S.W.A.T.: Unter Verdacht

Blu-ray Review

OT: S.W.A.T.: Under Siege

S.W.A.T. Unter Verdacht Blu-ray Review Cover
Sony Pictures, 07.09.2017

 


Feiertagseinsatz

Günstige Direct-to-Video-Produktion mit berühmten Vorfahren.

Inhalt

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Heißt so wie er aussieht: Scorpion

Während einer eiligst vom DEA einberufenen Razzia auf irgendeinem Fabrikgelände kommt es zu einer massiven Schießerei zwischen dem S.W.A.T.-Team von Travis Hall und den bösen Buben. Während praktisch alle Gangster erschossen werden, bleibt ein Kerl mit einer großen Skorpion-Tätowierung auf dem Rücken übrig. Der treffenderweise “Scorpion” genannte Kerl ist den Beamten zwar zunächst noch ein Rätsel, doch wirklich wichtige Schurken haben ein großes Interesse an ihm. Was Travis noch nicht weiß: Der tätowierte Hüne ist oder war ein Special Agent mit speziellem Wissen und Können. Und das wird noch benötigt, als die S.W.AT.-Einrichtung sich aufgrund massiven Beschusses komplett abriegeln muss …

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Reagiert über: Travis’ Chefin Ellen

S.W.A.T.: Unter Verdacht ist ein Sequel des 2003er Kino-Hits S.W.A.T. mit Samuel L. Jackson und Colin Farrell, der wiederum auf der 1975er Serie des gleichen Namens basierte, die ihrerseits ein Spin-off der TV-Show The Rookies war. Wer jetzt noch durchblickt, kommt nicht nur mit diesem völlig komplizierten konstruierten Satz klar, sondern hat schon mehr auf dem Kasten, als er braucht, um der Story dieser Videoveröffentlichung zu folgen. Die liefert nicht sonderlich viel mehr als die übliche “Undercover-Doppelagent-alte-Rechnungen-begleichen”-Thematik und reichert sie mit ein paar zünftigen Ballereien an. Die sind zwar nicht sonderlich gut getimt und offenbaren, dass die Darsteller offenbar zum größten Teil kein Waffentraining genossen, aber wenn zügig geschnitten wird, kann man das strunzdämliche “Ich renn ins Kreuzfeuer”-Verhalten der Gangster fast kaschieren. Immerhin ragt Travis, die Titelfigur aus dem Geschehen heraus und darf auch den einen oder anderen witzigen Spruch abgeben – gerade wenn er mit Sophia ein bisschen rumzickt. Das macht allerdings auch nicht ungeschehen, dass Adrienne Palicki (John Wick) in der Rolle der S.W.A.T.-Chefin keine gute Figur abgibt und ihre krasse Reaktion Travis’ gegenüber nach dem Einsatz vollkommen überzogen und unbegründet ist. Dass Regisseur Tony Giglio Action auch etwas packender inszenieren kann, zeigt die kurze, aber knackige Fightsequenz zwischen Travis und Scorpion (Michael Jai White L.A. Outlaws – Die Gesetzlosen), die durchaus nett choreographiert wurde. Und wenn dann die Belagerung einsetzt, werden Erinnerungen an Carpenters Assault on Precinct 13 wach – freilich ohne dessen Intensität, Spannung oder Kraft zu erreichen. Die finale Wendungg kündigt sich auch relativ früh an und ist nur moderat überraschend. Bei den Darstellern hat man sich scheinbar an berühmten Vorbildern gehalten, denn Hauptakteur Sam Jaeger sieht aus wie ein Lookalike von Aaron Eckhart, Garvin Cross, der Agent Weir spielt, ist die etwas pummeligere Variante von Daniel Craig und Lisa Chandler sieht in ihrer Rolle der Phoenix ein bisschen aus wie die jüngere Schwester von Chyler “Lexie Grey” Leigh.

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Echte Agenten sehen anders aus

Bild- und Tonqualität

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Der Bösewicht ist ein bisschen glatt geraten

Wie es bei Videoproduktionen öfter ist, so kommt auch S.W.A.T.: Unter Verdacht mit einem Bild im Format 1,78:1 daher. Das ist zwar nicht sonderlich filmisch, die Bildruhe ist allerdings angenehm hoch und die Schärfe zu jeder Zeit homogen und knackig. Auch der Kontrastumfang passt und macht im Hellen wie im Dunklen eine gute Figur. Details kommen plastisch rüber und Schwarz ist ebenso kräftig wie gut durchzeichnet.
Beim Sound von S.W.A.T.: Unter Verdacht hebt sich direkt zu Beginn schon der röhrende Big-Block des Muscle-Cars hervor, der mitunter brutal von hinten nach vorne durchs Heimkino brettert. Auch der Transporter des Spezialkommandos nutzt beim Vorbeifahren die Lautsprecher maximal aus. Die Schießerei an der Lagerhalle feuert ebenfalls aus allen Rohren und lässt die Projektile im ganzen Raum verteilt herunterfallen, hätte aber etwas mehr Differenzierung verdient gehabt. Der Minigun nach 43 Minuten fehlt es außerdem an Druck.

Bonusmaterial

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Zurück bei der Familie

Das Bonusmaterial von S.W.A.T.: Unter Verdacht fällt übersichtlich aus: Es ist nicht mal ein Trailer vorhanden.

Fazit

S.W.A.T.: Unter Verdacht hat zwar bekannte Ahnen, kann diesen Vorschuss aber nicht zwingend genug nutzen. Einige Actionszenen und der relativ hohe Blutzoll locken vielleicht die Genre-Allesseher.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität: 80%
Tonqualität (dt. Fassung): 70%
Tonqualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 0%
Film: 50%

Anbieter: Sony Pictures
Land/Jahr: USA 2017
Regie: Tony Giglio
Darsteller: Sam Jaeger, Michael Jai White, Adrianne Palicki
Tonformate: dts HD-Master 5.1: de, en
Bildformat: 2,35:1
Laufzeit: 90
Codec: AVC
FSK: 16

Trailer zu S.W.A.T.: Unter Verdacht

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