The Creator 4K UHD

0 0 votes
Beitragsbewertung

Blu-ray Review

Walt Disney Studios, 19.01.2024
Walt Disney Studios, 19.01.2024

OT: The Creator

Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft. *
Unterstützt die Arbeit an meinem Blog, indem ihr den Film bei Amazon kauft. *

More Human than Human

Spannendes SciFi-Experiment von Godzilla-Regisseur Edwards.

Inhalt

Joshua hat viele traumatische Dinge erlebt        Photo by Oren Soffer. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Einst als Lösung für alles erdacht, entwickelte sich die künstliche Intelligenz im Laufe der Zeit in eine beängstigende Richtung. Im Jahr 2055 zündet die KI einen Atomsprengkopf über Los Angeles. Die westlichen Nationen verbieten künstliche Intelligenz daraufhin, um zu verhindern, dass die Menschheit ausgelöscht wird. Allerdings ist die KI nicht der einzige Gegner. Teile des sogenannten Neuen Asien vertrauen weiterhin auf die KI und deren Weiterentwicklung. Dem Westen geht es vor allem darum, Nirmata, den sagenumwobenen Chefarchitekten hinter der KI zu finden und zu töten. Um sich im großen Umfang gegen die KI zu wehren, entwickelt man die USS NOMAD, die als Raumstation in der Lage ist, Angriffe aus der Umlaufbahn zu starten. Auf der Erde schleust man indes US-Armee-Sergeant Joshua Taylor bei den Mitgliedern des Widerstands des Neuen Asiens ein. Dort verliebt er sich in Maya, die angeblich Nirmatas Tochter ist, und zeugt ein Kind mit ihr. Als man Joshua schließlich enttarnt, kommen Maya und das ungeborene Kind ums Leben. Fünf Jahre später engagiert man Joshua erneut, um eine neue Waffe Nirmatas zu lokalisieren und zu zerstören. Doch Taylor traut seinen Augen nicht, als er diese sieht …

Maya trägt Joshuas Kind in sich       Photo by Oren Soffer. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Gareth Edwards gehört zu den großen kreativen Köpfen der letzten 15 Jahre in Hollywood. Und das, obwohl er bisher erst vier abendfüllende Filme realisiert hat. Doch mit seinem 2010er-Monsters gelang ihm ein kleiner Geniestreich, durch den man auf ihn aufmerksam wurde. Mit einem Mikrobudget von 500.000 Dollar realisierte er einen postapokalyptischen SciFi-Film, der das Zehnfache seines Einsatzes einspielen konnte. Vier Jahre später war er Herr über das 320-fache! Budget. Durchaus ein Wagnis von Warner Bros., dem noch jungen Filmemacher das Reboot für Japans Kultechse Godzilla an die Hand zu geben. Doch es zahlte sich aus. Und so ist es auch kein Wunder, dass er direkt danach im Auftrag von Lucasfilm das Star-Wars-Prequel Rogue One inszenieren durfte und (meiner Meinung nach) den besten Star-Wars-Film nach der klassischen Trilogie zu Wege brachte. Sieben Jahre ließ er sich dann Zeit, um das erste Mal seit Monsters wieder einen eigens geschriebenen Film zu realisieren. Und er ging sozusagen zurück zu seinen Wurzeln, um ein Experiment zu wagen. Verfügte er bei Rogue One und Godzilla über 160 bis 200 Mio. Dollar, wollte er zeigen, dass man episches SciFi-Kino mit tollen Effekten auch für deutlich weniger realisieren kann. Edwards wollte so wenig Budget wie möglich aufwenden und vor allem “on Location” drehen, um teure Setaufbauten zu vermeiden.

