Blu-ray Review

OT: Aliens

Mehr von den Xenomorhphen
James Cameron liefert eine lang erwartete 4K-Scheibe – die allerdings nicht jedem gefallen wird.
ACHTUNG: Die Rezension basiert auf der US-Disk. Eine Bewertung der deutschen Tonspur folgt. Vielen Dank an Leser Christian, der mir die Scheibe zum Review zur Verfügung gestellt hat.
Inhalt

57 Jahre ist es her, dass Ellen Ripley mit allerletzter Kraft den Kampf gegen das Alien gewonnen und ihr Schiff, die Nostromo, zerstört hatte. In einem Rettungs-Shuttle lag sie all die Jahre in Stasis. Ihre damaligen Auftraggeber, die Weyland-Yutani-Corporation, kann das Shuttle bergen und Ripley zurück ins Leben holen. Bei einer Befragung gibt sie preis, dass in einem verlassenen Schiff auf LV-426 Alien-Eier sein sollen. Doch Carter Burke, der Vertreter von Weyland zweifelt das an, da sich auf dem Exomond mittlerweile eine Terraforming-Kolonie der Menschen befindet. Dessen Meinung ändert sich jedoch, nachdem der Kontakt zur Kolonie abbricht. Ripley wird von ihm gebeten, einer Aufklärungs- und Rettungsmission beizuwohnen, folgt dieser Bitte allerdings nur unter der Voraussetzung, dass etwaige außerirdische Wesen ausgerottet werden. Doch mit dem, was sie auf LV-426 antreffen, hat keiner der strammen Marines gerechnet …

“Die beste Fortsetzung aller Zeiten” – das gilt in der Filmwelt gemeinhin als Beschreibung für Der Pate II. Doch in einem Atemzug werden oft auch zwei Sequels genannt, deren Regisseur ein und derselbe ist: Terminator II und Aliens – Die Rückkehr. Bei Letzterem war das nicht unbedingt abzusehen, denn was Ridley Scott 1979 vorgelegt hatte, gilt auch heute noch als perfekter SciFi-Horror-Trip, der unzählige Nachahmer fand. Was seinerzeit kontrovers diskutiert wurde, war vielleicht die beste Idee, die man haben konnte, um nicht allzu sehr mit Scott verglichen zu werden. Denn Cameron legte seine Fortsetzung strukturell ganz anders an. Das Original von 1979 war ein kammerspielartiger Horrorthriller mit teils unerträglich spannenden Suspense-Elementen. Cameron tauschte Suspense und Kammerspiel gegen Mündungsfeuer und Action. Und gegen eine Vielzahl an Aliens (daher auch das Mehrzahl-“S”). Aus dem Horrorthriller wurde ein Actionfilm im Weltall. Das gefiel seinerzeit lange nicht jedem Fan des Originals, bewahrte das Sequel aber davor, zur bloßen Kopie zu verkommen. Dass Cameron dieses realisieren konnte, war keine Selbstverständlichkeit. Und das lag nicht nur an dem bis dato noch ziemlich unerfahrenen Regisseur (dem man den Job vor allem aufgrund seiner Drehbücher zu Terminator und Rambo II anvertraute). Vielmehr sah Fox trotz früher Gespräche über eine Fortsetzung zunächst die Erfolgschancen nicht. Zudem wurde man von Walter Hill und Gordon Carroll, zwei der Produzenten des ersten Teils, noch verklagt, sodass die finanziellen Aspekte in der Entwicklungsphase von Aliens weiter verunsichert wurden. Erst als Lawrence Gordon die Leitung von 20th Century Fox übernahm, kam wieder Bewegung in die Sache. Und als Cameron mit Terminator Kinoerfolge feierte, war man auch bereit, ihm die Regie zu übertragen, die er selbst eingefordert hatte.

