Blu-ray Review


OT: Godzilla x Kong: The New Empire


Affenzauber
Das Monsterverse geht in seine fünfte Runde.
Inhalt

Nachdem Kong beim gemeinsamen Kampf mit Godzilla Mechagodzilla besiegt hatte und keine Bereitschaft mehr gezeigt hatte, gegen die Riesenechse zu kämpfen, zog er sich in die Hohlerde zurück. Dort lebt er seit drei Jahren und ist auf der Suche nach Artgenossen. Derweil sorgt Godzilla immer wieder dafür, andere Titanen von der Erde zu verjagen – und wenn er während dieser Kämpfe im grünen Innereienmatsch der Riesenkrabbe Scylla baden muss. Auf der Erde empfängt Monarch derweil ein unbekanntes Signal aus der Hohlerde. Um dieses zu entschlüsseln, wendet sich Dr. Ilene Andrews an den Verschwörungstheoretiker Bernie Hayes. Derweil hat die junge Iwi Jia seit dem Beginn des Signals seltsame Visionen und sorgt sich gleichzeitig um die Gesundheit Kongs. Der hatte nach einem Kampf mit Höllenhunden einen entzündeten Zahn. Dank Trapper, einem Titanen-Arzt, kann er aber bald wieder kraftvoll zubeißen. Und das wird er müssen. Denn in der Hohlerde braut sich ein Konflikt zusammen, der nicht nur ein dortiges Urvolk, sondern auch die Menschen auf der Erde bedroht …

Ant-Man & the Wasp: Quantumania hatte in den Augen vieler Fans vor allem ein Problem: Er spielte zu lange in der Quantumwelt. Und dort waren zudem die Trickeffekte nicht sonderlich gelungen. Als das Monsterverse vor drei Jahren mit Godzilla vs. Kong zum ersten Mal die beiden Giganten aufeinander losschickte, hatten sich die Drehbuchautoren Borenstein/Pearson und Regisseur Wingard zuvor ein Detail einfallen lassen, das etwas frischen Wind in die Story brachte: die Hohlerde. Dort sollte also der Ursprung Kongs liegen und der Zuschauer erfreute sich damals wirklich prächtiger und fantasievoller Bilder. Die Zeit dort war allerdings noch begrenzt. So begrenzt, dass man angeteasert war und tatsächlich dort gerne mehr Zeit verbracht hätte. Zumindest ging es dem Autoren dieser Zeilen so. Und als hätte Adam Wingard diesen Wunsch erhört, gibt es dieses Mal bedeutend mehr Zeit, in der die Geschichte in den Welten der Hohlerde spielt. Zu viel Zeit.
Ja, man kann es offenbar niemanden so richtig recht machen. Und das fängt schon beim Filmnamen an: Godzilla x Kong: The New Empire setzt den Namen der Riesenechse vorne an … und hat bald weniger Godzilla im Film, als Charaktertiefe im Drehbuch steckt. Nicht selten bekommt man den Eindruck, eher im jüngsten Planet der Affen zu stecken, der bezeichnenderweise auch noch fast den gleichen Titel (Planet der Affen: New Kingdom) hat. Denn in der Hohlerde bekommt es Kong dieses Mal mit einer Gruppe nicht gerade freundlich eingestellter Menschenaffen zu tun. Die legen sich dann auch gleich mit dem uns bekannten Titanen an und man wähnt sich mehr und mehr in einem Film über Affen-Machtverhältnisse, in dem Menschen (zumindest jene, die auf der Erdoberfläche leben) mehr und mehr zu Nebenfiguren degradiert werden.