Maya und Joshua lernten sich lieben     Photo by Glen Milner. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Um das außerdem zu erreichen (The Creator hat die nahezu lächerliche Summe von 80 Mio. Dollar gekostet), ging er seinen Film fast dokumentarisch und im Guerilla-Stil an, was vor allem die Arbeit mit den Schauspielern betrifft. Kameramann Greig Fraser und Gareth Edwards hatten schon bei Rogue One zusammengearbeitet und sind nun erneut vereint. Gemeinsam entwickelten sie das Design und den Look basierend auf Edwards Wunsch nach Natürlichkeit. Der Regisseur wollte, dass sich der Film vor allem fließend und organisch anfühlt – wie eine Mischung aus Terrence Malick und James Cameron oder als ob Baraka als Science-Fiction gemacht worden wäre. Dabei wollte er auch während der Dreharbeiten möglichst viel einsparen. Entsprechend benötigte es eine sehr akribische Planung, um nicht zahlreiche weitere Kameras, Rigs oder sonstige elektrische Ausrüstung mitschleppen zu müssen, was in normalen Filmen sehr oft der Fall ist, nur um “im Fall der Fälle” noch etwas in der Hinterhand zu haben. In The Creator gab es keine Hinterhand. Um es noch weiter reduzieren zu können und den Film sozusagen während des Drehs spontan zu entwickeln, übernahm Edwards selbst die Kamera. Fraser (der nur etwa die Hälfte des Drehs betreute und dann ans Set zu Dune 2 flog) übergab den Job des im Hintergrund operierenden Supervisors of Camera später sogar noch an Oren Soffer, einen weiteren Kameramann. Die Kamera selbst blieb aber weiter in Edwards Händen. Und wo wir gerade bei Kamera sind. Zum Einsatz kam hier die ILME-FX3 von Sony, eine spiegellose, mit unter einem Kilogramm Gewicht sehr leichte, gerade einmal 4000 Dollar teure Prosumer-Digitalkamera, die auch in zahlreichen Amateurfilm-Haushalten anzutreffen ist. Edwards verzichtete auf große Geräte im Stile einer ARRI Alexa Mini, LF oder 65, die mit ebenso großen Anbauten und Aufbauten geführt werden müssen. Im Prinzip entstand der komplette Film mit der ILME-FX3, die man auf ein Gimbal montierte, um Ruhe in die Aufnahmen zu bringen. Der Vorteil der ILME-FX3: Sie liefert auch bei ISO 12.800 noch beeindruckende Bilder, sodass der Film (und das sieht man) weitgehend auf künstliche Beleuchtung verzichten konnte (ebenfalls zur Kostenreduktion). Reguläre Filmkameras gehen hier oft nur bis 3000 ISO.

KI-Polizisten    Photo courtesy of 20th Century Studios. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Diese große Spannweite der ISO hat aber auch eins zur Folge, das nicht jedem schmecken wird: Filmrauschen. Edwards umarmt diesen Look allerdings und stellt ihn bewusst auch durch die Verwendung sehr klassischer Objektive her. Dazu wählte er (ebenfalls ganz bewusst) ein Bildformat von 2,76:1, um es optisch an die großen 70-mm-Widescreen-Epen wie Ben Hur anzulegen. Wer hier also ein glattgeputztes Digitalbild mit formatfüllenden Eigenschaften erhofft, wird sich für 130 Minuten umgewöhnen müssen.
Inhaltlich beginnt es zunächst charmant, wenn diverse Rückschauen auf die Anfänge der KI-/Robotertechnik im Stile von 50er/60er-Jahre Werbeclips gestaltet werden – unterlegt mit der entsprechenden Musik dieser Zeit. Doch je man sollte sich von dem anfangs fröhlichen Ton nicht fehlleiten lassen, wenn in schnellen Schritten aufgezeigt wird, wie die KI immer mehr Dienste übernommen hat und letztlich auch die Kontrolle. Eben noch gab’s fröhliche Musik und im nächsten Moment überzieht eine Atombombenexplosion den Bildschirm. Und es geht packend weiter. Die Einführung des Protagonisten gerät emotional, wenn man zunächst fünf Jahre in die Vergangenheit geht. Auch in diversen Rückblenden wird deutlich, welche Verbindung er zu Maya hatte, was John David Washington erlaubt, ein wenig mehr von sich zu zeigen als während seiner meher als durchschnittlichen Performance in Tenet. Der dezent desillusionierte Ex-Undercover-Agent mit bitterer Vergangenheit steht ihm gut. Und man folgt ihm gerne auf seiner Reise nach Neu Asien, auch wenn die junge Madeleine Yuna Voyles, ihn in den gemeinsamen Szenen glatt an die Wand spielt. Die erste halbe Stunde vergeht wie im Flug, was auch an den rasant inszenierten und technisch überzeugenden Actionszenen liegt. Gerade bei der Sicherung der Alpha-O-Waffe kommt sogar ein bisschen Aliens-Stimmung auf, wenn die zusammengewürfelte Truppe schwer bewaffnet in den Komplex eindringt.