Doch selbst dann verzögerte sich das Ganze noch einmal, da Fox erneut Sorge um das Budget hatte. Insbesondere wollte man Sigourney Weaver nicht mehr als Hauptdarstellerin, da man fürchtete, sie würde zu viel Geld verlangen. Cameron aber bestand darauf, sie als Protagonistin im Film haben zu wollen. Ohnehin erwies sich der Regisseur schon damals als nicht ganz einfache Person, wenn es um das Verständnis für gewisse Dinge angeht, die ihm nicht geläufig waren oder nicht passten. Da die Dreharbeiten (auch aus Kostengründen) in den Pinewood Studios in England stattfanden, kam er beispielsweise nicht mit den Teepausen der Engländer zurecht und war aufgrund der gewerkschaftlichen Absicherung der Crew immer wieder wie vor den Kopf gestoßen. Seinen Kameramann Dick Bush entließ er nach Differenzen über eine bestimmte Beleuchtung kurzerhand. Dereck Cracknell, seinem Regieassistenten ging es ähnlich und daraufhin schloss sich die Crew fast geschlossen zu einer Quasi-Meuterei zusammen. Ein offenes Gespräch führte zwar dazu, dass der Dreh weitergehen konnte, aber Freunde wurden Cameron und die britischen Mitarbeiter nie. Als die Dreharbeiten in Pinewood endlich abgeschlossen waren, stand Cameron noch einmal auf, um sich an die Anwesenden zu wenden. Mit den Worten “Dies war ein langer und schwieriger Dreh, der von vielen Problemen geprägt war … aber das Einzige, was mich durchhalten ließ, war die Gewissheit, dass ich eines Tages durch das Tor von Pinewood fahren und nie mehr zurückkommen würde, und dass ihr erbärmlichen Bastarde immer noch hier sein würdet.” verließ er das Studio (Quelle). Freundlich sieht anders aus. Ein Ruf, der Cameron auch in der Folge immer wieder mal nachgesagt wurde. Die Handys am Set von Avatar können ein Lied davon singen (bzw. wohl eher nicht mehr).

Doch Produktionsumstände hin oder her. Aliens – Die Rückkehr wurde ein großer Erfolg und ist für viele Fans des Franchise sogar der beste aller Teile. Tatsächlich funktioniert der Mix aus Action, SciFi und (Light) Horror auch heute noch ganz gut. “Ganz gut” deshalb, weil er nun mal auch Produkt seiner Zeit ist und das heroische Testosterongeschwätz von Vasquez und Drake heute furchtbar auf die Nerven geht. Das sind Momente, in denen ich mich fremdschäme und geneigt bin, die Vorspultaste zu drücken. Ebenfalls hochgradig nervig ist das Overacting von Bill Paxton. Damals unverständlicherweise mit Lob bedacht, ist sein panisches Rumgeheule als Antithese zu den Machosprüchen von Vasquez mindestens ebenso anstrengend. Wie angenehm sich dagegen das wohldosierte Spiel von Lance Henriksen als künstliche Lebensform Bishop sowie die souveräne Leistung Weavers hervorhebt, merkt man deshalb heute umso mehr. Mit Bishop lieferte Cameron ohnehin die mit Abstand vielschichtigste Figur des Films ab, der man noch mehr Screentime gegönnt hätte. Herausragend ist und bleibt das Alien-Design, auch wenn dessen Erschaffer H.R. Giger aufgrund seiner Mitarbeit an Poltergeist II nicht an Aliens beteiligt war. Cameron darf man zugutehalten, dass er in Zusammenarbeit mit Stan Winston dem Ur-Design treu blieb und es bei den Alien-Kriegern nur geringfügig modifizierte. Die Erschaffung der Alien-Queen gilt noch heute als großartige Weiterentwicklung des Lebenszyklus der Xenomorphen. Die Momente mit ihr im großen Raum mit den Eiern gehört sicher zu den legendärsten SciFi-Szenen aller Zeiten.