Atmosphärisch hat es auch dieses Mal sehr viel von Jules Verne und die Fantasie, die man für das Design der Hohlerde aufgebracht hat, ist aller Ehren wert. Immer wieder kommt man aus dem Staunen nicht heraus, wenn sich noch eine weitere Welt vor dem Betrachter erschließt. Und natürlich ist es irgendwie niedlich, wenn Kong nach kurzem Kampf-Intermezzo einen „kleinen“ Baby-Menschenaffen an der Seite hat, um den er sich fortan mehr oder weniger väterlich kümmert. Wer hier an Baby-Yoda denkt, liegt so verkehrt nicht. Was auf der einen Seite zu einer Art tierischen Verbindung mit Beschützerinstinkt führt, nimmt auf der anderen Seite der Dynamik zwischen Jia und Kong etwas die Kraft. Zwar fängt es noch mit großer Sorge der Iwi-Nachfahrin um den Riesenaffen an, doch an die Stelle der Mädchen-Affe-Verbindung tritt verstärkt der Kontakt zwischen Jia und dem in der Hohlerde versteckt lebenden Iwi-Volk. Erzählerisch ergibt das Sinn, da mit dem Auftritt des Iwi-Stamms die eigentliche Geschichte erst in Gang kommt. Dass die dort lebenden und sich telepathisch verständigenden Menschen auf die Hilfe von Kong & Co. angewiesen sind, fügt Godzilla x Kong: The New Empire eine neue und spannende Ebene hinzu. Allerdings täuscht es nicht komplett darüber hinweg, dass dieses Mal nur wenig an der Erdoberfläche passiert und eine unmittelbare Bedrohung für die Menschen eher gering ausfällt. Das könnte nicht jedem schmecken, der aus den Filmen bisher auch daraus seinen Unterhaltungswert schöpfte, dass Großstädte nach dem Auftritt der Titanen in Schutt und Asche gelegt waren.

Die wirklich ganz großen und bombastischen Actionszenen weichen in Godzilla x Kong: The New Empire gefühlt den eher kleineren, intimeren Auseinandersetzungen. Schon der erste Auftritt Godzillas hätte mehr Screentime haben dürfen, da der Fight mit Krabbe Scylla gefühlt mehr Potenzial für absurde Komik gehabt hätte. Was Wingards Film allerdings auszeichnet, ist eine gewisse Konsequenz. Nicht nur geht Kong mit Suko zu Beginn alles andere als zimperlich um, wird auch der uns ans Herz gewachsene Riesenaffe deutlich angreifbarer und verletzlicher porträtiert. Die Figurentiefe, die man ihm angedeihen lässt, übertrifft jene der menschlichen Co-Stars bei Weitem. Ist die Figur der Ilene Andrews schon ziemlich mau, gesellen sich mit Titanen-Arzt „Trapper“ und erneut Verschwörungstheoretiker Bernie zwei weitere Figuren hinzu, die klischeehafter kaum sein könnten. Mehr als für den einen oder anderen müden Gag sorgen beide nicht, auch wenn Dan Stevens als Trapper maximal Spaß an seiner Rolle zu haben scheint. Manchmal allerdings haben die Kommentare der beiden auch schon Fremdschämcharakter. Und wenn dem Trio während der letzten rund 30–40 Minuten die Rolle zufällt, dem Zuschauer alles und jedes zu erklären, fragt man sich, für wie semi-intelligent das Skript sein Zielpublikum hält. Die sichtlich um drei Jahre gealterte Jia-Darstellerin Kaylee Hottle kann das hier nicht im gleichen Maße auffangen wie im vorherigen Film, da ihr vom Drehbuch zu viel Bedeutungsschwere und Leiden ins Gesicht geschrieben wurde. Jetzt ist es nach wie vor so, dass die Kämpfe (trotzdem sie nicht mehr so riesig arrangiert sind) unglaublich Spaß machen. Hervorzuheben ist ganz besonders der Fight unter Schwerelosigkeit in der Hohlerde. Das wirkt als Idee schon unglaublich frisch und neu, ist vom Unterhaltungswert her zudem famos inszeniert. Auch die Szenen im Steinbruch des Scar King sowie dessen diabolische Boshaftigkeit sind ein echter Gewinn. Nach gut 60 Minuten erlebt Godzilla x Kong: The New Empire hier zweifelsohne seinen Höhepunkt, der auch mit Gesellschaftskritik nicht spart. Es sind Momente wie diese, die über die teils eklatanten Schwachpunkte des Films hinwegsehen lassen. Ob sie für den anspruchsvollen CGI-Fan auch über teils schwache Animationen der Hohlerde-Viecher und einen oft erstaunlich flach wirkenden Godzilla hinwegtrösten, muss jeder für sich selbst beurteilen. Der größte Knackpunkt der Fights auf Hohlerde – so atemberaubend, wie sie auch inszeniert sein mögen – ist die Tatsache, dass es da unten so groß ist, man so wenig Bezug zu irdischen Größenverhältnissen hat, dass die Titanen erstaunlich klein wirken und das gigantische Szenario der Vorgänger dadurch nicht erreicht wird.