Alphie hat mächtige Fähigkeite    Photo courtesy of 20th Century Studios. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Zudem erwies es sich als absoluter Glücksfall, on location zu drehen und nicht größtenteils im Studio. Die Szenerie mit riesigen (Reis)Feldern und Palmen im Hintergrund, die ein wenig an Vietnam-Kriegsfilme erinnert, wird mit allerlei Shuttles und Fluggeräten angereichert, was organischer wirkt, als man annehmen könnte. Das liegt vor allem auch an den gelungenen CGIs. Zwar sehen nicht alle Renderings richtig perfekt aus, aber es ist dennoch erstaunlich, was im Umfang von 80 Mio. Dollar Budget enthalten sein kann, wenn man bedenkt, dass hier eine ganze Menge CGI-Elemente genutzt wurden. Es darf die Frage erlaubt sein, warum so manch anderes Comichelden-Spektakel dermaßen viel teurer gerät, obwohl die computergenerierten Effekte zuletzt gerade im MCU massiv gelitten hatten. Vor allem ein The Marvels sieht mit seinen 220-250 Mio. Dollar dagegen ganz furchtbar blass aus. Aber zurück zu The Creator. Während der Reise, die Joshua mit Alfie durchs Land unternimmt, reduziert sich das Tempo merklich. Doch dafür bekommt man immer mal wieder Einblicke in das Seelenleben des Protagonisten. Das Motiv der Dynamik zwischen den beiden ist nicht neu – eher im Gegenteil. Die Tatsache, dass das Kind dem Erwachsenen wieder beibringt, Mensch zu werden oder genauer: menschlich zu werden (und das von einem Roboter), mag plakativ sein, funktioniert hier aber wirklich gut. Und ja, man fühlt sich an Matrix erinnert. Und ja, man spürt die Anwesenheit des Blade Runners, aber Edwards hat das zu einer sehr eigenständigen Geschichte formuliert, der man kaum das bloße Abkupfern eines Rebel Moon vorwerfen kann. Sicherlich wird The Creator nicht jedem SciFi-Nerd gefallen, dennoch gibt’s hier mal ein bisschen willkommen Abwechlsung vom Superhelden-Mumpitz der letzten paar Jahre.

Preis: 23,00 €
Stand von: 2026/02/07 6:47 p.m. - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
Sie sparen: 1,99 €
0 neu0 gebraucht
Studio: Disney
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 19 Jan 2024
  • Der Schöpfer (4K Ultra HD) (Blu-ray) [Deutschland] [Blu-ray]
  • Physischer Film
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität BD

McBride hat Joshua im Visier         Photo by Glen Milner. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Wie oben bereits beschrieben, kommt The Creator im Format von 2,76:1 – also in einem sehr schmalen Bildseitenverhältnis. Die verwendeten Kameras wurden bei teils extrem hohen ISO-Werten betrieben, was für deutlich sichtbares Digitalrauschen sorgt. Von Edwards einerseits aufgrund der Budgetbeschränkungen bewusst so entschieden (Beleuchtung kostet Geld) und visuell auch genutzt, um einen sehr authentisch-natürlichen Look zu erzeugen. Viele Szenen wurden bei sehr wenig Kunstlicht und mit dem verfügbaren Umgebungslicht gedreht, was ein sehr warmes, oft braunbetontes Bild zum Resultat hat. Die Tageslichtszenen auf den Reisfeldern werden wiederum mit sehr kräftigen Grüntönen wiedergegeben. Der Kontrastumfang ist grundsätzlich gut, wobei die teils hohen ISO-Werte nicht das letzte bisschen Schwarz aus dem Bild pressen. Außerdem färben sich die Schwarzanteile oft etwas bräunlich. Durch das vorhandene Digitalrauschen fallen die CGI-Elemente tatsächlich weniger stark auf und fügen sich natürlicher ins Geschehen ein, als wäre es ein glattpolierter Digitalfilm. Interessanterweise wirkt das Rauschen hier nicht künstlich, sondern erstaunlich organisch. Und wer mit Filmkörnung kein Problem hat, wird den Look sicherlich umarmen. Die Schärfe ist im Übrigen teils sehr gut und offenbart sämtliche Einzelheiten auf den fokussierten Objekten.