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Bild- und Tonqualität BD

Viele waren und sind kurz vor der Veröffentlichung der UHD Blu-ray von Aliens skeptisch bis ablehnend gewesen. Die Erfahrungen, die man mit den durch Rauschfilter und/oder AI in vielen Augen “verunstalteten” Terminator 2, Avatar und Titanic gemacht hatte sowie der in den USA bereits veröffentlichte Stream ließen Befürchtungen erwachsen. Viele beschwer(t)en sich über Cameron, weil er in den Augen zahlreicher Filmfans nicht originalgetreu der analogen Vorlage arbeitet. Das ist indes kein neues Phänomen. Bereits 2010 im Zuge des Remasterings für die Aliens Blu-ray gab er in einem Interview Folgendes zu Protokoll:
“It’s spectacular. We went in and completely de-noised it, de-grained it, up-rezzed, color-corrected every frame, and it looks amazing. It looks better that it looked in the theaters originally. Because it was shot on a high-speed negative that was a new negative that didn’t pan out too well and got replaced the following year. So it’s pretty grainy. We got rid of all the grain. It’s sharper and clearer and more beautiful than it’s ever looked.”
Übersetzt: “Es ist spektakulär. Wir haben den Film komplett entrauscht, entkörnt, hochgerechnet und jedes Bild farbkorrigiert, und er sieht fantastisch aus. Es sieht besser aus, als es ursprünglich im Kino aussah. Denn er wurde auf einem Hochgeschwindigkeitsnegativ gedreht, das ein neues Negativ war, das sich nicht so gut entwickelt hat und im folgenden Jahr ersetzt wurde. Es ist also ziemlich körnig. Wir haben das ganze Korn entfernt. Es ist schärfer, klarer und schöner, als es jemals ausgesehen hat”.

Cameron fand die ursprüngliche Körnigkeit des seinerzeit im Nachhinein nicht gerade gelobten Filmstocks ganz offenbar zu drastisch und wollte sie reduzieren, um Aliens zeitgemäßer, moderner, schärfer erscheinen zu lassen.
Schaut man sich die Blu-ray von damals heute an, so sieht man das durchaus. Allerdings nicht durchweg im gleichen Ausmaß. Während die Introszene durchs Raumschiff noch recht körnig ist, gerät das Andocken nach 2’50 erstaunlich rauscharm. Sobald Szenen aber Körnung aufweisen, wirkt das Bild trotz der von Cameron so “drastisch” formulierten Worte (completely de-noised and de-grained it) erstaunlich filmisch. Das wird noch unterstützt von einem überraschend harmonischen Encoding, das die Rauschmuster homogen und fluide abbildet, ohne stehendes Rauschen oder grobe Ansammlungen von Blockrauschen zu offenbaren, wenn nach dem Aufschweißen der Tür Nebel ins Innere dringt. Encoding sieht man selbst bei modernen Blu-rays manchmal schwächer. Es hält sich nun aber das Gerücht, dass das Originalmaterial tatsächlich komplett entrauscht wurde und Cameron nachträglich Körnung hinzufügte. Also quasi ein “Neuaufbau” des Films durch Lowry Digital. Was durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Gesichter sehen, wenn man “unter die Körnung” schaut (sie gewissermaßen ignoriert), bisweilen etwas wachsig aus (Ripley bei 16’49 Kinofassung, Vasquez bei 21’32). Auch Augenbrauen wirken hier und da “zusammengeklebt”. Das KANN auf den Gesichtern an dem nicht immer glücklichen Make-up liegen, vielleicht aber auch daran, dass man in der Entrauschung doch sehr weit gegangen ist. Dagegen spricht hingegen, dass die Kornstruktur wirklich filmisch erscheint und das Korn zudem teils farbig ist. Sollte man hier wirklich komplett entrauscht und danach künstliches Filmkorn hinzugefügt haben, dann ist das Resultat für einen Film von vor über zehn Jahren erstaunlich gut gelungen (ob man es verteufelt oder nicht). Schaut man sich die Kontrastgebung an, ist die Blu-ray recht annehmbar. Schwarzwerte sind meist sehr gut, nur selten wirken sie mal aufgehellt oder es versumpft mal ein wenig. Highlights bleiben durchzeichnet. Das kann man so lassen. Was seinerzeit viele Käufer und auch Kritiker bemängelten, war das neue Colorgrading, das den ursprünglich sehr blauen und kühlgrauen Look von dem Moment an stark veränderte, da die Crew auf LV-426 ankommt. Ab diesem Zeitpunkt wird das Geschehen etwas ins Blaugrün verändert – der in den USA oft als “Orange&Teal” bezeichnete Look.