Bild- und Tonqualität BD

Der digital gedrehte Godzilla x Kong: The New Empire ist vor allem eins nicht: übermäßig scharf. Man wird immer mal den Eindruck nicht los, dass man die Realszenen den CGI-Shots angepasst hat, um die Differenz nicht allzu groß erscheinen zu lassen. Und damit sind nicht die bewusst von Unschärfen begleiteten Traum-/Visionen-Sequenzen von Jia gemeint. Man muss schon statische Close-ups bemühen, um wirklich außergewöhnlich gute Auflösung zu bewundern. Dazu gesellt sich ein nachträglich hinzugefügtes Korn, das vermutlich ebenfalls für eine Angleichung von Real- und CGI-Szenen sorgen und das Werk filmischer erscheinen lassen soll. Hauttöne werden meist warm, bei seitlich einfallendem Licht mit einem deutlichen Gelbeinschlag wiedergegeben, während Kontraste recht eindrucksvoll wirken. Allerdings überstrahlt die Blu-ray immer wieder, was man gerade bei Szenen erkennen kann, in denen bspw. Mothra vor grellem Licht auftritt. Prächtig und farbenfroh wird’s in der Hohlerde, wenn pinke, gelbe, ockerfarbene und smaragdgrüne Farben hinzukommen. Das Encoding geht warner-typisch in Ordnung. Große Probleme mit dem Digitalrauschen gibt’s nicht und die massiven Randartefakte eines Zone of Interest sucht man hier ebenfalls vergeblich.

Warner liefert auch hier wieder Dolby Atmos für beide Sprachen in verlustfreier Komprimierung bereits auf der Blu-ray. Die beiden letzten Kong-Godzilla-Filme wechselten sich bei den Referenztiteln für den besten Sound gegenseitig ab. Im Falle von Godzilla x Kong: A New Empire gilt (fast) ähnliches. Das „Schlechte“ vorab: es gibt keinen neuerlichen Wechsel an der Tonreferenz-Spitze. Weder schlägt der jüngste Titel seine beiden Vorgänger in puncto Dynamik, noch in Sachen Sounddesign selbst. Hinzu kommt, dass der jüngste Teil weit weniger brachiale Actionszenen hat. So viel zum Negativen, denn das ist sicherlich Makeln auf hohem Niveau. Positiv gilt zu vermerken, dass der englische und deutsche Sound identisch klingen. Keine Dynamikbegrenzung bei einer der beiden Spuren. Und Dynamik gibt’s satt. Dazu muss man nicht mal die heftige finale Schlacht als Beispiel nehmen, sondern kann schon alleine einzelne Laute der Wesen nehmen oder einen Kong, der im Affengalopp durch die Hohlerde rennt. Die Schritte Godzillas reichen immer noch, das Heimkino ins Beben zu versetzen, aber die allerletzte Wucht im Bass fehlt, wenn man’s mit den Vorgängern vergleicht. Wuchtet sich die Echse mitsamt Kong auf der Schulter in einem Überschlag nach hinten, könnte der Boden ruhig noch etwas stärker erzittern – immerhin machen hier gerade zwei der gigantischsten Wesen einen Überschlag (89’00). Was ebenfalls auffällt, ist der zeitweise Mangel an Mittel-/Hochtonanteilen. Die Fights zwischen den Giganten könnten etwas luftiger rüberkommen. Entschädigt wird man allerdings durch die famose Räumlichkeit. Schon direkt das Intro bis zum Überblenden in die Welt der Hohlerde liefert so viel Rundumsound, dass es eine wahre Freude ist. Wenn Godzilla oder Kong ihre Kampfschreie ausstoßen und das ganze Heimkino davon erfüllt wird, kommt auch das fantastisch rüber. Wirklich schön sind vor allem auch die feineren Töne, welche die beiden Audiospuren abliefern. Gerade die Dschungel- und Höhlenatmosphäre in der Hohlerde bieten zahlreiche sehr atmosphärische Sounds, die das Geschehen lebhaft gestalten. Nicht nur von den Kreaturen geht aber toller Sound aus. Auch der Gleiter, der bei 32’25 über die Köpfe fliegt, macht richtig Spaß. Dialoge werden sowohl im Deutschen als auch im Englischen gut verständlich wiedergegeben. Insgesamt ein hervorragender, aber nicht ganz auf dem grandiosen Niveau der beiden Vorgänger agierender Tonsektor …
UPDATE: 30. Juni 2024. Nach noch einmal eingängigem Vergleich mit den beiden Vorgängern muss hier doch kritischer angemerkt werden, dass die fehlende Differenzierung im Hoch- und Mitteltonbereich noch auffälliger wird, wenn man direkt mit den beiden älteren Teilen in eine Vergleichssession geht. Gerade Godzilla vs. Kong kann sich hier deutlich absetzen. Für sich genommen klingt Godzilla x Kong gut und punktet mit hohen Dynamikwerten sowie druckvollem Bass. Aber die Differenzierung ist nicht gut, weshalb die Tonbewertung herabgesetzt wird.