Joshua ist bereit, sein Leben zu opfern     Photo by Oren Soffer. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

The Creator erscheint beim Disney, was die verwendeten Tonspuren quasi vorab bereits festlegt: DTS HD-Master in 7.1 fürs Englische und Dolby Digital Plus fürs Deutsche. Und wer von den letzten Jahren der Kompressionspolitik Disneys entsprechend die Nase voll hat, geht mit großem Vorbehalt auch an diesen Film heran. Doch es darf Entwarnung gegeben. Denn vor allem die Synchro ist wirklich gut gelungen. Das Scannerlicht, das man direkt zu Beginn auf dem Meer sieht, wird von recht tiefen Basssignalen begleitet, die, wenn man hier etwas am Lautstärkeregler dreht, auch recht wuchtig rüberkommen. Die Explosionen bei 9’45 und direkt zu Beginn des Films liefern diesen Bass noch einmal. Und hebt man den Ton um etwa 5dB (ausgehend vom Referenzniveau) an, bekommt man einen für Disneyverhältnisse einen sehr annehmbaren Sound. Die deutsche Dolby-Digital-Plus-Fassung ist im Übrigen etwas lauter eingepegelt als die englische DTS-HD-MA-Variante und lässt auch den Düsenjet nach 18’48 druckvoller wirken. The Creator mag es nicht mit Oppenheimer oder Gran Turismo aufnehmen, aber er ist in seiner Präsenz, seiner Dynamik und Atmosphäre zumindest einem Prey ebenbürtig, der für Disneyverhältnisse ebenfalls herausragend klang. Wirklich klasse ist bisweilen die Surroundkulisse. Und selten hat man einen Filmsong derart räumlich erlebt wie bei Minute 21’00. Es fühlt sich fast so an, als könne man die Töne und Stimmen aus den Surroundspeakern greifen, so wandert die Musik um den Zuschauer herum – klasse! Das Gleiche gilt für Szenen im Sumpf bei 30’30. Man hört die Frösche und Kühe und Vögel derart authentisch, dass man denkt, man stünde mittendrin. Die coolen Sounds der Raumgleiter bei 101’20 wissen ebenso zu gefallen, wie die um die Köpfe fetzenden Geschosse während der Schusswechsel. Könnte das insgesamt noch dynamischer sein? Ja, könnte es. Ein bisschen jedenfalls. Aber es ist auch sehr weit von dem einen oder anderen MCU-Titel-Sounddesaster entfernt.

Preis: 9,99 €
Stand von: 2026/02/07 6:47 p.m. - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
0 neu0 gebraucht
Studio: Disney
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 19 Jan 2024
  • Dieser Artikel hat Deutsche Sprache und Untertitel.
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bild- und Tonqualität UHD