Die neue Blu-ray, die der UHD Blu-ray beiliegt, basiert keineswegs (wie zuerst gehofft) auf einem neuen 4K-Scan. Das gilt ebenso für die UHD Blu-ray. Tatsächlich wirkt die neue Blu-ray über weite Strecken so, als hätte man die seinerzeit möglicherweise über das entrauschte Material gelegte Körnung einfach wieder entfernt. Weder ändert sich etwas im Grading noch großartig in der Kontrastierung. Vom Farb-/Kontrastlook scheint man hier schlicht gar nichts gemacht zu haben. Allenfalls Hauttöne kommen einen Hauch rosiger raus, was aber auch am fehlenden Korn liegen mag. Ein wenig AI ist aber offenbar doch noch mal zum Einsatz gekommen, denn Objektkanten/-ränder haben hier und da leichte Überschärfungsartefakte. Das sieht man bei den Augen deutlich (Abgrenzung Iris zum Weiß) oder auch bei Reflexionen auf Haaren oder dem Geschmeide (beides bei Vasquez 35’06). Dazu kommt ein dezent wachsiger, künstlicher Look auf Gesichtern, der den Film von seiner analogen Basis löst. Mehr Auflösung steckt hier freilich nicht drin und auch nicht wirklich mehr Details. Das, was die AI hier zum Teil künstlich hinzurechnet, artet nicht selten in Überschärfungsartefakten aus, die nicht schön aussehen. Oft sieht man das bspw. bei Fältchen, die durch das Nachschärfen, bzw. die KI tiefer und “härter” erscheinen – jedenfalls nicht schmeichelnd für die Darsteller. Und das Make-up wird unnatürlich hervorgehoben, wirkt bisweilen wie eine Wachsschicht auf dem Gesicht, die man abziehen möchte. Das ist weit vom krassen AI-Effekt bei Avatar entfernt, aber eben keineswegs “true to the original material”. Und das Encoding ist zudem mies. Trotz der Filterung der Körnung zeigen sich immer wieder unschöne Ansammlungen von Rauschclustern neben extrem soften Stellen. Selbst das Encoding der Blu-ray von 2012 ist da noch besser. Insgesamt (und ohne allzu viel zu verraten) ist die neue Blu-ray die objektiv schlechteste Disk der drei hier getesteten Scheiben. Kornhasser werden’s dennoch mögen, Freunde vom analogen Filmlook auf keinen Fall. Und alleine die Tatsache, dass man hier schlicht auf das Master von 2010 zurückgegriffen hat, ist ein kleines Armutszeugnis.
In der Folge eine stattliche Anzahl an Screenshotvergleichen. Deshalb nicht zu jedem ein eigener Kommentar.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Das Framing ist zudem identisch.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Das Bild der neuen BD ist praktisch rauschfrei, errechnet aber künstlich mehr Schärfe. Das kann, wie hier, bisweilen erstaunlich scharf wirken …


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … allerdings zu sehr wachsigen Bildern.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … erscheinen auf der neuen BD etwas überstrahlt und erhaben, eben etwas künstlich.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Schon in der Übersicht sieht man, wie glatt die neue BD ist.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … praktisch kein Korn mehr. Dafür aber Überschärfungsränder am Gesicht und zwischen Iris und Augenweiß.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … hat eine Stirn wie ein 20-jähriger. Und Botox war damals noch nicht in aller Munde, bzw. auf jeder Stirn.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … wirken Falten dann hart und wie tiefe Furchen, umgeben von wachsweicher Haut – ein seltsam artifizieller Look.


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Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … sind die Härchen sichtbar überschärft und wirken nicht natürlich.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … dazu im Close-up nächstes Bild schauen.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … offenbart die neue BD aufgrund der Rauschminderung soft-matschige Stellen im hellen Schein des Planeten. Hierzu gerne einmal beide Bilder im Vergleich in Originalgröße in einem neuen Tab öffnen.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … überstrahlen deutlich über die neue Blu-ray. Ihre Haut ist Wachs-Eintopf.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … scheinen deutlicher, sind aber nur über Nachschärfung und künstliches Pushen erreicht worden. Die Haut ist alles andere als filmisch.


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Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Die neue Blu-ray überschärft die Buchstaben und die Ränder an den Sternen.


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Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Über die neue BD wirkt es, als könnte man das Make-up und die Haut abziehen, so erhaben und wachsig sieht es aus.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): Fast komplett getilgt ist das Korn.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … ein Bild, das in einer Mischung aus Entrauschung und schlechtem Encoding überhaupt nicht homogen wirkt.