… der natürlich auch noch die Höhen-Ebene hat. Aktiv wird’s dort bereit während der Einblendung des Warner-Logos und der Hinführung zum Intro in der Hohlerde. Bevor dann nach 1’30 und kurz darauf noch einmal ein Chor zu hören ist, hat man es aber versäumt, den von oben einfliegenden Kong sowie die zahlreich über die Kamera springenden Höllenhunde auf die Heights zu legen. Auch bei Kongs Dusche in der Höhle gibt’s kein Plätschern, das von den Wänden widerhallt – obschon die Kamera hier stets unterhalb der Geräuschkulisse ist. Immer wieder hangelt sich Kong oberhalb der Beobachtungsposition über die Köpfe der Zuschauer, was aber nicht mit 3D-Signalen versorgt wird. Die ersten echten (und coolen) 3D-Geräusche gibt’s dann während der anfänglichen Titelsequenz, in der Godzilla in Rom gegen Scylla kämpft. Richtig fetzig wird’s in einem Alptraum bei 13’08, bei dem plötzlich ein sehr lautes Geräusch über die Heights läuft. Das düsengetriebene Flugzeug bei 19’50 sorgt dann für das nächste Lebenszeichen von oben und zwischen Minute 25 und 27 flappen mehrfach Helikopter über die Köpfe der Zuschauer. Ein kurzes Gewitterkrachen bei 30’52 und kurz darauf noch einmal intensiver sorgt für einen Moment der Gänsehaut. Ebenso der überfliegende Gleiter bei 32’25, der die Heights mal auf Dynamik prüft. Bei 38’38 gibt es dann erstmals ein Gorilla-Röhren, das die Höhenspeaker erfüllt. Atmosphärisch wird’s nach 41 Minuten (und auch später immer mal wieder), wenn der Dschungel durch zahlreiche Tiergeräusche noch lebendiger wird. Ab und an flattert auch ein ganz bestimmtes Insekt vorbei und sorgt für sehr griffige 3D-Sounds. Die größeren Flattermänner nach etwas über 49 Minuten erfüllen die Höhenspeaker dann wieder mit wuchtigen Fluggeräuschen. Ohnehin passiert in der Hohlerde eine ganze Menge. Immer wieder grummeln Gewitter und die Chorale erfüllen die Höhenspeaker. Nach 86 Minuten reißt dann eine Flutwelle über den Zuschauer und Godzillas Energiestrahl nach etwas über 90 Minuten reißt die Heights ein wenig aus der Verankerung. Cool sind die Sounds der fliegenden Viecher nach 93 Minuten, die sich wie die Fledermäuse aus Morbius ins Heimkino niederlassen. Während des finalen Kampfes in Rio setzt es dann auch noch ein paar röhrende Tiergeräusche. Alles in allem ist Godzilla X Kong: A New Empire aber nicht das ganz große Happening für die Overhead-Speaker, wie es noch die beiden Vorgänger waren.