Was versteckt man dort?       Photo courtesy of 20th Century Studios. © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Wie oben im Text bereits erwähnt, kommt es jetzt noch mal ausführlicher: The Creator wurde komplett digital gefilmt. Der Hauptanteil der Aufnahmen entfiel auf die günstige Prosumer-Kamera ILME-FX3 von Sony. Mit ihr wurden im Prinzip sämtliche Actionshots on location gedreht. Für Drohnen-Aufnahmen kam auch eine DJI Mavic 2 zum Einsatz und für die Studioarbeiten, bei denen LED-Panels als Background eingesetzt, wurde eine Sony PXW-FX9 genutzt, die mit den LED-Wänden synchronisiert werden kann. Spezielle Anamorphic-Objektive sorgten zudem für einen Look im Stile von Blade Runner oder Die unheimliche Begegnung der dritten Art – Objektive, die eine sichtbare Vignettierung mit sich bringen und an den oberen und unteren Enden unschärfer sind. Da selbst Szenen, die halbwegs nach Tageslicht aussehen, noch bei dunkler Umgebung und mit 12.800 ISO aufgenommen wurden, darf man sich nicht über das durchweg vorhandene Rauschen wundern, das die UHD Blu-ray natürlich genauso zeigt wie die Blu-ray. Eine der dunklen Sequenzen, die bei einer so hohen ISO-Zahl aufgezeichnet wurden, ist die Hotelzimmer-Szene nach einer Stunde. Das durch die Fenster einfallende Licht der umgebenden Gebäude in Bangkok wurde ausgenutzt und nicht durch große künstliche Beleuchtung angepasst. Die Rauschmuster sind natürlich entsprechend deutlich, aber eben so gewünscht. In der Praxis kommt die UHD Blu-ray noch mal etwas dunkler rüber, was allerdings nicht zu Versumpfungen führt. Der Schwarzwert ist allerdings etwas satter und wirkt nicht ganz so bräunlich. Bei den Tageslichtszenen kommen Farben etwas satter rüber, allerdings ist The Creator kein kunterbunter Regenbogenfilm. Die feineren Nuancierungen und farblichen Abstufungen auf Wiesen und Feldern sind aber dennoch auffällig (42’28). Ebenfalls zeichnen helle Oberflächen noch etwas besser durch und so sieht man auf den Reisfeldern Wolkenspiegelungen, die von der Blu-ray verschwiegen werden. Toll auch die farbigen Schattierungen rund um die Sonne bei 74’58, wo die Blu-ray lediglich gelb und stark überrissen erscheint. Hauttöne kommen darüber hinaus kräftiger braun zur Geltung und weniger gelblich. Close-ups sind sichtbar, aber nicht exorbitant schärfer. Das sichtbar bessere Encoding sorgt bei dem recht hohen Anteil an Digitalrauschen für einen harmonischeren Eindruck der Szenen. Was in dunklen Umgebungen über die Blu-ray manchmal matschig und unscharf wirkt, ist hier noch souveräner und durch das gleichmäßigere Rauschen auch schärfer. Es gesellen sich allerdings auch farbige Pixel ins Rauschen, was über die Blu-ray eher nicht zu sehen ist. 

Before imageAfter image
Blu-ray (11’22): (Slider ganz nach rechts): Die dunkleren Szenen unterscheiden sich insofern …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … als dass die UHD-BD eine Spur dunkler ist und farblich etwas neutraler erscheint.

Before imageAfter image
Blu-ray (14’44): (Slider ganz nach rechts): Das Digitalrauschen, das durch die hohen ISO-Werte der verwendeten Kameras kommt …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zeigen beide Disks deutlich. Die 4K-Scheibe löst es aber feiner auf.

Before imageAfter image
Blu-ray (42’34): (Slider ganz nach rechts): Bei den grünen Wiesen und Feldern …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … zeigt die HDR-Scheibe mehr Farbdifferenzierung, was im laufenden Bild noch besser zu erkennen ist. Auch die Spiegelungen gelingen besser durchzeichnet.

Before imageAfter image
Blu-ray (43’50): (Slider ganz nach rechts): Gegenüber der Blu-ray …
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): … reduziert die HDR-Disk die Gelbanteile etwas. Der Pick-up erscheint kräftiger rostig-orange.

Before imageAfter image
Blu-ray (92’38): (Slider ganz nach rechts): Schön zu erkennen:
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray nutzt ihre Dynamik für mehr Kontrast im Himmel und auf den Bergen.

Before imageAfter image
Blu-ray (92’38): (Slider ganz nach rechts): Geht man näher ran, sieht man deutlich die Unterschiede in der Auflösung des Rauschens.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die 4K-Disk stellt die Rauschmuster gleichmäßiger, feiner und etwas farbiger dar. Bildet einfach authentischer ab, was der Chip der Kamera bei hohen ISO-Werten ablieferte.

Before imageAfter image
Blu-ray (122’27): (Slider ganz nach rechts): Auch bei den Gesichtern reduzieren sich Gelbanteile.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Sie erscheinen braunbetonter.