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Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … lässt den Kiefer des Aliens etwas knackiger erscheinen.


Blu-ray (neu) (Slider ganz nach links): … seltsam flach.

Die alte Blu-ray kam damals mit einer DTS-Tonspur fürs Deutsche und einer DTS-HD-Master-Fassung fürs Englische. Die Synchro in DTS liefert zumindest eins von Beginn an: durchaus druckvolle Bässe. Die Annäherung des Shuttles zu Beginn hält ansprechende Tieftonsignale bereit. Auch der Laser kurz darauf bietet coole Sounds und geht ein wenig in den Frequenzkeller. Dagegen sind die Dialoge der Synchro oft wirklich dünn geraten. Gerade Stimmen von Personen, die der Kamera etwas abgewandt sind oder im Hintergrund stehen, klingen arg kraftlos. Dazu kommt, dass manche Dialoge im Verhältnis sehr viel leiser als andere erscheinen (27’00) und die Gespräche am Esstisch nach einer halben Stunden klingen dermaßen blechern und verhallt, dass man das mit dem O-Ton nicht mal mehr ansatzweise vergleichen kann, der an dieser Stelle wesentlich authentischer tönt. Die Stereo- und Surroundeffekte hätten ebenfalls harmonischer sein dürfen, erwecken immer mal wieder den Eindruck, als wären sie durch Phasenverschiebungen realisiert worden. Soundeffekte wie der Flammenwerfer nach knapp 73 Minuten wirken über die englische Tonspur um Längen authentischer umhüllend als über die deutsche Tonspur. Dafür kann man sich über die Dynamik nicht beschweren. Die Windgeräusche nach etwas über 15 Minuten (SE) werden satt und klangvoll ins Heimkino transportiert und wenn Shuttles auf der Planetenoberfläche landen, wird’s wunderbar druckvoll. Schießereien aus den großen Kalibern. Die DTS-HD-HR-Tonspur der neuen Blu-ray/UHD-Blu-ray unterscheidet sich von allen drei Cameron-Titeln am geringsten von der Version, die wir von der alten Blu-ray gewohnt sind. Erneut dezent leiser eingepegelt (etwa 2-3 dB), klingt sie ansonsten sehr vergleichbar, wenn man den Pegel angehoben hat. Vielleicht einen Hauch weniger dynamisch. Aber das kann an der Stelle auch Einbildung sein. Die Stimmen sind entsprechend immer noch recht dünn, die Actionszenen dafür erstaunlich kraftvoll und mit sattem Bass belegt (vor allem für einen Film der damaligen Zeit). Man hat hier auch komplett die Basis verwendet, die seinerzeit für die Blu-ray genommen wurde – inklusive einer Szene bei der Special Edition, bei der Ripley durch eine andere Synchronsprecherin ersetzt wurde.










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Bild- und Tonqualität UHD

Aliens – Die Rückkehr wurde seinerzeit natürlich analog gefilmt. Zum Einsatz kam hauptsächlich die Arriflex 35-III mit weiter oben erwähntem, sehr körnigem Filmstock. Ausgehend davon wurde für die 4K-Disk KEIN neuer 4K-Scan des Materials vorgenommen. Man griff (sehr deutlich sichtbar, da das Framing zu jeder Zeit komplett identisch ist) auf das 2010er-Material zurück, das den Lowry-Prozess durchschritten hatte. Die 4K-Disk ist also lediglich ein 2K-Upscale vom damaligen Material, was per se schon schade ist, da man sicherlich die Möglichkeit gehabt hätte, auf das Ursprungsmaterial zurückzugreifen. Ausgehend davon hat Park Road Postproductions mit dem berüchtigten AI-Prozess nachgearbeitet und final wurde dann noch mit HDR10 und Dolby Vision gegradet – inklusive eines im Rahmen von Rec.2020 erweiterten Farbraums. Von letzteren Gradings sieht man allerdings im laufenden Film allerdings kaum etwas. Das HDR ist sehr konservativ gemastert und erreicht zu keiner Zeit sichtbar spektakuläre Spitzlichter. Im Gegenteil durch das etwas dunklere Master sind Sterne im All eher etwas dunkler als über die alte Blu-ray. Hautfarben haben gegenüber der alten BD einen Hauch (aber wirklich nur einen Hauch) mehr Rotanteile und wirken etwas wärmer. Aber selbst die sonst üblicherweise intensiveren Rottöne werden hier praktisch identisch zur alten BD wiedergegeben. Selbst im direkten Vergleich fällt hier kaum eine Veränderung auf. Gegenüber der neuen Blu-ray ist aber das Encoding wieder deutlich besser und die 4K-Disk ist weniger weich/soft/wachsig. Sie offenbart wieder ein dezentes! Korn und erscheint dadurch weniger künstlich als die neue Blu-ray. Immer noch artifizieller als die alte Blu-ray und manchmal sehr irritierend, aber subjektiv eben nicht ganz so glattgefiltert. In wenigen Szenen (bspw. bei Jones’ Fell) wirkt die 4K-Disk detailreicher, was davon zeugt, dass die KI hier durchaus etwas intelligenter gearbeitet hat, da im Fell auch nicht alles überkontrastiert und nachgeschärft aussieht. Aber wirklich! neue Details darf und sollte man hier nicht erwarten. Was allerdings besser funktioniert, ist das Herausarbeiten von Details im Dunklen. Hier war die alte BD mitunter nicht so souverän. Die UHD Blu-ray ist deshalb sichtbar besser als die neue Blu-ray, aber gegenüber der alten BD kann sie sich nur selten absetzen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … der sieht sich getäuscht.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist die HDR-Scheibe ein wenig frischer und gesünder.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wirken Hautfalten teils noch künstlich-erhabener.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): …


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … noch deutlicher. Wirklich schärfer ist das Bild nicht, nur künstlich angehoben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … hat die UHD Blu-ray etwas harmonischere Hauttöne.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … kommt etwas Körnung zurück. Dazu ist das Encoding sichtbar besser.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): …


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … wirken immer noch überhöht und unnatürlich.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … siehe Close-up im nächsten Bild.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist das Encoding der 4K-Disk sichtbar besser und zeigt die Restkörnung harmonisch und nicht mit weichen Artefaktclustern.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … greift die UHD Blu-ray leider noch stärker in die Nachschärfungskiste. Die Buchstaben sind alles andere als “natürlich” gut aufgelöst.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … neuen Blu-ray dezente Körnung zurückbringt, sieht das Bild harmonischer aus.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Scheibe ist sichtbar harmonischer.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … als die UHD Blu-ray, die etwas filmische Körnung zurückbringt.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … sieht die UHD Blu-ray deutlich schöner aus als die neue Blu-ray.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist aber auch die UHD Blu-ray sichtbar entrauscht.

Die UHD Blu-ray liefert fürs Englische eine neue Tonspur in Dolby Atmos, die im Bass immer wieder erstaunlich zackig zu Werke geht – und das noch etwas knackiger als die alte deutsche DTS-Spur (20’35). Die Surroundeffekte werden klasse eingebettet und Dialoge sind stets sauber und verständlich. Die Dynamik ist allerdings nur “okay”. Wenn die Alien-Queen nach 145 Minuten auf die Gitter stampft, unter denen Newt sich in Sicherheit gebracht hat, wird die Stille zwar satt unterbrochen und auch die Schritte des P-5000 werden kräftig ins Heimkino geholt. Der Fall des Stahlrohrrahmens in die Schleuse hätte allerdings noch lauter sein dürfen und das Flammenmeer in der Höhle der Alien-Queen ist nicht zwingend ultra dynamisch. Einige der Soundeffekte klingen nach heutigen Maßstäben überdies etwas dumpf. Hören wir uns die Höhenkanäle an, so wird von diesen tatsächlich erstaunlich sinnvoll Gebrauch gemacht. So hört man zweimal den Laserscanner nach vier Minuten über die Heights huschen und bei Minute 15’13 sowie 17’30 und 18’50 kommen die Windgeräusche sehr dynamisch zum Betrachter. Bis zu diesem Zeitpunkt sind das exakt die zwei Soundsituationen, die sich rein visuell als 3D-Vertonung anbieten – und man hat sie genutzt. Es geht ähnlich realistisch weiter. Immer mal wieder hört man Shuttle-Geräusche oder Sounds, die davon zeugen, dass etwas über Kopf verstaut wird, aus den oberen Speakern, was stets sinnvoll vertont wirkt. Selten einmal wirken die Sounds etwas, als hätte man sie per Flanger-Effekt verzerrt (Regen nach 46 Minuten), doch das sind die Seltenheiten. Die Flammenwerfer bei 72’45 und 78’18 hüllen den Raum dafür wunderbar ein und das Startgeräusch der Triebwerke bei 83’50 kann man fast von oben greifen. In Summe sind das nicht inflationär viele 3D-Sounds, aber sie sind korrekt gesetzt und erweitern immer wieder das Hörvergnügen. Hier und da (bspw. während der Feuergefechte im Luftschacht nach zwei Stunden) hätte man die Salven aus den Gewehren noch mit auf die Heights legen können, da der Raum dort so eng ist. Aber immerhin wedelt mal der Alien-Schwanz effektvoll über die Köpfe. Auch die Alarmsirenen nach 127 Minuten kommen dauerhaft hörbar von oben hinzu










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Bonusmaterial

Das Bonusmaterial der 3-Disk-Box enthält zum einen schon mal die beiden Filmfassungen (Kinofassung von 1986 sowie die Special Edition von 1990) auf einer Disk. Dazu gesellt sich ein Audiokommentar von James Cameron, den Schauspielern und dem Filmteam. Die Special Edition enthält zudem eine Einführung des Regisseurs und es gibt auch eine isolierte Filmmusik von James Horner. Die Bonus-Disk liefert unter anderem zudem Featurettes über “Die Entstehung” des Films und das Design der Aliens.
Fazit
Aliens – Die Rückkehr lebt von seinen Actionszenen und der Dynamik, die durch die hochgeschraubte Anzahl an Aliens entsteht. Dass eine Handvoll der Figuren aus heutiger Sicht unfassbar nerven, wird die Fans des Films kaum abschrecken. Souverän in all dem Munitionsfeuertumult ist erneut Sigourney Weaver, die hier wirklich die versammelte Männerschaft an die Wand spielt. Herausragend unter den Herren der Schöpfung ist einzig Lance Henriksen, der einen vorzüglichen Androiden gibt. Technisch gesehen ist die UHD Blu-ray ein mehr als zweischneidiges Schwert. Die neue Blu-ray kann und sollte man vergessen. Sie zeigt gegenüber der alten Blu-ray keinerlei Vorteil und leidet unter Artefaktproblemen des schwachen Encodings und der deutlich zur Anwendung gekommenen KI-Nachbearbeitung. Die 4K-Disk ist für sich genommen schon ärgerlich, da sie auf dem alten 2K-DI basiert. Die AI-Bearbeitung kam natürlich auch für sie zum Einsatz. Da sie mit einem wesentlich besseren Encoding ausgestattet ist, weist sie aber noch einen Hauch Körnung (wenngleich künstlich) auf und erscheint deshalb nicht ganz so artifiziell. Man muss den Look aber mögen und Fans von möglichst authentisch-analoger Reproduktion werden sich hier ebenso verärgert abwenden wie bei Titanic.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD (alt): 75%
Bildqualität BD (neu): 60%
Bildqualität UHD: 65%
Tonqualität BD alt (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD/UHD (dt. Fassung): 70%
Tonqualität BD (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 50%
Tonqualität UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 70%
Bonusmaterial: 80%
Film: 75%
Anbieter: 20th Century Fox / Walt Disney Studios
Land/Jahr: USA 1986
Regie: James Cameron
Darsteller: Sigourney Weaver, Bill Paxton, Michael Biehn, Carrie Henn, Lance Henriksen, Paul Reiser
Tonformate BD alt: dts-HD-Master 5.1: en // dts 5.1: de
Tonformate BD neu: dts-HD-Master 5.1: en // dts-HD-High-Resolution 5.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // dts-HD-High-Resolution 5.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 1,85:1
Laufzeit: 137/ 154
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Nein (2K DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke: 203 Nit
FSK: 16
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots: 20th Century Fox / Walt Disney Studios)
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So testet Blu-ray-rezensionen.net
Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.
Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.