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- Godzilla x Kong - Das neue Imperium [Deutschland] [Blu-ray]
- Produkttyp: Physischer Film
- Marke: Warner Bros.
Bild- und Tonqualität UHD

Godzilla x Kong: The New Empire wurde mit einer kleinen Vielzahl an digitalen Kameras gedreht. Unter anderem kamen die ARRI Alexa LF, die Alexa Mini sowie die RED Helium und die RED Komodo zum Einsatz. Dazu wurden teils sehr spezielle Optiken eingesetzt, die mit gewissen Eigenschaften kommen. Die Petzval-Objektive, die praktisch die allerersten Objektive waren, die für Porträtfotografie eingesetzt wurden, haben gewisse optische Aberration, bei der sich zwei Lichtstrahlen, die sich auf senkrechten Ebenen ausbreiten, auf unterschiedlichen Bildebenen auflösen. Das führt mitunter zu entsprechenden Farbsäumen oder Streulichteffekten. Kameramann Ben Seresin wollte damit vor allem während der Szenen in der Hohlerde ein gewisses Unbehagen beim Zuschauer verursachen. Diese Optik wurde dann auch bei den CGI-Szenen integriert, was man bei entsprechenden Szenen an Lens-Flare- und Farbsäumen erkennen kann. In der Postproduktion wurde dann ein Scan-Back-to-Film-Schritt sowie eine spezielle fotochemische Verarbeitung bei FotoKem vorgenommen, um eine filmische Qualität mit Körnigkeit und Struktur zu erzielen, die angesichts der starken Verwendung von CGI wichtig gewesen sei, so Seresin (Quelle). Ein 35-mm-Zwischennegativ wurde auf Kodak Vision3 Color Digital Intermediate Film 2254 gefilmt , der dann mit einem Bleich-Bypass entwickelt und im Anschluss erneut in 4K digitalisiert wurde. Gemastert wurde über ein 4K-DI und Warner packte als HDR-Gradings HDR10 und Dolby Vision auf die Scheibe. Selbstredend mit einem erweiterten Farbraum im Rahmen von Rec.2020. Da die Blu-ray eine verhältnismäßig schwache Schärfe aufweist, war spannend zu erfahren, ob die 4K-Disk das mit ihrer höheren Grundauflösung würde toppen können. Und das kann sie leider nicht. Durch das feinere Encoding sind zwar Gesichtsdetails bei Close-ups eine Spur griffiger, aber wirklich viel mehr Detailauflösung gibt’s hier nicht zu entdecken. Egal, ob abgefilmte Computerscreens oder Details an Häuserfassaden – die 4K-Scheibe ist nur bedingt souveräner und plastischer.Was die HDR-Disk besser kann, sind Schwarzwerte und Farben. Die dunklen Einstellung sind satter und kräftiger, leiden nur ganz selten mal unter einem dezenten Mangel an Durchzeichnung. Dafür kommen helle Szenen viel besser weg und die zahlreichen Überstrahlungen der Blu-ray vermeidet die UHD Blu-ray fast zur Gänze. Interessant: Die pinken, smaragdgrünen und roten Farben in der Hohlerde werden kräftiger und satter wiedergegeben, der Flug über das Eis bei 73’26 ist dagegen neutraler und nicht so bläulich wie über die Blu-ray. Die Farbdifferenzierung gelingt überdies besser, was bspw. die blau leuchtenden Anteile bei 60’24 prägnanter zum Vorschein bringt. CGI-Elemente wie Kongs Gesicht im Close-up haben durch das bessere Encoding noch einen Hauch mehr Details, was allerdings auch nur auffällt, wenn die Figuren mal in (seltener) Bewegungsstarre verharren. Zur meisten Zeit sind Kong, Godzilla & Co. ohnehin in Bewegung, sodass die Auflösung von der Bewegungsunschärfe getilgt wird. Insgesamt ist die HDR-Disk zwar die bessere Wahl, wenn man es mit der Blu-ray vergleicht, allerdings kann sie sich nicht maßgeblich von der Full-HD-Scheibe absetzen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray ist etwas dunkler gemastert, gleichzeitig etwas kräftiger in den Farben.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Während die HDR-Disk in den bunten Farben etwas kräftiger ist, sind Blau-/Cyantöne etwas neutraler.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray liefert im hellen Schein rund um Mothra mehr Durchzeichnung, ist farblich hier deutlich brauner, weniger gelb betont.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


Blu-ray: (Slider ganz nach rechts): In Close-ups ist die Differenz zwischen Blu-ray und UHD Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … eher gering.




UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist das Digitalrauschen der UHD Blu-ray etwas feiner.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Das leicht Bläuliche weicht einem eher neutralen Weiß.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … ist im Close-up nicht wirklich mehr zu erkennen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Aber auch das fällt hier eher marginal aus.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … mag man in Lippen und Poren etwas mehr Detailtiefe sehen.


UHD HDR10 (Slider ganz nach links):


UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … bieten aufgrund vermuteter 2K-Renderung keine wesentlichen Vorteile.


Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von Godzilla x Kong ist reichhaltig gefüllt. Zunächst wäre da der Audiokommentar von Regisseur Adam Wingard, Special Effects Supervisor Alessandro Ongaro, Produktionsdesigner Tom Hammock und Cutter Josh Schaeffe. Darüber hinaus warten neun Featurettes, die wiederum teils unterteilt sind. Die Gesamtlaufzeit beträgt etwa 70 Minuten, wobei die einzelnen Featurettes nur maximal sechs Minuten lang sind. Wir bekommen nochmals Einblicke in die Welt der Hohlerde und werfen einen Blick darauf, wie die beiden Titanen sich seit dem letzten Film weiterentwickelt haben. Dazu gibt’s ein Featurette über Regisseur Adam Wingard, der sich als echter Enthusiast entpuppt.
Fazit
Godzilla x Kong: The New Empire erschließt eine vollständig neue Welt. Eine fantasievolle, visuell beeindruckende Welt, in der ein ganz neuer Kampf ausgefochten wird. Das ist aus Sicht der tierischen Vertreter wirklich spannend und unterhaltsam. Vor allem die Dynamik zwischen Kong und dem Scar King sorgt für packendes Kino. Man muss allerdings konstatieren, dass das Große und Gigantische, das im Namen Titanen steckt, etwas abhandengekommen ist. Aufgrund des finanziellen Erfolgs wird Wingard allerdings auch noch einen dritten Teil inszenieren dürfen. Man darf gespannt sein, was er sich dafür einfallen lassen wird. Visuell bekommt man gute, wenngleich nicht perfekte Bildqualität über beide Scheiben. Der Ton muss nach erneutem Quervergleich mit den Vorgängern herabgesetzt werden. Denn er erreicht nicht das extrem hohe Niveau der beiden Vorgänger.
Timo Wolters
Bewertung
Bildqualität BD: 80%
Bildqualität UHD: 80%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (dt. Fassung): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (dt. Fassung): 85%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 85%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 65%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 85%
Bonusmaterial: 70%
Film: 65%
Anbieter: Warner Home Video
Land/Jahr: USA 2023
Regie: Adam Wingard
Darsteller: Rebecca Hall, Dan Stevens, Brian Tyree Henry, Kaylee Hottle, Alex Ferns
Tonformate BD/UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): de, en
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,39:1
Laufzeit: 115
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-100
Real 4K: Ja (4K-DI)
High Dynamic Range: HDR10, Dolby Vision
Maximale Lichtstärke:
FSK: 12
(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: Warner Bros.)
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Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:
- Mainspeaker: 2 x Canton Reference 5.2 DC
- Center: Canton Vento 858.2
- Surroundspeaker: 2 x Canton Vento 890.2 DC
- Subwoofer: 2 x Canton Sub 12 R
- Heights: 4 x Canton Plus X.3
- AV-Receiver: Denon AVR-X4500H
- AV-Receiver: Pioneer SC-LX59
- Mini-DSP 2x4HD Boxed
Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern“ zu verfälschen.
- Panasonic DMP-UB900
- Panasonic DP-UB824EGK
- Panasonic TX-55GZW954
- Apple 4K TV
- LG 65G39LA
- Epson EH-TW9400
- HDMI-Kabel: Audioquest Forest-Serie