Before imageAfter image
Blu-ray (122’27): (Slider ganz nach rechts): Die Blu-ray wirkt softer.
UHD HDR10 (Slider ganz nach links): Die UHD Blu-ray löst durch das homogenere Rauschen auch die Details besser auf. Auch hier ist Rauschen letztlich Teil des Bildinhalts.

Wie bei Disney üblich, gibt’s die UHD Blu-ray mit einer Atmos-Tonspur für den O-Ton, während die deutsche Fassung bei DD+ verharrt. Während die englische Sprachausgabe auf der regulären Ebene mit jener der DTS-HD-MA-Spur der Blu-ray fast auf einem Level spielt, hören wir uns mal auf der oberen Ebene um. Dort hört man nach etwa vier Minuten ein Gewitter-Rumoren und Ähnliches später noch mal. Hier und da gesellt sich zu Beginn schon der Score hinzu und erstmalig richtig aktiv wird es bei 11’36 und nach rund 13 Minuten, wenn man Durchsagen inkl. Sirenengeräuschen von oben hört. Richtig klasse klingen die Stimmen des Musikstücks bei 21’10 – selten hat man einen Song so in seine gesanglichen Spuren separiert über Heights gehört, denn die Stimmen wandern zwischen den einzelnen Speakern hin und her. Nach rund 25 Minuten wird die Filmmusik etwas ausgeprägter mit auf die obere Etage gelegt und bei 26’55 hört man die zischenden Geräusche der Luftgefährte sowie zwei Minuten später erneut Sirenensignale. Nach etwas über 30 Minuten intensiviert sich der chorale Gesang und das Lasergefecht ist ganz dezent mit auf die Heights gemischt worden. Allerdings hört man das nicht, wenn man die untere Ebene aktiviert hat. Das crashende Raumschiff kurz darauf liefert keine 3D-Sounds. Bei Minute 48’30 gibt es dafür wieder sehr coole Lautsprecherdurchsagen asiatischer Stimmen. Während 3D-Actionsounds weiterhin eher Mangelware bleiben, gibt es immer wieder herausragende Stimmsequenzen über die Heights. So zum Beispiel für knapp über 30 Sekunden nach rund 66 Minuten und noch einmal kurz darauf im Shuttle.
Preis: 23,00 €
Stand von: 2026/02/07 6:47 p.m. - Details
×
Produktpreise und -verfügbarkeit sind zum angegebenen Datum / Uhrzeit korrekt und können sich ändern. Alle Preis- und Verfügbarkeitsinformationen auf https://www.amazon.de/ zum Zeitpunkt des Kaufs gelten für den Kauf dieses Produkts.
Sie sparen: 1,99 €
0 neu0 gebraucht
Studio: Disney
Format: Blu-ray
Erscheinungstermin: Fri, 19 Jan 2024
  • Der Schöpfer (4K Ultra HD) (Blu-ray) [Deutschland] [Blu-ray]
  • Physischer Film
(* = Affiliate-Link / Bildquelle: Amazon-Partnerprogramm)

Bonusmaterial

Das Bonusmaterial von The Creator besteht aus dem Making-of “True Love”. Zwar ist das das einzige Featurette auf der Disk, doch es läuft immerhin knapp eine Stunde und taucht wirklich tief in die Produktion ein. Regisseur Edwards plaudert munter über so ziemlich jedes Detail des Films – von der Kameraarbeit über die Locations bis hin zum Art-Design.

Fazit

The Creator mag seine Schwächen haben, von denen sein Hauptdarsteller trotz besserer Leistung als zuletzt, eine ist. Auch wird nicht alles erschöpfend erklärt und man puzzelt sich aus einem bisschen Apocalypse Now, einem Hauch District 9, einer Prise Matrix und einer guten Messerspitze Blade Runner ein Ganzes zusammen. Das allerdings unterhaltsam erzählt und visuell sehr einzigartig umgesetzt. Man darf den Hut davor ziehen, dass das hier über 130 Minuten Gezeigte “nur” 80 Mio. Dollar gekostet hat. Für mich durchaus eins der SciFi-Highlights der letzten Jahre, auch wenn’s noch etwas origineller erdacht hätte sein dürfen. Der Look, hervorgerufen durch die verwendeten Kameras, wird absolut nicht jedermanns Sache sein. Denn das digitale Rauschen ist deutlich und verleiht dem Film einen schmuddeligen Look. Die UHD Blu-ray bringt das allerdings authentischer und harmonischer rüber. Der Ton ist für eine Disney-Produktion am oberen Level dessen, was man in den letzten Jahren aus dem Studio gehört hat. Das reicht nicht an Referenzfilme heran, muss aber niemanden davon abhalten, sich den Film zuzulegen. Eher im Gegenteil.
Timo Wolters


