dass vor allem der zweite Teil mit starken Nebenrollen glänzen kann, von denen man im Falle von Austin Butler als Feyd-Rautha gerne noch mehr gesehen hätte.
Visuell gefällt die Blu-ray schon sehr gut, wird von der UHD Blu-ray aber in der Durchzeichnung sowie in den Farbkontrasten übertroffen. Der Atmos-Sound ist auf der regulären Ebene absolute Referenz, macht auf den Heights mit viel dynamischem Score Druck, liefert aber kaum dedizierte 3D-Sounds.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD: 85%
Bildqualität UHD: 90%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 90%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 100%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 90%
Bonusmaterial: 80%
Film: 85%
Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 2023
Regie: Denis Villeneuve
Darsteller: Timothée Chalamet, Rebecca Ferguson, Zendaya, Oscar Isaac, Florence Pugh, Austin Butler, Stellan Skarsgård, Josh Brolin, Dave Bautista, Javier Bardem
Tonformate BD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de // Dolby Atmos (DD+-Kern): en
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 164
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 763 Nit
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Bros.)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net
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Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie