Dead End – There’s Only One Way Out

Blu-ray Review

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Mad Dimension, seit 25.07.2014

OT: Dead End aka Hard Shoulder

 


Familienausflug in die Hölle

Auch die Briten haben ihre brutalen Hinterwäldler-Familien …

Inhalt

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Den Familienausflug hatte sich Carl anders vorgestellt

Maddie und Carl zicken sich eigentlich nur noch an. Sie wirft ihm vor, dass er nur noch arbeitet und er begegnet ihr mit Zynismus. Ein gemeinsamer Wochenendausflug mit ihrer Tochter Chloe und dem gemeinsamen Sohn Lucas soll zumindest mal für ein wenig Ruhe vom Alltagsstress und Carls Arbeitgeber ablenken. Doch schon die Fahrt zum Hotel wird zum Irrweg, denn Carl findet den Weg nicht. Als es dunkel wird, tauchen drei abgerockte Vans auf, deren Insassen es scheinbar auf die Familie abgesehen haben. Und richtig: Ein absichtlicher Autocrash später und Carl, Maddie und Chloe baumeln gefesselt von der Decke. Fünf ziemlich degenerierte Gestalten sitzen ihnen gegenüber und scheinen Übles mit der Famlie vor zu haben – vom introvertierten Psychopathen über die abgedrehte Inzestmutter bis zum ultrarassistischen Sadisten sind alle Fraktionen vertreten. Und jede(r) von ihnen hat sein eigenes böses Spielchen mit Carls Familie vor …

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Diggs ist nicht gerade der Typ, mit dem man einen netten Plausch beim Kaffee hält

Wie wohltuend, dass ein Backwood-Horrorthriller mal nicht mit vier bis sechs Jugendlichen beginnt, die in den Semesterferien in irgendeine entlegene Hütte fahren wollen, um dort ausgelassen zu feiern, bis sie auf ein paar zurückgebliebene Hinterwäldler treffen. Wenn ein Genrefilm in England produziert wurde, kann man schon mal darauf setzen, dass die Figuren intensiver und glaubwürdiger eingeführt werden und man sich um ein authentisches Bild bemüht. So auch in Dead End – There’s Only One Way Out. Der fängt an wie ein Familiendrama und entwickelt sich alsbald zum blutigen Terrorthriller. Ungewohnt brutal und roh geht es in Nicholas David Leans Regie-Erstling zu. Dabei ist nicht mal der Blutgehalt gemeint, sondern die dreckige Atmosphäre und die konsequent fiesen Charaktere. Hier werden Erinnerungen an Rob Zombies Terrorfamilie aus The Devil’s Rejects wach – vor allem in der englischen Sprachfassung, bei der Gefluche und Kraftausdrücke nicht so platt rüberkommen, wie bei der deutschen Synchronisation. Schade, dass Untertitel komplett fehlen, denn selbst für Zuschauer, die des Englischen mächtig sind, ist’s zuweilen ziemlich nuschelig und unverständlich.
Ein größeres Problem der Geschichte ist trotz des engagierten Schauspiels aller Beteiligter das mitunter etwas unlogische Verhalten der „Opfer“ während des Kidnappings. Außerdem hätte es zwischendurch auch mal eines positiv-versöhnlichen Aspektes innerhalb der Familie bedurft, damit man eine engere Bindung zu den Figuren aufbauen kann. So bleibt eine gewisse Leere nach dem durchaus überraschenden Ende von Dead End. Das allerdings ist nur dann auch wirklich überraschend, wenn man einen Film aus 2003 noch nicht gesehen hat, der den gleichen Titel trägt – ob’s so schlau war, den ursprünglich geplanten Titel Hard Shoulder doch nicht zu verwenden?

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Rassisten gibt’s überall und der Herr links ist einer von der beinharten Sorte

Bild- und Tonqualität

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Carl muss sich entscheiden, wer der Boss ist

Dem Bild von Dead End mangelt’s von Beginn an dauerhaft an Schärfe – vor allem in Bewegungen wischt es sichtbar nach. In dunkler werdenden Szenen bekommen Schatten eine bläuliche Einfärbung. Auch der Kontrastumfang ist nur mittelprächtig, liefert oft einen etwas zu hellen Gesamteindruck. Akustisch schlägt sich Dead End beachtlich. Selbst der Motor des Vauxhall klingt kernig und wird vom Subwoofer unterstützt. Ebenso wie der bullige Van der bösen Schergen. Immer mal wieder gibt’s direktionale Effekte wie Wispern aus den rückwärtigen Lautsprechern und die Autocrashs gelangen durchaus krachend ins Heimkino. Der Song im Abspann klingt hingegen wie ein 96kb-mp3-File.

Bonusmaterial

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Sieht eigentlich ganz hübsch aus, ist aber fies bis zum Anschlag: Mamon

Im Bonusmaterial findet sich der Trailer von Dead End – There’s Only One Way Out sowie einige Programmtipps des Anbieters.

Fazit

Dead End – There’s Only One Way Out ist ein bösartiger, zu keiner Zeit durch Witz entspannter Terrorthriller mit emotional glaubwürdigen Darstellern und ganz besonders fiesem Antagonisten. Leider hätte das Drehbuch mehr Sorgfalt vertragen können, damit’s am Ende schlüssiger wird.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 55%
Tonqualität (dt.): 60%
Tonqualität (Originalversion): 65%
Bonusmaterial:
10%
Film:
55%

Anbieter: MAD Dimension/AL!VE AG
Land/Jahr: GB 2012
Regie: Nicholas David Lean
Darsteller: Jamie Foreman, Wil Johnson, Jon Campling, Angela Dixon, James Fisher
Tonformate: dts-HD-Master: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 86
Codec: AVC
FSK: 18