Bewertung

Bildqualität BD: 75%
Bildqualität UHD: 80%

Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (dt. Fassung): 85%

Tonqualität BD (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 2D-Soundebene (Originalversion): 80%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Quantität (Originalversion): 60%
Tonqualität BD/UHD 3D-Soundebene Qualität (Originalversion): 80%

Bonusmaterial: 70%
Film: 80%

Anbieter: Walt Disney Studios
Land/Jahr: USA 2023
Regie: Gareth Edwards
Darsteller: John David Washington, Madeleine Yuna Voyles, Gemma Chan, Ken Watanabe, Sturgill Simpson, Allison Janney
Tonformate BD: dts-HD-Master 7.1: en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Tonformate UHD: Dolby Atmos (True-HD-Kern): en // Dolby Digital Plus 7.1: de
Untertitel: de, en
Bildformat: 2,76:1
Laufzeit: 133
Codec BD: AVC
Codec UHD: HEVC
Disk-Kapazität: BD-66
Real 4K: Ja (4K DI)
High Dynamic Range: HDR10
Maximale Lichtstärke: keine Angabe
FSK: 12

(Copyright der Cover, Szenenbilder und vergleichenden Screenshots liegt bei Anbieter: © 2023 20th Century Studios. All Rights Reserved.)
*Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Für Einkäufe über diese Affiliate-Links erhalten wir eine Provision. Für den Käufer entstehen keine Mehrkosten. Infos zum Datenschutz findet ihr hier.


So testet Blu-ray-rezensionen.net

Die Grundlage für die Bild- und Tonbewertung von Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays bildet sich aus der jahrelangen Expertise im Bereich von Rezensionen zu DVDs, Blu-rays und Ultra-HD-Blu-rays sowie Tests im Bereich der Hardware von Unterhaltungselektronik-Komponenten. Gut zehn Jahre lang beschäftigte ich mich professionell mit den technischen Aspekten von Heimkino-Projektoren, Blu-ray-Playern und TVs als Redakteur für die Magazine HEIMKINO, HIFI TEST TV VIDEO, PLAYER oder BLU-RAY-WELT. Während dieser Zeit partizipierte ich an Lehrgängen zum Thema professioneller Bildkalibrierung mit Color Facts und erlangte ein Zertifikat in ISF-Kalibrierung. Wer mehr über meinen Werdegang lesen möchte, kann dies hier tun —> Klick.
Die technische Expertise ist aber lediglich eine Seite der Medaille. Um stets auf der Basis von aktuellem technischen Wiedergabegerät zu bleiben, wird das Testequipment regelmäßig auf dem aktuellen Stand gehalten – sowohl in puncto Hardware (also der Neuanschaffung von TV-Displays, Playern oder ähnlichem, wenn es der technische Fortschritt verlangt) als auch in puncto Firmware-Updates. Dazu werden die Tests stets im komplett verdunkelbaren, dedizierten Heimkino angefertigt. Den Aufbau des Heimkinos könnt ihr hier nachlesen —> Klick.

Dort findet ihr auch das aktuelle Referenz-Gerät für die Bewertung der Tonqualität, das aus folgenden Geräten besteht:

Das Referenz-Equipment fürs Bild findet ihr wiederum hier aufgelistet. Dort steht auch, wie die Bildgeräte auf Norm kalibriert wurden. Denn selbstverständlich finden die Bildbewertungen ausschließlich mit möglichst perfekt kalibriertem Gerät statt, um den Eindruck nicht durch falsche Farbtemperaturen, -intensitäten oder irrigerweise aktivierten Bild”verbesserern” zu verfälschen.


Lade Community-Daten...
Lade Meinungen...
0 0 votes
Beitragsbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
35 Kommentare
Neueste
Älteste Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen!